Riven by Grief Part One – Kapitel 2
„Kai?" Masa wunderte sich über diese nicht ganz so Ohrenbetäubende Reaktion. „Was willst du denn hören?" Kai richtete sich auf und sah Masa nun an. Kein Zorn, keine Wut und keine Enttäuschung spiegelten sich in seinen Augen wieder nur die leere.
„Ich weiß es nicht…vielleicht, dass du mich verstehst und dir unsere Freundschaft noch wichtig ist…". Masa taten seine eigenen Worte weh. Doch er wusste, dass es Richtige war, was er tat. „Freundschaft?" Wiederholte der Jüngere leise. „Ja Kai, Freundschaft, so wie früher…", „…aber es ist nichts wie früher, wie kann ich mit dir befreundet sein, wenn ich weiß das ich dich liebe und dazu auch noch weiß das du mich eigentlich auch noch liebst?"
Der Schwarzhaarige senkte den Blick. Darauf hatte er keine Antwort. Er erhob sich vom Bett und ging Richtung Tür. „Schade…", sagte er noch leise bevor er Kais Zimmer verließ.
„Ja…", murmelte der jüngere mehr zu sich selbst und legte sich wieder nach hinten. Sein Blick fixierte sich auf die Decke und er hing seinen Gedanken hinterher. Er liebte Masa von ganzem Herzen und wollte einfach nicht verstehen, dass dieser ihm erst seine Liebe gestand und dann nur Freundschaft wollte. /Wenn ich meinen Sturkopf ausschalte… HAHA dann sehe ich das trotzdem nicht anders…/.
Kai drehte sich auf die Seite und sah Richtung seines Fensters.
Masa war ihm aber auch zu wichtig, sodass er ihn nicht immer ignorieren konnte. /Was eine Zwickmühle…verdammt…/. Mit einem Schwung drehte er sich auf die andere Seite und blickte sogleich auf ein Bild an der Wand, welches ihn als kleines Kind in Masas Armen zeigte.
Er stand auf und ging auf das Bild zu, um es genauer zu betrachten. „Ach verdammt…", maulte er wütend und verließ sein Zimmer, in der Hoffnung das Masa noch im Haus war. Schnellen Schrittes lief er zu dessen Büro und riss die Tür auf. Doch im Raum war alles dunkel. „Scheiße…", fluchte er leise.
„Wolltest du zu mir!"
Kai drehte sich erschrocken um und sah Masa an. „Ja, zu deinem Schreibtisch wetten nicht…", der jüngere verdrehte die Augen. „Ich will mit dir reden und zwar jetzt…".
Masa hatte seine Jacke über dem Arm liegen und in der anderen Hand seinen Aktenkoffer. Ein deutliches Zeichen, dass er gerade auf dem Nach hause weg war. Doch nickte er. „Dann lass uns in mein Büro rein gehen, ja?"
Kai setzte sich auf das kleine Sofa, Masa gegenüber und schwieg einen Moment lang. „Also?" Erklang Masas Stimme. Kai seufzte. „Du hast recht…es war töricht von mir zu denken, dass wir zusammen sein könnten, das wäre für dich nur noch eine zusätzliche Belastung…", Masa wollte gerade widersprechen, denn das war wetten nicht der Grund dafür, dass er nicht mit ihm zusammen sein wollte, doch Kai sprach weiter. „…ich meine, ich brauch dich…weißt du, und wenn nicht so, dann brauch ich dich als Freund…du hast mich aufgezogen Masa…ich kann und will dir nicht ewig aus dem Weg gehen…es fällt mir nicht leicht, aber …" Kai sah ihn nun an „…dann lass uns bitte weiterhin Freunde sein, ja?".
Masa lächelte. Zwar müsste er dieses kleine Missverständnis klarstellen, aber er war so froh, dass Kai zur Vernunft gekommen war, dass er es unterließ ihn zu berichtigen. „Gerne", gab er dem Jüngeren als Antwort und lächelte.
Die nächsten Tage waren für Kai alles andere als leicht. Zwar hatte er Masa gesagt, dass er mit der Freundschaftlichen Basis einverstanden sei, aber so einfach war dies nicht, denn es bedeutete, dass er Gefühle unterdrücken musste. Und dies war bekanntlich nicht Kais stärke. Aber er gab sein bestes.
Es tat einfach gut mal wieder mit Masa ein wenig zu reden, doch als der Yakuza ihn erst auf das Studium und dann darauf ansprach was er so die letzten Wochen gemacht hatte, schwieg Kai einfach und zuckte mit den Schultern.
Der Schwarzhaarige spürte, dass etwas Tiefgründigres hinter Kais Verhalten Steckte, doch als er ihn darauf ansprach, stand der Blonde auf und verließ das Zimmer.
/Was ist passiert?/ Fragte sich Masa in Gedanken und wollte Kai hinterher gehen, doch der war schon verschwunden. Wo bitte konnte er denn so schnell hin sein. Masa griff sich den erst besten Yakuza, der ihm über den Weg lief und fragte diesen. Und er hatte Glück, der junge Mann erzählte ihm, dass der Junge Herr soeben das Haus verlassen hätte.
Immer wieder sah Masa auf seine Uhr. Es war nun halb neun und Kai war noch nicht wieder zu Hause. Was stimmte mit dem Blonden nicht. Was war in Tokio passiert. Hatte man ihm etwas angetan. Oder war es einfach nur wieder eine von Kais typischen Launen. Masa wollte es wissen, also wartete er so lange bis Kai nach Hause kam.
Doch die Möglichkeit mit ihm zu sprechen hatte er gar nicht. Kai ging stur an ihm vorbei und rannte in sein Zimmer. „Kai??" Rief Masa ihm noch hinterher, doch Kai schien ihn zu ignorieren. /Verdammt was soll dass denn…/. Er ging zu Kais Zimmer und klopfte an. Als Kai ihm keine Antwort gab, klopfte er erneut, doch wieder bekam er keine Antwort. /Dann nicht…, dachte der Yakuza leicht sauer, drehte sich um und wollte wieder gehen. /Was wenn etwas passiert ist…, schoss es ihm, nachdem er nur wenige Schritte von der Tür des Blonden entfernt war, durch den Kopf.
Zielstrebig ging der Yakuza zurück und wollte die Tür einfach öffnen. Aber Kai hatte zugeschlossen. „Verdammt Kai, was ist denn los, mach die Tür auf, bitte…ist was passiert?"
Masa bekam einfach keine Antwort. „Kai, red schon mit mir…ich bitte dich, egal was los ist", „Lass mich einfach in Ruhe, In Ordnung?" Fauchte Kai sauer.
/Er kommt also doch nicht damit zurecht, Masa bezog Kais Reaktion auf ihr Gespräch. Es hatte keinen Sinn. Der Yakuza wusste, wenn der Blondschopf sauer war, dann war er nun mal sauer und dann mit ihm reden zu wollen, wäre reiner Selbstmord. Er beschloss nach Hause zu fahren in der Hoffung, dass Kai morgen wieder etwas freundlicher gesinnt war.
Kai saß in seinem Zimmer auf seinem Bett und starrte auf seinen Schreibtisch, worauf ein Päckchen stand. Ein kleines Kind, hatte es ihm in der Stadt in die Hand gedrückt und war daraufhin wieder verschwunden. Wieder stand Kais Vollständiger Name in dieser ihm bekannten Schrift darauf. So schnell er konnte, rannte er nach Hause, wollte dort hin wo es für ihn sicher war.
Kai ahnte, was in diesem Päckchen war. Aus Angst vor dem Inhalt, hatte er es auf den Schreibtisch geknallt und sich auf seinem Bett zurückgezogen. Wie gebannt starrte er jedoch das Päckchen an.
„Scheiße…", fluchte der Blonde verzweifelt, stand auf und öffnete das Päckchen. Wie erwartet, lag darin ein weiteres Videoband. /Verdammt, wo hat er mich denn noch aufgenommen, in der Uni, beim Tanzen in den Clubs…dieses Perverse Schwein…/.
Gut, dass das Zimmer des Blonden aus der reinste Hightech Ausstattung bestand, er legte das Videoband ein und betrachtete es.
Wieder hatte man ihn gefilmt. Aber nicht wie Kai es vermutete. Diese Bilder waren Aktueller. Sie zeigten ihn während der Zugfahrt nach Osaka, wie er dort dann am Bahnhof sich nervös umblickte. Aber viel schlimmer war, dass darauf wieder er, in seinem Bett in dem Haus seines Vaters zu sehen war.
/Nein….nein…nein…nein…, dachte er panisch, blickte sich nervös im Zimmer um, rannte in sein Bad, sah sich auch dort um. Aber niemand war zu sehen.
Er schaltet den Fernseher aus, verkroch sich in sein Bett und kramte sein Tagebuch raus, wo er in den letzten zwei Wochen seine ganzen Ängste rein geschrieben hatte. Er schlug es auf seinen letzten Eintrag, dieser lag nun 5 Tage zurück. /Das kann doch alles nicht wahr sein…/.
Er suchte einen Stift das der Schublade und blätterte eine Seite weiter, um die heutigen Ereignisse zu Schildern. Doch dort war ein Eintrag, ein Eintrag welcher nicht von ihm stammt.
Kai liefen die Tränen die Wangen hinunter. Er blickte auf das Datum. Es war der heutige Tag.
Wie gebannt las er die Zeilen.
Mein Geliebter, es ist schon erschreckend was du über mich schreibst, ich liebe dich und du ziehst so über mich her. Meine Sehnsucht nach dir ist so groß, so verdammt riesig. Dich immer nur zu beobachten und dich nicht berühren zu dürfen, dass macht mich verrückt. Ich will das du endlich mein bist. NUR MEIN. Und glaube mir, heute Nacht gehörst du mir.
Eingeschüchtert las Kai die letzte Zeile nochmals. Er musste hier weg, aber wohin. Was sollte er denn jetzt machen. Es ging nicht anders, er musste mit seinem Vater reden, ihm dieses Band zeigen ihm diesen Eintrag zeigen. Er sprang aus dem Bett und schrie laut auf.
Vor ihm stand ein Fremder Mann, welcher ihn nur fies anlächelte. „Jetzt bis du Mein…", sagte der Mann, schnappte sich Kai und drückte ihm ein Tuch mit Äther vor Mund und Nase. Kai versuchte sich zu wehren, wollte schreien, aber der Mann war stärker als er. Langsam fing der Äther an zu wirken und Kai, brach kurz darauf bewusstlos zusammen.
„Dieser Bengel, der kann was erleben, mich einfach so anzulügen…", schrie Sagano laut durch den Flur der großen Residenz und stampfte wütend auf Kais Zimmer zu. „Boss, ist was passiert?" Masa hatte soeben das Haus betreten und wunderte sich über den aufgebrachten Mann. „Was passiert ist?! WAS PASSIERT IST?!…Kai hat mich angelogen…durchgefallen ist er und jetzt hat er die Tür abgeschlossen…". Oha Sagano war sauer, so sauer wie schon lange nicht mehr.
Masa wunderte sich sehr darüber, dass Kai angeblich das Semester nicht geschafft hatte. Gerade auf dieses Semester hatte sich der Blonde doch so gefreut gehabt, gerade weil er angeblich schon alles konnte. „Mach die Tür auf Masa…der hört nicht…", „Aber...", „Kein Aber…". Masa seufzte und öffnete dann mit einem gezielten Schlag die Tür. So ein stress schon am frühen morgen, der Tag konnte heiter werden.
Sagano trat in das Zimmer, war bereit laut drauf los zu schreien, doch er verstummte geschockt. Kai Bett war zerwühlt. Die kleine Lampe hing nur noch durch das Kabel gehalten am Nachttisch herunter. Kais Handy lag auf dem Boden und die Balkontür stand weit offen, die dunkelroten Vorhänge aus Seide wehten im Wind wild umher.
Masa selbst starrte einen Moment geschockt in den Raum. Ein schlimmes Gefühl breitete sich in seinem Körper aus und er betrat ebenfalls das Zimmer.
„Was ist hier geschehen…", fragte der Alte Mann, leiser denn je. Masa blickte seinen Boss an „Ich weiß es nicht…wer hatte letzte Nacht wache?".
Kai war oft abgehauen, aber nie hatte er ein solches Chaos hinterlassen und außerdem würde der blonde Mann nirgends ohne sein Handy hingehen. Während Sagano persönlich, wütend nach den Wachen suchend das Zimmer verließ, trat Masa noch einen weiteren Schritt hinein.
Er bückte sich, hob Kais Handy auf und sein Blick fiel auf ein kleines weißes Leinentuch. Auch danach griff er. Der immer noch leicht strenge Geruch des Tuches, bestätige Masas schlimme Vorahnung. Kai war entführt worden. Aber von wem, sie hatten im Moment keinerlei Konflikte mit irgendwelchen Clans. Und wer war bitte so dreist hier einzubrechen?! Bisher dachte Masa, dass dies unmöglich war, doch nun schien er eines besseren belehrt zu werden.
Einen Moment lang ließ er sich niedergeschlagen auf das Bett des Blonden sinken und sah sich um. Sofort erblickte er das kleine Buch, welches Masa nach dem ersten Blick gleich als Kais Tagebuch identifizieren konnte. /Er schreibt Tagebuch??/ Fragte sich der Yakuza in Gedanken. Dies war etwas, was Masa dem rasanten blonden Mann nie zugetraut hätte.
Es war nicht seine Art, einfach in Kais Sachen zu schnüffeln, aber wenn dort was drin stand, was ihnen helfen konnte, so hoffte Masa das der Blonde es ihm verzeihen würde.
Der Yakuza blätterte einen Moment lang in dem kleinen Buch. Es waren sehr alte Einträge, fast ein Jahr her. Diese wollte er nicht lesen. Von einer auf die andere Seite, machte Kai mit seinen Einträgen einen weiten Sprung in der Zeit. /Das ist gerade mal zwei Wochen alt, dachte der Yakuza und fing an die Zeilen zu lesen.
Sein Herz klopfte wie wild, als er las wie es Kai in den letzten Tagen ergangen war. Er fragte sich warum der Blonde ihn nicht um Hilfe gebeten hatte. Warum er alles in sich rein gefressen hatte.
Nochmals blätterte der Schwarzhaarige eine Seite weiter.
/Der Eintrag ist nicht von ihm…, Masa erkanntes es sofort an der Schrift. Während Kai mit den Jahren eine schöne geschwungene, leicht schräge Schrift sich angewöhnt hatte, war dies nun ein Plumpes zusammen würfeln der Buchstaben.
„Ich will das du endlich mein Bist. NUR MEIN. Und glaube mir, heute Nacht gehörst du mir", mehr als geschockt murmelte Masa diese Zeilen, legte das kleine Buch bei Seite und verschwand schnell aus dem Zimmer seines Bons. Er musste sofort etwas unternehmen, alles in die Wege leiten, um den Blonden so schnell wie möglich wieder in Sicherheit zu bringen. Ihn wieder in seiner nähe zu wissen.
