Kapitel 12
Kyosuke fühlte sich in diesem Verhör so gar nicht wohl. „Wir sind noch nicht lange zusammen. Ich möchte lieber nicht..." „Wenn du es mir sagst, dann erzähle ich dir auch, was bei Kai mir zurzeit läuft." Unterbrach ihn Masa schnell, doch sein Freund rollte nur mit den Augen. „Das sieht ja wohl jeder Blinde, da brauchst du mir nicht mehr viel zu erzählen..." Erklärte er dann und musste über das erschrockene Gesicht des Schwarzhaarigen grinsen.
„So offensichtlich ist das nun auch wieder nicht…" murmelte Masa etwas kleinlaut nachdem sich der erste ‚Schock' gelegt hatte. „Und ob…" Kyosukes grinsen wurde noch etwas breiter. Masa seufzte schwer und war dankbar das genau in diesem Moment schon mal ihr Kaffee kam. „Was schenkst du ihm zu Weihnachten?" Fragte der etwas ältere nachdem er erst mal genüsslichen einen Schluck der schwarzen Flüssigkeit getrunken hatte. „Sag ich nicht…", jetzt war es wieder an Masa zu grinsen.
„Ok…also, ich sag dir was ich Kai schenke wenn du mir sagst wer es ist…." Schlug der Schwarzhaarige vor. Nach einem kurzem Moment des Nachdenkens stimmte Kyosuke mit einem Stummen nicken zu. „Du zuerst…" forderte er Masa auf. /Wir verhalten uns wie kleine Kinder…, dachte Masa belustigt und überlegte einen Moment erst ihn dazu zu zwingen es zu sagen. „Ich denke, du wirst es dir ja schon denken können…", schnell und überaus unwissend schüttelte Kyosuke den Kopf. „Lügner….einen Ring...nein eigentlich zwei, aber der eine ist mir…!" Täuschte sich Kyosuke oder hatte Masa gerade einen überaus schwärmenden Blick aufgesetzt? „Ich wollte etwas, was zeigt das wir zusammen gehören…sag mal Kyosuke, seit wann war dir das eigentlich klar?" „Das mit den Ringen oder das mit euch beiden?" Stellte Kyosuke die Gegenfrage und lächelte die Bedienung freundlich an welche ihnen gerade das Frühstück brachte. Ein Blick von Masa reichte ihm „Länger als es euch wohl bewusst war…glaube ich".
Ihr
Gespräch verstummte und sie begannen zu essen.
„So und nun
raus mit der Sprache, wer ist es?" Forderte Masa ihn auf. „Rat
einfach mal!" Kyosuke wollte es ihm irgendwie nicht sagen aus Angst
vor dessen Reaktion.
Irgendwie schien Masa das schon zu ahnen und blickte ihn an. „He, du kannst es mir ruhig sagen. Ich werde dich deshalb nicht verurteilen." „Doch ganz sicher..." Irgendwie bereute es Kyosuke schon, dass er das gesagt hatte. „Okay... wenn du es mir sagst, dann komm ich einen Tag früher zurück... und kannst fahren okay?" Masa hatte das natürlich sowieso vorgehabt, denn er wollte Kyosuke ja nicht im Wege stehen und wenn dieser ihm schon gönnte ein paar schöne Tage mit Kai zu haben, dann musste er dasselbe auch seinem Freund zugestehen.
„Also schön..." Kyosuke räusperte sich und blickte Masa an. „...shi..." Murmelte er leise. „Wer?" Masa hatte keinen Mucks verstanden, von dem was sein Freund da gerade genuschelt hatte. „Ich bin mit... Ha...ba... zusammen." Wiederholte Kyosuke es etwas lauter, doch noch immer konnte Masa den Namen nicht deutlich hören. „Also Kyosuke..." „Hashiba!" Jetzt ganz deutlich und mit knallroten Wangen hatte er den Namen ausgesprochen.
Masa grinste breit und begann dann zu lachen. „Was ist so witzig daran?" Etwas säuerlich wollte Kyosuke das wissen. „Daran nichts... aber das du dich deshalb so kindisch verhältst... wo du doch weißt, dass Kai und ich zusammen sind..." Erklärte der Schwarzhaarige. „Naja eins muss ich zugeben, du hast Geschmack." Setzte er dann noch hinzu und beruhigte sich wieder etwas.
Die Zeit verging schneller als die beiden Männer glaubten. Als Masa einen flüchtigen Blick auf seine Uhr am Handgelenk warf stockte ihm kurz der Atem. So lange wollte er eigentlich nicht wegbleiben. Aber er hatte sich so mit Kyosuke verquatscht. „Schon so spät…", murrte Masa leise und sah seinen Besten Freund entschuldigend an. „Geh schon…ihr habt heute schließlich noch einiges vor". Kyosuke grinste viel sagend und winkte die Kellnerin bei um zu bezahlen. „Hmm…woher…nein besser WAS weißt du?" Masa hielt in seiner Bewegung inne und blickte seinen Gegenüber fragend an, worauf Kyosuke gleich begann zu lachen. „Tja…das wüsstest du gerne, was? Na los…geh schon…". Masa seufzte und stand nun wirklich auf. Nachdem Kyosuke für beide gezahlt hatte, erhob er sich auch und sie verließen gemeinsam das Cafe!
„Ach Masa…schöne Weihnachten…" wünschte ihm Kyosuke, bevor sich ihre Wege trennten. „Dir auch…".
Leicht fröstelnd betrat Masa seine Wohnung. „Kai? Ich bin zu hause?" Rief er erleichtert und befreite sich von seiner Jacke. /Hmh komisch, Masa wunderte sich, denn Kai gab keine Antwort. Seine ersten Schritte führten in zum Wohnzimmer, da er den Fernseher hörte. Ein Schmunzeln trat in sein Gesicht seinen Bon auf dem Sofa liegen sah. Der Blonde hatte die kuschelige dünne Decke eng an seinen Körper gezogen und schien selig zu schlafen. /Vorschlafen zählt nicht…und wird dir heute Nacht auch nicht helfen…, dachte der Schwarzhaarige überaus amüsiert und ließ sich auf dem Sofa direkt neben Kai nieder.
Der Jüngere bekam nicht das Geringste mit. Er schlief seelenruhig, denn was letzte Nacht geschehen war, steckte ihm immer noch irgendwie in den Knochen. Nicht das es schlimm gewesen wäre, im Gegenteil! Aber anstrengend.
„Bon... wach auf." Versuchte Masa seinen schlafenden Engel zu wecken, doch dieser schlief unbeeindruckt weiter. Ein leises Kichern entfuhr dem Älteren und er setzte sich auf den Boden vor Kai. Still betrachtete er seinen Liebling und musste unwillkürlich lächeln. Womit hatte er nur solches Glück verdient? Das Kais Liebe ihm gehörte und er ihn lieben durfte. Es war wohl das beste Weihnachtsgeschenk, was man ihm hatte machen können.
Der Blonde bewegte sich kurz und lächelte, dann murmelte er ganz leise „Masa..." schlief aber weiter. Das ließ sogar den Schwarzhaarigen nicht kalt und wäre er aus Wachs, wäre er in jenem Moment geschmolzen. Obwohl man es ihm vermutlich nicht zutraute, konnte er ohne weiteres sehr romantisch sein.
„Bon..." Versuchte der Ältere es wieder und erst jetzt, nahm Kai etwas war. /Ach ich weiß nicht, ob ich mich wirklich darüber freuen soll... dass er aufwacht.../ Stellte Masa in Gedanken fest.
„Masa?" Hauchte der Blonde überrascht, als er die Augen öffnete. Hatte er etwa so fest geschlafen? Das konnte doch unmöglich sein. Dabei wollte er einfach nur fernsehen! /OH NEIN!! DAS GESCHENK!/ Schoss es dem Jüngeren durch den Kopf. Er war eingenickt und hatte doch tatsächlich vergessen ihr Weihnachtsgeschenk abzuholen.
„Was ist Bon? Stimmt was nicht?" Wollte der Yakuza wissen, als er einen hauchzarten Kuss auf die weichen Lippen seines Koibito hauchte. „Doch... doch... bin noch etwas müde..." Erklärte er leise und blickte auf die Uhr. /Noch Zeit.../ Schlussfolgerte er schnell, aber wie wurde er jetzt Masa los?
„Gut... ich werde noch mal schnell duschen, irgendwie bin ich total fertig... von der Arbeit... dann packen wir und verschwinden okay?" Vergewisserte sich Masa bevor er sich wieder stellte. „Ja... ja okay..." /Okay... Masa duscht... 20 Minuten... wenn ich mich aufs Motorrad schwinge... könnte es reichen!/ Bildete sich der Plan in Kais Kopf. „Alles klar." Setzte er noch einmal zur Sicherheit hinzu und streckte sich. „Ich steh gleich auf." Irgendwie fand Masa, dass Kai sich verdächtig benahm, aber sagte nichts mehr dazu.
Kai schloss seine Augen und zog die Decke einen Moment nochmals eng an sich. Er lauschte genau auf Masas Schritte. Als dieser die Badtür schloss, sprang Kai auf, lief in den Flur zum Bad und lauschte an der Tür. /Gut…jetzt aber schnell…, dachte Kai hektisch. Er griff sich seine Jacke, seinen Helm und seine Motorradschlüssel. Wie konnte er nur so dumm gewesen sein, wie konnte er nur so fest einschlafen. /Mist, verdammt… HALLLOOOOOOOO fahren nicht PARKEN, dachte Kai überaus hibbelig, als er gezwungen war, langsam hinter einem Auto herzufahren und keinerlei Möglichkeit hatte zu überholen. „Verdammt jetzt wird es echt eng…", fluchte Kai leise in seinem Helm hinein und nutzte die erst beste Möglichkeit das Auto zu überholen. /Das war knapp…, Kais Herz schlug wie wild, als er gerade noch dem Auto der anderen Seite ausweichen konnte.
Kai erreichte gerade noch rechtzeitig das kleine Geschäft. Nachdem er wenige Worte mit dem Verkäufer gewechselt hatte, machte er sich auf den Rückweg. Hoffentlich war Masa noch im Bad!
Der Schwarzhaarige, genoss es wie das Wasser seinen Körper wohlig warm umhüllte und seufzte leise. Jetzt stand er schon einige Zeit einfach nur still unter dem Wasserstrahl. /Ich sollte mich beeilen…, dachte er mit einem Schmunzeln im Gesicht. Irgendwie zweifelte Masa daran, das Kai schon aufgestanden war, zugleich fragte er sich wieder, warum der Blonde sich eben so merkwürdig verhalten hatte.
Seufzend und früher als gewöhnlich stieg der Yakuza aus der Dusche. Er griff nach einem der weißen Handtücher um sich abzutrocknen. Einen Moment hielt er inne und lauschte. Draußen war es mucksmäuschenstill. /Ich wusste doch, dass er noch auf dem Sofa liegt.../ Dachte Masa grinsend und begann sich weiter abzutrocknen.
Kai sprang in jenem Moment gerade von seinem Motorrad. /Nie mehr Weihnachtsgeschenke auf den letzten Drücker!!/ Beschloss er für sich, als er erst mal leise die Tür aufschloss. Er lauschte wieder im Flur. /Die Dusche?! Sie ist aus... oh oh.../ Schnell hechtete der Blonde ins Wohnzimmer und schmiss sich wieder auf die Couch. Das Geschenk hatte er gut verpackt in seiner Hosentasche. /Oh man... hoffentlich hat er nichts bemerkt./ Betete er in Gedanken.
„Ich wusste, dass du noch hier liegst!" Erklärte Masa grinsend und war sich gerade dabei, seine feuchten Haare zu trocknen. Natürlich ahnte der Schwarzhaarige nicht, was wirklich geschehen war, dennoch fielen ihm Kais gerötete Wangen auf und er fragte sich, was der junge Mann vor ihm verbarg. /Das werde ich schon noch raus finden!/
/Perfekt…gutes Timing Kai, lobte sich der Blonde in Gedanken selbst. Genüsslich streckte er sich und richtete sich danach auf. „Sorry…aber irgendwie war ich noch mal leicht eingeschlafen", log Kai und lächelte den Schwarzhaarigen an. /Seine Augen sind und bleiben ein offenes Buch…was verbirgst du vor mir Bon..., leicht misstrauisch setzte er sich neben Kai, legte eine Hand an dessen Wange und küsste ihn sanft.
„Komm…pack ein paar Sachen, dann können wir fahren…", Masa selbst musste auch noch ein paar Kleinigkeiten packen und vor allem durfte er die Ringe nicht vergessen. Wo hatte er diese noch mal hingetan? Der Schwarzhaarige verließ das Wohnzimmer und ging im Flur zu seiner Jacke, schnell griff er in die Tasche und atmete erleichtert auf /Ein Glück…/.
Schnellen Schrittes ging er ins Schlafzimmer, holte seinen kleinen Koffer, der normalerweise für Geschäftsreisen gedacht war, vom Schrank und verstaute den Ring vorsorglich in einem der Reisverschlussfächer. In diesem Augenblick betrat Kai das Schlafzimmer. „Du willst doch wohl nicht diesen Koffer mitnehmen?" Fragte er leicht entsetzt, ging zu dem Schwarzhaarigen, klappte den Koffer wieder zu und legte diesen auf den Schrank.
Masa sah seinem Treiben zu und fragte dann etwas verunsichert. „Was ist so falsch an dem. Wir sind doch bloß eine Nacht weg." Versuchte Masa sich zu rechtfertigen und ging wieder zum Schrank, um den Koffer herunter zu holen. „Und was wenn wir länger bleiben wollen?" Fragte Kai und griff nach dem deutlich größeren Koffer auf dem Schrank. /Das ist mir doch egal, in dem anderen ist unser Weihnachtsgeschenk!!/ Fluchte Masa innerlich, doch er lächelte Kai nur an. „Okay... nehmen wir den." Erklärte er dann und begann sich ein paar Sachen zusammen zu suchen. Unterdessen arbeitete er natürlich schon einen Schlachtplan aus, wie er möglichst unauffällig an die Ringe kommen würde.
Er
dachte und dachte, aber eine geeignete Lösung fand er nicht. Nur
langsam griff er sich ein paar Sachen aus seinem Schrank um diese in
dem großen Koffer zu verstauen. Sein Blick fiel immer wieder
hinauf zu dem Objekt was das Weihnachtsgeschenk verschlungen hatte.
Kai entging dieser Blick natürlich nicht „Vergiss es Masa, der
bleibt hier…wie kannst du nur so an diesem Ding hängen?" Kai
schien keine Antwort zu erwarten, denn er räumte weiter einige
seiner Sachen in den Koffer.
/Verdammt…, fluchte der
Schwarzhaarige. „Bon, würdest du die Sachen aus dem Bad
holen?" Das war seine letzte Chance, aber so hibbelig und flink wie
Kai im Moment war, würde ihm das gerade mal ein paar Sekunden
verschaffen. „Äh..ja klar…das hätte ich jetzt total
vergessen", mit einem breiten Grinsen verließ er das Zimmer.
/Jetzt
schnell/ Masa drehte sich um und wollte gerade nach dem Koffer
greifen als Kai wieder in der Tür stand. „Masa…? Duschgel
und so brauchen wir doch nicht oder, dass haben die doch da oder?"
Der Blonde bekam nur ein stummes Nicken seines Geliebten als Antwort,
denn Masa ärgerte sich gerade schon wieder.
/Ich muss mit
was anders einfallen lassen/. Doch das brauchte er nicht, denn Kai,
welcher zurück ins Bad gegangen war, hatte wieder mal sein
Talent bewiesen und wohl irgendetwas herunter geschmissen, was sich
laut dem Geräusch in tausend Teile verabschiedete hatte. Kais
Fluchen aus dem Bad, bestätigte Masas Vermutung. Scheller denn
je griff er nach dem kleinen Koffer auf dem Schrank öffnete ihn
und schnappte sich das kleine Schwarze Kästchen mit den Ringen.
Erleichtert verstaute er die Ringe nun in der Tasche seines langen Schwarzen Mantels, welchen er sich schon auf das Bett gelegt hatte. Danach trat er zu Kai ins Bad und schmunzelte als er den Blonden einen Moment beobachtet hatte. Kai kniete auf dem Boden mit dem Rücken zu ihm und sammelte die Scherben der kleinen Seifenschale auf. Das war ein mehr als verführerischer Anblick, wie Masa fand. /Ich könnte direkt hier und jetzt über dich herfallen/.
„Autsch…", Kai ließ die Scherben in seiner Hand fallen und blickte auf seinen Zeigefinger. Blut quoll au der kleinen Wunde hervor und er verfluchte sich für seine Dummheit. Immer passierte ihm so etwas. Masa verabschiedete sich von seinen lüsternen Gedanken und beugte sich zu runter. „Zeig mal…", bat er ihn liebevoll und griff nach dessen Hand. Leicht kritisch blickte er auf die kleine Wunde zog Kai mit sich auf die Beine und lächelte ihn an. „Halb so schlimm…".
„Entschuldige…als ich mich umgedreht habe, hab ich die Seifenschale wohl mit auf den Boden gerissen", ein berührter leichter Rothauch legte sich auf Kais Wangen. „Nicht schlimm, die kann man ersetzten…", hauchte Masa leise und führte Kais Hand näher an seinen Mund. Seine warmen Lippen legten sich auf Kais Finger, über die kleine Wunde. Seine feuchte warme Zunge glitt über den kleinen Schnitt. „M-masa…", murmelte Kai leicht irritiert, wollte seine Hand wegziehen, doch im Moment war er viel zu fasziniert.
