Hallöchen

(Jaja, erst wochenlang nicht melden, und dann tut sie so scheinheilig)

Ich hoffe euch geht es gut, obwohl ich mich so lange nicht gemeldet hab!

(Ja, klar, weil uns dass hier eigentlich alles nicht interessiert! Mein Gott, spielt die sich auf)

Danke an meine treuen, aber ziemlich einsamen Reviewer BlackNightmare16 und DarkPrincess of Slytherin!

(Mein Gott, jetzt fängt die auch noch an zu schleimen! Das hält doch kein Mensch aus!)

blöden-kommentator-wegkick

(Auuuuuuuuuuuuuuuw! fliegt-weit-weg)

So, hehe, und nun wünsche ich Euch viel Spaß, und ich hoffe, dass auch die Schwarzlesen sich mal melden! Ich bin nämlich ziemlich fertig, weil ich kaum Antworten bekomme! Schnüf

(Über 500 Hits und 26 Reviews? Was soll den das?)

Recht haste!

(sag ich doch…)

……

1 Woche Nachsitzen

Montag: Interessante Räume

Bis zu Zauberkunst und Kräuterkunde am Nachmittag war noch lange hin. Themis entschied, dass es auf Grund der Bedingung von Darcy nicht ratsam wäre, im Gemeinschaftsraum oder in der Bibliothek aufzutauchen, um eine Treffen mit Acyn zu vermeiden. Da sie aber ohnehin Zeit zum Nachdenken brauchte, wird es für niemanden verwunderlich sein, ihren Raum der Wünsche hinter der von ihr geöffneten Tür vorzufinden. Umso überraschter war Themis, als sie sich umblickte.

„Was zum-?"

Langsam schloss sie die Tür hinter sich und ließ ihre Tasche einfach von ihrer Schulter gleiten. Ihre Augen waren dabei auf den Boden gerichtet.

Vor dem Spiegel ganz links von der Tür aus war der kleine Riss, der Themis schon bei ihrem letzten Besuch aufgefallen war, gewachsen. Anstatt des kleinen Kratzers im schwarzen Marmorboden erwartete sie eine Spalte. Themis trat ungläubig näher.

„Themis! Schön dich wieder zu sehen!" Das war Naphil. Die Reflexion aus dem Spiegel rechts vom Riss schien vor Freude fast aus dem Glas zu springen.

„Hey, hast du ne Ahnung was hier passiert ist?", fragte Themis. Sie stand seitlich zu Naphil, die betreten schwieg. Ihr Blick galt der Dunkelheit in der Spalte unter ihr. Sie zog sich von der Mitte des Raumes aus bis zwischen die Klauenfüße des Spiegels.

„Was ist mit deinem Arm? Verbrennungen?", kam es von Gladris, dem Siegelbild rechts von Naphil.

„Nur ein kleiner Unfall mit Eldas Zauberkünsten", winkte Themis ab.

„Ich wusste von Anfang an, dass dieses Mädchen zu nichts zu gebrauchen ist", rief Kasja, welche gegen den Rahmen des Spiegels ganz rechts lehnte.

„Weißt du was über diese- diese Schlucht in meinem Wunschraum, Gladris?"

Doch die Angesprochene schwieg. Themis drehte sich verwundert zu ihren Ebenbildern um.

„Und was ist mit dir Kasja?"

Themis beobachtete genau, das ihr Spiegelbild zum Sprechen ansetzte, doch sie warf ihren Schwestern einen unsicheren Blick zu, die sie aber ignorierten, sah zu Boden und schüttelte kaum merklich den Kopf.

„Dass heißt, keiner von euch kann mir sagen, wer oder was hier passiert ist?", fragte die Ravenclaw entrüstet. Naphil und Gladris sahen zur Seite, Kasja knurrte.

„Hast du was gesagt, Kasja?", forschte Themis neugierig.

„Ich sagte, frag doch Lehfa!", platze es aus ihr heraus.

Kasja!", fauchten die beiden restlichen Spiegelungen aufgebracht, doch Kasja drehte ihnen den Rücken zu und setzte sich in größtmöglicher Entfernung auf den Boden.

Eine angespannte Stille legte sich über den Raum. Nur der laue Wind, der über den zum Himmel offenen Turm fegte unterbrach die Ruhe.

„Was hat das zu bedeuten?", fragte Themis gespannt und setzte sich in auf den Boden, zum Zeichen dass sie nicht weichen würde, bis sie eine Antwort bekam.

„Hat das vielleicht auch mit meinen Gedächtnislücken zu tun?"

Naphil warf Gladris einen beängstigten Blick zu, und als diese den Kopf schüttelte, setzte sie sich hin, lehnte sich an den Rahmen und starrte ins Nichts.

Gladris seufzte und wandte sich dann endlich Themis zu, die inzwischen nicht nur verspannt sondern auch ungeduldig vor ihr saß.

„Lehfa ist nicht wie wir", sie machte eine Pause und Themis horchte auf, „Natürlich war sie schon immer dar, aber sie hat sich nicht entwickelt, wie wir. Sie ist-"

Gladris stockte und warf einen Blick über ihre Schulter.

„Du weißt doch noch mehr, oder?"

Themis Stimme klang belegt und krächzte leicht.

„Themis, pass auf; Lehfa ist ein Teil von dir, ja, aber sie gehört hier nicht hin!", sagte Gladris schnell, flüsterte fast schon. Dann sah sie sich noch mal gehetzt um, bevor sie verschwand.

Themis sprang und stand schneller am Spiegel, als sie sich selber zugetraut hätte.

„Gladris? Gladris!"

Doch bis auf den Hintergrund blieb die Glasoberfläche leer. Nicht einmal ein normales Spiegelbild blickte ihr entgegen. Geschockt und sprachlos trat sie einige Schritte zurück und stellte fest, dass auch Naphil und Kasja verschwunden waren.

Verdammt Leute, wo seit ihr?"

Ihre Stimme hallte unheimlich in dem menschenleeren Raum. Themis sah sich hektisch um. Wieder trat Stille ein, doch diesmal wurde sie nicht vom Wind unterbrochen sondern von ihrem eigenen Herzschlag, der plötzlich betörend laut in ihrem Kopf hallte.

Themis drehte sich um, stolperte durch den Raum, griff nach ihrer Tasche und riss die Tür auf. Erst als sie im kühlen Korridor stand, sie Tür hinter sich zugeknallt und sich gegen die Wand gelehnt hatte, beruhigte sie sich.

Themis stand da, schwer atmend, mit dem Gefühl, dass wenn sie noch eine Sekunde länger in diesem Raum gewesen wäre, die Wände nähergekommen wären. Ein Gefühl, als würde sich eine Hand um sie legen und sie in den Spalt ziehen wollen, machte sich in ihr breit, und ihre Knie drohten nachzugeben.

Was war passiert?

Beruhig dich erstmal Themis, sagte sie sich selbst, und schluckte ihre Panik hinunter, es gibt bestimmt für alles eine logische Erklärung.

Themis war nie ein Freund von Logik gewesen. Ihr Interesse galt eher den Mythen und Sagen, nicht der trockenen Wissenschaften, und das, was Gladris ihr vor ihrem Verschwinden offenbart hatte, weckte ihre Neugierde. Wo sie an der Frage angekommen war, warum Gladris verschwunden war.

Doch Themis schob alle Fragen beiseite. Sie war zu erschöpft und hungrig. Ihre Uhr sagte ihr, dass sie sich beeilen musste, um noch etwas vom Mittag essen abzukriegen, ihre Spiegelbilder würden auch wieder auftauchen und der restliche Physische Kram...

Tja, mit dem mussten andere Leute auch fertig werden.

Themis griff nach ihrer Tasche, versuchte ihre Verzweiflung mit einem enthusiastischen Lächeln zu überspielen und machte sich ein optimistisches Bild von sich, als sie war.

Nach einigen Momenten des Sammelns ging sie los zur Großen Halle.

Unbewusst fing sie an schneller zu laufen, als sie Schritte hinter sich hörte...

o-o-o-O-o-o-o

Die Große Halle war nur noch spärlich gesucht als Themis eintraf. Es gab Kalbsrouladen und Kartoffelpüree. Doch Themis griff sich nur die Salatschüssel, noch während sie sich hinsetzte, und schaufelte sich einen riesigen Berg des Grünzeugs auf ihren Teller. Sie liebte Salat, und irgendwie war ihr grade warme Nahrung zu träge.

Schnell fing sie an, sich durch die Masse von Grün zu arbeiten, wobei die Gedanken in ihrem Kopf kreisten und sie über alles gleichzeitig nachzu denken schien. Doch nachdem der größte Teil ihres Hungers gestillt und ihr Magen gefüllt war, beruhigte sie sich langsam und mit einem Klirren landete die Gabel auf dem leeren Teller.

Themis sah sich um.

"AHHHHHH!"

"Nett, dass du mich doch noch bemerkst..."

Themis fasst sich an ihr stillstehendes Herz und holte hektisch Luft. Seit wann war sie denn so schreckhaft? Acyn, der ihr gegenüber saß, musterte sie belustigt, doch dann wurden seine Züge ernst.

"Kann ich mit dir reden?"

Die Ravenclaw mied es, ihm in die Augen zu sehen beugte sie sich seitlich runter, um ihre Tasche zu greifen.

„Du, das geht grade leider nicht! Ich muss in die Bibliothek, Hausaufgaben machen! Tut mir leid, aber vielleicht morgen…"

„Hausaufgaben? Kannst du die nicht heute Abend machen?"

Themis stand schon auf, die Tasche umgehängt, und sah sich unnötigerweise in der Halle um, als ihr Blick auf den Lehrertisch fiel. Dort rückte grade Professor Lupin, als einer der letzten Lehrer, seinen Stuhl zurück und stand auf.

„Tut mir Leid, Acyn, aber ich muss heute Abend mit meiner Strafarbeit anfangen!"

Das war nicht mal gelogen. Acyn nickt nur stumm und fixierte sie unangenehm. Themis zwang sich zu einem entschuldigenden Lächeln und verließ fluchtartig eilig die Halle. Das war knapp gewesen! Wenn doch nur nicht diese Sache mit dem Talisman passiert wäre…

Doch Ärgern half nichts. Themis musste wirklich Hausaufgaben machen. Also verschwand sie auf dem schnellsten Weg in die Bibliothek, wo sie sich mit dem Buch „Merlin und Morgan- Das Zusammentreffen von Meistermagiern in der Keltischen Geschichte" in eine ruhige Ecke verkroch.

Dass in der großen Halle ihr Gespräch mit Acyn unter größter Aufmerksamkeit belauscht worden war, und ihr ein vor Wut funkelndes Augenpaar ihren Weg in die Eingangshalle verfolgt hatte, bemerkte Themis nicht.

o-o-o-O-o-o-o

Der Unterricht am Nachmittag war vergleichsweise ereignislos verlaufen. Überpünktlich stand Themis um kurz vor neun Uhr vor dem Klassenzimmer für V.g.d.d.K..

Sie brauchte nur einige Minuten zu warten, bis Professor Lupin erschien- doch er kam nicht aus dem Zimmer, sondern den Korridor entlang.

„Ah, gut, dass du schon da bist, Themis! Wir müssen schließlich in den Dachstuhl hoch, und das ist ein ganzes Stück Weg. Phil wird erst ab morgen mit dir zusammen arbeiten. Heute ist Quidditschtraining und Minerva würde mir den Kopf abreißen, wenn ich ihren Sucher festhalten würde."

Themis Mund öffnete sich und sie starrte ihren Lehrer verdattert an.

„Ent-Entschuldigen Sie, Professor, aber sagten Sie grade, ich soll mit Potter zusammen arbeiten?"

„Ja, auch Phil hat eine Woche Nachsitzen aufgebrummt bekommen. Nach meinem Wissensstand ist er letzten Sonntag in den Ravenclawturm geschlichen und hat einen ziemlichen Aufruhr angerichtet. Ich hab sogar gehört, dass Mad ebenfalls in diesen Vorfall verwickelt gewesen war, aber er hat eine andere Aufgabe bekommen", Lupin seufzte und grinste Themis dann an, „Also, können wir jetzt?"

Themis nickte nur stumm und folgte Pr Lupin durch das Schloss. Wie wohl ihre Strafarbeit aussehen würde? Wenigstens mochte sie den Lehrer. Bei Snape wäre sie wahrscheinlich in Lebensgefahr geraten…

Themis war noch nie im Dachstuhl gewesen. In ihrem zweiten Jahr allerdings hatte es einem Aufruhr gegeben. Damals hatte Filch´s Katze wohl ein Versteck auf dem Dachstuhl ausfindig gemacht. Angeblich war es eine unzählbare Masse an Stinkbomben und Taschensümpfen gewesen. Potter schien damals mehr darüber zu wissen, ebenso wie einige andere Schüler, doch bei Befragung hatten sie alle nur gegrinst und vor sich hin gekichert.

Was jetzt auf dem Dachstuhl war, wusste niemand so genau. Ein paar der Vertrauensschüler waren in letzter Zeit mal dort oben gewesen, doch sie sprachen nicht viel darüber und winkten bei Fragen ab mit den Worten: „Vergiss es, soo toll ist es nun wirklich nicht".

Hinter Lupin her trottend erreichte Themis schließlich die Eingangshalle, wo sie von ihrem Lehrer in das kleine Nebenzimmer geführt wurde, in dem jedes Jahr die Erstklässler auf ihre Einteilung wartet.

Themis konnte sich noch gut daran erinnern, wie aufgeregt sie gewesen war. Der Hut war ihr viel zu groß gewesen und hatte ihr ihr langes Pony tief ins Gesicht gedrückt, so dass sie nichts sehen konnte. Der alte Stoffhut hatte damals nur geschmunzelt, und Themis hatte gedacht, er würde sich über sie lustig machen. Später hatte sie von den anderen Kindern gehört, dass sie mit dem Hut gesprochen hatten. Themis hatte damals niemanden erzählt, dass das einzige, was der Hut gesagt hatte, ein leises „Das wird Lustig" gekichert hatte, kurz bevor er „Ravenclaw" ausgerufen hatte. (Der Hut ist übrigends ein Sadist.)

„Wir sind da", sagte Lupin fröhlich und zückte seinen Zauberstab.

Themis sah sich um. Der kleine Raum mit der rotbraunen Holzvertäfelung sah nicht nach Wir sind da' aus.

Ihr Lehrer trat stattdessen auf die Wand genau gegenüber der Tür zu und tippte auf drei unterschiedliche Ornamente.

„Gumplespuck", sagte er danach laut und deutlich- die Holzvertäfelung klappte zur Seite und eine ziemlich dunkle Wendetreppe kam zum Vorschein.

Lupin sah über seine Schulter zu Themis, die ziemlich ernüchtert dastand. Das hätte sie sich eigentlich denken können.

"Nach Ihnen, Professor", antwortete Themis auf den fragenden Blick ihres Lehrers, der daraufhin lächelte und sich der Treppe zuwandte.

Hintereinander stiegen sie die ziemlich modrig riechende Steintreppe hinauf, die überhaupt nicht zu enden schien.

Wir sind wahrscheinlich bald schon auf einer Höhe mit der Decke der Großen Halle, dachte Themis, leicht außer Atem, und sah hoch, wo Professor Lupin fröhlich pfeifend die Treppe hochschritt.

Man hat der nen Hintern, dachte Themis und quiekte erschrocken.

"Stimmt was nicht, Themis?", fragte Lupin, der kurz stehen geblieben war, besorgt.

Themis schüttelte schnell und mit leicht geröteten Wangen den Kopf.

Als ihr Lehrer sich weggedreht hatte, biss sie sich auf die Unterlippe, um ein Grinsen zu verkneifen.

Mein Gott, Themis! Das ist dein Lehrer!, schalt sie sich selber.

Aber einen hübschen Hinter hat er...

o-o-o-O-o-o-o

Als sie endlich den Dachstuhl erreichten, war Themis ziemlich kaputt, aber schrecklich gut gelaunt (…)

„Hier wirst du den Rest der Woche arbeiten", sagte Lupin, als sie am Ende der Treppe auf einer kleinen Plattform vor einer robusten Holztür ankamen.

„Und was soll ich machen?", fragte Themis neugierig.

Lupin lächelte wissend, trat einen Schritt zur Seite, so das Themis einen guten Blick auf die Tür hatte, und drückte mit einer Hand fest gegen diese.

„Du sollst eine Kartei anlegen."

Themis holte fast panisch Luft, als sie den Raum hinter der Tür sah. Soweit sie das sehen konnte, war der Raum nicht sehr hoch, gerade hoch genug um aufrecht zu stehen. Durch den ganzen Raum zogen sich wabernde Nebelschwaden, von tiefschwarz über blau schimmernd bis hin zu blassrosa. Themis hasste diese Art von Nebel, dieses Halbdunkle… Schemenhaft konnte sie Möbel erkennen; Schränke, Kommoden, Schreibtische und Kisten, an denen sämtliche Schubladen geöffnet waren…

„Irrwichte…", hauchte sie schwach, „Das sind ja hunderte! Wo kommen die alle her…?"

Lupin schmunzelte bei ihrem geschockten Anblick und ihrer leicht hysterischen Stimme.

Während er sprach achtete er darauf, nicht in den Rahmen der Tür zu treten.

„Nicht weit von hier ist letzten Monat eine riesige, alte Mine zusammen gestürzt. Seit dem kommen jede Nacht etwa ein halbes dutzend Irrwichte aufs Schloss um Schutz zu suchen. Dumbeldore hat sich schon mit dem Ministerium in Verbindung gesetzt; Sie wollen einen Teil der Schächte wieder herrichten. Doch bis das bewerkstelligt ist…"

„…hat Dumbeldore sich angeboten, die netten kleinen Irrwichte doch einfach in seinem Schloss zu beherbergen und auf seine Schüler loszulassen, is schon klar!", murmelte Themis trocken, die sich wieder gefangen hatte.

Lupin grinste.

„Nach deiner beeindruckenden Vorstellung in meiner letzten Wiederholungsstunde kommst du ja ganz gut mit diesen Geschöpfen zurecht."

„Und ich soll jetzt eine Kartei anfertigen? Wie soll ich das denn bitte machen?", fragte Themis deren gute Laune wieder zurückkehrte. Ob es Sadismus oder die Vorfreude war, endlich mal richtig rumzaubern zu dürfen, dass sei mal so in die Runde gestellt… (Wo kommen auf einmal die ganzen Sadisten her!)

„Nun ja, du kannst ja schlecht die Irrwichte zeichnen. Aber du könntest sie zurückstauchen und genau verzeichnen, in welchem Möbelstück sie zuhause sind, wie viele von ihnen sich ein Versteck teilen und bei mehreren Schubladen auch verzeichnen, in welcher genau sich die kleinen Biester verkriechen. Sieh mal bitte nach, gleich neben der Tür müsste ein Schreibtisch mit Blättern und einer Feder liegen. Auf die obere Hälfte der Blätter kommt eine Zeichnung des Schrankes oder Kiste, in der genau eingezeichnet wird, wo sich der Irrwicht befindet. Darunter eine schriftliche Beschreibung und eventuell Besonderheiten."

Themis betrachtete den Tisch und fand alles so vor, die ihr Lehrer es ihr beschrieben hatte.

„Besonderheiten? Die sind doch alle garstig, feindselig und neigen zu Gewaltausbrüchen!"

Lupin lachte auf.

„Tja, meine liebe Themis, wenn du dich da mal nicht irrst! Ich werde jetzt verschwinden und später wieder vorbeischauen. Um viertel vor elf ist Ende. Ich habe mich mit den anderen Lehrern abgesprochen, du hast ausnahmsweise diese Woche eine verlängerte Sperrstunde, damit du auf dem Weg in deinen Turm keine Probleme kriegst. Na dann, viel Vergnügen!", er zwinkerte ihr zu, drehte sich um und ging die Treppe abwärts.

Themis wurde mulmig zumute, sobald sie alleine war. Etwas unentschlossener machte sie einen Schritt in den Raum hinein.

Lupin glaubt echt, ich kann mit hundert Irrwichten gleichzeitig fertig werden, dachte Themis und sah sich um. Einige der Irrwichte in Form von Nebelschwaden hatten sie bemerkt und dümpelten nun auf sie zu. Themis rief sich zur Ruhe und blickte den Geschöpfen entschlossen entgegen.

„Tja, dann wollen wir den guten Lupin mal nicht enttäuschen!", sagte sie zu sich selbst, drehte sich schnell um, griff in der Bewegung nach ihrem Zauberstab und lies mit einem Schlenker des Stabs die Türe zuknallen.

o-o-o-O-o-o-o

Als es an der Tür klopfte und auf ihr erschöpftes, aber amüsiertes Rufen hin Lupin eintrat, war dieser überrascht, sie auf der Vorderseite einem ungestürzten Schrank sitzen zu sehen.

„Und Themis, wie ist es gelaufen? Du hast ja ganzschön gearbeitet!"

Themis grinste und wischte sich mit ihrem Arm über die Stirn. Ihren Mantel hatte sie schon ausgezogen und auf den Schreibtisch abgelegt.

„Ja, es war schon ziemlich anstrengend. Aber könnten Sie mir vielleicht kurz helfen?"

„Worum geht's denn?", fragte Lupin und trat näher an den Schrank. Er lag zwischen einer Gruppe Kisten. Die Umgebung war beleuchtet und irrwichtfrei, und er fragte sich, wie sie es angestellt hatte, dass sich die Nebelschwaden diesen freien, halben Halbkreis um die Tür herum fernhielten.

Themis setzte zum Sprechen an, doch der Schrank unter ihr fing an zu rumpeln. Sie sah ihn an, wartete bis es aufgehört hatte und grinste ihren Lehrer dann an.

„Naja, dieser Irrwicht unter mir ist ziemlich aggressiv- die Viecher haben übrigens doch Unterschiede, Sie hatten Recht- auf jeden Fall hatte ich vor, ihn einzusperren, wie ich es mit den anderen auch gemacht habe- zumindest bei den Kommoden, wo ein Schlüssel steckte, die anderen habe ich nach da hinten verbannt, auf jeden Fall hat aber ein anderer Irrwisch den Schlüssel geklaut."

Lupin zog die Stirn in Falten.

„Und ist er bei den anderen da hinten?"

„Nein", sagte sie gedehnt und grinste verschmitzt, „Der Irrwicht hat, naja, ich vermute eine Ratte oder Maus gesehen, und ist jetzt hinter diesem grünen Schrank dahinten und sucht eine imaginären Katze- in der Gestalt von Filch…"

Lupin lachte auf und wandte sich dem grünen Schrank zu.

„Schon gut, hab verstanden."

Kurz darauf hörte man ein Poltern, ein Knurren, das eindeutig nach Filch klang, ein „Reddiculus!", und dann schwebte etwas hinter dem Schrank hervor und langsam quer durch den Raum. Es war eine Miniaturausgabe eines Heißluftballons, in dessen Korb ein wütender, wild gestikulierender Frosch saß, der aufgebracht einen winzigen Gehstock rumschwenkte, und bei dem Versuch, alles und jeden zu beschimpfen, fast aus dem Korb fiel. Er schwebte ein Stück weit von Themis Kopf entfernt weiter und in einen hellen Schrank mit abblätternder Farbe hinein, der extra für den Frosch seine Türen öffnete und schloss.

Lupin tauchte grinsend neben Themis auf und hielt ihr einen bronzenen Schlüssel hin.

Themis danke, kniete sich aufrecht hin und schloss den Schrank unter ihr. Dazu brauchte sie einige Anläufe, da der Irrwicht von innen ständig den Schlüssel wieder hinausdrückte.

Schließlich schaffte sie es und stellte sich hin. Auf dem Schrank stehend war sie sogar etwas größer als Lupin.

„Wie hast du eigentlich die anderen Irrwichte aus diesem Bereich hinausgesperrt?", fragte er dann und deutete auf die Wand von Nebelschwaden, die sich um den Halbkreis drängte.

Themis grinste, sprang vom Schrank und ging näher an die Wand. Sie deutete ihrem Lehrer ihr zu folgen und deutete auf die Rückseiten verschiedener Schränke und Kommoden, hinter die man von vorne nicht sehen konnte.

„Ich habe Signalfeuer befestigt. Erst hatte ich sie im Raum schweben lassen wollen, doch das Licht war zu grell. Jetzt wird das meiste von den Schränken abgefangen und zusätzlich auf die Irrwichte zurückgeworfen", erklärte sie und wischte sich dann erneut über die Stirn.

„Wirklich clever. Jetzt solltest du dich aber schlafen legen. Ich bringe dich am besten zum Turm zurück, um sicher zu gehen, dass alle über deinen verlängerten Ausgang bescheid wissen."

Themis nickte, lächelte ihm zu und ging durch den Raum voraus, um ihren Mantel zu holen. Vor der Tür zu Treppe wartete sie, doch Lupin schüttelte verschmitzt grinsend den Kopf.

„Nein, geh du lieber vor, in deinem Zustand solltest du dich mehr auf den Weg vor dir konzentrieren!"

Knallpink und kleinlaut stieg Themis die Treppe hinunter, während Lupin hinter ihr wieder fröhlich pfiff.