Riven by Grief Part One – Kapitel 4

Die Bürotür ging auf und zum ersten Mal nach einer langen Zeit wendete Masa den Blick von Fenster ab. „Gibt es Neuigkeiten?" Fragte er Kyosuke, welcher gerade hinter sich die Tür schloss. „Nein, leider rein gar nichts…", Kyosuke hätte seinem besten Freund gerne eine andere Nachricht gebracht. Der Schwarzhaarige seufzte schwer und ließ sich nun auf seinem Stuhl hinter seinem Schreibtisch nieder. „Ich hoffe es geht ihm gut…", leicht in seinem Gedanken verfangen sagte er dies.

Kyosuke betrachtete seinen Freund einen Moment und setzte sich ihm dann gegenüber. „Hier…", er schob ihm eine Tasse Kaffe über den Schreibtisch. „Ich dachte, den könntest du gebrauchen". Er selbst lehnte sich mit seiner Tasse nach hinten an die weiche Lehne.

Masa betrachtet die dunkelblaue Tasse einen Moment, nahm sie dann und trank erst mal einen großen Schluck der schwarzen heißen Flüssigkeit. „Ich hab Angst um ihn, schreckliche Angst….". Murmelte er leise. Vor Kyosuke musste er sich nicht verstellen, er war der einzige Mensch der wirklich wusste was in ihm selbst vorging. „Ja, dass kann ich verstehen…" pflichtete er bei, auch ihm ging es nicht anders. Es war zwar nicht die gleiche Angst wie Masa sie empfand, aber es war Angst!

„Wenn ein Clan ihn entführt hätte, dann wüssten wir schon lange wo er ist, oder immerhin wo er sein könnte. Aber in dieser Lage…wir haben keine Chance was herauszufinden…das macht mich wahnsinnig. Ich hab Angst davor was dieser Mann mit ihm vor hat, ich meine er beteuert immer wieder das er ihn liebt….LIEBT…stell dir das mal vor….", Masa gingen seit Kai verschwunden war schon die schlimmsten Szenarien durch den Kopf.

„Wach auf mein Schatz", drangen Kai die leisen Worte ins Ohr. Sofort war er hellwach, ließ seine Augen jedoch geschlossen. Er wollte diesem Ekelpaket nicht zeigen das er wach war. „Na los…du sollst aufwachen…", unsanft rüttelte er Kai, sodass ihm keine andere Möglichkeit blieb nun doch seine Augen zu öffnen.

Einen Moment lang schweig der Mann, betrachtet den Blonden nur. „Sag mir das du mich liebst…", flüsterte er leise und legte eine Hand an Kais Wange. Kai schlug diese Hand gleich wieder weg. „Niemals, werde ich das sagen und weißt du warum? WEIL ICH DICH NICHT LIEBE DU VERDAMMTES ARSCHLOCH MEIN HERZ GEHÖRT JEMAND AMDEREM".

Der Zorn, welcher in dem Mann aufstieg, konnte man deutlich an dessen Augen ablesen. Kai rechnete jeden Moment mit schlängen. „Nun gut, eine letzte Chance gebe ich dir noch, sag es…". War der Kerl so taub, war er so blöd, wollte er es etwa nicht raffen. „Vergiss es", fauchte Kai wütend und rutschte ein wenig von ihm weg.

Wieder spürte der blonde Mann die kräftig zudrückenden Hände an seinem Hals. Er schlug nach dem Mann, versuchte ihn zu treten, ihn von sich wegzubekommen. Es gelang ihm, mit einem gezielten tritt zwischen die Beine, ließ der Mann von ihm ab, krümmte sich einen Moment auf dem Boden. „Na warte…", fluchte er, richtete sich auf und verließ zornig den Raum.

Dieses Mal hatte er das Licht angelassen. Etwas erleichtert Atmete Kai auf. Lehnte sich fest an die kühle Wand hinter ihm und schloss einen Moment die Augen.

Es klopfte an der Tür. Masa blickte seinen Freund fragend an und bat die Person dann rein. „Ah Toshi, hast du Informationen…". Der Yakuza schüttelte mit dem Kopf. „Keine Aktuellen, aber wir uns haben die Wohnung des jungen Herrn in Tokio genauer angesehenen". „Irgend etwas wichtiges dabei?" Fragte Masa sogleich und stand auf. Toshi reichte Masa eine kleine Kiste. „Das ist alles was wir gefunden haben, was relevant sein könnte". Nach diesen Worten verschwand Toshi wieder aus Masas Büro.

Die Tür wurde aufgerissen. „Los steh auf…" befahl der Mann und funkelte Kai wütend an. Der Blonde schüttelte den Kopf. Das würde er nicht machen. „Bist du taub?" Schrie der Mann sauer, ging auf Kai zu und zerrte ihn grob vom Bett runter. „Das ist deine letzte Chance…sag es!"

Kai blickte ihn an. „Ach und was passiert dann wenn ich es nicht tue? willst du mich umbringen wenn ich es nicht sage?" Ein kräftiger Schlag in den Magen ließ Kai zu Boden gehen. „Dich umbringen, oh neinnnn, das werde ich nicht…du wirst es schon noch sagen…". „Da bist du dir ja sicher, was…?"
Der Mann zerrte Kai erneut auf die Beine und drückte ihn gegen die Wand. Er öffnet das Schloss am Lederband und befreite Kai davon.

Die erste Reaktion des Blonden war, auf ich einzustürmen, er wollte hier raus, wollte weit weg von diesem Kerl. Zum ersten Mal bemerkte der blonde Mann jedoch die stärke des andren. Welcher ihn ohne Probleme, von sich weg drückte, ihm mehrmals eine verpasste, bis er erneut in die Knie ging. /Scheiße…, dachte Kai und wischte sich das Blut vom Mund. „Zieh dich aus…" befahl der Mann schroff. „WAS?" Ängstlich wagte der Blonde einen Blick nach oben, in die von Zorn erfüllten Augen. „Du sollst dich ausziehen…" wiederholte der Mann seine Worte.
„Nein….", weigerte Kai ängstlich.

Immer und immer wieder schlug der Mann auf den Blonden ein. Ließ immer wieder einen kurze Pause eintreten, in der er ihm wieder befahl sich auszuziehen.

Kai hatte Angst vor dem was folgen würde. Aber weiter Schläge würde er nicht ertragen. Wenn er bewusstlos werden würde, durch den Schmerz, könnte dieser Mann ihn berühren, dann könnte er ihn ausziehen. Nein, diese Hände wollte er nicht auf sich spüren, diese Hände sollten seinem Körper fern bleiben, irgendwie zumindest. Mit von schrammen überzogenen Händen, begann er sein Hemd zu öffnen. Er kniete wieder auf dem Boden. „Schneller…", gierte ihn der Mann an und zog ihn unsanft auf die Beine. „Und sieh mich dabei an, los?"

Der Wille des Blonden war vorerst gebrochen. Zu sehr schmerzte sein Körper, als das er weitere Brutalitäten hätte über sich ergehen lassen können. Achtlos ließ er sein Hemd auf den Boden fallen und sah den Mann an. Er wollte wegblicken, aber traute es sich nicht. „Weiter…die Hose…", befahl er gierig. /Diese Augen…, dachte Kai bei dem Blick des Mannes. Gierige und zugleich zornige Augen. Er öffnete seinen Gürtel, den Knopf der Hose und ließ diese nun an seinen Beinen zu Boden gleiten.

Kai hoffte das der Mann nicht noch mehr von ihm verlangte. Das er sich nicht vollends entblößen musste. Doch sein Hoffen wurde nicht erhört. „Alles…".
Mit Tränen in den Augen befreite sich Kai nun auch noch von seinen Shorts und entblößte sich nun vollends.
Etwas lüsternes spielte sich im zornigen Blick des Mannes wieder und ließ Kai erzittern. „Dreh dich um…", kam der nächste Befehl und Kai ahnte nichts Gutes dabei. Wie ein Roboter gehorchte er dem Mann, drehte sich langsam mit dem Rücken zu ihm.

Sofort wurde er mit dem Bauch gegen die kühle Wand gedrückt. Er spürte den Körper des Mannes eng an dem eigenen. Immer mehr geriet sein Körper ins zittern, vor Angst. Als er spürte wie der Mann an seiner Seite hinunter strich, ihm über den Po strich überkam ihn eine Übelkeit die schlimmer war als jene die er nach zu viel Sake hatte. Er wollte diese Hände nicht spüren, er wollte ihn wegstoßen, doch sein Körper war vor Angst in einer starre gefangen. „Du wirst es schon noch sagen…", flüsterte der Mann mit rauer, erregter Stimme in Kais Ohr. /Niemals…, dachte der Blonde. „Hast du Angst, vor dem was ich jetzt vor habe…?"
Kai schüttelte den Kopf. „Sicher?" Die Hand des Mannes wanderte nach vorne, strich über Kais Glied, über dessen Oberschenkel. Kai zog scharf die Luft ein. „Keine Angst mein Geliebter, diesen Akt sollst du genießen, und das erst wenn dir klar ist das du mich liebst…".
Ein starker Schmerz in Kais Nacken ließ seine Sinne schwinden und ihn benommen zu Boden sinken. „Süße Träume…Kai-kun", waren die letzten Worte die Kai noch wahrnahm.

„KAI…", schrie Masa laut und richtete sich benommen auf. „Ein Traum…nur ein Traum…ihm geht's gut…", nuschelte der Yakuza benommen. /Hoffe ich…, fügte er in seinen Gedanken noch hinzu und stand nun von dem kleinen Sofa auf.

Kyosuke und er hatten die kleine Kiste durchsucht gehabt. Aber nicht einen Hinweis gefunden gehabt. Nur dieses Video. Sie hatten nur kurz reinen Blick rein gewagt, bevor Masa es ausgemacht hatte. Seine Nerven lagen blank. Kyosuke hatte mehrmals auf ihn eingeredet, sich einen Moment lang hinzulegen, mal zu versuchen zu schlafen. Masa wollte nicht, doch wenn sich sein Freund etwas in den Kopf gesetzt hatte, ließ er nicht locker. Also legte er sich auf das kleine Sofa in seinem Büro, von der Müdigkeit überrannt, war er in einen unruhigen schlaf gesunken.

„Alles in Ordnung?" Seine Bürotür wurde aufgerissen und Kyosuke stand schnell atmend darin, er hatte Masa schrei in seinem Büro vernommen gehabt und sofort zu seinem Freund gestürzt. Der Schwarzhaarige verdrehte die Augen. „Nur ein Traum…", murmelte er. „Gibt es was Neues…". Masa brauchte keine Antwort mehr auf diese Frage. Kyosukes blick reichte ihm vollkommen aus. „Uns sind die Hände gebunden…" seufzte Masa leise stand vom Sofa auf und ließ sich wieder hinter seinen Schreibtisch auf dem Schwarzen Lederstuhl nieder. Dieser Worte sagen zu müssen, war ein unerträglicherer Schmerz, als angeschossen zu werden oder sonstigen Schmerz den er bisher empfunden hatte..

Ein grelles Licht drang durch Kais geschlossene Augenlieder. Kälte schlimmer als er sie bisher jemals empfunden hatte, steckte fest in seinem Körper. Er wollte seine Hand heben um mit dieser seine Augen vor dem Licht zu schützen. Aber er spürte sie nicht wirklich. Nur schmerz, und Kälte.
„Oh mein Engel wird wach…schön schön…". Schlagartig öffnete Kai die Augen, einen Moment sah er nichts, alles war weiß um ihn herum, doch dann kamen langsam Farben ins Spiel.

Als ihm Bewusst wurde in welcher Lage er sich befand, raffte er all seine Kraft zusammen, wollte dem entfliehen, doch der Mann stieß ihn zurück und drückte ihn unter das kühle Wasser.

Kai befand sich in einem weiß gefliesten Raum. Neonröhren, erhellten diesen unheimlich. In der Mitte des Raumes stand eine Badewanne, auf kleinen Füßen. Darin war Wasser. Wasser welches durch eine Menge von Eiswürfeln gekühlt wurde. Und Kai steckte mitten in dieser Wanne.

Immer noch drückte der Mann Kais Kopf unter Wasser, bis dieser aufhörte zu zappeln. Mit einem schroffen griff, zog er den Kopf des Blonden wieder an die Luft. Kai japste nach dieser. „Sag mir das du mich liebts…". Immer und immer wieder verlangte der Mann danach. Anfangs hatte Kai noch die wenige Kraft in seinem Körper, ihm zu sagen, dass er dies nicht sagen würde, doch jedes Mal wenn er es gesagt hatte landete sein Kopf erneut unter dem kühlen Wasser.

In Gedanken bettelte er nur noch, dass dies alles schnell vorbei war. Wollte diese eisige Kälte und diesen Schmerzen griff nicht mehr spüren. Wieder verlor er langsam aber sicher das Bewusstsein.

Der Blonde Mann bekam gerade noch mit, wie der Fremde ihn komplett aus dem Wasser riss und ihn wie ein Stück Holz achtlos zu Boden fallen ließ.

Die ersten Sonnenstrahlen vertrieben nun endgültig die Dunkelheit. Masa saß in seinem Büro und blickte auf die große Silber umrandete Uhr an der Gegenüberliegenden Wand. Nicht noch einmal hatte er es gewagt seine Augen zu schließen, in der Hoffnung, dass jemand reinkommen würde und ihm sagen würde, dass sie Kai gefunden hatten. Oder zumindest das sie wüssten wo er wäre. Aber nichts war geschehen. Dieses abwarten, hoffen und bangen, zerrte an seinen Nerven.

/Nie wieder werde ich mich selbst belügen…nie wieder werde ich dir damit weh tun, indem ich dir meine Gefühle verschweige…komm nur wieder zurück…sei am leben…, dachte Masa und senkte zum ersten Mal seinen Blick nach schieren Stunden.

Zitternd erwachte Kai. Er brauchte seine Augen nicht zu öffnen, ihm war klar, dass er sich noch immer an diesem Schrecklichen Ort befand. Alles bettelt und hoffen, dass es endlich vorbei sein würde, wurde nicht erhört.

„Ich sehe an deinen Atemzügen, dass du wach bist…", drang eine strenge Stimme in seine Ohren. Langsam öffnete Kai die Augen und sah ihn an. „Du hast wohl gehofft nicht mehr zu erwachen mein Schatz!? Aber den Wunsch werde ich dir nicht erfüllen…du bist selbst Schuld, würdest du meine Gefühle erwidern…!" Kai richtete sich ein Stück auf. Noch immer war er nackt, doch lag eine Decke über seinem Körper. Seine Hände waren hinter seinem Rücken gefesselt, sodass er nicht mal an den Versuch dachte gegen den Kerl zu agieren.

„Gut, noch eine letzte Chance geben ich dir…sag mir was ich hören will, dann bin ich ein wenig netter…", ein fieses grinsen bildete sich auf dem Gesicht des Mannes.

„Ich…", begann Kai zu stottern. Was war schlimmer? Weitere Qualen zu ertragen und es ihm nicht zu sagen…ihn nicht anzulügen! Oder ihn anzulügen und zu hoffen, dass die Qualen beendet wurden. /Ich liebe nur einen Mann…, dachte Kai und lächelte kurz bei dem Gedanken an Masa. „Dich…werde ich NIE Lieben, da kannst du lange warten, ich liebe jemand anderen und ich werde ihn immer lieben…IMMER!" Laut schrie Kai das letzte Wort.

Deutlich konnte man in den Augen des Mannes die aufkochende Wut sehen. „Gut, dass war deine letzte Chance…", er stand auf und verließ den Raum. Nur einen Moment später trat er wieder zu Kai, griff ihn grob und drängte ihn auf den Bauch. „Nein…lass mich…nein….", schrie Kai so laut seine Stimme es noch zuließ, doch es half nichts…

tbc.