Fertig, aus den Wochen sind leider Monate geworden. Ich bedanke mich für eure Reviews und das geduldige Warten, entschuldige mich dafür!

Ich wünsche euch viel Spaß mit einem Kapitel, dass schon an "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" angepasst wurde, und würde mich wieder sehr über Meinungen freuen!


Bis nichts mehr von ihm übrig sein wird


KAFFEEKRÄNZCHEN MIT STREUSELKUCHEN

-wie Minister Gilderoy die Krise meistert-

Meine Damen und Herren, wir alle sind schwer erschüttert von der Schlagzeile des Tagespropheten. ‚Orden verschuldet Massenmord an Muggeln', ‚Defensus absolutos hat über zehn Zauberern das Leben gerettet', oh, und – nebenbei bemerkt – die Zaubererwelt hat bald einen Diktator, lassen wir die Sektkorken knallen!

HAT MINISTER GILDEROY DIE SITUATION WIRKLICH IM GRIFF?

Wir sind alle schwer erschüttert über die Grausamkeit, mit der die Brockdale-Brücke von Todessern in Stücke geflucht wurde und trauern um alle Autofahrer, die dem zum Opfer gefallen sind. Was ich jedoch anzweifeln möchte, ist die Aussage des Ministers, ohne „die zweifelhafte Mithilfe des Orden des Phönix hätte dieser verabscheuungswürdige Anschlag verhindert werden können", denn das Ministerium ist zur Zeit viel zu viel mit internen Angelegenheiten beschäftigt, um sich wirkungsvoll in den Krieg einzumischen.

Da wäre zum einen der Antrag Auror Scrimgeours, dass niemand Zaubereiminister Lockhart mehr absetzen können soll außer er selbst – was ihm zweifellos viel Macht verleihen würde –, der in den einzelnen Abteilungen rauf und runter, und wieder rauf diskutiert wird. Das ist doch viel interessanter, als einen Krieg gegen jemanden wie Ihn, dessen Name nicht genannt oder geschrieben werden darf, zu kämpfen, seien wir doch mal ehrlich, also bitte. Und es ist vor allem viel bequemer, da man nicht auf verlorenem Posten steht, pardon, sitzt! Ebenso bequem ist es, den Phönixorden als Alleinschuldigen hinzustellen, dessen Taten zu verdammen, weil die magische Bevölkerung ohne dessen Kampf gegen Ihn, dessen Name nicht genannt werden darf, ja so sicher wäre, und mit einem Querverweis auf den tragischen Tod der suspendierten Aurorin Tonks beim Absturz der Brücke zu vermerken, man hätte ja auch die Sicherheit der Ordensmitglieder im Sinn.

Alle Achtung, das Ministerium ist schwer beschäftigt. Wie sonst ließe sich das Versäumnis erklären, dass sie ohne auf die Risiken hinzuweisen allen den großflächigen Schutzzauber ‚Defensus absolutos' empfehlen – der in der Tat sehr wirkungsvoll ist, das wollen wir nicht abstreiten, wegen seiner Eigenschaft, dass Todesser die Kaminanbindungen innerhalb der Grenzen des Zaubers nicht stören können. Man sollte jedoch darauf hinweisen, dass – für den Fall, dass man doch nicht entkommen kann – alle Alten, Säuglinge und Zauberer, die Dementoren begegnet sind, sowie Muggel gefährdet sind, die innerhalb des kollabierenden Zaubers warten, außerdem Schwangere extrem Gefahr laufen, ihren Nachwuchs zu verlieren. Es wäre doch schön, wenn die Zauberer diese Infos mit einbeziehen können, bevor sie den Schutzzauber sprechen, finden Sie nicht?

Alles in allem sollte sich Minister Gilderoy vielleicht wieder der Kriegsführung widmen, anstatt bei Streuselkuchen und Kaffee Wahlkampf zu spielen, guten Tag!

Tonks tot?! Harry schluckte hart, las die Zeile noch einmal, und wieder, und schüttelte den Kopf – klammerte sich an den Gedanken, dass Tonks bei der Zerstörung der Brücke längst vermisst war. Der Orden war nicht einmal zugegen – Ron behauptete, George hätte das gesagt. Wenn Tonks dort gewesen wäre, so hoffte Harry, hätte er davon gehört. Was Remus wohl denken würde, könnte er das jetzt lesen?

„Was wissen Sie über Tonks, Sir?" platzte Harry heraus, kaum dass er hörte, wie sich die Tür zu dem Raum öffnete, der ihm so vertraut geworden war, legte den Klitterer beiseite, der in diesen Zeiten sehr viel ernster zu nehmen war als der Tagesprophet, den das Ministerium unter Kontrolle gebracht hatte. Er bedauerte, dass Sirius sein Training noch nicht wieder übernommen hatte, verstand aber auch die Notwendigkeit, dass sein Pate im Hauptquartier behandelt wurde; in Hogwarts hätte Bellatrix täglich freien Zutritt zu ihrem verletzten Cousin. Harry überlegte, wie Dumbledore die lange Abwesenheit des Lehrers – der beiden Lehrer, und er dachte wieder an Lupin – wohl rechtfertigen würde, vor den Schülern. Aber das interessierte ihn im Moment weit weniger als Tonks.

„Sie spielen sicher auf die Behauptung des Ministers über ihren Tod an", erwiderte Snape aalglatt, hob missbilligend eine Braue, entschied dann aber, dass es wohl zeitsparender sei, auf Harrys Frage einzugehen. „Was wir wissen, ist, dass sie nicht in den Zwischenfall mit der Brücke verwickelt war. Wo auch immer sie sonst sein mag – an die Arbeit!" forderte er Harry forsch auf, ließ ihn deutlich spüren, dass er meinte, wichtigeres zu tun zu haben, als Harry hier beim Training zu unterstützen.

Harry seufzte; sein Pate hatte oft genug erwähnt, dass sein Training täglich nötig war, und Harry hatte sich daran gehalten Als er Dumbledore um eine Vertretung für Sirius gebeten hatte, waren seine Gedanken jedoch nicht wirklich in Richtung Snape gewandert – genau genommen sogar in die entgegengesetzte Richtung. Kaum zu glauben, wie bereitwillig der Professor Harry die steilsten Wände hochjagte, dabei immer mit einem widerlich zufriedenen Ausdruck im Gesicht, wenn er seinen Rekord, Harry beim Sturz vom Felsen so spät wie möglich aufzufangen, einmal mehr gebrochen hatte; und am schlimmsten fühlte sich der junge Zauberer bei dem Gedanken, dass er dem Erbfeind für dieses Schikanieren auch noch dankbar sein musste! Immerhin wollte er trainieren.

Harry bezweifelte jedoch nicht, dass Dumbledore ein ernstes Gespräch mit Snape geführt hatte; schließlich erzielteer Fortschritte beim Meditieren. Smaragd kam noch immer nicht aus seinem Traum heraus, ließ sich nicht von ihm mitziehen, doch seine anfängliche Scheu, die Vorsicht gegenüber Harry schwand dahin; jedes Mal, im Schlaf, hüllte ihn die leuchtende Wärme inniger ein, auf den Kissen im Raum der Wünsche trieb ihm die innere Hitze neuerdings Schweißperlen auf die Stirn.

Erleichtert darüber, dass sich der Nebensatz über Tonks als Fehlinformation herausgestellt hatte, glitt Harry von seinem Stein auf die Füße, auch wenn er sich fragte, was genau Voldemort sich davon versprach, Tonks' Tod zu inszenieren. Er seufzte. Diesen Tag noch, dann war wieder Wochenende, und er konnte ins Hauptquartier, um dort mit seinem Paten zu trainieren. Kein Snape mehr bis Montag, die beiden Zaubertrankstunden morgen ausgenommen.


„Ich bin der Meinung, du solltest zuerstin den Krankenflügel, Harry", beharrte Hermine nachdrücklich, als dieser zum verabredeten Zeitpunkt humpelnd bei ihr und Ron erschien. Der Schwarzhaarige verdrehte resigniert die Augen, warf Ron einen genervten Blick zu, der lediglich mit den Schultern zuckte – Harry wusste, dass der Weasley genauso neugierig war wie er selbst, es aber nicht wagen würde, Hermine zu widersprechen. Sicher dachte Ron noch daran, wie wütend Hermine geworden war, als er sauer wurde wegen der Nacht, die die junge Hexe gemeinsam mit Viktor Krum in der Großen Halle auf Harry und die anderen gewartet hatte – ausgerechnet mit Krum, auf den Ron seit eh und je eifersüchtig war, obwohl Hermine beteuerte, dass ‚diesmal nichts vorgefallen sei, was Rons Fantasie im entferntesten entsprechen würde'.

Im Prinzip war Harry das auch egal, solange die beiden sich deswegen nicht stritten, er war viel zu froh, dass sein bester Freund ihm und Hermine nicht mehr aus dem Weg ging, mit ihnen redete, als sei nichts gewesen. Nach einer genuschelten Entschuldigung, deren Wortlaut Harry kaum mitbekommen hatte, so leise hatte Ron das vorgetragen.

„So schlimm ist es schon nicht!" entgegnete Harry entschieden, ließ sich in einen Sessel im Gemeinschaftsraum der Gryffindors sinken und verschränkte die Arme vor der Brust, um diesen Punkt zu unterstreichen. Tatsächlich schmerzte sein Knöchel kaum noch, als er nun das linke Bein hochlegte, die Quetschung während des Training konnte also noch warten. Erst wollte er wissen, ob Hermine Informationen zum Schlüssel zu diesem in Natashas Brief erwähnten Raum gefunden hatte, ein Schlüssel, der ihnen hoffentlich einen Weg eröffnete, den dunklen Lord entgültig zu besiegen; Harry knirschte mit den Zähnen, wenn er daran dachte, was Voldemort Sirius angetan hatte. Genervt wich er Romilda Vanes suchendem Blick aus, die ihm immer noch übel nahm, dass er zum Ball vor Weihnachten Luna mitgenommen hatte – als würde Romilda das irgendwas angehen.

„Na schön", seufzte Hermine ergeben, ließ die Schultern sinken, „Ich bekomm dich eh nicht ins Krankenbett, bevor ich fertig bin, also was soll's ..." Dann blätterte sie in ihren Notizen, sortierte, blätterte weiter, wartete auf Neville, Ginny und Luna, die kurz darauf zu den drei Freunden stießen, sich Kissen suchten und auf dem Boden Platz nahmen. Hermine fingerte sich eine Strähne aus dem Gesicht, belegte die Freunde mit einem Zauber, dass keiner der anwesenden Gryffindors ihr Gespräch belauschen konnte und fing an.

„Zuerst einmal hab ich hier in Hogwarts nach Schriften über einen geschlossenen Raum gesucht, und auch einige gefunden, in Räume, die noch nie jemand wahrgenommen hat. Über diese Räume hab ich dann Literatur gesucht, ob irgendwas über sie bekannt ist, und ob es überhaupt möglich ist, dass die Räume existieren. Da sind dann nicht mehr viele übrig geblieben."

Konzentriert berichtete Hermine, wie sie schließlich von der Bibliothek in Hogwarts zu den Büchern von Lesespaß für Zauberer übergegangen war und auch dort die wenigen möglichen Treffer herausgeschrieben und alphabetisch geordnet hatte. Schließlich ging sie dazu über zu erklären, welche dieser Orte sie nach einer ausführlichen Befragung Flitwicks – der einzige Lehrer, der nicht im Orden war und vernünftige Informationen hatte geben können – aufgegeben hatte; im Hintergrund bemerkte Harry Cormac McLaggan, der seinen Blick nicht von Hermine wenden konnte. Was Ron natürlich gewaltig gegen den Strich ging, doch er gab sich alle Mühe, McLaggan zu ignorieren, indem er Hermine seine volle Aufmerksamkeit schenkte, um sie wieder versöhnlich zu stimmen nach Krum. Einzig Luna musste nicht vortäuschen, dass sie gebannt zuhörte, sie sog Hermines Erklärungen auf wie ein vertrockneter Schwamm.

„Jedenfalls gibt es Gerüchte – die ich nicht widerlegen konnte nach den ganzen Nachforschungen –, die besagen, dass es da eine geheime Kammer gibt, irgendwo in der Nähe von Stonehenge, die ein entfernter Verwandter von Hufflepuff selbst angelegt haben soll."

Cormac war näher an sie herangekommen, und Ron konnte seine Giftblicke nun nicht mehr unterdrücken.

„Niemand hat sie bisher gefunden, aber es geschehen an Vollmond komische Dinge. Könnte natürlich sein, dass das mit Werwölfen zusammenhängt, keine Ahnung. Niemand traut sich auch nur annähernd in die Nähe", eine kurze Verschnaufpause, ein flüchtiger Blick auf Ron, dann redete Hermine auch schon weiter. „Andere Gerüchte berichten von einer Grotte dort, wo oft nach Askaban übergesetzt wird. Um das zu verifizieren müsste ich erst einmal wissen, wo das ist – wenn mir keine andere Wahl bleibt, werde ich Sirius danach fragen."

Weiter ging der Bericht über einen Treffpunkt der Kobolde, die ein Verließ von Gringotts zu ihrem Privataufenthalt vor Zauberern verschlossen hätten, und das zu betreten ohne die Begleitung eines Kobolds nicht gesund war. Als die junge Hexe endlich nach einer Vielzahl verschiedener magischer Orte bei einer Gefängniszelle Askabans ankam, die nur die Dementoren kannten, war Cormac weit genug herangerutscht, dass Ron sich offensichtlich nichts mehr herbei wünschte als eine Quidditchkeule. Hermine endete mit der Bemerkung, dass sie zuerst auch den verschlossenen Raum, den die sechs Schüler in der fünften Klasse im Ministerium gefunden hatten in ihre Mutmaßungen eingeschlossen hatte, diesen aber verwarf, als sie triftige Hinweise fand, nach denen es zu dieser Kammer überhaupt keinen Schlüssel geben sollte.

„So, und jetzt, Harry, wirst du in den Krankenflügel humpeln, wir sind hier fertig! Ich hab nämlich keine Ahnung, wie wir alle diese Orte überprüfen sollen – das können wir uns ja ein paar Tage durch den Kopf gehen lassen!"


Ron hatte drauf bestanden, Hermine dabei zu helfen, sämtliche Plätze, die die braunhaarige Hexe aufgezählt hatte, auf einer Karte zu kennzeichnen; so kam es, dass Luna an Harrys Seite war, den humpelnden Jungen stützte.

„Harry, mein Lieber, was hast du denn da wieder angestellt?" seufzte die Fette Dame, als die beiden Zauberer das Porträtloch passierten, unterbrach kurzzeitig ihren durch das Treppenhaus tönenden, grauenhaften Singsang. „Oh, und dich kenne ich doch auch. Gehörst du nicht zu Brunhilde der Bäuerin?"

– „Brunhilde wer?" erkundigte Harry sich vorsichtig, warf Luna einen fragenden Blick zu.

„Die Bäuerin", erklärte das blonde Mädchen wie selbstverständlich und zuckte mit den Achseln, „Das Porträt zum Ravenclaw-Gemeinschaftsraum."

– „Aha", machte Harry bloß und ging weiter, wagte nicht mehr zu sagen. Jeder Schritt die Treppe runter jagte stechenden Schmerz durch Harrys Bein, und der junge Zauberer kniff die Zähne zusammen; gerade vor Luna wollte er nicht jammern oder gar zugeben, dass Hermine vielleicht, nur vielleicht, sogar recht gehabt hatte, als sie ihn vor der Unterredung zu Poppy Pomfrey schicken wollte. Irgendwie hatte es ihn direkt gefreut, als Luna von sich aus vorgeschlagen hatte, Harry zu begleiten.

Sie hatten kaum mehr als fünfzehn Stufen zurückgelegt, da stutzte Harry; Nellie Volgonttomb kam Luna und ihm entgegen, doch Harry dachte gar nicht daran, seinen Zauberstab zu ziehen, zu verblüfft war er, als er einen Blick auf ihre Begleitung warf – Andromeda Tonks hatte er in Hogwarts bestimmt nicht erwartet, und der junge Zauberer hob die Brauen. Die jüngere Gryffindor und ihre Begleiterin unterbrachen ihre leise Unterhaltung, als sie Harry erblickten, und Andromeda strich ihre nachtblauen Roben glatt.

„Zu dir wollte ich – Nellie hier war so nett, mir anzubieten dich aus dem Turm zu holen, Alastor Moody fragt nach dir. Er liegt in Hogwarts' Krankenbereich, und da soll ich dich hinbringen."

Nellie hob die Hand zum Gruß und war schon im Gryffindor-Gemeinschaftsraum verschwunden; mit einem flauen Gefühl im Magen erinnerte Harry sich daran, dass er mit Remus über Nellies Formidilo-Zauber hatte reden wollen, doch nun, da der Lehrer im Koma lag – er musste sich wohl etwas anderes einfallen lassen.

„Na, zufällig wollten wir da gerade hin", erwiderte Harry, konzentrierte sich auf Andromeda und konnte sich ein verhaltenes Grinsen nicht verkneifen, humpelte an Lunas Seite weiter. Plötzlich stolperte er, knickte mit seinem Knöchel um – und wäre fast die restlichen Stufen hinab gefallen, hätte Andromeda nicht geistesgegenwärtig nach seinem Oberarm gegriffen. Heißer Schmerz brannte dort, wo sich einer ihrer langen Fingernägel in seine Muskeln bohrte, und Tonks' Mutter zuckte erschrocken zurück.

„Harry, oh – entschuldige", stammelte sie, und steckte ihren Zauberstab weg, kramte bereits in tiefen Robentaschen, als Blut anfing, aus der Wunde zu sickern – sie suchte eine Salbe heraus und bekam in der Eile kaum den Deckel auf.

„Immer mit der Ruhe", versuchte Harry die Frau zu beruhigen; tatsächlich tat sein Knöchel, der nach dem Unfall brannte, als stünde er in Flammen, um ein Vielfaches mehr weh als die kleine, unbedeutende Wunde in seinem Oberarm.

Doch Andromeda bestand darauf, Harrys Verletzung zumindest zu desinfizieren. „Das brennt jetzt ein bisschen", warnte sie ihn und hatte im Handumdrehen ein wenig Salbe über der Wunde verteilt und einen Verband darum gelegt, was Harry beinahe peinlich wurde, wenn man die Größe der Verletzung betrachtete. „Es tut mir leid, Harry!" wiederholte sie eindringlich, und Harry stutzte. Doch er konnte sich denken, warum Andromeda neben sich stand – sie musste regelrecht vergehen ob ihrer Sorge um die Tochter.

Das Desinfektionsmittel wirkte schnell, und so kalt wie sein Oberarm kurzzeitig wurde, wunderte es Harry, dass die Wunde so brennen konnte. Für eine Sekunde wurde ihm so schummrig, dass er taumelte, und als der Anfall vorüber war, erklärte er: „Wird Zeit, dass wir zu Madam Pomfrey kommen." Verdammter Knöchel!


„Da ist er endlich – komm her, Potter", bellte Moody, kaum dass Luna die Tür zur Krankenstation hinter sich geschlossen hatte, und winkte Harry näher. „Ihr anderen verschwindet vor die Tür. Du auch, Poppy!"

– „Bitte?" begehrte Madam Pomfrey sofort auf und funkelte wütend auf den alten Mann herunter, der vor ihr in einem der Krankenbetten lag. Offensichtlich fehlten ihr die Worte, sollte doch eigentlich sie Moody Befehle geben. „Du wirfst mich nicht aus meinem eigenen Krankenflügel, du nicht und auch sonst niemand!" Stur verschränkte sie die Arme vor der Brust – wenn sie jedoch darauf gebaut hatte, dass ihre überlegene Position ihr einen Vorteil verschaffen würde, hatte sie sich geschnitten. Den alten Mann kümmerte es kein bisschen, dass sich Pomfrey vor seinem Bett aufgebaut hatte, während er gemütlich in die Laken eingebaut war, und er schnaubte.

„Nein?" Es gab wenig Zauberer, die sich trauten, sich mit Pomfrey anzulegen, doch Moody gehörte wohl dazu, und Harry zog vorsichtshalber den Kopf ein. „Was denkst du eigentlich, was das hier werden soll, ein Interview für eine Zeitung? Das hier geht nur Potter und mich was an, und wenn ich in deinem drei mal verfluchten Bett bleiben soll, dann VERSCHWINDE ZUM HENKER NOCHMAL! Und mach die Tür hinter dir zu!" Zuerst war Harry erschrocken gewesen aufgrund der Lautstärke, in der Moody lospolterte, doch mittlerweile konnte er nicht anders als von einem Ohr bis zum anderen zu grinsen; und der Alte kam erst in Fahrt! „Sieh mich nicht an wie einen Troll wenn es donnert, zum Troll noch einmal! Entweder du bist in einer Minute hier draußen, oder ICH geh raus, aber dann kannst du dir DEINE MEDIZINISCHEN RATSCHLÄGE SONST WO HIN STECKEN!"

– „Was ist denn hier los?" Mit einem Mal war alles still, und Harry befürchtete erst, er wäre taub geworden. Er hätte erwartet, dass Moody weiterdonnerte ohne McGonagall zu bemerken, die leise die Tür hinter sich ins Schloss gleiten ließ. „Man hört dich noch in meinem Büro, Alastor!"

– „Er will mich aus meinem Krankenflügel werfen!" beschwerte sich Madam Pomfrey auf der Stelle wütend, die nun zum ersten Mal wieder zu Wort kam und entrüstet Moody niederstarrte – oder das zumindest versuchte –, weil der es gewagt hatte, in ihrem Verantwortungsbereich so einen Lärm zu veranstalten. Dies sollte eigentlich ein Ort der Erholung sein, sprich ruhig.

„Sie will doch unbedingt, dass ich im Bett bleibe!" konterte der Auror souverän und zuckte mit den Achseln, doch er ließ keinen Zweifel daran, dass er gedachte, seinen Kopf durchzusetzen.

Eine Weile gab keiner der Anwesenden einen Laut von sich. McGonagall musterte Moody und dieser starrte herausfordernd zurück, und Harry war ebenso wie Luna, Pomfrey und Andromeda gebannt vom nonverbalen Streitgespräch der beiden. Irgendwann nickte McGonagall dann knapp und bat Poppy, mit ihnen allen den Raum zu verlassen. Einen Moment wirkte es, als wolle die Krankenpflegerin protestieren – einerseits durfte sie alle paar Wochen Menschen behandeln, die sich auf irgendwelchen abenteuerlichen Ordenseinsätzen verletzt hatten, obwohl sie nicht im Orden war, sollte aber auf der anderen Seite kuschen. Doch dann fügte sie sich und folgte den anderen drei mit einer Miene, als hätte sie in eine besonders saure Zitrone gebissen.

Harry wartete, bis sich die Türen hinter den anderen geschlossen hatte, dann humpelte er neugierig an Moodys Seite, ignorierte die Schmerzen in seinem Bein und ließ seinen Blick über einige wenige Habseligkeiten des alten Mannes schweifen, versuchte, einen Anhaltspunkt darauf zu finden, was Moody von ihm erwartete; doch weder dem Spickoskop noch einem der beiden Kästchen konnte er entnehmen, was seine Aufgabe sein würde, und so wandte er sich Moody zu. Dieser wiederum langte aus und zog einen der kleinen Kasten heran, welche Harry nun als Schmuckschatullen erkannte – was wollte Moody ausgerechnet mit einer Schmuckschatulle? Vermutlich hatte er die geliehen, nur, weswegen?

Doch Harry vergaß diesen Gedanken sofort, denn der Ärmel von Alastors Krankenrobe rutschte zurück und gab den Blick frei auf schwarze, tote Haut; Harry sog scharf die Luft ein, kämpfte gegen die Rolle rückwärts an, die sein Magen schlug – was war in den zwei Wochen seit der Mission im Haus der Jugsons geschehen? Knochige, dürre, leblose Finger hielten ihm das Kästchen entgegen, „da, nimm!", und Harry gehorchte, passte auf, der Hand des Mannes nicht zu nahe zu kommen, die ihn irgendwie an die der Dementoren erinnerte, nur nicht schleimig – er konnte nur starren.

„Pah", schimpfte Moody und fuchtelte mit seiner rechten Hand vor Harrys Gesicht herum, dass dieser erschrocken zusammenzuckte; er konnte den Blick noch immer nicht von den schwarzen Fingern nehmen, die sich so beunruhigend nah und eklig vor ihm hin und her bewegten.

„Das steckt dich schon nicht an, Bengel. Nur ein Fluch, der sich langsam den Arm herauf frisst – ich hab versucht ... Aber eigentlich geht dich das nichts an!" Moodys so intensiver Blick gab Harry frei, bohrte sich stattdessen in die Decke.

„Tut … tut mir leid", brachte Harry geschockt heraus, stockte, als sich ihm das Bild eines Skeletts aufdrängte, das mit schwarzer, fauliger Haut überzogen war und in einem Bett vor ihm lag, und jetzt konnte er nichts mehr dagegen machen, dass ihm schlecht wurde. Er hoffte, sich nicht übergeben zu müssen und den Alten dadurch zu verärgern oder aufzuregen, und er öffnete den Mund, um Moody sein Bedauern auszudrücken, fragte sich gleichzeitig, was der Phönixorden wohl ohne Mad-Eye machen würde.

„Aber deswegen bist du nicht hier, Bursche", schnitt der ihm das Wort ab und deutete auf die Schatulle in Harrys Händen, räusperte sich, und obwohl Harrys Magen immer noch rebellierte, siegte wieder die Neugier. Er konnte Moody immer noch bedauern, wenn er seinen Auftrag erledigt hatte – ganz davon abgesehen, dass der Auror sicher toben würde, wenn ihm irgendjemand sein Mitgefühl aussprach.

„Weswegen dann?" erkundigte Harry sich also, überlegte, ob es sich lohnen würde, einen Stuhl heranzuziehen und es sich darauf bequem zu machen.

– „Ich bekomm das verfluchte Schmuckkästchen nicht auf", beschwerte sich daraufhin Moody und knurrte verärgert, stierte die Schatulle an, als wolle er sie deshalb mit seinem Blick in die Luft jagen. „Und Dumbledore auch nicht. Pah, ich frag mich doch, ob sie vielleicht reagiert, wenn du sie dazu zwingen willst."

Sicher doch. Wenn er noch zwanzig Jahre studieren würde, und Harry rollte innerlich mit den Augen. Weil er ja ein so viel größerer Zauberer war als Moody und Dumbledore; wieso hatte er bisher nicht daran gedacht, simultan gegen die beiden zu kämpfen? Doch langsam dämmerte ihm, worauf der Alte hinaus wollte, und die kleine, sarkastische Stimme in seinem Kopf verstummte. Moody und Dumbledore sprachen nicht Parsel, und Harry zuckte mit den Schultern.

Öffnen!" zischte er, wartete auf eine Reaktion, doch nichts geschah. Umso überraschter war Harry, dass Alastor, nachdem er sein magisches Auge hatte rollen lassen, zufrieden grunzte und sich in die Kissen zurücksinken ließ. „Ausgezeichnet, Bursche – dann verschwind mal wieder, und zieh die Vorhänge um mein Bett zu."

– „Aber ich hab doch gar nichts –", stammelte er, doch Moody schnitt ihm das Wort ab, winkte ihn fort. Da Harry keine Lust hatte, wie Madam Pomfrey zusammengestaucht zu werden – bei dem Gedanken daran musste er automatisch grinsen –, tat er also wie geheißen und ließ sich dann auf das Nachbarbett sinken. Durch die Vorhänge konnte er gerade erkennen – gut, dass Moodys Bett zwischen der Sonne und ihm stand –, wie der Auror einen langen, schmalen Gegenstand aus seinem Nachtkästchen zog, die zweite der Schatullen – die, die er Harry nicht gegeben hatte – aufmachte und ihn hineinstieß. Er hatte gerade noch Zeit, das lange Etwas wieder verschwinden zu lassen, bevor die Tür aufging und Pomfrey, McGonagall und Smethwyck hereinfegten – und Harry fragte sich sofort, was denn der Heiler hier machte ...

„Eine Minute noch, Hippocrates", bat Madam Pomfrey und wandte sich Harry zu, „Ich kümmere mich schnell noch um seinen Knöchel, dann helf ich dir, Mad-Eye diesen Arm abzunehmen." – „Was?" platzte Harry heraus, was ihm einen rügenden Blick McGonagalls einbrachte, und er schluckte. Üble Nachrichten.


Nachdem Harry Luna bis zu Brunhilde der Bäuerin begleitet und zugesehen hatte, wie die blonde Hexe durch ihr Porträtloch kroch, hatte er eigentlich in seinen eigenen Turm zurückkehren wollen; aus einem Impuls heraus entschied er sich anders, und seit fünf Minuten versuchte er erfolglos, die Wasserspeier vor ihm dazu zu überreden, ihn zu Dumbledores Bürotür vorzulassen.

„Schwachkopf – Schwabbelspeck – Krimskrams!" Die Süßigkeiten hatte er bereits durch – zumindest die, die ihm in den Sinn kamen –, doch die Steinskulpturen bequemten sich noch immer nicht dazu, ihm den Weg freizugeben. Wieso hatte Dumbledore nicht irgendwo eine Art Klingel? Nicht zum ersten Mal fragte Harry sich, was wohl alles schief gehen konnte, bevor die Schüler erst einen Lehrer aufweckten, der sie zum Direktor schleifte.

„Orden – Phönix – Minnie – Toady ..." Erschrocken sprang Harry beiseite, als die Skulpturen vor ihm den Weg frei machten; er hatte eigentlich nur Spaß gemacht. Neugierig fragte er sich, was die Reaktion hervorgerufen hatte; also bitte, doch nicht ‚Toady'! Da musste schon ...

„Ah, Potter – etwas ... dümmeres ist ihnen nicht mehr eingefallen?" drang eine ölige Stimme an seine Ohren, und Harry erkannte den Lehrer, noch ehe der aus den Schatten trat, die Wendeltreppe verließ und sich vor ihm aufbaute.

... da musste schon Snape dahinter stecken. Oder sonst jemand, der Dumbledore aufgesucht hatte. Nun, das erklärte das Verhalten der Skulpturen. Auch wenn die Snape gern hätten eingesperrt lassen können!

„Nein, tut mir leid, Sir!" erwiderte Harry jovial und zog provozierend die Brauen hoch; er hatte sich schon öfter den Knöchel im Training gequetscht, aber bei Sirius immer nur, wenn dies nicht vermeidbar war. Er sah nicht ein, warum er vor Snape kuschen sollte, er hätte früher reagieren müssen. Hätte früher reagiert, wenn er Harry keine Lektion hätte erteilen wollen. „Ich war beschäftigt, die Tür aufzukriegen."

– „So vorlaut und arrogant wie der Vater, Potter", erwiderte Snape eisig, und Harry nahm mit grimmiger Genugtuung wahr, dass der Zaubertrankmeister eine Nuance weißer wurde als dies selbst bei ihm sonst der Fall war. „Ich nehme mir ob ihrer unverschämten Bemerkung die Freiheit ..." Wozu er sich die Freiheit nahm, bekam Harry nicht mehr mit, denn er sprang durch die schnell kleiner werdende Lücke in der Wand, bevor der verhasste Erbfeind ihm eine Strafe aufbrummen konnte. Die Wasserspeier hatten sich hinter ihm geschlossen, schluckten den Rest von Snapes Satz, und Harry hastete die Stufen hinauf, klopfte an Dumbledores Bürotür, vertraute darauf, dass Snape dem alten Zauberer nicht auf die Nase binden wollte, dass ihm ein Schüler entwischt war. Heimlich lachte er sich ins Fäustchen, wenn er daran dachte, wie sehr der fetthaarige Giftmischer wohl toben würde. „Herein!"

– „Guten Abend, Sir", wünschte Harry dem Direktor noch bevor er ganz durch den Rahmen war, dann ließ er die Tür ebenso schnell wie sanft ins Schloss gleiten und schritt auf den vornehmen Schreibtisch des alten Mannes zu, welcher die gleiche Phönixfeder in der Hand hielt wie schon bei Sirius' Besuch kurz nach diesem Artikel über Natasha. Die schwere Kristallschüssel befand sich ebenfalls noch an Ort und Stelle, auch wenn diesmal keine Kekse einluden, zuzugreifen, und die meisten der Schulleiterporträts schliefen bereits. Harry fragte sich plötzlich, wo wohl Dumbledores Räume waren.

„Harry, guten Abend!" erwiderte der Schulleiter den Gruß mit dem ewigen Funkeln in seinen blauen Augen und deutete auf einen der bequemen Sessel, die vor seinem Schreibtisch darauf warteten, benutzt zu werden – wie immer schien er über den Besuch nicht überrascht zu sein. Wie durch Zauberhand – Harry musste grinsen – erschienen plötzlich genau die gleichen Kekse wie letztens in der Schale, und Dumbledore lud ihn mit einer Geste ein, zuzugreifen. „Was verschafft mir die Ehre deiner späten Gesellschaft?"

Nellie natürlich, deren Angriff Harry nicht mehr aus dem Kopf ging, und ihm verging die Lust zu grinsen; um nicht sofort antworten zu müssen griff er in die Keksschüssel, obwohl er weder hungrig war noch Appetit verspürte. Unter anderen Umständen hätte ihm der Keks sogar geschmeckt. Er war mit Sicherheit genießbarer als Hagrids, aber Harry grübelte zu sehr darüber nach, was Dumbledore hören musste.

So sehr er sich mit jemandem unterhalten wollte, so wenig wusste er, wie er anfangen sollte, ohne die Mitschülerin in Schwierigkeiten zu bringen; natürlich war er sauer, wenn er daran dachte, wie Nellies Fluch ihn mitgenommen hatte, gezwungen hatte, auf diesem abgenutzten Teppichboden zu kauern, bis Ron kam und Nellie verscheuchte. Aber andererseits ... Harry hatte Nellie – flüchtig – gekannt, bevor dieses Unglück ihrer Schwester widerfahren war, hatte Ellen gut gekannt und gemocht. Jeder im Quidditchteam, jeder Gryffindor hatte das quirlige Mädchen gern haben müssen. Es war eine Schande; für das was Malfoy getan hatte existierten nicht einmal Worte. Seitdem versuchten die Heiler, Ellen im St. Mungo's zu helfen, und seitdem scheiterten sie bei jedem Versuch. Der blonde Slytherin hatte ganze Arbeit geleistet, und Harry würde ihn sich selbst liebend gern ordentlich zur Brust nehmen. Umso mehr Nellie, und umso mehr verstand er sie. Doch die dunklen Künste gingen zu weit. Hier ging es nicht darum, zu petzen, er wollte Nellie helfen, und so sprudelte er los.

Dumbledore hörte geduldig zu, verzog keine Miene und ließ Harry reden. Manches schien ihm bereits bekannt zu sein, anderes wiederum absolut neu. Ein-, zweimal wurden sie von einem Porträt unterbrochen, und Harry war froh, dass der Schulleiter die Angelegenheit so ernst nahm, sich jegliche weitere Störungen unterbat, wenn es nicht wirklich wichtig war.

Schließlich kam Harry zu Nellies Formidilo-Attacke, von der Dumbledore sicher noch nicht gehört hatte – Ron oder Hermine hätten ihm sofort berichtet, wenn sie damit zum Schulleiter gerannt wären – und endete mit der Befürchtung, dass die dunklen Künste folgen würden, zu denen es ohnehin nur noch ein kleiner Schritt war. Die ganze Zeit musste er an Sirius denken, und Natasha, die beide bereit gewesen wären, für ihre Rache zu töten; ganz ohne die dunklen Künste, und er wusste nicht was schlimmer war, wusste nur, dass Nellie Einhalt geboten werden musste.

Eine volle Minute herrschte Stille, und Harry wurde unruhig. Vielleicht hatte er zu viel erzählt, Dumbledore hatte sicherlich viel um die Ohren; aber andererseits hatte er sich immer Zeit für seine Schüler genommen, hatte jedem einzelnen eine Hand angeboten, die derjenige ergreifen konnte, wenn er Hilfe brauchte.

„Ich bin froh, dass du damit zu mir gekommen bist, Harry!" brach der Schulleiter schließlich die Stille, rückte seine Brille zurecht, beruhigte Harry ein wenig; das Funkeln war aus seinen Augen verschwunden, hatte Besorgnis Platz gemacht, die Dumbledore die Stirn in Falten legte. „Ich werde mir darüber intensiv Gedanken machen müssen. Das ist sehr beunruhigend ..."

– „Kann man Nellie denn helfen?" platzte aus Harry heraus, was er sich bereits die ganze Zeit gefragt hatte; gerade deswegen war er doch hergekommen. Zu seinem Verdruss schüttelte Dumbledore jedoch traurig den Kopf, und Harry wollte seinen eigenen gegen die Wand schlagen. „Nur wenn sie uns lässt, fürchte ich Harry. Nur wenn sie uns lässt, sonst –"

Dumbledore unterbrach sich mitten im Satz, fasste einen Punkt hinter Harry ins Auge und der junge Zauberer fuhr herum, gerade als ein silbern leuchtendes Band an ihm vorbeizischte und sich auf Dumbledores Schreibtisch niederließ, um dort zu einer Katze anzuwachsen; der Patronus verkündete in der ernsten Stimme einer besorgten Minerva McGonagall an Dumbledore gewandt – Harry spürte wie er wider Willen starrte, hatte er etwas derartiges doch nie zuvor gesehen: „Poppy und Hippocrates haben Alastors Arm erfolgreich abgenommen. Sowohl die beiden als auch Severus sind zuversichtlich, dass damit der Fluch keine Gefahr mehr für ihn darstellt."

Die schnurrende Katze löste sich in Luft auf, und als Harry es einen Moment später schaffte, seine entgleisten Gesichtszüge unter Kontrolle zu bringen und sich wieder Dumbledore zuzuwenden, war das Funkeln zum Teil in dessen blaue Augen zurückgekehrt, und er schien wieder zufriedener mit der Welt.

Auch Harry ließ sich durch die Nachricht von Nellie ablenken, und er fragte neugierig: „Was für ein Fluch war das, der Moodys Hand so tot gemacht hat?"

Eine andere Beschreibung fiel ihm nicht ein, und Dumbledore würde ihm auch keine liefern begriff Harry verdrossen noch bevor dieser abwinkte und Harry stattdessen einen weiteren Keks anbot, den dieser misslaunig ausschlug. „Lassen wir es dabei bewenden, dass der Fluch gefährlich, ja tödlich war. Ich muss gestehen ich bin erleichtert, dass alles so glimpflich abgelaufen ist. Obwohl, ich weiß nicht, kann man angesichts des Verlusts eines Armes von ‚glimpflich' reden?"

Nachdenklich zog Dumbledore die Stirn kraus, bevor er mit den Schultern zuckte und fortfuhr: „Jedenfalls blieb den Heilern wohl kaum eine Wahl, wenn sie den Rest seines Körpers retten wollten. Und jetzt entschuldige bitte, Harry, es ist fast neun Uhr!"

Mit diesen Worten nahm Dumbledore Fawkes' goldene Feder wieder zur Hand und wendete sich dem Brief zu, an dem er vor dem Gespräch mit Harry geschrieben hatte. Der junge Zauberer zuckte mit den Schultern – er konnte schwer Einwände gegen seine Entlassung erheben, immerhin musste er vor neun Uhr in seinem Turm zurück sein; außerdem würde er aus Dumbledore ohnehin nicht mehr herausquetschen können, als er dies schon getan hatte. Seinen Auftrag hatte er erledigt, Dumbledore würde sich dem Fall Nellie annehmen.

Mit verhaltenem Schaudern rutschte Harry von seinem Sitz und dachte an Moody, der nun nach seiner Nase und dem Bein auch noch seinen Arm verloren hatte; Moody würde in diesem Krieg kämpfen, bis entweder der letzte Todesser in Askaban war oder nichts mehr von ihm übrig sein würde. Über dem flauen Gefühl in seinem Magen überkam Harry eine Art kameradschaftlicher Respekt begleitet von einer berechtigten Gänsehaut. Die erste Prophezeiung Trelawneys hatte Harry an ein ähnliches Schicksal gebunden noch bevor er überhaupt geboren wurde; er selbst würde in diesem Krieg kämpfen müssen, bis entweder von ihm oder Voldemort nichts mehr übrig sein würde.


Es war staubig und außerhalb des Gebäudes machte die Dämmerung ersten Sonnenstrahlen Platz, als Harry die schmale, steile Treppe herunterschritt. Die Stufen waren kaum breit genug für seine Füße, und ihn wunderte, dass er nicht schon lange auf die nachtschwarzen Roben getreten, gestolpert und auf den grauen Steinboden unter der Treppe gefallen war.

Harry hatte diesen Ort nie zuvor gesehen, er kannte überhaupt keinen Platz, der ihn an dieses Gebäude auch nur erinnerte. Nichtsdestotrotz wandte er sich zielstrebig nach links, nur um nach zehn Metern eine Tür zu seiner Linken mit langen, knochigen, gräulichen Finger zu öffnen und hindurchzutreten – mit Voldemorts Fingern, begriff Harry und schluckte.

Das erklärte die fremde Umgebung, erklärte, warum er sich selbst im Bett geglaubt hatte, und auch wenn er nicht begeistert über den erneuten Ausflug in Voldemorts Geist war, so war ihm doch klar, dass er die Chance nutzen würde. Harry begann auf Details zu achten. Das kleine, vollgestellte Büro, dessen Wände von Tabellen und Diagrammen nur so überquollen, beherbergte zwei Schreibtische, deren Bürostühle nicht beide besetzt waren.

Harry hatte den blonden, dickbäuchigen Mann nie zuvor gesehen, der am Fenster saß und mit vorsichtiger Wachsamkeit aufsah, schluckte und nicht wagte, sich wieder seinem Computer zuzuwenden, solange die scharlachroten Augen des dunklen Lords auf ihm ruhten; Voldemort machte keine Anstalten auf ihn zuzugehen, machte sich einen Spaß daraus, den Mann zu verschrecken. Harry wusste nicht, ob der Fremde ein Zauberer war oder nicht; zumindest hatte man ihm, wenn er denn einen besessen hatte, den Zauberstab abgenommen. Er schwitzte trotz seines kurzärmligen Hemdes.

In der Wand gegenüber befand sich eine Tür mit einem Milchglasfenster und der Aufschrift ‚privat', und die Würggeräusche dahinter verstummten kurz bevor die Tür aufgerissen wurde und eine Frau langsam heraustaumelte, bei deren Anblick es Harry die Sprache verschlug; er hörte Voldemort leise lachen.

Ihre hohen Wangenknochen und das spitze Kinn waren viel zu blass, und die eisblauen, gehetzten Augen lagen tief in den Höhlen; alles in allem machte sie einen abgehärmten Eindruck, so ganz anders als beim letzten Mal, dass Harry ihr begegnet war. Natasha Toleen sah grauenhaft aus.

Als sie Voldemort entdeckte, spannten sich ihre Gesichtszüge an und sie versuchte, an der ihr eigenen Gelassenheit festzuhalten, die in den vergangen Wochen sicher auf eine harte Probe gestellt worden war. So forsch wie unter diesen Umständen überhaupt möglich ließ sie sich in den freien Stuhl sinken und strich den Rock ihres knielangen, schlichten Sommerkleids glatt, bevor sie nach einem Lineal griff; aus ihren hellbraunen, hochgesteckten Haaren hing hier und da eine einzelne Strähne heraus, die Natasha jedoch ignorierte, so wie sie versuchte, Voldemort zu ignorieren. Trotz seines Schocks angesichts ihrer Erscheinung musste Harry beeindruckt starren. Voldemort zückte seinen Zauberstab.


„Und dann?" hauchte Hermine atemlos; ihre Fingerknöchel traten weiß hervor, die Finger umschlossen Rons Hand, und beides schien gleichermaßen blutleer. Ron biss sich auf die Lippe, ignorierte den mit den Flügeln schlagenden Pigwidgeon, der ungeduldig um Aufmerksamkeit buhlte.

„Dann", holte Harry aus, öffnete die Hand in einer vagen Geste, die alles oder nichts bedeuten konnte, „prüfte Volde-", Ron quiekte auf, „-mort, ob Natasha und dieser Zauberer nicht entkommen können – leider war er mit dem Ergebnis zufrieden – und als er die beiden ausreichend erschreckt hatte, machte er sich aus dem Staub."

Harry biss die Zähne zusammen, fühlte eine ohnmächtige Wut in sich auflodern. Kranke Spielchen – die Stühle wackeln und es darunter blitzen zu lassen, war absolut unnötig gewesen; der blonde Mann war buchstäblich wie von der Tarantel gestochen auf den Tisch gesprungen, und auch Natasha war ein undeutliches Wimmern entronnen.

Ron verschluckte sich an seinem Speck, Hermine klopfte ihm geistesabwesend auf den Rücken und sprach aus, was sie alle drei dachten: „Das war alles?"

In der Tat konnte sich auch Harry nicht erklären, wie es zu diesem Traum kommen konnte; nicht, dass ein starkes Gefühl Voldemorts involviert gewesen schien – Harry hatte weder die vertraute, fremde Wut gespürt noch unverhohlene Freude, die den schwarzen Lord nicht nur einmal zu einem rekordverdächtigen Lachanfall angestachelt hatte. Aber wenn der Einbruch in Voldemorts Geist nichts mit Gefühlen zu tun hatte ...

„Wenn du bisher von ihm geträumt hast ohne dass ein starkes Gefühl von seiner Seite vorhanden war", überlegte Hermine laut, blickte sich kurz um, wollte sichergehen, nicht belauscht zu werden, „dann hat er das immer absichtlich herbeigeführt!"

Genau das hatte auch Harry gedacht, nur dass das leider nicht weniger Rätsel aufwarf, denn, ehrlich, einen Sinn konnte Harry in dem Traum nicht erkennen. Gut, Voldemort hatte ihm vorgeführt, dass Natasha in seiner Hand war; hatte vielleicht Spaß daran, ihn zu provozieren, ihm zu veranschaulichen, wie machtlos er war – denn einen Hinweis, wo Voldemort seine Gefangenen versteckte, hatte Harry dem nicht entnehmen können, so sehr er sich das auch wünschte. Mürrisch überdachte er seine Erinnerungen von dem Ort, denen seine beiden Freunde schon bei der ersten Schilderung gebannt gefolgt waren.

„Und du sagst, sie hatte nur ein Sommerkleid an?" wiederholte Ron nachdenklich, rührte seinen Pudding um, wie auch immer er dazu kam, und starrte aus dem Fenster in die frühe Morgensonne; man merkte, dass der April nahte – es war nicht mehr so lange dunkel.

– „Dann vermute ich, dass sie außer Landes ist. In der Nähe des Äquators, wo sonst ist es im Frühling – oder auf der Südhalbkugel ist jetzt Herbst – warm genug?" ergänzte Hermine achselzuckend, schwenkte sanft ihre Teetasse; die Stirn in Falten ignorierte sie Pigwidgeon und den Tagespropheten, den die Eule nicht losbekam, „wenn wir nur an einen Wetterbericht kommen würden – na, ich vermute, das ließe trotzdem noch zuviel Spielraum!"

Ron knurrte, und Harry war froh, dass er sich nicht allein ärgerte, dass sie Natasha nicht lokalisieren konnten; seine besten Freunde hinter sich zu haben tat gut! Er würde sie bald fragen, ob er Sirius von dem Traum erzählen sollte – allein zu entscheiden traute er sich nicht zu. Einerseits hatte sein Pate ein Recht zu erfahren, dass Harry von seiner Freundin geträumt hatte; andererseits ging es Natasha nicht gut, und allein beim Gedanken, seinem Paten noch mehr Bauchschmerzen zu bereiten – er musste sich noch erholen, und sie wussten nicht, wo Toleen gefangen gehalten wurde – wurde Harry selbst flau im Magen.

Nicht zum ersten Mal fragte sich Harry, warum Voldemort Natasha aus Askaban geholt hatte; diese Überlegung führte ihn zu der Frage, warum er keine Dementoren abstellte, um die Gefangenen zu überwachen – ein Gedanke, der Harry noch gar nicht gekommen war –, und wer dieser andere Gefangene überhaupt war.

„Tut mir leid", erwiderte Ron, als Harry dies ausgesprochen hatte, und zuckte mit den Schultern, „aber blond und mit Bauch ist keine sehr – eindeutige Beschreibung." Danach schaufelte er sich eine große Portion Pudding in den Mund und war mit Schlucken beschäftigt; Hermine schmunzelte, und auch Harrys Mundwinkel zuckten, obwohl ihm eigentlich gar nicht danach war, zu lachen. Rons Eule hatte endlich genug davon, vor dessen Augen herumzuflattern, ließ die Zeitung auf den Boden fallen und schnappte sich beleidigt den Rest vom Speck ihres Besitzers.

„Und außerdem denke ich, dass du noch warten sollest, bis du Sirius bescheid sagst", ergänzte der Rotschopf, sobald er den Mund wieder leer hatte, und Hermine nickte zustimmend, „das regt ihn auf, und helfen kann er auch nicht."

Es stimmte, seine Freunde hinter sich zu wissen tat gut. Erst langsam begriff er, wie erleichtert er war, dass Ron wieder mit ihnen herumhing; dass er nicht mehr alles allein entscheiden musste.

„Ich verstehe nicht, wieso du den Unsinn überhaupt liest!" wechselte Ron dann das Thema, als Hermine die Zeitung vom Boden fischte, und Harry entschloss, später darüber zu grübeln, wie er auf den Traum über Natasha reagieren würde. Hermine schnaubte, „besser eine Zeitung als keine, solange man nicht alles schluckt, was einem vorgehalten wird!" und Harry organisierte sich den hinteren Teil des Tagespropheten.

REDEN IST SILBER, SCHWEIGEN IST GOLD!

-Arsenie Madlack über die Bestätigung eines Sprichworts dessen Wahrheitsgehalt erschrecken kann-

Wir bedauern sehr, über das Verschwinden eines Kollegen schreiben zu müssen, auch wenn dieser in doppeltem Wortsinn scharfe Konkurrenz war.

Seit Mittwoch Abend hat ihn keiner mehr gesehen oder etwas von ihm gehört. Die Rede ist vom alten Xenophilius Lovegood, Chefredakteur und Herausgeber des Klitterers. Was wir wissen ist, dass sein Haus nach allen Regeln der Kunst auseinandergelegt wurde; es geht das Gerücht herum, dass Lovegood ein Erumpent Hornbei sich gehabt hatte, das beim Angriff der Todesser explodiert ist – außer Trümmern und dem dunklen Mal ist nicht viel übrig geblieben vom Haus des exzentrischen Vertreibers.

Xenophilius Lovegood, das musste Lunas Vater sein! Luna, und Harry ließ die Zeitung in die Reste seines Brötchens fallen und sprang auf; keine Luna am Tisch der Ravenclaws, und Dumbledores Blick am Lehrertisch zufolge wusste das Mädchen Bescheid. Für den Moment war Natasha vergessen, und Harrys Inneres zog sich zusammen. Ohne zu überlegen fegte Harry aus der Großen Halle und visierte die Stufen in der Eingangshalle an, die tiefer ins Schloss führten; wo konnte das Mädchen stecken?

„Nick! Nick!" brüllte Harry dem fast kopflosen Geist entgegen, der gerade zufällig durch die nächste Mauer kam, und blieb schlitternd vor dem Gespenst stehen, „Wo finde ich den Hausgeist der Ravenclaws?" Leicht pikiert öffnete sein eigenes Hausgespenst den Mund, ließ ihn wieder zuschnappen als wäre er ein Fisch. „Wenn es um gespenstischen Service geht -"

– „Nein nein, ich suche eine Ravenclaw!" fiel Harry Nick hastig ins Wort – er hatte keine Zeit für Spielchen – und sah zufrieden, wie sich die Falten aus Nicks substanzloser Stirn verabschiedeten; kein Grund mehr, sich angegriffen zu fühlen, und Harry seufzte. Er wollte zu Luna! Schnell.

„Als ich die graue Dame zum letzten Mal gesehen hatte, kam sie gerade aus dem Ravenclaw-Turm", überlegte Sir Nicolas und kratzte sich am Hinterkopf, nickte zwei-, dreimal wie um sich selbst zu bestätigen und breitete dann die Hände in einer umfassenden Geste aus, „ja genau, aus dem Turm, wie gesagt -"

– „Danke, Nick!" Harry war schon wieder auf dem Weg, drehte sich nicht um, um zu sehen ob sein Hausgeist verstanden hatte oder affektiert über die Unterbrechung war, und sprintete den Gang hinunter; wie gut, dass Hermine, Ron und er der grauen Dame in der sechsten Klasse bereits zu ihrem Turm gefolgt waren; was für eine Ironie, dass es damals ebenfalls um die Suche nach Luna ging.

Außer Puste bog Harry in den Gang mit den Büros der Lehrer ab – wie gut, dass die alle beim Frühstück waren und ihm so keine Strafe fürs Rennen in den Korridoren aufbrummen konnten – und fegte an Sirius' Zimmern vorbei; schlitternd kam er zum Stehen, wedelte mit den Armen, um sein Gleichgewicht nicht zu verlieren – die Karte des Rumtreibers! Besser als jeder Hausgeist, und die graue Dame war vergessen. Harry kehrte auf der Stelle um und donnerte der Bürotür seines Paten das Passwort entgegen, dankte Sirius stumm, dass er ihm dieses mitgeteilt hatte.

„Krone!" schrie Harry und segelte durch die sich öffnende Tür, prallte von dieser ab – keine Zeit sich zu ärgern, dass sie sich nicht flotter öffnete.

Mit flinken Fingern zog Harry die oberste Schublade auf, durchwühlte rasch den Inhalt; Stundenpläne, Sitzpläne, Lehrpläne, Schulaufgabenpläne. Nichts interessantes, wirklich! In der zweiten Schublade fand sich ähnliches; die dritte ließ sich nicht einmal öffnen, doch Harry wusste aus Erfahrung, dass darin Unterlagen zu den Ordenseinsätzen versteckt wurden, und er hatte kein Passwort. Ein hastiger Blick auf seine Uhr – ihm lief die Zeit davon.

Aus einem plötzlichen Impuls heraus – er wollte sich die Stirn einschlagen, dass er daran nicht bereits gedacht hatte – zückte er seinen Zauberstab, schrie „Accio Karte des Rumtreibers", konzentrierte sich auf das alte Pergament und hielt die Luft an; wagte schließlich wieder, den Atem zischend entweichen zu lassen, als er das vertraute Geräusch der durch die Luft schneidenden Karte hörte. Geschickt fing er sie auf, „Ich schwöre feierlich, dass ich ein Tunichtgut bin!", und schlanke Linien bildeten sich viel zu langsam, er wollte die Karte schütteln um ihr zu zeigen, dass er es eilig hatte.

Luna in den verwinkelten Gängen zu finden stellte seine Geduld auf eine nicht minder harte Probe, und Harry überlegte schon, doch die graue Dame aufzusuchen. Dann – endlich! – fingen seine grünen Augen ihren Punkt ein. Und Harrys Herz drohte stehen zu bleiben – Luna, Luna befand sich auf dem Geländer des Westturms. Auf dem Geländer!

Seit Mittwoch Abend hat ihn keiner mehr gesehen oder etwas von ihm gehört. Die Rede ist vom alten Xenophilius Lovegood' – scheiße! Die Karte segelte zu Boden, und Harry rannte als ginge es um sein Leben, kümmerte sich nicht darum, dass die Bürotür seines Paten sperrangelweit offen stehen blieb oder er diverse Gryffindors einfach über den Haufen walzte. Wenn er nur nicht zu spät kam! Luna durfte nicht springen, sie durfte einfach nicht!

Seine Seite stach als stünde sie in Flammen, als Harry die Treppe zum Westturm hinaufjagte, etliche Porträts aufschreckte, die pikiert protestierten. „Laceratus!", die Tür zerbarst in hunderte Teile, und Harry stolperte auf das Dach des Westturms; Luna saß auf dem Geländer, und Harry keuchte auf: „Luna!"