all: würde mich freuen wenn ihr mir noch ein paar Review schreiben würdet.
Entscheidungen, Begegnungen und Bekanntschaften
Im Gasthaus zum tänzelnden Pony
Die Männer mit den hübschen Gesichtern setzten sich, nicht unweit vom
Tresen entfernt, an den Tisch. Ihre Mäntel zogen sie aus, einer der
drei, hatte langes blondes Haar(AdA: Nein nicht Legolas!). Blume gab
Sanwe ein Zeichen, sie sollte die Bestellung der drei aufnehmen. Er
hatte anscheinend keine Bedenken, das sie Sanwe gegenüber lüsterne
Gedanken hegen konnten. Sanwe vertraute ihm zwar in dieser Sache, aber
der Vorfall von heute war nicht ohne Spuren an ihr vorbeigegangen.
Zögernd legte sie die Abwaschschürze nieder, strich ihr himmelblaues Kleid glatt, und trat an den Tisch der Fremden heran.
Sofort schauten alle drei auf, Sanwe erschauerte innerlich. Jetzt wo sie keine Mäntel mehr trugen, schien die unsichtbare Aura noch stärker zu strahlen. In der Nähe dieser Wesen, wurde Sanwes Fernweh nur noch stärker. Das ihr Leben von diesen Abend an gründlich auf den Kopf gestellt werden würde, konnte sie jetzt noch nicht wissen.
„Geht es dir gut, mein Kind."Fragte der Mann mit dem blonden Haar. Sanwe schreckte schier auf, ihr Tagtraum hatte sie vergessen lassen wozu sie eigentlich hier stand.
„Ja, bitte entschuldigt mein Herr. Ich war wohl in Gedanken. Was darf ich euch bringen." Der Mann lächelte freundlich und nickte.
„Du brauchst dich dafür nicht zu entschuldigen, mein Kind. Wir nehmen dir das nicht übel. Meine Gefährten und ich hätten gerne das Tagesgericht und einen Krug Bier."
„Sehr wohl meine Herren, Ihr Essen kommt sofort."Diesmal lächelten alle Drei, Sanwe lächelte verlegen zurück und machte sich auf den Weg in die Küche um Bob und Nob Bescheid zu sagen.
Während die Gehilfen von Blume, den Rehbraten mit Kartoffeln und Gemüse zubereiteten, beobachtete Sanwe die drei Wesen durch das Fenster der Küchentür hindurch. Diese waren gerade in ein Gespräch vertieft, es schien um etwas sehr wichtiges zu gehen, denn einer der drei gestikulierte wild mit den Händen.
„Es sind schon seltsame Geschöpfe nicht wahr?"Blume war so plötzlich neben ihr aufgetaucht das sie aufschreckte. Dennoch nickte sie.
„Ja, woher kommen sie?" Blume lächelte.
„Ich hätte dir wohl mehr von den Völkern, die unsere Welt bewohnen, erzählen sollen. Das Sanwe mein Mädchen sind Elben. Elben auf den Weg zu einer Elbenstadt, ungefähr 14 Tagesmärsche von hier entfernt. Von wo genau sie kommen kann ich dir leider nicht sagen. Auch ich verstehe die Elben nicht immer. Obwohl sie nicht die ersten sind, die ich beherberge. Dieses Volk ist und bleibt mir ein Rätsel. Das einzige was ich von ihnen weiß, sie verstehen sich sehr gut auf das Singen und Geschichten erzählen."Sie wurde von Bob gerufen, das Essen war fertig, aber Butterblume hielt sie noch einmal zurück.
„Wenn du unbedingt etwas über die Welt da draußen wissen möchtest mein Mädchen, dann frag sie. Keiner weiß mehr über die Geschehnisse in Mittelerde bescheid, als sie."
Er klopfte ihr auf die Schulter und wandte sich an Nob, und wies ihn an für die Gäste die Zimmer fertig herzurichten.
Mit der Hilfe von Bob brachte sie den Elben das späte Abendessen. Es war jetzt schon beinahe Mitternacht, aber die Gäste zeigten keinerlei Anzeichen von Müdigkeit.
Sanwe war drauf und dran sie wirklich nach Geschichten aus Mittelerde zu fragen, traute sich dann aber doch nicht.
Während sie den Tresen reinigte, tauchte Blume bei den Elben auf.
„Wie lange wünscht ihr zu bleiben meine Herren?"Fragte er höflich. Der blonde Elb, hob abwehrend den Arm.
„Oh wir wollen euch keine zu großen Umstände machen Gerstenmann, wir werden morgen in aller Früh wieder aufbrechen. Wir danken euch aber trotzdem für die Gastfreundschaft."Butterblume schüttelte mit dem Kopf.
„Ihr macht mir doch keine Umstände meine Herren."Wieder hob der blonde Elb bestimmt die Arme.
„Das wissen wir zu schätzen Gerstenmann. Und wie schon gesagt, sind wir euch äußerst dankbar. Aber wir sind nur auf der Durchreise, und müssen so schnell wie möglich nach Hause kommen. Wenn ihr einmal Hilfe benötigt. Mein Herr und Freund würde euch gerne in seinem Tal begrüßen."Sanwe wurde hellhörig, das klang interessant.
Aber zu ihrer Enttäuschung, bedankte sich nun auch Blume bei den Elben. Und versicherte ihnen, ihr Angebot irgendwann einmal zu nehmen.
Sanwe schmiedete einen Plan, den sie noch heute bei Sonnenaufgang in die Tat umsetzen wollte.
An den Ufern der Nimrodel:
Entsetzt starrte Nora dem hässlichen Wesen in die Augen. Mit einem
wahnsinnigen Blick auf dem Gesicht, kam es auf sie zugekrochen.
Gerade noch vor Schreck gelähmt, sprang Nora jetzt auf alle Viere. Sie nahm den nächstbesten Ast in die Hand und hielt ihn vor sich.
„Geh weg du...du...Ding. Fass mich ja nicht an."
„Wir nicht Ding! Wir sind Gollum, hübscher Name nicht wahr mein Schatz!"
Gollum beäugte erst Nora und dann den Ast. Im nächsten Moment hatte er den Ast zu Hälfte abgebissen und kaute geräuschvoll. Dann spuckte er die Reste aus.
„Bäh! Hat überhaupt nicht lecker geschmeckt, Mein Schatz. Das Menschlein will uns wohl ärgern."
Nora sah zuerst den abgebrochenen Ast und dann Gollum ungläubig an. Dann tat sie wohl das was sie schon lange hätte tun sollen.
Sie nahm ihre Beine in die Hand und lief so schnell sie konnte in den fremden Wald hinein.
„Oh das Menschlein will spielen. Komm mein Schatz wir spielen mit."Hörte Nora ihn sagen.
Kaum hatte sie den Waldrand erreicht, hatte Gollum sie auch schon eingeholt, rannte an ihr vorbei und versperrte ihr den Weg.
„Wir haben gewonnen mein Schatz. Und unser Gewinn steht direkt vor uns. Lass ihn uns doch gleich einlösen."
Aber noch bevor er einen weiteren Versuch tat sie anzugreifen, sirrte etwas durch die Luft und blieb zwischen ihnen im Waldboden stecken. Schreiend ergriff Gollum die Flucht und Nora musste sich zweimal die Augen reiben um sich klar zu werden das vor ihr ein Pfeil mit weißen Federn in der Erde steckte.
Sie trat näher und betrachtete ihn genauer, zuerst hatte sie geglaubt man habe sie gefunden und würde nun auf sie schießen. Aber seit wann schossen die Alliierten mit Pfeil und Bogen.
Schlimmer konnte es wirklich nicht mehr kommen, zuerst war sie diesen Abhang runtergepurzelt, dann wurde sie von diesem Ding bedroht das andauernd mit seinem imaginären Schatz redete. Und jetzt hatte sie sich in diesen Wald auch noch verlaufen. Wie sollte sie den Weg zurück zur Straße finden? Die Flüchtlinge waren ohnehin schon wohl längst weitergezogen, denn nicht ein Laut deutete darauf hin das sich irgendwo in der Nähe eine Gruppe von Menschen aufhielt.
Nora seufzte hob eines, der auf den Waldboden liegenden Blätter, auf. Um es im nächsten Moment entsetzt fallen zu lassen. Das Blatt war von goldener Farbe. Nein, jetzt zweifelte sie wirklich an ihrem Verstand. Sie wusste das sich Blätter im Herbst rot oder gelb färbten aber niemals ein helles, strahlendes Gold annahmen. Irgendetwas stimmte hier gewaltig nicht!
Die Ställe des tänzelnden Ponys am frühen MorgenDie Sonne hatte gerade ihre ersten warmen Strahlen zur Erde gesandt, als ein sich kleiner Schemen aus der Hintertür des Gasthauses stahl. Schnell und beinahe lautlos, verschwand er im Schatten des nächstgelegenen Schlages.
Nicht eine Sekunde zu früh, denn genau in diesem Moment ging die Hintertüre erneut auf und Sanwe trat in die Morgensonne. Blume hatte sie erzählt sie wolle die Pferde besuchen, was ja auch zum größten Teil stimmte, aber statt sich den Ställen direkt zuzuwenden, bog sie kurz davor ab, und schlüpfte durch die Tür zum Lagerhaus. Unter anderen wurden hier die Sättel, das Geschirr, und das Zaumzeug aufbewahrt. Sanwe brauchte nicht lange, um zu finden wonach sie suchte. Als sie genau zwanzig Sommer gezählt hatte, bekam sie von Blume eine kleine Stute geschenkt. Das Pferd und das Mädchen wurden schnell Freunde, und es verging nicht ein Tag, an dem Sanwe nicht nach ihrer Fanya (elb.Wolke) sah.
So leise wie sie gekommen war, verließ sie das Haus wieder. Nun nahm sie wirklich Kurs auf die Ställe. Kaum war sie darin verschwunden, kam auch der kleine Schemen wieder aus seinem Versteck hervor, so schnell ihn seine winzigen Beinchen tragen konnten, folgte er Sanwe in den Stall.
Er schaffte es gerade noch bevor ihn die (für ihn) riesige Tür einklemmen konnte.
Sanwe lief an den Boxen für die Pferde der Gäste vorbei, bog rechts ab und blickte schließlich in die Augen ihrer Fanya. Sanwe öffnete das Stallabteil und wurde von einem freudigen Wiehern begrüßt, kaum das sie die Box betreten hatte, hörte sie das deutliche Knarren der Stalltür. Eigentlich war das ja nichts besonderes, aber wenn jemand sie zu dieser frühen Stunde im Stall finden würde nach dazu mit Geschirr und Zaumzeug beladen, brauchte man nur eins und eins zusammenzählen.
Sie versteckte die Reitsachen im nächstgelegenen Heuhaufen, und verbarg sich selbst hinter Fanyas Wassertrog, wobei ihre mangelnde Körpergröße ihr diesmal von großer Hilfe war.
Vielleicht fünf Minuten saß sie so da, allerdings war seit dem Knarren der Tür kein anderer Laut mehr zu hören gewesen. Komisch, sie war sich sicher sich das Geräusch nicht eingebildet zu haben. Oder war sie schon so nervös das sie anfing zu halluzinieren.
Gerade wollte sie aufstehen und ihr Versteck verlassen, als eine piepsige Stimme nah ihrem Ohr erklang:
„Also ich an deiner Stelle würde meinen Kopf lieber noch unten lassen."Verwirrt drehte Sanwe den Kopf und sah neben sich eine kleine Fee schweben, ihre Flügel flatterten aufgeregt hin und her.
„Wer bist denn...?" Weiter kam sie nicht, denn in diesem Augenblick passierten die vier Elben die Box. Sanwe drängte sich noch enger in ihr Versteck.
Zu ihrem Pech, wurde einer der Elben auf Fanya aufmerksam und strich ihr liebevoll über die Mähne. Diese genoss es offensichtlich, so dass sie sich dem Elben ein wenig näherte, und dabei einen Teil von Sanwes linken Fuß freigab. Sie zog ihn schnellstmöglichst ein, allerdings nicht ohne ein scharrendes Geräusch auf dem Fußboden zu verursachen.
Ihr Herz hämmerte in der Brust, sie betete zu Eru das der Elb dies überhört hatte.
Ich hoffe du wolltest nur dein Pferd besuchen Sanwe, und nicht irgendwelche Dummheiten anstellen. Diese Worte ertönten mit einmal in ihrem Kopf, sie lugte hinter dem Trog hervor, und sah direkt in die blauen Augen des blonden Elben. Darin lass sie, das er auf eine Antwort wartete. Sie schüttelte instinktiv den Kopf.
Ich will dir glauben. Mit einem Nicken und einem letzen Lächeln auf dem Gesicht verabschiedete er sich.
Sanwe verharrte noch einige Sekunden in ihrem Versteck, als sie sich sicher war das die Elben den Stall verlassen hatten, traute sie sich hervor.
„Da hast du aber noch riesen Glück gehabt. Obwohl ich mich ganz schön über diesen Elben wundere!"
Die kleine Fee schwebte abermals neben Sanwe. Ihre winzigen Flügel schwirrten auch diesmal so aufgeregt hin und her das Sanwe ein frisches Lüftchen um die Ohren wehte.
„Wer bist du überhaupt? Und wieso bist du hier im Stall."Die Fee vollführte eine halbe Verbeugung in der Luft, was bei dem kleinen Geschöpf ziemlich drollig aussah.
„Darf ich mich dir vorstellen. Man sagt Bella zu mir. Die letzte Nacht habe ich auf eurem Dachboden verbracht. Heute morgen, sah ich dich im Haus herumschleichen und wurde neugierig. Deshalb bin ich noch vor dir aus dem Haus und dir dann in den Stall gefolgt.
Kurz nach deiner Ankunft, haben die Elben den Stall betreten. Und da zog ich es vor dich lieber zu warnen."
„Und warum wunderst du dich über den Elben der mich erwischt hat?"fragte Sanwe, und vergaß dabei sich selbst vorzustellen.
„Nun normalerweise bemerkt jemand vom schönen Volk sofort, wenn er angelogen wird..."
„Woher willst du wissen, das ich gelogen habe?"fragte Sanwe diesmal im schärferen Ton.
„Hey, du brauchst mich nicht gleich so anzufahren!"sagte Bella beleidigt.
„Aber das sieht doch ein Blinder, was du vorhast."
„So und was habe ich nach deiner Meinung vor?"
„Ganz einfach, du willst dich mit deinem Pferd davonstehlen. Am besten noch ohne das es jemand bemerkt."
Sanwe zuckte mit den Schultern.
„Und wenn schon. Ich wüsste nicht was dich das angeht."Sie legte Fanya Sattel und Zaumzeug an, und führte sie hinaus. Bella folgte ihr schwebend hinaus.
„Du hast Recht, es geht mich tatsächlich nichts an. Aber ich könnte dir nützlich sein. Ich kenne den Weg."
Sanwe hatte sich entzwischen in den Sattel geschwungen, nun wurde sie hellhörig.
„Sprich nicht in Rätseln!"
Bella lächelte triumphierend.
„Ich kenne den Weg zum Reiseziel der Elben. Und ich weiß, wie du dorthin gelangst ohne direkt in ihre Arme zu laufen."
Sanwe seufzte, so hatte sie sich das nicht vorgestellt. Allerdings konnte sie einen Führer gut gebrauchen. Und Bella fiel nicht weiter auf.
„Also schön, dann frage ich dich ob du mich nach..."Sie stockte, nicht einmal der Name des Tals war ihr bekannt.
„Bruchtal! Bruchtal, so heißt es. Bei den Elben auch als Imladris bekannt! Und ich zeige dir gerne den Weg."
Mit diesen Worten nahm sie auf Sanwes Schulter Platz. Und gemeinsam ritten sie vielleicht in das größte Abenteuer ihres Lebens.
Am Rande des goldenen Waldes
Noch immer irrte sie in diesem Wald umher, immer wieder hatte sie ein
Blatt aufgehoben um erneut festzustellen das es von einem zarten
Goldmantel umgeben war. Das hässliche Geschöpf hatte sich bis jetzt
nicht mehr blicken lassen. Der Pfeil steckte noch immer im Waldboden.
Nora beschloss, nicht mehr sinnlos in der Gegend herumzustehen, sondern
endlich den Weg zurück zur Straße zu finden.
Was sich im nächsten Moment als äußert schwierig rausstellte.
In der einen Richtung lag ein breiter Fluss, der so schnell dahin raste das Nora den Gedanken ihn zu durchwaten gleich wieder verwarf. In der anderen, aus der sie gekommen war, wuchsen riesige Bäume gen Himmel, Bäume von denen wohl auch die goldenen Blätter stammen mussten. Also entschied sie sich dafür, ihr Glück in dem unbekannten Wald zu versuchen.
Aber schon nach den ersten paar Schritten, wurde ihr dieser Hain immer unheimlicher. Denn obwohl, er von Sonnenlicht durchflutet war, und man auch einige Vögel in den Bäumen singen hören konnte, spürte sie das dieser Wald ein Geheimnis barg. Irgendetwas gab es hier, man konnte es nicht mit Worten beschreiben, aber Noras Gefühl hatte sich noch nie getäuscht.
Ihr Gefühl sollte sich auch gleich als richtig erweisen. Je tiefer sie in den Wald vordrang, desto mehr wurde ihr auch bewusst, das sie es wohl vergessen konnte die Straße jemals wieder zu finden.
Und schon wieder lag sieder Länge nach auf dem Boden, sie hatte eine dicke Wurzel, die wie aus dem Nichts aufgetaucht war, übersehen.
Sie wollte sich, mit Hilfe des Stammes wieder in die Höhe ziehen. Aber anstatt spröder Baumrinde, erfassten ihre Hände eine Strickleiter. Nora rappelte sich mühsam auf. Die Strickleiter führte den Baum entlang nach oben, und verlor sich in den Blättern seiner Krone.
Ihr Blick irrte zurück zum Waldpfad. Kaum sichtbar, aber In regelmäßigen Abständen, hingen auch an den anderen Bäumen die gleichen Kletterkonstruktionen.
Nora hatte in den letzen Monaten gelernt, das nicht alles so war wie es schien. Und wer versicherte ihr, das diese Leitern nicht einfach nur eine Attrappe waren. Dennoch siegte die Neugier über die Vernunft, und sie machte sich an den Aufstieg.
Auf halber Strecke bereute sie ihre Entscheidung schon. Das Klettern strengte ungemein an, und ein Blick nach unten ließ ihren Magen flau werden, das hin und her Geschaukle der Leiter machte die Sache nicht gerade einfacher.
Schließlich, wie es Nora vorkam nach einer Ewigkeit, erreichte sie ihr Ziel. Welches ihre kühnsten Erwartungen übertraf. Sie hatte sich erhofft, in einer Art Baumhaus anzukommen, um dann von da aus die Straße zu erspähen. Worauf sie nun stand war eine Art von Plattform, die die gesamte Krone des Baumes einnahm, sie war mit den Plattformen anderer Bäume verbunden. Die meisten von ihnen, trugen wunderschöne Häuser, die von Kerzenschein erfüllt waren. Einige Häuser waren weiter oben in das Blättergeflecht „gebaut"worden und durch eine Treppe mit der Plattform verbunden beziehungsweise, führte durch die Plattform hindurch, hinunter zum Erdboden.
Nora schaute sich nach allen Seiten um, doch im Umkreis von ungefähr 5 Kilometern, konnte sie nichts ausmachen was auch nur die Ähnlichkeit einer Straße aus dem 20. Jahrhundert hatte. Sie resignierte, ließ sich in die Hocke sinken und legte den Kopf in den Schoß. Zum ersten Mal seit langer Zeit, füllten sich ihre Augen mit Tränen.
Alles was sie gewollt hatte war ein neues Zuhause zu finden, und die Ängste des Krieges zu vergessen, den Tod ihrer Familie zu vergessen. Schon öfter hatte sie darüber nachgedacht, dem ganzen Schmerz ein Ende zu setzen, aber sie wollte ihrem Peinigern diesen Gefallen nicht tun. Nein! Sie hatte sich vorgenommen zu kämpfen und stark zu sein. Aber stattdessen saß sie hier in einem Wald voller Häuser die auf Bäumen „wuchsen". Hätte sie nicht gewusst das sie hellwach war, hätte sie sich eingeredet sich am Kopf bei ihrem Sturz verletzt zu haben, und bewusstlos zwischen irgendwelchen Büschen zu liegen. Allerdings war es kein Traum, es war real. Und der Gedanke für immer hier festzusitzen ließ sie noch verzweifelter werden.
„Warum weinst du Kind? Findest du den Weg nach Haus nicht mehr?"Nora hob den Kopf und sah sich einem Mann gegenüber. Er trug ein graues Gewand und einen spitzen Hut, außerdem hatte er einen langen weißen Bart. In der linken Hand, hielt er einen seltsam geformten Stab.
Nora schüttelte instinktiv den Kopf.
„Ich habe kein Zuhause mehr!"der Alte runzelte die Stirn.
„Wo sind deine Eltern Mädchen, du musst doch jemanden haben zu dem du gehörst."Bei dem Gedanken an ihre Eltern, rannen erneut Tränen ihre Wangen hinunter.
„Meine Mutter und mein Vater wurden ermordet, ich habe niemanden mehr!" Sagte Nora bitter.
„Das tut mir sehr leid."Sein Mitgefühl klang aufrecht.
„Aber warum sitzt du dann hier am Wachpunkt, wurdest du hier her geschickt?"Wieder schüttelte sie den Kopf.
„Ich bin gestürzt, und habe mich vor dem Wald wieder gefunden. Dann bin ich einfach die Strickleiter herauf."Nun fragte sie sich wie der alte Mann nach oben gekommen war.
„Ich verstehe."Er erhob sich, und streckte ihr den Arm entgegen.
„Komm ich bringe dich erst einmal ins Warme, dann kannst du mir deine Geschichte erzählen!"Nora zögerte, aber nach wenigen Sekunden ergriff sie seine Hand und ließ sich aufhelfen.
„Man nennt mich Gandalf, darf ich nach deinem Namen fragen?"Nora wusste nicht wieso, aber zum ersten Mal seit sie von ihren Eltern getrennt wurde, fasste sie wieder Vertrauen in einem Menschen. Sie spürte einfach das er keine bösen Absichten hegte.
„Nora." Flüsterte sie
Gandalf lächelte.
„Ein hübscher Name."Mit diesen Worten, führte er sie nach Caras Galadthon.
