Trovia, ich danke dir! Du hast meinen Laptop vor einem Sturz aus dem zweiten Stock gerettet! Wenigstens ein Review! Wenn die bisher abgenommen haben müssen sie ja jetzt zum Glück endlich wieder mehr werden. Ich hoff doch ihr habt euch nicht gegen mich verschworen :P Klingt schon so paranoisch wie Moody, muss aufpassen!
Dieses Kapitel wird nicht mehr so ruhig. Dracos große Stunde.
Aber F. Jordan kommt darin vor, zumindest in der ersten Hälfte, ich hoffe sie ist da genauso gut wie in "Eine wunde Stelle". Und ich versichere dir, später wird sie auch nochmal zu sehen sein. Dauert noch einige Kapitel ...
Bitte, Leute, es wäre schön, wenn ich auch von euch lesen könnte, ob euch die Geschichte gefällt!
Portus!
Abpfiff, im gleichen Moment, da Ron seine Schwester erreichte und knapp einen Meter über dem Boden auffing. Madam Hooch, tiefrot im Gesicht vor Zorn, rief Crabbe und Goyle zu sich herunter und stauchte die beiden zusammen, dass es nur so rauchte. Gryffindor erhielt zwei Strafstöße, außerdem erkannte sie Slytherin das Tor ab.
Jordan kommentierte eifrig: „Wie nicht anders zu erwarten war, greifen die beiden Treiber gleich zu den allerschlimmsten Mitteln, obwohl ich zugeben muss, dass selbst ich von dieser Härte überrascht bin, und ich hab in meinen sechs Jahren hier schon einiges mit ansehen müssen!
Gryffindor bittet um eine Auszeit, am Spielfeldrand wartet schon Madam Pomfrey, sie sollte Weasley in kurzer Zeit wieder besentauglich machen ... Und da hebt sie auch schon wieder ab in die Lüfte, Weasley wird den ersten Strafstoß ausführen – recht so, hoffentlich haut sie den Quaffel den Idioten von Slytherin ..." – „Jordan! Wenn Sie ..."
– „Schon gut, Professor. Wo war ich? Ach ja, hoffentlich haut Weasley den Quaffel den Slytherins um die Ohren und durch den Ring, geschähe ihnen recht, Rache ist süß! Den zweiten Strafstoß wird Volb ... Volgonttomb ausführen, vielleicht merk ich mir den Namen heute noch ..."
Harry beobachtete, wie Ginny in Position ging, sie sah ziemlich wütend aus. Er selbst war ebenfalls sauer, das hatten Crabbe und Goyle aus purer Absicht getan, ein schlimmeres Foul hatte er in seiner gesamten Quidditch-Karriere noch nicht erlebt!
„JAA! Tor, Tor! Ich meine natürlich, Ring, Ring! Weasley verwandelt, zehn zu null für Gryffindor, Volgom...wie-auch-immer ist jetzt am Wurf! Wird sie treffen, wird sie ...? Und sie trifft, zwanzig zu null für Gryffindor, und da macht Malfoy auch schon seinen Hüter zur Schnecke, weil der nicht gehalten hat ..."
Jetzt grinste Harry in sich hinein, der Schuss war wohl nach hinten los gegangen. Erleichtert, dass Ginny nichts schlimmeres passiert war, ging Harry wieder auf die Suche nach dem Schnatz. Während er seine Runden durch das Stadion flog – Malfoy heftete sich dabei dicht an seine Fersen – erzielten die Slytherins um ein Haar den Anschlusstreffer, Nigey und Orly spielten die Gryffindors perfekt innerhalb von Sekunden aus und scheiterten letztendlich doch an einer Glanzparade von Ron, der Apple und Thomas auch sofort die Anweisung erteilte, das Teamwork der beiden zu stören.
Gryffindor war wieder im Ballbesitz und Ellen Volgonttomb raste auf die Ringe der Slytherins zu, Doppelpass mit Ginny, dann ein ausgezeichneter Wurf und Fabienne Jordan bejubelte laut und deutlich das Dreißig-zu-Null, nicht ohne wie üblich auf den Slytherins herumzuhacken und dafür von Professor Flitwick ermahnt zu werden. Das Stadion – ausgenommen die Ecke mit dem grün-silbernen Banner – klatschte und freute sich über den Rückstand der Slytherins.
Diese versuchten aufzuholen, wieder spielten Nigey und Orly zusammen den Gegner aus, und wieder scheiterten sie an Ron. Harry staunte, sein Freund hatte sich zu einem wahren Hüter-Genie gemausert. Wer hätte das nach seinem ersten Spiel gedacht!
„Immer noch dreißig zu null, liebe Zuschauer, Weasley hat gehalten", verkündete Jordan quietschvergnügt gerade in dem Moment, als Harry den Schnatz erblickte. Er sah sich um, Malfoy ärgerte sich und schrie immer noch auf seine Mannschaftskameraden ein, sodass er praktisch freie Bahn haben würde. Blitzschnell wendete er seinen Feuerblitz und schoss über das Spielfeld, ging in den Sturzflug und riss den Besen wieder nach oben, als der Schnatz seine Richtung änderte.
„Habt ihr schon mal jemanden so fliegen sehen?" kommentierte Lees Schwester aufgeregt seine Aktionen, „Während Malfoy sich über seine Mannschaftskameraden hermacht, heftet Potter sich an den Schnatz und Malfoy schaut nun dumm aus seiner grün-silbernen Wäsche! Da! Potter streckt den Arm aus, dieses Spiel wird nur noch einige Sekunden dauern, und ... Was wird DAS denn!" schrie sie entsetzt.
Ashley Nigey war über Harry erschienen, schnitt diesem den Weg ab und zwang den Sucher der Gryffindors somit in eine steile Kurve. Nicht eine Sekunde später krachte auch schon Orlys Faust mit voller Wucht gegen Harrys Nase, sodass es dem Jungen Tränen in die Augen trieb.
Wieder Abpfiff und ein Strafstoß für Gryffindor, den Ginny aus lauter Wut über das Foul aber nicht verwandeln konnte.
Harry betastete vorsichtig sein schmerzendes Gesicht, und als er die Hand zurückzog, waren seine Finger voll Blut. Madam Pomfrey winkte ihn bereits energisch auf den Boden, und als Ron das Spiel mit einer weiteren Auszeit unterbrochen hatte, landete Harry und ließ sich schnell behandeln.
Seine Teamkollegen setzten ebenfalls auf dem Boden auf und verfluchten die Slytherins mit den übelsten Schimpfwörtern. Ron war fuchsteufelswild, und Tora Hyre fuchtelte mit den Fäusten in der Luft herum: „Die können was erleben, RACHE!"
Zum Glück konnte Madam Pomfrey Knochenbrüche in nur wenigen Sekunden heilen, und so schwang sich Harry kurz darauf mit geheilter Nase auf seinen Besen und zurück in die Luft, zur Freude seiner Kameraden und entgegen der ausdrücklichen Anweisung von Madam Pomfrey, der zufolge er sich eine Weile hätte ausruhen sollen.
„Da kommt Potter zurück, offenbar wild entschlossen, den Slytherins dieses Foul heimzuzahlen und das Spiel zu gewinnen", rief Jordan ins Megaphon, „Einen kräftigen Applaus bitte, das wird unsere grün-silbernen ‚Freunde' vom Besen hauen vor Ärger!" Tosender Beifall unterstützte Fabiennes Worte, und tatsächlich schäumte Malfoy vor Wut, auch seine Teamkameraden liefen hochrot an.
Harry wich einem Klatscher aus und machte sich erneut auf die Suche nach dem Schnatz, der wieder verschwunden war. Unterdessen hatte Nigey einen Pass von Ginny zu Ellen abgefangen, die ausweichen musste, weil Dorcafool von den Slytherins ihr den Weg versperrt hatte.
Nigey zielte und wollte schon durch die gegnerischen Ringe werfen, als eine Keule ihre Schulter traf, woraufhin sie den Quaffel verlor. Sie kam von Hyre, durch die beiden Fouls der Slytherins in Rage versetzt war sie von ihrer bisher zurückhaltenden Art – da Ron sie ermahnt hatte, nicht den Kopf zu verlieren – zu ihren üblichen Trainingsmethoden übergegangen.
„Hyre hat ihren Schläger verloren, dieser hat Nigey getroffen und so einen Torwurf Slytherins verhindert. Man muss natürlich davon ausgehen, dass dies versehentlich geschehen ist, da Hyre im Moment, da sie nach dem Klatscher geschlagen hat, in eine ganz andere Richtung gesehen hat", erklärte Jordan die Geschehnisse des Spiels.
Harry war sich jedoch sicher, dass dies kein Versehen von Tora war, sie hatte im Training schon mehrmals bewiesen, auch hinter sich ein Ziel zu treffen, wenn sie wusste, wo es war. Diese Geschicklichkeit war nun ihr Vorteil, da das Spiel ohne einen Strafstoß für Slytherin fortgesetzt wurde. Ron ermahnte sie allerdings mit einem strengen Blick, fair zu bleiben.
Ginny hatte den Quaffel aufgefangen und flog geradlinig auf die Ringe der Slytherins zu. Ein Pass zu Ellen, diese warf zurück, und schon hatten sie die Jäger des Gegners hinter sich gelassen. Rons Schwester zielte, und ein scharfer Wurf durch den linken Ring besiegelte das vierzig zu null.
Die Menge tobte vor Freude, schrie aber sogleich entsetzt auf, weil Goyle seinen Schläger auf Ginny geschleudert hatte, der sie in die Magengegend traf. Hyre schlug nach einem Klatscher, der in diesem Moment an dem Slytherin vorbei flog, verfehlte ihn allerdings und traf Goyles Kopf, was – so vermutete nicht nur Jordan – von Anfang an ihr Ziel gewesen sein musste.
Madam Hooch pfiff erneut ab und verhängte je einen Strafstoß für Gryffindor und Slytherin, trotz der Unschuldsmiene, die Tora aufsetzte.
„Volgob... in Position, sie zielt, wirft, und ... JUCHUUH!" brüllte Jordan so laut in ihr Megaphon, dass die Umstehenden erschrocken zusammenzuckten und sich die Ohren zuhielten. „Fünfzig zu null für Gryffindor, zeigt's ihnen! Jetzt setzt Orly zum Wurf an, er sieht aus, als hätte er gerade in einen Irrwicht gebissen! ... NEIN! Anschlusstreffer, fünfzig zu zehn, Slytherin hat getroffen, bei diesem Wurf war selbst Weasley machtlos!"
Das stimmte voll und ganz, Ron konnte in diesem Fall wirklich nichts tun. „Gryffindor in Ballbesitz, Apple gibt ab an Weasley, diese wirft zu Volgon...ttomb – ich glaub, langsam hab ich den Dreh raus – und diese wiederum gibt den Ball an Apple weiter, der sich vor den Ringen Slytherins aufgebaut hat ... Nicht schon wieder! Bevor Apple den Quaffel fangen konnte, hat Crabbe ihm eins mit dem Schläger über die Rübe gezogen, und da ist auch schon wieder der Pfiff, Strafstoß!
Weasley wirft, und ... verwandelt, sechzig zu zehn! Was? Wieso noch ein Abpfiff! ... Ja ist das denn zu fassen! Goyle hat den Moment, da alle auf die Torringe Slytherins aufgepasst haben, ausgenutzt, er hat dem Hüter Gryffindors brutal mit seiner Keule in den Rücken geschlagen!"
Harry blickte sich nach Ron um, dort drüben saß er auf seinem Besen mit schmerzverzerrtem Gesicht. Langsam entwickelte sich das Spiel zu einer Schlägerei! „Ist es sehr schlimm?" rief Harry seinem besten Freund zu, dieser antwortete jedoch nicht und brüllte nur über das halbe Feld: „Ellen, rein mit dem Quaffel!" Volgonttomb ließ sich das nicht zweimal sagen! „Siebzig zu zehn! Gut gemacht!
... Was sehen meine entzündeten Augen? Potter hat den Schnatz gesichtet und jagt über das halbe Feld, Malfoy dicht hinter dem Feuerblitz, vielleicht dauert dieses gewalttätige Spiel nur noch wenige Sekunden. Der Schnatz fliegt zum Boden des Stadions, Potter hinterher, Malfoy ebenso ... Jetzt steigt der Schnatz wieder auf, Potter zwingt seinen Besen in eine scharfe Kurve, Malfoy wurde abgehängt, ätsch, Potter bleibt am Ball!"
Ganz langsam verringerte sich der Abstand Harrys zum Schnatz, er streckte seinen linken Arm aus, nur noch wenige Zentimeter ... Der Schnatz flog eine Kurve, aber Harry ließ sich nicht abschütteln und passte seinen Flug an, gleich wäre das Match zu Ende.
Wie aus dem Nichts erschien Dorcafool, der Stiel ihres Besens traf Harry mit voller Wucht an der Schulter und warf ihn aus der Bahn. Brennender Schmerz zuckte Harry durch den Arm, als er neben sich Tora schreien hörte, Goyle hatte sie mit der Keule geschlagen.
Fast gleichzeitig wurden auch die anderen Slytherins aktiv, Crabbe zog Ron am Kragen seines Umhangs durch einen Torring, gegen den Ron mit dem Kopf krachte. Er konnte sich mit Mühe und Not noch auf dem Besen halten.
Nigey und Orly nahmen Ginny und Ellen in die Mangel, gaben den beiden einen Stoß und sie flogen ineinander.
Rowley warf den Quaffel nach Thomas, der gerade ungläubig auf die Szene blickte, und schleuderte ihn damit fast vom Besen, Dean konnte sich gerade noch mit einer Hand an den Stiel klammern.
Malfoy schließlich zückte seinen Zauberstab, richtete ihn auf Apples Besen und rief „Evanesco!", woraufhin dieser sich in Luft auflöste und Paul zu Boden fiel. Er war zum Glück nur zwei Meter über dem Rasen, sodass er sich zwar ein Bein brach, aber nichts schlimmeres passierte.
Oben auf der Lehrertribüne hatte sich Dumbledore erhoben, unterbrach Madam Hoochs Dauerpfeifen und blickte wütend auf das Spielfeld. So etwas hatte selbst er noch nie gesehen in seinem langen Leben. Während die anderen Professoren entgeistert murmelten, hielt er den Slytherins eine Standpauke, wie Harry es noch niemals erlebt hatte, er hätte nie gedacht, dass der Schulleiter so sauer werden könnte.
Dumbledore erklärte das Spiel für beendet und versprach den Slytherins strengste Strafen, über deren Ausmaß er noch mit dem Kollegium beratschlagen werde.
Niemand hatte bemerkt, wie einige Slytherins sich aus der Zuschauermenge geschlichen hatten und sich – angeführt von Pansy Parkinson – im Kreis um die Lehrertribüne aufstellten.
Gemeinsam hoben sie die bisher unter dem Umhang versteckten Zauberstäbe, blickten zu Pansy und riefen, als diese das Zeichen gab, wie aus einem Mund „Portus!" Malfoy zählte bis drei, und bevor irgendjemand begreifen konnte, was sie damit bezweckten, war der obere Abschnitt der Lehrertribüne mitsamt den Professoren verschwunden!
Nun holten auch die restlichen Slytherins – bis auf etwa zehn, die sich auf den Weg ins Schloss machten – ihre Zauberstäbe hervor.
Harry, seine Mitspieler und einige weitere Schüler taten es ihnen gleich, die anderen aus Gryffindor, Ravenclaw und Hufflepuff hatten ihre Zauberstäbe in den Schlafsälen gelassen und versuchten, sich in Sicherheit zu bringen, was gar nicht so leicht war, da die Slytherins nach allen Seiten Flüche regnen ließen.
Die grün-silbernen Quidditchspieler flogen mit ihren Besen über die Menschenmenge und riefen die verschiedensten Verwünschungen. Im Hintergrund schlug ein Blitz in den Verbotenen Wald ein.
Aus den Augenwinkeln sah Harry, dass unten auf dem Spielfeld Hermine stand und sich mit Pansy Parkinson duellierte. Über den allgemeinen Lärm hinweg konnte er gelegentlich ihre Stimme hören, wenn sie ‚Stupor' und ähnliche Flüche einsetzte oder abwehrte. Harry hatte nicht den Eindruck, dass Hermine im Moment seine Hilfe brauchte, eigentlich sah es eher so aus, als würde sie langsam aber sicher die Oberhand über Pansy gewinnen.
Ron befand sich gerade am anderen Ende des Stadions, welches nach dem Verschwinden der Lehrertribüne ziemlich fremd aussah, und hatte es mit Laura Dorcafool aufgenommen, die zwar miserabel im Quidditch, dafür umso besser beim Duellieren war. Er schien im Moment ganz schön in der Klemme zu sein und Harry wendete seinen Besen um ihm zu helfen, als ihm Malfoy den Weg versperrte und ihn herausforderte: „Duell auf dem Besen gefällig, Potty? Furunculus!"
Harry konnte gerade noch ausweichen, und so traf der Fluch Gene Orly hinter ihm, der Ginny fertig machen wollte. Orly wurde für einen Moment abgelenkt, und diesen Augenblick nutzte Ginny, um ihn mit „Petrificus Totalus!" vom Besen und in die Arme von Nigey zu werfen.
Crabbe, Goyle und Rowley waren an Malfoys Seite erschienen, und Harry, nun eindeutig in der Unterzahl, zwang seinen Besen in den Sturzflug und entging damit um Haaresbreite dem nächsten Fluch Malfoys, der sofort die Verfolgung aufnahm. Ellen und Ginny stellten sich den anderen in den Weg und hinderten sie so, den beiden zu folgen.
Immer wieder rief Harry über die Schulter verschiedene Verwünschungen, während er im Zickzack-Kurs in die Tiefe raste, um so Malfoy keinen Treffer erzielen zu lassen.
Im letzten Moment, als ihn weniger als ein Meter von der harten Erde trennte, wendete er den Feuerblitz und schoss zurück in die Höhe, auf Malfoy zu, so dass dieser ausweichen musste, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. „Relaschio!" rief Harry ihm hinterher und versengte damit Malfoys Umhang.
Goyle und Rowley schlossen zu den beiden auf, dicht gefolgt von Ginny, während Ellen Crabbe in Schach hielt. Goyle holte mit der Faust aus und wollte Harry ins Gesicht schlagen, als ihn ein Schockzauber von Hermine, die sich gleich darauf wieder Pansy zuwandte, mitsamt Besen zurückschleuderte. Crabbe hatte mittlerweile Volgonttomb abgehängt und mischte sich ebenfalls ein, er griff Ginny an, während Malfoy und Rowley Harry in die Zange nahmen.
„Rictusempra!" rief Malfoy, aber Harry zu treffen, wenn er auf einem Besen saß, war alles andere als einfach. Ohne Mühe wich er aus und konterte mit einem weiteren „Relaschio!", woraufhin Malfoy's Umhang eine zweite versengte Stelle aufweisen konnte.
Über sich hörte er Ginny schreien, ein verirrter Fluch von Pansy Parkinson hatte sie von hinten getroffen und vom Besen geworfen. Harry zwang den Feuerblitz in eine scharfe Kurve, schoss auf Ginny zu und konnte sie im letzten Augenblick auffangen. Malfoy nutzte die Situation natürlich sofort aus, zielte mit dem Zauberstab auf ihn und rief: „Impedimenta!"
Der Zauber überraschte Harry und warf ihn vom Besen, er und Ginny fielen zu Boden und schlugen hart auf. Sie waren glücklicherweise nur einige Meter gestürzt, trotzdem tat Harry alles weh, und Ginny ging es sicher ebenso. Ihr Arm schien gebrochen zu sein, was auch für sein Handgelenk zutreffen musste. Böiger Wind kam auf.
In der Zwischenzeit hatte eine große Gruppe Gryffindors, Ravenclaws und Hufflepuffs ihre Zauberstäbe aus dem Schloss geholt und mischte sich unter die Kämpfenden. Harry konnte Neville Longbottom, Luna Lovegood und Nellie Volgonttomb – Ellens Zwilling – dabei beobachten, wie sie es mit drei Slytherins aufnahmen.
Malfoy erkannte, dass seine Leute in der Unterzahl waren und auf kurz oder lang unterliegen würden. Er wendete seinen Besen und flog auf Ellen zu, entwaffnete sie mit einem Überraschungsangriff und zog sie von ihrem Sauberwisch. Mit „Sonorus!" verzauberte er sich selbst und rief, kaum dass der Zauber wirkte: „Gryffindors, Ravenclaws, Hufflepuffs! Lasst die Slytherins in Ruhe, sonst lass ich Volgonttomb fallen!"
Augenblicklich erstarb das Kampfgetümmel, als die Angesprochenen erkannten, dass eine von ihnen zur Geisel geworden war. Draco schwebte etwa zwanzig Meter in der Höhe, Ellen würde den Sturz nicht überleben.
„Sammelt euch auf dem Spielfeld!" fuhr Malfoy fort, und wieder gehorchten sie ihm aufs Wort. Die Slytherins wiederum zogen sich mit erhobenen Zauberstäben in Richtung Schloss zurück. Alle, auch Draco und seine Mitspieler.
Kaum waren sie außer Sichtweite, blickte sich Harry nach Ron und Hermine um und gemeinsam folgten sie ihnen, wobei die drei immer aufpassten, dass sie nicht entdeckt wurden. Harrys Handgelenk brannte wie Feuer, jedoch konnte er jetzt nicht darauf Acht geben und versuchte es zu ignorieren, was alles andere als leicht war.
„Wir müssen irgendwie Ellen befreien", brachte Harry hinter zusammengebissenen Zähnen hervor, er hatte jedoch keine Ahnung, wie ihnen das gelingen sollte. Seine beiden Freunde nickten nur stumm. Die Slytherins hatten jetzt die Große Halle erreicht, und als Harry um die Ecke spähte, glaubte er seinen Augen nicht trauen zu können: Der Haustisch der Slytherins war beladen mit ihrem Gepäck, und die Schüler suchten sich freie Stellen, an denen sie sich auf den Tisch setzen konnten.
„Was soll das denn!" wisperte er verblüfft. – „Keine Ahnung", entgegnete Hermine genauso leise, „Aber wenigstens wissen wir jetzt, was diese zehn Slytherins vorhin im Schloss zu suchen hatten!"
Pansy Parkinson und einige andere stellten sich um den Tisch ein weiteres Mal im Kreis auf und riefen auf Malfoys Zeichen hin „Portus!" Endlich dämmerte es Harry, er zückte seinen Zauberstab, stürzte in die Halle und zielte damit auf Pansys Gesicht. „Ellen bleibt hier, Malfoy!" Ron und Hermine waren Harry mit erhobenen Zauberstäben gefolgt und stellten sich hinter ihm auf.
Draco bedeutete den Slytherins, sich auf den Tisch zu setzen, und als bis auf Pansy, die immer noch von Harry bedroht wurde, alle Platz genommen hatten, grinste er: „Wenn du unbedingt darauf bestehst! Wingardium Leviosa!"
Ellen flog Harry in die Arme und warf ihn um. Sofort zuckte ein stechender Schmerz durch Harrys Arm, er hatte versucht, den Sturz mit dem gebrochenen Handgelenk abzufangen. Pansy und Malfoy rannten zum Tisch, hielten sich mit einer Hand daran fest und Pansy begann bis drei zu zählen. „Amnesia Totalus!" riefen Malfoy und Goyle gleichzeitig und Crabbe: „Obliviate!" Die gelben Blitze trafen Ellen im gleichen Moment, als der Tisch mitsamt den Slytherins verschwand.
Hinter sich hörte Harry schnelle Schritte. Es mussten mehrere Personen sein.
Ihm fiel es schwer zu begreifen, was da eben geschehen war.
Verschwunden, einfach so.
Die Bewohner eines der vier Häuser Hogwarts', die Slytherins, hatten die Schule verlassen.
Allerdings nicht, ohne vorher noch ein gewaltiges Chaos anzurichten.
Harry saß immer noch auf dem Boden und hielt die bewusstlose Ellen im Arm, als hinter ihm die Professoren Lupin, Hagrid und Vektor hereinstürmten, zusammen mit Nellie Volgonttomb. Diese schrie auf, als sie ihren Zwilling erblickte und stürzte auf sie zu.
„Elli!" rief sie verzweifelt und schüttelte das Mädchen, „Wach doch auf, bitte! ... ELLI!"
„Was ist passiert?" fragte Vektor knapp und japste nach Luft, Hermine antwortete: „Die Slytherins haben ihren Haustisch in einen Portschlüssel verwandelt und mit ihrem Gepäck das Schloss verlassen."
– „Und was haben sie mit Ellen gemacht?" wollte Lupin wissen, nachdem er den ersten Schock verdaut hatte und vor Volgonttomb in die Hocke ging.
„‚Amnesia Totalus' und ‚Obliviate'", erklärte nun Harry, woraufhin die Farbe aus Remus' Gesicht verschwand. Er zückte rasch seinen Zauberstab und weckte das Mädchen mit einem Spruch auf, den Harry noch nicht kannte.
Nach kurzer Zeit öffnete Ellen die Augen, sah sich verängstigt um und schien nicht recht zu wissen, wo sie war. Was Harry aber wirklich die Sprache verschlug, war die Frage, die sie nun stellte: „Wer seid ihr? ... Wer bin ich?"
Lupin seufzte tief: „Das hab ich befürchtet! Wir müssen sie ins St. Mungo bringen, vielleicht können die ihr dort helfen." So leise, dass Nellie es nicht hören konnte, fügte er an Harry gewandt hinzu: „Wenn ‚Amnesia Totalus' mit ‚Obliviate' gemeinsam eingesetzt wird, halte ich das aber für sehr unwahrscheinlich! Armes Mädchen!"
Während Hagrid und Vektor sich um Ellen und Nellie kümmerten, kehrten die anderen zum Quidditchfeld zurück, wo Madam Pomfrey schon alle Hände voll damit zu tun hatte, den zahlreichen Schülern zu helfen, die die Slytherins verhext hatten. Einige Lehrer unterstützten sie dabei.
Dumbledore stand in der Mitte des Platzes und beriet sich mit Flitwick und McGonagall, er machte einen sehr besorgten Eindruck, ebenso seine beiden Gesprächspartner. Als Harry, Hermine und Ron kurz Bericht erstattet hatten, was in der Großen Halle vorgefallen war, verfinsterte sich sein Blick noch weiter und ähnelte mehr und mehr der trostlosen Wolkendecke, aus der eben in jenem Augenblick ein Blitz hervorbrach.
„Etwas derartiges hatte ich bereits vermutet, nachdem ich das Chaos auf dem Spielfeld gesehen habe", sagte er düster. Flitwick stimmte ihm zu und überlegte mit seiner Piepsstimme: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Schüler zu so etwas fähig sind, nur weil sie im Quidditch verlieren ..."
– „Natürlich nicht", erwiderte Dumbledore, „Dies war keineswegs eine spontane Handlung, die Slytherins hatten das sicher lange geplant. Sie müssen die ganzen Ferien von ihren Eltern darauf vorbereitet und unterrichtet worden sein, wie sonst hätten sie die Lehrertribüne und anschließend ihren Haustisch in einen Portschlüssel verwandeln können? Zwei so große Objekte, und man lernt diesen schwierigen Zauber außerdem in der Schule nicht. Die gute Koordination ihres Übergriffs weist ebenfalls darauf hin, sie müssen alles bis ins Detail abgesprochen haben."
– „Mit welchem Ziel?" fragte Lupin zweifelnd, „Das ergibt keinen Sinn!"
– „Es ergibt sehr wohl einen Sinn", gab Dumbledore zurück, „Die Todesser wollen ihre Kinder aus der Schusslinie bringen! Voldemort wird immer stärker, und außerdem ist er hinter Harry und mir her. Sie werden angreifen!"
– „Das kann nicht Ihr Ernst sein!" entfuhr es Hermine entsetzt, „Hogwarts wird doch von so vielen Zaubern geschützt!"
– „Diese halten sie aber nicht unbedingt vom Schloss fern. Wie ihr euch sicher erinnert, ist es vor einigen Jahren Sirius Black mehr als einmal gelungen, ins Schloss zu gelangen. Es ist also nicht unmöglich. Und Voldemorts Kräfte wachsen. Ich halte einen Angriff der Todesser auf Hogwarts für sehr wahrscheinlich!"
Nach dieser Aussage herrschte bedrückte Stille, keiner wagte etwas zu sagen, vielleicht aus Angst, Dumbledores Worte könnten dadurch real werden. Harry und Lupin wechselten besorgte Blicke. In diesem Moment tauchte der Schnatz neben Harry auf, er hatte ihn ganz vergessen.
Geistesabwesend schnappte er danach. Madam Pomfrey behandelte immer noch Schüler, und es sah nicht so aus, als ob sie heute damit fertig werden würde.
Die Warnung des Schulleiters im Ohr wurde ihm langsam das ganze Ausmaß der Ereignisse dieses Tages bewusst. Dumbledore hatte sicher Recht. Ein greller Blitz zuckte zu Boden.
Wütend schleuderte Harry den Schnatz auf die Erde.
Das Spiel war vorbei. Jetzt wurde es ernst.
