Kapitel 8 – Der Platz eines Sklaven

Mit großen, angstgeweiteten Augen blickte der fünfjährige Sklave zu seinem wütenden Meister auf.

Wieso er auf die Idee gekommen war, nach einem 'Setz dich' und einer vagen Handbewegung auf das Sofa zu klettern, konnte Severus nicht sagen. Aber offensichtlich war es das Falscheste gewesen, was er hätte tun können.

So wütend hatte er seinen Meister noch nie gesehen, wie gerade eben, als er ihn in einer raschen, schmerzhaften Bewegung von dem Möbelstück gezerrt und kurz geschüttelt hatte.

Die wütenden Worte hallten noch immer in seinem Kopf wider: 'Der Platz eines Sklaven ist auf dem Boden! Nicht auf einem Stuhl! Nicht auf einem Sessel! Und nicht auf einem Sofa!'

"Es.. Es .. tut mir.. leid, Meister.", stammelte der verängstigte Junge und hatte aus irgendeinem ihm unverständlichen Grund Mühe auf den Beinen zu bleiben. "Ich mach es nie wieder. Ich versprech es..."

"Oh nein … diesmal kommst du nicht so glimpflich wie sonst davon. Vielleicht merkst du dir das nächste Mal dann zuerst nachzudenken, was sich für einen Sklaven gehört, anstatt einfach zu handeln!", schnappte Zandros mit zornig funkelnden Augen.

Beschämt senkte der Junge den Kopf und blickte auf seine in den neuen Hausschuhen steckenden Füße. Er hatte Angst. Wirkliche Angst davor, was jetzt mit ihm geschehen würde.

Sich nun selbst auf das Sofa setzend, klopfte Zandros mit der flachen Hand harsch auf seinen Oberschenkel: "Du kommst jetzt hier her und wirst deine Strafe erhalten. Leg dich über meine Knie – sofort!"

Heftig schluckend zog der Sklave den Kopf ein und ging die zwei Schritte, die ihn vom Sofa trennten nach vorn. Dann beugte er sich heftig schniefend, aber nicht weinend, über den Oberschenkel.

Den Jungen kurzerhand hinten am Hemd packend, zog Zandros seinen Sklaven mit einem Ruck weiter nach oben und über seine Beine, so dass er dessen Hinterteil nun gut positioniert vor sich hatte.

Einen Hintern, der allerdings noch voll bekleidet war.

Da Zandros keinesfalls vorhatte die Strafe zu mildern, indem er auf von Stoff geschützte Pobacken schlug, zog er diese kurz entschlossen nach unten. Etwas, das nicht ganz so einfach und reibungslos verlief, wie er es gedacht hatte, passte diese Hose doch im Gegensatz zur letzten verzauberten sehr gut.

"Au.", rief Severus mehr erschrocken, als wirklich vor Schmerz, weil der Knopf nicht einfach aufging und die enge Hose nun unangenehm über seine Hüften gezogen wurde. Dennoch hing sie im nächsten Moment um seine Kniekehlen. Mit einem erneut leisen Schniefen hielt er sich mit einer Hand an einem Hosenbein seines Meisters fest. Die andere krallte er, so gut es ging, in den Sofabezug.

Es war nicht das erste Mal, dass er übers Knie gelegt wurde. Auch sein Vater hatte das schon mit ihm gemacht.

"Du zählst mit.", befahl Zandros knapp, wartete jedoch nicht auf eine Antwort, sondern holte aus und schlug mit Wucht zu, sodass seine Handfläche mit einem lauten Klatschen auf das weiße Hinterteil fiel.

"AU!", schrie Severus nun regelrecht und Tränen schossen in seine Augen. "E...Eins."

"Korrekt ist: Eins, Meister. Danke, Meister. Immerhin mache ich mir hier die Mühe dein Verhalten zu korrigieren!", verbesserte der ältere Zauberer scharf, abermals zuschlagend. Diesmal noch fester als zuvor, sodass sich die Haut deutlich rot zu färben begann.

Erneut kam ein schmerzerfüllter Aufschrei von dem Kleinen, ehe er schluchzend versuchte zu antworten. "Zw... Zwei, M.Meis..ster... Danke, Mei...eister." Doch versuchte er sich krampfhaft zu beruhigen, wusste er doch, wie wenig es sein Meister leiden konnte, wenn er weinte.

Der nächste Schlag wurde wenn möglich noch härter: "Je weniger du dich zu beherrschen weißt, desto länger dauert es."

"Dr..rei", keuchte Severus heraus und schnappte nach Luft, ehe er das "Meister" anhängte und auch die beiden folgenden Worte waren beide von tiefen Atemzügen unterbrochen, weil er sich so sehr zu benehmen versuchte. Aber es tat so schrecklich weh! Sein Hintern brannte und kribbelte entsetzlich.

Sein Geist war so sehr darauf fixiert, dass es möglichst bald zu ende war, dass er anschließend beim nächsten Schlag "Fünf, Meister... danke... Meister." jappste.

"Vier!", unterbrach Zandros, doch war die Wut nicht mehr ganz so gegenwärtig, als er durchaus merkte, wie sich sein Sklave zusammenzureißen versuchte, "… für jemanden, der so schlau sein will, solltest du zumindest richtig zählen können!"

"Ver..Verz..zeiht, Meister.", schniefte Severus leise.

"Gut … du beginnst wieder bei Eins und das jedes Mal aufs Neue, wenn du dich verzählst." Erneut fiel die Hand klatschend auf die geröteten Pobacken.

Diese Worte erschreckten Severus dermaßen, dass er fast den Schlag nicht mitbekam und den Schmerz für den Moment sogar vergaß. Mit verdrehtem Hals sah er zu seinem Meister auf und sein rotfleckiges, tränenverschmiertes Gesicht zeigte deutlich, wie verängstigt er nun war. "Eins, Meister.. Danke, Meister.", wisperte er leise.

Zandros sagte nichts, schlug einfach weiter und lauschte dem Zählen. Er hatte nicht vor übermäßig grausam zu sein, nein gewiss nicht. Aber er war der Ansicht, wenn er jetzt etwas ein für alle Mal klarstellen konnte, dass es seine Pflicht als Sklavenbesitzer war, dies auch so gut und einprägsam wie möglich zu verdeutlichen.

Als es bei Fünfzehn endlich zu Ende war, hing Severus leise schluchzend da, versuchte aber sich zu beruhigen. Sein Hintern schien zu glühen und noch immer kribbelte und schmerzte es unglaublich. Dann spürte er die Hand seines Meisters sanft streichelnd auf seinem schmerzenden Po und er schnappte leise nach Luft. Die Schluchzer verstummten nach wenigen Augenblicken, auch wenn die Tränen noch etwas zum Versiegen brauchten.

Geduldig wartete Zandros, bis sich sein Sklave wieder beruhigt hatte, ehe er schließlich, weiter streichelnd fragte: "Wo ist der Platz eines Sklaven, Junge?"

"Auf dem Boden, Meister. Immer auf dem Boden.", antwortete Severus mit leise krächzender Stimme, während er sich von der nun so sanften Hand weiter beruhigen ließ. Er würde es ganz sicher nicht wieder vergessen.

"Genau so ist es … und solltest du mich erneut derart zornig machen, war das hier nur ein kleiner Vorgeschmack." Damit ließ er den Jungen los, passte aber auf, dass dieser nicht einfach zu Boden fiel.

"Das werd ich nicht, Meister.", versprach der Sklave sofort und öffnete den Knopf seiner Hose, um sie vorsichtig hochzuziehen. Dann schloss er sie wieder. Langsam setzte er sich dann auf den Boden und weil das so weh tat, kniete er sich schließlich hin. Dass sein Meister dabei kurz leicht schmunzelte, merkte er nicht, da es fort war, als er wieder aufsah.

Schnell wischte er sich die restlichen Tränen fort und auch die laufende Nase wischte er in Ermangelung eines Taschentuchs mit dem Handrücken ab.

Es sollte nur die erste von vielen Lektionen sein, die noch folgten.

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TBC