Hier also Kapitel 8. Wat länger als Kapitel 7. Wollt's zuerst in 2 kürzere Teile spalten, aber da ich meine Kapitel immer so lang schreibe, bis es sich „gut" anfühlt, aufzuhören, hab ich's unbeschnitten gelassen.
8. Girl Gone Wild
„Oh... Nochmal Glück gehabt, was? Das hätte jetzt auch schief gehen können." Lachte Philbin nervös und wischte sich den Schweiß von der Stirn.
Ich konnte es nicht fassen: Es war tatsächlich noch alles an mir dran und unverändert... Kopf, Arme, Beine... Andere wichtige anatomische Merkmale meinerseits würde ich später noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit checken, aber soweit ich das bis jetzt überschauen konnte, war ich immer noch der alte Fred. Auch Hermine sah aus, wie immer.
Das leuchtete mir in dem Moment auch noch ziemlich ein. Denn, mal ehrlich, Regis Philbin und ein gelungener Fluch? Also bitte.
Hermine schnaufte gereizt und schüttelte meine Hand ab, mit der ich sie immer noch festhielt. Nachdem sie mir einen wutentbrannten Blick zugeworfen hatte, fiel mir auch wieder unser kleeeeeeiner Streit ein. Was war bitte in mich gefahren? Ich hätte sie ins Schussfeld der beiden Hitzköpfe schupsen und sie nicht heraus ziehen sollen. Tze. Flüchtigkeitsfehler. Kommt nie wieder vor.
Schnell wandte sie ihre Aufmerksamkeit wieder Ron und Philbin zu, die beide ziemlich erschrocken aussahen - da ging es ihnen wie allen anderen im Aufenthaltsraum, der inzwischen ziemlich ruhig geworden war. Einige Sekunden rechnete ich ernsthaft damit, dass sie ihren Zauberstab zücken und beide bis ins nächste Jahrhundert hexen würde, doch statt dessen stürmte sie auf sie zu und schubste erst den einen, dann den anderen weg.
Welcome to Girl Gone Wild.
„Seid ihr beide komplett bescheuert?? Ihr hättet uns töten können!"
„Aber... ich hab doch nicht... er hat doch- AU!"
„Ronald. Bilius. Weasley! Wenn du dich nicht eingemischt hättest, wäre das alles gar nicht erst passiert!" Sie schlug wütend gegen seinen Brustkorb und Ron wich einige Schritte zurück, stolperte über eine Stuhllehne und landete auf Katies Schoß. (Mein Beileid.)
„Und du!"
Oh oh.
„Was fällt dir ein, dich nach dem, was du mir an den Kopf geworfen hast, hier einzumischen?"
Nein, nein, nein, nein, nein!
„Ich soll dir jetzt wahrscheinlich auch noch danken, oder was?!"
Ich hob abwehrend beide Hände, als sie langsam auf mich zukam und mich sehr stark an eine angreifende Acromantula erinnerte. Eine achtäugige Riesenspinne wäre mir in diesem Moment allerdings fast lieber gewesen.
Nun muss ich wohl oder übel zugeben, dass Hermine vielleicht... teilweise... Recht hatte mit ihrer Wut wegen der Sachen, die ich ihr vor einigen Tagen an den Kopf geworfen hatte. Ich meine, ich war damals zwar selbst erst 13, aber das heißt nicht, dass ich nicht mitbekommen habe, dass Hermine während ihrer ersten Zeit in Hogwarts dauernd alleine und oft traurig deswegen war, bevor sie sich mit Ron und Harry anfreundete. War vielleicht nicht ganz so nett von mir, ihr zu sagen, dass es ihr sicher bald wieder so gehen würde und mich dann auch noch in den Tagen danach einen Scheiß darum zu kümmern, ob und wie sie das getroffen hat.
Wäre es wohl eine gute Idee, ihr zu sagen, dass ich den Zwischenfall schlicht vergessen habe?
Nein?
Dachte ich mir.
„Hermine..." Begann ich und sprach etwas leiser, mir der neugierigen Blicke der anderen Gryffindors im Gemeinschaftsraum wohl bewusst. „Wirklich, ich hab das nicht ganz so-"
„Doch, hast du!" Sie blieb kurz vor mir stehen und verschränkte die Arme vor der Brust. „Jetzt steh wenigstens dazu, du Feigling!"
OK! Ganz klar einer der Momente, in denen ich ernst bleiben, mich aufrichtig entschuldigen und keine blöden Witze reißen sollte!
Was sonst blieb mir also zu tun, als mich zu ihr herunterzubeugen, bis mein Gesicht nur Zentimeter von ihrem entfernt war, meine Stirn besorgt zu runzeln und sie ganz leise, sodass nur George und sie mich hören konnten und mit aller mir innewohnenden Ernsthaftigkeit zu fragen:
„Hermine... Hast du deine Tage?"
Das Letzte was ich hörte, bevor überall Sterne auftauchten, war Georges bellendes Auflachen.
AAAAA
„Au, au, au, au!"
„Stellen Sie sich nicht so an, Mr. Weasley!" Meckerte Madam Pomfrey, als sie mir ein Tuch, das vorher von ihr in eine grüne Salbe getaucht worden war, in die Hand drückte. „Halten Sie das an ihre Wunde!" Sie selbst packte allerdings meinen Hand samt Tuch und presste sie an die linke Seite meines Schädels, wo Hermine mich mit einem ziemlich dicken Buch getroffen hatte (wo auch immer sie das Ding so schnell hergehabt hatte).
Ich saß auf einem der vielen leeren Betten im Krankensaal und kam nicht umhin, über die neuesten Entwicklungen zu schmunzeln...
Es hatte sich heraus gestellt, dass Philbins schiefgelaufener Zauber sehr wohl eine Wirkung gehabt hatte:
Auf dem Bett hinter dem, auf dem ich saß, hockte Hermine und wurde nun ihrerseits von Madam Pomfrey mit einem Tuch und Salbe versorgt. Es sah ganz so aus, als hätte der Zauber zwischen mir und Hermine eine Verbindung hergestellt, die uns nun das äußerst unangenehme Privileg zuteil werden ließ, die Schmerzen des anderen zu fühlen. So ging es also nun auch Hermine, als wäre sie von einem 5000-Seiten-Buch am Kopf getroffen worden. Die Tatsache, dass meine rechte Hand inzwischen leicht schmerzte - Hermine hatte Ron mit ihrer Rechten Faust gegen den Brustkorb geschlagen - und mein Schienbein da, wo Hermine auf dem Weg hierher gegen eine offene Tür gerannt war, eine Beule entwickelte, unterstützte diese These nur noch:
Hermine und ich waren auf schmerzhafte Weise miteinander verbunden.
Und ich fand es absolut nicht fair, dass soweit alle Schmerzen, die ich erleiden musste, einzig und allein auf Hermines Aggressivität und Tollpatschigkeit zurückzuführen waren.
„Okay..." Sagte Madam Pomfrey schließlich, als auch Hermine versorgt schien (ich saß mit dem Rücken zu Hermines Bett und konnte deshalb nur hören, was da vor sich ging). „Ich mache mich jetzt auf die Suche nach Professor McGonagall und vielleicht könnte auch noch Professor Snape nützlich sein..."
Na super. Snape. Auf so eine Chance hatte er doch nur gewartet: 2 Schüler zum Preis von einem.
„Außerdem lasse ich Regis Philbin und Ronald Weasley herholen. Ich habe so etwas noch nie zuvor gesehen und würde ungern etwas tun, was alles noch verschlimmert."
Dann sollte Snape wirklich wegbleiben.
„Also, bleiben Sie hier. Bewegen Sie sich auf keinen Fall vom Fleck, ehe wir wissen, was genau los ist!"
Damit stürmte sie eilig davon.
Als sie weg war, blieb ich weiterhin mit dem Rücken zu Hermine sitzen und drückte das Tuch an meinen Schädel. Es tat wirklich ziemlich weh. Fühlte sich an, als würde eine wildgewordene Herde Zentauren durch meinen Schädel galoppieren.
Hermine ging es bestimmt noch schlechter... Wenn ich mal von unseren Charakteren ausging, war ich mir sicher, dass ich mit dieser blöden Fluchsache lockerer umgehen würde, als sie und ich war es vom Quidditch her gewohnt, harte Schläge zu kassieren, aber sie...
Ach, verdammt. Sie hatte mir das Buch an den Kopf geknallt. Sie war selber Schuld.
Aber irgendwie hatte ich sie wohl doch provoziert...
Was soll's. Eine kleine Entschuldigung würde mich schon nicht umbringen.
„Hermine?"
Als ich keine Antwort erhielt, seufzte ich in mich hinein und fuhr einfach fort.
„Was ich da auf der Treppe zu dir gesagt habe... Du weißt schon, das über dein erstes Jahr hier und so... Das tut mir leid. Und das von eben auch. Das war ein blöder Witz... glaube ich."
Es verstrichen einige Sekunden, in denen sie immer noch nichts sagte und ich wollte mich gerade zu ihr umdrehen, als ihre kleinlaute Stimme schließlich doch noch ertönte.
„Mir tut es auch leid. Ich war die letzten Wochen ziemlich zickig zu dir. Und das sage ich jetzt nicht nur, weil ich das mit dem Buch genauso abbekommen habe..." Zum Ende ihrer Entschuldigung hin klang ihre Stimme etwas brüchig.
„Alles okay?"
„Ja... Es tut nur etwas weh. Geht schon."
Doch ich konnte genau hören, dass sie weinte.
Mist.
Ich kann es beim besten Willen nicht sehen, wenn andere Menschen weinen. Frauen, Männer, egal was, das macht mich einfach fertig.
Also, was jetzt?
Einfach. Nicht. Umdrehen.
AAAAA
Fast 5 Stunden später, es war inzwischen schon nach Mitternacht, verließen Hermine, Ron, Philbin, McGonagall, Snape und ich allesamt frustriert den Krankenflügel.
Den Professoren und Pomfrey waren bis jetzt noch nichts eingefallen, um die Verbindung zwischen Hermine und mir zu kappen und auch Rons und Philbins unkoordinierten und stümperhaften Versuche, sich daran zu erinnern, wie genau die Handbewegung aussah, die Philbin gemacht hatte, hatte nichts gebracht, außer einem in die Luft gesprengten Bett und einer schicken rosaroten Haarpracht für Snape (die er leider inzwischen wieder los war).
„Ich muss Sie beide noch einmal ermahnen", sagte McGonagall zum hundertsten Mal, nachdem Snape sich auf den Weg zu seinem Zimmer gemacht hatte und wir anderen vor dem Portrait der Fetten Lady zum Stehen kamen. „Es ist von äußerster Wichtigkeit, dass Sie in den nächsten Tagen besonders vorsichtig sind und vor allem sollten Sie die genauen Auswirkungen des Zaubers so gut es geht für sich behalten... Ansonsten könnte das unangenehme Streiche zur Folge haben."
Ha! Als ob sich irgendwer trauen würde, mir einen Streich zu spielen; es ist allgemein bekannt, dass George und ich uns auf hundertfache Art rächen würden.
„Gehen Sie jetzt alle ins Bett, damit Sie nicht zu spät zum Unterricht erscheinen. Ich und die anderen Professoren werden weiterhin versuchen, einen Gegenzauber zu finden. Bis dahin... Seien Sie vorsichtig."
Manchmal erinnert sie mich echt an Moody.
Nach dieser letzten Warnung ging sie weg und wir Schüler (Ich... Schüler... argh) betraten den inzwischen leeren Gemeinschaftsraum. Das Feuer im Kamin brannte nur noch leicht und erhellte den Raum kaum.
„Das ist alles deine Schuld, Philbin!"
Oh Gott. Ron. Er kann es einfach nicht lassen.
„So ein Unsinn! Es ist seine Schuld!"
Bitte?!
„Bitte?!" Oh ja... schlagfertig, Freddy. Ganz klar Rons älterer Bruder.
„Wenn du Hermine nicht gegen mich gestoßen hättest, hätte mein Fluch funktioniert und Weasley Junior hätte jetzt zwei Köpfe!"
Brrrr. Jetzt stellt euch das mal bitte vor: Rons Kopf x 2
„Ich hab sie nicht gegen dich gestoßen, ich wollte sie wegziehen, weil ihr Idioten rumgesponnen habt!"
Wir drei fuhren noch etwa zwanzig Minuten damit fort, uns gegenseitig die Schuld in die Schuhe zu schieben, ehe wir merkten, dass Hermine schon in ihr Zimmer gegangen war und uns schließlich auch entnervt dafür entschieden, uns hinzulegen.
Im Gegensatz zu Ron, der sich ein Zimmer mit Philbin teilen musste, schlief ich in dieser Nacht, nachdem ich meinen immer noch wach herumlungernden Zimmerkameraden alles erzählt hatte, doch noch ziemlich gut.
AAAAA
Der nächste Tag ging, abgesehen von einem Ehe-Streit mit Pansy darüber, ob unsere Familie ihr überschüssiges Geld am Ende des Monats lieber für überteuerte pink-puffige Ballroben oder eine neue Quidditch-Ausrüstung ausgeben sollte (als ob man da noch lange überlegen muss!), ohne größere Vorfälle ab. Ich lieferte in unserer schriftlichen Verwandlungprüfung mal eben die Musterlösung ab - wie auch nicht anders erwartet - und Hermine und ich gingen uns so gut es ging aus dem Weg. Von dem Fluch spürten weder sie noch ich an diesem Tag etwas... Was sich später nur als Schonfrist herausstellte, da noch eine lange Reihe schmerzhafter Zwischenfälle auf uns wartete. Aber dazu später. Wie gesagt, ich sah Hermine an dem Tag nicht.
Dasselbe galt leider auch für Bethany Cube, die seit dem Zwischenfall in der Bibliothek wie vom Erdboden verschluckt schien. Nicht einmal im Unterricht tauchte sie auf. Typisch Frau. Erst einheizen und dann einen auf schwer zu haben machen. Genau so hatte Angelina... Nein. Nicht schon wieder daran denken.
Nicht einmal David hatte sie laut eigener Aussage seitdem zu Gesicht bekommen und da er ihr Zwilling ist, wollte das schon was heißen.
Ich sah Bethany nicht einmal während der Essenszeiten, obwohl ich eine lächerlich lange Zeit in der großen Halle damit verbrachte, den Hufflepuff-Tisch anzustarren. Eine so lange Zeit, genau genommen, dass mir Hannah Abbott, die mein Starren wohl leicht fehlinterpretiert hatte, mir nach dem Abendessen verboten lasziv zuzwinkerte.
Ich beschloss, Ron bei Gelegenheit davor zu warnen, mit was für einer er da verheiratet war.
Doch schon am nächsten Tag, ein Freitag, sah ich sie wieder. Die Umstände allerdings hätten durchaus besser sein können.
Da an dem Tag für meinen Jahrgang eine Prüfung in Geschichte der Zauberei anstand - Oh je, für diese beschissen langweilige Prüfung zu lernen, hatte sich als schwerer herausgestellt, als meine Mutter davon zu überzeugen, dass es auf jeden Fall Ron gewesen sein muss, der Ginnys Haustier Mr. Puffskein auf 2 Meter Größe hatte anschwellen lassen... gute alte Zeiten. Aber sowohl das Eine als auch das Andere hatte ich mit Erfolg getan!
Jedenfalls: Die Prüfung fand an dem Tag statt, außerdem mussten wir unsere erste Ehepaar-Arbeit einreichen und Quidditch-Training stand auf dem Plan. Ein ziemlich vollgepackter Tag also.
Wirklich von Interesse sind aber nur zwei Sachen: die Ehepaar-Arbeit und das Training.
Wir waren dazu angewiesen worden, unsere schriftlichen Ausarbeitungen gleich nach Ende der letzten Unterrichtsstunde bei einem der Hauslehrer abzugeben. Da für Familie Parkinson-Weasley (igittigitt) dafür Professor McGonagall und Professor Snape in Frage kamen, gab es zwischen meinem Eheweib und mir die ein oder andere Diskussion darüber, welchem Lehrer wir unseren Wisch aushändigen sollten.
Da ich ein liebevoller Ehemann bin und der Klügere am Ende immer nachgibt, ließ ich der blöden Arschkuh Parkinson... pardon, will sagen der lieben Pansy, ihren Willen und wir trotteten in eisigem Schweigen zu Snapes Klassenraum, wo wir ihn am ehesten vermuteten. Dort saß er dann auch an seinem Pult, vor dem bereits 5 Paare standen, um ihre Zettel einzureichen. 4 von ihnen waren reine Slytherin-Paare und obwohl eines von ihnen, Crabbe und Bullstrode, das wohl hässlichste Gespann aller Zeiten abgab, war ich doch viel schockierter über eine besonders unpassende Ravenclaw/Slytherin-Kombination: Luna Lovegood und Blaise Zabini. Also das war mir bis jetzt komplett entgangen. Zabini knallte genervt ihre Arbeit auf Snapes Tisch und brauste daraufhin sofort aus dem Raum. Wie immer mit Slytherins ließ Snape ihm das natürlich durchgehen. Mich hätte er für so ein Verhalten glatt an den Ohren aufhängen lassen. Luna schaute sich noch einen Moment verträumt im Raum um, sah mich, winkte mir leicht lächelnd zu und schlenderte daraufhin davon.
Es hätte mir zwar egal sein können, doch dadurch, dass Luna im letzten Jahr mehr als sonst mit Harry und den anderen zu tun gehabt hatte (nicht zuletzt auch der Zwischenfall im Zaubereiministerium), war sie mir auch aufgefallen und der Gedanke daran, dass dieses dauerverträumte zierliche Mädchen mit so einem Sack wie Zabini zusammen arbeiten musste, gefiel mir nicht. Immerhin war er Slytherin und denen traute ich wirklich alles zu.
Ich bin eben im Grunde doch ein von Grund auf guter Kerl.
Meine Gedanken wurden allerdings wenige Sekunden später in alle Winde zerstreut, als direkt nach Lunas Abgang erst Malfoy und gleich hinter ihm Bethany den Raum betraten.
Während er hochnäsig an mir vorbei stolzierte und Pansy-Wansy sich gleich an ihn dranhängte, steuerte Bethany direkt auf mich zu. Also das hätte ich nach ihrem augenscheinlichen Versteckspiel vorher nicht gerade erwartet.
„Hi." Sagte sie mit einem breiten Lächeln.
„Oh... ehm ... hi." Und eines Tages werde ich es schaffen, nicht gleich bei der Begrüßung rum zu stammeln. Ich räusperte mich umständlich, ehe ich, locker wie ich hoffte, fortfuhr. „Hab dich die letzten Tage gar nicht gesehen, nach ... Geht's dir gut?"
„Ja, sehr gut." Ihr Lächeln wurde noch breiter. „Ich habe mich die letzten Tage nur nicht so gut gefühlt und war von Madam Pomfrey krankgeschrieben. Das passiert ... öfter."
Aaaaah ja. Hoffentlich nichts chronisch-ansteckendes.
Sie schien meine Gedanken zu lesen. „Oh, aber keine Angst. Es ist nichts schlimmes. Mein... Kreislauf spielt nur manchmal verrückt. Das kann David dir auch bestätigen."
„Ah, okay." Warum sollte ich mir so etwas extra von ihrem Bruder bestätigen lassen?
Ach. Egal.
„Schön, dass es dir wieder gut geht."
Sie trat näher an mich ran und schaute mir tief in die Augen. „Find ich auch..."
„Weasley!"
Ich zuckte erschrocken zusammen, als Snape meinen Namen bellte. Ich sah zu seinem Tisch rüber und bemerkte, dass inzwischen Malfoy und meine schlechtere Hälfte direkt vor seinem Tisch standen, während die anderen Slytherins, wie meistens, für Malfoy Platz gemacht hatten.
„Wäre es wohl zu viel verlangt, Ihre Arbeit sehen zu wollen?" Er zeigte auf die beiden zusammengerollten Pergamente in meiner Hand.
„Natürlich nicht." Murmelte ich verbissen und ging zu seinem Tisch. Noch letztes Schuljahr hätte ich ihm ohne darüber nachzudenken eine sarkastische Antwort gegeben, aber das musste ich mir jetzt, da mich meine Noten interessierten, wohl oder übel verkneifen.
Ich blieb hinter Pansy stehen, da sie und Malfoy sich so hingestellt hatte, dass sie praktisch die gesamte Forderseite des Pults versperrten und legte die Rollen über sie hinweg vor Snape hin.
Er lächelte trocken und, wie immer, kein Bisschen freundlich. „Vielen Dank, Mr. Weasley. Ich hoffe, Ihnen und Miss Granger geht es gut? Keine... Beschwerden?"
Oh, dieser Wichser. Alleine schon wegen Professor McGonagall und Dumbledore, der am Vortag von einer Reise zurückgekommen war und inzwischen sicher schon von dem Vorfall gehört hatte, würde er es hundertprozentig nicht wagen, etwas über Philbins Fluch zu erzählen, erst Recht nicht in Anwesenheit von Schülern (Slytherin Schülern auch noch). Doch er musste natürlich blöde Anmerkungen machen.
„Alles bestens." Antwortete ich. „Und bei Ihnen?"
Snapes Blick verfinsterte sich. „Bestens."
Bevor er noch eine Bemerkung machen konnte, drehte ich mich um und wollte den Raum verlassen, als Bethany auf mich zutrat. Sie hatte ich schon fast wieder vergessen.
„Hey, können wir uns vielleicht Montag noch einmal treffen? Zur Nachhilfe?"
Ah, Nachhilfe. Jaja.
„Klar."
„Schön. Dann so um 17 Uhr in der Bibliothek?"
Ich nickte und mit einem letzten Lächeln ging auch sie zu Snape und den anderen Schülern.
Sehr schön. Ich hatte so das dumpfe Gefühl, dass ich Montag gegen 18 Uhr in Sachen heiße Freundin schon um einiges weiter sein würde. Ach, wen verarsch ich hier? 17:05 Uhr.
AAAAA
16 Uhr. Quidditch-Training. Endlich! Die einzige Sache an dieser Schule, die Spaß macht. Mir jedenfalls. Ron würde da sicherlich etwas anderes sagen.
Genau dieser versuchte nämlich seit fünfzehn Minuten panisch, alle 3 Torpfosten gleichzeitig dicht zu machen, die Quaffel abzuwehren, die wir anderen abwechselnd in seine Richtung warfen und dabei nicht vom Besen zu fallen. Leider gelangen ihm immer nur zwei dieser Dinge gleichzeitig.
Unser Team, dass sich seit Olivers Weggang in seiner Besetzung wenn auch leicht, aber stetig, verändert hatte, war nun, ohne Alicia und Angelina (...) noch mal etwas anderes.
Wie früher auch war Harry wieder Sucher, George und ich waren Treiber (was mal einfach die männlichste, coolste und trotzdem absolut unterbewerteste Position im ganzen Spiel ist). Ginny, die während Umbridges Zeit hier im letzten Jahr Harrys Position übernommen hatte, war inzwischen Jägerin, genau wie Katie, unser Teamcaptain, die schon seit ihrem 3. Jahr hier zum Team gehörte. Dritte Sucherin und seit diesem Jahr neu im Team war Helen Welby, als Drittklässlerin das jüngste Teammitglied. Aus irgendwelchen Gründen hatte sich in den letzten Jahren in der Gryffindor-Mannschaft die Tradition eingeschlichen, dass soweit möglich immer 3 Jägerinnen im Team spielten. Was im krassen Gegensatz zu anderen Mannschaften, wie etwa Slytherin, stand, wo weibliche Spieler eher eine Ausnahme darstellten und wenn, handelte es sich dabei immer um regelrechte Schlächterinnen.
Ich sollte Pansy vorschlagen, zum nächsten Try-Out zu gehen.
Abgerundet wurde unser Team von Ron, unserem Torhüter. Der Fairness halber sei gesagt, dass Ron durchaus ein fähiger Spieler ist. Seine ewige Unsicherheit hindert ihn aber meistens daran, das auch zu zeigen.
„Okay", sagte Katie schließlich, als Ron es immerhin geschafft hatte, knapp über die Hälfte der von uns geworfenen Bälle zu halten. „Lasst uns jetzt mit einem Quaffel, Klatschern und Schnatz trainieren."
Gesagt, getan. Kurz darauf sauste der Schnatz übers Feld, Harry hinterher, unsere Jägerinnen spielten sich gegenseitig den Quaffel zu und versuchten, an Ron vorbeizukommen und George und meine Wenigkeit hielten die Klatscher in Schach.
Das ging ungefähr 10 Minuten lang so und wir alle waren gerade wieder so richtig in unserem Element (selbst Helen, für die das hier das erste Teamtraining war, fügte sich jetzt schon gut ein), als ein aufgeregter Ruf über das Spielfeld tönte.
„Fred!"
War klar. Als ob hier mal jemand anderes gerufen würde.
Ich schaute runter und sah Hermine unter uns auf dem Rasen stehen.
„Übernimm mal!" Rief ich George zu, der eifrig weiter den Klatschern hinterherjagte. Für 2 Minuten oder so würde ich ihm schon beide überlassen können.
Ich flog bis auf 2 Meter über dem Rasen herunter und hielt schräg über ihr. „Ja?"
Ich konnte ihr ansehen, dass sie versuchte, mich nicht allzu wütend anzufauchen, nachdem sie sich gerade erst entschuldigt hatte.
„Was machst du hier?"
Ausnahmsweise mal keine sarkastische Antwort.
„Kuchen backen."
Ich habs versucht.
Sie schnaufte genervt. „Quidditch ist zu gefährlich. Wenn du verletzt wirst, krieg ich das auch ab."
„Ich werd nicht verletzt. Ich bin seit fast 2 Jahren nicht mehr beim Quidditch verletzt worden."
Ich bin einfach zu gut dafür, so siehts nämlich aus!
„Na also. Du bist überfällig!"
„Hä?"
„Statistisch gesehen-"
Oh, bitte nicht.
„- verletzt sich alle 4 Minuten irgendwo auf der Welt ein Zauberer oder eine Hexe ernsthaft beim Quidditchspielen. Dass du so lange nicht verletzt wurdest, sollte dir eher Sorgen machen: Du wirst dich auf jeden Fall bald verletzen." Sie vollendete ihren kleinen Vortrag mit einem kleinen überlegenen Lächeln und verschränkte die Arme vor der Brust. „Außerdem will Dumbledore in zwanzig Minuten mit uns sprechen. Professor McGonagall hat mir eben Bescheid gegeben. Also... hopp, komm runter." Immer noch dieses überlegene Lächeln.
Ah, verdammt. Manchmal ist sie einfach so-
„FRED!"
.- süß.
Dass der Klatscher genau in der Sekunde, in der ich letzteres dachte, mit voller Wucht auf meine linke Rippenreihe knallte und mich vom Besen fegte, kann purer Zufall gewesen sein.
Ich war wenig später allerdings der festen Überzeugung, dass es die gerechte Strafe für einen dummen, dummen, dummen Gedanken war.
„Hermine!"
Wenige Sekunden, nachdem ich auf dem Boden aufschlug (benommen und doch heilfroh, dass ich nur 2 Meter gefallen war), landeten die anderen Spieler und alle rannten... zu Hermine, die ebenfalls am Boden lag und sich stöhnend die Seite hielt. George, der als einziger hier außer mir von dem Fluch wusste (natürlich hatte Hermine niemandem etwas erzählt, ganz McGonagalls kleine Musterschülerin), reagierte am schnellsten und hob sie hoch, während Ron noch wild um sie herumflatterte. Schnell machten sie sich mit Hermine auf dem Weg vom Feld.
Is scho recht.
Lasst mich hier liegen.
Tritt sich fest.
Wird Fred auf dem Quidditchfeld sterben, ehe sich jemand an ihn erinnert?
Wer wird der armen Bethany dann Nachhilfe geben, damit sie nicht sitzen bleibt?
Wie süß ist Hermine wirklich?
Und was haben die Illuminaten damit zu tun?? (Switch Reloaded XD)
Mehr dazu in Kapitel 9 von Fred's Lament: „Ein klarer Fall von Murphy", mit der ersten Fred x Hermine-Action!!111111einseinseins
(Btw., wenn jemand Interesse an einer Blaise x Hermine Fic hat, kann er gerne mal das erste Kapitel meiner neuen FF Everlong auschecken °unverfroren Werbung mach° :D)
Danke für die Reviews, Panda Padfood, Slimsy & Moi.
