Zwei Tage nach dem Vorfall im Treppenhaus, an einem immer noch sonnigem Herbsttag, genau genommen einem Freitag, saß Themis morgens um viertel nach sieben beim Frühstück und kaute verschlafen an einem Marmeladentoast.
Sie hatte die letzten beiden Tage damit verbracht, bis zur Sperrstunde und teilweise noch weit darüber hinaus in der Bibliothek oder in ihrem Zimmer zu hocken und zwei Bücher durchzulesen um ihren Aufsatz für Geschichte der Zauberei fertig zu stellen, der nun zehn von vier vorausgesetzten Rollen Pergament umfasste.
Es war die Feststellung das sie sich im Zustand der unendlichen Schlaffheit und Lustlosigkeit befand, wie immer wenn sie zulange aufgewesen war, die Themis leicht lächeln ließ, als sich ein schlanker Körper rechts von ihr zwischen Bank und Tisch schob und sich ihr übermotiviert grinsend zuwandte.
„Guten Morgen, liebste Themis! Na, gut geschlafen?", flötete Acyn, während er sich um seinen Toast und gebratenen Speck kümmerte.
„Dämlicher Flachwichser! Wie kann man morgens nur so scheiße-gut gelaunt sein?", knurrte sie und sah ihn nicht mal an.
„Was!", fragte Acyn auf höchste amüsiert.
Themis drehte blitzschnell ihren Kopf zu ihm um, schenkte im ein zuckersüßes Lächeln und sagte dann in einem gruselig übertriebenen Süßholzraspel-Ton,
„Ich wünsche auch dir einen guten Morgen, mein Bester", dann erschlaffte ihr Lächeln wieder, „Und wenn du mich noch einmal liebste Themis nennst hat sich das mit deiner Liebe bald erledigt!"
„Das würdest du tun?", entgegnete Acyn ruhig und grinste verwegen, „wäre das nicht auch ein Verlust für dich?"
Themis würgte den restlichen Toast hinunter und goss sich wortlos ein Glas Kürgissaft ein, dem sie eine Tablette aus einer kleinen Dose hinzufügte, die sie in einer ihrer Umhangtaschen aufbewahrte.
„Nimmst du etwa Drogen, Themis?", fragte Acyn leise, der das Geschehen ungläubig beobachtet hatte.
„Klar! Morgens LSD, dreimal täglich Ectasy und zum Einschlafen 450g Heroin. Und wenn ich mal richtig hart drauf bin, nehme ich so krasse Kalzium Tabletten wie diese, die mich so richtig wach machen."
„Krass man", war Acyn einziger Kommentar, während er sich schmunzelnd abwandte und neben sich etwas hervorholte.
„Schau mal Themis, wa ich hier habe", sagte er dann grinsend und hielt ihr etwas unter die Nase.
„Schlittschuhe", stellte Themis äußerst intelligent fest, „Warum hast du dir nicht direkt Rehntiere besorgt?"
„Weil du Rehntiere nicht magst", antwortete Acyn schlicht und grinste breit, als sich Verwirrung auf Themis´ Gesicht breit machte.
„Was hab ich bitteschön damit zu tun?"
„Naja, die Schlittschuhe sind für dich!", verkündete er, stellte sie auf dem Tisch vor ihrer Nase hin und stand dann ohne ein weiteres Wort oder auf einen Protest abzuwarten auf um sich der Tür zu zuwenden.
Themis resignierte nur langsam, dass sie grade ein Geschenk von Acyn erhalten hatte, ein praktisches sogar, bis ihr etwas einfiel.
„Heißt das, es schneit heute noch?", rief Themis ihn etwas ungläubig nach.
Acyn drehte sich kurz bevor er die Große Halle verließ noch mal um und zwinkerte ihr zu.
o-o-O-o-o
Acyn hatte, was die wenigsten wussten und die meisten verstutzte, eine unglaubliche Begabung, wenn es darum ging, Wetterveränderungen mitzubekommen. So wunderte es Themis gar nicht, als es kaum zwei Minuten nachdem Acyn die große Halle verlassen hatte anfing düsterer zu werden. Eine riesige, dicke und bedrohlich wirkende Wolkenmasse überrollte die angenehme Sonne und in wenigen Minuten war es draußen nachtschwarz.
Themis beobachtete den Wetterumschwung an der verzauberten Decke der großen Halle.
Sie lächelte, als sie, ihren Glas mit Kürbissaft mit beiden Händen festhaltend, vom Himmel zurück auf ihre neuen Schlittschuhe sah.
Nachdem sie die weißen, schlichten aber edlen Fortbewegungsmittel eine Weile betrachtet hatten, lenkte sie ihren Blick seufzend auf ihre Uhr, die ihr verkündete, dass es inzwischen zehn vor acht war.
Von einer plötzlichen Unruhe ergriffen trank sie hastig ihr Glas aus, packte ihre Schlittschuhe bei den Schnürsenkeln und verlies den fast komplett leeren Ravenclawtisch, um auf ihr Zimmer zu laufen. Morgens waren kaum Ravenclaws beim Frühstück; Die meisten verschliefen es, weil sie am Tag zuvor zu lange gelernt hatten, andere nutzten die Zeit vor dem Unterricht zur letzten Kontrolle ihrer meterlangen Aufsätzen. Überhaupt war Essen bei den Raben, wie sie abschätzend von den Slytherins genannt wurden, eher etwas Nebensächliches.
Themis konnte nicht aufhören zu lächeln, während sie die Stufen hoch rannte und den anderen Schülern auswich. Einige starrten sie wegen der Schlittschuhe verwirrt an, doch sie ignoriert diese einfach und rannte durch die Gänge zu ihrem Schlafsaal.
Als Themis diesen betrat, sich direkt zu ihrem Bett wendete, die Schlittschuhe auf eben diesem ablegte, wie monoton nach ihrer Tasche griff, die wie immer fertig gepackt auf einen Stuhl neben ihrem Bett stand und sie sich eigentlich schon wieder zum Gehen wanden wollte, präsentierte sich ihr das totale Chaos. Der Boden und sämtliche Möbel waren übersäht mit Kleidungstücken, Bücher lagen zerstreut dazwischen und unter einem bestimmten Bett ragten zwei nackte, zappelnde Beine hervor.
Angewurzelt blieb die Ravenclaw angesichts dieses Anblicks in der Mitte des Raumes stehen und konnte sich schon den Vortrag vorstellen, denn Professor Binns Vortrag ihr halten würde, wenn sie zu spät käme. Was eigentlich jetzt aber auch schon unumgänglich war.
„Elda?", fragte Themis vorsichtig und bereute die Frage sofort wieder.
„Themis! Du bist meine Rettung!", rief das schlanke, hochgewachsene Mädchen unter ihrem Bett hervor und kam dann zum Vorschein. Ihre hellblauen Augen waren leicht gerötet, ihre schwarzen Haare zerzaust, und außer einer schwarzen Boxershorts, in der sie zu schlafen pflegte, und einem dunkelbraunen Rollkragenpulli trug sich nichts.
„Ich habe meinen Talisman verloren!", seufzte sie, und ihre Augen glänzten schon wieder verdächtig.
„Oh je", stöhnte Themis, und war froh, dass Elda wider dem triefenden Sarkasmus ein erleichtertes Lächeln aufsetzte.
„Dann hilfst du mir, ihn zu finden?"
„Natürlich!", schoss es sofort aus Themis heraus, wenn auch ein paar zähneknirschenden Flüche folgten, nachdem sich Elda umgedreht hatte und ihr lang und breit erkläre, wo sie schon überall gesucht hatte. Doch Themis hörte überhaupt nicht zu, sondern drehte sich leicht zur Seite, Elda nicht aus den Augen lassend.
„Accio Talisman", flüsterte sie, als sie ihren Zauberstab aus ihrer Umhängetasche gefischt hatte.
Ein rosa Trägertop, welches es sich auf dem Teppich mitten im Zimmer gemütlich gemacht hatte, regte sich etwas, und unbemerkt surrte etwas Glitzerndes direkt in ihre Hand.
„Ich werde nochmal den Boden kontrollieren, vielleicht hast du ihn ja mit einem deiner Hosen verdeckt. Kuck du dir doch noch mal dein Bett an, vielleicht ist die Kette im Schlaf gerissen!", sagte Themis schlicht. Elda wurde bleich, und während sie still vor sich hin murmelte, wie viel ihr der Talisman bedeutete und dass sie wer weiß was tun würde, wenn er kaputt wäre, machte sie sich daran, ihr Bettzeug umzugraben.
Themis wandte ihr den Rücken zu und hockte sich hin. Mit einer Hand sammelte sie die Kleidungsstücke ein, plötzlich ohne Eile, in der anderen hielt die den Talisman fest umklammert.
„Ahhhhhhhhhhhhhhhhhhh!"
Elda sprang vom Bett und lief zu Themis herüber.
„Du hast doch Geschichte der Zauberei in der ersten Stunde! Gott, wie egoistisch von mir! Er wird dir einen ellenlangen Aufsatz aufbrummen, weil du seiner Meinung nach so viel verpasst hast! Jetzt lauf sofort los, sonst wird´s hässlich!",
Und damit zog sie Themis hoch und drängte sie besorgt in Richtung Ausgang.
„Los, jetzt mach schon, sonst kommst du noch zu spät!", rief Elda ihr nach, als sie grade die Tür zur großen Treppe durchquert hatte.
Dämliche Kuh! Wir haben schon zehn nach acht, dachte Themis und lief grummelnd die Stufen hinunter.
o-o-O-o-o
Es fiel ihr erst auf, als sie schon im Klassenraum saß und die Mahnungen von Professor Binns hinter sich hatte, der aufgrund ihrer ausführlich bearbeiteten Hausaufgaben von einem weiteren Aufsatz abgesehen hatte.
In ihrer Hand hielt sie immer noch den Talisman von Elda fest.
Ein kleiner, mit Stasssteinen besetzter, silbernen Schmetterling an einer feinen silbernen Kette, ohne den Elda seit knapp einem Jahr nicht mehr aus dem Bett stieg.
Der Talisman, den Elda von ihrem ersten und bisher einzigen Freund bekommen hatte, an dem Tag, an dem sie zusammen gekommen sind.
Phil Potter.
Huch, was haben wir denn da! Ein Break!
Sry Leute;
1-Das Cap sollte theoretisch länger sein, aba naja, ich hab auch knapp 2 1/2 Seiten gebracht.
2- Ich schreibe Übermorgen (heute is Dienstag) eine Lateinarbeit und werde mich gleich auch wieder an das gerundium und seine Lebensgewohnheiten dranheften.
3- ICH FAHRE ÜBERMORGEN AUF DAS HURRICANE-FESTIVAL!
4-Ich hab schon wieder zwei weitere Geschichten im Kopf...
a Für alle, die DSS von mir kennen... Das war doch ein viel zu trauriges Ende, oder? Stimmt, da muss man doch was machen...
b Ich werde eine bestimmte Personnach Hogwarts versetzten, wobei sich auf unserer lieben Zaubereischule die verhältnisse ein wenig geändert haben...
Tja, wir ihr seht, bin ich eine viel beschäftigte Wahnsinnige, die auch noch von ihrem Fanfiction-Zwang bedrängt wird. Wenn ihr mich jetzt bitte entschuldigen würdet, ich habe ein Date mit derDeklination der nd-Formen.
Eure geplagteLadyEvelyn
P.S.: Schade, dass ihr mich nicht kennt,dannkönntet ihr nämlich vermuten, was auch auf Wahrheit beruht, dass mirdie Sache mit Lehfa, Napfil, Gladris und Kassja selbst vorm Spiegel eingefallen ist #schmunzel#
