Das Buch der Liebe – Kapitel 4

Tag 3

Das Vorspiel

Jeder weiß dass man sich erst aufwärmen muss, bevor man in ein großes Spiel eingreift, und niemand wird in der Oper an die Rampe treten, ohne sich vorher eingesungen zu haben. Warum sollte man vor dem Sex keine Aufwärmphase einlegen? Das Vorspiel nämlich. Bevor die Sache richtig in Fahrt kommt, braucht man Zeit um sich und seinen Partner in Stimmung zu bringen und eine romantische Atmosphäre zu schaffen. Man kann aber auch versuchen, das Vorspiel zum Hauptgang zu machen.

Ranmaru verdrehte die Augen und kicherte leise. Das sollte er mal Enjoji erzählen. Für diesen bedeutet Vorspiel doch eigentlich nur ‚das passende Loch' suchen. Nun ja das war übertrieben, aber so wirklich viel Vorspiel hatten sie nie. Was auch daran lag, dass der Schwarzhaarige nicht in Stimmung gebracht werden musste und er selbst schon nach ein Paar minimalen gezielten Streicheleinheiten für mehr bereit war.

Aber so ein schönes Vorspiel, wo man sich langsam in Fahrt bringen könnte und genießen könnte, nein so war das eigentlich bei ihnen nie.

Jeder findet andere Dinge sexy und erregend. Was für Sie das Vorspiel ausmacht, kann etwas ganz anderes sein als das, was ihren Partner erregt. Vielleicht finden Sie es ja romantisch, bei Kerzenschein mit von Schokolade überzogenen Kirschen gefüttert zu werden, während er es mag, wenn ihm die Hände hinter dem Kopf gefesselt werden und Sie ihm dann den ganzen Körper ablecken. Aber selbst wenn sie beide auf ganz unterschiedliche Reize stehen, das Ziel ist dasselbe. Sie wollen in Fahrt kommen.

/Warum glaube ich das dies genau auf uns passt….aber ob Enjoji dieses Füttern auch gefallen würde…?/ Ranmaru seufzte leise, er konnte es sich gerade bildlich vorstellen. Während er selbst wirklich liebend gerne mit etwas gefüttert werden würde, würde Enjoji wahrscheinlich auf die Fesselspielchen bestehen. /Hmmm…kann man ja kombinieren…/.

Denken sie an Ihren Partner. Was gefällt ihm? Was macht ihn an? Womit bringen sie ihn soweit, dass er Ihnen die Kleider vom Leib reißt und Sie aufs Bett wirft? Die Möglichkeiten sind unerschöpflich, scheuen sie sich also nicht, mit unterschiedlichen Arten des Vorspiels zu experimentieren. Es zahlt sich aus. (1)

Jetzt konnte Ranmaru nicht mehr anders. Er fing laut an zu lachen. Also wenn er Enjoji dazu bringen wollte, dass dieser ihm die Kleider vom Leib riss, brauchte er ihn doch nur mit einem 'Ich will mit dir schlafen' Blick anzusehen. Seine Kleidung war er dann schneller los als er seinen eigenen Namen sagen konnte. Er schmunzelte bei dem Gedanken.

Sich Zeit lassen

Das Vorspiel endet nicht, sobald man das Bett erreicht hat. Dort wird es erst richtig gut! Und sie können die Erregung noch weiter steigern, indem sie sich viel Zeit lassen. Stürzen sie sich nicht gleich auf seinen Penis. Küssen sie ihn. Lassen sie ihre Hände über seinen Körper gleiten. Machen sie ihn abwechselnd heiß und bringen sie ihn dann wieder runter. Lassen sie sich Zeit mit dem Orgasmus. Der Höhepunkt sollte eine Begleiterscheinung des Genusses darstellen, und nicht das eigentliche Ziel. (1)

Ranmaru schüttelte den Kopf. Das brauchte man ihm nicht zu sagen. Er sah es nicht anders als der ominöse Autor. Dieses Kapitel war nach der Meinung des Blonden eher was für Enjoji.
/Aber es geht nicht darum was Enjoji macht, sondern was ich machen will…also muss ich daran denken…aber ich könnte eh nicht gleich über ihn herfallen…/.

Ihre Aufgabe: Glauben sie ja nicht das wir hier keine Aufgabe wissen welche sie bewältigen können. Oh doch die haben wir!! Schaffen sie Atmosphäre, machen sie es sich gemütlich, stellen sie Kerzen auf, sorgen sie für einen erotischen Duft im Raum und machen sie es sich gemütlich. Berühren sie sich selbst, finden sie wieder heraus was sie mögen, tabu ist ihr Penis. Erst wenn sie es gar nicht mehr aushalten, dann machen sie doch mit der Aufgabe von Tag 2 weiter!! (2)

Wieder begann Ranmaru einen Moment zu zögern. Auch wenn er schon nicht mehr so passiv den Aufgaben entgegengestellt war wie am Anfang.

Der Blonde seufzte leise.
Er würde das jetzt machen, genau das was in dieser Aufgabe stand, und dies ohne Widerrede.
Er stand auf und ging ins Wohnzimmer. Dort suchte er ein Paar Kerzen zusammen, er wollte es sich wirklich schön gemütlich machen. So wie es gesagt wurde.

Mit einem Lächeln stellte er die Kerzen in verschiedenen Ecken des Schlafzimmers auf und zündete diese an. /Hmmm Duft…, dazu fiel ihm nur eins ein, Räucherstäbchen. Die hatten beide zum Glück genug im Haus. Da er sowie Enjoji diesen Geruch liebte. Erneut ging er ins Wohnzimmer und holte sich den kleine Aufsteller sowie zwei Räucherstäbchen. Nachdem er auch diese angezündet hatte, ging er an die kleine Stereoanlage im Zimmer und legte sich eine CD mit entspannender Musik ein. Als er das Licht ausmachte sah er sich um, und war mehr als zufrieden. Genau so würde er sich die Atmosphäre mit Enjoji zusammen mal wünschen. Vielleicht auch noch ein wenig…erotischer.

Langsamen Schrittes ging er hinüber zum Bett. Entkleidete sich vollkommen und legte sich auf den Rücken. Einen Moment schloss er die Augen, genoss die leise Musik im Hintergrund, und nahm den angenehmen Geruch des Räucherstäbchens wahr.

Nur langsam begann Ranmaru mit seinen Händen über seinen Körper zu gleiten. Er strich sich mit beiden Händen federleicht über den Oberkörper, testete jeden Millimeter seiner Haut auf empfindliche Stellen. Seine Augen ließ er geschlossen. Er konzentrierte sich mit allen Sinnen, außer der Augen, auf das was er tat.

Er winkelte ein Bein an und strich leicht mit den Fingerspitzen über seine Oberschenkel. Ein leises zufriedenes Seufzen entwich seiner Kehle. Mit der anderen Hand umkreiste er seine linke Brustwarze. Reizte sie, zwirbelte sie zwischen zwei Fingern so lange bis sie hart wurde und sich aufstellte. Seine Hände wechselten sich ab.

Er winkelte das andere Bein und fing an mit der nun anderen Hand sanft über seine Oberschenkel zu streichen, während er nun die andere Brustwarze zum Hartwerden brachte. Wieder ergoss sich ein leises Keuchen über seine Lippen.

Seine anfangs gezielten Berührungen gingen in eine Trance über. Seine Hände wanderten von einer Stelle seines Körpers zur anderen. Er begann sich unter seinen Berührungen leicht zu winden und immer regelmäßiger zu keuchen.

Als er es kaum noch aushielt, mehr wollte, umschloss er sein Glied. Dieses war schon steif vor Erregung. Ein lautes Stöhnen schnitt durch den mit Kerzen beleuchten Raum, als er begann sein Glied zu massieren. Immer schneller mit seiner wachsenden Erregung massierte er sein Glied, so lange bis in seinem Kopf Sterne erschienen die explodierten. Wieder gab sich Ranmaru mit vollem Genuss seinem Höhepunkt hin.

Der nächste Tag verlief so wie die letzten, Ranmaru stand auf, telefonierte mit Enjoji und machte sich dann auf dem Weg zum Dojo.
Nachdem er mit dem Training fertig war, trank er wie versprochen mit seinem Großvater noch eine Tasse Tee und ging dann in die Stadt um noch ein Paar Lebensmittel einzukaufen. In Gedanken fragte er sich schon, was wohl heute in diesem Buch stand. Er hatte beschlossen nie vorher zu schauen um die Spannung zu erhalten.

Als er endlich zuhause ankam, stopfte er die Lebensmittel mehr schlecht als Recht in den Kühlschrank und ging schnellen Schrittes Richtung Schlafzimmer. Kurz davor blieb er stehen. /Oh nein, es ist sechs Uhr…du wirst jetzt erst was Kochen Ranmaru Samejima, dann etwas Fernsehen und dann darfst du weiter lesen…./.

Ranmaru blieb eisern und baute somit die Spannung auf das nächste Kapitel noch mehr auf. Er kochte sich etwas Leckeres und setzte sich, nachdem er gegessen hatte, vor den Fernseher, einige Zeit lang vergaß er sogar dieses Buch. Nachdem er einmal gegähnt hatte, beschloss er dass es Zeit ist, sich dem vierten Kapitel zu widmen. Er schaltet den Fernseher aus und ging ins Schlafzimmer.

Nachdem er sich umgezogen hatte legte er sich wie jeden Abend unter seine warme Decke und griff nach dem Buch.