Reviews ja :) freu. Aber sie nehmen ab. Entweder die Geschichte gefällt euch nicht mehr (ich nehme auch gerne kritische Anmerkungen) oder ihr seid einfach faul geworden oder wollt nicht immer dasselbe schreiben ;).
Achtung: Ich weise darauf hin, dass die folgenden Kapitel Deathly-Hallows-Spoiler enthalten können.
Überstürzt
Fred und George schmunzelten, sie standen hinter ihren sitzenden Eltern und sahen genau so zerknittert und verweint aus wie viele andere hier. Auch Molly lächelte sanft und wäre Lupin nicht unentwegt damit beschäftigt gewesen den viel sagenden Blicken aus dem Weg zu gehen, würde er ein Ich hab's dir doch gesagt in ihrem Gesicht lesen.
"Nun setzt euch schon, dann können wir anfangen!" grummelte Moody und deutete auf zwei freie Plätze. Er stand, auf seinen knorrigen Stock gestützt, an einem Kopfende des Küchentisches. "Lange genug haben wir warten müssen."
Als Tonks Remus vorn an dessen Robe packte, um den am liebsten im Erdboden versunkenen Werwolf hinter sich her zu ziehen, ertönte ein Hüsteln vom anderen Ende des Tisches. Lupin sah auf und begegnete fragend den betont unschuldigen Augen von Professor McGonagall. Sie zuckte andeutungsweise mit den Schultern und hob die Brauen.
Endlich saßen Tonks und Remus auch und wandten sich Alastor Moody zu.
Dieser räusperte sich. Irgendwie schienen alle seine Rolle als neues Sprachrohr des Ordens angenommen zu haben. "Ihr wisst alle weswegen wir hier sind. Dumbledore ist tot." Er machte eine kurze Pause, in der nur sein magisches Auge zu hören war. "Ich will seinen Mörder! Das Ministerium schickt Snape Auroren hinterher." Er nickte Shacklebolt und Tonks zu. "Sobald auch nur ein Anhaltspunkt auftaucht, sollten mindestens drei von uns diesem ebenfalls nachgehen." Er nannte sechs Namen und die Angesprochenen nickten. "Gut, wir geben dieses Haus vollständig auf. Dumbledore war der Geheimniswahrer. Ich platziere eine Falle für Snape. Sollte er es wagen hierher zurück zu kommen, erwartet ihn eine Überraschung."
Minerva McGonagall's Stimme klang wieder fester als noch in der Nacht. "Der Minister, alle, sind damit einverstanden den Schulleiter auf den Hogwartsgründen zu bestatten. Bis dahin ist es jedem Schüler oder deren Eltern überlassen in Hogwarts zu bleiben. Die .. Bestattung findet in vier Tagen statt."
Alle nickten und manch einer schluckte betroffen. Der dreckige Haufen Mundungus Fletcher, der teilnahmslos in einer Ecke der Küche hockte, bewegte sich etwas. Moody sah über den Tisch. "Was ist mit-"
"Das Büro des Direktors wurde vom Minister versiegelt. Niemand darf hinein," erklärte McGonagall. "Sie wollen irgendwelche Untersuchungen anstellen."
"Natürlich," knurrte Moody verärgert. "Warum sollte uns sein Porträt auch hilfreich sein!"
"Er schläft," murmelte Minerva McGonagall leise.
"Zwei Auroren bewachen das Büro," ließ sich nun Kingsley vernehmen.
"Zwei Auroren weniger, die bei der Jagd nach Snape helfen könnten!" Moody sah aufgebracht von einem zum anderen.
"Harry sollte diesen Sommer so lange wie möglich bei seinen Verwandten bleiben. So lange der Schutz von Lily noch hält," meinte Lupin.
Moody winkte ab. "Ich arbeite einen Plan aus und werde ihn euch rechtzeitig mitteilen."
Niemand schien noch irgendetwas sagen zu wollen und die Aufmerksamkeit blieb auf Moody gerichtet.
"Wir geben nicht auf," brummelte der alte Auror. "Unsere Aufgabe hat sich nicht geändert! Und das hätte Dumbledore auch nicht gewollt. Wir bleiben auf dem üblichen Weg in Kontakt. Das nächste Treffen ist spätestens nach dem Begräbnis. Immer wachsam sein!"
Nach diesen Worten wurde es wieder still und dann kratzten Stühle über den Boden, Verabschiedungen wurden gemurmelt und die Mitglieder des Ordens des Phönix verließen einer nach dem anderen unauffällig das Haus.
Einige wenige blieben noch zurück.
"Wie geht es Bill?" fragte Lupin, als Molly auf ihn zu kam.
"Fleur, Ron und Ginny sind bei ihm. Madam Pomfrey sagte, wir müssten jetzt abwarten," antwortete sie und wandte sich an Tonks, nahm sie bei den Händen. "Gratuliere, Liebes, du hast ihn zur Vernunft gebracht, auch wenn er jetzt die Augen verdreht."
Lupin öffnete den Mund, aber Arthurs schmunzelndes Kopfschütteln hielt ihn zurück etwas zu sagen. Seufzend lächelte er schließlich.
Fred trat hinter Lupin und schlug ihm einmal kräftig auf die linke Schulter. Sein Zwillingsbruder nahm sich der rechten Schulter an. Remus hustete und drehte sich verwundert um. Tonks tuschelte inzwischen kurz mit Mrs. Weasley.
"Du alter .." begann Fred.
".. Schwerenöter!" vervollständigte George ihn und sie grinsten schelmisch. Außerdem klopften sie ihm nun etwas weniger stark auf die Schultern.
"Stille Wasser .. "
" .. sind tief."
"Der Schwerenöter hat ein Jahr gebraucht bis er eingesehen hat wie dumm er ist. Er kann froh sein, dass ich so lange auf ihn gewartet habe!" warf Tonks spitz ein.
"Er ist .."
" .. eben wählerisch." erwiderten die beiden Weasleys an Lupins Stelle. Dieser fühlte sich ein bisschen überfordert und übergangen und sah von einem zum anderen.
"Entschuldigt, wenn ihr weiter über mich reden wollt, kann ich auch draußen warten," versuchte er einen kleinen Scherz.
Mrs. Weasley umarmte Tonks impulsiv und auch Remus konnte sich nicht gegen ihre Umarmung wehren. "Wir wollen zurück nach Hogwarts zu Bill," erklärte sie und dirigierte ihre Söhne mit einer ruckartigen, befehlenden Kopfbewegung in den Flur.
Mr. Weasley nickte ihnen zu. "Bis dann, ihr zwei."
Als die Küche fast leer war, räusperte sich Moody, der sich nicht von seinem Platz gerührt hatte, erneut. Tonks hatte sich wieder einmal Remus Hand geschnappt und sie sahen zum alten Auror. Hinkend kam er ganz nah an den Werwolf heran.
"Ich mag dich, Lupin, aber Nymphadora liegt mir mehr am Herzen," stellte er klar. "Und da du nicht dumm bist, weißt du sicher, was ich damit meine."
Lupin lächelte schief. "Keine Sorge, Alastor."
Mad-Eye wandte sich nun an Tonks. "Bist du außer Dienst oder erwartet dich Dawlish heute mal nicht in Hogsmeade?"
"Ups, verflucht! Es war .. so viel los." Tonks ließ Lupins Hand los und fasste sich an die Stirn. "Ich sollte schnell .. " Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und küsste Remus sanft. "Bis später!" Dann lief sie eilig durch den Flur und apparierte kurz darauf vor der Tür.
Die Meldung von Dumbledores Tod breitete sich rasend schnell aus. Als Lupin an diesem Abend das dunkle Giftgeschäft in der Nokturngasse betrat, flüsterte ihm seine Vermieterin diese Neuigkeit hinter vorgehaltener Hand zu. Er sagte nicht viel dazu, ärgerte sich nur über die Zufriedenheit in ihrem Gesicht und verschwand eilends oben in seinem Zimmer.
Lange Zeit hatte er das geschäftige Treiben der zwielichtigen Gesellschaft von seinem Fenster aus beobachtet, dann ging Lupin ins Bett. Aber schlafen konnte er nicht, es war schwer das Geschehene zu verarbeiten. Hellwach starrte er an die Decke bis eine Stufe vor der Tür knarrte. Sofort war er auf den Beinen, den Zauberstab in der Hand, und schlich barfuß zur Wand.
Er merkte, dass der nächtliche Besucher zögerte, aber dann öffnete sich die Tür. Sofort griff er nach dem Handgelenk, zerrte den überraschten Fremden herein und wollte gerade einen Fluch benutzen, als die verhüllte Gestalt sprach.
"Ich bin's! Nicht, eh, fluchen, Remus!" Tonks kicherte bei der Zweideutigkeit ihrer Worte.
Lupin seufzte und entspannte sich. "Was schleichst du hier so herum?" schalt er sie. "Warum klopfst du nicht an?"
"Ich wollte zuerst klopfen," murmelte Tonks und nahm den Mantel ab. "Aber ich dachte, du schläfst vielleicht schon. Und so wie du aussiehst, hatte ich doch recht!"
Er sah an sich herunter und wich zum Stuhl mit seinen Sachen zurück. "Ich habe nicht geschlafen," erwiderte er und griff nach seinem alten Hemd.
"He, denkst du, ich würde mitten in der Nacht hier her kommen, wenn ich dich nicht in Shorts sehen wollen würde?" fragte Tonks. Sie ging zu ihm, nahm ihm das Hemd aus der Hand und schüttelte missbilligend den Kopf.
"Oh, natürlich." Die neue Situation verwirrte ihn noch immer.
Aber Tonks ergriff seine Hände und küsste sie. "Ich muss morgen früh nach Hogsmeade zurück. Dawlish war .. nicht erfreut. Und das ist noch vorsichtig ausgedrückt."
Lupin grinste belustigt. "Du drückst dich vorsichtig aus?"
Als sie ihn knuffen wollte, nahm Remus Tonks bei den Hüften und zog sie an sich heran. Sie küssten sich verliebt und landeten bald darauf auf dem kleinen Bett.
"Denkst du, es hält zwei Menschen aus?" fragte sie, leise kichernd und merklich nervös.
"Wenn wir uns nicht bewegen auf jeden Fall." Liebevoll strich er ihr durchs rosafarbene Haar. "Wir müssen nichts überstürzen."
"Ich will es aber überstürzen, Remus," flüsterte Tonks. "Ich habe so lange darauf gewartet, so lange darauf gehofft."
Impulsiv küsste sie ihn, als gäbe es kein Morgen. Der Beginn einer wundervollen Zeit.
Ein Alptraum über das Eingesperrt-Sein in einem Holzsarg hielt Remus im Schlaf auf Trab. Er wehrte sich gegen das beklemmende Gefühl und konnte doch nicht entrinnen. Mit einem Mal wurde kräftig gegen den Sarg gehämmert. "Hilfe," wollte er rufen, bekam es jedoch nicht über seine Lippen. "Hilfe, Hilfe."
"Luuupin!" Wieder das brachiale Klopfen. "Luuupin!"
Warum brechen sie den Sarg nicht auf? Warum - doch weiter kamen seine Überlegungen nicht.
"Luuupin!"
"Remus!" Tonks rüttelte an seinem Arm. "Remus, wach auf!"
Schweiß stand auf seiner Stirn, als er erwachte. Einen kurzen Moment lang war er orientierungslos. "Was - ist - los?"
Erneut klopfte es vehement. "Luuupin!"
Er stöhnte. "Was will die denn mitten in der Nacht?" Es konnte allerhöchstens 3 Uhr sein, was ihm ein Blick auf seine Uhr auch bestätigte.
Nur eine zog das U in seinem Namen so lang, dass er es als unangenehm empfand. Müde schwang er die Beine über den Bettrand und zog sich etwas über. "Einen Moment, Mrs. Carter!" Ein Flüstern zu Tonks: "Meine Vermieterin." Dann stopfte er ihre Kleidung unter die Decke, küsste sie und breitete die Decke auch über ihren Kopf aus. "Sicher ist sicher." Sie kicherte amüsiert. "Shhh."
Lupin tapste barfuß aber mit Hose und Hemd bekleidet zur Tür und öffnete sie. "Was gibt - "
Doch anstatt seiner älteren Vermieterin standen plötzlich andere Leute vor ihm. Das kräftige Anklopfen hätte ihn stutzig machen müssen.
Noch bevor er die Tür in einer ersten Reaktion wieder zuwerfen konnte, schlangen sich feste Seile um ihn und brachten ihn mit einem lauten Rumms zu Fall.
Tonks wurde aufgeschreckt und kam unter der Decke hervor. Sie hatte sich bis dahin etwas anziehen können und ihren Zauberstab griffbereit.
"Was bei Merlins .. " Aber Lupins Fluch wurde von einer dünnen, gelangweilten Stimme unterbrochen, während er verbissen gegen das Seil ankämpfte.
"Remus John Lupin, als registrierter Werwolf werden Sie zu einer unangekündigten Befragung abgeholt," erklärte die arrogante Frau. Ihre zwei Begleiter, die wie riesige, durchtrainierte Schränke aussahen, nahmen Lupin von beiden Seiten und hoben ihn hoch auf die Beine.
Erst jetzt schienen die drei die weitere anwesende Frau zu bemerken. Vermutlich auch, weil Tonks Haare sich wütend rot färbten und ihre Stimme das hintergründige Wehklagen von Mrs. Carter ("Oh, ein Werwolf in meinem Haus! Wie konnte das passieren! Ein dreckiger Werwolf!") übertönte.
"Was hat das zu bedeuten?" knurrte sie selbstbewusst und trat, ebenfalls barfuß, zur Tür.
"Das, was ich eben sagte, Miss ... ?" sagte die Ministeriumsbeamtin kühl und musterte sie abschätzend von Kopf bis Fuß.
"Tonks, Nymphadora Tonks. Ich bin Auror." Aus einer Tasche förderte sie ihren Ausweis hervor, dessen sofortiges Finden sie selbst überraschte, und reichte sie der Beamtin.
Diese unterzog den Ausweis einer genauen Untersuchung, nickte und reichte ihn an Tonks zurück. "Nun, Sie können wohl von Glück sagen, dass sie nun Bescheid wissen," sagte sie mit einem süffisanten Lächeln.
"Bescheid worüber?" fragte Tonks stirnrunzelnd.
"Darüber mit wem Sie da .. zusammen waren, Gnädigste," erwiderte die Frau und nickte den beiden Schränken zu. "Hat sie wohl belogen und betrogen, der dreckige Werwolf."
"He, Sie nehmen ihn nicht mit!" rief Tonks aus, als die Schränke Lupin zur Tür hinaus brachten.
"Lass es gut sein, Tonks," murmelte Remus leise. "Nimm alle Sachen mit! Alle, hörst du?"
"Ich befürchte," sagte die Ministeriumsbeamtin überfreundlich. "Sie haben nicht darüber zu bestimmen, ob wir ihn mitnehmen oder nicht."
"Werwolf und auch noch eine Aurorin!" keifte unterdessen Mrs. Carter. "Hätte ich das gewusst!"
"Guten Tag!" Die Beamtin folgte ihren Kollegen und ließ Tonks allein zurück. Als sie dem Gekeife von Remus' Vermieterin lauschte, wusste sie, was er meinte. Hier konnte er nicht mehr bleiben. Sie hatte ihn praktisch gerade eben aus dem Haus geworfen.
Fortsetzung folgt ...
