Goldene Zeiten für Rumtreiber

Acyn sollte mit seiner unausgesprochenen Vorahnung Recht behalten. Innerhalb von zwei Tagen sank die Temperatur unter 0°C. Das ganze Wochenende über konnte man Mr Filch auf den Fluren antreffen, wie er grummelte und sich teilweise lautstark darüber äußerste, dass dies der frühste und plötzlichste Winter seit fast zwei Jahrzehnten wäre.

Dafür erlebten Rumtreiber in diesen Nächsten goldene Zeiten; der Hausmeister war tagsüber so sehr damit beschäftigt, dass Schloss winterfest zu machen, dass er nachts vor Müdigkeit kaum noch zu seinen Runden kaum, und falls er mal auszog, glich dies mehr Schlafwandeln.

Leider schneite es noch nicht. Nachts gefror nur der Boden, und wer morgens früh genug aufstand, konnte einen Blick auf die wunderbaren, weiß gefrorenen Landschaften um Hogwarts herum erhaschen. Doch da es tagsüber noch fast zehn grad war, taute der Frost auf und die Wiesen um den See herum verwandelten sich in ein Matschfeld. Folglich blieben die Schüler drinnen und nutzten die Zeit zur Vorbereitung auf die Prüfungen vor Weihnachten, auch wenn es erst in 2 einhalb Monaten so weit war.

Auch bei Themis und Acyn war dies der Fall.

Sonntagabend saßen sie an einem der kleinen Tische in Gemeinschaftsraum und gingen den Stoff ihrer Wahlfächer durch.

Acyn übersetzte frei Sätze für Alte Runen, die Themis ihm aus einem Übungsbuch aus der Bibliothek vorlas, im Gegenzug erzählte sie ihm die Koboldaufstände für Geschichte der Zauberei frei nach.

„Wow", flüsterte Themis anerkennend, als Acyn einen Satz mit mindesten sieben Verben in ebenso vielen unterschiedlichen Zeiten frei übersetzt hatte.

„Wie zum Teufel merkt man sich so einen überflüssigen Schwachsinn!"

„Keine Ahnung, aber die Tatsache, dass es GeséZech der vierte und nicht sein Sohn Arthirech war, der mit den Kobolden auf dem heutigen Berg Ben More Assynt in Schottland den ersten Friedensvertrag ausgehandelt hat, ist bestimmt wichtiger für dein späteres Leben, als nachvollziehen zu können, wie sich die heutigen lebendigen Sprachen aus einer alten Runensprache entwickelt haben", antwortete und holte dann tief Luft, da er den Satz ohne Luft zu holen gesprochen hatte. Dann grinste er verschmitzt.

Themis lächelte amüsiert.

„Natürlich. Ohne diesen Friedensvertrag müssten sich irgendwelche schusseligen und unterbezahlten Ministeriumsbeamte um das Vermögen deines Vaters kümmern. Und obwohl die Kobolde bei Gringotts nicht sehr nett sind, verrichten sie doch sehr zufrieden stellende Arbeit, oder?"

„1:0 für dich", gab Acyn gespielt beleidigt zu und klappte dann sein Buch geräuschvoll zusammen, „So, ich denke, ich werde jetzt schlafen gehen. Wir haben schließlich morgen Pr McGonagall, und da will ich nicht auf meinem Verwandlungsobjekt, was bei meinem Glück hundertpro wieder ein Stacheltier ist, einschlafen. Denn wie ich die alte Schreckschraube einschätze schickt sie mich dann nicht nur zu Madam Pomfrey, sondern lässt mich auch noch nachsitzen", sagte Acyn leise und grinste schief.

Während er seine Sachen zusammen packte, ertappte sich Themis dabei, wie sie ihn musterte. Um sich, leicht errötet, abzulenken, sah sie zur Uhr an der Wand über dem fröhlich lodernden Kamin. Zwanzig nach zehn. Langsam lösten sie die kleinen Grüppchen an den einzelnen Tischen auf.

Nur in einer Ecke saßen noch einige Ravenclaws. Mad und Elda unterhielten sich über den neusten Rennbesen. Jeder, der genauer hinsah, konnte das Funkeln in ihren Augen erkennen, wenn sie mit vielen Gesten die einzigartige Form des Besens beschrieben. Was die meisten wussten und schon oft genug ausdiskutiert war, war die Tatsache, dass die beiden nicht nur super zueinender passten, die standen auch seit knapp einem Jahr aufeinander. Aber sie waren da beide zu schüchtern, und sprachen deswegen nur ständig über Quidditsch, da dies ein wunderbarer Grund war den anderen anzusprechen.

Die einzige, die das nicht wahrhaben wollte, war Darcy.

Sie saß zur rechten von Mad, auf der Lehne seines Sessels, und versuchte, sich anzüglich zu rekeln, um dessen Aufmerksamkeit zu erregen. Immer wieder fuhr sie sich durch ihre schulterlange, übertriebene Dauerwelle und versuchte möglichst unauffällig die Lehne runter und auf Mads Schoss zu rutschen.

Doch der diskutierte weiter begeistert mit Elda.

Ein Räuspern hinter ihr veranlasste sie dazu, ihren Kopf wieder nach vorne zu drehen. Acyn war inzwischen aufgestanden und grinste sie an.

„Irgendwie scheinen die sich nie zu finden, nicht war?", sagte er gedämpft und nickte in Richtung der Quidditschfanatiker.

„Sie sind ja auch sehr selten alleine", erwiderte Themis, und als Acyn sich ihr fragend zuwandte, lächelte sie wissend und formte tonlos mit dem Mund das Wort „Darcy".

Der Blonde zog erkennend eine Augenbraue hoch und blickte von eben genannter zurück zu Themis.

„Du meinst also, ich sollte mich jetzt, sozial wie ich bin, opfern, damit die mal zueinander finden?"

Themis grinste spitzbübisch und machte eine auffordernde Geste in die Richtung der kleinen Gruppe.

„Niemand könnte das so gut wie du, du böser Herzensbrecher", fügte sie hinzu und zwinkerte ihm zu. Der Blonde verzog sarkastisch einen Mundwinkel zu einem gequälten Lächeln und machte dann ein paar große Schritte auf die restlichen Ravenclaws zu.

„Hey Darcy", sagte er kühl, eine Hand lässig in die Hosentasche gesteckt, in der anderen die Bücher und Pergamentrollen unter dem Arm geklemmt.

„Acyn!", quiekte Darcy erfreut, sprang schneller als man ihr zutraute vom Sessel und war sofort näher als ausreichend an dem innerlich angeekelten Ravenclaw.

„Ich hab gehört, du hast Probleme mit aktuellem Zaubertrank von Snape. Soll ich dir die Dosierungsformel nochmal erklären?"

Themis musste sich sehr zusammenreißen, um es bei ihrem schadenfrohen Grinsen zu belassen, aber der flüchtige, gequälte Blick, den Acyn ihr von der Treppe aus zuwarf, und die hüpfende und plappernde Darcy neben ihm, erleichterte das nicht grade.

Mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen wandte sie sich an das Pärchen, das nun alleine erhitzt weiterdiskutierte.

Was den beiden anscheinend grade erst aufgefallen war, denn auf einmal stockten sie und sahen sich in dem leeren Raum um.

„Ähm, also, ich denke ich gehe jetzt lieber schlafen", stotterte Elda und packte hektisch ihre Tasche, wobei ein Buch hinausfiel, das aus der offenen Tasche hervorgelugt hatte.

Themis´ Augen weiteten sich, als sie den roten Umschlag erkannte, und noch bevor Mad das Buch mit den Augen fixieren konnte um es aufzuheben, hatte sie sich ihre Tasche umgeworfen. Grade als der schwarzhaarige Ravenclaw sich nach dem Buch bücken wollte, und Elda aufgefallen war, welches Buch ihr da verloren gegangen war, stand Themis schon zwischen den beiden, hob das Buch auf, tat so, als würde sie den Titel studieren und seufzte dann erleichtert.

„Dann hast du also mein Buch gefunden, Elda! Dankeschön, ich dachte schon ich hätte es bei Snape verloren. Zauberkunst der 19 Jahrhundert- Ohne dieses Buch würde ich wahrscheinlich den nächsten Test total verhauen", sagte sie erfreut und griff nach der Hand der total verdutzten Elda.

„Komm, wir gehen schlafen, wir müssen schließlich morgen pünktlich bei der McGonagall antanzen", damit wandte sie sich zur Treppe, drehte sich aber noch einmal zu dem verdutzt in der Mitte des Raumes stehenden Ravenclaws um.

„Gute Nacht, Mad. Ihr könnte eure Diskussion ja nächstes Wochenende weiterführen, beim Quidditchspiel von Gryffindor und Slytherin. Also, dann bis denne!"

Themis ließ Elda grade noch genug Zeit, um Mad völlig desorientiert zum Abschied zu winken, dann zog sie die schwarzhaarige Sucherin mit sich die Treppe rauf.

Oben auf dem Rundgang des Ravenclawgemeinschaftsraums angelangt, von dem aus man zu den Schlafsälen gelangte, blieb Themis stehen, holte tief Luft und funkelte die immer noch leicht irritierte Elda ungehalten an.

„Warum zum Teufel trägst du das Buch tagsüber mit dir rum?", fauchte sie, worauf die Sucherin rot anlief.

„Ich… ich-", fing sie an, doch Themis drückte ihr nur genervt das Buch in die Hand.

„Und dafür hat sich Acyn geopfert! Wachstumsstreifen, Gewebeschwächen und Menstruationsbeschwerden ist nicht grade ein Buch, das man ständig mit sich rumtragen sollte! Und das nächste Mal reißt du dich ein bisschen mehr zusammen! Es wird langsam Zeit, dass einer von euch beiden den ersten Schritt macht! Mein Gott, ihr werdet noch beide als Jungfrauen sterben!"

Themis seufzte, schloss die Augen und massierte ihre Schläfen.

„Und jetzt geh besser schlafen. Gute Nacht", sagte sie dann etwas freundlicher, öffnete ein Auge halb und brachte ein gequältes Lächeln zustande, als sie sah, dass Elda sie amüsiert betrachtete.

„Danke, dass hätte verdammt peinlich werden können!"

„Hm", machte Themis nur.

„Gut, wie ich dich kenne liest du noch ein paar Stunden", flüsterte Elda und wandte sich zur Tür der Mädchenschlafsäle.

„Ach ja; Du solltest auch mal einen Schritt wagen!"

Themis starrte Elda fassungslos hinterher bis die Tür sich schloss, dann aber drehte sie sich milde lächelnd zum Geländer um sich auf selbigen abzustützen.

Einen Schritt in welche Richtung, fragte sie sich.

Das war kompliziert. Themis seufzte und beschloss, heute nicht mehr darüber nachzudenken.

Einen Moment lang spielte sie mit dem Gedanken, sich wieder in den Gemeinschaftsraum zu setzten. Von ihrem Platz aus hatte sie einen guten Blick über den gesamten Raum unter sich.

Verwundert stellte sie fest, dass Mad noch da war.

Er stand scheinbar immer noch auf derselben Stelle wie vorhin, doch sein Blick galt inzwischen der Uhr über dem Kamin.

Unbewusst ließ Themis sich am Geländer hinab gleiten, bis sie kniete und zwischen den Pfeilern hindurch spähte. Gespannt wartete sie. Plötzlich vernahm sie ein Klopfen.

Mad war scheinbar erleichtert, als er zum Porträt schritt und leise das Passwort murmelte.

Mit einem gedämpften Quietschen schwang das Bild zur Seite und Mad breitete die Arme aus.

„Hey Phil! Das ist unglaublich! Der Umhang funktioniert ja tatsächlich!"

Die Umgebung vor Mad fing an zu flimmern, und als würde sich ein Spalt in der Realität bilden, tauchte plötzlich Phil im Eingang auf. In seiner Hand hielt er ein vergilbtes Stück Stoff, sein Gesicht zierte ein irres Grinsen und seine Haare standen scheinbar elektrisch geladen in alle Richtungen ab.

„Hab ich dir doch gesagt! Der Umhang ist total krass!", erwiderte Phil, lachte und wuschelte Mad durch seine fast schulterlangen Haare.

„Und wenn du mich ganz nett fragst, darfst du ihn dir vielleicht mal ausleihen. Natürlich nur gegen Pfand. Ich dachte da so an deinen neuen Besen…"

Mad lachte tonlos auf und ging mit dem Gryffindor an den Tisch vor dem Kamin, vor dem vor ein paar Minuten noch sie, Themis, und Acyn gesessen hatten.

„Vergiss es, Sucher! Aber jetzt erzähl mir mal mehr von diesem Umhang!"

Themis´ Hände waren inzwischen weiß, so fest klammerte sie sich an die Pfeiler.

Doch ansonsten war sie völlig ruhig. Sie schien eher erstarrt als aufgebracht.

Ohne es wirklich zu realisieren griff sie in die Tasche ihres Rockes. Den Blick immer noch starr auf den Gryffindor gerichtet, der dabei war, selbstgefällig die Vorzüge eines Tarnumhangs aufzählte, holte ihre Hand wieder hervor und öffnete diese.

Erst jetzt wandte Themis ihren Blick auf den silbernen Talisman, der jetzt offen auf ihrer Handfläche lag.

Wie betäubt nahm sie die Kälte war, die von ihm ausging. Wie schon oft in den letzten zwei Tagen getrachtete sie die feinen Linien des glitzernden Schmetterlings.

Völlig in dem Lichtspiel gefangen, dass das selbst hier noch wahrnehmbare Kaminfeuer auf den Strasssteinen verursachte, merkte sie erst nach einer Weile die Bewegung, die sich im Hintergrund schon seit einer Weile abspielte.

Langsam drehte Themis den Kopf und starrte auf den Kronleuchter, der immer heftiger hin und her schwankte. Wieder verschwamm die Umgebung um den Kronleuchter, sie fixierte nur das flackernde Licht seiner Kerzen.

Aus den Augenwinkeln nahm sie verzerrt war, wie Man sich plötzlich leicht über den Tisch beugte und Phil damit auf einen Fleck aufmerksam machte.

„Ist das nicht Wachs?"

Gleichzeitig schossen die Köpfe der beiden Jungen nach oben. Ein leises Knacken verriet, dass die Kette durchbrach.

„Vorsicht!", rief Mad als er die Gefahr erkannt hatte, packte Phil, der nur regungslos dasaß und mit weit geöffneten Augen an den Leuchter starrte, über den Tisch hinüber am Oberarm und zerrte ihn nach links vom Sessel herunter.

Keine Sekunde zu früh, denn mit einem lauten Scheppern stürzte der Kronleuchter auf den Sessel hernieder. Die verzauberten Kerzen gingen zwar sofort aus, aber die spitzen Verzierungen schlitzten die Polsterung des Sessels auf.

Etwa zeitgleich kamen Mad und Phil auf dem Boden an. Heftig atmend richtete Mad sich als erster auf, indem er sich auf seine Ellebögen stützte.

Der Spitzte des Leuchters war Zwischen Lehne und Sitzpolster eingeschlagen. Mad blinzelte, doch mit weit aufgerissenen Augen signalisierte er, dass sich der Kronleuchter tatsächlich bewegte.

„Verdammt Mann, zieh die Beine an!", schrie er und rollte sich dann selber aus der Gefahrenzone.

Aufgeschreckt von diesem Ruf richtete sich Phil erst jetzt auf; Vor Angst erstarrt war er dazu verdammt, zu zusehen, wie sich der riesige Kronleuchter langsam über die Lehne des Sessels neigte.

„Scheiße", flüsterte er, bewegte sich aber immer noch nicht.

„Wingadium Leviosa!", quiekte eine aufgebrachte Stimme, woraufhin die spitzen Verzierungen kurz vor Phils Knie verweilten.

Pr Flitwick stand im Eingang zum Gemeinschaftsraum und sah sie gehetzt um.

„Ich glaube, meine Herren", wisperte er atemlos durch seinen Bart, „Sie sind mir eine Erklärung schuldig!"

o-o-O-o-o

Themis drehte sich leicht zur Seite und lehnte ihren Kopf gegen das Kühle, dunkle Holz des Geländers. Sie fühlte sich leer. Wie betäubt betrachtete sie wieder den kleinen Talisman in ihrer offenen Hand.

Doch dann riss ein leises Knarren sie hart zurück in die Realität.

Schnell drehte sie den Kopf zum Verursacher des Geräusches um und erstarrte.

„Das ist Eldas Kette", stellte Darcy fest. Sie stand vor dem Eingang zu den Jungenschlafsälen, wo Acyn ihr etwas für Zaubertränke erklärt hatte.

Doch jetzt stand sie hier, vor Themis, und starrte auf den Talisman in ihrer Hand.

In Ihrem Kopf begann es zu rattern. Auch wenn sie nervig war, sie war eine Ravenclaw.

„Dann hast du ihn gestohlen…", fügte sie kurz darauf zu und fixierte Themis mit ihrem Blick.

Themis rührte sich nicht. Die Gedanken in ihren Kopf begannen zu rasen. Unbewusste verkrampfte sich ihre Hand um den Talisman und umschloss ihn fest.

Auf Darcys Gesicht zeichnete sich ein hinterhältiges Lächeln ab.

„Ich denke, wir sollten uns in den nächsten Tagen mal unterhalten. Und jetzt entschuldige mich, ich habe ein Schönheitsschlafpensum zu erfüllen!"

Damit drehte sie sich um und verschwand hinter der Tür der Mädchenschlafsäle.

Themis saß dort, am Geländer, und versuchte möglichst viel der Kälte um sich herum in sich aufzunehmen. Sie Versuchte ihre Gedanken weit nach hinten zu schieben und in der Kälte zu versinken, die alles erträglicher machte und ihren Körper lähmte.

Erst als sich von weit weg vernahm, wie Pr Flitwick die beiden Jungen schlafen schickte, stand sie schnell auf und verschwand geräuschlos in ihrem Zimmer.

o-o-O-o-o

Muahahahahahaha!

Ist das nicht lang? Ist das nicht fantastisch lang?

Ich fand mich gut! #eg#

„Today could be the last day of your live…" #sing#

Ach ja:

P.S.:

Auf mein letztes Kapitel hab ich nur !1! Review bekommen, und, zm ehrlich zu sein,...

Mein Ego ist ein Frak!

Tut was dagegen!

Eure

verzweifelte LadyEvelan