Chapter 11 – Tageslicht

Ändern sollte sich alles erst, als Haldir endlich aus dem ‚Koma' erwachte. Tief war sein Schmerz zwar noch, in vielerlei Hinsicht, doch er wollte diese schrecklichen Qualen endlich beenden, an denen auch er selbst zu großen Teilen schuld war. Er bereute es, die Beziehung mit Legolas beendet zu haben und nichts wünschte er sich mehr, als seinen Liebsten jetzt in den Armen zu halten. Umso grausamer war es für ihn zu erfahren, dass Legolas schon seit Wochen in einem dunklen Verließ gefangen war. Er ließ ihn sofort, gegen den Willen seiner Brüder, zu sich bringen.

Auch wenn seine Brüder es für zu gefährlich hielten, wollte er mit Legolas allein sprechen. Endlich hatten sie die Gelegenheit alles aufzuklären was passiert war. Und Beiden sahen sich selbst Schuld an allem und so hatten sie Angst, der jeweils andere würde ihm mit Kälte und Vorwürfen entgegentreten und so kam es nur langsam zu einem vernünftigen Gespräch.

Haldir sprach mit zittriger Stimme und vorsichtig in seiner Wortwahl. Er erzählte Legolas, dass er ihn aus Angst ihn irgendwann an eine Frau abgeben zu müssen verlassen hatte und dass die Frau, mit der er ihn sah, tatsächlich eine Frau war, die er sehr gern hatte und mit der er sich eine gemeinsame Zukunft erhofft hatte. Doch er hatte sie erst kennen gelernt, nachdem er ihn verlassen hatte und an dem Abend, als Legolas auf ihn geschossen hatte, wollte er ihre Beziehung beenden, da er sich noch nicht über seine Gefühle im Klaren war.

Legolas ging ein paar zarghafte Schritte auf Haldir zu.

‚Ich wollte dir nicht wehtun! Es tut mir leid Haldir... ich liebe dich doch!'

‚Ich liebe dich auch' erwiderte Haldir. Er überbrückte die letzte Distanz zwischen sich und Legolas mit einem großen Schritt und begann ihn zärtlich zu küssen, als dieser ihn zurückwies.

‚Ähm Haldir? Heißt das, dass wir jetzt wieder fest zusammen sind?'

‚Ja, natürlich, es sei denn, du hast etwas dagegen einzuwenden.' Antwortete Haldir erschrocken.

‚Nein... es ist bloß... da gibt es noch etwas... das solltest du wissen.'

‚Und das wäre?'

‚Ich habe jemanden geküsst.'

‚Wwwas? ‚

'Haldir, bitte. Ich halte es nicht aus, wenn du sauer auf mich bist. Bitte sei nicht sauer! Es tut mir leid und ich bereue es.'

‚Und? Wer war der Glückliche?' fragte Haldir, ihm war seine Enttäuschtheit deutlich anzumerken. Er wusste zwar, dass er sich selbst genug zu Schulde kommen hatte lassen, als er versuchte eine Beziehung mit einer Frau einzugehen, doch er hatte so sehr gehofft, sein einziger Mann zu bleiben. Doch jetzt hatte er jemanden geküsst, so wie er ihn geküsst hatte und diese Vorstellung war für ihn unerträglich und er wollte die Person, die er geküsst hatte, am liebsten erwürgen.

‚Das ist doch nicht so wichtig Haldir. Bitte, vergiss es einfach. Ok?'

‚Nein ich werde es nicht vergessen! Und wenn du es mir jetzt nicht sagst, dann lasse ich dich wieder ins Verließ sperren.' Sagte Haldir ernst, wissend, dass er dies aber nie wirklich tun würde.

‚Das ist Erpressung. Das kannst du nicht machen!'

‚Ach glaubst du das? Vielleicht sollte ich meine Brüder rufen und ihnen sagen, dass du dich mir gegenüber nicht angemessen verhältst'

‚Nein. Nicht die. Haldir bitte!'

‚Orophin?' rief Haldir, mit mittlerer Lautstärke, denn er wollte ihn ja nicht wirklich herbeirufen.

‚Haldir nein!. Ist ja gut. Ich sag es dir ja. Aber es wird dich nicht grade freuen, denn... Rúmil... es war Rúmil...' Legolas senkte schuldbewusst seinen Kopf.

‚Rúmil? Mein Bruder, du stehst auf meinen Bruder? Man Legolas, musste das sein? Wieso ausgerechnet mein Bruder, auf den ich nicht wütend sein darf, denn schließlich tut er alles für mich. Du tust mir echt weh, Legolas.'

‚Sag mal, was fällt dir eigentlich ein? Glaubst du, mir tut es gut, dass du etwas mit einer anderen Frau hattest? Erzähl doch mal. Hm?'

‚Da gibt es nichts zu erzählen! Sie war einfach zu gut erzogen.' Lachte Haldir, hörte aber schnell wieder auf, da er wusste, dass es nicht angemessen war. Doch dann nahm er seinen Liebsten in die Arme. ‚Du hast Recht. Lass uns das alles vergessen. Ich kann dir verzeihen, wenn du mir verzeihen kannst. Ich will nur, dass du bei mir bleibst und deinen warmen Körper an meinen schmiegst und mir zärtliche Küsse gibst! Bitte versprich mir, dass du mich nie verlässt! Ich möchte für immer mit dir zusammen sein!'

Legolas versprach es und begann Haldir erst zärtlich und dann immer leidenschaftlicher zu küssen.

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P.S: Ich muss mich mal wieder entschuldigen. Hab im letzten Chapter unverständlicher weise geschrieben: ‚ich glaube er hatte etwas mit einer Frau ‚wahrscheinlich schon lange bevor wir zusammen waren.', das soll heißen, dass Legolas meint, dass er seit dem was mit der hat, deren Verhältnis also noch immer da ist, während er mit ihm zusammen ist sozusagen.

PSPS: Ich bitte um reviews