Es war schon fast eine Woche her, als sie das letzte Mal diesen Raum betreten hatte.

Themis lächelte, während sie die Tür leise öffnete.

Sofort wehte ihr eine kühle Brise entgegen. Langsam betrat sie den Raum. Ihre Schritte hallten auf dem schwarzen Marmorboden.

Hinter ihr fiel leise die Tür ins Schloss, und wie jedes Mal, wenn sie den achteckigen Raum betrat, hielt sie den Atem an und sah sich überwältigt um.

Der Raum war nicht sonderlich groß, er hatte in etwa einen Durchmesser von zwanzig Metern. An drei der acht Seiten des Raumes standen vier Meter große Spiegel, gold eingerahmt, in den Seiten dazwischen zogen sich Durchgänge von dem Boden bis etwa drei Meter hoch durch die Wand. An diesen Öffnungen waren weiße, durchsichtige Vorhänge angebracht, die im leichten Wind tanzten. Die Wände zogen sich noch einige Meter weiter hoch, doch dann brachen sie abrupt ab, und wo eigentlich das Dach war sah man den hellblauen Himmel

Wie immer ging Themis zuerst durch eine der Öffnungen auf den Balkon, der sich rund um das Zimmer zog. Unter ihr ging es fast Hundert Meter in die Tiefe. Sie stand auf einem Turm, der auf einer Klippe über einem endlosen Meer stand.

Sie schloss die Augen und zog die salzige Luft tief in ihre Lungen, bevor sie sich wieder in das Innere des Turms begab und ihre Tasche und Jacke neben die Tür an die Wand stellte.

Dann setzte sie sich in die Mitte des Raumes im Schneidersitz hin und betrachtete ihre vier Spiegelbilder.

Nach einer Weile stand ihr zweites Spiegelbild von links auf und kam näher, bis es die Hand auf die Glasscheibe legte und Themis besorgt ansah.

„Was liegt dir auf dem Herzen, Themis? Du schaust sehnsüchtig durch uns hindurch. Was begehrst du so sehr, dass du es nicht mal hier loslassen kannst?"

„Wie kommst du denn darauf, Naphil?", zischte sie ihr grauenhaft verständnisvolles Ebenbild an.

„Stimmt, liebste Schwester! Du bist mal wieder total verpeilt", kam es nun von ganz rechts, wo nun ebenfalls das Spiegelbild nach vorne getreten war und lässig am Rahmen lehnte.

„Du bist so fies, Kasja! Immer musst du mich ärgern!", giftete Naphil beleidigt zurück.

Themis schlug die Hände über dem Kopf zusammen und zweifelte an ihren eigenen Persönlichkeiten.

„Ihr habt doch beide keine Ahnung! Alle Fakten weisen daraufhin, dass sie in diesen Acyn verknallt ist!"

Dieses Mal meldete sich dar zweite Spiegel von rechts zu Wort.

„Als wenn das personifizierte Wissen in Liebesahngelegenheiten Ahnung hätte!", keifte Kasja und erweckte den Anschein, als würde sie aus dem Spiegel springen wollen.

„Jetzt beruhig dich doch, Kasja! Gladris hat schon irgendwie Recht…", versuchte Naphil in einem versöhnlichen Ton zu vermittelt, wobei sie sich nervös durchs Haar fuhr.

„Jetzt fall mir auch noch in den Rücken du dämliche Ziege!", brüllte Kasja ungehalten und verschränkte entnervt die Arme.

„Bemüh dich nicht, Naphil", sagte Gladris leise und ruhig, aber auffallend laut genug, dass Kasja es noch verstehen konnte, „Mit dem Temperament lässt sich halt nicht reden."

„Du hast wohl wie immer Recht", seufzte Naphil, die Sanftmut, rutschte am Rahmen hinunter und kauerte sich still hin.

Von Kasja vernahm man nur noch ein empörtes Grunzen, bevor sie sich ebenfalls hinsetzte, aber mit dem Rücken zur Siegeloberfläche.

„Ihr seit mir eine schöne Hilfe!", gab Themis amüsiert kund, wobei sie sich einen entschuldigten Blick von Naphil und einen tötenden von Kasja einfing. Gladris hatte sich auf den Rücken gelegte und sann wohl über das allgemeine Weltgeschehen nach.

„Es ist nicht nur Acyn, oder?", vernahm Themis nach einer Weile angenehmer Ruhe eine zarte Stimme.

„Lehfa", sagte Themis erfreut und krabbelte auf allen vieren zum Spiegel ganz links.

„Ja", sagte das Spiegelbild lächelnd. Sie kniete hinter der Scheibe und hatte beide Hände leicht auf das Glas gelegt.

„Du hast lange nicht mehr mit mir gesprochen", sagte Themis ein wenig traurig, während sie es sich vor dem großen Siegel bequem machte und Lehfa betrachtete.

Die anderen drei Schwestern waren still und hörten gespannt zu. Lehfa zeigte sich nur selten.

„Es ist auch Phil, nicht war?", flüsterte sie sanft.

Themis wurde rot. Die Bilder des gestrigen Abends kamen wieder in ihr hoch.

„Er ist sehr nett. Aber er hat doch eine Freundin…. Er hat sie wahrscheinlich auch schon länger… und ich dachte- ich dachte…"

„Er mag dich?", beendete Lehfa den Satz. Themis sah verbittert auf den Boden.

„Du glaubst, du bist nicht gut genug für ihn", stellte Gladris ruhig fest.

„Er hat ja anscheinend auch nur mit dir gespielt", fügte Kasja hinzu. Ihre Stimme war kalt und klang enttäuscht, „Du solltest es ihm heimzahlen. Schließlich hat er dir doch offensichtliche Annoncen gemacht und war gleichzeitig mit dieser Schlampe zusammen!"

„Aber Kasja!", rief Naphil empört, „Wie kannst du nur so etwas sagen!"

„Naja", vernahm man Gladris vorsichtige Stimme dann, „Einige seiner Gesten könnte man schon in diese Richtung auslegen, aber halt auch nur, wenn man darauf aus ist…"

Kasja wollte grade zu einer zynischen Bemerkung ansetzten, als sie bemerkte, wie Themis zum Sprechen ansetzte und schwieg.

„Darf ich wütend auf ihn sein, Lehfa?", fragte sie leise und betrachtete eingehend ihr Spiegelbild während sie eine Hand auf die kühle Glasscheibe legte.

„Ich meine, darf ich wütend auf ihn sein, da er sich nicht wie der männliche Hauptcharakter einer gewöhnlichen Tennylovestory benimmt und sich grade in mich, die zickige Außenseiterin verliebt?", fügte Themis hinzu und lächelte matt.

„Fühlst du dich denn betrogen?", stellte Lehfa die Gegenfrage zu Themis zögerte einen Moment, bevor sie antwortete.

„Ja, schon aber-"

„Hey!", unterbrach sie Kasja energisch, „Sei nicht so unsicher. Das zeugt von Schwäche!"

„Sie hat Recht- sei selbstbewusst, dann sieht er, was er an dir verloren hat!", fügte Gladris hinzu.

„Und außerdem hast du ja noch Acyn; Er scheint dich aufrichtig zu mögen…", ergänzte Naphil und lächelte Themis aufrichtig an.

Die Ravenclaw nickte ihr zu und wandte sich Lehfa zu.

„Was hältst du davon?"

„Lass ihn leiden…", zischte ihr Spiegelbild und zwinkerte ihr zu.

„Werde ich", antwortete Themis und stand auf. Sie holt noch einmal tief Luft, bevor sie sich zur Tür umdrehte, als sie in der Bewegung etwas zu ihren Füßen bemerkte.

„Was-?", Antwort suchend sah sie auf, doch die Schwestern waren verschwunden, nur ihre waren Ebenbilder starrten ihr entgegen.

Sie warf einen letzten, langen Blick auf den feinen Riss auf dem Marmorboden, der sich von der Mitte des Raumes bis zum Spiegel ganz links zog, und durchquerte den Raum.

Themis nahm ihre Tasche und Jacke wieder auf und verließ innerlich aufgewühlt den Raum.

o-o-O-o-o

Themis sah auf das blau schimmernde Zifferblatt ihrer Silbernen Uhr; Knapp halb zwölf.

Ratlos blies sie gegen ihr Pony, um sich eine bessere Sicht zu verschaffen.Was sollte sie mit dem Rest des Tages anfangen?

Sie stand nun schon etwa drei Minuten an das Marmorgeländer einer der sich angeblich bewegenden Treppe gelehnt, und wartete darauf, dass sich diese ihrer Berufung widmete und die Richtung wechselte. Aber anscheinen hatten die Stufen grade frei, und so saß sie fest.

Ehe ichhier wegkomme gewinnt Huffelpuff den Quidditschpokal, dachte sie bei sich, als sie in dem völlig leeren Treppenhaus über ihr Schritte vernahm.

Themis wandte den Kopf nach dem Störenfried um und entdeckte in auf einer Treppe, die an der gegenüberliegenden Wand den sechsten und den siebten Stock verband. Ihre Mine verfinsterte sich sofort.

Phil schlenderte seelenruhig die Treppe hinunter. Er trug seine Quidditschausrüstung und seinen Besen und hatte anscheinend die Absicht vor dem Mittagessen noch ein paar Runden zu drehen.

Themis verfolgte jeden seiner Schritte mit zu Schlitzen zusammengepressten Augen.

Unbändige Wut kam in ihr hoch. Der hohe Raum, die knarrenden Treppen und die flüsterten Gemälde verschwammen in ihren Augenwinkeln, und sie nahm nur noch den Gryffindor war, der nun fast das Ende der Treppe erreicht hatte.

Mit einem markerschütterndem Schrammen von Stein auf Stein löste sich die Treppe zum siebten Stock plötzlich aus ihrer unteren Verankerung und bewegte sich schwungvoll durch den Raum. Phil, der völlig verdutzt dem Geräusch gelauscht hatte und stehen geblieben war, gab einen erstickten Laut von sich und verlor das Gleichgewicht.

Wie betäubt verfolgte Themis, wie der Gryffindor die letzten Stufen runterfiel und geistesgegenwärtig mit seiner freien Hand nach dem letzten Geländerpfosten griff.

Die Ravenclaw konnte ihn panisch Luft holen hören, doch sie regte sich nicht.

Phil sah langsam nach unten, und als er seinen Körper haltlos über dem metertiefen Abgrund baumeln sah, schluckte er trocken.

Die Treppe stand nun still, mitten im Raum. Phil versuchte sich hochzuziehen, doch er ließ es bleiben, als sich ein Stück Marmor vom Geländer löste und über seinem Kopf hinweg hinunterfiel. Stattdessen klemmte er sich dann seinen Besen zwischen die Beine und mit einem erleichterten Ausruf flog er so schnell auf die Plattform vom sechsten Stock zu.

Themis wandte sich langsam ab.

Geistesabwesend nahm sie war, wie die Treppe unter ihren Füßenanfing, sich langsam in Bewegung zu setzten. Leer und ruhig folgte sie der Treppe hinunter zum vierten Stock. Ohne sich umzudrehen betrat sie den Gang und ließ das Treppenhaus hinter sich.

o-o-O-o-o

Als Phil vom Besen abgestiegen war und sich sein Herzschlag beruhigt hatte, sah er sich um. Durch den Schock sah er leicht verschwommen, doch er sah genauer hin, als er einen blauen Umhang in einem Gang verschwinden sah.

Wenn hier jemand gewesen war, warum hattediese Personihm dann nicht geholfen…?

Verwirrt stellte er fest, dass so eine Frage überflüssig war und der Umhang eine Täuschung gewesen sein musste, die ihm seine Augen vorgegaukelt hatten.

Phil beschloss sich abzulenken und den Vorfall einfach zu vergessen, und in der Luft über seinem Lieblingsplatz, dem Quidditschfeld.

Unfälle passierten doch ständig.


#muahahahaha#

#räusper#

Hallo meine Lieben! Wie geht es euch so? Mir geht´s prima!

ABER...

Leider habe ich zu meinem letzteKapitel hier, dem zweiten, nur zwei Rewievs bekommen... ´#schluchz#

Aba ich bin gnädig und werde euch vergeben, wenn ich für dieses Cap mehr krieg!

Und ich danke meinen Rewievern; Ninaissaja und DarkPrincess of Slytherin! Hab euch lieb!

So, und nu muss ich weiterschreiben!

Eure LadyEvelyn

P.S.: HugsAndKisses Erpse! ( Lest alle ihre Geschichten, die sind toll!)