Kapitel 8

Am darauffolgenden Tag machte sich Harry nach seiner neuen Morgenroutine nicht auf den Weg zur Arbeit, sondern mit Hedwig in den Park. Klaus gab ihm den größten Teil des Tages frei, da er gestern mitgeholfen hatte, obwohl er gar nicht danach gefragt wurden ist.

Deshalb wandert ein in Gedanken versunkener Harry ein wenig umher, mit Hedwig auf seiner Schulter, welche versuchte, seine Aufmerksamkeit zu erregen, doch er hörte ihr nur teilweise zu.

Nachdem er nämlich Roxy und Klaus am Tag zuvor in der Fruity Smoothie Bar ausgeholfen hat, versuchte er, seinen verwirrten Verstand wieder zu beruhigen und nach einer logischen und wohl überlegten Lösung für alles zu suchen.

Die Sache ist jedoch die, er hat einfach keine Ahnung. In der Erwartung einen Sommer voller Ruhe und Entspannung genießen zu können, kam er nach Gardenia, und nun ist er in möglicherweise größere Geheimnisse verstrickt, als in seiner Schule, und wirklich, dass sollte ja wohl was heißen.

Das, worüber er nachzudenken hat, sind das Buch, die vier Männer in schwarz, die sechs Mädchen und die magischen Feen-Kuscheltiere, und zu guter Letzt auch noch Roxy.

Von all dem wirkt das Buch mit all seiner dunklen Magie wie das kleinste Problem und das ist wirklich deprimierend zu sagen.

Die vier Männer sind höchstwahrscheinlich sehr gefährlich, doch weder weiß Harry, wer oder was sie sind, noch wo sie derzeit sind.

Die sechs Mädchen, welche Feen sein könnten, welche vor langer Zeit verschwunden sein sollten, scheinen nicht unbedingt böse oder so zu sein, doch Harry hätte es trotzdem lieber, wenn seine und ihre Wege sich nicht kreuzen würden und er in das hineingezogen wird, was auch immer hinter diesen Mädchen verborgen ist. Ganz zu schweigen davon, dass sie Magie verwenden, ohne dass es jemand seltsam findet oder das amerikanische Zauberei-Ministerium auftaucht.

Schließlich ist da noch Roxy, welche ihm eine gute Freundin geworden ist, obwohl sie sich erst seit kurzem kennen. Roxy, wer nicht nur auch von all der Magie unbekümmert zu sein scheint, was wirklich merkwürdig ist, sondern scheinbar auch Magie besitzt. Doch ob sie eine Hexe, eine Fee oder sonst was ist, ist immer noch unklar für Harry.

Zusammengefasst hat Harry vier „Probleme", welche es zu behandeln gilt, doch ganz ehrlich, er ist mehr als nur ratlos, er ist auch stark in Konflikt. Denn, mal vom Buch abgesehen, gibt es mindestens ein Thema, zu welchem er eine Idee hat, doch er weiß nicht, ob es eine kluge Idee ist.

Er spricht davon, zu überlegen, ob er Roxy von Magie erzählen soll. Das er Magie hat, Magie überall um sie herum gewirkt wird, oder zumindest bis zu einem gewissen Grad, und dass sie scheinbar auch Magie zu besitzen scheint.

Auf der einen Seite wäre es toll, wenn er seinem neuesten Freund sein Geheimnis anvertrauen könnte, denn er kann schon sehen, dass es auf langer Zeit nur zu Problemen führen würde, wenn er nichts sagt. Außerdem könnte er, indem er ihr sagt, dass sie auch Magie zu besitzen scheint, mehr darüber vielleicht gemeinsam herausfinden.

Auf der anderen Seite gäbe es die Möglichkeit, dass sie ihm nicht glaubt, sie ihn für verrückt hält, oder sogar verängstigt und/oder angeekelt wäre davon, dass er „anders" ist, und das ist wirklich das allerletzte, was er möchte, dass sein neuer Freund über ihn denkt und fühlt.

Doch trotz all der möglichen schlechten Ausgänge kann Harry nicht anders, als zu denken, dass es die bessere Idee wäre, wenn er ihr die Wahrheit erzählt. Wäre es nur er selbst, welcher was mit Magie zu tun hat, würde er wahrscheinlich nichts erzählen, doch es sind viel mehr Personen und Wesen, welche was mit Magie zu tun haben, ganz zu schweigen davon, dass Roxy es verdient hat, von ihren Kräften zu erfahren. Wer weiß, was immerhin alles passieren könnte, wenn einer der anderen beiden Gruppen ihre Kräfte entdeckt, oder ihre Kräfte stärker werden, ohne das sie irgendetwas davon weiß, und sie sie nicht komplett kontrollieren kann und sich selbst verletzt.

Das Buch würde er ihr wohl dann auch zeigen, doch er glaubte nicht, das sie so viel davon lernen würde. Zum einem weiß er nicht, ob sie es überhaupt auch lesen könnte, und dunkle Magie ist nicht wirklich etwas, womit man sich zu viel Beschäftigen sollte, besonders wenn man kaum eigene Erfahrung mit Magie hat.

Die anderen beiden Themen sind trotzdem immer noch ein Rätsel für ihn, vor der ersten Gruppe würde er sich in Acht nehmen, bei der zweiten bleibt er erst einmal versteckt. Alles weitere muss er noch weiter überlegen und vielleicht auch mit Roxy besprechen, immerhin scheint sie einige Ähnlichkeiten mit den Mädchen zu haben.

Vielleicht sollten sie sich auch von dem Feen-Kuscheltierladen fernhalten, zumindest solange, bis er mit Roxy gesprochen hat und auch selbst ein wenig mehr über den Laden nachgeforscht hat.

Apropos Roxy, sie wollte mit ihm ein Apartmentkomplex in der Nähe ihres Hauses besichtigen, wo er möglicherweise hinziehen könnte. Doch aktuell arbeitet sie noch.

Da es noch nicht einmal Mittag ist und Harry noch mindestens einige Stunden bis zu seinem Treffen mit Roxy hat, versucht er den Tag mit Hedwig zu genießen.

Bezüglich Hedwig, da sie die ganze Zeit von Harry ignoriert wurde, fängt sie an, wütend zu bellen und ihn zu picken, was seine Aufmerksamkeit endlich auf sie richtete.

„Au Au Au, Hedwig, lass das! Tut mir leid, dass ich dich ignoriert habe, ich bin gerade mit vielem beschäftigt und weiß nicht wirklich, was ich tun soll", sagte Harry und fleht Hedwig regelrecht an, mit ihrem picken aufzuhören.

Hedwig hörte dann auf, ihn zu ärgern und sah ihn mit einem Blick an, der regelrecht sagte, dass er zu viel denkt. Womöglich hat sie Recht, doch Harry kann nicht unbedingt anders.

„Lass uns einfach unseren Tag im Park genießen, vielleicht bekomme ich dort ja einige gute Ideen", sagte Harry zu Hedwig und beide setzten ihren Weg in Richtung Park fort.

Nach einigen weiteren Minuten des Herumwanderns erreichten sie endlich ihr Ziel und nahmen die frische Luft und den schönen Anblick von all dem natürlichen grün in sich auf. Trotz all der Seltsamkeit der Stadt ist sie doch trotzdem immer noch wunderschön. Und auch sehr nett und fröhlich.

Harry und Hedwig beobachten die Leute um sie herum. Es gab einige Erwachsene, welche auch einfach herumzulaufen scheinen, einige Kinder, welche Fangen der mit einer Frisbee spielen, einige Leute, welche einen Hund spazieren führen und auch einige Teenager, welche mit ihren Freunden Zeit verbringen.

Neben den Hunden gibt es auch noch andere Tiere im Park. Da sind natürlich viele Vögel, welche herumfliegen, einige Enten sind mit dabei, welche in einem kleinen Teich schwimmen, einige Eichhörnchen und Häschen, welche zwischen den Bäumen und Büschen relativ gut versteckt sind und auch ein paar streunende Katzen, welchen es jedoch sehr gut zu gehen scheint.

Alles in allem ein Ort, welchen Harry und Hedwig mehr als nur genießen können.

Sie wandern/fliegen herum, Harry riecht an einigen Blumen, etwas, dass er noch nie wirklich getan hat, da er nie wirklich daran gedacht hat, die Natur so zu genießen, reden hier und da mit einigen Passanten, welche auf sie zukommen und ihn nach Hedwig befragen, da sie alle etwas neugierig auf so eine zutrauliche und schöne Eule sind.

Gegen Mittag essen Harry und Hedwig ein paar kleine Snacks, welche sie an einigen Ständen in der Gegend bekommen können, wie Brezeln, und setzten sich dann auf eine Bank, welche etwas abseits vom Gehweg steht, damit sie ein wenig reden können.

„Wir sollten öfter in den Park gehen, oder Hedwig? Wir könnten hier wahrscheinlich Tage verbringen und würden es immer noch genießen, die Natur in uns aufzunehmen, ohne groß irgendetwas anderes zu tun", sagte Harry und schloss seine Augen, genießt die sanfte Brise, welche durch sein Haar weht.

„Hoot hoot hoot, ho ho, hoot hoot", sagte Hedwig genauso entspannt wie Harry.

„Ja, wir sollten wahrscheinlich mit Roxy und Artuu herkommen. Zusammen hätten wir mit Sicherheit eine noch bessere Zeit", sagte Harry mit einem sanften Lächeln.

„Hoot hoot ho, hoot hoot, hoooooo", sagte Hedwig mit neckendem Ton.

„Ja, Roxy ist wirklich eine tolle Person, doch wir sind nur Freunde. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, was genau ich ihr gegenüber empfinde, doch selbst wenn es mehr als nur Freundschaft wäre, würde es wahrscheinlich nicht klappen. Ih meine, davon mal abgesehen, dass ich keine Ahnung habe, was genau sie gegenüber mir denkt und empfindet, bleibe ich wahrscheinlich nur über den Sommer hier, ganz zu schweigen davon, dass es zurück in Großbritannien einen Haufen Probleme gibt, in welche ich sie nicht mit hineinziehen möchte", sagte Harry mit einem etwas traurigem Lächeln.

„Hoot hoot hoot, hoot hoot hoot hoot, hoot hoot", sagte Hedwig wütend zu Harry.

„Was, aber Hedwig-", wollte Harry sagen, doch Hedwig war noch nicht fertig.

„Hoot hoot, ho ho, hoot, ho ho ho ho hoot hoot hoot", sagte Hedwig und blickte ihm tief in die Augen, fordert ihn heraus, tief nachzudenken und sich genau zu überlegen, ob er ihr widersprechen sollte.

Nach einigen Augenblicken tief in Gedanken versunken, sagte Harry schließlich: „Du hast recht, Hedwig. Egal welche Probleme es zurück in unserem Heimatland gibt, nichts davon hat mit meiner Beziehung zu Roxy zu tun. Und vielleicht sollten wir wirklich einfach hier bleiben und unser neues Leben genießen, obwohl ich bezweifle, dass man uns so einfach gehen lässt, wenn man von unserem Verschwinden erfährt. Außerdem werde ich Hermione und Ron vermissen, sowie den Rest der Weasleys, Neville, Luna und das Quidditch-Team, wahrscheinlich auch Hagrid und Remus, obwohl ich mit einigen von ihnen einiges zu besprechen hätte, wenn wir sie wiedersehen. Und auch wenn ich Roxy's Gedanken und Gefühle nicht kenne, vor allem, wie sie sein werden, wenn ich ihr von Magie erzählen sollte, so weiß ich doch, dass sie mich zumindest jetzt als Freund betrachtet, und das ist erst einmal gut genug für mich".

Hedwig schaute ihn stolz an. Danach verbrachten die beide einige Zeit in Stille und genossen einfach die frische Luft im Park.

Gegen 15:00 Uhr machten sich Harry und Hedwig dann auf den Weg aus dem Park heraus, da sie sich in circa einer Stunde mit Roxy treffen wollen, doch auf den Weg stießen sie mit einer Person zusammen, von welcher sich Harry eigentlich fernhalten wollte.

Da beide nicht wirklich aufgepasst haben und auf den Boden fielen, brauchten beide kurz, bis sie sich zumindest aufstützen und gegenseitig ansahen.

Was Harry sah, war ein wunderschönes Mädchen mit Karamellfarbener Haut, grünen Augen und braunem Haar, welche ein pink-gelbes Langarm-Oberteil und einen Rock in etwas dunklerem pink trägt. Außerdem hat sie eine Art Stirnband auf, durch welches es so aussieht, als würde sie zwei Stoffkatzenohren tragen. Noch dazu fliegt neben ihr eines der Feen-Kuscheltiere, welches wie eine pinke Katze mit Blumenstirnband aussieht, und mit Flügeln.

Doch während Harry immer noch damit beschäftigt ist, das Mädchen anzustarren, begann sie aufzustehen und blickte mit einem besorgtem Blick auf ihn herab.

„Entschuldigung, ich habe nicht aufgepasst, wo ich hingehe. Ich habe dich doch nicht verletzt, oder?", fragte das Mädchen Harry besorgt, da er sie immer noch nur anstarrt und sich bisher nicht weiter bewegt hat.

Harry, welcher dass endlich erkennt, richtete sich mit einem kleinen Erröten auf, welches daher kommt, dass es ihm peinlich ist, dass er beim starren erwischt wurden ist, auch wenn sie dies nicht bemerkt zu haben scheint und demnach auch nicht weiß, warum er sie so anstarrt.

Mit einem deutlich schnelleren Gedankengang als zuvor dachte er: „Okay Harry, beruhige dich. Sie kennt dich nicht, weiß nicht, dass du Magie hast, welche du zum Glück nach dem Training am Morgen auch wieder versteckt hast, und wirkt auch recht freundlich. Verhalte dich also ganz normal".

Während er sie zuvor circa zwanzig Sekunden lang angestarrt hatte, dachte er dies im aufrechtstehen tatsächlich in weniger als zwei Sekunden und sagte daher schnell: „Nein, nein, alles ist ganz und heil. Außerdem habe ich auch nicht aufgepasst, wohin ich gehe, also ist es auch meine Schuld."

Das Mädchen schaute daraufhin erleichtert aus und hatte nun ein Lächeln im Gesicht.

„Ich bin übrigens Flora und das neben mir ist Coco. Und wie heißt du?", fragte sie ihn ganz freundlich.

„Harry, und das neben mir ist meine Freundin Hedwig", sagte Harry, während er kurz zu Hedwig blickte, welche jetzt wieder auf seiner Schulter sitzt.

„Oh, ich habe noch nie eine so schöne Eule gesehen", sagte Flora und bewunderte Hedwigs Federn-Kleid.

Hedwig putzte sich natürlich wieder bei dem Kompliment und Harry sagte einfach: „Danke, aber dein… Katze Coco ist auch sehr süß. Entschuldige, aber ich glaube nicht, dass ich je so etwas wie eine Katze mit kleinen Flügeln gesehen habe, würde es dir etwas ausmachen, mir zu erklären, was genau sie ist?", fragte Harry sie und log ein wenig, doch wirklich, er muss versuchen, so zu tun, als wüsste er überhaupt nichts über Magie und sonstiges.

„Ah, sie ist ein Feen-Kuscheltier, welches mit vielen anderen von mir und meinen Freundinnen mit Magie erschaffen wurden ist. Wir pflegen sie, spielen mit ihnen und stellen sie allen Leuten in unserem neuen Laden vor, wo sie sie adoptieren können", sagte Flora fröhlich.

Harry dachte sich dabei nur: „Sie ist also eine Magie-Anwenderin und gibt es auch einfach so zu! Auch wenn ich weiß, dass sie keine Hexe ist, dass beweist es noch einmal! Ich denke, sie und ihre Freundinnen haben überhaupt nichts mit der magischen Gemeinschaft generell zu tun. Wissen sie überhaupt davon?"

Doch da er wieder sehr schnell denkt, sagt er kurz nach Flora's Erklärung: „Wow, Magie, was? So etwas gibt es wirklich?"

Während Harry normalerweise sehr gut im Lügen ist, so beschimpft er sich doch trotzdem wegen seiner eher grauenhaften schauspielerischen Leistung gerade eben.

„Ja, siehst du, auch wenn du es vielleicht nicht glauben kannst, ich bin eine Fee aus der magischen Dimension Magix und wir sind hier auf der Erde, um den Menschen wieder Magie nahezubringen", sagte Flora und schaute ihm in die Augen, hoffte, dass er ihr wirklich glauben würde und sie nicht für verrückt halten würde, wie es viele Leute mit ihr und ihren Freundinnen taten, trotz dessen, dass sie sie sogar mit Feen-Kuscheltieren bekannt machen.

Harry denkt sich allmählich, dass es nicht noch verrückter werden könnte, aber wirklich, eine andere Dimension?!

„N-nun, dass ist zugegebenermaßen schwer zu glauben, aber Magie ist etwas, von dem ich schon immer gedacht habe, dass es möglich sein könnte. Immerhin wäre Magie wohl das umglaublichste, was es überhaupt geben kann", sagte Harry und fasste sich wieder schnell mit dem Entschluss, egal, was sie sagt, er flippt erst später aus, wenn er alleine in seinem Zimmer mit Hedwig ist.

Flora, welche wirklich erfreut ist, dies zu hören, lächelt strahlend und sagt: Ja, nicht wahr? Magie ist so wundervoll und kann den Menschen so viel Glück bringen! Besonders hier draußen in der Natur existiert so viel natürliche Magie in all den Pflanzen".

Harry, der das hört, wundert sich ein wenig. Sicher weiß er von natürlicher Magie und dass eine gewisse Menge in der Flora existiert, aber…

… moment mal. Das ist doch sicherlich nicht wirklich so einfach, oder?

„Entschuldigung, das, was du sagst, hört sich wirklich beeindruckend an, aber kannst du das ein wenig mehr erklären, denn ich glaube, ich kann dir nicht so ganz folgen", sagte Harry und täuschte mangelndes Verständnis vor.

„Nun, wie gesagt, mein Name ist Flora und ich bin die Fee der Natur und Pflanzen. Meine Kräfte beziehen sich ganz besonders auf alles, was der Name mit sich bringt, so kann ich zum Beispiel mit den Pflanzen reden und kommunizieren, sie wachsen lassen und fast verwelkte Pflanzen wieder erblühen lassen", erklärte Flora freudig.

„Also eine Naturfee", murmelte Harry leise vor sich hin.

„Und deshalb bin ich auch auf den Weg in den Park, da dort die Natur wunderschön ist und ich mich dort einfach wohl fühle", sagte Flora.

„Nun, dann hast du dir mit Sicherheit den richtigen Ort ausgesucht, dieser Park ist wirklich wundervoll. Ich könnte hier Tage damit verbringen, einfach nur meine Umgebung in mich aufzunehmen und zu genießen", sagte Harry.

„Ja, nicht wahr? Ich würde dich fragen, ob du mitkommen wollen würdest, damit wir ein wenig mehr reden könnten, aber du scheinst bereits woanders hin zu wollen", sagte Flora.

„Ah, ja, ich treffe mich gleich mit einem Freund und sollte mich besser mal auf den Weg machen. Immerhin ist es schon fast Zeit für unser verabredetes Treffen", sagte Harry.

„Dann wünsche ich dir und Hedwig noch einen schönen Tag und hoffentlich hast du viel Spaß mit deinem Freund. Oh, und komm doch mal in unserem Laden vorbei, dort kann ich dich anderen Feen-Kuscheltieren vorstellen", sagte Flora.

„Das werden wir und unser Freund sicherlich und ich denke, ich könnte mal vorbeischauen, wenn ich die Zeit dazu haben. Bis später dann, Flora", sagte Harry und verabschiedete sich von ihr mit einem Lächeln.

„Bis bald", sagte Flora auch zu ihm.

Danach machte sich Harry auf den Weg zur Fruity Smoothie Bar, wo er sich mit Roxy treffen würde. Doch auf dem Weg dorthin, dachte er über all die Informationen nach, welche er gerade bekommen hatte.

Das Mädchen, Flora, ist eine Fee, noch dazu scheinbar eine Naturfee. Ihre Freunde sind dementsprechend wahrscheinlich auch Feen, wenn auch auf andere Aspekte spezialisiert. Noch dazu kommen sie aus einer anderen Dimension namens Magix und sind hier auf dem Planeten, um den Menschen wieder Magie näher zu bringen.

Eigentlich wollte Harry ja ausflippen, doch aus mehreren Gründen tat er das nicht.

Erstens ist dies wohl das verrückteste, was er bisher je gehört hat, doch er kann sowohl sagen, dass Flora nicht log, als auch mag dies zwar das am meisten Verrückteste sein, das er je hörte, jedoch gab es in seinem Leben bereits so viel Verrücktheit, noch mehr ist dabei wirklich nicht unbedingt verwunderlich.

Zweitens wird er nur zu einer Lösung und Antworten kommen, wenn er ruhig bleibt, nachdenkt und nachforscht. Wenn er seine Selbstfassung verliert bringt ihm das überhaupt nichts.

Drittens wirkte Flora wie ein sehr nettes Mädchen, welches sehr freundlich zu anderen, selbst Fremdem ist und die Natur sehr liebt. So jemand kann wohl kaum eine schlechte Person sein.

Das hilft Harry trotzdem nur wenig weiter, da er nicht weiß, wie er weiter vorgehen soll, besonders, wenn er Flora versprach, bald mal in ihrem Laden vorbeizuschauen, wenn er ein paar Stunden zuvor noch beschloss, sich für eine Weile von dort fernzuhalten.

Während Harry sich nicht mehr so leicht von negativen Emotionen beeinflussen lässt, so kann er doch zu freundlichen Leuten, scheinbar ganz besonders hübschen Mädchen, nicht nein sagen.

Es ist jedoch zumindest schon schon einmal beruhigend zu wissen, dass Flora und ihre Freundinnen wahrscheinlich keine Gefahr für Harry darstellen werden, so freundlich wie die Naturfee ist und ihr Ziel darin besteht, den Menschen die Wunder der Magie wiede3r näherzubringen, wie es vor wirklich langer Zeit mal war.

Alles in allem ist Harry noch verwirrter als zuvor, doch auch beruhigter, da er mit dem Mädchen sprach, ohne dass sie seine Magie bemerken konnte, auch wenn er sich ein wenig schlecht fühlte, solch eine freundliche Person anzulügen.

Doch darüber kann sich Harry später weiter Gedanken machen, denn er war endlich an der Fruity Smoothie Bar angekommen, um sich mit Roxy zu treffen.

Und siehe da, besagtes Mädchen steht schon vor dem Eingang, neben ihr Artuu, welche beide in seine und Hedwigs Richtung blicken.

„Hallo Harry, Hedwig, schön euch zu sehen", sagte Roxy mit einem Lächeln und winkte ihnen zu.

„Wuuf", bellte Artuu zustimmend.

„Schön euch auch zu sehen, Roxy, Artuu", sagte Harry und Hedwig bellte zustimmend.

„Also, bist du bereit, das Apartmenthaus anzuschauen und möglicherweise eine neue Wohnung zu finden?", fragte Roxy ihn.

„Sicher, obwohl ich auch auf diesen seltsamen Vermieter gespannt bin, den du erwähnt hast", sagte Harry zu ihr und die vie begannen sich auf den Weg Richtung Apartmentgebäude zu machen.

„Nun, er ist vielleicht ein wenig ungewöhnlich und wirkt manchmal auch schon fast verrückt, doch er ist auch freundlich zu denen, welche sich ihm gegenüber freundlich verhalten, und er hat auch immer ein paar Weisheiten auf Rat", erklärte Roxy ihrem Freund.

„Huh, klingt wie ein interessanter Kerl", sagte Harry.

Die beiden Freund und ihre Vertrauten/Haustiere schlenderten die Straßen Gardenia's entlang und sprachen über allerlei Themen, welche ihnen in den Sinn kamen. Nahezu jeder, der sie von außen betrachten würde, könnte denken, dass sie entweder sehr gute Freunde sind, welche sich schon seit Jahren kennen, oder sogar ein romantisches Paar, so wohl sahen beide miteinander aus, einfach die Gesellschaft des anderen genießend.

„Hast du heute übrigens irgendetwas interessantes getan, während du frei von der Arbeit hattest?", fragte Roxy ihn,

„Nicht gerade irgendetwas besonderes, Hedwig und ich gingen in den Park, genossen die Natur und unterhielten uns ein wenig, entspannten ein wenig, sahen zu, was die anderen Leute im Park taten, trafen Flora und sind dann zur Fruity Smoothie Bar gegangen, um dich und Artuu zu treffen, gerade noch pünktlich", sagte Harry.

„Flora?", fragte Roxy und klang, nicht das Harry es bemerkt hätte, nur ein klein wenig eifersüchtig.

„Ah, äh, ja, Flora, Ein Mädchen, circa zwei Jahre älter als wir, mit welchem ich im Park aufeinandertraf, als wir beide nicht aufgepasst haben. Wir haben uns danach ein wenig unterhalten über… interessante Dinge, und dann erzählte sie mir, dass sie einer der Leute ist, welche in diesem Feen-Kuscheltier-Laden arbeitet", sagte Harry und wollte sein Treffen mit Flora ursprünglich geheim halten.

„Hmm, ist sie möglicherweise ein langhaariges blondes Mädchen mit blauen Augen?", fragte Roxy und wurde nur ein klein wenig mehr eifersüchtig.

„Äh. Nein, sie hat lange braune Haare und grüne Augen", sagte Harry und fragte sich, an wen Roxy bei Flora's Namen dachte.

„Oh, dann ist es also nicht diese unhöfliche Arbeiterin, welche ich beim ersten mal sah, als ich am Laden vorbeiging", sagte Roxy und beruhigte sich wieder ein wenig, froh, das das Mädchen, dass er traf, zumindest nicht dieses Mädchen war.

„Nun, Flora wirkte eigentlich sehr nett und vielleicht hatte diese Mitarbeiterin, welche einer ihre Freundinnen sein müsste, einfach nur schlechte Laune oder so, keine Ahnung", sagte Harry.

Roxy, immer noch etwas verärgert, wechselte einfach das Thema.

Danach sprachen beide Freunde, manchmal auch mit Hedwig und Artuu, noch ein wenig miteinander, bis sie endlich am besagten Gebäude ankamen, welches sie besuchen wollten.

Das Gebäude war acht Stockwerke hoch, jede Wohnung schien vorne einen Balkon zu haben, also sechzehn Wohnungen wahrscheinlich. Es ist größtenteils blau mit ein wenig weißer Verzierung und sieht relativ neuwertig aus. Wahrscheinlich steht das Gebäude noch nicht einmal zehn Jahre lang.

Der Eingang war eine schlichte Stahltür, weiß gefärbt, doch Harry bemerkte kurz einige kleine Zeichnungen am Rand und auf dem Schloss. Diese Zeichnungen sahen aus wie Runen, und ganz ehrlich, wenn es wirklich welche wären, wäre Harry ach allem nicht wirklich überrascht. Auch wenn er nicht weiß, wer oder was diese Person ist, welcher das Gebäude gehört und es vermietet, so kann er fast mit Sicherheit sagen, dass er auch kein gewöhnlicher Mensch sein wird.

Der Eingangsbereich sah ähnlich aus wie eine Lobby in einem Hotel, mit samt Rezeption, wo eine Nachricht aufgestellt ist.

Harry und Roxy gingen darauf zu und lasen die Nachricht.

„Wenn jemand mich, den Vermieter sucht, kommt zur obersten Wohnung, bin dort gerade beschäftigt", las Roxy vor.

Sie und Harry sahen sich an, zuckten mit den Schultern und gingen die Treppe hinauf. Sie würden ja den Aufzug nehmen, wenn sie einen sehen würden. Sicherlich hat solch ein großes Wohngebäude doch einen Aufzug, oder?

Zum Glück waren beide noch jung und gesund, sodass der Treppenaufstieg nicht zu anstrengend war, auch wenn beide schon einiges am Tag gemacht haben.

Dort sahen sie, im Vergleich zu den anderen Stockwerken, wo es je eine Tür an den gegenüberliegenden Seiten gibt, nur eine in der Mitte mit altaussehenden Verzierungen. Manche Leute würden dies vielleicht ein wenig unheimlich finden, eine merkwürdige Tür, anders, als alle anderen in einem Wohnhaus, welches aktuell ziemlich leise ist. Doch Roxy kannte den Vermieter zumindest ein wenig und wusste, dass er keine schlechte Person ist, und Harry hatte durch sein Gespräch mit Flora schon genügend merkwürdige Sachen gelernt, als das ihn eine Tür erschrecken würde.

Deshalb beschlossen Roxy und Harry an der Tür zu klopfen, denn diese Tür hatte im Vergleich zu den anderen auch keine sichtbare Klingel, und warteten, bis jemand die Tür für sie öffnen würde, was geschah.

Vor ihnen stand ein Mann mit mittellangen schwarzen Haaren, dunkel grünen Augen und drei Tage Bart. Er trug eine einfache Jeans, ein dunkles Shirt und ein Jacket darüber. Sein Gesichtsausdruck sah größtenteils ruhig aus, doch Harry könnte schwören, dass er kurz ein amüsiertes Grinsen sah.

„Ah, hallo Roxy, schön dich wieder zu sehen. Und wer ist dein kleiner Freund hier?", fragte der Mann.

„Guten Tag, Herr Core, das hier ist mein Freund Harry, welcher gerne eines ihrer Apartments besichtigen und vielleicht gerne mieten wollen würde", sagte Roxy.

„Guten Tag, Sir, wie Roxy sagte, ich bin Harry und suche derzeit einen festen Wohnplatz, da ich derzeit nur ein Hotelzimmer miete", sagte Harry.

„Huh, bist du nicht ein wenig zu jung, um eine eigene Wohnung zu mieten?", fragte Herr Core.

„Na ja, sehen Sie-", wollte Harry sagen, wurde aber unterbrochen.

„Na ja, egal, also los, lass mich dir meine freien Räume zeigen, damit du eine Wohnung in der Nähe deiner Liebsten Freundin haben kannst", sagte Herr Core, nahm einen Schlüssel von drinnen aus der Wohnung, in welcher er gerade stand, und machte sich bereits wieder auf den Weg zur Lobby.

Harry und Roxy standen derweil nur an der selben Stelle, beide erstarrt. Ersterer, weil er von dem Verhalten des Mannes geschockt war, Letztere, weil ihr es peinlich war, wie Herr Core ihre Beziehung bezeichnete.

Mit einem verlegenen Lächeln drehte sich Roxy zu Harry um und sagte: „Nun, ich sagte ja, dass er ein wenig seltsam sei, doch keine Sorge, ich sagte auch, dass er eigentlich sehr freundlich sei".

Harry blickte sie nur kurz an und beide machten sich dann auch auf den Weg nach unten zur Lobby.

Dort angekommen sahen sie, wie Herr Core aus einer Tür hinter der Rezeption kam und nun einen Schlüsselbund hielt. Dieser sah sie einfach kurz an und sagte ihnen mit einem Blick, dass sie ihm folgen sollten. Herr Core ging zur zweiten Etage und Harry und Roxy folgten ihm, mittlerweile ein wenig verärgert von all dem Treppensteigen, welches wirklich viel zu werden scheint.

Im Zweiten Stock angekommen öffnete Herr Core bereits einer der beiden Türen und stand vor dem Eingang zu ihnen gewandt, und sagte: „Na dann, lass mich dich durch mein wunderschönes Gebäude führen und dir zeigen, wo du die beste Wohnung der Stadt finden kannst".

Harry und Roxy sahen sich noch einmal an, beide ein kleines Amüsiertes Grinsen auf ihrem Gesicht, und folgten ihm.

Sobald sie durch den Eingang zur Wohnung gingen, sahen sie bereits einen Großteil des Layouts.

Sie standen in dem Flur der Wohnung, sahen Rechts eine Tür, vor ihnen eine und links eine weitere. Als Herr Core sie jedoch genauer herumführte, bemerkten sie, dass das Innere doch durchaus mehr beinhaltet.

„Zunächst einmal ist rechts ein Zimmer, welches noch dazu zu einem kleinen Badezimmer führt und auch einen kleinen Abstellraum besitzt. Die Tür in der Mitte führt zu einem weiteren Flur, wobei links die Tür für die Küche ist, rechts für einen circa gleich großen Raum, welcher auch einen Abstellraum besitzt. Links neben dem Eingang steht auch eine Tür, welche größtenteils verdeckt aussieht und selten schnell bemerkt wird. Dies ist das Hauptbadezimmer. Ganz links ist dann noch einmal ein großer Raum, welcher auch den Weg zum Balkon führt, sowie der größte Raum von allen in der Wohnung ist", erklärte Herr Core und zeigte den beiden Teenagern alle Räume.

„Wow, das ist viel größer, all ich gedacht hatte", sagte Roxy und staunte über die Wohnung.

Harry war auch verblüfft von der Größe und dachte sich, dass dies eigentlich viel mehr st, als er benötigen würde, doch er kann nicht leugnen, dass er sich von diesem Apartment angezogen füühlt.

„Das ist wirklich viel Platz und bietet sicherlich einen tollen Wohnraum, aber wie viel soll das Kosten?", fragte Harry, welcher den Preis zwar höchstwahrscheinlich bezahlen kann, doch er musste Bedenken, dass Roxy bei ihm war und denken könnte, dass es zu teuer sei für einen Teenager und er nicht so viel Geld haben sollte.

„Hmm, gute Frage, lass mich mal nachdenken", sagte Herr Core, rieb sich das Kinn und und dachte nach.

Roxy und Harry warfen ihm daraufhin nur einen ausdruckslosen Blick zu und fragten sich, warum er über so etwas nachdenken musste.

„Hmm, wie wäre es mit 600$ pro Monat, dazu sind auch schon Strom, Gas und Wasser mit einberechnet", sagte Herr Core.

„Was?!", sagten sowohl Harry als auch Roxy, geschockt davon, wie billig solch eine Wohnung ist.

„Ich weiß, dass ich wahrscheinlich sehr dämlich bin, wenn ich dass als potenzieller Mieter sage, aber ist das nicht zu wenig Geld?", fragte Harry.

Herr Core lachte einfach nur und winkte Harry's Sorge ab: „Stimmt, du bist dämlich, wenn du mich das fragst, aber keine Sorge, dieser Mietpreis reicht vollkommen aus, Nebenkosten schon mit inbegriffen".

Harry, wer von solcher Direktheit und Offenheit etwas verblüfft war, brauchte kurz, um noch etwas sagen zu wollen, doch da sah er, wie Herr Core ein verschmilztes Lächeln bekam, und sagte: „Außerdem kann ich euch ausreißenden Liebhabern nicht zu viel in Rechnung stellen. Immerhin möchte ich nicht, dass Geld eurer Beziehung im Wege steht".

„Was?!", schrien Harry und Roxy erneut, diesmal jedoch sehr viel lauter und erröten sehr stark.

„Natürlich wäre es klüger, wenn ihr mehr als nur ein paar Blocks entfernt von Roxy's Haus wegrennen würdet, doch keine Sorge, ich verrate es niemanden", sagte Herr Core und zwinkerte ihnen zu.

Alle drei waren daraufhin still, Roxy und Harry, weil sie zu verblüfft von seinen Worten sind, Herr Core, weil er stark versuchte, sein Lachen zurückzuhalten. Das hielt noch etwa ein paar Sekunden.

„Pfffttt! Hahahahahahaha, oh, ihr solltet eure Gesichter sehen, hahahahahahahaha", sagte Herr Core und lachte nun ziemlich stark.

Roxy und Harry brauchten noch ein wenig, bis sie bemerkten, dass sie gerade hereingelegt wurden sind und waren immer noch stark gerötet, verärgert und doch auch ein wenig selbst belustigt von der ganzen Situation.

„Entschuldigung, entschuldigung, aber ich konnte einfach nicht anders, ihr bietet solch ein fantastisches Scherz-Material. Aber wirklich, die Miete beträgt 600$ und du kannst sofort einziehen, wenn du das Geld hast. Natürlich wirst du dir die meisten Möbel noch selbst kaufen müssen, aber ich kann die zumindest mit dem Lieferservice helfen. Ich bin mit einem Fahrer befreundet, welcher dir alles, was du kaufst, ohne Bezahlung liefern kann. Keine Sorge, er schuldet mir noch ein paar Gefälligkeiten und ich möchte dich in einem so jungen Alter nicht zu sehr finanziell belasten", sagte Herr Core.

Harry und Roxy sahen sich kurz an, bevor Roxy begann zu sprechen.

„Also, was denkst du Harry?", fragte sie ihn.

„Nun, die Wohnung ist wirklich schön, und auch die Miete ist sehr günstig, also, warum nicht. Außerdem wohnen wir dann näher zusammen, sodass wir leichter uns treffen können und auch zusammen zur Arbeit gehen könnten. Natürlich brauche ich noch viele Möbel, aber zumindest werden diese geliefert, ohne zusätzliche Lieferkosten", sagte Harry.

„Wenn du willst, kann ich dir gerne bei der Möbelsuche helfen, die Mall ist eigentlich sehr nah von hier, und wir müssen ja nicht den ganzen Tag arbeiten", sagte Roxy zu ihm.

Harry schaute, nach einem dankbaren Lächeln an Roxy, zu Herr Core und sagte: „Ich würde die Wohnung dann gerne mieten und kann ihnen die Miete zahlen, sobald ich wieder im Hotel war, um die nötigen Ausweise zu holen. Betrachten sie mich also als neuen Mieter in ihrem wunderschönen Apartmentgebäude".

Herr Core streckte daraufhin die Hand zu Harry aus und sagte: „Na dann, willkommen, junger Mieter, im UCA Complex".

„Harry, zwar nicht sicher, wofür diese Buchstaben stehen, aber trotzdem erfreut, schüttelte Herr Core's Hand und sagte: „Vielen Dank, Herr Core".

Danach redeten die drei noch über einige Details, doch circa eine Stunde später, mussten Harry und Roxy sich langsam los machen. Harry musste zur Arbeit und Roxy hatte noch vor, etwas bei sich zu Hause zu tun. Doch bevor sie loslegen konnten, wollte Herr Core Harry noch einen Schlüssel für die zweite Wohnung geben.

„Komm noch mit mir zum Büro, damit ich dir den aktuellen Zweitschlüssel für das Apartment geben kann. Solange du noch nicht offiziell eingezogen bist, behalte ich nämlich den Hauptschlüssel", sagte Herr Core.

Harry folgte ihm daraufhin und sagte Roxy, sie solle schon einmal vor der Tür auf ihn warten, wo auch Artuu und Hedwig die ganze Zeit waren.

Natürlich stimmte Roxy zu und ging aus dem Gebäude heraus.

Harry folgte Herr Core und sobald sie den Raum hinter der Rezeption betraten, sah sich Harry kurz um. Es sah interessanterweise aus wie das Büro eines großen Geschäftsmannes, wobei hinten ein riesiges Bücherregal stand, welches von der einen Wand zur anderen reichte, ein paar Zentimeter davor standen Stuhl und Tisch und näher an Harry noch zwei weitere Stühle. Außerdem waren an beiden Wandseiten zwei fast gleichaussehende große Regale und Schränke, aus welchen Herr Core den gesagten Schlüssel holte.

„Ich muss sagen, ich bin ein wenig überrascht, einen jugendlichen Zauberer aus Großbritannien hier ganz alleine in Amerika zu sehen, und noch dazu einen so berühmten", sagte Herr Core ganz plötzlich, mit dem Rücken zu harry's aktueller Position größtenteils zugewandt.

Das war, als Harry sich versteifte und sofort in Alarmbereitschaft ging. Er ist einen Schritt zurückgetreten und wollte sich gerade bereit machen, einen Zauber zu wirken, als Herr Core wieder sprach.

„Beruhige dich wieder, Kleiner, ich meine dir nichts böses. Mir ist es wirklich egal, wer du bist, und ich bin auch nicht daran interessiert, dir irgendetwas zu tun", sagte ihm Herr Core und blickte ihn nun wieder an.

„Woher wissen Sie, wer ich bin?", fragte Harry angespannt.

„Ich weiß einiges und einiges weiß ich nicht, doch was ich weiß, dass weiß nur ich und du nicht!, erzählte Herr Core Harry kryptisch.

„Was?", murmelte Harry verständnislos.

„Was du wissen musst, ist, dass ich kein amerikanischer oder britischer Zauberer bin, ich weiß von dir und was der Öffentlichkeit im Allgemeinen bekannt ist, so wie einige Geheimnisse, welche eher wenigen bekannt sind. Ich weiß nicht, warum du hier bist, obwohl ich ein paar Ideen habe. Keine Sorge, ich habe wirklich nicht vor, es irgendjemanden zu sagen und werde dich auch nicht zwingen, mir irgendetwas zu verraten, doch ich gebe dir einen Rat. Ruhe dich nicht einfach aus, nur weil dir die Flucht gelang, du weißt nie, welcher Feind dich erwarten könnte, selbst wenn du ihn oder sie nicht erwartest", sagte Herr Core und ließ Harry erst einmal alles in sich aufnehmen, was er sagte.

Harry war nun ein wenig weniger vorsichtig um Herr Core herum, doch er ließ seine Wache nicht vollständig verschwinden.

„Nun, ich denke, du solltest dir erst einmal ein wenig Zeit nehmen, um über meine Worte nachzudenken, also nimm den Schlüssel und mach weiter mit deiner Freundin Roxy, sie ist des Wartens auf dich sicherlich allmählich satt", sagte Herr Core und reichte Harry den Schlüssel.

Harry nahm ihn entgegen, sagte jedoch immer noch nichts.

„Sobald du zurück bist, kannst du ganz einfach deine neue Wohnung betreten. Mich findest du entweder in meiner eigenen Wohnung oder in meinem Büro, wenn du etwas besprechen möchtest, also halte dich deswegen nicht zurück. Oh, und, die anderen Mieter sind aktuell größtenteils draußen, nicht sicher, wann du sie treffen wirst, doch keine Sorge, sie sind alles in allem ein freundlicher Haufen", sagte Herr Core und machte sich aus dem Büro heraus, wahrscheinlich, um wieder in seine eigene Wohnung zu gehen.

Harry folgte ihm immer noch schweigend und sah ihm nach, als er die Treppen hinauf ging. Er hatte viel nachzudenken, noch mehr, als zuvor, doch aktuell wartete Roxy auf ihn, welche er wirklich nicht viel länger warten lassen möchte.

Als Harry also endlich nach draußen kam, wurde er von Roxy, Artuu und Hedwig begrüßt und sie machten sich alle auf den Weg.

Roxy's Haus ist relativ nahe und auf den Weg zur Fruity Smoothie Bar vom Apartmenthaus aus gesehen, also gingen sie dorthin und unterhielten sich ein wenig.

„Bist du in Ordnung Harry? Du siehst so aus, als hättest du auf einmal viel zum nachdenken", fragte Roxy ihn.

„Mir geht es gut, ich denke nur darüber nach, was ich alles für die neue Wohnung brauchen werde", sagte Harry und log nahezu perfekt, auch wenn er so etwas gegenüber Roxy nicht besonders mag.

„Na dann, wie gesagt, ich helfe dir gerne, einige Möbel für die neue Wohnung auszusuchen", sagte Roxy zu ihm mit einem Lächeln.

„Vielen dank, ich werde dich dann später darauf ansprechen", sagte Harry mit einem eigenen Lächeln.

Danach versank er wieder in Gedanken und wollte seinen nächsten Schritt planen, als er plötzlich etwas hörte. Vorne bei der Kreuzung bog ein Auto viel zu schnell ab und fuhr in ihre Richtung, schleuderte dabei von der einer Seite zur anderen. An sich wäre das kein so großes Problem, mal davon abgesehen das der Fahrer einige Verkehrsgesetze damit bricht und schnell angehalten werden sollte, doch er fuhr nur auf der Straße und Harry und Roxy sind mit Artuu und Hedwig sicher auf dem Gehweg. Jedoch traf der Wagen, als er sich drehte, eine Mülltonne, welche nun mit großer Geschwindigkeit auf Roxy zufliegt. Roxy, welche dies gerade erst begreift und zu langsam mit ihrer Reaktion ist, um auszuweichen. Bei der Größe der Mülltonne und ihrer Geschwindigkeit würde Roxy nicht nur mit Sicherheit erwischt werden, sondern auch großen Schaden erleiden. Harry, der das sieht, reagiert jedoch sofort.

Dank seiner Sucher-Reflexe eilt er so schnell er kann auf Roxy zu und will sie aus den Weg schieben, doch während er sie schnell erreicht, so würde sie doch trotzdem getroffen werden, zumindest teilweise, ganz zu schweigen von ihm selbst ebenso. Also tut er etwas, was ihm als die einzigste Lösung in den Sinn kam, welche funktionieren könnte.

„Lanuae Parcum!", schreit Harry, und prompt waren er und Roxy weg.

Kurze Zeit später tauchten sie an einer abgelegenen Stelle im Park auf.

Harry's Arme waren um Roxy und Roxy starrte mit großen Augen auf das, was gerade passiert war.

„Ha-Harry?", stotterte Roxy.

Harry ließ Roxy los und stand ihr gegenüber. Er sah Schock, Unglauben und Verwirrung in ihrem Gesicht. Das war wirklich nicht, wie er vorgehabt hatte, ihr von Magie zu erzählen.

„Was… was war das? Wie hast du,,, uns hier her gebracht?". Fragte Roxy und versuchte zu verstehen, was gerade passiert ist.

Harry sah sie nur an, dachte kuirz nach, seufzte und sagte dann: „Nun, das ist eine lange Geschichte".