Disclaimer: Die Charaktere dieser Geschichte gehören nicht mir sondern j.K.Rowling. ich habe sie mir nur geborgt °
Pairing: Harry x Draco
- Frei wie der Wind –
Chapter one - Zerstörte Träume
Liebster Harry
Ich weiß, du wunderst dich sicherlich warum ausgerechnet ich, dein Erzfeind, die schreibe. Das ist verständlich, ich kann es mir selbst nicht erklären. Aber dennoch, ich musste dir einfach schreiben.
Natürlich könnte ich es verstehen, wenn du den Brief auf der Stelle vernichtest, aber dennoch: Ich bitte dich den Brief zu lesen, denn er drückt all das aus, was ich dir so niemals persönlich sagen könnte. Er zeigt dir die Tiefen meines Herzens und wenn du diesen Brief zerreißt ohne ihn gelesen zu haben, ist es, als würdest du mein Herz zerreißen. Also bitte ich dich, lies den Brief und vielleicht können wir ja wenigstens unserer Feindschaft begraben.
Aber nun genug, der unnötigen Worte. Kommen wir zum Grund dieses Briefes. Ich bitte dich nicht zu lachen, denn es ist mir außerordentlich schwer gefallen, dies in Worte zu fassen.
Vielleicht ist es dir aufgefallen, aber ich habe mich in letzter Zeit sehr zurückgezogen. Ich habe mich von dir und deinen Freunden ferngehalten. Ich konnte es nicht mehr ertragen, weder deine Nähe, noch die Streitereien mit die, noch deine enge Freundschaft mit dieser Granger und diesem Weasley-Sprößling. Es tut weh, euch lachen zu sehen. Zu sehen, wie du dich mit ihnen freust, mit ihnen lachst. Wie ihr ein Abenteuer nach dem nächsten erlebt und euch so gut versteht. Wenn ich dann jedoch auf der Bildfläche erscheine, beginnen deine tiefgrünen Seelenspiegel wütend zu glitzern. Voller Verachtung speist du meinen Namen aus und es tut weh, so verdammt weh.
Dies war der Grund dafür, dass ich mich von euch ferngehalten habe. Ich habe gehofft, es würde weniger wehtun. Ich hoffte, es wäre mir egal, was und mit wem du etwas unternimmst, doch ich habe mich geirrt. Es ist mir nicht egal, was du tust und es ist schlimm, zu wissen, dass ich nicht zu deiner Welt dazu gehöre, zumindest nicht als wichtiger Aspekt. Es tat weh und wurde von mal zu mal schlimmer. Jeden Tag tut es mehr weh und es wird nicht besser. Im Gegenteil, dich nur von weitem zu sehen vergrößert diesen unsäglichen Schmerz und ich sehne mich förmlich nach unseren Streitigkeiten. Ich wünsche mich in deine Nähe, sehne mich nach deiner Wärme, ersehen dein Lächeln. Ich würde alles dafür geben, dass du nur ein einziges Mal wegen mir so lächeln würdest. Es wäre für mich die Erfüllung eines großen Traumes, wenn ich nur einen Tag mit dir verbringen könnte. Ohne jegliche Anfeindungen in deiner Nähe zu sein, wäre für mich das Größte. Nur einmal ein Gespräch ohne Beleidigungen mit dir zu führen. Jedoch wüsste ich nicht, ob ich auch nur ein einziges Wort herausbringen könnte. Es scheint für mich mittlerweile fast unmöglich auch nur einen klaren Gedanken in deiner Gegenwart zu fassen. Meine Gedanken und Gefühle spielen verrückt, ich weiß nicht mehr was ich tun soll. Ich komme mir so klein in deiner Nähe vor. Es ist kaum vorstellbar, wie ich, Draco Lucius Malfoy, mich in deiner Gegenwart verändere. Mein Bauch beginnt zu kribbeln, als wären zig Schnatze darin gefangen, ich kann kaum atmen. Ich glaube, im siebten Himmel zu schweben, ganz ohne Besen. Mir wird heiß und kalt, sobald dein mich Blick streift. Mein Herz beginnt zu rasen und alles an was ich denken kann, bist du. Du. Du. Nur du. Es ist zum verrückt werden, denn ich krieg dich einfach nicht aus meinem Kopf.
Aber irgendwie, so muss ich mir, mittlerweile eingestehen, ist es etwas schönes, So von dir gefangen zu sein. Ich kann mich nicht mehr von dir lösen, bin von dir fasziniert. Ich kann es nicht unterlassen, dich zu beobachten, sei es nun in der Großen Halle oder im Unterricht. Zusammen mit allen anderen Gryffindor, wenn ihr euch lautstark über die letzte Zaubertrankstunde aus lasst und deine Augen – der erfahrenen Ungerechtigkeit wegen – vor Wut glitzern. Wie du dich während Geschichte der Zauberei krampfhaft wachzuhalten versuchst, dein Kopf ab und an nähere Bekanntschaft mit der Tischplatte schließt.
Ich sehe immer wieder deine leuchtenden Augen, die mich triumphierend an funkeln, wenn du erneut den Schnatz gefangen hast. Selbst wenn ich es könnte, ich glaube ich würde niemals vor dir diesen goldenen Ball fangen wollen. Denn allein schon dieses Lächeln, dieses Leuchten in deinen wunderschönen Augen ist jede Niederlage wert. Dieses Lachen zu zerstören könnte ich nie ertragen. Es wäre das Schlimmste für mich zu wissen, dass dieses Lächeln wegen mir gestorben ist, oder du gar wegen mir eine einzige Träne vergießen würdest.
Dazu bedeutest du mir viel zu viel. Du, der süße Gryffindor, der jedem zu Helfen bereit ist. Weißt du eigentlich wie süß du bist? Wie niedlich du aussiehst, wenn du morgens vollkommen verschlafen zum Frühstück erscheinst? Wie sexy du auf deinem Besen bist? Wie schön dein Haar in der Sonne glänzt, förmlich zum Hindurch fahren einlädt?
Kein Wunder, dass dir so viele Mädchen und Jungen hinterher schauen. Und ich muss gestehen, ich gehöre zu ihnen. Ich bin dir vollkommen verfallen, Harry James Potter. Ohne dich zu leben wäre für mich die Hölle. Nein, es wäre kein Leben. Du bist für mich wie die Luft zum Atmen. Wie der erste Sonnenstrahl, der mich morgens an der Nase kitzelt. Wie das helle Kerzenlicht in einer dunklen stürmischen Nacht. Du bist ein Hoffnungsschimmer, aus dieser einsamen Leere hinaus.
Ich habe mich in dich verliebt, Harry Potter!
Ich schenke dir mein Herz, lege es in deine Hände. Behandle es gut und gib darauf Acht, denn es ist zerbrechlich. Nur ein falsches Wort, eine falsche Handlung und es liegt in Scherben. Geh sorgsam damit um.
In Liebe
Draco Lucius Malfoy
Immer wieder lasen sturmgraue Augen die geschriebenen Zeilen, flogen über die Buchstaben hinweg und versuchten jeglichen Fehler zu finden. Dies war nun schon sein zehnten Brief, unzählige zusammengeknüllte Papierkugeln zeugten von den zuvor misslungenen Versuchen. /Kann ich ihm den Brief so geben? Ich weiß nicht... er klingt so... so.../ Seufzend lehnte sich Draco zurück in den Sessel und schloss die Augen. Wieso war es nur so verdammt schwer, seine Gefühle jemand anderem zu offenbaren? Wieso musste alles was er schrieb nur so verdammt blöde klingen? Er wollte doch nur jemandem seine Liebe gestehen, das tat er ja schließlich jeden Tag. Hohl lachte der junge Slytherin auf. Es war zum Haare raufen. Er war ja so etwas von unfähig, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Er war ja schon zu feige, Harry seine Gefühle persönlich zu gestehen.
Wütend krallte er seine Finger in das Pergament /Ich kann es ihm nicht geben. Nicht so. Er würde lachen, er.../ begannen auch dieses Schriftstück zu zerknüllen /Ich kann das nicht. Es ist so schwer./ Verzweifelt blickte er auf das Pergament. /So verdammt schwer/ ballte die Hand stetig zur Faust, als ihn ein leichter Druck an der Schulter inne halten ließ.
Erschrocken blickte der blonde Zauberer auf, direkt in das lächelnde Gesicht seines besten Freundes. Blaue Augen sahen ihm fürsorglich entgegen. „Draco! Lass gut sein und hör auf dich zu quälen. Das ist jetzt schon der wievielte Brief? Der zehnte? Glaube mir, der Brief ist gut so, wie er ist!" Vorsichtig löste er das Schriftstück aus den schlanken Fingern des Jüngeren und glättete den Brief. „Er wird ihm gefallen, da bin ich mir sicher. Und er wird es verstehen, wird dich schon nicht verletzen. Dafür ist er viel zu sehr Gryffindor. Also..." Ergeben senkte Draco den Kopf. Blaise hatte ja Recht, aber... „Kein ‚Aber' Dray. Du lässt diesen Brief jetzt so, wie er ist und wirst ihn Harry auch geben!" erklärte der schwarzhaarige Slytherin bestimmend und sein Ton ließ keinen Zweifel offen, dass er es ernst meinte. Erneut seufzte der Jüngere, blickte dann wieder auf. „Danke, Blaise!" flüsterte er kaum hörbar und lächelte leicht. „Kein Problem, Kleiner. Dafür bin ich ja da!" meinte der Ältere und wuselte durch Draco's Haare, was dieser mit einem leisen Knurren quittierte. „Und außerdem, vielleicht kriegt Potter dich ja ein wenig Handzahmer. Da hätte ich auch etwas davon!" schwungvoll ließ Blaise sich auf Draco's Bett fallen und sah den Blonden herausfordernd an. Dieser verschränkte schmollend die Arme vor der Brust. „War ja klar, dass du das nicht ohne Hintergedanken tust!" wütend plusterte Draco seine Backen auf, was Blaise leise Kichern ließ. Ein letzter säuerlicher Blick, einmal die Zunge raus gestreckt und schon widmete sich Draco wieder seinem Brief. Glättete ihn noch einmal und machte sich dann auf die Suche nach einem geeigneten Briefumschlag. Blaise Zabini betrachtete seinen besten Freund dabei eingehend und dachte über den Jungen vor sich nach.
Der blonde Slytherin war hier so anders, wie draußen. Er spielte draußen nur eine Rolle, hatte eine fast undurchdringliche Maske aufgesetzt und es hatte viel Mühe gekostet, bis Blaise hinter diese Fassade schauen konnte. Aber die Mühe hatte sich gelohnt, immerhin genoss der Schwarzhaarige Slytherin nun das vollste Vertrauen des Malfoyerben, was an sich schon etwas ungemein Wertvolles war. Und dennoch hatte es lange gedauert, bis Draco Blaise von seinen Gefühlen gegenüber dem Gryffindor-Löwen erzählte hatte. /Wenn ich heute noch daran denke, wie verzweifelt er anfangs war, weil er nicht wusste, was er da eigentlich fühlte. Und wie rot er geworden ist, als ich es ihm erklärte habe. Er war so niedlich als er sein Gesicht hinter dem Kissen verborgen hatte und nie wieder dahinter hervor kommen wollte./ Wieder ein Lächeln auf den Lippen des älteren Slytherin. /Ich hoffe wirklich, dass es für ihn gut ausgeht. Er hat die letzte Zeit so gelitten, das passt nicht zu Draco. Er ist zwar still, kann gemein sein und so, aber Tränen und Schmerz passen nicht zu ihm/
Er wurde jäh aus seinen Gedanken gerissen, als sich der Blonde aus dem Sessel vor dem Kamin erhob und tief ein- und ausatmete, den Briefumschlag dabei fest an seine Brust drückte. Schlagartig war Blaise wieder auf den Beinen und an der Seite des Blonden. Aufmunternd klopfte er ihm auf den Rücken. „Keine Sorge, Draco. Glaub mir, es wird alles gut." Er drückte ein letztes Mal Draco's Hand und schob ihn dann mit sanfter Gewalt Richtung Tür. „Und jetzt geh schon, bevor du es dir wieder anders überlegst!" Mit diesen Worten schubste Blaise den Malfoysprößling aus dem Zimmer und schlug die Tür hinter ihm laut ins Schloß.
Verunsichert blickte der nun allein Gelassene den dunklen Flur entlang und schluckte hart. Er hatte Angst. Nicht etwa vor der Dunkelheit, sondern eher davor, was ihn danach erwartete. Denn früher oder später würde er auf Harry treffen, auch wenn er keine Ahnung hatte, wo sicher dieser im Moment aufhielt. Aber sein Herz würde ihn führen, es hatte ihn in den letzten Tagen immer wieder gefunden – selbst an den unmöglichsten Orten. Es war nur eine Frage der Zeit.
Der silbrige Mond stieg am Horizont empor und verkündete die herannahende Winternacht. Das fahle Licht erhellte das Schloss und das darum liegende Gelände. Die Ländereien Hogwarts waren von einer leichten Frostschicht bedeckt und es würde vermutlich nicht mehr lange dauern, bis der erste Schnee für diesen Winter fiel. Das fahle Licht erhellte aber auch die unzähligen Gänge des Schlosses, fiel durch die etlichen Fenster hindurch und spiegelte sich an Wänden und Böden. Irgendwo inmitten eines solchen Ganges stand ein Schatten an ein Fenster gelehnt. Er wirkte irgendwie verloren, einsam und verlassen.
Das kühle Glas an seiner Stirn beruhigte ihn auf eine bizarre Art und Weise. Es schien fast so, als würde es die aufkommende Sehnsucht einfrieren. Jetzt suchte er schon seit Stunden, und noch immer hatte er ihn nicht gefunden. Und er wusste mittlerweile nicht mehr, wo er noch suchen sollte. Hatte sein Herz ihn dieses Mal im Stich gelassen? Sollte es vielleicht nicht sein, dass sie zusammenfanden? Sollte er auf ewig in dieser einsamen Kälte gefangen sein und seine große Liebe immer nur von Fern her bewundern dürfen? Draco spürte, wie sich heiße Tränen langsam ihren Weg in seine Augen bahnten. Es war so aussichtslos. Warum hatte er sich überhaupt auf diese bescheuerte Idee eingelassen? Er hätte diese Gefühle einfach länger leugnen und vergraben sollen, auch wenn er daran zu Grunde gegangen wäre. Was sicherlich der Fall gewesen wäre, aber diesem hoffnungslosen Traum hinterher zu jagen war doch jämmerlich. Als ob...
Erschrocken fuhr der junge Slytherin herum, als er in einem angrenzenden Flur Stimmen vernahm. Eine dieser Stimmen kam ihm wohl bekannt vor und ließ sein Herz einen kleinen Salto schlagen. Ohne sich weiter Gedanken zu machen, schritt er eilig in die Richtung, in der er die Stimme vermutete. Den Brief in seiner Hand hielt er fest umklammert, so als wäre es ein letzter Rettungsring in einem Strudel voller Emotionen und Gefühle.
Er konnte das matte Glimmen eines Zauberstabes sehen und verlangsamte seine Schritte, blieb letzten Endes an einer Ecke stehen. Er musste zuerst sicher gehen, ob ihm sein Herz und seine Sehnsucht nicht vielleicht einen Streich zu spielen wagten. Falls dem nicht so war, musste er jedoch auch sicher gehen, dass ihn keine unliebsame Überraschung in Gestalt einer Lehrperson bei seinem Ziel erwartete. Vorsichtig lugte der junge Slytherin um die Ecke, doch sogleich wünschte er sich, es nicht getan zu haben. Denn was er sah, ließ sein Herz für einen kurzen Moment aussetzen.
Er hatte Harry gefunden. Seine große Liebe, aber der Gryffindor war nicht allein. Ihm gegenüber stand diese Ravenclaw, die ihn schon seit Schulbeginn zu faszinieren schien. Eifersucht glomm in dem blonden Zauberer auf, doch noch besann er sich dazu, Ruhe zu bewahren. Wer wusste, weswegen sie sich trafen? Vielleicht wollten sie ja nur reden. Verzweifelt klammerte er sich an selbigen Gedanken, wie zuvor an den Brief. Auch wenn sein Verstand und sein Herz ihm die Wahrheit entgegen schrien. ‚Er solle nicht blind sein' riefen sie, doch Draco wollte nicht hören, wollte nicht wahr haben, dass nun endgültig alles verloren war. Er spürte, wie sein Herz kleine Risse bekam, jedoch hielt es noch zusammen. Aber für wie lange noch.
Leise Gesprächsfetzen drangen an sein Ohr. Angestrengt versuchte er zu lauschen, um sich die Gewissheit zu verschaffen, dass seine Befürchtungen umsonst waren. Doch dies sollte sich als großer Fehler herausstellen.
„Harry, ich..." Draco konnte die helle Stimme Cho Changs vernehmen und sein Magen drehte sich herum. Wie konnte sie es wagen, Harry's Namen einfach so in den Mund zu nehmen, ihn einfach so anzusprechen? „Ja?" Harry. Draco seufzte leise. Schon allein die Stimme des anderen Jungen ließ ihn förmlich schweben. „Ich... ich... es tut mir alles so Leid. Ich wollte dir niemals wehtun... ich... hoffe... du kannst mir verzeihen und mir... na ja, eine Chance geben, es wieder gut zu machen. Denn ich... ich liebe dich!" Leise japste der Slytherin auf, als er die Worte der Ravenclaw vernahm. Das konnte doch nicht... sie konnte doch nicht... /Harry, bitte. Bitte, sag nichts. Gib ihr den Laufpass... bitte. Tu mir das nicht an, sag ihr nicht, dass du sie.../ „Ich liebe dich auch, Cho!" Weiter bekam Draco nichts mehr mit, alles was er noch hörte, war das Zersplittern seines Herzens in unzählige Scherben, die vermutlich nie wieder zusammengefügt werden konnten. Erneut sammelten sich heiße Tränen in den Augen des Slytherin und dieses Mal hatte er nicht mehr die Kraft, sie zurück zu halten. Ohne sich noch einmal umzudrehen rannte er blindlings den Flur entlang, verschwand in der Dunkelheit, wohlwissend, dass er sie nie wieder verlassen würde. Immer wieder quälte ihn die eine Frage Wieso/Wieso? Wieso ausgerechnet sie? Warum ausgerechnet er? Ich... ich/. Draco beschleunigte seine Schritte, versuchte vor der Gegenwart und seinem Schmerz zu entfliehen, doch es war vergebens. Die Erinnerung holte ihn immer wieder ein. Er wusste, dass er verloren hatte, alles verloren hatte.
Verwirrt drehte Harry sich um, als er sich schnell entfernende Schritte vernahm. Suchend sah er sich um, konnte jedoch niemanden entdecken. „Komisch!" flüsterte er, was die Aufmerksamkeit seiner Freundin erweckte. „Was ist?" fragte sie, drückte sich ein wenig von Harry Körper weg, um ihm in die hellgrünen Augen schauen zu können. „Na ja, ich dachte nur, dass..." Der skeptische Blick Cho's ließ ihn innehalten. „Ach... es ist nichts. Ich hab mich wohl geirrt!"
Hemmungslos schluchzend sank Draco in sein Bett, vergrub sein blasses Gesicht in einem weichen Kissen. Es tat so verdammt weh. Warum tat es so verdammt weh? Am liebsten hätte er seinen Schmerz laut hinaus geschrieen, doch der Junge blieb stumm, weinte tonlos, nur leise Schluchzer durchdrangen die sonstige Stille.
Er hörte nicht, wie die Tür geöffnet wurde und ein schwarzhaariger Slytherin eintrat. „Hab ich richtig gehört Dray. Du bist wieder da. Und wie ist es gelauf..." der Slytherin stoppte, als er die zusammengekauerte Gestalt auf dem großen Bett erblickte. „Dray?" Es war nicht mehr als ein Flüstern, der andere schien es auch nicht vernommen zu haben, denn er reagierte nicht. Langsam schritt Blaise auf den von Weinkrämpfen geschüttelten Jungen zu, ließ sich auf das weiche Bett sinken. „Dray, was ist denn passiert?" fragte Blaise etwas lauter, doch er erhielt keine Antwort. Vorsichtig rüttelte er an der Schulter des blondhaarigen, doch noch immer erhielt er keinerlei Reaktion. „Draco!" dieses Mal war die Stimme wieder etwas lauter, doch der junge Malfoy reagierte nicht. Schließlich wurde es Blaise zu blöd und er drehte Draco mit einem Ruck an dessen Schulter auf den Rücken und keuchte erschrocken auf. Das Gesicht des sonst sowieso schon blassen Jungen wirkte totenbleich, die tränennassen Wangen leuchteten im Mondlicht und immer wieder fanden unzählige Tränen ihren Weg über die blasse Haut. „Verdammt Draco. Was ist denn passiert? Wieso weinst du?" Eigentlich hätte Blaise sich die Fragen sparen können, denn er hatte eine ungefähre Vermutung, was geschehen war, aber dennoch wollte er es aus dem Munde des anderen hören. Doch Draco schwieg, schluchzte nur ab und an etwas lauter, ansonsten blieb er stumm. Blaise war vom Anblick seines besten Freundes geschockt. Die grauen Augen des jungen Malfoy waren das Erschreckendste an diesem Bild. Sie waren so leer, außer Schmerz war nichts mehr in ihnen zu lesen. Keine Lebenslust, keine Liebe, gar nichts. Nur Schmerz und Leere. Draco war nur drei Stunden weg gewesen und nun kam er so zurück. Er sah furchtbar aus, so fertig und verletzt. Blaise konnte nicht anders, als ihm die Tränen von den Wangen zu streichen. „Komm schon Draco, erzähl es mir. Bitte, danach wird es dir besser gehen!" flüsterte Blaise, strich erneut über die Wange des Jüngeren. Dieser jedoch schüttelte den Kopf. „Nein, ich möchte nicht... darüber reden!" Draco's Stimme klang so gebrochen, dass es den anderen Slytherin noch mehr schmerzte. Doch dies schien nichts in dem Vergleich zu den Schmerzen zu sein, die der Blonde erdulden musste.
„Es tut so weh Blaise. Es tut so verdammt weh!" schluchzte der junge Malfoy und noch mehr Tränen rannen seine Wangen hinab. Sie wollten einfach nicht versiegen. Und Blaise kam sich so schuldig und hilflos vor. Immerhin hatte er Draco den Vorschlag mit diesem Brief gegeben und nun... „Es tut so weh!" Ohne noch weiter nachzudenken schloss Blaise seinen besten Freund in die Arme, flüsterte ihm beruhigende Worte zu und wiegte ihn sanft. „Pscht, ist doch alles gut. Das kriegen wir alles hin!"
Es hatte Stunden gedauert, bis Draco Malfoy endlich eingeschlafen war. Er hatte sich in den Schlaf geweint. Zabini war jedoch nicht von seiner Seite gewichen, noch immer hielt er den Jüngeren im Arm und streichelte beruhigend über seinen Rücken. Das hatte seine Mutter immer bei ihm getan, wenn er sich in den Schlaf geweint hatte und es war das einzige, was er für seinen besten Freund im Moment tun konnte. Solange er nicht wusste, was genau vorgefallen war, konnte er Draco in keinster Weise helfen. Und der Junge Slytherin hatte ihm nichts erzählt, hatte alles für sich behalten, hatte immer nur still geweint. Aber dennoch wurde er das Gefühl nicht los, bald genaueres zu erfahren. Vermutlich spätestens am nächsten Morgen in der großen Halle. Informationen brauchten hier in Hogwarts nicht lange, um von einem Ort zum nächsten zu dringen. Und sollte Potter Draco durch irgendeine Aussage oder Handlung so verletzt haben, dann Gnade ihm Merlin...
