Das Buch der Liebe – Kapitel 2

Tag 1

Massage

Spannung abbauen

Eine Massage kann sehr erotisch sein, und selbst wenn nicht, schafft sie die große Intimität, manchmal mehr als Sex selbst. Denn Sex kann man auch mit jemanden haben ohne ihm viel Aufmerksamkeit zu schenken. Aber es ist unmöglich jemanden gut zu massieren ohne sich auf seinen Körper einzulassen. Sie lernen jedes Detail an ihm kennen, und das kann für sie beide sehr schön sein. (1)

Unweigerlich fing Ranmaru an, an Enjojis nackten Oberkörper zu denken. Er hatte sich schon oft vorgestellt ihn sanft zu massieren, seine warme und zarte Haut zu berühren um ihn zu massieren, aber bisher hatte er es noch nicht wirklich gemacht. Die Schultern vielleicht, wenn Enjoji mal wieder leise meckernd von der Uni kam und sich über Schmerzen beschwert hatte. Aber sonst eigentlich nie.

Atmosphäre schaffen

Weil die Massage sie so nah an ihren Partner heranführt, ist es wichtig zu wissen, wie man eine gute Massage gibt, wenn die Erfahrung für beide zum Genuss werden soll. Den Partner massieren zu können, ist eine Fähigkeit, die sich zu erlernen lohnt. Und wenn sie gut darin sind, weil sich ihr Partner jedes Mal wie im siebten Himmel fühlt, wenn Sie ihn Berühren. Haben sie keine Angst, etwas Falsch zu machen. Sie müssen nur ihre Hände auf ihn legen, und dafür sorgen dass er sich wohl fühlt.

/HAHA…, dachte Ranmaru belustigend. Klar, dass war ja auch so einfach. Warum machte er es sich dabei nur so schwer, schließlich musste man ja laut dieses mysteriösen Buches nur die Hände hinlegen und was machen das es dem Partner gefällt. Das war das einfachste von der Welt!!
Am liebsten würde Ranmaru dieses 'bescheuerte' Buch einfach in die Ecke schmeißen. Er kam sich total veralbert vor. Aber seine Neugier zwang ihn dazu, weiter zu lesen.

Bei der Massage sollte Ihr Partner bequem liegen. Sie können überall massieren – auf dem Boden, im Bett oder im Gras-, solange Ihr Partner sich dabei entspannen kann. Gestalten sie die Umgebung angenehm. Breiten sie eine weiche Decke, ein flauschiges Fell oder eine andere Unterlage aus. Zünden sie Kerzen an und drehen sie das Licht herunter. Legen sie Entspannungsmusik auf. Tun Sie alles, was eine sinnliche Atmosphäre schafft. Auch ihre Kleidung wird seine Stimmung beeinflussen. (1)

Ein leises Kichern entwich Ranmarus Mund, weil er sich versuchte vorzustellen, wie man, wenn man auf dem Rasen lag, das Licht herunterdrehen konnte.

Doch der Ernst der Lage kroch in seine Phantasieren. Er konnte sich sehr gut vorstellen wie Enjoji auf dem Bett lag, mit freiem Körper, nur noch bekleidet mit den sexy Shorts. Wie er selbst auf ihm saß und sanft anfing seinen Körper zu berühren ihn zu massieren. Wie rund um sie herum das Kerzenlicht leicht flackerte und dem einfachen tristen Schlafzimmer einen Hauch von Erotik gab. Mit einem leisen Räuspern, riss sich der Blonde aus den Gedanken. Enjoji würde diese Art wetten nicht als erotisch bezeichnen.

Ihre Aufgabe: Da ihr Partner wahrscheinlich, nein sagen wir doch hoffentlich nicht in der Nähe ist, wird es schwer sein hier ein wenig Praxis zu üben, nicht wahr? FALSCH!! Schauen sie nicht so fragend, bewegen sie ihren Hintern hoch und suchen sie ein wohlriechendes Öl, eine Lotion, massieren sie sich selbst, ihren Nacken, ihre Beine, ihre Arme, ihren Bauch, es gibt so viele Stellen, an denen sie selbst merken wie gut es tut. Und wenn sie merken das sie sich bei ihren eigenen Massagen entspannen können, was meinen sie wie es ihrem Partner dann geht? (2)

/Schwachsinn, jetzt reicht es mir…., Ranmaru schlug das Buch zu und knallte es auf den Nachttisch, der kleine Wecker welcher auch auf dem Nachtisch stand, machte einen kleinen Sprung.

Der Blonde schaltete die kleine Nachttischlampe aus und kuschelte sich unter seine Bettdecke. /Aufgabe, Hallo, bin ich etwa in der Schule. Ich soll mich selbst berühren, das ist ja wohl mal…hmh…nein abartig nicht…aber ich kann mich doch nicht selbst berühren…ach ich sollte schlafen ich muss morgen ins Dojo/.

Erneut drehte sich Ranmaru von einer auf die andere Seite. Im Hinterkopf immer wieder diese Aufgabe, dieses Buch, und die Hoffnung auf die Wirkungen dieses Buches wenn er es doch Ernst nehmen würde. Er war drauf und dran diese Tagesaufgabe nun doch zu versuchen. Doch noch hielt er sich eisern in seinem Bett unter seiner warmen kuscheligen Decke und zwang sich zum Einschlafen.

„Ok…Ok du hast gewonnen, ich mach's…" meckerte er nach einer halbe Stunde, des einfachen wach Liegens. Schaltete das Licht an und flitze ins Bad. In einem der weißen Schränke suchte er nach einem Massageöl. Er wusste genau, dass sie so etwas hatten. Aber wo war es verdammt noch mal. /Mist das war ja Steinalt, das hab ich vor drei Wochen weggeschmissen…./. Als Ersatz für dass Massageöl griff er zu seiner Bodylotion und verschwand dann wieder ins Schlafzimmer.

Er stand vor seinem Nachttischschränkchen und musterte das Buch. In der rechten Hand hielt er die Bodylotion fest. /Man ist das albern…, dachte er, stellet die Bodylotion auf dem Buch ab und zog sich selbst bis auf die Shorts aus. Gemütlich lies sich der Blonde auf sein Bett sinken. Noch immer war ihm das alles nicht so ganz geheuer, aber es reizte ihn mittlerweile auch sehr.

Er öffnete die Bodylotion und verteilte sie auf seinen Händen. Wo sollte er denn jetzt bitte anfangen, es gab ja genug Stellen, wo er sich selbst berühren konnte.

Er beugte sich ein wenig nach vorne, strich leicht über seine Beine, fing an etwas mit den Fingerspitzen an Druck auszuüben und glitt von dem Knöchel hinauf zu dem Oberschenkel. Er musste zugeben, dass sich das schon gut anfühlte, ein leichtes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. Das gleiche machte er am anderen Bein auch. Er ließ sich viel Zeit, fing an es zu genießen.

Er legte sich auf den Rücken, strich sich sanft über den Oberkörper, erkundete seine Muskeln, massierte sich auch dort wieder und spürte genau wie angenehm warm ihm wurde. Nicht wegen Erregung, nein, weil es sich einfach gut anfühlte, er schloss die Augen und ließ seine Hände einfach wandern.

Am nächsten Morgen erwachte Ranmaru sehr früh, aber auch sehr ausgeschlafen. Wann war er eingeschlafen? Daran konnte er sich nicht erinnern. Aber er hatte einen wunderschönen Traum. Als er sich aufrichtet fiel sein Blick auf das Buch und die draufstehende Bodylotion. Ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus und er überlegte wie das wohl die Nacht ausgesehen haben mochte.

/Enjoji wäre durchgedreht…., dachte er belustigend und stand nun auf. Noch hatte er zwei Stunden Zeit bevor er zu seinem Großvater ins Dojo musste.

Gerade als er aus dem Bad kam klingeltet das Telefon. /Hoffentlich ist es Enjoji…/. Der Schwarzhaarige hatte ihm versprochen ihn anzurufen, sobald er in Amerika landen würde. „Samejima…", meldete er sich wie immer freundlich. „Hey…ich bin gut angekommen…", erklang Enjojis Stimme, die Ranmaru wie warmes Öl über den Körper lief. „Schön zu hören, war der Flug sehr anstrengend?"
„Nein, hab viel geschlafen…wie geht's dir, ist alles in Ordnung?" Erkundigte sich Enjoji.
„Ja alles in Ordnung…außer das ich dich schon vermisse…", gab Ranmaru kleinlaut zu.
„Na das will ich auch hoffen, ich vermisse dich auch….".
Ranmaru lächelte zufrieden.
„Was hast du gestern Abend gemacht?"
„Ach nichts besonders, lag auf dem Sofa und hab erst ein wenig Fernsehe geschaut und mich dann mit einem Buch zurück ins Bett verzogen…".
„Welches Buch denn?" Enjoji klang eindeutig neugierig. Und Ranmaru fragte sich zum ersten Mal ob Enjoji ihm dieses Buch geschickt hatte. Schließlich wusste er, dass sich sein Freund mal wünschte von ihm verführt zu werden.
„Ach nur so eine kleine Liebesromanze, du weißt doch das ich so was liebe…".
Enjoji lachte kurz. „Ja, stimmt…aber les nicht zuviel von den Schnulzen…das macht die Sehnsucht zu groß…".

Sie redeten noch einen Moment und verabschiedeten sich dann schmerzlichst.

Ziemlich müde betrat Ranmaru am Abend seine Wohnung. Der Tag war überaus anstrengend gewesen. Eigentlich wollte er nach dem Training gleich wieder nach Hause, doch sein Großvater bestand darauf, dass er noch zum Abendessen blieb. Nachdem er fertig war mit seinem lang ersehnten Duschen, schmiss er sich auf das Sofa im Wohnzimmer und schaltet den Fernseher ein. Nachdem er dreimal die Programme rauf und runter gezappt hatte, schaltet er die Flimmerkiste missmutig ab.

Und was bitte sollte er den restlichen Abend nun machen. Wenn Enjoji zu hause war, brauchte er sich darüber nie Gedanken machen. Entweder er hatte alle Hände voll zu tun, seinen Hintern vor ihm zu verbergen oder er ließ sich eben darauf ein.

/Hmm…ich könnte mir natürlich auch das zweite Kapitel antun…, dachte er.

Einen kurzen Moment später lag er ausgezogen bis auf die Shorts unter seiner kuscheligen Decke und hielt das Buch in der Hand. /Was wird mich wohl heute erwarten??/ Er schlug gleich das zweite Kapitel auf und aus Reflex machte er es wieder zu, als er dessen Überschrift „Masturbation" gelesen hatte.
/Ich sollte es lassen…, dachte er, doch wieder war der Reiz größer als der Verstand. Erneut öffnete er das Kapitel und begann zu lesen.