Kapitel 17
Die Gäste kommen
Jack rutschte auf seine Stelle im Bett und fühlte sofort, wie Ennis' Arme ihn umschlossen, ihn auf die Seite drehten und an ihn zogen, sodass er mit seinem Rücken an Ennis' Brust lag. „Morgen, Schatz.", flüsterte Ennis mit schwacher, heiserer Stimme. Seine Lippen waren nah an Jacks Ohr.
„Schatz?", fragte Jack. „Das krieg ich nicht oft zu hören."
"Ich wahre es für spezielle Gelegenheiten auf.", erwiderte Ennis. „So wie heute."
„Ohhh, heute ist was Besonderes?"
„Mhm… ich fühl mich irgendwie so verspielt heute." Ennis zog Jack näher an sich und dieser konnte Ennis' Erektion an seinem Hintern spüren. Ennis streckte den Arm aus und griff nach Jacks Glied. Er hielt es fest und begann zu reiben. „Fühlst du dich auch verspielt?", wisperte er.
"Das weißt du doch, Babe, bei dir tu ich das immer."
Ennis kicherte leise und eine Weile lagen sie so da. Jack fühlte sich kraftlos in Ennis' starken Armen. Er ließ sich von dessen geübten Händen streicheln und erregen.
Ennis lehnte sich nach vorne und verteilte heiße Küsse auf Jacks Hals und Schultern. Er nippte sanft an der Haut und knabberte mit seinen Zähnen daran. Für seine Bemühungen erhielt er ein schwaches Stöhnen von Jack, der sich näher an Ennis' Körper presste, so als wollte er, dass seine Muskeln mit denen, seines Lovers verschmolzen.
„Willst du es hart oder zärtlich? Auf der Seite oder doch lieber auf dem Rücken?", flüsterte Ennis.
„Auf der Seite.", sagte Jack und stellte ein Bein auf. „Ich will, dass du mich kontrollierst."
„Okay, Cowboy, sollst du haben.", erwiderte Ennis, nahm seine Hand von Jacks Glied und streckte seine Finger aus. Jack griff nach der Tube mit Gleitgel auf dem Nachttisch und verteilte eine großzügige Portion auf Ennis' Fingern, die er benutzte, um seinen Penis einzuschmieren. Er streckte die Hand erneut aus und verteilte die nächste Portion auf Jacks Hintern, dann drückte er sein Glied gegen Jacks Eingang. „Bereit?" Jack nickte. Sein Kopf lag an Ennis' Brust, welcher ihn eng an sich gedrückt hielt.
Ennis wartete einige lange Sekunden lang, die Hand hatte er von Jacks Glied genommen. Als er spürte, wie sich der Muskel entspannte, führte er sein eigenes ein. Er merkte, wie der Muskel sich weiter dehnte, als er tiefer hinein glitt. Jacks Penis nahm er in seine Hand und während er ihn stimulierte, entspannte sich Jack immer mehr. Ennis stöhnte leise und genoss das schöne Gefühl. Jacks Hand schloss sich um die von Ennis. Beide bewegten sich simultan in einem lang geübten Rhythmus.
Ihre Atmung, heiser und rau, und das kehlige Stöhnen waren die einzigen Geräusche im Zimmer. Als ihre Erregung größer wurde, wurden sie auch lauter. Jack warf seinen Kopf zurück, drückte sich Ennis' Stößen entgegen. „Ohmeingott, fick mich, En, fick mich…" Ennis antwortete mit einem heiseren Stöhnen. Er biss fester in die Haut an Jacks Schlüsselbein.
„Ich komme…"
„Ich auch…", erwiderte Jack. „Lass es uns kontrollieren, lass uns zusammen kommen." Ennis antwortete, indem er Jacks Hüften anhob und in einem anderen Winkel zustieß, während er Jacks Glied intensiver bearbeitete. „Oh ja…", sagte Jack, seine Stimme wurde von Ennis' schweren Atemgeräuschen übertönt. Nach ein paar weiteren Stößen spürte er die heiße Explosion von Ennis' Orgasmus in sich. Auch sein Glied explodierte und Samen verteilte sich auf ihren verschränkten Händen.
Jack ließ sein hochgestelltes Bein entspannt sinken und Ennis' Glied erschlaffte. Ansonsten bewegten sie sich nicht, Jack wurde noch immer in einer festen Umarmung gehalten, wo er Ennis' Herz gegen seinen Rücken schlagen fühlte. Ennis fuhr mit seinen Fingern durch Jacks Schamhaar, er massierte das klebrige Sperma über seinen Bauch. Jack lachte leise. „Das kitzelt, Babe."
"Ach, Schatz.", flüsterte Ennis mit schwacher Stimme. „Lass mich dafür sorgen, dass du noch mehr lachst. Ich will, dass du für immer lachst."
Als sie sich entspannt und aneinander geschmiegt hatten, murmelte Jack: „Ach Schatz" trifft es genau. Über diesen Tagesbeginn kann ich mich echt nicht beschweren." Ennis lockerte seinen Griff, sodass Jack sich umdrehen konnte. Er zog Ennis' Gesicht an sein eigenes. „Ich liebe dich, Babe.", sagte er, beugte sich nach vorne, um ihn zu küssen und fuhr mit seiner Zunge an Ennis' Zähnen entlang.
„Ich dich auch.", erwiderte Ennis mit einem sanften, müden Blick, während er in Jacks Anblick ertrank.
Die nächsten Minuten verbrachten sie mit einer post-koitalen Erkundung. Mit Händen und Zungen, Streicheln und Kuscheln, genossen sie aufs Neue die Liebe, die sie teilten. Schließlich ließen sie voneinander ab und Jack legte sich in die Kissen. Ennis stützte sich auf seinen Ellenbogen und sah auf ihn hinab. Jack lächelte ihm müde zu. „Ich könnte das den ganzen Tag tun.", sagte er.
"Ich auch, aber wir bekommen Gesellschaft und ich wette, dass die Ersten schon heute Morgen kommen."
Jack nickte. „Du hast sicher Recht. Außerdem jagen uns nicht nur die Gäste aus dem Bett, wir haben auch noch einen Stall voller Pferde, um die wir uns kümmern müssen.", erwiderte er, während er auf die Uhr auf dem Nachttisch sah.
Jack machte Anstalten aufzustehen, doch Ennis legte ihm beschwichtigend eine Hand auf den Arm. „Mach dir darüber keine Sorgen, Bobby ist heute im Stall."
„Bobby?", fragte Jack verwirrt.
Ennis lächelte ihm zu. „Bobby Jarrett, nicht Bobby Twist. Billys Bruder."
"Bobby Jarrett? Was tut der hier?"
„Ich denke, er versucht, sich den Job seines Bruders zu angeln."
Jack legte sich auf die Seite und stützte sich auf, sodass er Ennis in die Augen sehen konnte. „Wovon redest du?"
„Was auch immer du letztes Wochenende zu Billy gesagt hast, hat er sich zu Herzen genommen.", antwortete Ennis. „Er spricht davon, dass er vielleicht nach Lubbock geht und mit Scott zusammen zieht."
„Ehrlich?"
Ennis nickte. „Er sucht dort nach einem Job und sie wollen sich Wohnungen ansehen. Scott lebt in einer WG und Billy sagt, dass sie lieber allein wären."
„Das versteh ich gut.", Jack lachte laut auf. „Ich frage mich, wie Scott wohl so ist."
„Du triffst ihn ja in ein paar Tagen.", sagte Ennis. „Aber ich hab ein Bild von ihm gesehen."
„Oh? Sieht er gut aus?"
Ennis nickte. "Ja, aber du wirst überrascht sein."
„Wieso überrascht?"
„Er ist chinesisch."
„Chinesisch? Also kommt er aus China?"
"Naja, nein er ist Amerikaner, aber seine Familie kommt aus China. Seine Großeltern zogen in den Vierzigern her. Er sieht asiatisch aus, du weißt schon, schwarzes Haar…"
Jack sah Ennis an. „Ich will keine Vorurteile haben oder so, aber ich bin echt überrascht, dass sich Billy in einen Chinesen verliebt hat."
„Einen chinesischen Amerikaner.", sagte Ennis. „Billy hat mich korrigiert, jetzt korrigiere ich dich."
„Trotzdem überrascht es mich."
„Jack.", erwiderte Ennis sanft. „Sie haben sich im Internet kennen gelernt, erinnerst du dich? Billy sagt, dass er sich in Scott verliebt hat, ehe er wusste, wie er aussieht. Als er dann herausfand, dass er Asiat ist, hat es ihn nicht gestört"
„Heißt er denn wirklich Scott?"
„Das ist sein amerikanischer Name. Er hat auch einen chinesischen Namen, Li-Weng. Es heißt etwas, aber ich erinnere mich nicht. Billy kann es dir sagen. Oder vielleicht Scott selbst. Was auch immer es war, es war etwas Schönes."
Jack lehnte sich in sein Kissen zurück. "Oh Gott, wo die Liebe hinfällt, ich wünsche ihnen das Beste."
„Du wünschst ihnen das Beste?"
Jack nickte. "Ja, das tue ich, En, wir dachten wir hätten alle Probleme dieser Welt erlebt und was waren wir? Zwei arme Jungs aus Wyoming. Aber wir haben es geschafft. Ich habe keinen Zweifel daran, dass Billy und Scott es auch schaffen werden. Außerdem bin ich jetzt noch begieriger ihn zu sehen." Er rieb mit einer Hand über seine Augen und gab ein lang gezogenes „Hmmmmm…" von sich.
„Worüber musst du denn Hmmmm machen?", fragte Ennis.
„Ich frage mich, ob er ein gutes Chili-Rezept hat. Chili chinesischer Art? Er könnte uns alle nass machen."
Ennis stieß Jack in die Rippen. „Lass das, Jack, ich hab dir doch gesagt, dass er Amerikaner ist. Er wurde in diesem Land geboren und aufgezogen, hier in Texas, wenn du's wissen willst. Wahrscheinlich hat er trotzdem ein besseres Rezept als du. Seins ist wahrscheinlich echtes texanisches Chili, nicht aus „Freude am Kochen".
„Ich kenne dich, Ennis Del Mar, Chefjuror. Du suchst immer noch nach einer Möglichkeit, um mich verlieren zu lassen."
Jack stieß Ennis spielerisch in die Rippen. Die beiden kabbelten sich, fielen übereinander her und lachten. Dann aber wurde Ennis ernst. „Weißt du, es ist zwar schön, über Billy zu reden… aber eine Sache, die ihn zurückgehalten hat, war, dass er uns verlassen muss. Er war lange hier."
Jack nickte. „Ich finde es auch sehr traurig. Er ist wie ein Sohn für mich."
„Für mich auch. Ich denke, dass hat er seiner Familie gegenüber erwähnt… er wollte uns nicht einfach sitzen lassen. Da hat er wohl auch seinen Bruder gefragt, ob er den Job nicht haben will. Und dann hat Bobby sich sogar einfach dazu bereit erklärt, über die Feiertage umsonst zu arbeiten."
„Arbeitet er nicht am Agway?"
Ennis schüttelte den Kopf. „Die haben geschlossen… sie geben den Angestellten ein viertägiges Wochenende."
„Oh."
„Also ist Bobby hier und gibt uns ein wenig mehr Zeit, um uns zu genießen." Während er dies sagte, lehnte er sich nach vorne und küsste Jack.
Jack ließ sich in das Kissen fallen. „Du hast das echt gut durchdacht, Ennis. Hast du das geplant, dass du mir all diese persönlichen Veränderungen erzählst?"
„Das ist alles innerhalb der letzten zwei Tage geschehen. Du hattest den Kopf voll mit Partyplänen."
Jack kicherte. „Das stimmt." Er hielt inne, dann fuhr er fort. "Aber Bobby geht noch zur Schule, oder? Wir müssen wohl wieder auf eine Halbtagskraft zurückgreifen. Ich hatte mich an Billy richtig gewöhnt."
„Jack, es ist Anfang Juli. Wenn es klappt, dann arbeitet er den Sommer über noch hier. Und im Herbst können wir uns dann was überlegen. Wer weiß, ob Billy überhaupt umzieht. Es hat ja grade erst angefangen."
„Ich hab das Gefühl, dass er geht. Das hört sich so endgültig an."
Ennis grinste. „Das stimmt wahrscheinlich. Aber Bobby ist ein netter Junge, er ist aus demselben Holz geschnitzt wie Billy. Wir kommen schon mit ihm klar."
„Ja, du hast wohl Recht." Eine Weile schwiegen sie, dann setzte Jack sich auf. „Ich könnte etwas Kaffee machen gehen, wenn du schon entspannen willst." Aber als er dies sagte, klingelte das Telefon. Er griff nach dem Hörer. „Lazy L, hier ist Jack."
"Onkel Jack, hier ist Junior.", hörte er ihre Stimme.
„Hallo Liebes! Ihr seid wohl in Quanah."
"Ja, sind wir. Wir sind gestern um zehn Uhr angekommen."
„Wie war die Fahrt?"
„Lang, aber gut. Keine Probleme, wir sind eine gute Zeit gefahren." Sie hielt inne. „Habt ihr schon gefrühstückt?"
„Nein, Süße, dein Dad und ich hatten bisher einen faulen Morgen.", sagte er und zwinkerte Ennis zu.
„Gut, ich dachte, ich könnte in den Supermarkt gehen, die Kinder holen und dann können wir alle zusammen frühstücken. Ich kann es gar nicht abwarten, euch zu sehen."
Jack legte seine Hand über den Hörer. „Ist es okay, wenn Junior und die Kinder zum Frühstück rüberkommen?"
„Klar.", sagte Ennis ohne zu zögern.
„Wir können es auch nicht erwarten, euch zu sehen. Frühstück hört sich toll an. Und denkt auch an ein paar Donuts mit Zuckerglasur für Ennis."
„Ist doch klar. Braucht ihr Saft? Oder Milch?"
"Nein, haben wir alles. Gebt uns noch ne Stunde, ja? Wir müssen noch... unsere Arbeit im Stall beenden."
„In Ordnung, bis dann."
Jack steckte den Hörer in die Halterung zurück. Dann wandte er sich an Ennis. „Du hast die Wette wohl gewonnen. Die ersten Gäste kommen in einer Stunde." Ennis sah ihn an. „Und bist du bereit?"
„So bereit, wie man nur sein kann.", erwiderte Ennis. Er musterte Jack und zwinkerte ihm zu. „Bist du in der Stimmung dazu, dass ich dich in der Dusche ficke? Dann hätte ich wohl genug Power, um die nächsten Tage zu überstehen."
Jack zwinkerte zurück. „Eine Wasser-Therapie also? Das hört sich gut an."
