So, und hier kommt das 2. Chap von ;Frei wie der Wind. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich beim 3. Kapitel noch nicht wirklich weit bin. Ich glaub ich hab erst die Hälfte und schreib da auch schon seeehr lang dran rum... hoffe aber, dass ich es trotzdem bald fertig habe. Darauf warten sie nämlich auch schon auf ff.de und zwar ewig --;;

Na ja... wird wohl werden, auch wenn ich net so viel Zeit hab.

So, nun aber der zweite Teil, hoffe er gefällt euch:

Chapter two

Wenn das Herz leidet

Dunkle Schatten umhüllten ihn, schlossen ihn ein, trennten ihn von der Außenwelt. Wo war er hier? Und wieso war er hier? Verwirrt suchten sturmgrauen Augen die Dunkelheit nach einer Antwort ab, doch schienen sie zumindest hier keine zu finden. Weit und breit nur undurchdringliche Schwärze, kein Funken Licht drang bis zu ihm vor.

Es war fast so, als wäre die Zeit inmitten einer tiefschwarzen, mondlosen Nacht stehen geblieben und wollte ihn nie wieder aus ihren Fängen entlassen, denn auch kein einziger Ton, nicht das kleinste Geräusch, dass auf Leben schließen ließ, war zu vernehmen. Nur endlose Stille.

Doch dann, ganz leise, drang ein fast tonloses Flüstern an sein Ohr. Unzählige leise Stimmen, traurig und einsam schienen sie zu sein, wie er, versuchten ihm etwas mitzuteilen. Jedoch konnte er es nicht verstehen, sie waren zu leise, zu weit entfernt.

Er was alleine, nur Dunkelheit und das leise Flüstern leistete dem verlassen Jungen Gesellschaft. Einsamkeit, Verrat, Leere, Schmerz... und noch viele andere Gefühle durchzogen seinen Körper, ließen ihn die Dunkelheit allmählich genießen, die ihn umschloss. Sie ließ ihn Geborgenheit fühlen, etwas, was er schon lange vermisste. Und um so länger er hier war, um so erträglicher schien vieles zu werden. Auch wenn der unsägliche Schmerz, der tief in seiner Brust verankert war, sich nicht zu verändern schien.

„Armer Junge..." „So allein..." Erschrocken wirbelte der Blondhaarige herum, als er die Worte vernahm. Er sah sich um, konnte jedoch niemanden entdecken. „Verletzt..." Schon wieder, und wieder war niemand da. „Tote Seele..." Draco blickte sich immer wieder um, konnte außer ein paar Schatten, die er in der Dunkelheit ausfindig zu machen glaubte, nichts erkennen. Jedoch konnte er warmen Atem auf seiner eisigen Haut spüren. Erschrocken zuckte er erneut zusammen und drehte sich um, doch vor ihm erstreckte sich nur die Dunkelheit. Sonst nichts, nur tiefe, schwarze Dunkelheit. „Was..." Draco verstummte, als sich erneut die Stimmen erhoben, dieses Mal noch lauter und viel näher. „Ganz allein..." „Gebrochenes Herz... von der Liebe verraten..." „Bleib bei uns..." „Nicht mehr zurück in diese grausame Welt..." „Lass sie nicht mehr an dich ran..." „... nur Schmerzen..." „Bleib bei uns, hier bist du in Sicherheit!" Immer wieder hallten diese Worte durch die Dunkelheit, überdeckten sich, wurden zu einem unerträglichen Getöse von Worten und Stimmen.

„Seid still!" flüsterte der blonde Slytherin und schloß die Augen, in der Hoffnung, das alles aufhören würde, doch das tat es nicht. Die Stimme wurde noch lauter, dröhnten, einem Donnerschlag gleich, durch die Dunkelheit und schienen nicht verschwinden zu wollen.

„Seid still!" rief Draco lauter, presste sich die Hände gegen den Kopf, verschloss sein Ohren und versuchte die Stimmen zu ignorieren. Doch sie ließen sich nicht ausschließen, schienen sogar in seinem Inneren zu sein. Denn immer wieder, konnte er sie hören. „Bleib bei uns!" „Geh nicht zurück!" „Sie werden dich nur wieder verletzen!" /Nicht bitte... lasst mich.../ Verzweifelt presste er die Hände fester gegen seine Schläfen, doch alles schien nichts zu helfen. Die Stimmen blieben, redeten unaufhörlich auf ihn ein. Bis es dem Jungen zu viel wurde. Ein verzweifelter Schrei durchschnitt die Schwärze und ließ ihn aus ihren Fängen entfliehen. „SEID ENDLICH STILL!"

Sturmgraue Augen wurden weit aufgerissen. Der Atem ging rasch, der Puls raste und das Herz schlug so hart gegen die Brust, als wolle es selbige jeden Augenblick sprengen.

„Hey Draco. Alles in Ordnung?" eine bekannte Stimme drang an sein Ohr, ein leichter Hauch von Angst war aus ihr zu lesen. Aber wer... Das schmale Gesicht eines schwarzhaarigen Jungen schob sich in Draco's Blickfeld. Blaue Augen musterten ihn kritisch. Es dauerte einen kurzen Moment, bis der junge Slytherin wusste, wo er war und wusste, wer dort bei ihm saß. „Draco?" Wieder diese Stimme, wieder dieser ängstliche, flehende Unterton. Blaise Zabini schien sich wirklich Sorgen um ihn zu machen. Langsam richtete sich Draco auf, um seinen besten Freund besser sehen zu können und um ihm etwas von seiner Sorge zu nehmen. Denn es war kaum abzustreiten, dass er selbst der Grund für die Sorge des anderen war. Als er sich aufrichtete konnte er ein leises Stöhnen nicht unterdrücken. Seine Glieder schmerzten, seine Augen brannten und sein Kopf dröhnte. Aber wieso nur? Noch lag der Schleier des Vergessens über seinen Gedanken und noch immer glaubte er die leisen Stimmen flüstern zu hören, doch schienen sie zu schwinden. An ihrer Stelle kamen jedoch Schmerz und Kummer und mit ihnen auch die Erinnerungen, die er zu vergessen versuchte.

Er sah wieder den dunklen, nur vom Mond und von dem schwachen Glimmen eines Zauberstabes erleuchteten Gang vor sich. Er Erblickte Harry und Cho, wie sie sich gegenüber standen. So nah beieinander, viel zu nah. Was taten sie da? Ganz alleine, mitten in der Nacht. Sie blickten sich tief in die Augen. Aber warum? Leise Stimmen drangen an sein Ohr. Was war das? Zwei Stimmen. Eine von dieser Ravenclaw, die andere von Harry. Sie sprachen etwas, etwas, was Draco's Herz gefrieren ließ. Sie gestanden sich leise ihre Lie...

„Draco, wirklich alles in Ordnung? Tut dir etwas weh? Hast du Schmerzen?" erneut riss ihn die Stimme von Blaise auf seinen dunklen Gedanken. Verwirrt blickte Draco den anderen Slytherin an, bis er verstand, worauf dieser anspielte. Ohne das er es bemerkt hatte, hatten sich erneut Tränen den Weg in die grauen Seen gesucht und nun bahnten sich die salzigen Kristallen ihren Weg über die blassen Wangen. Eilig wischte der junge Malfoy sie weg, fuhr sich fahrig mit dem Handrücken über die Augen. „Ach, nichts... es ist... ich hatte nur etwas im Auge!" log er, wohlwissend das sein bester Freund ihm dies nicht glauben würde. Aber das war ihm im Moment egal. Alles was zählte, war, dass er Blaise nicht die Wahrheit erzählen musste. Denn die Wahrheit würde Draco jetzt nicht ertragen. Sie zu wissen war eine Sache, aber sie zu erzählen und sich damit der Gewissheit hinzugeben, dass es Wirklichkeit war und es niemals mehr ändern zu können, war eine andere. Und genau das war es, was Draco unter allen Umständen vermeiden wollte. Er wollte keine Gewissheit, er wollte sich nicht eingestehen, dass er verloren hatte. Noch nicht... nicht jetzt...

„Draco..." mahnte der schwarzhaarige Slytherin, denn er wusste, dass Draco ihn anlog. Er wusste, dass sich der Jüngere selbst quälte und das konnte Blaise nicht ertragen. Der Jüngere litt auch so schon genug. Doch der Blonde schien seine Meinung nicht ändern zu wollen, denn Blaise wurde von dem jungen Malfoy sofort wieder unterbrochen. „Was machst du eigentlich schon hier? Ich meine, es ist noch früh, normalerweise bist du doch ein chronischer Langschläfer. Oder bist du etwa die ganze Nacht über hier bei mir geblieben?" Blaise nickte, auch wenn es ihm partout nicht gefiel, dass Draco ihm auswich und sich verstellte. Denn dieses Lächeln, dass auf den blassen Lippen des Jüngeren lag, war gespielt, das wussten beide. Auch schien alles weitere, diese fast schon gruselige Gelassenheit nicht mehr als eine Maske zu sein. Eine Maske, die der Blondhaarige benötigte, um nicht vollkommen zusammenzubrechen. Denn das, so musste Blaise mit erschrecken feststellen, würde früher oder später passieren.

„Danke!" meinte Draco unterdes und erhob sich, löste sich von Blaise, der ihn noch immer tröstend im Arm gehalten hatte. Ohne sich noch einmal umzudrehen durchschritt der blondhaarige das Zimmer. „Ich geh mich mal duschen und umziehen!" erklärte er gespielt fröhlich und wollte sich gerade ins Bad begeben als ihn die Stimme seines besten Freundes aufhielt. „Verdammt Draco. Jetzt spiel mir hier nichts vor. Ich weiß, dass es dir nicht gut geht. Erzähl mir doch endlich, was gestern passiert ist. Ich will dir doch nur helfen!" rief Blaise und man merkte das er wütend war. Wütend auf Draco, weil dieser sich ihm nicht anvertraute und wütend auf sich selbst, weil er so hilflos war, nicht wusste was er tun, wie er Draco helfen sollte.

Der junge Malfoy blieb wie angewurzelt stehen und senkte den Blick. Niemand sollte sehen, wie verletzt er war. Und er war verletzt, sein Herz lag in tausenden von Scherben in seiner Brust und würde nie wieder schlagen. Es war zerbrochen, einfach so. Und mit dem letzten Schlag war es Kalt geworden. So verdammt kalt. Egal wo er war, ob er in seinem Bett lag oder draußen im Schnee, es machte keinen Unterschied. Die eisige Kälte, die in seinem Inneren herrschte, blieb und übertraf sogar die Kälte des Winters.

„Ich kann nicht!" flüsterte er, seine Stimme klang gebrochen und war so leise, wie der Wind. Es verlangte Blaise viel ab, dass er ihn überhaupt verstehen konnte. „Ich kann nicht, Blaise. Es... es tut viel zu sehr weh. Ich will nicht... kann nicht. Bitte, zwing mich nicht..." Erneut traten heiße Tränen in die Augen des Slytherin und tropften unaufhaltsam gen Boden. „Ich kann nicht... es tut mir leid!" schluchzte er und warf die Badezimmertür hinter sich ins Schloss. Niemand sollte sehen wie er weinte, er hatte genug verloren. Seinen letzten Rest Stolz wollte er behalten. Langsam und kraftlos sank er an dem glatten Holz der Türe hinab. Er war so müde... so verletzt... wieso hatte es auch so kommen müssen. /Wieso Harry? Es... es... tut so weh... und es ist so kalt... bitte. Hilf mir doch.../ Wimmernd vergrub er sein Gesicht in den Armen und weinte leise, gab sich seiner Verzweiflung hin.

Ein leises Klicken verriet, dass die Tür abgeschlossen worden war. Blaise saß noch immer reglos auf dem Bett seines besten Freundes und blickte traurig auf die geschlossene Tür. Noch nie hatte er den jungen Slytherin so verletzt gesehen und eigentlich war es auch etwas, was er nie hatte sehen wollen. Draco tat ihm so leid. Wieso hatte dem Kleinen auch so etwas passieren müssen? Wieso war er so verletzt worden//Und wieso habe ich ihm diese blöde Idee vorgeschlagen/ wütend auf sich selbst stand Blaise nun ebenfalls auf, machte sich auf den Weg in sein eigenes Zimmer. Er wollte sich selbst umziehen und dann in die große Halle gehen. Denn er wollte wissen, was gestern Nacht geschehen war und eine innere Stimme sagte ihm, dass er es beim Frühstück wohl erfahren würde. Vor der Badezimmertür blieb er ein letztes Mal stehen. Er wusste, dass Draco dahinter weinte, denn er konnte das leise Schluchzen nur allzu deutlich vernehmen, doch wusste er nicht, wie er dem blondhaarigen helfen sollte. Ich kann nicht... es tut mir leid! Noch immer konnte Blaise Draco's Stimme hören. Der blonde Zauberer hatte sich entschuldigt, bei ihm, für etwas, wofür Draco doch nichts konnte. Immerhin war es nicht sein Schuld. Er war verletzt worden und wenn er nicht darüber reden konnte... Blaise würde ihm die Zeit geben, auch wenn es ihn schmerzte. Aber es war nicht Draco's Schuld... /Es war meine blöde Idee/ Seufzend legte er seine Hand gegen das kühle Holz. /Ich möchte ihm helfen, aber wie.../ Blaise kam sich so hilflos vor und er wusste, dass er es war. Zumindest so lange er nicht wusste, was genau vorgefallen war. Still stand er an der Tür, hinter der er den Malfoyerben wusste, lehnte seine Stirn gegen sie und sah auf den Boden. Verwundert hob er eine Augenbraue, als ihm ein weißen Papier in die Augen fiel. /Was ist...der Brief./ Er hob ihn auf und hielt ihn ungläubig in den Händen. Was machte der hier//Damit hat alles angefangen... meine blöde Idee/ „Mir tut es Leid, Draco!" flüsterte den Schwarzhaarige und wand sich zum Gehen. Ein letztes Mal strichen seine Finger über das kühle dunkle Holz, lösten sich dann davon. Leise fiel die Tür hinter Blaise ins Schloss und nur noch das leise Schluchzen, das aus dem Bad drang, durchbrach die Grabesstille, die ansonsten in diesem Zimmer herrschte.

In der großen Halle herrschte wie immer reges Treiben, auch wenn es heute noch recht früh am Morgen war. Blaise sah sich suchend um, musste dann jedoch feststellen, dass der junge Gryffindor, den er zu finden gehofft hatte, noch nicht eingetroffen war. Zu seiner Verwunderung schienen überhaupt erst wenig aus dem Haus der Löwen hier zu sein. „Muss ich halt warten!" murrte Blaise und kehrte der Halle den Rücken um sich an eine der großen Säulen in der Vorhalle zu lehnen. Auf Harry hätte er auch in der Halle warten können, aber er wollte auch noch auf Draco warten. Immerhin wusste er nicht, in welcher Verfassung der junge Slytherin im Moment war und einen guten Freund an der Seite zu wissen, würde ihm das Ganze vielleicht leichter machen.

Völlig in Gedanken versunken bemerkte Blaise die Schritte nicht, die immer näher kamen. Auch sah er die Person nicht, die direkt auf ihn zuschritt, erst als die Gestalt neben ihm stehen blieb, schreckte er auf. „Draco... da... da bist du ja?" stotterte er, war für einen kurzen Moment aus dem Konzept. Er hatte noch nicht mit Draco gerechnet. Zumindest noch nicht so schnell. Jedoch hatte er sich schnell wieder gefangen und musterte seinen besten Freund sogleich. Man sah Draco an, dass es ihm nicht gut ging. Noch immer glänzten seine Augen und seine Haut schimmerte blasser als sonst. Er wirkte unsicher und sein sonst so imposantes Auftreten war ... war fast vollkommen verschwunden. Vor ihm stand ein verletzter Junge, der sich zu verstellen versuchte. Für die Außenwelt schien es zu funktionieren, zumindest würde den meisten Schülern nichts auffallen, aber bei Slytherin war Blaise sich nicht so sicher. Immerhin war er der ungekrönte Prinz und jede der Schlangen würde es vermutlich sofort merken, wenn mit Draco etwas nicht stimmte. Konnte Blaise nur hoffen, dass es nicht allzu viel Aufruhr in der Halle geben würde.

„Können wir gehen Blaise? Ich habe keine Lust mir hier die Beine in den Bauch zu stehen!" knurrte Draco und versuchte so bissig wie immer zu klingen, doch scheiterte er kläglich. Seine Stimme war leise, viel zu leise und zitterte. Blaise seufzte und nickte, stieß sich von der Säule ab. „Klar, dann komm. Gehen wir mal ein paar Schüler ärgern!" meinte er und versuchte seinen besten Freund ein wenig aufzuheitern und in ein normales Gespräch zu verwickeln. Vielleicht konnte er ihn so ein wenig von seinen Schmerzen ablenken. Der blonde Zauberer lächelte schwach. „Klar, machen wir!"

Langsam schritten sie durch die Vorhalle und unterhielten sich. Sie sprachen über Zaubertränke, Hausaufgaben und sonstige Dinge und Blaise versuchte gezielt das Thema ‚Gestern Abend' und ‚Harry Potter' zu umgehen, was ihm auch vorerst gelang. Wenn das so weiter ging, würden sie die Halle und den Tisch der Slytherin ohne Probleme erreichen. Dann war zumindest eine kleine Hürde genommen. Mental seufzte Blaise erleichtert auf.

Doch heute schien das Glück dem schwarzhaarigen Slytherin nicht wohl gesonnen, denn schon konnte er aus den Augenwinkeln heraus erkennen, wie Draco sich versteifte und stehen blieb. Verwundert hielt auch Blaise inne und sah zu seinem Freund, der starr gerade aus blickte. „Draco? Was ist denn?" fragte Blaise, sah sich, als er von dem jungen Slytherin keine Antwort erhielt, um. Sein Blick begann die Halle abzusuchen und glitt über vereinzelte Schülergruppen hinweg. Und so brauchte er nicht lange um den Grund für Draco's Verhalten zu entdecken, denn unweit von ihnen stand niemand geringeres als Harry Potter und schien auf jemanden zu warten. Kein Wunder, das Draco sich so komisch verhielt, denn immerhin stand hier gerade seine große Liebe und der Grund für sein derzeitiges Leid. Dieser schien sie jedoch noch nicht bemerkt zu haben, blickte statt dessen zu den Treppen.

„Auf wen er wohl wartet?" Blaise merkte gar nicht, dass er seinen Gedanken laut ausgesprochen hatte, doch Draco hörte und verstand es. Er zuckte kurz zusammen und wäre am Liebsten sofort wieder in den Kerkern verschwunden. Denn er kannte die Antwort sehr wohl. Doch verschwinden durfte er nicht, dass wusste er. Er durfte keine Schwäche zeigen. Und vielleicht wartete er nur auf seine komischen Gryffindor-Freunde. Der Slytherin wusste, dass dies Unsinn war und wie zur Bestätigung kamen die beiden Gryffindor gerade aus der großen Halle um mit Harry zu reden. Dieser blieb weiter an Ort und Stelle und schien wirklich auf eine gewisse Person warten zu wollen. /Wieso kann nicht ich es sein, auf den er wartet/ Verzweifelt biss Draco sich auf die Unterlippe, als ein unsäglicher Schmerz sich in seiner Brust ausbreitete. Wieso musste es auch nur so weh tun? Wieso musste es so ausweglos sein?

Blaise, der die ganze Zeit seinen besten Freund genaustens beobachtet hatte, fiel die Veränderung von dessen Gemütszustand sofort auf und erneut landete sein Blick auf Harry, der sich jedoch nicht gerührt zu haben schien. Der schwarzhaarige Slytherin verstand nicht ganz. /Was ist hier los/

Wieder wanderten seine Augen zu Draco, dessen Seelenspiegel noch immer regungslos auf dem jungen Gryffindor ruhten. Er ließ ihn nicht aus den Augen, sondern schien ihn genaustens zu betrachten, schien ihn sich genaustens einprägen zu wollen. Blaise verstand noch immer nicht, was hier los war? Ungewöhnlich war bis jetzt noch nichts an dieser allmorgendlichen Situation gewesen. Aber was war dann gestern vorgefallen? Hatte Draco sich vielleicht nur nicht getraut, dem jungen Potter den Brief zu geben? Aber dann wäre er nicht so vollkommen aufgelöst gewesen, oder? Der schwarzhaarige Slytherin verstand das ganze nicht, musterte seinen besten Freund genau. War ihm irgend etwas entgangen. Während er so in Gedanken versank, veränderte sich Draco's Zustand erneut. Schmerzvoll verzog er das Gesicht und blickte urplötzlich, ohne erkennbaren Grund zur Seite. Verwirrt zog Blaise eine Augenbraue hoch. „Draco, was ist..." während er sprach blickte er zu Harry, der jemandem entgegen lächelte. Und es dauerte nur kurz, bis sich eine junge Ravenclaw dem Gryffindor um den Hals warf. „Das kann doch nicht..." Blaise versagte die Stimme. /Das ist es also.../ Sofort nahm er wieder seinen besten Freund in Augenschein, der sich verzweifelt an seiner Tasche festkrallte und die Augen fest geschlossen hielt.

/Nein... bitte... ich kann das... nicht sehen... Hört doch auf mich zu quälen, ich will nicht.../ Die eisige Kälte, die sein Inneres gefangen hielt, breitete sich immer weiter aus und die Dunkelheit begann nach ihm zu greifen. Leise Stimme, dem Flüstern des Windes gleich, kaum zu vernehmen aber dennoch da, breiteten sich um ihn herum aus und begann nach ihm zu rufen. Doch Draco versuchte weg zu hören, nicht nach zu geben. Auch wenn ihn der Schmerz und die Verzweiflung zu ertränken drohten. Auch brachen erneut Erinnerungen über ihn hinweg, Erinnerungen, die er zu verdrängen versuchte. Erst ein festes Rütteln an seiner Schulter ließ ihn aus der Dunkelheit entkommen... aber für wie lange noch?

„Draco?" Ängstlich rüttelte Blaise Zabini an Draco's Schulter. Ihm gefiel es nicht, das Draco so abwesend schien, mit seinen Gedanken irgendwo anders war. Er hatte auf nichts reagiert, schien vollkommen apathisch. Und Blaise bekam langsam Angst. Was, wenn sich Draco's Zustand nicht mehr verbessern würde? Als er jedoch bemerkte, das der junge Malfoy wieder in die Realität zurückkehrte, atmete er erleichtert auf. Dieser blickte erst fragend zu Blaise und suchte dann wieder nach Harry, welchen er auch sofort wieder fand. „Wir sollten gehen, Draco!" er hörte die Stimme seines besten Freundes zwar, aber erneut schien sie von weit weg zu kommen. Zu sehr war er von dem grausamen Schauspiel gefangen, das sich ihm gerade bot. Er sah den jungen Gryffindor, wie er sich langsam zu dieser verdammten Ravenclaw hinunter beugte. Draco spürte ein stechenden Schmerz, dumpf pochte er in seiner Brust. Sie kam ihm entgegen und dann trafen sich ihre Lippen. In diesem Moment glaubte Draco zu sterben. Wer auch immer ihn zerstören wollte, jetzt hatte er es geschafft.

Viele Schüler in der großen Halle sogen scharf die Luft ein und hielten sie an, auch der blonde Slytherin gehörte zu ihnen. Für ihn brach in diesem Moment seine Welt endgültig zusammen. Die letzte Hoffnung, die in seinem Innersten überlebt hatte, starb und mit ihr schien auch der junge Malfoy jeglichen Lebenswillen verloren zu haben, denn seine Augen wirkten leblos und tot. Noch nicht einmal mehr Schmerz war in ihnen zu lesen.

Auch Blaise Zabini hielt die Luft an. Jetzt verstand er, jetzt wusste er, was geschehen war. Zumindest konnte er es sich ungefähr vorstellen. Kein Wunder, dass Draco so fertig war. Vermutlich hatte er die beiden gestern Abend irgendwo gesehen. Da wäre vermutlich jeder total fertig und aufgelöst gewesen. Aber warum hatte das auch ausgerechnet gestern passieren müssen? Gerade wenn Draco... /Draco/ Blaise sah gerade noch, wie Draco an ihm vorbei ging. Den leeren Blick konnte er von hinten nicht sehen, doch wusste er, dass Draco noch mehr verletzt worden war. Er beeilte sich um mit seinem besten Freund Schritt halten zu können und hatte ihn auch schon nach einigen wenige Metern wieder eingeholt. Ein kurzer Blick in das Gesicht seines Freundes verriet ihm, dass er sich keinesfalls geirrt hatte, denn es wirkt leblos, einer Maske gleich. Nur, dass es dieses Mal keine Maske war, sondern die Wirklichkeit darstellte.

Wut baute sich in Blaise auf. Er war wütend auf sich, aber vor allen Dingen auf den Gryffindor. Immerhin war er der Grund für das Leid des blonden Zauberer. Wütend stapfte er neben Draco her und rempelte Harry, als sie an der kleinen Gruppe vorbei gingen, an. Dieser wirbelte herum und sah Blaise erbost an. „Was soll das, Zabini?" knurrte Harry. Blaise, der zur Zeit äußerst angriffslustig war, drehte sich ebenfalls um und glitzerte Harry wütend an. „Hast du ein Problem Potter?" „Ja, euch. Euch Slytherins! Was soll das, verdammt? Fängst du jetzt schon an wie Malfoy?" Kurz blickte Blaise zu dem genannten Jungen, welcher einfach weiter ging, ohne Notiz von dem Ganzen zu nehmen. Kurz leuchteten Blaise Augen traurig und mitleidig auf. /Draco.../

„Hey Malfoy, ruf deinen verdammten Schoßhund zurück!" rief Harry und erwartete einen bissigen Kommentar von diesem. Doch zu seiner Verwunderung bleib dieser aus. Satt dessen schritt er ohne sich umzudrehen weiter. Verwirrt sah Harry zu Blaise, welcher ihn nur sauer anfunkelte. „Halt die Klappe, Potter! Lass Draco gefälligst in Ruhe, sonst..." „Blaise!" eine weitere Stimme mischte sich in den Streit ein und ließ den schwarzhaarigen Slytherin innehalten. Hinter Harry war ein weiterer Gryffindor aufgetaucht und blickte Blaise nun verwirrt an. Er verstand nicht, wieso Blaise urplötzlich so angriffslustig geworden war? Was sollte das? Dieser hingegen schaute den jungen Iren, der nun aufgetaucht war, einmal lächelnd an. Er war der einzige, dem er im Moment nicht sauer sein konnte. Aber die anderen... er ließ seinen Blick noch einmal über die kleine Runde schweifen und machte sich daran Draco zu folgen, welcher mittlerweile den Slytherin-Tisch erreicht hatte.

„Was war denn mit dem heute los?" fragte Hermine, die vollkommen perplex hinter Harry stand. Normalerweise war nicht Blaise es, der sie angriff, sondern der junge Malfoy. Blaise lachte immer nur und brachte den Jüngeren wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Aber heute... „Ich hab keine Ahnung, Herm!" erklärte Ron, der ebenfalls vollkommen geschockt zu sein schien. Niemand verstand das neue Verhalten des jungen Slytherin. Es war so untypisch für Blaise. Was war los und was hatte das zu bedeuten? „Hey Seamus, wie hast du das hinbekommen?" fragte Harry nun an den Neuankömmling gewandt, der ebenfalls noch vollkommen perplex zu sein schien. Er verstand Blaise nicht und das sah man ihm auch an. Er war vollkommen verwirrt und verstand die Welt nicht mehr. „Ähm.. was? Ach das, na ja... gut erzogen, würde ich sagen!" erklärte der junge Ire lächelnd und machte sich dann daran, in die Halle zu kommen, die anderen folgten ihm.

Gemeinsam betraten sie die große Halle und es wurde schlagartig still. Jeder Schüler betrachtete das neue Traumpärchen der Schule. Ein letzter Kuss und Cho machte sich auf den Weg zum Ravenclaw-Tisch wo sie schon kichernd von ihren Freundinnen erwartet wurde. Alle Blicke folgten ihr.

Alle? Fast alle, ein blonder Slytherin blickte die ganze Zeit verbissen auf seinen Teller und versuchte verzweifelt die aufkommenden Tränen zu unterdrücken. Wieso musste die Welt auch nur so grausam zu ihm sein? Was hatte er schlimmes getan, um so gestraft werden zu müssen? Heftig biss er sich auf die Lippe, so fest, dass der metallische Geschmack von Blut seinen Mund ausfüllte, doch das störte ihn nicht. Genauso wenig wie der Schmerz, den seine Fingernägel verursachten, die sich unaufhörlich in seine helle Haut in den Handinnenflächen bohrten. Wie gerne wäre er jetzt nicht hier, sondern unten in den Kerkern, in seinem Bett? Oder zu Hause? Am Liebsten wäre er jetzt in seinem Zimmer, in Malfoy Manor, weit weg von diesem Szenario und dem damit verbundenen Leid. Doch er musste das hier ertragen und niemand würde ihm eine Chance geben, alle dem zu entfliehen. Oder?

Das Essen begann, als sich alle Schüler gesetzt hatte und mit ihm begann auch das Tuscheln und Flüstern über den neusten Tratsch. Und das Lieblingsthema waren natürlich Harry und Cho. Es wurde getratscht und spekuliert. Jeder redete und aß. So bemerkte niemand die leidvollen Blicke, die von dem jungen Slytherin ausgingen. Niemand außer seinem besten Freund und dieser wusste noch immer nicht, wie er Draco helfen sollte. Der junge Slytherin saß vollkommen kraftlos auf seinem Platz und stocherte lustlos in seinem Essen herum. Er hatte noch nichts zu sich genommen und es hatte auch nicht den Anschein, als wolle er das jetzt ändern. Und Blaise konnte ihn gut verstehen. Er selbst hatte bei Liebeskummer auch keine Lust zu essen. Und so lange es nur einmal war, war das ja auch nicht dramatisch. Er konnte nur hoffen, dass es auch bei nur diesem einem Mal blieb. Er konnte nur hoffen, dass Draco bald wieder okay war. Er konnte nur hoffen...

So, das war's auch schon wieder. Wollte mich noch bei allen lieben Kommi-Schreibern bedanken. Hab mich über jeden einzelnen Kommi super gefreut g

Ni'lhan: Danke, hab ich gemacht. Hast recht, dass das besser ist g. Was der liebe Blaise mit Harry macht, kommt bald. Aber er ist seeehr angriffslustig blaisetätschel

Amunet: Bis Harry deinen Schatz wieder glücklich macht, das dauert noch... vielleicht macht er es auch gar nicht mitschulternzuck. Ja, wer kann die ‚gute' Cho schon leiden. Ich net... is gemein zu Dray anfunkel

Melissa: danke, freut mich, wenn dir meine Geschichten gefallen. Hoffe, dass dir dieser Teil auch gefallen hat...

KimAlexandra: Ich hoffe, dir hat das Kap gefallen g

Nym: Danke, ja ich mag Blaise auch, wenn er so ist. Mag ihn überhaupt g. Ob ich das bald änere... wohl eher net, die FF ist auf 8 Chap angesetzt. Wird wohl noch ein wenig dauern.

SammyBN: Hi, schön wenn dir meine Stories gefallen. Hoffe, dass sie dir auch weiterhin gefallen g. Nein, die beiden passen wirklich nicht zueinander, und vielleicht merkt Harry das ja auch bald ° Dann geht's Dray auch wieder gut...

Danke an alle, und ich würde mich auch dieses Mal wieder über Kommis freuen.

Bye Kael-san