Hallo zusammen. Hier das nächste Kapitel.
Danke für die tollen Reviews. Wir haben uns sehr darüber gefreut.
Kapitel 5 – Pflichten
Ein piepsender Alarm weckte Severus am nächsten Morgen auf und der Junge streckte sich unter der Decke.
Der restliche erste Tag war schnell vergangen gewesen, zumindest nachdem sein Meister ihm wieder erlaubt hatte, sich zu bewegen.
Jetzt stand der Junge auf und lief ins Badezimmer, wo er sich konzentrierte, um das Wasser richtig einzulassen und dann zu baden. Diesmal sah er immer wieder auf die Sanduhr und spielte gar nicht mit dem Boot. Nur unzureichend abgetrocknet krabbelte er durch den Raum und wischte alle feuchten Spuren auf, die er hinterlassen hatte. Dann holte er sich eine neue Tunika und brachte die alte nach unten.
Doch als er dann in der Eingangshalle war, fiel ihm ein, dass er gar nicht wusste, wo sich die Küche befand. Suchend lief er durch die Gegend und rief ein paar Mal "Elfe", um vielleicht die Hauselfe auf sich aufmerksam zu machen.
Pinky war schon beim ersten Ruf hinter dem Jungen erschienen, doch lautlos und für diesen nicht sichtbar. Unschlüssig mit sich ringend, ob sie nun vor ihm erscheinen sollte oder nicht, hatte der Hausherr doch deutlich gesagt, dass sie dem Jungen nichts bringen und dessen Befehlen nicht gehorchen sollte, folgte sie ihm lautlos weiter. Vielleicht würde sie ja auch so herausbekommen, was er wollte.
Immer noch lief Severus durch das untere Stockwerk und bekam so langsam Angst, dass er wieder nicht gehorchen konnte. "Bitte, Elfe... ich soll doch zu dir gehen. Ich find die Küche nicht..." Die hohe Stimme des Jungen klang nun schon vollkommen verzweifelt.
Unglücklich mit ihren kleinen Händen ringend und die langen Ohren sinken lassend, überlegte Pinky, was sie tun konnte und dann, plötzlich kam ihr eine Idee, mit der sie nicht wirklich gegen den Befehl des Masters verstoßen würde.
Gerade als der Junge abermals an der nach oben führenden Treppe vorüber kam, schwang im Schatten derselbigen eine kleine Türe auf, die für einen Erwachsenen, oder etwas korpulenteren Menschen viel zu klein gewesen wäre.
Erschrocken blieb der Junge stehen und betrachtete die Tür einen Moment, ehe er vorsichtig darauf zuging.
Als er hinein sah, bemerkte er eine kurze Treppe und unten dann weiße Fliesen und viel Licht. Langsam tapste der Junge hinunter und seufzte erleichtert, als er sich wirklich in der Küche wiederfand. "Elfe?", rief er erneut. "Der Meister hat gesagt, dass ich dir helfen soll."
Mit dem typischen Plopp erschien Pinky genau vor dem Jungen, vor Erleichterung in die Hände klatschend: "Was helfen?"
Erschrocken hüpfte Severus zurück, strahlte dann aber das Wesen an, das noch etwas kleiner war als er. "Er hat gesagt, dass du mir zeigst, wie ich das hier sauber machen soll.", antwortete er dann. "Und Frühstück kochen soll ich auch mit..."
"Das ist einfach, ich das sauber mach ..", begann Pinky, stoppte dann aber mitten im Redefluss und ließ erneut ihre Ohren hängen, "… du das selbst machen müssen, oder?"
"Ich weiß nicht.. ich denke, ja.", murmelte Severus leise und seufzte. "Ist es sehr schwer?"
"Du nicht zaubern können, oder?", erkundigte sich Pinky zögerlich.
Langsam schüttelte der Kleine den Kopf. "Noch nicht...", wisperte er leise. "Aber hoffentlich irgendwann... Kann es nur mit Zaubern saubergemacht werden?"
Mit einem Schnipsen von Pinkys langen Fingern erschien ein Waschzuber in der rechten hinteren Ecke der Küche, in dessen Innerem ein Brett mit sich ineinander drehenden Stangen lag. Ein Stück Seife lag auf dem Zuberrand. "Dann nur so gehen."
Irritiert blickte Severus dorthin und trat näher heran. "Wie geht das?", fragte er leise und sah in die großen Augen der Elfe. "Kannst du es mir zeigen?"
Unschlüssig hin und hertrippelnd rang Pinky mit ihren Händen, nickte dann aber doch. Dem Menschenjungen die Tunika aus den Händen nehmend, ging sie zu dem Waschbrett, streckte sich und warf das Kleidungsstück über den Zuberrand und auf das Waschbrett. "Du das hier mit der Seife im Wasser auf dem Brett reiben."
Der Junge kratzte sich nachdenklich am Kopf. Dann trat er näher, nahm die Seife und versuchte es einfach mal. "So richtig?", fragte er nach.
Pinky, die die Bemühungen aufmerksam beobachtete, nickte zögernd: "Ich glaube ja."
Also machte Severus sich daran, konzentriert weiter zu waschen. Allerdings ermüdeten seine dünnen Arme recht schnell. "Wie lange noch?", fragte er nach einigen Minuten nach.
Sich an dem Fassrand hochziehend, linste Pinky auf das durchweichte Stück: "Ich weiß nicht."
"Meine Arme tun weh.", meinte der Kleine leise und schniefte etwas. Er hätte nicht gedacht, dass es so anstrengend war.
Sich so weit vorbeugend, dass sie fast kopfüber in den Waschzuber gefallen wäre, rief Pinky schließlich: "Ich glaube, es jetzt sauber sein."
"Ja?" Sofort strahlend nahm Severus die Tunika heraus und betrachtete sie. "Und jetzt? Wie wird sie trocken?"
"Du sie über Leine hängen...", kurz wedelte Pinky mit ihrer Hand und vor dem Kaminfeuer erschien eine gespannte Leine.
Nach einiger mühevoller Zieherei und Angelei hing die Tunika endlich vor dem Feuer und der schwarzhaarige, junge Sklave lächelte zufrieden. Seine frisch angezogene Tunika war nun zwar auch sichtlich feucht, aber das merkte er nicht. "Was machen wir jetzt?", fragte Severus dann, weil er ja beim Frühstück machen helfen sollte. Beim Gedanken an etwas zu Essen knurrte ihm der Magen.
Deutliche Falten bildeten sich in Pinkys Stirn als sie angestrengt nachdachte: "Ich das viel schneller alleine machen.", sagte sie schließlich. Es passte irgendwie überhaupt nicht, dass ein Mensch ihr half, gehörte es doch schließlich umgedreht so.
"Dann schau ich zu.", meinte Severus und legte die Hände aneinander. "Darf ich?"
"Master böse sein, wenn nicht helfen?", fragte Pinky zögerlich.
Der Junge zuckte nur mit den Schultern, konnte er den Alten doch nicht wirklich einschätzen. "Wie lang bist du schon hier?", fragte er seinerseits.
"Pinky war schon bei Masters Vater.", antwortete die Hauselfe offen.
"Und wo... ist der Vater jetzt?", fragte der Junge weiter, während er von einem Fuß auf den anderen trat und den angehobenen auf den stehenden stellte, um ihn aufzuwärmen.
"Gestorben … schon vor vielen, vielen Jahren.", erklärte Pinky mit deutlich trauriger Stimme. Dann wandte sie sich um und begann Töpfe und Pfannen schweben zu lassen, den Herd zu erhitzen und dann die Lebensmittel vorzubereiten und das alles, ohne dass ersichtlich wurde, dass Pinky überhaupt etwas tat.
Mit großen Augen sah Severus zu, was die Elfe tat, hatte er doch selten bisher Magie in so einem Ausmaß gesehen. Hierbei konnte er wirklich nicht helfen und konnte sich noch viel weniger vorstellen, was der Meister gemeint haben sollte. "Werde ich auch mal so zaubern können?", wisperte er leise.
Während die Eier zu braten begannen und sich die Tomaten von alleine schnitten, gluckste Pinky leise: "Ich mir sicher sein."
"Wirklich? Woher weißt du das?", wisperte der Kleine. Ihm war nicht entgangen, wie sehr sein Meister hoffte, dass er zaubern können würde. "Mein... Mein Vater war ein Muggel... vielleicht bin ich ja auch einer."
Pinky schüttelte ihren Kopf: "Du mich sehen, oder? Muggel Hauselfen nicht sehen können."
"Gut.", hauchte Severus erleichtert und lächelte noch mehr. "Weiß der Meister das schon? Er wird sich bestimmt freuen..."
Pinky schüttelte ihren Kopf: "Er das erst glauben, wenn du Brief von Schule bekommst."
"Welche Schule?", fragte der Junge sofort aufgeregt. "Und wann kommt der Brief? Ich bin schon fünf... im Sommer kann ich in die Schule gehen... hat mir meine Mama gesagt."
"Soweit ich wissen, wenn du elf werden und die Schule sein größte Schule in der Menschenzauberer und Hexen ausgebildet werden.", erklärte Pinky, während das Frühstück immer weiter Gestalt annahm.
"Aber... meine Mama sagt, dass man mit fünf in die Schule kommt... sie hat es versprochen.", wisperte Severus leise und wirkte ziemlich verloren. Mittlerweile stand er schon sehr dicht am Kamin, um seine kalten Füße zu wärmen.
Pinky zuckte kurz mit den Ohren: "Pinky nicht wissen, was Master vorhat.", antwortete sie mit einem Hauch von Gleichgültigkeit, verstand sie den Menschenjungen doch nicht wirklich, strahlte dann aber, als sie verkündete: "Frühstück fertig. Du helfen kannst, es nach oben zu bringen."
Eigentlich wäre auch das nicht nötig gewesen, doch glaubte Pinky zu verstehen, dass der Neue einfach etwas zu tun brauchte. So wie auch sie immer etwas tun wollte, um zu dienen und zu gefallen.
Sofort lief Severus zu der Elfe. "Was kann ich tragen?", wollte er aufgeregt wissen.
"Einfach, was du kannst …", antwortete Pinky, die die Frage nicht wirklich verstand.
Nun selbst verwirrt trat der Junge an den Tisch, wo das Tablett stand. Beim Geruch des Essens grummelte sein Magen erneut laut. Nach kurzem Überlegen nahm er sich den leeren, aber recht großen Teller und blickte die Elfe dann fragend an.
Pinky grinste nur von einem Ohr zum anderen, schnippte mit den Fingern und war samt Tablett im nächsten Moment auch schon verschwunden.
Überrascht drehte Severus sich im Kreis und hätte fast den Teller fallen lassen. Doch dann kletterte er schnell die kurze Treppe hinauf und ging zu dem Esszimmer, dessen Tür aber leider verschlossen war. "Meister?", rief er leise, weil er den Teller nicht in einer Hand halten konnte, und ihn auf den Boden zu stellen, war sicherlich auch nicht sonderlich gut.
Lautlos öffnete sich die Türe zum Speisezimmer und Pinky lugte heraus: "Master noch schlafen ...", flüsterte sie durchdringend.
"Ich hab die Tür nicht öffnen können.", murmelte Severus entschuldigend und schlüpfte an der Elfe vorbei ins Speisezimmer, um den Teller auf den Tisch zu stellen. Dann drehte er sich fragend zu Pinky um, weil er nicht wusste, was er nun tun sollte.
Doch Pinky war bereits wieder verschwunden.
Verloren stand der Kleine im Zimmer und wartete darauf, dass jemand kam. Seine Füße waren wieder eiskalt und so lief er schließlich aus dem Zimmer, um im Kaminzimmer gegenüber auf das weiche Fell zu gehen und dort zu warten. Doch auf halbem Weg fiel Severus ein, dass er ja seinen Meister wecken sollte.
Also flitzte er die Treppe hoch, so schnell es seine kleinen Beine erlaubten und kam strahlend im Schlafzimmer an, von dem er wusste, dass es sich schräg gegenüber seines eigenen kleinen Zimmers befand.
Zandros, der schon immer einen tiefen Schlaf hatte und sowieso gewohnt war, länger in den Tag hinein zu schlafen, wachte davon allerdings nicht auf.
"Meister? Aufwachen... das Frühstück ist fertig.", rief Severus, während er auf das große Bett zulief, dessen Vorhänge zugezogen waren. Ohne groß darüber nachzudenken, schlüpfte er unter dem Vorhang hindurch und stand dann neben dem Kopfende. "Meister!", sagte er erneut etwas lauter.
Nur schwer aufwachend grummelte Zandros ein wenig vor sich hin, ehe er sich schließlich umdrehte und deutlich verschlafen seine Augen einen Spalt weit öffnete: "Oh … du bist es, Junge …", nuschelte er noch, ehe ihm die Augen wieder zufielen. Nur noch ein paar Minuten ..
"Frühstück ist fertig, Meister... und ich hab den Teller getragen und meine Tunika ge.. waschen.", erklärte der Junge freudestrahlend.
Blinzelnd seine Augen öffnend und sich dazu zwingend, sie diesmal auch offen zu halten, gähnte Zandros einmal herzlich, ehe er sich langsam aufsetzte: "Gut gemacht …", murmelte er nur leise, ehe er schließlich seine Beine aus dem Bett schwang und noch mehr als schlaftrunken in Richtung Bad schwankte.
Sehnsüchtig blickte Severus in das sicher mehr als warme Bett. Doch kletterte er nicht einfach hinein, woran sein Vater Schuld war. Es war kaum ein Jahr her, dass Tobias Snape seinen Sohn aus den Armen seiner Mutter gezerrt, kurz versohlt und dann aus dem Bett gestellt hatte, da er es leid war, jeden Morgen neben einem Kleinkind aufzuwachen.
Langsam kam der Kleine hinter den Bettvorhängen hervor und stand unschlüssig auf dem Bettvorleger, der zumindest jetzt seine kalten Füße ein wenig wärmte.
Nach etwa einer viertel Stunde kehrte Zandros aus dem Bad zurück und schlurfte zum Flur, zur Treppe und dann diese hinab in Richtung Esszimmer. Dem Jungen warf er keinen zweiten Blick zu, auch wenn er sehr wohl gemerkt hatte, dass dieser immer noch neben dem Bett stand.
Severus flitzte sofort hinterher, um sich nicht abhängen zu lassen. Dicht hinter seinem Meister betrat er das Esszimmer und ging zum Tisch, an dem es wie am Tag zuvor nur einen Stuhl gab.
Sich hinsetzend und ein weiteres Gähnen unterdrückend, starrte Zandros eine Weile auf den Tisch und grummelte leise: "Schenk mir etwas Kaffee ein Junge und dann setz dich."
Mit großen Augen starrte der Junge auf den Tisch, auf den er kaum hinaufsehen konnte. Dennoch versuchte er nach der Kanne zu greifen, die aber natürlich viel zu schwer für ihn war, um sie auch nur anzuheben. Also zog er die Tasse an den Rand und kippte einfach die Kanne etwas um, sodass Kaffee herauskam. Platschend fiel dieser zwar zuerst in die Tasse, schwappte dann aber sofort wieder heraus und versickerte in der Tischdecke.
Fluchend stieß sich Zandros vom Tisch zurück und sprang von seinem Stuhl auf, als auch etwas Kaffee zu ihm herüber schwappte: "Verflucht, Junge, pass doch auf!", fuhr er diesen nun gänzlich von seiner Schläfrigkeit befreit zornig an.
Aus seiner Konzentration gerissen zuckte Severus derart zusammen, dass ihm die schwere Kanne aus der Hand rutschte und umfiel. Im nächsten Moment brüllte das Kind wie am Spieß, weil ein Teil der heißen Flüssigkeit über seinen rechten Unterarm schwappte, der sofort feuerrot anlief.
Sich schimpfend und fluchend den Jungen greifend, hob er ihn noch und trug ihn so schnell er konnte aus dem Esszimmer hinaus, die Treppe wieder hinauf und in das Badezimmer hinein, wo er ihn unsanft in die Wanne stellte und kaltes Wasser über den verbrühten Arm laufen ließ.
Das Gebrüll wurde dadurch aber eher lauter als leiser, während sich auf Severus' Arm eine große Blase bildete.
"Jetzt halt endlich deinen Mund!", blaffte Zandros das schreiende Kind an, denn wenn es etwas gab, das er absolut verabscheute, dann waren es plärrende Bälger.
Klatschnass, frierend und mit noch immer brennenden Schmerzen hörte der Junge nicht wirklich zu, während er weiter herzzerreißend weinte. Dabei streckte er die gesunde Hand nach dem Mann aus, um in den Arm genommen und getröstet zu werden.
Nun reichte es endgültig! Wütend griff sich Zandros den Jungen, zog ihn über den Wannenrand und schlug mehrmals kräftig auf dessen entblößten Hintern: "Hör – gefälligst – auf – mit – dem – Geflenne!"
Severus war so geschockt, dass er tatsächlich die nächsten Schreie verschluckte. Allerdings hielt das nur wenige Augenblicke an, ehe er leise wimmernd weiter weinte. Doch versuchte er die Laute jetzt zu unterdrücken, so gut er konnte.
"Das nächste Mal nehme ich einen Rohrstock.", knurrte Zandros, der sich das so nicht vorgestellt hatte. Oh nein ganz und gar nicht. Er wollte schließlich eine Hilfe, kein Kind erziehen.
"Es tut so weh.", wimmerte der Fünfjährige leise, während er zitternd dastand.
"Das weiß ich! Oder glaubst du, der Einzige zu sein, der sich schon mal verbrannt hat? Nur ich plärre nicht gleich durch die Gegend und du wirst das auch nicht tun!", schnappte Zandros, stellte den Jungen einfach wieder auf den Boden und ging zügig in sein Schlafzimmer, wo er nach einigem Herumwühlen in einem nicht wirklich ordentlich einsortierten Schrank schließlich eine Brandsalbe fand.
Mit Schluckauf blieb Severus im Bad stehen und wischte sich mit der linken Hand immer wieder die Tränen weg, doch konnte er sie einfach nicht stoppen. Dafür tat es einfach zu weh.
Mit der Salbe wieder zurückkehrend, setzte sich der alte Zauberer auf den Wannenrand: "Streck deinen Arm aus und halt still.", befahl er knapp, doch sein Blick zeigte, dass er es nicht dulden würde, abermals ein solches Geheule zu hören.
Schniefend hob der Junge den rechten Arm und wartete, dass sein Meister ihm half.
Die Dose öffnend, tunkte Zandros Zeige- und Mittelfinger in die grünliche Paste und begann sie dann auf die verbrannte Stelle zu streichen.
Severus wimmerte sofort auf und zuckte mit dem Arm weg oder versuchte es zumindest. Doch wurde sein Arm mit festem Griff gehalten.
Sofort verdunkelte sich die Miene des Meisters wieder: "Ich sagte: … Still halten! Kannst du denn nicht ein einziges Mal gehorchen?"
Der Kleine wimmerte lauter. "Es tut aber so weh, Meister.", schluchzte er und weinte dann wieder herzzerreißend.
Mit zu einem schmalen Strich fest zusammengepressten Lippen verfestigte Zandros seinen Griff um den verbrühten Unterarm und während er den Jungen zornig anfunkelte, strich er auch den Rest der geröteten und von Blasen gezeichneten Haut mit der Salbe ein. Dann ließ er ihn abrupt los und erhob sich: "Mach das Bad sauber.", befahl er nur harsch, ehe er sich brüsk abwandte und wieder nach unten ging, um dort endlich sein Frühstück zu beginnen. Würde er sich eben diesmal noch selbst seinen Kaffee einschenken.
Zandros bereute es mittlerweile, dass er keinen schon älteren Sklaven hatte kaufen können und in Gedanken spielte er mit der Überlegung, den Jungen vielleicht nun, da er ihn hatte gegen einen anderen, bereits erzogenen eintauschen zu können.
Oder dies zumindest zu versuchen. Jetzt wären seine Chancen gewiss besser als zu Anfang, wo er keinerlei Handlungsgut gehabt hatte.
Doch vielleicht gab es ja einen Zauberer, der einen Knaben einem älteren Sklaven vorzog.
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TBC
