3.Kapitel: ...einer Flucht...
„Pssst!...Komm mit Kai-kun und versuch Tala-kun nicht zu wecken!" Geschickt befreite sich der junge Russe aus der Umklammerung des Rothaarigen und folgte der im dunkeln zu erkennenden Silhouette. Kai musste nicht lange überlegen um Stimme und Schatten einer bestimmten Person zu zuordnen.
Gemeinsam traten sie aus dem Raum, auf den noch immer sperrlicht beleuchteten Gang. Erst als sich die Tür zu Talas Zimmer schloss, fuhr Kai sein Gegenüber leise an. „Was soll das werden wenn's fertig ist, Sayoi?" Zwar konnte sich der Graublauhaarige schon denken was dieser von ihm wollte, jedoch empfand er es als besser nachzufragen. Doch entgegen seiner Erwartung, das er eine Antwort erhielt, wurde Kai gegen die kalte Mauer gedrückt. Mit der linken Hand stütze sich der Arzt an der Wand ab und mit der anderen griff er so an Kais Kinn, dass dieser gezwungen war ihm in die Augen zusehen. Seine dunkelgrünen Augen blitzten gefährlich auf. „Jetzt hör mir mal gut zu Kleiner! Wenn du mir jetzt nicht vertraust, dann können wir die ganze Aktion auch gleich sein lassen!"
Kai war wie erstarrt und brachte kein Laut über seine Lippen. Sollte er sich in dem jungen Arzt doch geirrt haben? „Wir müssen heute noch handeln! Ich habe vor wenigen Minuten einen Anruf von Voltaire erhalten. Sie werden in 2 Tagen zurück sein!" Noch immer rührte Kai keinen einzigen Muskel, weder seines Körpers noch seines Gesichtes. Doch Sayoi lies nicht locker und wusste auch schon wie er den Jüngeren zum agieren bringen konnte. „Liegt dir so wenig an deiner Familie, das du solange überlegst oder..." er machte eine kurze Pause und senkte seinen Kopf zu Kais Ohr „...hast du im Endeffekt sogar Angst? Angst vor dem was in der Akte stehen könnte?" Treffer versenkt! Dachte sich der Ältere und sah wie Kais Gesichtszüge, wenn auch nur für wenige Sekunden, entgleisten. Angst? Angst. Ja ich habe Angst, aber dennoch will ich wissen was in dieser Akte steht, egal was es ist. Verdammt ich habe wohl oder übel keine andere Wahl als ihm zu vertrauen, auch wenn es mir schwer fällt. Mehr als enttäuscht zu werden kann doch eh nicht passieren. Und so lange ich die anderen da nicht mit rein ziehe, soll mir alles recht sein, um etwas über meine Familie in Erfahrung zu bringen.
Fast in Zeitlupe senkte der Graublauhaarige seinen Kopf und befreite sich aus seiner Lage, indem er den jungen Arzt von sich Wegstoß. Fast nur ein Flüstern verließ dabei sein Mund. „Ich sagte doch ich nehme deine Hilfe an. Ob ich dir nun vertraue oder nicht, ist allein meine Sache." Als Kai endete setzte er sich in Bewegung und lies einen leicht perplex schauenden Sayoi zurück. Doch hielt der Jüngere nur wenige Schritte später an und drehte sich zu sein Gegenüber um und schaute ihn mit seinen rubinroten Opalen emotionslos an. „Willst du dort Wurzeln schlagen? Wir haben nicht ewig Zeit."
Nun setzte sich auch Sayoi in Bewegung und war mit sich selbst zufrieden. Schweigend gingen sie die Gänge entlang, immer darauf bedacht nicht von den Kapuzenträgern entdeckt zu werden. Am Ende eines Ganges machten sie halt. Leicht spähte der Abteiarzt um die Ecke. Vier, in lange Umhänge gehüllte Männer standen vor einer massiven Stahltür.
„Du wartest hier bis ich die Kapuzenträger weggelockt habe. Du musst dich aber beeilen ich weis nicht wie lange ich sie ablenken kann." Nachdem er ein kaum merkliches Nicken Seitens Kai wahrnahm ging der Schwarzhaarige auf die Wachen zu. Abwartend sahen die rubinroten Augen zu, wie der Abteiarzt sich an die Tür lehnte und mit den Männern redete. Es dauerte nicht lang und die 5 verließen den Gang. Erst als der Letzte von ihnen nicht mehr in Sichtweite war stürmte Kai zur Tür, die sich ohne Probleme öffnen lies.
War das Sayoi? Ich kann es nur hoffen, aber trotzdem läuft das alles viel zu glatt ab.
Zweifelnd betrat er den Raum und weitete geschockt die Augen.
Das kann doch nicht wahr sein!? Er machte ein paar Schritte in den Raum und lies seinen Blick über die unendlich vielen Schubladen wandern. Er schüttelte den Kopf leicht. Kai wusste das er nicht viel Zeit hatte und sprintete zum ersten Schrank. Es waren 6 an der Zahl und dazu noch ziemlich große. Zum erstenmal in seinem Leben war er froh darüber das sein Großvater ein Perfektionist in allen Lebenslagen ist. Jede Schublade war mit Buchstaben des Alphabets versehen. Nach vier Schränken hatte der Graublauhaarige schon fast die Hoffnung und auch schon jede menge Zeit verloren. Doch am fünften Schrank machte sein Herz schon fast einen Freudensprung als er seinen Namen am Rande einer Akte hervor lugen sah. Schnell überflog er einige Blätter. Das muss der Schrank für die Blader sein! Ich kann nur hoffen, das alles was ich wissen muss hier drin steht. Geräusche die von weit außerhalb des Raumes kamen, ließen ihn hochschrecken. Ohne lange zu zögern riss Kai weitere Schubladen auf, wanderte mit seinen Rubinen über die Ansammlung von Papieren und fand schließlich das was er suchte. Die Geräusche wurden lauter und Kai konnte eindeutig erkennen, das es Schritte sein mussten, die anscheinend immer schneller wurden. Hastig verschwanden die Akten unter seiner Jacke, die er sich vorhin noch übergeworfen hatte und begab sich zur Tür, die leicht angelehnt war. In windesteile huschten seine Augen über das kalte Gestein, welches den größten Teil des Gebäudes ausmachte. Es war niemand zu sehen und die Laufgeräusche schienen immer näher zukommen. Ohne lange nachzudenken sprintete Kai los, stieß nebenbei die Stahltür zu und machte sich in Richtung seines Zimmers davon.
Erst als Kai seine Zimmertür hinter sich schloss, atmete er auf und lies sich auf einem mehr als fragwürdigen etwas, namens Bett, nieder. Angespannt breitete er die einzelnen Akten auf seinem Nachtlager aus und bedachte sie mit unschlüssigen Blicken. Wie in Trance und fast in Zeitlupe glitten seine Finger zu den Papieren, in denen ein Teil seiner Vergangenheit steht. Langsam öffnete er die erste Seite. Zum Vorschein kam eine Art Steckbrief. Noch bevor er die ersten Worte lesen konnte, klopfte es und in Sekundenschnelle waren die Akten unter seinem Bett, in der hintersten Ecke, gelandet.
Die dringende Frage wer das seien könnte schlich sich in sein Gedächtnis, die mit den Worten „Herein!" beantwortet wurde. Ein dunkelgrünes paar Augen musterten Kai und schauten fragend zu dem Jüngeren. Noch während die Tür sich hinter dem Störenfried schloss, eilte auch schon seine Frage an Kais Ohren. „Und? Konntest du etwas finden was dich weiter bringt?" Den leicht protestierenden Blick Kais ignorierend, setzte sich der Abteiarzt zu ihm aufs Bett, schaute ihn erwartungsvoll an. „Ich wüsste nicht, was dich das zu interessieren hat!" So gleichgültig wie seine Stimme klang, war es dem Graublauhaarigen allerdings nicht, fragte sich sogar ´Warum es ihn interessiert?´. Doch holte ihn Sayoi aus seinen Gedanken, als er ihn sacht, aber bestimmt eine Hand auf seine Schulter legte. Jetzt oder nie Schoss es dem jungen Arzt durch den Kopf. „Kai-kun! Es gibt noch einen anderen Grund warum ich euch, speziell dir helfen will. Und genau aus diesem Grund interessiert es mich auch, ob du etwas über deine Familie heraus bekommen hast." Kai war verwirrt, zeigte es jedoch nicht. Einen anderen Grund? Na auf den bin ich ja mal gespannt Dachte Kai mehr sarkastisch, als ernst gemeint. „Kai wir...Ich...Ich bin dein.." doch Sayois ungewohntes stottern wurde durch einen lauten Knall und „Kai bist du hier?" unterbrochen. „Wie du siehst, ja." Während Kai sprach ruhten seine Augen auf Sayoi, wartete das dieser weitersprach. Der Schwarzhaarige war unterdessen aufgesprungen, beachtete nicht die fragenden Blicke der beiden Jungen und wirkte wieder so selbstsicher wie eh und je. „Gut das du hier bist Tala-kun. Ihr könnt die anderen Demos wecken gehen, damit ich euch unseren Fluchtplan erläutern kann. Wir treffen uns in 10 Minuten im Trainingsraum." Und schon war der Schwarzhaarige verschwunden und lies zwei perplex schauende Blader zurück.
Als auch nach dem dritten Versuch Kai zum Reden zu bringen, keine Reaktion oder beim letzteren ein „Später" kam, gab Tala mit einem seufzen auf und hoffte das Kai auch wirklich nachher mit ihm sprechen würde.
Nach noch nicht mal 10 Minuten betraten die Demolition Boys den Trainingsraum, wo auch schon Sayoi auf sie wartete. „Da seid ihr ja endlich!" war seine Begrüßung und schon hielt er ihnen einen Bauplan der Abtei vor die Nase. „Hört jetzt bitte gut zu, ich möchte nämlich nicht alles noch mal wiederholen müssen." Ein Nicken des gesamten Teams bestätigte ihm, das er ihre, anzunehmende, volle Aufmerksamkeit hatte. „Wir werden die Abtei nicht nur verlassen, sondern auch dem Erdboden gleichmachen, damit Boris und Voltaire keine Chance haben uns so schnell auf die Schliche zu kommen und dazu gewinnen wir jede Menge Vorsprung." Sayois Augen ruhten während er sprach auf Kai, erwartete anscheinend nur von ihm Einspruch. Umso erstaunter war der Schwarzhaarige, als er merkte das Kai ihm aufmerksam zuhörte und nicht den Anschein machte auch nur ein Wort gegen das zu sagen, was folgen würde. Ungehalten sprach der junge Arzt nun weiter. „Wir werden ein Feuer legen. Brian und Spencer ihr übernehmt die oberen Geschosse. Ihr solltet darauf achten soweit wie möglich von den Treppen entfernt, das Feuer zu legen. Tala und Ian ihr werdet euch um die Gruppen der Jugendlichen kümmern die ich eingeteilt hab und geht mit ihnen zum Süd- und Westschacht und bringt sie so schnell wie möglich aus diesem Gebäude raus. Ich konnte mich mit der BBA in Verbindung setzten. Es werden nahe am Rande des Waldes in Richtung Süden Hubschrauber und Mitarbeiter der BBA auf euch warten, die die Jugendlichen und uns sicher von hier weg bringen. Kai und ich werden ein paar Minuten später zum Einsatz kommen. Wir werden in dem unteren Geschoss ein Feuer legen. Ich weis nicht wie empfindlich diese Maschinen da unten sind, aber ich bin mir sicher das sie einiges an Hitze aushalten sollten, bevor sie, wenn überhaupt, eine Explosion auslösen. Kai das bedeutet wir müssen schnell und präzise Handeln." Während Sayoi sprach deutete er immer wieder mit seinen Zeigefinger auf den Plan in seinen Händen und sah nun, als er endete, die Jungs vor sich eindringlich und fragend an. „Seid ihr alle damit einverstanden? Habt ihr noch fragen?" Tala schielte zu Kai, erwartete jeden Moment einen Einwand. Doch selbst zum erstaunen der restlichen Mitglieder, sowie des Rothaarigen blieb der Wiederspruch aus. Sie nickten alle kurz dem Älteren zu. Was ist nur mit Kai los? So kenn ich ihn ja gar nicht. Ob das damit zusammen hängt, das Sayoi vorhin bei ihm war? Vielleicht haben sie sich ja ausgesprochen. Tala wurde immer neugieriger, warum Kai einfach so aus seinem Zimmer verschwunden ist und er besagten Graublauhaarigen in dessen Räumlichkeit zusammen mit Sayoi aufgefunden hat. Doch mit der Neugier kam auch Eifersucht in ihm auf. Was wollte dieser Sayoi von ihm? So sehr Tala es auch versuchte seine Gefühle nicht zu zeigen, ein gefährliches Aufblitzen in seinen Augen zum Abteiarzt konnte er nicht unterdrücken. „Sehr gut. Wir treffen uns Punkt 17 Uhr hier wieder. Das heißt ihr habt gerade mal 10 Minuten nach dem Training, um euch die wirklich wichtigsten Dinge die ihr braucht einzustecken." Damit wandte sich Sayoi zum gehen. Jedoch machte er knapp vor dem Eingang zum Trainingsraum halt und drehte sich noch einmal zu den Demolition Boys um. „Ich denke das Training wird euch gut tun, um noch ein wenig abzuschalten. Also habt Spaß und verausgabt euch nicht so! Ihr werdet die Kraft für heut Abend noch brauchen." Erst das Zufallen der Tür brachte die Jungen aus ihren Gedanken zurück.
Nicht alle fünf Blader konnten sich auf das Training konzentrieren und genau diese zwei die mit den Gedanken ganz woanders zu seien schienen, waren innerlich sehr froh, als es auf das Ende des Trainings zuging.
Eilig machten sich die einzelnen Teammitglieder zu ihren Zimmern auf. Bis auf einer. Fest entschlossen endlich zu erfahren, was zum Teufel noch mal mit Kai los ist, folgte Tala seinem Kleinen und holte ihn auch ein paar Meter vor dessen Zimmer ein. Etwas kräftiger, als der Ältere wollte, drängte er Kai an die kalte Steinmauer und packte ihn an seinen Handgelenken. „Was soll das Tala? Lass mich los!" Fast schon krampfhaft versuchte sich Kai aus Talas Griff zu befreien, aber es misslang ihm. „Kai bitte! Irgendetwas stimmt nicht mit dir! Ich sehe es dir doch an. Also bitte sag mir was los ist. Ich liebe dich, das weist du doch und es macht mich fertig dich so verwirrt zusehen. Und dann noch die Sache mit Sayoi. Ich dachte du vertraust ihm nicht, dann sehe ich euch zwei zusammen in deinem Zimmer und auf einmal hast noch nicht einmal einen Ton gegen seinen Plan gesagt." Während Tala zu beginn seiner kleinen Rede schon gebrüllt hatte, wurde er zum Schluss hin immer leiser. Kai konnte es nicht fassen. War es ihm wirklich so leicht an zumerken, das er verwirrt war? Verwirrt über die Tatsache, das seine Eltern lebten? Das Sayoi ihm half und dazu noch einen Grund hatte den er bis jetzt noch nicht wusste? Für den Bruchteil einer Sekunde senkte der Jüngere seinen Kopf und schaute Tala daraufhin ungewohnt liebevoll an. „Tala ich liebe dich auch und sofern wir dieses Gebäude verlassen haben werde ich dir sagen was los ist. Das verspreche ich dir." Das war nicht unbedingt das was Tala hören wollte, doch es beruhigte ihn ungemein. Kai hingegen ohrfeigte sich in Gedanken selbst, wollte er doch den Rothaarigen nicht da mit rein ziehen, auch wenn dieser es nur gut mit ihm meinte. Doch jetzt war es zu spät. Er würde es Tala erzählen müssen und ebenfalls den Fakt, das er Sayois Hilfe angenommen hatte. Doch weiter in ihren eigenen Gedanken vertieft konnten sie nicht bleiben, da Brian und Spencer gerade den Gang entlang auf sie zukamen und so löste Tala den Griff um Kais Handgelenke. Die beiden hatten nicht mitbekommen, wie schnell die Zeit vergangen war. Zusammen machten sie sich, wie auch schon Stunden zuvor, auf den Weg zum Trainingsraum.
Dort warteten auch schon Sayoi und Ian. „Ihr wisst was zu tun ist?" Ein einstimmiges Nicken seitens der Demolition Boys folgte. „Dann alle auf ihre Posten! Wir werden uns am Waldrand treffen. Und seit vorsichtig mit dem Behältnissen." verkündete Sayoi, gab Brian und Spencer Streichhölzer, sowie zwei etwas größere Behälter, in denen sich eine Flüssigkeit befand. Während sich Ian in Richtung Süd- und Tala in Richtung Westschacht auf machten, beeilten sich Brian und Spencer in die oberen Geschosse zu kommen. Erst als das Wiederhallen der Schritte der vier Blader von den Mauer verschluckt wurde, machten sich nun auch die zwei übrigen gebliebenen, Kai und Sayoi, auf den Weg ins Untergeschoss.
Ian, sowie Tala brauchten nicht sehr lange, um zu den Schächten zu gelangen. Zu ihrer Verwunderung warteten bereits an beiden Schächten eine Gruppe von Jugendlichen. Ian durfte die Jüngeren aus dem Südschacht führen und schien auch sehr angetan von der Tatsache, das sie ihm ohne Wiederworte folgten, obwohl er nicht gerade der Größte von ihnen war. Auch bei Tala, der Gleichaltrige und etwas jüngere durch den Westschacht hinaus in die Kälte führte, lief alles ohne Probleme ab. Zusammen mit der Gruppe hatte er auch schon nach kurzer Zeit Ian eingeholt und mit einem kurzen, fast schon Freude ausstrahlenden Blick schauten sie auf das alte, graue Gebäude zurück. Nach gut 15 Minuten Fußmarsch, in denen sie sich etwas dem Tempo der Jüngeren angepasst hatten, hörten Tala und Ian ihre Namen von weiter hinten zu sich nach vorne durchdringen. Nur wenig später standen zwei nach Luft schnappende Blader vor ihnen. „Und bei euch alles gut verlaufen?" fragte Ian die Beiden, mit etwas freudigen Unterton in der Stimme und schaute von Brian zu Spencer. „Ja." Brachte schließlich Brian unter husten heraus und überblickte die große Gruppe von Jugendlichen. Nur langsam setzten sie sich wieder in Bewegung, in der Erwartung, das in den Schätzungsweise 15 verbleibenden Minuten bis zum Waldrand, Sayoi und Kai sie einholen könnten.
Derweil schüttete Kai den letzten Rest der stechend riechenden Flüssigkeit auf den Boden.
„Geschafft! Das war das letzte Labor! Nur noch das Streichholz und wir verschwinden so schnell wie möglich von hier!" Damit zückte Sayoi eine kleine Packung aus seiner Hosentasche und holte sich eines der dünnen Hölzer heraus. „War doch eine gute Idee eine Spur von Raum zu Raum mit dem Zeug zu ziehen oder?" flötete der Schwarzhaarige und Eigenlob schwang in seiner Stimme mit. „Ja. Ganz toll Sayoi. Jetzt zünd schon endlich das Ding an und lass uns von hier verschwinden." Kai konnte es nicht fassen. Wie kann ein Mann mit 25 Jahren sich so kindisch benehmen und dann auch noch in so einer Situation. Genervt wandte sich der Jüngere zur Treppe, doch hielt er auf der ersten Stufe inne. Verdammter Mist! Zeitgleich mit seinen Gedanken fiel das entzündete Streichholz auf den Boden. In Sekundenschnelle breiteten sich immer größer werdende Flammen aus und machten die Linien die sie gezogen hatten sichtbar. Selbst die Luft schien sich rasend schnell zu erwärmen. „Was wartest du noch solang?" Sayoi sprintete zu Kai und schnappte ihm am Handgelenk. Es gelang ihm zwar den Kleineren die Stufen hoch zu zerren, musste ihn jedoch eine Etage höher loslassen, da sich Kai aus seinem Griff befreien konnte und drehte sich zu ihm um. „Was ist denn los Kai-kun? Jetzt komm schon wir müssen weg von hier!" Der Schwarzhaarige versuchte erneut den Graublauhaarigen am Arm zu packen, dieser wich aber geschickt aus und rannte plötzlich los, rief Sayoi dabei noch etwas zu. „Geh schon mal vor! Ich komme gleich nach, versprochen!" Wie angewurzelt und mit starren Blick auf die Stelle, wo Sayoi bis eben noch Kais Rücken gesehen hatte stand er nun da. Wusste nicht ob er dem Jüngeren hinterher rennen sollte oder nicht. Bitte halte einmal in deinem jungen Leben dein Versprechen otouto