Das neunte und mit Abstand „ruhigste" Chapter der FF... Ging aber mMn nicht anders, um den weiteren Verlauf der Story vorzubereiten X) Enjoy!
9. Ein klarer Fall von Murphy
Warum, verdammt nochmal, muss Hermine immer Recht haben?
Ist das ein Naturgesetz, oder so was? Hat das irgendein heiliger Mönchsorden in der Mongolei per Gongschlag beschlossen?
Zum Beispiel damals, während ihres ersten Jahres in Hogwarts, als ich noch ein unbeschwerter Drittklässler war. George und ich hatten uns in einen entlegenen Klassenraum zurückgezogen, um einen Trank zu mischen, der Snape den ganzen Tag lang steppen lassen sollte, nachdem wir ihn ihm, natürlich total unauffällig, untergemischt hätten.
Dann platzte sie herein. Sie hatte sich offensichtlich verlaufen, denn sie sah uns erschrocken an und fragte, ob wir wüssten, wie sie von hier aus am besten zu McGonagalls Klassenraum käme. Doch als der erste Schreck vorbei war, bemerkte sie den kleinen Kessel und die Zutaten vor uns auf dem Tisch und runzelte finster die Stirn.
„Was macht ihr da?"
„Hausaufgaben, siehst du das nicht?" Antworteten George und ich aus einem Mund. (Das haben wir früher oft getan. In letzter Zeit kommen solche Zwillings-Sachen leider kaum noch vor. Mal abgesehen von der Dinah-Ohrfeigen-Aktion.)
Es war offensichtlich, dass sie uns nicht glaubte.
„Ist das da verdünntes Drachenblut?" Fragte sie und zeigte auf den Flakon in meiner Hand, der mit einer helllila Flüssigkeit gefüllt war.
„Und das da..." Sie richtete ihren Blick auf ein anderes Gefäß direkt neben dem Kessel, in dem kleine goldene Brocken lagen. „Das sind doch Stückchen eines Re'em-Horns, oder? Das dürft ihr nicht mischen!"
George und ich tauschten einen Vielsagenden Blick aus. Jetzt wollte uns also schon eine Erstklässlerin erzählen, was erlaubt war und was nicht.
„Und warum nicht?" Fragte George belustigt.
Sie verdreht genervt die Augen. „Wenn ihr das in einem aufgeheizten Kessel miteinander vermischt, gibt es eine Explosion. Das weiß doch jedes Kind."
Ich weiß noch, dass es mir in diesem Moment überhaupt nicht komisch vorkam, dass diese kraushaarige Besserwisserin dauernd alleine rumhing. „Zu McGonagalls Klassenraum geht's hier links. Lauf bis zum Ende des Gangs, dann klopf gegen das Bild des Tüchtigen Hauselfs, das da hängt. Dahinter ist eine versteckte Tür. Die Treppe runter, nochmal links, lass dich von der Trickwand nicht ablenken, lauf einfach durch und pass auf die Falltür auf, die manchmal 10 Meter vor dem Klassenraum auftaucht. Das weiß doch jedes Kind."
„Aber... Danke!" Sie drehte sich auf dem Fuße um und knallte die Tür zu.
George lachte. „Explosion, von wegen. Sie will doch nur nicht, dass wir die Regeln brechen."
Wir fuhren damit fort, den Trank zu brauen und schlussendlich gossen wir auch das verdünnte Drachenblut in den heißen Kessel und gaben 2 Stück Re'em-Horn dazu.
Der Knall war so laut, dass George und ich 2 geschlagene Wochen lang nichts hören konnten. Als 1 Tag später der Heuler von Mum kam, stellte sich das allerdings als wahrer Segen heraus. Naja, immerhin wird es euch beruhigen, zu hören, dass George und ich inzwischen wahre Zaubertrank-Genies sind. Was für Snape natürlich nicht heißt, dass wir auch eine angemessene Note bekommen sollten. Tze.
Aber was soll's. Es gibt noch zwei weitere Hermine-Alleswisserin-Zwischenfälle, an die ich mich sehr gut erinnere:
In unserem sechsten Jahr wollten George und ich unsere Namen in den Feuerkelch werfen, um am Trimagischen Tournier teilzunehmen. Wir dachten, wenn wir uns einige Monate älter zaubern würden, könnten wir Dumbledores Altersgrenze übertreten. Hermine wusste es natürlich besser und sagte uns, wir sollten es lassen.
Und natürlich ließen wir es nicht und sahen kurz darauf aus wie 2 Weihnachtsmänner.
Das andere Mal war während meines siebten Jahres. Also ... während meines ersten siebten Jahres.
Ich saß nach den Weihnachtsferien auf einer Bank im Hof und sah dem Schnee beim Schmelzen zu, weil ich mich halb zu Tode langweilte. George war irgendwo mit einem Mädchen unterwegs. Er sagte mir zwar immer, an wem er gerade dran war, aber bei George änderte sich zwischen unserem fünften und siebten Jahr so häufig, dass ich irgendwann das Interesse daran verlor, am Ball zu bleiben. Aus heutiger Sicht liegt der Gedanke nahe, dass es die reizende Dinah war.
Wir waren beide ziemlich frustriert, weil es uns die blöde Kuh Umbridge praktisch unmöglich machte, den Schülern unsere neuesten Erfindungen vorzuführen, was gleichzeitig bedeutete, dass wir so gut wie nichts verkaufen konnten. Darum hatten wir kurz vor den Ferien den Entschluss gefasst, noch vor den Abschlussprüfungen einfach aus der Schule zu verschwinden. Natürlich mit einer großen Abschlussshow. Bis wir dafür alles bereit hatten, würden aber noch mindestens 3 Monate vergehen. Außerdem waren wir gerade drauf und dran, einen Laden in der Winkelgasse zu mieten, damit wir endlich mit unserem Geschäft starten konnten.
Ich saß also da und dachte ernsthaft darüber nach, Hausaufgaben zu machen, als sich jemand neben mich auf die Bank fallen ließ. Zuerst dachte ich, es sein Angelina, die eigentlich in der Bibliothek hatte lernen wollen, doch als ich meinen Kopf umwandte, fiel mein Blick auf eine ganze Menge braunes, lockiges Haar und ein Paar toternst dreinblickender, ebenso brauner Augen.
„Lasst es."
„Was?" Fragte ich verwirrt. Was wollte sie von mir? Sonst redeten wir während wir in Hogwarts waren so gut wie gar nicht miteinander, außer sie kam dazu, wenn ich gerade mit Ron oder Harry quatschte.
„Ich weiß, dass du und George abhauen wollt." Sagte sie mit finsterer Miene. „Ich hab euch über die Weihnachtsferien in eurem Zimmer im Fuchsbau reden gehört, als ich daran vorbei gegangen bin."
„Du hast gelauscht?" Ich war zwar etwas wütend darüber, dass sie sich einfach einmischte, konnte mir ein kleines Grinsen aber, wie so oft, nicht verkneifen.
Sie wurde tatsächlich etwas rot und ich war mir ziemlich sicher, dass das nicht auf die Kälte zurückzuführen war.
„Eure Tür war nur angelehnt und ich kam genau in dem Moment dran vorbei, als George sagte 'Mum wird durchdrehen, wenn wir einfach so abbrechen.' Dafür konnte ich nichts. Danach habe ich erst gelauscht."
Verdammt. Ich vergaß leider oft, die Tür hinter mir richtig zu zumachen.
„Und du sagst erst jetzt was, weil...?"
Sie zuckte die Schultern. „Zuerst war es mir egal. Aber ich habe darüber nachgedacht und kann nicht einfach zusehen. Eure Mutter hat schon genug Probleme und macht sich dauernd Sorgen um euch, Harry und mich. Da braucht sie so was nicht auch noch."
Nun runzelte ich die Stirn. Als ob ich das nicht schon wüsste. Aber George und ich hielten es einfach nicht mehr aus. Wir hatten eigentlich schon in unserem sechsten Jahr abhauen wollen, aber da hatte unser Startkapital für den Laden noch nicht gereicht. Wir hatten keine Lust mehr, unsere Zeit zu verschwenden. Besonders jetzt nicht mehr, mit dieser rosaroten, sadistischen Schreckschraube an der Schule.
Als ich nicht antwortete, seufzte sie und wandte ihren Blick von mir ab, nach vorne. Dann machte sich ein kleines grimmiges Lächeln auf ihren Zügen breit.
„Sie schickt euch sowieso zurück."
„Ha, das werden wir ja sehen."
Und wie wir das gesehen haben. Gong! Hermine hatte recht. Überraschung!
Und jetzt, während meines zweiten siebten Jahres in Hogwarts, schon wieder! Sie sagt, ich würde mich bald beim Quidditch verletzen und ich verletze mich prompt. Natürlich hatte sie mich mitten auf dem Feld vollgequatscht, also könnte man durchaus behaupten, dass es ihre Schuld war. Aber normalerweise haben George und ich so etwas wie ein inneres Warnsystem für Klatscher. Darum sind wir auch so gute Treiber. Dieses Warnsystem hat mich vorher noch nie im Stich gelassen. Die wenigen Male, die ich mich beim Quidditch verletzt hatte, waren, weil jemand von hinten in mich reingeflogen war, als ich gerade einen Klatscher schlagen wollte, oder das eine Mal, wo ich im Vorbeifliegen Angelina... Das war wirklich schmerzhaft.
Naja. Also wie ihr euch sicher schon denken könnt, bin ich nicht auf dem Feld krepiert, nachdem sich im ersten Moment alles nur um Hermine gekümmert hatte und ich augenscheinlich vergessen wurde. Schließlich sorgten Katie und Ginny mithilfe eines Schwebezaubers dafür, dass ich direkt hinter George, Hermine und Ron in die Krankenstation kam. Sobald Madam Pomfrey ihren üblichen Panikanfall gehabt hatte und sich um uns kümmerte, schickte sie George, Ron und die anderen (alle bis auf George ziemlich verwirrt, da sie sich sicher waren, dass der Klatscher nur mich und nicht Hermine getroffen hatte) nach draußen. Ron beschnatterte auf dem Weg nach draußen George und fragte ihn dauernd, ob er wusste, was los war und Katie und Ginny versuchten, Helen zu trösten, die total am Boden zerstört war, nachdem sie ihren ersten Quidditch-Unfall aus der Nähe mit hatte ansehen müssen.
„2 Rippen gebrochen, eine angeknackst", sagte Madam Pomfrey fassungslos, während sie Hermine einen beruhigenden Trank einflößte. Kurz davor hatte sie unsere Rippen mit einem schnellen Zauber wieder geheilt. Schon peinlich, für was für einfache Zauber man (ich) manchmal zu ihr gehen musste. Aber die einzige Person auf dem Feld, die es wohl geschafft hätte, unsere Rippen richtig zu heilen, war leider Hermine gewesen.
Nachdem Hermine einen Schluck getrunken hatte und um einiges ruhiger atmete als zuvor, wandte Madam Pomfrey sich mit dem Beruhigungstrank an mich: „Brauchen Sie auch... Ach, wem mache ich was vor, bei Ihnen hilft das auch nicht mehr."
„Haha... Hey!"
Madam Pomfrey stellte das Fläschchen auf dem Tisch zwischen Hermines und meinem Bett ab und stemmte die Arme in die Hüfte: „Hat Professor McGonagall sie nicht gewarnt, vorsichtig zu sein? Sie hätten es besser wissen müssen! Ich habe Sie und ihren chaotischen Zwilling ja sowieso regelmäßig hier, aber wenn jetzt wegen Ihnen auch dauernd Miss Granger-"
„Es ist nicht seine Schuld." Unterbrach Hermine und setzte, als Madam Pomfrey und ich sie fassungslos ansahen, kleinlaut ein „Jedenfalls nicht ganz." hinzu.
In dem Moment wurden die Türen zum Krankenflügel aufgestoßen und Professor McGonagall kam herein.
„Was ist passiert? George Weasley und Miss Bell haben mir erzählt, dass Sie hier sind. Professor Dumbledore erwartet Sie!"
„Minerva, ich glaube kaum, dass Miss Granger jetzt-" Setzte Madam Pomfrey mit einem Blick auf Hermine an, doch erneut wurde sie unterbrochen.
„Es ist schon in Ordnung." Hermine stand langsam aus dem Bett auf. „Wir kommen sofort, Professor."
Auch ich stand auf und wir beide verließen, sehr zu Madam Pomfreys Ärger, hinter Professor McGonagall die Krankenstation.
Kurz, bevor wir am Eingang zu Professor Dumbledores Büro ankamen, kamen wir an einer kleinen Gruppe Hufflepuffs vorbei. Mein Blick fiel sofort auf Bethany Cube, die, als sie mich sah, strahlend lächelte und mir zaghaft zuwinkte.
Na bitte, wer sagt's denn? Ich wusste zwar nicht, wie ich es getan hatte, aber anscheinend stand sie total auf mich und das ganz ohne Zaubertrank! ... Oh Gott, diesen Zwischenfall hatte ich bis jetzt erfolgreich verdrängt...
Bald darauf standen wir in Professor Dumbledores Büro und ich fühlte mich wie ein Ausstellungsobjekt. Natürlich wie das wertvollste Ausstellungsobjekt in einer sehr, sehr großen und umfangreichen Ausstellung, immerhin reden wir hier von mir und ich bin nun mal ein Weasley-Deluxe, aber trotzdem: Objekt bleibt Objekt.
Ehm ... Ich muss wirklich mit diesen tiefschürfenden Mini-Monologen aufhören. Wo war ich stehen geblieben?
Ah, in Dumbledores Büro, genau.
Hermine und ich erzählten ihm noch einmal von dem Zwischenfall mit Philbin, der blöden Flachpfeife und wie sich der schiefgelaufene Zauber seit dem bei uns bemerkbar machte - inklusive des jüngsten Zwischenfalls, was zur Folge hatte, dass McGonagall mich fürs erste vom Quidditchfeld verbannte.
Super, gerade wo ich wieder mit etwas angefangen hatte, was mir Spaß macht, wurde mir ein Strich durch die Rechnung gemacht.
Die Geschichte meines Lebens.
„Das ist wirklich interessant", sagte Dumbledore schließlich nach einigen Minuten Schweigen. „Und ich habe nicht die leiseste Ahnung, was ich jetzt machen könnte."
Die Gesichtsausdrücke von Hermine, McGonagall und mir in diesem Moment müssen wirklich zum Schreien ausgesehen haben. Jetzt fing ich auch langsam an, mir Sorgen zu machen. Normalerweise weiß Dumbledore immer, was zu tun ist. Ich meine, verdammt, es gibt keinen anderen Zauberer auf der ganzen Welt, der so gut ist wie Dumbledore und ja, da beziehe ich auch Voldemort mit ein. Dumbledore ist der Größte! Give it up for Dumbledore!
Und er weiß nicht, was er tun soll??
Ich beschloss, sofort, wenn ich wieder in meinem Zimmer sein würde, meine Dumbledore-Schokofrosch-Sammelkarte wegzuwerfen.
„A... Aber Professor", stotterte Hermine, die neben mir stand. „Sie haben doch bestimmt schon mal so etwas erlebt! Sie sind immerhin-"
Dumbledore lächelte leicht. „Alt?"
„Erfahren wollte ich sagen." Murmelte Hermine kleinlaut und ich konnte aus den Augenwinkeln sehen, dass sie rot wurde.
„Ich habe so etwas leider noch nie zuvor gesehen." Sagte Dumbledore. „Aber keine Sorge, ich werde mich eingehend mit Ihrem Problem befassen und sicherlich alsbald eine Lösung finden. Bis dahin müssen Sie, Mr. Weasley, allerdings auf einige Quidditch-Trainings verzichten müssen, fürchte ich. Ich kann zwar zaubern, aber keine Wunder vollbringen."
Dumbledore fühlte sich angesichts unserer langen Gesichter wohl dazu berufen, uns aufzuheitern, denn bevor Hermine und ich sein Büro verließen, sagte er:
„Ich werde Ihnen ein Geheimnis verraten. Eigentlich wird die neue Aufgabe in unserem kleinen Ehepartner-Projekt ja erst morgen bekannt gegeben, aber ich sage es Ihnen jetzt schon..."
Ole ole...
„Sie und Ihre Partner werden eine Eheberatung beginnen!"
Hermines Gesichtsausdruck verfinsterte sich nur noch mehr und da es nicht so aussah, als würde sie unseren Schulleiter heute noch eines Wortes würdigen, lächelte ich ihn und Professor McGonagall, die bei ihm stand, breit an:
„Hervorragende Idee, Professor... Nicht, dass Pansy und ich das nötig hätten!"
AAAAA
„Ich kann es einfach nicht fassen. Es muss doch irgendwas geben!" Rief Hermine 3 Stunden später frustriert aus und knallte den riesigen Schinken, den sie die letzte Stunde durchgewühlt hatte, zu. Anstatt von Dumbledores Büro aus direkt zum Gryffindor-Turm zu gehen, hatte sie entschieden, die Bibliothek aufzusuchen, um auf eigene Faust zu recherchieren. Was natürlich heißt, dass sie mich mitgeschleift hatte, da... Zitat Hermine:
„Es geht hier auch um deinen Arsch!"
Der Schock, Hermine so ein Wort benutzen zu hören, war so groß, dass ich volle Fahrt voraus in eine der Ritterrüstungen rannte, die an manchen Ecken im Schloss aufgestellt waren. Nachdem wir beide nach diesem Zwischenfall unsere Wunden versorgt hatten, waren wir in die Bibliothek gegangen und lasen... und lasen...und lasen... und lasen...
Kann mich bitte wer töten?
„Du siehst also ein, dass wir hier nichts finden können, was Dumbledore nicht sowieso schon wüsste?" Fragte ich hoffnungsvoll.
„Nein!" Fauchte sie aggressiv.
„Tut mir leid."
„Hm?" Ich sah von dem Buch auf, das ich vorgab, zu lesen.
„Ich wollte dich nicht so angiften."
Lag das an mir oder benahm sich Hermine in letzter Zeit etwas... komisch? Erst dauernd auf 180 und dann entschuldigt sie sich nur noch und nimmt mich in Schutz.
Hm, hat wahrscheinlich doch ihre Tage.
Ich zuckte die Schultern. „Schon okay."
„Ich glaube, du hast recht", seufzte Hermine. „Das hier hat wirklich keinen Sinn. Das alles ist nur einfach so frustrierend. Irgendwas muss es doch geben, um den Fluch zu brechen... und dann auch noch eine Eheberatung für unser Projekt! Dann muss ich ja mit Philbin in einem Raum sein."
Ich unterdrückte ein Lachen. „So schlimm?" Ich glaubte kaum, dass es jemand in Sachen Partner schlimmer getroffen hatte als ich. Außer vielleicht Luna Lovegood... Selbst George hatte sich in sein Schicksal ergeben und mir gesteckt, dass der Trick um Lavender auszukommen, einfach darin bestand, ihr Gelaber so gut wie möglich auszublenden. Ich persönlich stellte mir das allerdings nicht so „einfach" vor.
Hermine stand auf, griff sich das letzte Buch, in dem sie gelesen hatte und ging zu dem Regal hinter mir, um es zurückzustellen. „Er rennt mir die ganze Zeit hinterher, faselt irgendetwas von Bestimmung und nennt mich Herminchen ..."
Jetzt konnte ich nicht anders und musste einfach lachen. „Herminchen? Und er lebt noch? Du wolltest George und mich doch schon aufspießen, als wir dich vor 3 Jahren einmal Herms genannt haben." Ich packte nun meinerseits meinen Kram zusammen und stand ebenfalls auf. „Oder damals während der Quidditch-Weltmeisterschaft, als ich dir „Mine" als Namensschild an den Pulli gehext hab. Und als du es endlich abgekriegt hattest, hab ich dir ein neues mit „Mimi" auf den Rücken geklebt. Ich hab echt noch nie jemanden gesehen, der sich so über Spitznamen aufregt. ... Oh! Oder letztes Jahr, als ich-"
Ich wurde in meinem Monolog unterbrochen, als Hermine plötzlich neben mir stand, mich am Kragen packte, zu sich runterzog und-
Ich glaube, das Licht in der Bibliothek schmeichelt meinem Teint besonders. Anders konnte ich mir nicht erklären, dass die Mädchen hier seit neuestem dauernd über mich herfielen.
Allerdings hätte ich in diesem Moment nicht einmal meinen Vornamen buchstabieren, geschweige denn die Auswirkung der Bibliotheksbeleuchtung auf meinen Sexappeal analysieren können.
Zuerst stand ich nur wie versteinert da und ich weiß noch genau, dass mein letzter Gedanke, bevor ich wie von selbst auf den Kuss reagierte, ein eloquentes 'Hä?' war. Doch dann... Hmmmmm. Ein Gentleman genießt und schweigt.
Was ja bekanntlich leider nicht für Mädchen gilt...
Einige Sekunden, nachdem ich aus meiner Starre erwacht war und Hermine gerade meinerseits näher zu mir gezogen hatte, hörten wir etwas zu Boden fallen und fuhren auseinander.
„Tut mir leid", entschuldigte sich die Blondine, anscheinend gerade um eines der hohen Bücherregale gekommen war und ein Buch hatte fallen lassen. Sie wurde leicht rot: „Ich wusste nicht, dass hier jemand ist. 'Tschuldigung."
Sie war nicht in meinem Jahrgang, kam mir aber verdammt bekannt vor, obwohl ich ihren Namen nicht kannte.
Ich hatte sie irgendwo schon mal gesehen und zwar definitiv nicht beim Essen in der Großen Halle oder so was...
Als sie sich hastig umdrehte und wegging, ohne ihr heruntergefallenes Buch aufzuheben, fiel es mir wie Schuppen von den Augen:
Ich hatte sie schon ein paar Mal gesehen - bei Bethany.
AAAAA
Weitere Flashbacks, Bethanys zweiter Frontalangriff, ein durchgeknallter Zwilling, verwirrter Ron, sowie eine Eheberatung für Frederick Gideon Weasley und seine Angetraute Pansy - oder doch eher für Minerva McGonagall und Severus Snape? - erwarten den geneigten Leser beim nächsten Mal.
Außerdem natürlich die Antwort darauf, ob es an der Beleuchtung in der Bibliothek oder einfach nur an Freds unwiderstehlichen Charme liegt, dass ihm plötzlich die Weiber zu Füßen liegen :D
Danke für die Reviews, Puma Padfoot, Ley-chan, W.i.k.t.t. & Gandalf90!!
Ach und da das nächste Chapter das 10. wird (Prolog zähl ich natürlich nicht mit), wird's ein Bisschen was „Besonderes". So viel jetzt schon mal :)
So long
Your (Great Teacher) Ganjazuka °g°
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