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„Verdammt!" schrie Girisha, in ihrer Wut einer Todesfee gleichend. Nichts geschah wenn sie das Mal berührte. Auch nicht nachdem Peter ihr erklärt hatte, wie Voldemort es gemacht hatte.

„Warum passiert nichts?" stieß sie ärgerlich aus.

„Mit Verlaub, das Mal kam vom dunklen Lord und vielleicht konnte nur er es aktivieren?" warf Peter vorsichtig ein. Missmutig presste Girisha ihre Lippen zusammen.

„Damit könntest du Recht haben! Wie ärgerlich!" zornig stampfte sie mit ihrem Fuß auf.

Peter beobachtete sie aus den Augenwinkeln und gestattet es sich erst jetzt sie genau zu betrachten. Ihre Haare waren rabenschwarz, nur vorne, am Ansatz fielen zwei weiße Strähnen Flügelschwingen gleich auseinander.

Ihre smaragdgrün leuchtenden Augen hatten einen hypnotisierenden Glanz, wie bei einer Schlange. Ihre Lippen waren blutrot und von eben solcher Farbe war ihr Kleid, das unter den Falten des Umhangs hervorblitzte.

Girisha war klein und zierlich, aber die Energie und die Kraft die sie ausstrahlte ließen sie größer wirken.

„Nun gut sei´s drum! Ich werde einen anderen Weg finden! Das dürfte jetzt keine Schwierigkeit sein. Du da!" fauchte sie Peter an.

„Du kommst mit!" bestimmte sie.

Sie stürmte schon zur Tür hinaus und wartete nicht ab ob er ihr folgte, sondern setzte es als selbstverständlich voraus.

Kaum hatte sie das verfallenen Haus verlassen, (denn das war es, wie Tom hier hatte wohnen können, war ihr ein Rätsel) zog sie einen Portschlüssel in der Form eines echten Schlüssels aus den Falten ihres Umhanges, packte grob Peters Arm und schon verschwanden sie.

Miranda drückte Severus ganz fest an sich, nie mehr wollte sie ihn loslassen. Sachte schob er sie ein Stück von sich.

„Ich würde gerne heute Nacht hier bleiben, wenn ich darf?" fragte er, fast ein bisschen schüchtern.

„Ich dachte, das hattest du sowieso vor?" fragte sie ihn mit einem Augenzwinkern zurück und zog ihn gleichzeitig mit sich zum Bett.

„Egal wie ich auf dich gewirkt habe, aber im Grunde bin ich nur müde und es wäre schön dich den Rest der Nacht in meinen Armen halten zu können." meinte er leicht zerknirscht, er fühlte sich nach den Ereignissen des ganzen Tages und der Nacht nur mehr erschlagen.

„Hmm" murmelte sie nur, schlug die Decke zurück und zwang ihn sich zu setzten.

ie hob seine Beine hoch und legte sie aufs Bett. Langsam knöpfte sie sein Hemd auf, streifte es ihm über die Schultern wobei sie darauf achtete ihm so nahe wie möglich zu kommen.

Wie zufällig streiften ihre Lippen seinen Hals und eher er sich sicher sein konnte war sie wieder fort.

Sie löste mit unendlicher Geduld seine Hände aus den Ärmeln, wobei sie zärtlich über seine Arme strich, das Schlüsselbein liebkoste und zog ihm das Hemd aus und legte es anschließend sorgfältig gefaltet über einen Stuhl.

Mit derselben Prozedur begann sie seine Hose zu öffnen auch hier strich ihr Haar wie zufällig über seinen flachen Bauch und reizte seine Sinne. Scharf sog er die Luft ein.

Auf ein Zeichen von ihr hob er seine Hüften an und unerträglich langsam schob sie die Hose über seine Hüften, wobei ihre Fingerspitzen beiläufig über seine Beine strichen. Ordentlich faltete sie auch diese zusammen und legte sie ebenfalls über den Stuhl.

Leise kam sie zurück, sah auf ihn herab, seufzte sehnsüchtig und deckte ihn ordentlich zu. Sie löschte noch die Kerze, ehe sie sich unter die Decke kuschelte, ihm den Rücken zu wand und ein

„Guten Nacht" murmelte.

Eine Weile starrte er still an die Decke, biss die Zähne zusammen und zählte bis Zehn. Mit einem Knurren packte er sie bei der Schulter, drehte sie zu sich und verschloss ihren Mund mit einem feurigen Kuss.

Peter sah sich um, nachdem seine plötzliche Reise geendet hatte und fragte sich zum ersten Mal ob er diesmal klug gehandelt hatte. Vor ihm lag flache Ödnis. Das Land war tot.

Hier wuchs nichts, die Erde war schwarz verbrannt und verdörrt. Soweit das Auge in dieser sternenklaren Nacht reichte, war nichts. Girisha schritt anmutig voran und auf einem Wink mit ihrem Zauberstab teilte sich die Luft und gab den Blick frei auf einen mächtigen Turm. Mitten in der Landschaft ragte er drohend in die Höhe.

Soweit Peter es erkennen konnte war er schwarz wie die Nacht. Girisha klopfte mit dem Zauberstab auf einen großen Stein der Außenmauer und schon schwang dieser nach innen und gab den Blick frei auf einen großen Raum. Düster wurden die Steinmauern im inneren von einigen kümmerlichen Kerzen erhellt.

Sofort erhob sich ein kreischendes Geschrei in dem Raum, ein Vogel flog heran und setzte sich auf ihre Schultern. Eine Elster.

„Kanjri, meine Schöne ich bin zu Hause und sieh mich an! Ich habe triumphiert!" rief sie erfreut und der Vogel antwortete ihr mit einem krächzenden Laut.

Peter trat hinter ihr ein und augenblicklich fixierten ihn die Augen des Vogels böse. Er hatte das Gefühl, dass dieser sich auf ihn stürzen würde, sollte er nur eine falsche Bewegung wagen, und ihm die Augen aushacken.

„Beruhige dich Kanjri, er ist hier um uns zu dienen."

Eine geschwungene Steintreppe führte nach oben und als er den Windungen mit den Augen folgte, bekam er das Gefühl dieser Turm ragte bis zum Himmel, so schwindelerregend verlief der Steinpfad nach oben.

Von jeder Windung führte ein Gang fort, doch es waren nur blinde Höhlen die nicht verrieten was sich in ihnen verbarg.

„Geh nach oben und folge dem ersten Gang! Dort wirst du die Küche finden. Mach mir was zu essen, Diener!" sagte sie mit vermeintlich süßer Stimme, die Peter das Blut in den Adern gefrieren ließ.

„Ich dachte immer nur Harry sei es bestimmt Voldemort zu töten? Bist du sicher, dass er tot ist?" fragte am nächsten Morgen Minerva Albus immer noch nicht völlig überzeugt.

Dieser schüttelte seinen Kopf, vieles war ihm noch unklar und darüber musste er noch ausführlich nachdenken.

„Ich gehe davon aus, dass er tot ist. Vielleicht hat sich mit seinem Angriff vor 13 Jahren auf Harry die Prophezeiung verändert? Er war auch noch in einem sehr geschwächten Zustand. Nicht wirklich menschlich, er hat nur so eine Randexistenz zurück erworben. Wie er das geschafft hat, auch das ist noch ein Rätsel, das es zu klären gilt. Nun ich denke, das einer seiner Anhänger sich gegen ihn aufgelehnt hat, vielleicht Malfoy? Wer weiß ob uns nicht von neuer Seite Gefahr droht."

Seufzend machte er sich mit ihr auf den Weg zum Frühstück. Egal was der Tag noch mit sich brachte, man sollte deswegen nicht die wichtigste Mahlzeit auslassen.

Miranda öffnete die Augen und zuerst war ihr unklar warum sie sich nicht bewegen konnte. Leicht hob sie den Kopf und sah an sich herab. Severus hatte einen Arm um ihre Taille geschlungen und eines seiner Beine lag quer über ihren.

Liebevoll hauchte sie einen Kuss auf seinen Arm und kuschelte sich mit dem Rücken wieder an ihn.

„Morgen" murmelte er in ihr Haar und drückte ihr einen Kuss darauf.

„Morgen" antwortete sie ihm.

„Ich muss aufstehen und zum Unterricht.", murmelte Severus.

Enttäuschung schwang in seiner Stimme mit. Er wollte nicht fort, jetzt nicht mehr. Er wollte bei ihr bleiben und über alles reden, was ihm am Herzen lag. Alles was ihn die letzten 16 Jahre gequält und bekümmert hatte.

Über Dinge durch die er einsam und verbittert geworden war. Zögernd erhob er sich und streifte sich seine Kleider, die ordentlich auf dem Sessel lagen über, dabei musste er schmunzeln.

Miranda hatte eine ganz besondere eigene Art, die ihn schon vor 16 Jahren fasziniert hatte, genauso wie heute. Still beobachtete Miranda ihn beim anziehen.

Er hatte in ihren Augen einen sehr schönen, sexy Körper und nur zu gern sah sie ihn an. Als er sich zu ihr umdrehte und ihren bewunderten Blick sah, fühlte er sich fast ein bisschen befangen, dann fasste er sich und betrachtete seinerseits ungeniert ihren soweit sichtbaren Körper.

Miranda streckte die Arme nach ihm aus, dabei rutschte ihr die Decke bis zur Taille herab und gab einen Blick auf ihren wohlgeformten Körper frei. Severus sog scharf die Luft ein, einen Augenblick verdächtigte er sie ihn absichtlich zu reizen und ein Blick in ihr Gesicht genügte als Bestätigung.

„Später!" versprach er ihr und drückte ihr noch einen schnellen, harten Kuss auf die Lippen, ehe er sich auf den Weg machte.

Bei der Tür wandte er sich noch einmal um und sah zurück.

„Sehe ich dich später?" fragte er hoffnungsvoll.

„Ja" erwiderte sie lächelnd.

„Bei unserem Platz?"

„Gerne!" nun strahlte sie ihn regelrecht an und bevor er die Tür ganz schließen konnte rief sie ihm noch hinterher.

„Und, Severus, ich liebe dich!"

Den ganzen Tag verbrachte sie wie auf Wolken.

Daran konnte auch Mad-Eye-Moody nichts ändern, der missmutig um sie herumschlich und sie ständig mit seltsamen Fragen bombardierte, auf die sie keine Antwort wusste da sie ihm sowieso nicht zuhörte.

Lieber gab sie sich ihren Tagträumen über Severus hin. Sie kam sich vor wie ein verliebter Backfisch. Ständig ertappte sie sich dabei wie sie dümmlich vor sich hingrinste und einfach in die Luft starrte.

Dabei waren sie noch lange nicht über den Berg. Es gab noch so vieles worüber sie reden mussten. So viele Dinge mussten aus der Welt geschaffen werden. Sie wollte dass er ihr wieder vertraute.

Sie hatte ihn mit ihrer überstürzten Handlung damals tief verletzt, außerdem war es ihr wichtig ihn zu verstehen. Auch er hatte sich sehr verändert. Die Jahre hatten ihn bitter werden lassen und sie wollte wissen warum.

Welch schrecklichen Dinge hatte er nur gesehen und miterlebt. Die Zeit unter dem dunklen Lord muss mit Grauen überschattet gewesen sein.

Wenn sie dabei an ihr Leben dachte, an ihre glückliche Zeit in El Kharga…Sie konnte sich ganz ihrer Arbeit widmen, es gab dort nichts Schreckliches.

Unwillkürlich dachte sie an seinen Gesichtsausdruck unten am See als sie ihn nach Voldemort gefragt hatte, aber noch schlimmer war sein Ausdruck geworden als er ihr versuchte von seiner Kindheit zu erzählen.

Er hatte als Kind Dinge erleben müssen, die ihn zu Voldemort getrieben hatten und ihn zu dem gemacht hatten was er heute war. Verbittert und zynisch, aber vor allem ungerecht gegen seine Mitmenschen.

Nicht, dass sie seine Verbitterung zu spüren bekam, sie hoffte, dass es Liebe war, die sie davor verschont bleiben ließ. Ihre Schuld sah sie nach wie vor, dass sie ihn einfach ohne ein erklärendes Wort verlassen hatte und ihm damit keine Chance gelassen hatte, darauf zu reagieren, sich zu wehren, oder es einfach nur zu verstehen.

Ihm waren viel zu viele Dinge im Leben genommen worden, die Freude eines Kindes, das Lachen, die Liebe, die Freiheit, doch nun war sie zurück und sie wollte alles dafür tun, um ihm das zu geben, was er solange entbehren musste.

Den ganzen Zaubertrankunterricht lang war er unkonzentriert und das war ihm in seinem ganzen Leben noch nie passiert.

Ständig musste er sich innerlich ermahnen, sich daran erinnern, dass es seine Aufgabe war den Kindern die wichtigsten Grundlagen zum brauen eines ordentlichen Zaubertranks, zu vermitteln und zwar auch dem ungeeignetsten unter ihnen.

Bei diesem Gedanken streifte sein Blick Neville Longbottom. Aus diesem Jungen würde nie ein ordentlicher Zaubertränkebrauer werden, egal wie sehr er sich auch bemühte.

Nun sei's drum, heute hatte er andere, wichtigere Sachen im Kopf. Miranda. Was sie wohl gerade tat? Warum kroch heute die Zeit so?

Ungeduldig schritt er zwischen den Reihen der Schüler durch und war schon fast bei seinem Lehrerpult angekommen, als ihm auffiel, dass alle ihn beobachteten. Siedendheiß viel ihm ein, dass er ihnen noch gar keine Aufgabe gegeben hatte.

Hastig schrieb er den ersten Trank, der ihm einfiel auf die Tafel und befahl ihnen diesen zu brauen.

Ein lautes „Sir" ließ ihn herum fahren.

Er hatte sich tatsächlich erschrocken, er war mit seinen Gedanken schon wieder bei Miranda gewesen.

„Was gibt es Miss Granger?" fragte er streng.

„Sir, diesen Trank haben wir erst letzte Woche gebraut!" meinte sie besserwisserisch.

Sie war zwar seine beste Schülerin, aber manchmal ging sie ihm tierisch auf die Nerven genau wie heute.

„Dann sollten sie damit keine Schwierigkeiten haben!" bellte er sie wütend an und blickte finster in die Klasse, um zu verhindern, dass noch jemand, außer Miss Granger den Mund aufmachte, obwohl das eher unwahrscheinlich war.

Da es ihm unmöglich war, sich zu konzentrieren, war es besser wenn die Kinder beschäftigt waren. Als alle eifrig bemüht in ihren Kesseln herumrührten, trat Severus ans Fenster.

Er fühlte sich unbeobachtet, da er selber die Klasse völlig vergessen hatte und so sahen die Kinder etwas was sie nie für möglich gehalten hätten: auf Severus Snapes Zügen lag ein Lächeln.

Harry schnappte Ron und Hermine am Ende des Unterrichts und lief mit ihnen nach draußen.

„Ihr werdet es nicht glauben." Fing er an, aber Ron fiel ihm ins Wort.

„Jaja ich dachte mir auch dieser Mann kann nicht lächeln, es sah echt gruselig aus." rief er theatralisch aus und blickte sich um seine Worte zu unterstreichen über die Schulter.

„Nein, das meinte ich nicht und ja Snape lächeln zu sehen hatte was unheimliches, aber seht her!" setzte Harry fort und strich sich seine Haare zurück.

Zuerst bemerkte Ron gar nichts, nur Hermine schlug ihre Hände erschrocken vor den Mund.

„Harry deine Narbe?" brachte sie mühsam heraus. Darauf hin schaute Ron noch einmal genauer hin.

„Wo ist deine Narbe!" rief er.

„Verschwunden! Letzte Nacht hatte ich einen merkwürdigen Traum. Voldemort wurde ermordet und ich bin aufgewacht und hab nach gesehen." erzählte er ihnen.

„Dumbeldore meint es könnte tatsächlich sein, dass er tot ist." Harry zuckte mit den Schultern.

„Harry sagt die Prophezeiung nicht, dass nur du ihn und umgekehrt töten kannst? Wie ist das möglich? Bist du dir sicher?" Hermine war nicht überzeugt, selbst die fehlende Narbe, überzeugten sie nicht wirklich.

Es wäre zu schön um wahr zu sein. Auch wenn ein grinsender Snape an ein Wunder grenzte.

„Ich werde in der Bibliothek alles nachschlagen, was ich zum Thema Prophezeiung finde." beschloss die kleine Hexe und eilte schon davon.

„Harry das wäre echt super, wenn der nicht mehr existieren würde." war Ron begeistert.

Endlich! Endlich war der Unterricht vorbei. Er hatte ja keine Ahnung, dass sich ein Tag so schleppen konnte. Eilig lief er zum See hinunter und erst als er nur mehr wenige Schritte zu ihrem Platz hatte, stockte er.

Sein Herz hämmerte heftig in seiner Brust, es war zum Leben erwacht. Was wenn er sich etwas vormachte? Sich alles als schöner Traum entpuppte und er wieder alleine war? Er dachte immer er hätte vor gar nichts mehr Angst.

Die Angst vor dem Tod hatte er schon lange abgelegt und was konnte man schon mehr fürchten? Mit einem Mal war ihm klar, was noch weit schlimmer war – das Leben.

Sein Leben wie es vorher war, ohne Miranda, mit Voldemort. Er hatte ein Gefühl als wäre er tausend Jahre in der Dunkelheit gewandert und dann war Miranda gekommen und hatte das Licht in sein Leben zurück gebracht.

Zuerst fühlte er sich geblendet, aber nun konnte er nicht mehr ohne sie leben. Ohne sie. Das war gefährlich, dieser Gedanke. Zu schmerzhaft war die Erinnerung, als sie ihn schon einmal verlassen hatte.

„Sie könnte es wieder tun." flüsterte ihm seine innere Stimme zu.

„Wenn ich will, dass es für uns eine Zukunft gibt, muss ich vertrauen." wies er sich selbst zurecht.

Energisch schritt er aus, um seinen Gedanken zu entfliehen und schneller bei ihr zu sein.

Als er durch die Büsche trat, sah er sie wie gestern auf dem Felsen hocken, nur mit dem Unterschied, dass sie schon auf ihn wartete, denn ihr Blick fiel zurück zum Weg und nicht hinaus auf den See.

Ein Lächeln erhellte ihr Gesicht, als sie ihn kommen sah.

„Severus!" rief sie erfreut.

Nun beeilte er sich noch mehr um zu ihr zu kommen. Erwartungsvoll hielt sie ihm ihr Gesicht hin. Zärtlich küsste er ihre Lippen, dann setzte er sich zu ihr. Bevor er den Mund öffnen konnte, begann sie bereits zu sprechen.

„Lass mich anfangen. Als ich dich damals verlassen hatte, bin ich nach Afrika gegangen, aber das weißt du schon. Was du nicht weißt, als ich dort angekommen bin, bereute ich bereits dich verlassen zu haben und bevor du mich fragst warum ich nicht zurückgekommen bin, ich war feige. Ich hatte Angst! Immer wenn ich schon die Tür in der Hand hielt, bereit zu dir zu eilen, sah ich im Geiste das dunkle Mal auf deinem Arm und ich bin geblieben. Ich schäme mich dafür, aber ich bin nun mal nicht so mutig wie du."

Miranda hoffte, dass er sie verstand und ihr verzieh. Sie fühlte sich ganz klein unter seinen Augen. Würde er, der so mutig war, mit ihrer Feigheit zu Recht kommen?

„Es hat 16 Jahre gebraucht und ein bisschen Zufall, dass ich den Mut fand mich dir zu stellen und ich bin sehr froh es getan zu haben."

Mutig blickte sie ihm ins Gesicht, versuchte darin zu lesen, aber Severus verbarg was in seinem Kopf vorging und so tappte sie völlig im Dunkeln.

„Als ich aufgewacht bin und du fort warst, wusste ich tief drinnen in mir, dass du nicht zurückkommen würdest. Aber mein dummes Herz klammerte sich bis zum Abend an die Hoffnung, dass ich mich irrte. Ich bin an diesem Tag durch die Hölle gegangen und am Abend begann ich dich zu hassen. Ohne ein Wort, nichts. Es war für mich so demütigend. Ohne es zu wollen, hast du das bestätigt was der dunkle Lord mir zuvor ins Ohr geflüstert hatte. Er war der einzige der für mich da war. Es gab sonst niemanden mehr. Du warst mein letzter Halt vor der dunklen Seite. Als du fort warst, gab es nichts mehr was zwischen Voldemort und mir stand. Ich folgte ihm und vollbrachte sein grausiges Handwerk.", erzählte er mit emotionsloser Stimme, was das Ganze noch schlimmer machte.

Miranda wurde übel und sie fühlte wie ihr die Tränen in die Augen stiegen. Verstohlen wischte sie sich eine aus den Augenwinkel.

„Nicht! Weine nicht! Deswegen erzähle ich dir das nicht, nicht damit du dich schlecht fühlst. Ich will, dass zwischen uns einfach die Wahrheit ist. Was geschehen ist, ist geschehen. Daran hat niemand Schuld! Auch du nicht!" zärtlich strich er ihr mit dem Daumen eine Träne von der Wange und sah sie dabei so liebevoll an, dass es ihr beinahe das Herz brach.

„Es war meine Entscheidung! Ich habe sie getroffen! Ich hätte auch anders handeln können." tief holte er Luft, was als nächstes kam schmerzte ihn und kostete ihn unglaublich viel Kraft.

„Dann kam der Tag an dem er beschloss Lilys Sohn zu töten! Ein unschuldiges Kind. Lilys Kind! Und ich trage daran meine unverzeihliche Schuld!" Severus brach ab und sah zu Boden.

Egal wie oft er sich damit selbst kasteite oder wie oft er die Schuld eingestand, sie wurde dadurch nicht geringer. Niemals konnte er sich davon befreien.

Miranda legte unbeholfen einen Arm um ihn. Auch wenn sie nur wenig Trost zu bieten hatte, ihm wollte sie ihn geben.

„Auch wenn es dafür schon zu spät war, bat ich Albus um Vergebung und er gewährte sie mir. Er gab mir noch mehr, dafür werde ich ewig in seiner Schuld stehen. Das ich hier sein kann und helfen darf, verdanke ich ihm." Miranda blickte ihn bewundernd an.

„Hey, sieh mich nicht so an, ein besserer Mensch bin ich deswegen nicht. Du brauchst nur meine Schüler zu fragen, du wirst keinen finden, der mich nicht hasst."

Was so humorvoll klang meinte er todernst und sie hatte mit eigenen Augen gesehen mit welcher Verachtung er die Kinder behandelte.

Hier saßen sie Seite an Seite, das war ein Anfang. Sie würde ihn ins Leben zurückholen. Kein Mensch konnte für immer mit Schuld leben. Er hatte genug bereut, genug gelitten und sie würde ihm dabei helfen.

Fest lehnte sie sich an ihn.