9

Wie im Traum lief sie die Stufen hinab in den Kerker. Wie würde er reagieren? Würde er überhaupt die Tür öffnen? Würde er ihr erneut Einlass in sein Leben gewähren, oder sie endgültig fortschicken?

Miranda vermochte es nicht zu sagen. Je länger sie hier war umso fremder erschien er ihr. Es gab noch so vieles was ungesagt zwischen ihnen stand und sie wusste nicht ob sie es schafften würde, das alles zu überwinden.

Sein Leben bestand aus soviel Leid und Hass, auf sich selbst, seine Eltern, Voldemort, und vor allem auf die Ungerechtigkeiten, die er in der Vergangenheit erfahren hatte. Einiges hatte er bereits angedeutet, aber nur wenig wirklich gesagt.

Sie hatte bisher nur an seiner Oberfläche gekratzt und manchmal bekam sie Angst davor was sich in seinen Tiefen verbarg. Aufgeregt stand sie wieder vor seiner Tür und verlangte leise pochend Einlass. Wie letztes Mal regte sich zuerst nichts.

Hinter der Tür herrschte Stille. Dann ein Rumpeln, ein Fluch und polternde Schritte die sich der Tür näherten. Schwungvoll wurde sie aufgerissen.

„Ja!" bellte er.

Seine Alkoholfahne traf sie mitten ins Gesicht. Miranda wich einen Schritt zurück, mit einem Schlag war ihr klar warum er nicht zum Essen erschienen war. Sein ganzes Äußeres wirkte vernachlässigt. Er hatte seinen Umhang abgelegt, die ersten Knöpfe seines Hemdes standen offen, sein Haar stand ihm wirr vom Kopf ab. Irgendwie sah er verwegen aus.

„Kann…", kurz schluckte sie. „Kann ich reinkommen, oder…" fragte sie zögerlich.

Statt einer Antwort öffnete er die Tür noch weiter und deutete ihr mit der Hand herein zu kommen. Zaghaft ging sie an ihm vorbei. Auf dem Tisch stand eine fast leere Whiskyflasche, das Glas daneben war noch halbvoll. Sie drehte sich zu ihm um und wartete bis er die Tür geschlossen hatte.

„Was kann ich für dich tun? Noch mehr Vorwürfe?" fragte er sarkastisch, trotz seiner erschwerten Zunge.

„Es tut mir leid." flüsterte sie.

„Was?" bellte er.

Kurz zuckte sie zusammen. In dieser Stimmung wirkte er bedrohlich auf sie.

„Ich sagte, es tut mir leid!" wiederholte sie, diesmal laut und deutlich.

„Was tut dir leid? Dass du dich in meine Angelegenheiten einmischt? Dass du mich zwingst an meine ach so glorreiche Vergangenheit zu denken? Was? Sag schon!" fauchte er.

Er war in einer sehr düsteren Stimmung. Den restlichen Nachmittag hatte er damit verbracht, sich seinen Dämonen zu stellen und sie, Miranda, zu verdammen, weil sie sie mit ihren lästigen Fragen heraufbeschworen hatte.

Tief drinnen wusste er, dass er ungerecht war, aber er wollte verdammt sein wenn er diesen Gedanken gestattete an die Oberfläche zu kommen. Für ihn war es leichter ihr die Schuld zu geben.

Leise bewegte sich die Schlange auf die Tür zu. Kaum fühlbare Vibrationen hatten sie aufgeschreckt. Langsam schlängelte sie sich durch den offenen Spalt, den Flur entlang, auf der Suche nach der Quelle schnellte ihre Zunge unermüdlich hervor.

Nichts schien sich zu regen, nichts zu bewegen. An der Treppe hob das Tier seinen Kopf ein paar Zentimeter in die Höhe und nahm die Düfte in der Luft auf. Ein fremder und doch vertrauter Geruch umnebelte die Sinne der Schlange, als ein Funke der Erkenntnis sie dazu drängte sich schleunigst zurück zu ziehen, war es bereits zu spät, ein Lichtstrahl traf sie.

Sie wirbelte zischend durch die Luft und fiel tot zu Boden. Eine Gestalt ganz in schwarz Verhüllt stieg lautlos über sie hinweg, glitt beinahe schwerelos den Flur entlang und öffnete den Spalt in der Tür weiter.

„Nangini?!" rief krächzend Voldemort.

„Nein!" erwiderte eine trügerisch sanfte Stimme.

„Wer bist du, das du es wagst mich zu stören?" zischte er.

„Sch…" sanft legte sich ein Finger auf seinen Mund.

„Ich bin ein Freund, Tom." sagte die Stimme immer noch sanft und doch haftet ihr etwas bedrohliches an.

Leise bewegte sie sich wieder fort von ihm.

Voldemort richtete seine Augen auf die Unbekannte, außer Dumbledore nannte ihn niemand bei seinem richtigen Namen. Doch die Gestalt trug eine Kapuze die sie sich tief ins Gesicht gezogen hatte, so war nicht zu erkennen, wer oder was sich darunter verbarg.

„Wer bist du?" krächzte er erneut.

„Sag es mir oder stirb!" verlangte er, den Zauberstab unter den Falten seines Umhangs griffbereit umklammert.

Die Gestalt hob die Hände und schob die Kapuze zurück, so dass er einen freien Blick auf ihr Gesicht bekam. Es war eine Frau von außergewöhnlicher Schönheit auf den ersten Blick, doch als er genauer hinsah hatten ihre gleichmäßigen Züge etwas starres, maskenhaftes an sich.

„Du kennst mich." erwiderte sie beinahe heiter und schwebte wieder näher zu ihm heran.

Vorsichtig löste sie die Maske von ihrem Gesicht. Darunter kam ein hässlich, verunstaltete Fratze zum Vorschein. Erschrocken sog er die Luft ein.

„Du solltest tot sein! Was willst du von mir?" zischelte er.

Wenn sie noch näher kam, würde er sie auf der Stelle töten, scheinbar hatte er es das letzte Mal nicht richtig gemacht. Vorerst interessierte ihn was sie zu ihm brachte und warum sie noch am Leben war.

„Das was mir gehört. Das was du mir genommen hast." forderte sie stählern und kalt. Aus ihrer Stimme war jede Sanftheit gewichen.

„Eigentlich bin ich hier, weil Albus mich darum gebeten hat." setzte sie erneut an.

Sie würde sich nicht von ihm angreifen lassen. Sie hatte sich entschuldigt. Entweder akzeptierte er ihre Entschuldigung oder er ließ es.

„Er macht sich Sorgen um dich! Aber wie ich sehe sind seine Sorgen, bis auf deinen Alkoholexzess, unbegründet und jetzt lass mich vorbei ich werde gehen!" sagte sie bestimmt.

Severus lehnte an der Tür und hatte den Blick zu Boden gerichtet. Er wich keinen Schritt zur Seite, stand einfach nur da.

Miranda ging einen Schritt auf ihn zu. Notfalls wollte sie ihn mit Gewalt zur Seite schieben, falls er nicht wich.

„Er machte sich Sorgen. Nur er?" fragte Severus leise und hob seinen Blick, sah sie durch dichte Wimpern an.

Miranda blieb stehen und sah zurück.

„Nein nicht nur er. Auch ich habe mir Sorgen gemacht und mich gefragt, warum du nicht da warst, aber ich war mir ziemlich sicher, dass es meine Schuld war, dass du nicht erschienen bist." gestand sie ihm.

„Was läuft nur verkehrt? Warum schaffen wir es nicht uns zu verstehen?" fragte er bitter.

„Zu vieles steht zwischen uns. Allem voran deine Vergangenheit, die dich auch in der Gegenwart nicht loslässt und mein Verrat." meinte sie schwermütig.

„Nur heute ist nicht der richtige Moment um darüber zu reden, lass es uns auf morgen verschieben." fügte sie sanft hinzu.

Stumm nickte er und trat zur Seite. Miranda öffnete die Tür und ehe sie hindurch schlüpfte sah sie ihn noch einmal an.

„Gute Nacht, Severus!" sagte sie zärtlich.

„Gute Nacht, Miranda!" erwiderte er ebenso zärtlich.

„Schon bald bist du meine Vergangenheit und ich deine Zukunft!" rief sie schrill aus.

„Du irrst dich! Du bist Vergangenheit!" damit zog er seinen Zauberstab hervor und richtete ihn schnell auf sie, aber nicht schnell genug.

Ehe er auch nur einen Laut über seine Lippen brachte hörte er ihre Stimme, es sollte das letzte sein was er in seinem kümmerlichen Leben zu hören bekommen sollte.

„Avada Kedavra!" rief sie und schleuderte mit ihrem Zauberstab einen Leuchtblitz auf Lord Voldemort.

Tot sank er auf seinem Stuhl zusammen.

Keuchend fuhr Harry in seinem Bett hoch. Mit einer Hand fuhr er sich über die Stirn, so als wollte er nach seiner blitzförmigen Narbe tasten. Er hatte einen merkwürdigen Traum gehabt. Voldemort war tot.

Harry schlug die Decke zurück und stieg aus seinem Bett. Er brauchte einen Spiegel, er musste sich vergewissern. Es hatte sich in seinem Traum so real angefühlt. Hastig lief er in einen der Waschräume und trat vor einen Spiegel.

Ungläubig sah er hin. Strich sich sein Haar streng aus der Stirn und trat dicht vor das Spiegelglas. Doch sie war fort. Auf seiner Stirn war nichts mehr. Konnte das bedeuten, dass der dunkle Lord tatsächlich tot war? Schnell lief er zurück in den Schlafraum, zog sich rasch etwas über und schnappte sich seinen Tarnumhang, dann verließ er den Schlafraum.

Bevor er aus dem Gemeinschaftsraum durch das Bild auf den Gang schlüpfte, warf er sich den Tarnumhang schnell über. Rasch lief er nach unten, er brauchte Gewissheit. An Professor Dumbledores Büro angelangt, flüsterte er eilig das Passwort und rannte kaum das sich das Portal öffnete hindurch. Dumbledore war in seinem Büro und sah überrascht auf, als Harry eintrat.

„Sir, ich muss sie dringend sprechen!" entfuhr es Harry.

Dumbledore merkte sofort, dass den Jungen irgendetwas in Aufruhr versetzt hatte.

„Komm, setz dich und erzähl es mir." forderte er ihn freundlich auf.

„Sir, ich hatte einen merkwürdigen Traum! Ich träumte Voldemort wurde ermordet und nun sehen sie." plapperte er los und streifte sich die Haare aus der Stirn. Dumbledore beugte sich nach vor und besah sich Harrys Stirn genauer.

„Deine Narbe ist verschwunden! Das ist in der Tat merkwürdig. Ich werde Severus zu Rate ziehen!" sagte Dumbledore.

Zum ersten Mal hatte er keine Antwort, keine Lösung parat. Er tappte selber völlig im Dunkeln. Ein Hauself wurde von ihm losgeschickt um den Zaubertränkemeister zu wecken und schnellst möglich herzubringen.

Außerdem schickte er nach Minerva, die fast unverzüglich erschien. Harry begann sich schon zu fragen, ob Lehrer nie schliefen.

Trotz der genauen Instruktionen des Hauselfs dauerte es über eine halbe Stunde, bis Snape erschien und ein Blick in sein Gesicht genügte Dumbledore um zu verstehen, warum es solange gedauert hatte.

Ein dunkler Bartschatten lag in dem sonst so gepflegten Gesicht, sein Haar war unfrisiert und seine Kleidung hatte er, so wie es aussah, im Dunkeln zugeknöpft.

„Severus danke das du so schnell gekommen bist. Beantworte mir eine Frage. Ist irgendetwas anders als sonst? Oder ist dir etwas Ungewöhnliches aufgefallen?" fragte Dumbledore ihn.

Severus runzelte seine Stirn, er hatte keine Ahnung worauf Albus hinaus wollte.

„Anders? Ungewöhnlich?" fragte er nach, sein Kopf dröhnte und er hatte Probleme sich zu konzentrieren. Außerdem, was wollte Potter hier?

„Zeig mir deinen Arm!" forderte Dumbledore ihn auf. Ohne zu zögern streckte Severus ihn aus und schob seinen Ärmel zurück. Erst dann sah er es. Das dunkle Mal war fast vollständig verblasst.

„Aber das ist unmöglich!" rief er aus.

Mit einem zweiten Fluch ließ sie die Überreste von Voldemort zu Asche zerfallen und machte sich einen Spaß daraus sie im Raum herumzuwirbeln und zu verstreuen. Dabei lachte sie erfreut.

Ihr Gesicht hatte sich mit seinem Tod zu verwandeln begonnen. Alle Hässlichkeit, alle von ihm zugefügten grausamen Narben waren verschwunden und sie war stärker und mächtiger als zuvor. Sie betrachtete die Maske in ihrer Hand und beschloss sie zu behalten.

Kein feinzüngiger Magier der Welt sollte sie jemals wieder hereinlegen und die Maske sollte sie mahnend daran erinnern. Schwungvoll nahm sie in Voldemorts Sessel Platz. Nun war es ihr Thron.

Befreit lachte sie kalt auf. Dann fiel ihr Blick auf dem Boden. Ihr zu Füssen lag ein kleines Bild. Neugierig hob sie es mit einem Zauberspruch auf und ließ es in ihre Hand schweben.

„Wer ist das?" fragte sie in den leeren Raum und wider erwarten bekam sie eine Antwort.

„Das ist Miranda, Herrin!" unterwürfig schlich Wurmschwanz herein.

Er hatte sie kommen sehen und was sie mit Nangini gemacht hatte, da dachte er sich es wäre klüger sich zu verstecken und erst einmal abzuwarten.

„Wer bist du?" fragte sie ihn, die Augen zu schmalen schlitzten zusammen gezogen. Eine falsche Bewegung, ein falsches Wort und er würde Tom folgen.

„ Peter Pettigrew zu euren Diensten." sagte er schmeichlerisch und machte einen Kratzfuss.

Ah dachte sie ein Diener, sein Diener und jetzt meiner. Falls er sich als nützlich erweisen sollte, werde ich ihn vielleicht nicht töten.

„Was weißt du über diese Frau und warum hatte Voldemort ein Foto von ihr bei sich?" fragte sie ihn aus.

„Er wollte sie zu seiner Gefährtin machen. Er hielt sie für würdig genug." antwortete er unterwürfig.

Mit brennenden Augen starrte sie auf die Fotografie. Prägte sich jede anmutige Bewegung dieser Frau ein und hasste sie abgrundtief. Sie hatte Tom geliebt und ihm alles gegeben, einschließlich ihrer Zauberkraft und Macht, als sie aber nichts mehr zu bieten hatte, hatte er sich einfach umgedreht und war weg gegangen.

Ihre Liebe zu ihm war ihm nie aufgefallen. Er hatte sie, einst die mächtigste Hexe der ganzen Welt mit Füssen getreten und dieses blasse unscheinbare Ding wollte er heiraten? Nun sie hatte ihn vernichtet und auch sein Liebchen sollte dasselbe Schicksal erleiden.

Sie warf das Bild in die Luft und mit einem stummen Blick von ihr ging es in Flammen auf. Lediglich die Asche fiel zu Boden. Sie starrte auf die Ascheteilchen und fragte Peter.

„Wo finde ich sie?" jedes Wort dabei betonend.

„In Hogwarts, Mylady!" kam es sofort aus seinem Munde.

Kreischend fuhr sie in die Höhe. Dieses Miststück war in der sichersten Festung der Zauberwelt! Dort würde es für sie nicht leicht sein sie zu töten. Nicht solange Dumbledore seine Hand schützend über alles hielt.

„Verzeihung, darf ich einen Vorschlag machen?" unterbrach Peter ihr wüten.

„Sprich!" kalt peitschte ihre Stimme über ihn hinweg.

„Es gibt dort einen oder zwei Anhänger des kürzlich von uns gegangenen Lords. Vielleicht mit ihrer Hilfe….?" schleimte er.

So war er, Peter Pettigrew alias Wurmschwanz, immer versucht auf der Seite derer zu stehen, die ihm den meisten Vorteil versprachen. Dafür hätte er sogar seine eigene Mutter verraten. .

„Und wer wäre das?" fragte sie ungeduldig. Peter nannte ihr zwei Namen. Nachdenklich lief sie in dem Raum, in dem sich außer Voldemorts Stuhl nichts befand, hin und her.

„Wie nahm er Kontakt zu ihnen auf?" fragte sie weiter. Peter schob seinen Ärmel zurück und zeigte ihr die nun verblasste Tätowierung. Sie verstand sofort und kam mit ihrem Zauberstab auf ihn zu.

Severus fühlte sich plötzlich ernüchtert und hellwach und frei. Wenn das die Wahrheit war, doch das musste so sein, alle Zeichen sprachen dafür! Der Junge, den Voldmort nicht töten konnte, hatte keine Narbe mehr und seine Tätowierung war so gut wie nicht mehr sichtbar.

All die Anspannung, die sein ständiger Begleiter war, wich von ihm und er fühlte sich jung und frei. Er wollte sofort zu Miranda, ihr die Neuigkeit erzählen. Ungeduldig stieg er von einem Fuß auf den anderen.

„Gleich Severus." Bremste ihn Dumbledore.

Innerlich musste er schmunzeln. Endlich brauchte Severus kein Doppelleben mehr zu führen und konnte nur noch Lehrer sein.

„Ich werde alle Fakten prüfen, aber ich denke auf Grund all der vorliegenden Beweise können wir davon ausgehen. dass Voldemort tot ist. Was mich interessiert ist, wer ihn getötet hat und ob von dieser Person auch eine Gefahr ausgeht." sprach Dumbledore in die Runde.

„Wir sollten uns dennoch vorsehen und nicht zu früh freuen." sprach er noch als Warnung ehe er alle, bis auf Minerva, entließ.

Als sich die Tür hinter dem letzten geschlossen hatte, trat Minerva dicht an Albus heran.

„Es ist vorbei?" fragte sie hoffnungsvoll. Zustimmend nickte dieser.

„Es sieht so aus." Minerva schlang übermütig die Arme um ihn und drückte ihn an sich. All die Jahre lebten sie nun schon mit seinem Schatten, sie konnte es noch gar nicht richtig glauben.

„Miranda?" Severus stand vor ihrer Tür und klopfte leise an. Nichts rührte sich, anscheinend schlief sie tief und fest.

„Miranda?" probierte er es erneut.

Endlich tat sich etwas hinter der Tür. Tapsende Schritte kündeten von ihrem Näherkommen und langsam öffnete sie die Tür.

„Ja?" fragte sie müde. Sie sah entzückend aus, so wie sie dastand.

Im Nachthemd, völlig verschlafen, konnte sie kaum die Augen offen halten, ihre Haare waren verwuschelt und standen ihr vom Kopf ab.

„Severus? Was ist los?" fragte sie schon eine Spur wacher.

Dieser lachte sie an, hob sie hoch und trug sie ins Zimmer, mit dem Fuß schloss er die Tür.

„He! Spinnst du? Las mich runter!" verlangte sie, doch er verschloss ihr einfach den Mund mit einem leidenschaftlichen Kuss.

Für einen Moment war es ihr ziemlich egal, dass er ungefragt mitten in der Nacht in ihr Zimmer gekommen war. Den Kuss erwidernd schlang sie ihre Arme um seinen Hals, dabei spürte sie wie in seine Bartstoppeln kitzelnden. Nach schier einer Ewigkeit hob er seinen Kopf und setzte sie sachte auf den Boden.

„Ich bin frei.", flüsterte er an ihrem Hals und hauchte dabei sanfte Küsse darauf.

„Was heißt das?" fragte sie atemlos, die Augen schließend.

„Voldemort ist tot!" Severus war mittlerweile bei ihrem Schlüsselbein angelangt und arbeitet sich zum Ausschnitt ihres Nachthemdes vor. Energisch schob sie ihn zurück und sah hoch in seine schwarzen Augen.

„Was?" entfuhr es ihr, sie verstand gar nichts. Seufzend trat Severus an ihren Tisch und zündete eine Kerze an.

„Ich komme gerade von Dumbledore und alle Zeichen weisen darauf hin, dass der dunkle Lord tot ist." erzählte er ihr knapp.

„Oh!" war alles was sie dazu hervorbrachte.

Severus kam zu ihr zurück und stellte sich dicht vor sie hin. Zärtlich und liebevoll sah er auf sie herab. Sanft strich er ihr mit einer Hand über die Wange.

„Ich bin gekommen um dich zu fragen ob du mir noch eine Chance gibst. Ich bin hier weil ich mit dir zusammen sein will!" sagte er bescheiden. Hoffnung glühte in ihren Augen und verwandelte sich in ein Strahlen.

Auflachend schlang sie ihre Arme um ihn.

„Ja! Ja!" rief sie unter Freudentränen. Konnte es war sein? Hatten sie endlich eine richtige Chance? Natürlich gab es noch tausend anderer Missverständnisse zwischen ihnen, aber die größte Gefahr war gebannt und für alles andere hatten sie alle Zeit der Welt.