Das Buch der Liebe – Kapitel 5

Tag 4

Frottage

Frottage bezeichnet das Sich-aneinander-Reiben. Der Begriff stammt eigentlich aus der Kunst, beim Sex bedeutet er, dass man erregt wird, indem man seine Genitalien an etwas oder an jemanden reibt. Per Definition ist man dabei zwar angezogen aber in diesem Buch sehen wir das nicht so eng (weshalb Sie sich hier durchaus auch nackt an einem Partner reiben dürfen). (1)

/Aha…, dachte Ranmaru und seufzte leise. /Ich ahne schreckliches…/. Sehr vorsichtig schlug er die nächste Seite auf und begann weiter zu lesen.

Ein Gefühl dafür bekommen

Weil hier immer noch der Hauch des Verbotenen anhaftet, ist Frottage an sich schon ein Antörner. Sich an einem Partner zu reiben, vor allem so lange er noch angezogen ist, gibt einen Vorgeschmack und weckt Lust auf mehr. Wenn sich der steife Penis des Liebhabers durch die Jeans oder die Unterwäsche am Sie presst, ohne dass Sie ihn sehen oder berühren, fragen Sie sich, wie er aussehen, sich anfühlen und schmecken mag. Und stellen sie sich vor, was Sie mit ihm anstellen werden, sobald die Wäsche weg ist. Wenn sie dann nackt sind, spüren Sie, wie sich der Körper ihres Partners an Ihrem reibt. Wie sich die Muskeln bewegen…wie sein Penis zwischen ihren Pobacken gleitet – diese extrem erotischen Empfindungen entzünden Ihre Leidenschaft. Es ist sehr erregend, von einem anderen Körper bedeckt zu werden, von ihm gehalten und an ihn gedrückt zu werden. (1)

Dem blonden Mann stand der Mund ein wenig offen. Seine Vorahnung wurde immer schlimmer. Sicher er bezweifelte in keinem Sinne was dort geschrieben stand, vor allem den letzten Satz nicht. Alleine die Vorstellung daran machte ihn halb wahnsinnig.

Die Kraft der Berührungen

Letztendlich gehören zur Frottage eine ganze Reihe von Empfindungen, ob nun Haut an Haut, Kleidung auf Kleidung. Bei der Frottage geht es auch um Orte und Situationen, Fantasien und Fetische. Wenn all diese Elemente eine Rolle spielen, kann das sehr erotisch sein. Lassen Sie also Ihrer Vorstellungskraft freien Lauf, und finden sie heraus, wie ein wenig Reiben und Wetzen ihr Liebesleben aufmöbeln kann. (1)

/Fetische….oh Gott was kann es denn da für Fetische geben/ darüber wollte der Blonde lieber gar nicht nachdenken. Etwas zögerlich blätterte er auf die nächste Seite.

Ihre Aufgabe: Stellen sie sich vor, sie stehen ihrem Partner gegenüber, haben ihre Arme um ihn geschlungen und sie küssen sich sanft. Sie beide wissen dass dies nicht bei einer Umarmung und einem Kuss bleibt. Stellen sie sich vor wie ihr Partner anfängt sich an ihnen zu reiben! Wie er anfängt ihre Lust zu steigern! Versuchen sie es doch, denken sie fest an das was ihr Partner gerade macht, auch wenn er nicht da ist. Hey daran ist nichts pervers, sie wollen doch was lernen, oder? Wie sie sich die Reibungen beschaffen können? Na ein wenig Phantasie haben sie doch, ein Kissen, eine Sofalehne, bewegen sie sich!! Und um Gottes Willen halten sie nicht den Gegenstand für ihren Partner. Nein, denken sie nur dabei an ihren Partner! Wenn es unerträglich für sie wird, dann wissen sie ja anhand er letzten zwei Tage, wie sie ihre Lust befriedigen können!! (2)

„DAS ist ein Scherz….", murmelte Ranmaru. Und legte das Buch bei Seite. Er sollte sich reiben? Das konnte doch nur ein schlechter Scherz sein. /Also langsam wird es mir dann doch zu bunt…welcher Clown hat dieses Buch geschrieben…/.

In seinen Gedanken malte er sich die absolut lachhaftesten Sachen aus. Wie er im Wohnzimmer stand und sein Becken an der Sofalehne rieb. / Na klar…und dabei stell ich mir dann vor es wäre Enjoji oder wie…/. Er musste lachen und sein lachen wurde noch um einiges mehr als sich die nächste Vorstellung in seinen Kopf drückte.

Wie er an einem Türrahmen stand und sich an der Kante anfing zu reiben. Er sah sich schon laut aufstöhnen, weil es ja wohl nichts Erotischeres gab als es an einem Türrahmen zu machen. /Nein danke das ist Enjojis Ding, dem würde ich zutrauen, dass er es nach und nach an jedem unsere Türrahmen machen würde…/.

Ranmaru blickte nach links auf Kissen welches dort lag und schüttelte gleich den Kopf. Der nächste Blick fiel auf seine Decke welche über seinen Beinen lag. /Also so nötig hab ich es nun auch wieder nicht…, dachte er etwas beschämt, legte sich nun richtig hin und schaltet das Licht aus.

Wie schon an den Tagen zuvor bekam er diese ganze Sache nicht aus dem Kopf. Wenn dann wollte er alles durchziehen, denn er glaubte mittlerweile ernst und fest an die Wirkung, welches das Buch auf ihn und seine Art haben könnte. Doch fiel es ihm sehr schwer sich vorzustellen sich an irgendwas zu reiben und dabei an Enjoji zu denken. Er seufzt leise.

Nein, er konnte es nicht. Das ging dann doch viel zu sehr unter seine Gürtellinie. /Im wahrsten sinne des Wortes…, dachte er und zwang sich mit Erfolg zum Einschlafen.

Mitten in der Nacht wurde er von einem lauten Schlag geweckt. Er saß Kerzengerade im Bett und sah sich um. Was war das gewesen. Es wurde leuchtend hell im Zimmer und kurz nachdem es wieder dunkel war, gab es einen erneuten lauten Schlag. Aus Reflex klammerte er sich an seine verwühlte Decke. Wie Ranmaru Gewitter hasste. Er hatte schiere Angst davor. Wieder wurde es hell, doch dieses Mal ließ der Donner ein wenig auf sich warten. /Oh lass es verschwinden, hau ab…geh weg…bitteee…/ bettelte er.

Erst jetzt fiel ihm auf, wie er sich an die zusammengerollte Decke klammerte. Sie lang in einem länglichen Knäuel da und er umklammerte sie mit den Armen sowie mit den Beinen. /Oh nein…das werde ich nicht tun…, dachte er als ihm die Aufgabe wieder in den Kopf kam.

Erneut blitze und donnerte es und Ranmaru zuckte heftig zusammen.
/Uahhh…welche Ironie…., meckerte in seinen Gedanken. /Ok…wenn ich dadurch dieses Gewitter vergessen kann…tu ich alles…/.

Langsam bewegte er seine Hüften ein wenig. Rieb sich mit der Vorderseite leicht an der Decke, hauptsächlich mit dem unteren Bereich. Langsam schloss er die Augen, versuchte wirklich an Enjoji zu denken. Und es gelang ihm. Er dachte fest daran wie er in Enjojis Armen lag, dieser ihm sanft über den Rücken strich und sie sich leicht aneinander rieben.

Ranmaru war so in seinen Gedanken vertieft dass er nicht mitbekam, dass erstens das Gewitter vorbei und zweitens sein Glied mittlerweile steif vor Erregung war. Immer stärker rieb er sich an der Decke, tief in Gedanken bei Enjoji. Mit der einen Hand wanderte er unter sein Pyjama Oberteil und begann sich sanft zu streicheln, seine Brustwarzen zusätzlich zu necken.

Er trieb sich den Berg der Lust immer höher, ohne es bewusst wahr zu nehmen. Irgendwann löste er sich von der Decke, keuchte leise und führte die noch untätige Hand unter seine Hose. Er umschloss sein steifes Glied und massierte es bis er es nicht mehr aushielt und den mühvoll erklimmten Berg der Lust mit einem lauten Aufschrei hinunterfiel.

Schwer atmend lag er da…öffnete nur langsam die Augen. Genau so langsam wurde ihm bewusst was er dort eben getan hatte. /Ich glaub das nicht…., dachte er belustigend. /Aber jetzt muss ich duschen und mich umziehen…/.

Als Ranmaru am nächsten Morgen das Haus seines Großvaters betrat stand Kurebayashi vor ihm. „Oh…sie sind wieder gesund?" Stellte Ranmaru mit freundlicher Stimme fest. „Ja, ich danke Ihnen, dass sie mich vertreten haben, aber wenn sie möchten können sie sich jetzt privaten Dingen widmen…".

Ranmaru lächelte und hörte gleich die Rufe seines Großvaters aus dem Nachbarzimmer. Er verabschiedete sich von Kurebayashi und betrat dann das Zimmer seines Großvaters. „Du siehst blass aus Ranmaru, hast du nicht gut geschlafen?" Erkundigte sich der alte Mann rasch, als sich Ranmaru ihm gegenüber setzte.
„Doch ich habe sogar sehr gut geschlafen…" und dies war nicht gelogen. „Das Gewitter…", „Hab ich kaum mitbekommen" fiel Ranmaru dem Alten Mann ins Wort und lächelte. „Wie kommt das? Du hast doch sonst solche Panik vor Gewitter…". „Ach ich hab mir einfach schöne Gedanken gemacht, und bin wieder eingeschlafen…!" /Wie wahr…./ schmunzelte Ranmaru in Gedanken.

Der Blonde genoss seine freien Tag, er schlenderte gemütlich durch die Stadt. Ging ein Eis essen und unterhielt sich mit Studienkollegen die er zufällig in der Stadt traf.
Erst nach zwanzig Uhr betrat er wieder seine Wohnung. Und dieses Mal hielt ihn nichts auf, er verschwand sofort im Schlafzimmer, zog sich um und legte sich ins Bett. Begierig weiter zu lesen und weiter zu lernen…