12
„Und du denkst es ist tatsächlich möglich?" fragte Harry Hermine.
Zustimmend nickte diese mit ihrem roten Lockenkopf. Sie saß mit Harry und Ron noch im Gemeinschaftsraum der Gryffindors. Es war schon spät, doch sie mussten so lange warten bis der letzte den Raum verlassen hatte um ungestört reden zu können.
„Ich fand einige Bücher wo Prophezeiungen genau beschrieben wurden und eines hatten alle gemeinsam. Wenn der wesentliche Teil geschah, gilt die Prophezeiung als erfüllt. Was sagte sie in deinem Fall aus. Das du Voldemort vernichtest und das ist praktisch vor 13 Jahren geschehen. Somit kann man die Prophezeiung als erfüllt betrachten."
Schweigend sahen sich die drei eine Minute an, dann brachen Harry und Ron gleichzeitig in Jubel aus. Harry fühlte sich zum ersten Mal seit er von Voldemort wusste, frei, ohne den Druck der Erwartungen, die auf ihm lasteten.
Alle Entscheidungen in seinem zukünftigen Leben standen für ihn offen, ohne dass ständig der düstere Schatten Voldemorts darüber fiel. Doch Hermine stoppte ihre Freude.
„Wir wissen immer noch nicht wer es getan hat!" warf sie vorsichig ein.
„Und? Was solls! Hauptsache er kann Harry und uns nicht mehr schaden!" rief Ron begeistert aus. Er verstand nicht worauf Hermine hinauswollte.
„Versteht ihr den nicht? Was wenn von dem der es getan hat, genauso viel Böses ausgeht? Was wenn er nur Voldemorts Platz einnehmen wollte? Ich weiß nicht, aber ich glaube die Gefahr ist noch nicht vorbei!" Harry und Ron verstummten gleichzeitig.
„Du hast vermutlich Recht, Hermine. Es wäre gut zu wissen, wer es getan hat!" sagte Harry schließlich.
„Wie sollen wir das raus finden?" fragte Ron missmutig. Niedergeschlagenheit breitete sich aus. Doch dann keimte in Hermine eine Idee.
„Wir gehen doch davon aus, dass ihn jemand getötet hat? Dann muss er denjenigen gekannt haben. Gut gekannt haben. Er würde keinen Fremden so nahe an sich ranlassen, sondern diesen vorher töten. Also müssen wir all seine Anhänger und sonstigen Bekannten herausfinden. So viele können das nicht sein. Einige seiner Anhänger sitzen nach wie vor in Askaban, einige sind tot und nur wenige konnte er um sich scharren. Unter diesen wenigen muss sich sein Mörder verbergen!"
„Wo gedenkst du diese Information zu finden?" wollte Harry von ihr wissen.
„Ganz einfach in der Bibliothek! Es gab auch zu Voldemorts Schulzeiten Jahresbücher über die Schüler und außerdem findet man dort genaue Aufzeichnungen über die Verurteilten Anhänger von ihm." erwiderte Hermine triumphierend.
„Gut dann werden wir morgen in Ruhe alles nach lesen." bestimmte Harry.
„Die Sache hat nur einen Hacken. Die Aufzeichnungen dürfen nicht von Schülern eingesehen werden und befinden sich in der verbotenen Abteilung." bremste Hermine seine Enthusiasmus.
Doch Harry zuckte darüber nur mit den Schultern. Er hatte von seinem Vater einen Tarnumhang geerbt. Für ihn war es ein leichtes sich unbemerkt, da unsichtbar, durchs Schloss zu schleichen.
„Dann geh ich heute Nacht hin und suche nach den Büchern und Aufzeichnungen." meinte er.
„Aber nicht ohne mich!" warf Hermine und Ron gleichzeitig ein.
Also war es entschieden sie würden sich noch heute Nacht in die verbotene Abteilung schleichen und so vielleicht Voldemorts Mörder finden.
„Willst du mich heiraten?"
Miranda ging in die Knie und sah Severus mit tränenblinden Augen an. In ihr schwangen die Gefühle hoch. Ganz fest umklammerte sie seine Hände.
Er wollte für immer mit ihr zusammen sein, trotz allem was zwischen ihnen gestanden hatte, trotz der jahrelangen Trennung. Ihr Herz schlug freudig in ihrer Brust. Sie wusste nicht sollte sie lachen, weinen, ihn umarmen, am liebsten alles gleichzeitig.
Sie schlang beide Arme um ihn und schluchzte hemmungslos. Besorgt umschloss er ihre Schultern und strich ihr sanft über den Rücken.
„Es ist gut, ich werd dich auch nie mehr danach fragen, aber bitte hör auf zu weinen." Versuchte er sie zu beruhigen.
War es doch ein Fehler gewesen zu fragen? Er hätte wissen müssen, dass so ein besonderer Mensch wie Miranda niemals jemandem wie ihm die Hand fürs Leben reichen würde.
Insgeheim wusste er, er war nicht gut genug für sie. Zu ihr würde ein strahlender Held passen, vom Typ her wie Gillderoy Lockhart, aber bestimmt nicht so eine düstere Fledermaus wie er es war.
Lächelnd blickte sie zu ihm auf.
„Ich weine nicht, weil mir die Frage zu schnell geht oder unwillkommen wäre, im Gegenteil. Ich liebe dich und es gibt nichts was ich mir mehr wünschen würde." Ungläubig starrte er sie an, was sie noch mehr zum lachen brachte.
„Ja, Severus, ja ich will dich heiraten!" rief sie glücklich aus.
Severus schloss die Augen und zog sie fest in seine Arme. Sie hatte ja gesagt! Sie wollte ihn heiraten! Er glaubte ihm müsste sein Herz zerspringen, mit soviel Glücksgefühl wusste er gar nicht umzugehen.
Glücklich beugte sie sich vor und küsste ihn. Sanft berührten ihre Lippen die seinen.
Er konnte auf ihren Lippen noch das Salz ihrer Tränen schmecken.
Sanft löste er sich von ihr und zog sie mit sich auf die Beine. Noch etwas zittrig langte er unter sein Kopfkissen und holte den Ring hervor. Beinahe andächtig lies er den Deckel aufschnappen und gewährte ihr so einen Blick auf den Inhalt.
Ein silberner Ring mit einem Mondstein in seiner Mitte. Wieder schossen ihr die Tränen in die Augen und nur mühsam konnte sie sie fort blinzelten. Sie wollte in diesem schönen Augenblick nicht unentwegt weinen.
Severus nahm den Ring aus seiner Schatulle und streifte ihn ihr mit bewegter Mine über. Er passte wie angegossen. Was er in diesen Minuten fühlte vermochte er nicht einmal im Geiste in Worte zu fassen, aber das war nicht notwendig auch so sah Miranda wie es um ihn und sein Herz bestellt war.
Wahre Liebe flutete ihr aus seinen Augen entgegen. Mit leuchtenden Augen sah sie auf ihre Hand um ihm dann in die Augen zu blicken. Zärtlich legte sie ihre Hand an seine Wange.
„Ich liebe dich so sehr." wisperte sie, ehe seine Lippen ihre zu einem Kuss fanden.
Sanft strich er mit der Zunge über ihre Lippen, biss zart hinein. Seufzend öffnete sie ihren Mund, sogleich drang seine Zunge fordernd ein und umspielte die ihre. Miranda legte ihre Hände auf seine Brust und öffnete die Knöpfe an seinem Hemd.
Sie musste seine bloße Haut unter ihren Fingern spüren. Dringend brennendes Verlangen breitete sich in ihr aus und erfüllte sie von Kopf bis zu den Zehenspitzen. Noch nie hatte sie ihn so heiß begehrt wie heute, noch nie war sie sich seiner Liebe so sicher gewesen.
Severus, in dem das gleiche Verlangen brannte, schob ihre Hände zur Seite, packte sein Hemd, zog es sich mit einem Ruck über den Kopf und warf es achtlos zu Boden, er hatte nur Augen für sie. Sofort glitten ihre Hände hungrig über seine nackte Brust.
Ein kurzer Blick in seine Augen, dann senkte sie ihren Kopf und küsste seine Halsbeuge, ließ ihre Lippen suchend abwärts gleiten, einem unbestimmten Ziel folgend.
Wie berauscht von seinem Duft, den sie tief inhalierte, biss sie ihn in das harte Fleisch seiner Brustmuskulatur. Ihre Nägel strichen seinen flachen Bauch hinab und verfingen sich im Bund seiner Hose.
Severus umklammerte ihre Schultern, nahe daran die Beherrschung zu verlieren, und hielt sie fest. Sanft, aber energisch schob er sie zurück. Mit einem tückischen Lächeln faste er nach seinem Zauberstab und richtete ihn auf sie und ehe sie ahnen konnte, was er vorhatte, stand sie völlig nackt vor ihm.
Zufrieden mit seinem Ergebnis legte er den Zauberstab neben die Champagnergläser. Vergnügen blitzten in ihre Augen auf.
„Unsportlich, aber sehr effizient!" lobte sie ihn noch, bevor er einen Arm um ihre Taille schlang und sie aufs Bett zog.
Mit der anderen fuhr er in ihr Haar und strich es ihr zurück. Über den so freigelegten Hals ließ er sanft knabbernd seine Lippen gleiten. Sachte fuhr er mit der Zungenspitze hinter ihr Ohr und entlockte ihr so ein erstauntes Aufkeuchen, was er mit einer gewissen Befriedigung vernahm.
Von Verlangen ergriffen drängte sie sich ihm entgegen. Sanft umfing er mit einer Hand ihre Brust, reizte leicht knetend ihre Spitze und fühlte wie sie sich unter seiner Berührung aufrichtete.
Ihr Köper war für ihn perfekt, an den richtigen Stellen gerundet, schlank in der Taille und lange Beine die ihn um einander noch näher sein zu können umschlangen. Miranda ergriff seine Hand, zog sie zu ihren Lippen und hauchte einen Kuss in die innen Fläche. Verrucht sah sie ihn an.
„Nun mein Zaubertränkemeister, wann gedenkst du dich deiner restlichen Kleidung zu entledigen und deiner Braut die ihr zustehende Befriedigung zu verschaffen?" Lächelnd löste er sich von ihr und richtete sich auf.
Schon wollte er die Knöpfe an seiner Hose öffnen, doch Miranda schnappte sich seinen Zauberstab und richtete ihn nun auf ihn.
„Hände weg! Lass mich das machen!" rief sie schmunzelnd aus.
Ergeben hob er beide Hände. Leise murmelte sie ein paar Wörter und wie zuvor bei ihr verschwanden augenblicklich auch seine letzten Kleidungstücke. Genüsslich ließ sie ihre Augen über ihn wandern, er war zu prachtvoll anzusehen. Aus der Mitte ragte ihr sein bestes Stück in voller Größe entgegen.
Achtlos warf sie den Zauberstab zurück auf den Nachttisch und streckte ihm beide Arme entgegen. Nur zu willig ließ er sich von ihr umfangen. Ihre Lippen fanden sich zu einem alles verschmelzenden Kuss. Miranda ließ ihre Hände seinen Rücken hinab gleiten bis zu seinem festen Po, was er mit einem Seufzer quittierte.
Eine seiner Hände fand den Weg hinab zu ihrem Oberschenkel und glitt an der Innenseite wieder nach oben. Kurz vor ihrem Lustzentrum hielt er inne. Sanft neckte er mit den Lippen ihren Mund. „Öffne dich für mich!" flüsterte er rau an den ihren und bereitwillig kam sie dieser Aufforderung entgegen. Leicht spreizte sie ihre Beine für ihn.
Er legte seine Hand über ihre Scham und begann sie streichelnd zu stimulieren. Er wusste wie er sie berühren musste um ihr die größte Lust zu bereiten. Verlangend hob sie ihr Becken ihm entgegen. Leise wimmernd bat sie um mehr. Severus zog seine Hand fort, schon wollte sie protestieren, doch der umfasste eine ihrer Hände und dirigierte sie zu seinem Penis.
Fest umschloss sie ihn und streichelte sachte drüber hinweg. Lies ihre Hand vor und zurück gleiten, bis er erregt aufkeuchend die Luft einsog. Energisch hielt er ihre Hand fest, sonst würde es für sie beide ein sehr kurzes Vergnügen werden. Sanft schob er sich zwischen ihre Beine, brachte sich in Stellung und drang in sie ein.
Langsam ließ er sich vor und zurück gleiten. Als sich ihre Beine um ihn schlossen, steigerte er das Tempo und trieb sie so beide einem explodierenden Höhepunkt entgegen. Ermattet sank er auf sie und blieb so liegen bis er wieder zu Atem kam. Dann rollte er sich auf die Seite und zog sie mit sich.
Von nun an würde sie jede Nacht bei ihm sein. Sie wollte ihn. Sie wollte ihn heiraten. Mit diesen Gedanken schlief er glücklich ein.
Girisha trat mit einem beinahe lautlosen knall aus dem Bild. Endlich es hatte geklappt. Kanjri saß wie immer auf ihrer Schulter. Girisha strich sich ihr blutrotes Kleid glatt und sah sich in dem dunklen Raum um.
Dumbledore war doch nicht so dumm, wie sie gedacht hatte. Er hatte den Raum magisch versiegelt, aber für sie keine Herausforderung. Schon begann sie die Barrieren zu lösen. Sie war eine starke Hexe. Als alle Schranken beseitigt waren, öffnete sie das Schloss mit Alohomora und trat in den ebenso dunklen leeren Flur.
Leise flüsternd schickte sie Kanjri voraus. Sie wollte vermeiden jemanden rein zufällig in die Arme zu laufen. Ebenso leise begann sie zu singen. Gleich einer Sirene, sollte dieses Lied ihr Opfer zu ihr bringen. Vorsichtig schlich sie an der Wand den Flur entlang.
Sie hatte so ein Gefühl nicht alleine zu sein, aber sie konnte niemanden sehen. Einzelne Fackeln erleuchteten den Gang und zeigten ihr unmissverständlich das außer ihr niemand hier war.
Sich selbst schon innerlich als alte paranoide Hexe beschimpfend ging sie weiter und folgte ihrem Vogel. Der schon eine weite Treppe hinab verschwunden war.
Als sie außer Sicht war, flüsterte Ron: „Wer war das?" Harry ins Ohr.
Dieser zuckte mit seiner typischen ich hab keine Ahnung Art die Schultern hoch und zog beide mit sich in den Raum aus dem Girisha gekommen war. Das von ihr nichts Gutes ausging war auch Harry so klar.
Harry nahm den Umhang herunter und die drei sahen sich in dem wies aussah Abstellraum um, außer einem Bild befand sich nichts darin. „Hermine hast du eine Ahnung wer das war?" fragte Harry sie. Stumm schüttelte diese ihren Kopf.
„Nein. Keine! Aber da sie sicher eine Hexe ist, müsste man das raus finden können. Sie sieht nicht gerade unauffällig aus. Außerdem müsste es Professor Dumbledore wissen. Sie muss als Gast hier sein, ein Fremder kann nicht so leicht in Hogwarts eindringen." antwortete sie zuversichtlich.
Harry legte den Umhang wieder über sie alle und sie machten sich wieder auf den Weg zur Bibliothek, wobei sie sorgsam darauf achteten nicht aus versehen wieder über die fremde Frau zu stolpern.
Miranda erwachte in Severus Armen. Wie hypnotisiert stand sie auf, zog sich achtlos die Kleider über, nur von einem Gedanken beflügelt sie musste dem Lied in ihrem Kopf folgen. Ein bittesüße Melodie, so schön als würde sie direkt vom Himmel kommen.
Das Verlangen die Quelle des Liedes zu finden war so stark, dass er jeden anderen Gedanken, jedes andere Gefühl in ihr verdrängte. Traumwandlerisch verließ sie unbemerkt von Severus seine Zimmer.
Der Gang war nur schwach mit Fackeln beleuchtete, doch das kümmerte sie nicht, einzig das Lied in ihrem Kopf, war von Bedeutung. Miranda stieg die Treppe vom Kerker nach oben und fühlte wie sie dem Lied näher kam.
Sie durchquerte die große Halle und folgte den nächsten Stufen weiter nach oben und stieß dabei beinahe mit einer Frau zusammen. Freudig überrascht sah diese sie an.
„Das ging leichter als ich gedacht habe!" rief sie erfreut aus und bevor Miranda nachfragen konnte was diese meinte, wurde sie durch einen Zauber gelähmt und in die Luft gehoben.
Wie Treibholz schwebte sie vor der Frau her, dirigiert durch ihren Zauberstab. Ohne irgendwelche Probleme erreichte sie die Kammer mit dem Bild.
Du wirst alt Dumbledore! Früher wäre dir das nicht passiert! Dachte Girisha boshaft.
Unsanft ließ sie Miranda auf den Boden fallen, dann öffnete sie das Bild und schickte sie hindurch.
Severus erwachte und blickte orientierungslos um sich. Irgendetwas stimmte nicht und im selben Moment wurde ihm klar was es war, Miranda war fort. Dort wo sie gelegen hatte, die Seite war kalt, also wäre sie schon lange fort. Sein Herz zog sich schmerzhaft zusammen.
Auch ohne, obwohl er es trotzdem tat, das er in all seinen Räumen nachsehen musste wusste er dass sie verschwunden war. Niedergeschlagen sank er auf sein Bett. Sie hatte es wieder getan, ihn ohne ein Wort verlassen, so wie damals.
Severus strich sich mit beiden Händen über sein Gesicht, unschlüssig wie er damit umgehen sollte. Er fühlte sich innerlich wie tot. Miranda war fort.
Energisch sprang er vom Bett auf, wollte nicht in Trauer verfallen, wollte nicht wieder denselben Schmerz spüren, der an ihm fraß und ihn beinahe tötete.
Er trat ans Fenster und riss die Vorhänge zur Seite. Bleigraues Licht fiel herein, der Morgen war bereits angebrochen. Das Schloss wurde von Nebelfeldern umwoben und tauchte die Landschaft draußen in Geisterhafte Formen.
Severus trat zurück, kleidete sich mechanisch an und ging ins Bad. Das Gesicht, das ihm aus dem Spiegel entgegenblickte, hätte ihn normalerweise erschreckt, nur heute nicht, er nahm die bleichen, maskenhaften Züge in seinem Gesicht kaum wahr.
Hölzern wie eine Marionette stieg er die Stufen des Kerkers nach oben, begab sich in den Speiseraum, setzte sich auf seinen Platz und frühstückte wie immer. Er nahm die Menschen in seinem Umfeld nicht wahr, sah nicht die verwunderten und erschreckten Blicke die im zugeworfen wurden, hörte nicht das Murmeln das mit seinem erscheinen ausbrach.
Alle fragten sich, was ihm geschehen war. In den letzten Wochen war er lockerer und offener geworden. Selbst Neville legte einen Teil seiner Nervosität in seiner Gegenwart ab und allen war klar dass es mit Miranda zu tun hatte.
Die beiden verbrachten jede freie Minute zusammen und ihr fröhliches Lachen hallte im ganzen Schloss wieder. Viele verstanden ihre Begeisterung für den alten Stinkstiefel nicht, aber sie waren ihr sehr dankbar dafür.
Doch heute saß er mit versteinerter Mine da und die Augen blickten kalt und tot. Und noch etwas war anders an seiner Seite fehlte Miranda. Hatte sie ihn verlassen? War sie zur Vernunft gekommen? Der Schulleiter betrat den Saal und augenblicklich verstummte das laute Flüstern im Raum.
Dumbledore sah was alle andern auch sahen, seinem Zaubertränkemeister ging es sehr schlecht und auch ihm war der heute fehlende Grund dafür sofort klar.
„Guten Morgen, Severus!" sprach er ihn freundlich an, doch keine Antwort kam zurück, nichts. Snape hatte ihn gar nicht gehört.
„Severus!" probierte Dumbledore es noch einmal lauter, wieder reagierte er nicht, er schien in seiner eigenen Welt gefangen zu sein.
Sachte legte Dumbledore ihm eine Hand auf die Schulter um so seine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Erst da reagierte er, mechanisch hob er den Kopf und sah Dumbledore mit blicklosen Augen an.
„Severus komm mit mir! Wir müssen reden!" forderte er ihn freundlich auf. Dieser nickte nur, erhob sich und folgte ihm.
In Dumbledores Büro angelangt, schob in Albus in einen Stuhl. Es stand wirklich schlimm um Snape, wenn er sich das alles widerstandslos gefallen ließ.
„Rede mit mir! Was ist geschehen?" fragte er ihn fürsorglich.
„Sie ist fort!" Nicht nur das jeder Schwung und Elan aus Severus gewichen war, auch aus seiner Stimme war alle Kraft gewichen. Vor Albus saß ein gebrochener Mann.
„Miranda? Sie liebt dich sie kann nicht fort sein!" widersprach Dumbledore.
Er erinnerte sich als Miranda völlig verzweifelt auf der Suche nach Severus hier angekommen war. Sie hätte Severus niemals verlassen.
„Sie hat es schon einmal getan und letzte Nacht wieder!" fuhr Severus emotionslos fort.
„Was ist passiert? Habt ihr euch gestritten? Und ist es überhaupt sicher, dass sie fort ist und nicht nur einfach bei den Sphinx?" fragte Dumbledore.
Severus hob kurz den Kopf und blickte den Schulleiter an als hätte dieser etwas sehr dummes gesagt. Natürlich war sie fort!
„Ich hab sie gebeten mich zu heiraten!" presste er hervor.
„Und? Ich verstehe nicht. Hat sie nein gesagt, oder was? Rede mit mir!" drang Dumbledore sanft weiter in ihn.
„Sie hat ja gesagt und dann ist sie fort!"
Ungeduldig trommelte der Schulleiter mit den Fingern auf seinen Schreibtisch. Aus Severus einen vernünftigen Satz herauszubringen, schien schier unmöglich.
„Das hat sie schon einmal gemacht. Ich hätte sie nicht fragen dürfen. Alles war falsch. Ich bin nicht der richtige Mann für sie." Severus sank in sich zusammen.
Alle Gefühle die er bis jetzt sorgsam vermieden hatte, brachen hervor, er schien innerlich zu sterben und für einen Moment wünschte er sich tatsächlich tot zu sein.
Miranda erwachte aus einem traumlosen Schlaf und sah sich befremdend um. Wo war sie? Müsste sie nicht neben Severus in seinem Bett liegen? Das war das letzte woran sie sich erinnern konnte.
Was war passiert? Leicht dröhnte ihr der Kopf. Hatte sie zuviel Champagner getrunken? Vorsichtig setzte sie sich auf. Sie war in einer Zelle. Sie war eingesperrt. Aber warum?
Miranda erhob sich von der harten Pritsche auf der sie gelegen hatte und sah auf der anderen Seite der Gitterstäbe einen gebeugten kleinen Mann stehen. Irritiert sah sie ihn an.
„Wo bin ich? Und wer bist du? Ich kenne dich doch, zumindest habe ich dich schon einmal gesehen, oder?" stellte sie fest.
Dieser nickte mit einem falschen Grinsen und verbeugte sich noch eine Spur mehr.
„Ich bin Peter Pettigrew. Wir waren zusammen in Hogwarts." erzählte Peter ihr.
„Hallo Peter, warst du nicht mit James, Sirius und Remus befreundet?" fragte sie weiter und als er mit dem Kopf bejahend nickte, fühlte sie Erleichterung in sich aufsteigen, die aber augenblicklich in sich zusammenbrach als eine dunkelhaarige Frau den Raum betrat.
Denn ihre Worte ließ sie die Gefahr in der sie sich befand spüren und es lief ihr eiskalt den Rücken hinab.
„Ich bin Girisha und du bist bis zu deinem Tode, der nicht mehr lange auf sich warten läst, mein Gast!" sagte sie kalt.
Stolz einer Königin gleich schritt sie vor den Gitterstäben auf und ab. Sie war eine Spur kleiner als Miranda und ihr Haar war schwarz, bis auf zwei weiße Strähnen. Ihre grünen Augen musterten Miranda hasserfüllt und ließen diese einen Schritt zurück weichen. Was hatte sie dieser fremden Frau getan, dass ihr von ihr soviel Hass entgegenschlug?
„Was.." setzte Miranda zögernd an und wurde aber von Girisha gnadenlos unterbrochen.
„Was ich dir anlaste? Du hast mir meinen Geliebten gestohlen! Ihn habe ich bereits getötete!" Mit Genugtuung registrierte sie wie Miranda erbleichte.
„Keine Angst meine Liebe, ihr werdet bald schon wieder vereint sein." Lachte Girisha höhnisch ehe sie den Raum gefolgt von Peter verließ.
Severus tot? Miranda betrachte den Ring an ihrem Finger, das Symbol ihrer Liebe. Schmerzvoll schloss sie ihre Augen. Wen er tot war, dann wollte auch sie nicht mehr leben.
Girisha, komm schnell zurück und vollende dein Werk! Ohne Severus will auch ich nicht mehr sein! Flehte sie in Gedanken.
Sie strich die an den Falten ihres Kleides entlang und taste dabei über eine kleinen Gegenstand in ihrer Tasche. Die Flasche die sie aus Severus Zimmer gestohlen hatte und seit dem immer bei sich trug. Sie hatte sie völlig vergessen.
Das Gift - Midnight-Poison.
Sie würde nicht warten bis Girisha ihr Werk vollendete. Ohne zu zögern zog sie die Flasche aus ihrer verborgenen Tasche, besah sich kurz die unschuldig schimmernde Flüssigkeit, ehe sie sie öffnete und den Trank in einem Zug leerte.
