Kapitel 7

Die Antwort auf dumme Fragen

Jack stand im Rahmen der Schlafzimmertür und betrachtete Ennis, der sich auf einen Ellenbogen gestützt aufs Bett gelegt hatte. „Also, du glaubst, ich stelle blöde Fragen?"

Ennis grinste ihn an. „Tut mir Leid, Jack. Das hab ich falsch ausgedrückt." Er schlug mit der Hand auf den freien Platz neben sich. „Komm her. Ich zeig's dir."

"Eine Sekunde, ich muss meine Zähne putzen.", erwiderte Jack. Er verschwand aus dem Türrahmen und kam etwas später zurück. Er war nackt, da er alle seine dreckigen Klamotten im Wäschekorb des Bades gelassen hatte. Nur seinen Ledergürtel hielt er noch in der Hand.

„Whoa, Cowboy, bist du so angepisst, dass du mich auspeitschen willst?", fragte Ennis mit todernster Stimme aber einem Lächeln in den Augen.

Jack sah auf den Gürtel in seiner Hand und dann zu seinem Lover. „Wir haben ja schon viel ausprobiert, aber das ist eine Grenze, die wir nie überschritten haben und heute werde ich nicht damit anfangen."

Ennis nickte. Er erinnerte sich an die Geschichte, dass Jacks Vater ihn mit seinem Gürtel verhauen hatte. Sie hatten sicherlich einiges an ziemlich hartem Sex gehabt über die Jahre aber beide waren sie stets vor den Punkt zurückgeschreckt, an dem der Genuss in Gewalt umschlug.

Jack legte seinen Gürtel auf die Ablage am Bettende und rutschte auf seinen Platz neben Ennis, der auf dem Rücken lag und die Hände hinter dem Kopf verschränkt hatte. Ennis beugte sich herüber und rieb mit seinem Daumen über Jacks Wangenknochen. Dann fuhr er seinen Kiefer entlang. „Und was schwebt dir so vor, Babe?", fragte er sanft. Soll ich dich rannehmen? Oder du mich? Etwas von beidem?" Er beugte sich vor für einen Kuss und zog dann seinen Kopf zurück.

Jack grinste ihn an und fuhr mit seiner Zunge über seine Lippen. „Bist du in der Stimmung, mir eine Rückenmassage zu geben?", fragte er. „Ich hab ein wenig Rückenschmerzen."

„Klar.", antwortete Ennis ohne zu zögern. „Dreh dich um."

Jack legte sich bequem auf den Bauch und bearbeitete ein Kissen solange, bis er fand, dass sein Kopf richtig lag. Ennis nahm die Flasche mit Mandelöl – ihre Lieblingssorte – aus dem Nachtschrank. Er verteilte eine großzügige Portion auf seiner Handfläche und wärmte sie etwas an, dann rieb er sie auf Jacks Schultern. Auch wenn das Öl warm war, erschauderte Jack ein wenig. „Ahhh.", hauchte er leise.

„Magst du das?", fragte Ennis.

Jack nickte. „Immer."

Ennis arbeitete eine Weile schweigend, während er rittlings auf Jacks Hintern saß und zusah, wie die Rückenmuskeln seines Liebhabers unter seinen Händen lockerer wurden. Er sah, wie sie sich entspannten und merkte, wie der Stress des Tages von Jack abfiel. Obwohl ihre alltäglichen Probleme minimal geworden waren, ihre Farm genug Geld abwarf und die Kinder erwachsen und selbstständig waren, wusste er, dass Jack sich Sorgen machte. Jack – der zwar immer sorglos schien aber insgeheim nagende Sorgen und kleine Unsicherheiten hatte. Ennis hatte es lange aufgegeben, nach dem Grund zu fragen und versuchte einfach, ihn so zu lieben, wie er war. Das war das einzige, was er tun konnte.

„Und?", fragte Jack leise. „Gefällt dir die Chili Idee?"

Ennis kicherte. "Jetzt sitz ich hier und geb dir ne sexy Massage und du denkst noch immer über die Party nach?"

„Ja.", erwiderte Jack. „Aber es ist ein angenehmer Gedanke. Es ist unser Jubiläum, En. Ich feiere eben gerne."

Ennis lehnte sich vor, nahe an Jacks Ohr und küsste ihn. „Na wenn das so ist.", flüsterte er. Er setzte sich wieder auf und fuhr mit seiner Massage fort. „Ja, ich mag die Idee mit der Chiliparty."

Ennis massierte Jacks Hintern, dann ließ er seine Finger zurück über die kleinen Einkerbungen am Ende von dessen Wirbelsäule gleiten. Er endete mit einigen sanften Berührungen. „Oh, das fühlt sich gut an.", sagte Jack und grinste Ennis von der Seite an.

„Soll ich auch deine Vorderseite massieren?", fragte Ennis.

Jack wandte seinen Kopf um. „Oder soll ich deinen Rücken massieren?"

Ennis hielt inne und Jack grinste ihn an. „Naja gut, eigentlich bietest du mir nicht oft an, meine Vorderseite zu massieren, also okay, Cowboy, dann gib mir eine Brustmassage.", sagte er, drehte sich um und lehnte sich gegen die Kissen.

Ennis drückte noch etwas Öl aus der Tube in seine Hände und legte je eine Handfläche auf eine Seite von Jacks Brust. Mit den Daumen massierte er die Brustwarzen. Er lächelte Jack zu, der sein Lächeln erwiderte. „Also, diese Chili Sache", sagte er, während er Jacks obere Bauchmuskeln bearbeitete und sie, wie die Rückenmuskeln, entspannter wurden, „ist das eher ein Wettkampf oder mehr so zum Spaß?"

„Nun", erwiderte Jack, „ein Kochwettbewerb ist nun mal ein Wettkampf aber…" Seine Stimme wurde leiser.

Ennis kicherte. „Hast du Probleme mit dem Sprechen, Cowboy?", fragte er sanft.

„Ich kann mich nur schwer konzentrieren.", erwiderte Jack grinsend. „Wenn du meine Vorderseite massierst, kann ich dich ansehen."

„Hmmm.", machte Ennis, während seine Hände über Jacks Rippenmuskulatur glitten. Jack griff nach unten und nahm sein eigenes Glied in die Hand. Er bearbeitete es im selben Rhythmus wie Ennis' Hände über seinen Körper glitten. Ennis ließ seine Hände tiefer wandern, massierte die Muskeln an Jacks Hüften, dann strich er über seine Lenden. Wieder endete er mit einigen sanften Berührungen, dann legte er sich auf die Seite und zog Jack an sich. „Willst du über Chili reden?", fragte er leise.

„Nein, ich will gar nicht reden.", erwiderte Jack und küsste ihn.

Ihre Hände liebkosten einander langsam. Jacks Haut fühlte sich glatt und glitschig an durch das Massageöl. Ennis beugte seinen Kopf über Jacks Schlüsselbein, leckte kurz darüber und hielt etwas Haut zwischen seinen Zähnen in einem kurzen Knabbern, ehe er davon abließ. Er rieb mit seinem Finger über die Stelle, dann fuhr er mit der Hand über das Tattoo an Jacks Arm und küsste es.

„Wir küssen unsere Tattoos?", fragte Jack und Ennis nickte. Jack nahm das als Stichwort. Er rutschte im Bett nach unten und rieb das Tattoo auf Ennis' Hüfte. „Das ist es.", flüsterte er, während seine Lippen sich um das farbige Bild schlossen, dann bewegte er seinen Mund zu Ennis' Glied, das längst hart war, offensichtlich stimuliert durch die lange, langsame Massage, die er seinem Lover gegeben hatte. Jack nahm Ennis' Glied langsam in seinen Mund auf, umfasste es mit Daumen und Zeigefinger. Seine Handfläche benutzte er, um Ennis' Hoden sanft zu streicheln.

Ennis lehnte sich zurück und entspannte sich auf der Matratze, während die wärmende Lust seinen Körper durchlief. Er steigerte sich in die Erregung hinein, fühlte wie seine Hüften sich hoben und seinen Penis tiefer in Jacks Mund trieben. Der Druck in seinen Hoden wurde stärker, als der Orgasmus langsam näher kam.

Ein paar Gedanken schossen Ennis durch den Kopf, dann plötzlich wusste er, was er wollte: in Jacks Mund kommen und dann noch einmal, schnell, in seinem Hintern. Er genoss Jacks Mund an seinem Glied, fühlte das Saugen und Loslassen, rhythmisch in seiner Einfachheit und dann, nach einigen Zuckungen, spürte Ennis, wie er tief in Jacks Rachen kam. Jack zog seinen Kopf zurück, sein Mund war feucht vom Sperma und er lächelte Ennis zu.

Ennis nickte und wies ihn an, sich umzudrehen. Jack war überrascht aber nicht abgeneigt. Mit 63 passierten multiple Orgasmen nicht jede Nacht, aber wenn doch, zogen sie beide ihren Vorteil aus dem Moment. Jack kniete sich hin und Ennis zog seine Hüften nahe an sich, während er nach dem Gleitgel suchte. Mit der anderen Hand bearbeitete er rasch sein eigenes Glied.

Jack lege seinen Kopf auf ein Kissen und umfasste seinen Penis. Er rieb ihn ein wenig, seine Hüften zuckten als Antwort auf Ennis' Finger, die sich zwischen seine Backen schoben, dann langsam und sanft gegen seinen Eingang drückten, während sich der Muskel unter dem Druck von erst einem, dann zwei Fingern entspannte.

„Oh, En, Babe, fick mich…", wisperte Jack atemlos. Er war schon sehr erregt durch den Blowjob aber die Erwartung, Ennis in sich zu spüren, ließ ihn alles vergessen außer Ennis' nächstem Schritt.

„Willst du mich?", fragte Ennis. Das Stöhnen in Jacks Stimme und das leise Betteln war alles, was er brauchte, um wieder voll erregt zu sein.

Jack nickte zur Bestätigung. Er versuchte nicht einmal, eine Antwort herauszubekommen. Ennis brachte seine Hüften näher an Jacks Hintern. Mit etwas mehr Öl und nach einem leichten Stoß fühlte er, wie sein Glied den entspannten Muskel in Jacks Hintern überwand. „Oh ja.", stöhnte er, als sich der Muskel eng um ihn schloss. Er richtete sich auf, versuchte, seine Stöße zu kontrollieren, wenigstens einen Moment lang, sodass sie beide den Moment der Lust genießen konnten, aber es war hoffnungslos. Jack kam in seiner eigenen Hand, als Ennis sich in ihm ergoss und beide fielen auf die Seite. Ennis umfasste Jacks Brust mit einem Arm und drückte ihn an sich.

So lagen sie eine Weile, fühlten sich klebrig und verschwitzt aber genossen ihre Nähe. Sie ließen ihren Herzschlag und ihre Atmung wieder zu normalem Rhythmus zurückfinden.

„Scheiße.", sagte Ennis leise, beugte sich nach vorne und küsste Jacks Ohr. „Als du Action sagtest, hab ich nicht sowas erwartet."

„Wenn du meine Fragen blöd nennst, musst du dafür bezahlen."

„Babe.", erwiderte Ennis, kuschelte sich hinter Jack und zog die Decke über sie beide. „Diesen Preis würde ich an jedem Abend der Woche bezahlen."