15

Girisha schlang eine Hand um seinen Hinterkopf und zog ihn an sich, presste die Lippen fest auf seine. Severus wehrte sich für einen Augenblick, stemmte seine Hände gegen sie, doch dann sanken seine Arme kraftlos herab.

Girisha ließ ihn los. Severus taumelte kurz und ging in die Knie. Benommen schüttelte er den Kopf. Was war geschehen? Wo war er? Was tat er hier? Aber die entscheidende Frage war – Wer war er?

Miranda schmerzte jeder einzelne Knochen. Sie kannte den Crutio-Fluch, nur am eigenen Leib hatte sie ihn bis heute noch nie gespürt. Schwer setzte sie sich auf.

Sie war immer noch von dem Gift in ihrem Körper verwirrt und die schmerzliche Tortur, der Girisha sie ausgesetzt hatte machte es nicht besser. Sie sah Severus am Boden vor Girisha knien. Was ging hier vor? Vorsichtig tastete sie mit ihrem Geist nach seinem.

Severus! Severus? Sprich mit mir! Was hast du?, formulierte sie die Worte in ihrem Kopf. Da er ihr nicht antwortete, versuchte sie es laut.

„Severus!?" drang es, noch schwach, über ihre Lippen.

„Er kann dich nicht hören, meine Liebe! Nun ist er mein, für immer, an mich gebunden, bis ich seiner überdrüssig bin!" lachte ihr Girisha ins Gesicht und tupfte ihre Lippen mit einem Taschentuch gründlich ab.

„Nein! Das ist nicht wahr! Niemals ist er dein. Nur mit einem faulen Zauber ist es dir gelungen ihn für eine Weile zu blenden, zu täuschen, aber du besitzt ihn nicht!" flüsterte Miranda heiser, dabei legte sie alle Kraft die sie noch hatte, in ihre Stimme, um ihr den nötigen Ausdruck zu verleihen.

Girisha hob eine Hand und strich Severus sanft über den Kopf, bewundernd blickte er zu ihr auf. Er sah sie an, als wäre sie der Mittelpunkt in seinem Universum und nahm nichts mehr außer ihr wahr.

„Sag ihr, wem gehörst du!" forderte sie ihn auf.

„Nur dir meine Herrin!" erwiderte er unterwürfig und klang dabei gar nicht wie Snape.

Miranda kam auf die Füße und wankte auf die beiden zu. Wenn er ihr nur einmal in die Augen blickte, würde er die Wahrheit erkennen. Sie musste ihn nur dazu bringen, sie zu sehen und zu hören und der Bann wäre mit Sicherheit gebrochen.

Er liebte sie, dass wusste sie genau.

Süffisant lächelnd meinte Girisha: „Ich lasse dir mit meinem Diener ein paar ungestörte Minuten. Du darfst dich selbst davon überzeugen, dass er mit dir nichts mehr zu tun haben will." Damit drehte sie sich um und verließ den Raum.

Miranda trat dicht vor Severus und ging neben ihm in die Knie. Sanft legte sie ihre Arme um seinen Hals.

„Liebster? Hörst du mich?" wisperte sie ihm zärtlich zu. Widerwillig wendete er den Kopf zu ihr und sah sie an als wäre sie ihm vollkommen fremd.

„Wer seid ihr? Was wollt ihr von mir? Wohin ist sie gegangen? Meine Göttin ist fort!" jammerte er. Mit beiden Händen umfasste sie seinen Kopf, sie musste ihn dazu bringen sie anzuhören.

„Severus sieh mich an! Das ist nicht deine Göttin. Sie hat dich verzaubert! Sie ist eine böse Hexe! Der da spricht, dass bist nicht du!" versuchte sie in ihn zu dringen.

Doch angewidert schüttelte er ihre Hände ab. Feindselig sah er sie an.

„Ihr seid eine Hexe, nicht sie! Sie ist die Frau die ich liebe und immer lieben werde. Wie könnt ihr es wagen schlecht über sie zu reden. Schert euch fort, ich kann euren Anblick nicht ertragen.", herrschte er sie an, stieß sie fort und erhob sich.

„Aber du liebst mich doch!" hauchte sie verzweifelt.

„Euch lieben? Habt ihr völlig den Verstand verloren? Ich liebe nur eine Frau, eine richtige Frau und die heißt Girisha!" stellte er klar.

Kraftlos sank Miranda in sich zusammen. Das war zuviel. Aus ihrem Körper und ihrer Seele wich alle ihre Kraft. Mit jedem Wort von ihm, auch wenn er eindeutig unter einem Zauber stand, zog sich ihre Brust schmerzhaft zusammen.

Ihn kümmerte das nicht, all seine Sinne waren zu der Tür gerichtet durch die Girisha verschwunden war. Als hätte sie seinen Blick gespürt, kehrte diese zurück und sah die beiden an.

„Nun? Hast du dich von der Wahrheit überzeugt? Er ist nicht mehr länger dein, sondern mein! Für dich ist es an der Zeit zu gehen." meinte sie genießerisch zu Miranda und zu Severus gewandt: „Schaff sie fort! Schick sie durch den Portschlüssel zurück!"

Severus nickte gehorsam mit dem Kopf und packte Miranda fest am Arm. Unsanft zerrte er sie in die Höhe und schleifte sie mit sich. All ihr Flehen, all ihr Bitten stieß bei ihm auf taube Ohren.

Er hörte Miranda nicht zu, sein Denken galt Girisha alleine. Girisha ging ihnen voraus und wies ihm den Weg. Sie führte ihn in ihre Bibliothek und aktivierte den Schlüssel. Zu dritt standen sie davor.

Miranda wehrte sich mit aller Kraft gegen seinen festen Griff, sie wollte ihn nicht verlassen, aber er war soviel stärker als sie und hielt sie eisern fest. Girisha packte sie an den Haaren und zog sie Richtung Bild.

Miranda stiegen die Tränen in die Augen und widerwillig ging sie Schritt für Schritt auf das Bild zu. Kurz davor ließ Girisha los und gab ihr einen kräftigen Schubs. Miranda stürzte durch das Bild und fiel schwer in Hogwarts auf den Boden, direkt vor Made-Eyes Füße.

Verwundert blickte dieser sie an. Was ging hier vor? Dumbledore hat ihm nur aufgetragen hier Wache zu stehen, sonst nichts.Das es sich um einen Portschlüssel handelte war ihm klar. Aber was ging hier vor?

Umsichtig half er ihr auf die Beine. Sie sah sehr mitgenommen aus. Was sollte er mit ihr bloß tun? Sein Meister wollte sie unbeschadet, also wäre es das Klügste er verfrachtete sie auf die Krankenstation.

„Wie geht es dir? Ich bringe dich zu Madam Pomfrey.", sprach er sie, so sanft wie ihm möglich war, an.

Innerlich brannte er vor Neugierde, doch er beherrschte sich. War sie gar beim Meister gewesen? Er hätte sie zu gern gefoltert um ihr die Wahrheit zu entreißen, aber wenn das dem dunklen Lord zu Ohren kam, würde dieser ihn schlimm bestrafen.

Auch ihm waren die dummen Gerüchte von seinem angeblichen Tod zu Ohren gekommen, aber das war absurd! Er war unsterblich.

„Nein! Bring mich zu Dumbledore. Bitte!" sprach sie heftig dagegen.

Schwer musste sie sich auf ihn stützen, sie spürte wegen des Gifts und des Crutio-Fluchs jeden Knochen im Leibe, aber was ihr wirklich die Kraft raubte, war Severus abweisendes Verhalten.

Geschwächt stützte sie sich auf seinen Arm und überließ sich ganz seiner Führung. Sie hätte es kaum mitbekommen, wenn er sie ganz woanders hingebracht hätte. Zu sehr war sie mit ihren Gedanken bei Severus.

Sie musste ihn retten. Dieser Schlange würde sie ihn niemals überlassen. Vor Dumbledores Büro angekommen, mussten sie warten bis sich die Tür öffnete, aus einem unbekannten Grund, war die Tür versiegelt.

Verblüfft sah Dumbledore auf Miranda, als sie an Mad-Eyes Arm hereinhumpelte. Fürsorglich begleitete dieser sie zu einem Stuhl und Miranda ließ sich einfach darauf fallen, sie glaubte keine Sekunde mehr stehen zu können.

Albus wollte am liebsten tausend Fragen auf einmal stellen und musste sich selber innerlich zur Geduld ermahnen, sah er doch selbst wie mitgenommen sie war und so wartete er bis sie von sich aus die Stimme erhob.

„Sie hat Severus! Irgendein Zauber liegt auf ihn, er…er hat mich nicht erkannt." traurig senkte sie den Kopf.

Albus setzte sich zu ihr und legte seine Hand behütend auf ihre.

„Miranda erzähl mir alles von Anfang an. Von dem Moment an, als du von Hogwarts verschwunden bist." bat er sie.

An Mad-Eye gewand sagte er freundlich: „ Würdest du bitte Madam Pomfrey zu uns bitten?"

Nur widerwillig verließ Mad-Eye den Raum. Zu gern würde er erfahren von wem Miranda sprach. War sie nicht bei dem dunklen Lord gewesen? Wütend lief er durch die Gänge nach oben auf die Krankenstation.

Es half nichts, auch wenn er den Zorn seines Herrn auf sich lud er musste wissen, was hier vorging. Sobald es niemandem auffiel würde er das Schloss verlassen und zum Versteck Voldemorts aperieren. Vielleicht wusste dieser von den seltsamen Vorgängen auf dem Schloss gar nichts.

„In jener Nacht, gestern? Mir kommt vor als sei ich sehr lange fort gewesen. Nun, ich erinnere mich dass ich auf dem Flur war und auf eine Frau stieß. Ich erwachte in einer Gefängniszelle und da war Peter Pettigrew? Er schien sich an mich zu erinnern. Er war damals in der Schule ein merkwürdiger Junge und ist zu einem merkwürdigen Mann geworden."

Miranda stockte kurz die Stimme. Schon in der Schule war er ihr unsympathisch gewesen und das hat sich nicht geändert. Er war immer hinter James und Sirius hinterher getrottet und alles was die taten fand er cool. Sie atmete tief durch und konzentrierte sich darauf Albus alles zu erzählen.

„Dann kam sie – Girisha! Sie war so kalt und verspottete mich. Aus ihren Augen sprach blanker Hass. Sie lachte und sagte mir sie hätte Severus getötet, darauf hin habe ich das Gift getrunken."

Nachdenklich blickte sie zu Boden. Warum hatte sie Girisha nur so schnell geglaubt? Wäre es nicht klüger gewesen zuerst einmal abzuwarten und den Wahrheitsgehalt ihrer Aussage zu prüfen?

Sie hatte ihr lachend ins Gesicht gesagt, dass sie ihren Geliebten getötet hätte und ohne Zögern glaubte sie ihr und versuchte sich das Leben zu nehmen. Was war nur los mit ihr? Offensichtlich war sie solchen Situationen nicht gewachsen.

In Afrika war das gefährlichste was ihr passieren konnte zu spät zur Arbeit zu kommen, oder über der Arbeit die Zeit zu vergessen. Ihr Leben war bisher mehr oder weniger ruhig und ereignislos verlaufen. Das aufregendste in ihrer Welt war Severus.

Mit soviel Bösem konfrontiert zu werden, darauf war Severus vorbereitet, aber nicht sie und er brauchte jetzt dringend Hilfe. Schnell sprach sie weiter.

„Severus kam und rette mich. Ich war noch ganz benommen als Girisha zurückkam. Severus versuchte sie zu provozieren, wollte sie zu einem Fehler hinreißen. Irgendetwas was er sagte reizte sie bis aufs Blut, in ihrer Wut zwang sie Severus sie zu küssen und dann…. und dann war er ganz anders, verändert. Ich….egal was ich sagte, er hatte nur Augen für sie und stieß mich grob weg. Sie schleiften mich zum Portschlüssel und sie warf mich durch. Wir müssen ihm helfen, er braucht dich!" flehte sie.

Dumbledore lehnte sich zurück und dachte nach. Es war offensichtlich, dass diese Girisha einen Zauber über Severus gelegt hatte, aber welchen? Sie mussten herausfinden, wo Severus sich befand und nur mit dem richtigen Zauber könnten sie ihn von Girishas Bann befreien.

Er würde Miranda noch einmal ausführlich befragen müssen. Viel zu hastig hatte sie gesprochen und einiges hörte sich noch sehr verworren an. Er musste ihr Zeit lassen um ihre Gedanken zu ordnen und zur Ruhe zu kommen.

Sie wirkte so zerbrechlich und sie konnte ihren Blick nicht auf einen Punkt fixieren. Das alles, ihre Entführung, das Gift, die fremde Hexe und Severus der verzaubert wurde, dass war zuviel für sie gewesen.

Sie brauchte Schlaf und Ruhe, auch wenn sie die Zeit vielleicht nicht hatten, so musste er sie ihr dennoch gönnen. Ein Klopfen an der Tür ließ ihn den Kopf heben.

Auf sein „Herein!" kam Poppy herein gewuselt und stürmte sofort auf Miranda zu.

Mad-Eye hatte ihr nur erzählt dass es ihr nicht gut ging und war dann verschwunden. Ein seltsamer Mann!

„Was ist mein Kind, was fehlt dir?" fragte sie fürsorglich.

Poppys Nettigkeit ließen Miranda nochmals die Tränen in die Augen steigen, und so übernahm Dumbledore für sie das reden. Kurz umriss er die Situation und Poppy Pomfrey hörte ihm aufmerksam zu.

Sie hatte schon schlimme Wunden auf Grund des Crutio-Fluchs gesehen, er konnte so weit führen, dass die Person auf die er angewendet worden war sogar starb oder endgültig den Verstand verlor.

„Ich werde sie mitnehmen und über Nacht auf der Krankenstation behalten. Wenn alles gut geht, kann sie diese bereits morgen wieder verlassen." Poppy legte einen Arm um Mirandas Schulter und zog sie mit sich.

Willenlos lies sie es mit sich geschehen. Dumbledore bemerkte kaum mehr, dass die beiden sein Zimmer verlassen, er war mit seinen Gedanken schon ganz woanders. Er musste herausfinden, wer Girisha war. Seufzend erhob er sich. Er würde Minerva aufsuchen, gemeinsam würden sie schon herausfinden, wer sie war.

Poppy ging mit Miranda über den Flur und die Treppen nach oben in den Krankenflügel. Unentwegt sprach sie beruhigend auf sie ein. Sie wollte verhindern, dass der Fluch verspätet einen Schock bei ihr auslöste.

Sie passierten mehrere Nischen und Wandteppiche. Hinter einem verbargen sich Harry, Ron und Hermine. Besorgt sahen die drei auf Miranda. Es war offensichtlich, dass sie Schreckliches erlebt hatte, sie sah völlig erschöpft und mitgenommen aus.

Wo war Professor Snape? Noch ein Rätsel, das es für sie zu lösen galt. Kaum waren die beiden vorüber gegangen, schlichen sie sich zurück in ihren Gemeinschaftsraum.

Unterdessen rannte Mad-Eye aus dem Schloss. Niemand würde ihn jetzt, wo alle ganz aufgeregt durch Mirandas Rückkehr und dem fehlen Snape waren, ihn vermissen. Snape!

Snape war so misstrauisch wie eine alte Katze und fast so hässlich. Dachte er hämisch.

Verstohlen warf er trotzdem immer wieder einen Blick zurück. Nur weil er sich sicher fühlte, musste das noch lange nicht heißen, dass es so war. Aber er hatte Glück, niemand sah ihn.

Hastig rannte er zu der Stelle von wo aus er aperieren konnte und war im nächsten Augenblick schon verschwunden.

Mad-Eye verandelte sich langsam zurück in Barty Crouch, durch den Vielsafttrank, der Verwandlungen der Gestalt möglich machte, wurde er zu Mad-Eye und konnte ungehindert nach Hogwarts, was ihm als Barty Crouch, Anhänger von Lord Voldemort und eigentlich Insasse des Gefängnisses Askaban, unmöglich gewesen wäre.

Sein braunes Haar trug er streng gescheitelt, er war ein junger, groß gewachsener Mann. Mit seinen braunen Augen suchte er die Umgebung ab, alles war ruhig, zu ruhig. Nervös strich er sich mit der Zungenspitze, gleich einer Schlange, immer wieder über die Lippen.

Von außen sah das baufällige Haus aus wie immer und doch war es, dass sagte ihm sein Gefühl, nicht mehr so wie vorher. Vorsichtig trat er ein und schlich lautlos nach oben. Niemand begegnete ihm.

Das war nicht so ungewöhnlich, außer dem dunklen Lord und Peter Wurmschwanz war niemand hier.. Als er vor Voldemorts Raum stand zögerte er wieder. Von drinnen war kein Laut, kein Geräusch zu hören.

Unruhig hastete sein Blick hin und her. Leise stieß er die angelehnte Tür auf und wartete. Nichts! Kein zischendes Schimpfen und kein Fluch trafen ihn. Merkwürdig! Barty schielte um die Ecke, warf einen unschlüssigen Blick hinein und erschrak.

Niemand war hier. Der Lord war fort. Aber wie war das möglich? Er hätte ihm, seinem treuen Diener, doch bestimmt Bescheid gegeben, oder? Glaubte er, er hätte ihn verraten? Nein! Wenn der dunkle Lord das von ihm dachte wäre er schon längst tot.

Er ging in den Raum und sah sich gründlich um, außer einem kleinen Haufen Asche fand er nichts. Kein Lord, kein Peter, nicht einmal ein Zeichen von Nangini der Schlange, nichts. Was wenn die Gerüchte wahr waren? Wer hatte ihn getötet? Wer war, außer Dumbledore, dazu imstande? Was sollte er jetzt tun?

Er beschloss, nach Hogwarts zurückzukehren und abzuwarten, da er so mehr über den Verbleib des dunklen Lords in Erfahrung bringen könnte. . Entschlossen zog er eine Flasche aus seiner Tasche und leerte hastig den Inhalt dieser. Sofort setzte die Verwandlung ein und er war wieder Mad-Eye. Schnell humpelte er nach draußen und kehrte nach Hogwarts zurück.

Madam Pomfrey gab Miranda, nach dem diese ordentlich gegessen hatte, ein leichtes Schlafmittel. Am anbrechenden Morgen des nächsten Tages erwachte sie ausgeruht und sah die Welt wieder viel klarer.

Sie schob die Decke zurück und wollte sofort zu Dumbledore eilen. Sie musste mit ihm die nächsten Schritte besprechen. Sie musste Severus befreien. Zielstrebig eilte sie zur Tür, nur der kalte Steinfußboden ließ sie innehalten.

In dem Moment öffnete Poppy die Tür und schaute in den Raum. Misstrauisch beäugte sie Miranda, die direkt vor ihr stand.

„Wo willst du hin? Ich habe dich noch nicht entlassen!" fragte sie sie spitz.

„Ich möchte zu Dumbledore. Es muss noch soviel getan werden." erwiderte Miranda.

„Zuerst wird gefrühstückt! Du bestehst sowieso nur mehr aus Haut und Knochen!" bestimmte Madam Pomfrey und schob sie zurück aufs Bett.

Widerstrebend ließ Miranda sich das gefallen, nur so konnte sie sicher sein, dass sie so schnell wie möglich die Krankenstation verlassen konnte, denn ohne Frühstück würde Poppy sie niemals gehen lassen.

Lustlos aß sie die Portion Rührei auf ihrem Teller und trank geistesabwesend ein Paar Schlucke Tee dazu. Erst als sie für Poppys Geschmack genug zu sich genommen hatte, erlaubte diese ihr sich anzukleiden und die Krankenstation zu verlassen.

Schnell eilte sie durch die Gänge, die Treppen hinab bis vor Dumbledores Büro. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. Hoffentlich war es noch nicht zu spät. Sie hatte die ganze Nacht geschlafen, und hatte keine Ahnung, wie es Severus inzwischen ergangen war.

Sie machte sich große Sorgen und Vorwürfe.. Dumbledore erschien verschlafen an der Tür. Es war noch sehr früh und er war bis spät in die Nacht über seinen Büchern gesessen, aber er hatte noch keine Spur von Girisha gefunden und die Zeit lief ihnen davon.

Er ließ sie eintreten und sah sofort, dass zwar ihr Gesicht von der Sorge um Severus geprägt war, sie aber im Vergleich zu gestern deutlich besser, frischer aussah.

Leise seufzte er, schon bald würde er ihr sagen müssen, dass er nichts Neues herausgefunden hatte, eigentlich gar nichts. Er hatte Angst vor ihrem gebrochenen Blick, sie schien alle ihre Stärke verloren zu haben.

Um noch etwas Zeit zu gewinnen, bat er sie alles noch einmal zu schildern, vielleicht konnte sie sich an ein wichtiges Detail noch erinnern. Miranda saß zusammengekauert auf der Stuhlkante und dachte nach.

Plötzlich erhellten sich ihre Züge, sie erinnerte sich an etwas was Girisha getan hatte und ihr seltsam vorkam.

„Sie betupfte sich als sie mit Severus sprach mit einer durchsichtigen Creme die Lippen, kurz bevor er sie küsste."

Bei dem Gedanken an dem Kuss durchfuhr sie ein schmerzhafter Stich. Er sollte keine andere Frau außer ihr küssen!

„Er sank nach dem Kuss in die Knie und war wie betäubt. Sie aber wischte sich danach rasch die Lippen ab! Das ist es! Sie hat ihn vergiftet!" entfuhr es Miranda triumphierend. Zufrieden blickte Dumbledore sie an.

„Nun wir müssen herausfinden um was für ein Gift es sich handelt. Es muss etwas starkes sein, wenn es in so geringer Dosis so große Wirkung zeigt. Ich werde sofort mit den Nachforschungen beginnen, außerdem müssen wir noch den Aufenthaltsort von Girisha finden. Den Portschlüssel hat sie, nachdem sie dich durchgeschickt hatte, deaktiviert. Der nützt uns nichts mehr." meinte Dumbledore bedauernd.

Auch dafür hatte Miranda die passende Antwort.

„Sphinx! Ich schicke die Sphinx auf die Suche. Sie finden bestimmt ihre Spur. Sphinxe sind alt und klug und hören und sehen mehr als jedes andere Geschöpf!"

Miranda machte sich sofort auf den Weg, je eher sich die Sphinx in die Lüfte erhoben umso schneller kamen sie zu Informationen und zu Severus.

Miranda eilte durch die Halle auf das Portal zu und begegnete dabei Harry und seinen Freunden. Ernst trat ihr der Junge in den Weg und hielt sie auf.

„Morgen Harry! Bitte lass mich vorbei ich habe keine Zeit zu verlieren!" bat sie ihn und stand schon im Begriff ihn zu umgehen.

„Morgen! Können wir dir helfen?" fragte er freundlich.

Konnten Kinder ihr helfen? Warum nicht! Was hatte sie schon zu verlieren! Sie würde alles dafür tun um Severus zu retten.

„Kommt mit! Ihr könnt mir vielleicht wirklich helfen. Ich erzähle es euch auf dem Weg." erwiderte Miranda bestimmt.

Barty lehnte unbemerkt von den vieren hinter einer der Säulen die die Halle säumten und lauschte der Unterhaltung interessiert. Diskret in sicherem Abstand folgte er ihnen. Er wollte unbedingt herausfinden was ihnen Miranda zu erzählen hatte.