Entschuldigung, dass ich so lange brauche :(. Und vielen Dank, dass trotzdem noch jemand mitliest! :) Ich habe immer wieder Schreibtiefs, aber dieses hier habe ich eben mit tollen tube-videos von Remus+Tonks überwunden. Je näher der sechste Film rückt, um so mehr freue ich mich auf die beiden. Hoffentlich gibt mir das den nötigen Auftrieb um etwas fleißiger weiter zu schreiben ;).
"Dein Freund? Warum erzählst du uns das nicht, bevor dein Vater den Muggelgeborenen heraus hängen lässt?" Das war das erste, was durch Lupins langsam wiedererwachendes Bewusstsein drang.
"Es tut mir so leid, Dora. Ich dachte doch, er hat .. Ich will sagen, du hast uns doch anderes über ihn erzählt."
"Ich hatte bisher keine Zeit es euch zu sagen. Es ist doch vor kurzem erst geschehen. Remus, Remus komm zu dir!"
Tonks weiche Hände strichen über Lupins Wangen. Er stöhnte benommen. Plötzlich traf ihn ein Schwall Wasser ins Gesicht.
"Dad!" protestierte Tonks entnervt.
Aber Teds Maßnahme half. Lupin schlug die Augen auf, schüttelte sich leicht und hob eine Hand zu seinem Kinn. "Das hat gesessen," murmelte er. Die drei Tonks' hatten sich über ihn gebeugt und sahen ihm mit den verschiedensten Gesichtsausdrücken ins Gesicht.
"Ich habe früher mal geboxt," erklärte Ted Tonks stolz. "Deswegen tut mir selbst nach so einem Schlag nicht einmal ein bisschen die Hand weh."
"Dahad!" murrte Tonks erneut. "Das ist nicht die richtige Zeit für so was."
Mit Schmerzen im Kiefer und mit Hilfe von Tonks und ihrem Vater stand Lupin auf.
Betreten musterte er die Anwesenden, während ihm das Wasser die Haare und das Gesicht hinunter lief, ihn wie einen begossenen Pudel aussehen ließ.
"Remus Lupin," nuschelte er und streckte Andromeda seine Hand hin. Sie schüttelte sie und nickte etwas.
Dann tat er das gleiche bei Ted mit dem Zusatz: "Ich gebe zu, das war nicht unverdient."
Wieder breitete sich kurzzeitiges, peinlich berührtes Schweigen aus.
"Remus zieht zu mir .. zu uns .. ins Gartenhäuschen," erklärte Tonks und nahm Lupins Hand.
Drei verwunderte Augenpaare richteten sich auf sie. "Das sollten wir unter uns bereden," sagte Andromeda leise.
Remus biss sich auf die Unterlippe. "Tonks, bitte, ich finde schon etwas. Wir sollten nichts überstürzen."
Ted holte tief Luft. "Haben Sie etwas dagegen, wenn wir Ihnen unsere Tochter für eine Weile entführen?"
Lupin schüttelte den Kopf. "Natürlich nicht."
Tonks Eltern gingen hinaus und Nymphadora küsste Remus zum Abschied auf's Kinn. "Ich wusste nicht, dass sie kommen. Bis gleich."
"Bis gleich, Dora." Er grinste schelmisch. "Das gefällt mir besser als Tonks."
Sie knuffte ihn auf den Oberarm. "Es sei dir erlaubt, aber nur dir und Dad." Dann ging sie ebenfalls und ließ Remus wieder alleine.
In den Drei Besen war die Hölle los. Madame Rosmerta wusste schon nicht mehr, wo ihr der Kopf stand. Fast jedes Eckchen in der Kneipe war mit trinkenden, essenden und schwatzenden Hexen und Zauberern überfüllt. Sie machte den Umsatz ihres Lebens.
Die Tonks-Familie kämpfte sich durch die Gäste und Nymphadora rief nicht zum ersten Mal: "Wäre ein ruhiger Ort nicht besser? Der Eberkopf war nicht so voll."
Doch ihr Vater lachte nur und schob sie und Andromeda zu einem kleinen, noch leeren Tisch ganz hinten hin. Geschafft setzten sie sich.
"Gute Ortswahl, Liebling," murmelte Andromeda ironisch, als ein Betrunkener fast ihren Tisch umstieß und sich mit Entschuldigungen wieder entfernte.
Ted lächelte unschuldig, griff zärtlich nach der Hand seiner Frau und wandte sich Nymphadora zu. "Du willst also einen gefährlichen Werwolf im Gartenhäuschen einquartieren?"
"Daad, Remus wird an Vollmond schon alle notwendigen Vorkehrungen treffen. Er weiß ganz genau, was er tut. Und seine Vermieterin hat ihn gestern hinausgeworfen."
"Wo hat er denn gewohnt?"
"In der Nokturngasse," sprach das Plappermaul in Tonks aus, bevor sie merkte, dass die wahrheitsgemäße Information hier nicht unbedingt hilfreich sein würde.
Die skeptischen Gesichter ihrer Eltern gaben ihrem letzten Gedanken recht. "In der Nokturngasse," wiederholte ihre Mutter. "Aber er ist doch auch im Orden, oder?"
Tonks nickte eifrig. "Ja, ist er. Die Nokturngasse hat er nur gewählt, weil ihm dort nicht so viele Fragen gestellt werden."
Andromeda und Ted tauschten zweifelnde Blicke aus.
"Du hast ihm fast ein Jahr lang nachgeweint, Liebes," sagte Mrs. Tonks eindringlich. "Du warst so unglücklich."
Nymphadora schüttelte den Kopf. „Das ist jetzt ganz anders, vollkommen anders. Er .. er hat sozusagen .." Ein schelmisches Grinsen stahl sich auf ihre Lippen. „Er hat aufgegeben sich dagegen zu wehren!"
Ihre Mutter konnte sich eines Schmunzelns nicht erwehren und warf ihrem Gatten einen liebevollen Blick zu. „Ein Werwolf, der sie bisher nur unglücklich gemacht hat. Aber sieh sie dir heute an, Ted. Wie ausgewechselt."
Ihr Mann rollte mit den Augen. „Meinetwegen, wenn du das unbedingt willst, Dora! Ich bin ja froh, dass du uns bisher mit deinen Freunden verschont hattest. Jedenfalls ist noch keiner von ihnen bei dir im Gartenhäuschen eingezogen .. jedenfalls nicht mehr als ein, zwei Nächte."
Seine Tochter legte den Kopf schief, lächelte viel sagend und sprang dann auf, um ihren Vater in den Arm zu nehmen. „Danke, Dad!"
„Warum genau wolltest du noch mal in diese Spelunke, Ted?" fragte Andromeda resignierend, als ein weiterer Mann gegen den Tisch stieß.
„Diese Geräuschkulisse ist ideal, um nicht belauscht zu werden, wenn man von Werwölfen und vom Orden spricht, Schatz," erklärte er ihr und drückte ihre Hand für einen kurzen Moment fest.
Tonks stand auf. „Ja, Dad hat gut aufgepasst, als er mich für die Aurorenprüfungen abgefragt hatte," sagte sie und drückte ihre Eltern noch einmal. „Ich will es ihm gleich sagen, ja? Er ist doch jetzt ganz allein dort oben in dem Zimmer."
Ted seufzte. „Manchmal wünschte ich, du würdest nur für eine Minute still sitzen bleiben, Dora. Jetzt weiß ich wieder, warum wir nur ein Kind haben, Dromeda, sie ist schlimmer als ein Bienenschwarm!"
Andromeda lachte belustigt, als Tonks nur kurz die Hand hob und ihnen zuwinkte, bevor sie sich durch die Menge zurück zum Ausgang durchschlug.
„Einfach unglaublich," befand Ted und küsste seiner Frau die Stirn.
„Sie sind verliebt, Ted. Es ist doch klar, dass sie alleine mit ihm sein will, jetzt, wo er .. aufgegeben hat," nutzte Andromeda die Worte ihrer Tochter.
Ihr Mann verzog das Gesicht. „Danke, aber diese Bilder machen ihn mir jetzt gerade nicht sympathischer, Dromeda!"
Ein starker Knuff traf ihn in der Seite. „Jetzt hör aber mal auf, Ted! Sie ist doch schon lange nicht mehr dein kleines Mädchen. Lern ihn erst einmal ohne Vorurteile kennen und dann sehen wir weiter. Wir zwei waren doch auch gegen jede Regel."
„Ich weiß, ich weiß," strich Ted die Segel und neigte sich seiner Frau entgegen. „Irgendwie habe ich auch gerade das Gefühl etwas mit diesem Remus gemeinsam zu haben."
Sie küssten sich eine halbe Minute lang und Andromeda strich ihm über die Wange. „Ja, die Überzeugungskraft und Sturheit hat sie von mir."
Er holte tief Luft und lehnte sich zurück. „Schade, dann bleibt mir wohl nur das gute Aussehen," scherzte er und sie lachten leise.
Remus hatte es sich wieder auf dem einen Bett gemütlich gemacht und starrte nachdenklich an die Decke, als Tonks von dem Treffen mit ihren Eltern zurückkam. Sie setzt sich an den Rand des Bettes und sie lächelten sich an. Sanft strich sie ihm eine graue Haarsträhne aus den Augen.
„Sie sind einverstanden, du kommst mit mir ins Gartenhäuschen, sobald die Beerdigung vorbei ist. Und du kannst bis dahin hier bei mir im Eberkopf bleiben. Ich habe mit Dawlish gesprochen, als ich ihn unterwegs traf. Er quartiert Savage hier aus und er muss jetzt zu den anderen beiden. Ich habe ihm gesagt, er schnarcht mir zu sehr," erzählte sie ihm und hörte nicht auf immer wieder sein Gesicht zu berühren.
Remus sah erstaunt zu ihr hoch. „Du hast mit einem Mann hier geschlafen?" fragte er und etwas Eifersucht schwang in seinen Worten mit.
Tonks registrierte seinen Ton verliebt und schüttelte die rosanen Haare. „Nein, ich habe mit einem ziemlich dümmlichen Kollegen hier geschlafen. Das heißt, er hat dort drüben in dem Bett geschlafen und ich hier."
„Dann ist ja gut," murmelte Lupin, nahm ihre Hand von seinem Gesicht und küsste jeden einzelnen Finger.
Sie lachte auf und legte sich neben ihn, kuschelte sich an Remus Seite. „So so. Erst nichts von mir wissen wollen und kaum sind wir zusammen, da markiert du schon dein Revier und denkst, ich gehöre dir!"
Seine Hand griff nach seinen zusammengekniffenen Augen. „Bitte keine Werwolfbegriffe, die sich mehr wie die eines Hundes anhören," stöhnte er gequält.
„Zu spät, das hättest du dir eher überlegen sollen. Ich gebe doch nicht meinen einzigen Trumpf aus der Hand! Damit wirst du leben müssen, Wolf!" Tonks genoss seine Nähe und rieb ihr Kinn an seinem Stoppelbart.
„Wenn du wüsstest, wie viele Trümpfe du hast, Dora. Ich hätte nie gedacht, dass es mich so schwer erwischen würde. Es ist schwierig einen klaren Kopf zu behalten," murmelte er.
Noch enger kuschelte sie sich an ihn. „Du solltest etwas mehr wie ich sein, Remus. Und, hem, ich vielleicht etwas mehr wie du. Ich muss erst morgen wieder arbeiten, sagte Dawlish. Schön, was?"
Er nickte und streichelte über Tonks Schulter. „Mhm, erstaunlich wie unterschiedlich wir sind und doch zueinander passen wie zwei Teile eines Puzzles."
Tonks schien sich sehr wohl an seiner Seite zu fühlen, denn sie schloss nun ihre Augen, nuschelte nur: „Ich liebe dich, wenn du so etwas Schönes sagst, Remus."
Sofort biss Lupin die Zähne zusammen, küsste Tonks Stirn und so aneinander gekuschelt schliefen sie bald schon ein.
So vergingen die Tage bis zum Begräbnis von Dumbeldore wie im Fluge. Tonks hatte für das Ministerium in Hogsmeade zu tun und Remus wurde ein paar Mal von Moody um Hilfe gebeten. Doch danach hatten sie Zeit füreinander und nutzten diese wenigen Minuten ausgiebig. Sie redeten viel und kamen sich noch näher, schliefen miteinander.
Am Morgen von Dumbledores Begräbnis legte sich eine bedrückte Stimmung auf sie beide. Tonks schlug zuerst die Augen auf und suchte noch mehr Nähe, als das kleine Bett ihnen so schon gab. Aufgrund ihrer Bewegung erwachte auch Remus und sie sahen sich trübe an. Er küsste sie zärtlich.
„Ich bin froh, dass du heute bei mir bist," murmelte die Aurorin betrübt.
„Ja, so geht es mir auch," erwiderte er leise und wandte den Kopf zum Fenster. Er würde nicht wieder weinen, nein, heute würde er sich wieder im Griff haben. „Komm, lass uns schnell etwas essen und dann zum Schloss gehen, Dora!" Bevor sie ihn auch nur festhalten konnte, hatte sich Lupin aus dem Bett geschwungen und zog sich die besten Sachen an, die er hatte. Leider sah er damit immer noch nicht besonders elegant aus, aber jemand wie Dumbledore würde ihm das sicher nicht krumm nehmen.
Tonks hingegen zog die Decke über den Kopf und nur ein paar rosa Haarspitzen waren noch zu erkennen. „Du könntest mir auch später erzählen wie es war," seufzte sie darunter.
Remus lächelte sanft und setzt sich auf das Bett, zog und zerrte an der Decke, bis er sie endlich ihren Händen entwunden hatte und in ihr schmollendes Gesicht sah, aus dem ihm Tonks heraus gestreckte Zunge entgegen blitzte. Nur kurz spielte er ihr Spiel mit, küsste sie, während er sie festhielt. Dann sah er sie wieder ernst an: „Erweisen wir ihm die letzte Ehre, ja? Sei heute ein wenig mehr wie ich, Dora!"
Tonks nahm Remus Gesicht in ihre Hände und nickte. „Du hast ja Recht, du vernünftiger, beherrschter Dummkopf!"
Sie brauchten trotzdem noch ein paar Küsse und Umarmungen bis sich Nymphadora entschloss, das Bett zu verlassen. Remus hingegen stahl sich aus dem Zimmer und besorgte unten bei Aberforth etwas zu essen.
Sie waren eine der ersten in Hogwarts, nur wenige Leute besetzten leise und ruhig die Stühle vor einem Marmortisch. Nervös drückte Tonks Lupins Hand etwas fester und sie warfen sich einen kurzen Blick zu. Dann führte sie Remus zu einer Reihe von Stühlen und sie setzten sich. Er verwandte nur einige Sekunden damit, seine Hand der ihren zu entwinden, dann merkte er, dass sie dadurch beherrscht blieb und nicht, wie sonst so oft, nervös hin und her lief. Also beließ er es dabei, die ganze Zeremonie hindurch.
Es war bewegend und Tonks liefen unkontrolliert die Tränen über die Wangen. Tröstend schlang Lupin einen Arm um ihre Schulter, was sie dazu nutzte, um ihren Kopf an seiner Schulter zu betten. Die beiden rührten sich nicht, selbst als der Leichnam Dumbledores von Flammen verschlungen wurde. Dies entlockte Tonks Kehle nur ein weiteres Schluchzen. Minuten später saßen sie noch so da, als alle anderen sich schon leise sprechend von ihren Stühlen erhoben hatten.
Die Zeit verrann und Lupin stand entschlossen auf. Er hatte nicht geweint, hatte sich beherrscht und war für Tonks da, als sie ebenfalls aufstand und ihn fest umarmte. „Wir sollten gehen," flüsterte er ihr ins Ohr. „Es wird Zeit." Sie nickte nur und blieb dicht bei ihm, als sie Hogwarts wieder verließen.
Doch nun kam die Zeit vor der sich Remus im Moment am meisten fürchtete. Er würde Doras Eltern kennen lernen, so richtig kennen lernen und ihr erstes Aufeinandertreffen verlief so schlecht, dass er wirklich Angst vor einem weiteren hatte.
Fortsetzung folgt ...
