CSI New York: Hypnosis Part Three10
CSI New York
- Hypnosis Part Three -
Am nächsten Tag hatte sich Destiny von dem schrecklichen Erlebnis in der Abteilung für organisiertes Verbrechen weitestgehend erholt. Trotzdem war sie an diesem Tag auf Anraten von Mac zu Hause geblieben, um ihre Nerven zu schonen. Er hatte ihr die Aussagen sowie die Ergebnisse per Email auf ihr Notebook geschickt, da sie noch den vorläufigen Bericht schreiben sollte.
Sie saß gerade mit einer heißen Tasse Tee vor ihrem Notebook und las sich den vorläufigen Bericht durch, als das Telefon klingelte.
„Castlereagh?"
„Hallo, Destiny. Wie geht's dir? Was hältst du davon, morgen zu mir zu kommen?"
Es war Don.
„Ich würde gerne, aber ich darf nicht. Mac hat es mir verboten", sagte Destiny.
„Seit wann hältst du dich an so etwas? Ach bitte, Des! Jessy muss arbeiten, und sie wollte eigentlich auf mich aufpassen, damit mir nichts geschieht."
„Na schön. Brauchst du irgend etwas? Soll ich etwas mitbringen?"
„Ja. Pizza Spinat zum Beispiel. Und natürlich dich, möglichst sexy."
Destiny war irritiert. Irgend etwas stimmte mit Don nicht.
„Was verstehst du unter möglichst sexy? Ach, was rede ich denn da? Das darf nicht wahr sein. Hör auf damit!"
„Du enttäuschst mich wirklich. Ich weiß doch, dass du gern mit mir zusammen bist. In mehr als einer Hinsicht", sagte Don.
„Und wenn schon. Es darf nicht sein! Es hätte nie passieren dürfen!"
„Ach, komm schon, Des, Baby. Lass uns doch ein wenig Spaß haben", meinte Don „Außerdem: Wen interessiert schon, was andere denken? Aber wenn dich noch irgendwas zurückhalten sollte, dann kann ich das Problem beseitigen."
Destiny glaubte, sich verhört zu haben. Doch dann wusste sie, was los war. Sie sprach mit dem bösen Don. Sie fluchte innerlich.
„Soll das etwa heißen, dass du alles - und jeden - beseitigen würdest, nur damit ich mit dir schlafe?", fragte sie entsetzt.
„Kommt darauf an, wen du loswerden willst. Kein Problem", antwortete Don.
„Ich will niemanden loswerden, Don! Ich will nicht, dass irgend jemand meinetwegen stirbt! Abgesehen davon: Was würdest du tun, wenn ich mich weigere, mit dir zu schlafen?"
„Oh, mir würde sicher so einiges einfallen, um dich zu überzeugen, falls dich das heute noch nicht überzeugt hat. Ich sage nur: Labor."
Destiny wusste, worauf er hinauswollte. Sie war entsetzt und verzweifelt zugleich.
Bitte nicht! Ich flehe dich an! - Also gut, du hast mich überzeugt. Ich tue alles, was du verlangst! Nur bitte tu niemandem etwas!"
„Ok. Wir sehen uns dann also morgen. Und sei ja nett zu mir!"
„Es kommt darauf an, wie du nett definierst. Aber wie gesagt, ich werde alles tun, was du verlangst, damit niemand darunter leiden muss", sagte Destiny. „Wann soll ich bei dir sein?"
„Wie wäre es mit 15 Uhr? Und was das Nettsein angeht, ich lasse mir etwas einfallen. Ich kann es wirklich nicht erwarten, dich zu sehen. Und denk daran, möglichst sexy hier aufzukreuzen."
„Zeit ist okay. Ich werde mein Bestes geben, um deine Wünsche zu erfüllen."
Destiny rief Mac an und fragte sie ihn, ob sie nicht doch ins Labor kommen konnte. Sie fühlte sich zu Hause unwohl. Außerdem wollte sie weiter an dem Fall arbeiten.
Mac bemerkte, dass Destiny irgend etwas beschäftigte. Er wusste, dass sie sich durch Arbeit Ablenkung verschaffte. Die Resultate sprachen für sich. Also stimmte er zu.
Auf dem Weg zum Labor dachte Destiny über Dons Verhalten nach. Sie kam zu dem Schluss, dass die Hypnose nun Dons böse Seite vollkommen in den Vordergrund gedrängt hatte.
Da niemand außer ihr das zu bemerken schien, kam sie zu dem weiteren Schluss, dass Don sich anderen gegenüber verstellte und nur ihr gegenüber seine ganze Bosheit offenbarte. Destiny wusste auch den Grund dafür: Sie war das Ziel. Ihre Intuition sagte ihr, dass Don sie im Auftrag des Drahtziehers seelisch zerstören und einschüchtern sollte.
Doch Destiny gab nicht auf und kämpfte. Nur damit niemand anderes zu Schaden kam, ging sie auf Dons Forderungen ein. Sie wollte sich selbst opfern, um die anderen zu beschützen.
Als sie ihr Labor betrat, sah sie, dass die DNA-Analyse immer noch lief. Also machte sie sich daran, die Aussagen der Mitarbeiter der Abteilung für organisiertes Verbrechen sowie deren Speichelproben und Fingerabdrücke auszuwerten, die sie hart erkämpft hatte.
Am nächsten Tag schickte Don ihr eine Nachricht.
„Ich wollte mal fragen, was du heute Nachmittag tragen wirst", schrieb er.
„Ein sexy Outfit, so wie du es gewünscht hast: schwarze Stiefel, schwarzer Rock mit einem langen Schlitz an der Seite, ein enges, tief ausgeschnittenes Oberteil in Grün, die Haare locker hochgesteckt. Die Frage ist nur: Make-up oder nicht?", schrieb Destiny zurück.
„Hört sich gut an. Was das Make-up angeht, so darfst du dir das aussuchen. Ich lass mich überraschen."
„Dann lieber kein Make-up. Ich fühle mich sowieso schon nicht wohl in dem Outfit, obwohl ich sowas öfter trage. Make-up würde das Ganze auch nicht besser machen."
„Ok. Ist vielleicht auch besser so."
Am Nachmittag machte sich Destiny schließlich auf den Weg. Sie fühlte sich mehr als unwohl, obwohl sie solche Kleidung öfters trug. Aber der Anlass machte ihr zu schaffen.
Destiny bemerkte, dass sie es nicht bis 15 Uhr schaffen würde, und schickte Don eine Nachricht.
„Ich hoffe, es wirkt sich nicht negativ aus, wenn ich nicht ganz pünktlich um drei da bin."
„Hauptsache, du kommst überhaupt noch. Solange kann ich mich ja noch mit Jessy vergnügen."
Destiny schluckte, als sie die Nachricht las.
„Sie ist aber nicht da, wenn ich komme, oder? Ich bin allerhöchstens zehn Minuten zu spät dran."
„Nein, sie wollte gleich los und Mac helfen. Wir sind also ganz allein."
„Sag mir Bescheid, wenn sie weg ist."
„Sie macht sich gerade fertig und verschwindet in den nächsten Minuten."
„Dann schleiche ich mich jetzt mal langsam zu dir. Ich habe ja keine andere Wahl."
„Nein, die hast du nicht. Es sei denn, jemand soll sterben."
„Nein. Ich möchte nicht schuld sein, dass jemand stirbt."
Destiny hatte mittlerweile ihr Ziel erreicht. Sie stand vor der Tür und atmete tief durch, bevor sie klingelte.
Don öffnete ihr die Tür, und sie trat ein.
Als sie die Jacke auszog, starrte Don sie mit offenem Mund an.
„Wow!", sagte er. „Das nenne ich wirklich ein sexy Outfit."
Er war sehr angetan von ihrem Outfit und zog sie mit Blicken aus.
Destiny hingegen bemühte sich, nicht verkrampft zu wirken und alles zu tun, was Don von ihr verlangte. So zum Beispiel musste sie ihn bedienen und ihm Getränke servieren.
Sie bemerkte, dass Don sich die rechte Schulter hielt.
„Was ist los?", fragte sie.
„Ich habe Schmerzen in der Schulter, das ist los. Das ist Macs Schuld", antwortete er. „Ich bin ziemlich sauer auf ihn. Dank ihm wurde ich suspendiert und musste auch meine Waffe abgeben. Ich hätte schneller sein und besser zielen müssen."
„Gibt es irgend etwas, was ich tun kann, um Schaden von anderen abzuwenden?", fragte sie vorsichtig.
„Rede mit Mac und überzeuge ihn, mich wieder arbeiten zu lassen. Ich habe noch sehr viel zu tun. Und ich muss in euer Labor."
„Du weißt schon, dass ich damit meine Beziehung aufs Spiel setze, oder? Wenn ich das tue, dann bin ich die längste Zeit Macs Verlobte gewesen."
„Du hast keine andere Wahl, Des. Du weißt, was geschieht, wenn du dich weigerst. Allerdings: Solltest du es nicht schaffen, Mac zu überzeugen, dann musst du mir helfen."
„Ich werde sehen, was ich tun kann. Aber ich kann nichts versprechen. Es ist mir egal, was mit mir selbst geschieht, aber es sollen keine anderen Menschen meinetwegen zu Schaden kommen oder gar Schlimmeres."
„Ehrlich gesagt ist mir das egal", sagte Don. „Es ist eh bald alles vorbei."
Destiny bekam panische Angst.
„Kann ich irgend etwas tun, um Schlimmeres zu verhindern?", fragte sie.
„Das kommt ganz darauf an, ob du Erfolg hast oder nicht", antwortete Don. „Aber für den Anfang könnte ich ein wenig Zuwendung von dir gebrauchen. Du könntest mich ein wenig verwöhnen."
Destiny schluckte.
„Irgendwelchen speziellen Wünsche?", fragte sie.
„Ja, die habe ich in der Tat. Strip für mich, und dann verwöhne mich und meinen Kleinen. Und zwar im Gästezimmer", sagte er, stand auf und ging voran ins Gästezimmer.
Destiny seufzte. Sie hatte keine andere Wahl, als sich seinen Wünschen zu beugen.
Sie stand auf und suchte in seiner CD-Sammlung nach einer passenden Musik. Dann folgte sie ihm ins Gästezimmer.
Sie legte die CD in die Anlage und suchte das Lied, was sie sich ausgesucht hatte. Als die Musik lief, begann sie mit ihrem Strip.
Don gefiel ihr Strip sehr. Es erregte ihn sogar sehr.
„Los, zieh mich aus! Und dann kümmere dich um meinen Kleinen!"
Destiny befolgte seine Anweisungen: Sie zog ihn Stück für Stück aus und verwöhnte die freigelegten Körperstellen mit Küssen und Streicheleinheiten. Seinem Glied ließ sie besondere Aufmerksamkeit zukommen.
Das erregte Don nur noch mehr. So sehr, dass er über sie herfiel und mit harten Stößen in sie eindrang. Destiny bemerkte sofort, dass es ihm nur um seine eigene Befriedigung ging. Schweigend ließ sie es über sich ergehen.
Schließlich lag er neben ihr und grinste zufrieden. Destiny starrte die Decke an. Sie traute sich nicht, irgend etwas zu sagen.
Schließlich drehte sich Don zu ihr hin.
„Und jetzt möchte ich, dass du mich reitest", forderte er sie auf.
Destiny gehorchte widerwillig.
Eine Stunde später saßen Don und Destiny wieder im Wohnzimmer. Don grinste zufrieden und triumphierend vor sich hin, während Destiny verzweifelt vor sich hinstarrte.
„Warum? Warum das alles?", fragte sie schließlich.
„Weil ich dich begehrenswert finde, Baby. Und weil du gut bist, in dem, was du tust, und zwar in mehr als einer Hinsicht. Und du weißt, was du als nächstes zu tun hast."
Destiny schwieg, und ihre Verzweiflung wuchs.
Schließlich bemerkte sie, dass Don so merkwürdig still war.
„Ist alles in Ordnung?", fragte sie vorsichtig.
„Ich habe tierische Kopfschmerzen."
Destiny bemerkte, dass er wieder normal war. Aber sie schwieg.
Don bemerkte nun seinerseits, dass Destiny so merkwürdig schweigsam war. So kannte er sie gar nicht.
„Ist denn alles in Ordnung mit dir?", fragte er.
„Nicht wirklich. Mir macht die ganze Sache sehr schwer zu schaffen", antwortete sie.
„Das verstehe ich", meinte er und sah sie an.
Da stellte er fest, dass er Schmerzen hatte. Er sah Destiny an und bemerkte ihre Kleidung.
„Meine Güte! Warum tut mir denn alles weh? Und wieso bist du so angezogen? Frierst du nicht?", fragte er verwundert.
Destiny erfand in aller Eile eine Notlüge. Sie schämte sich zu sehr, um ihm die Wahrheit zu sagen.
„Wir waren doch aus. Du hast mich erst zum Essen eingeladen und gesagt, ich soll mich schick kleiden. Danach waren wir noch Billardspielen."
„Und wer hat gewonnen?", fragte Don.
„Du. Ich musste mich doch gegen ein paar aufdringliche Kerle wehren. Da war ich abgelenkt."
Don glaubte ihr.
Schließlich beschloss Destiny, sich auf den Heimweg zu machen.
Don brachte sie zur Tür.
„Es wird alles gut werden, Kleines, egal was es ist", sagte er.
Destiny hatte Zweifel daran, aber sie schwieg. Statt dessen machte sie sich auf den Heimweg. Sie weinte die ganze Zeit, aber als sie vor ihrer Haustür stand, beruhigte sie sich wieder.
Glücklicherweise war Mac noch nicht zu Hause, so dass sie in Ruhe duschen und sich umziehen konnte.
Anschließend setzte sie sich ins Wohnzimmer und wartete darauf, dass Mac nach Hause kam.
Zwei Stunden später kam Mac nach Hause. Er war überrascht, Destiny noch wach vorzufinden. Er hatte eigentlich gedacht, dass sie schon schlafen würde.
„Wieso schläfst du nicht?", fragte er.
„Weil ich nicht schlafen kann", antwortete sie. „Mac, ich muss mit dir reden. Es geht um Don. Er hat mich gebeten, bei dir ein gutes Wort für ihn einzulegen, damit er wieder arbeiten darf."
Mac wurde wütend.
„Sag mal, spinnst du?! Du weißt ganz genau, dass er momentan eine Gefahr für uns alle ist! Du bist sogar in noch größerer Gefahr als wir anderen! Und das weißt du! Ich werde ihn nicht wieder arbeiten lassen, solange die Sache nicht vorbei ist! Wie kannst du es überhaupt wagen, für ihn ein gutes Wort einzulegen, nachdem er versucht hat, mich umzubringen?!", schrie er sie an.
„Aber..."
„Kein Aber, Destiny! Dieses Mal bist du eindeutig zu weit gegangen!"
Wütend verließ er das Wohnzimmer. Er ging nach oben, packte seine Sachen und zog ins Gästezimmer.
Destiny war verzweifelt und ließ ihren Tränen freien Lauf. Sie hätte Mac gerne gesagt, dass sie zu dieser Bitte gezwungen worden war, aber dann hätte sie ihm die ganze Wahrheit sagen müssen. Genau das wollte und konnte sie nicht.
Am nächsten Tag, nach einer durchweinten Nacht, war Destiny wieder im Labor und arbeitete an den Beweisen. Plötzlich meldete sich Don bei Destiny.
„Morgen! Na, wie geht's dir, Des? Ich fühle mich wie von einem Truck überrollt. Ich habe das Gefühl, ich müsste mich an irgend etwas erinnern, aber ich will das nicht. Immer, wenn ich mich erinnere, wird alles noch schlimmer."
„Mir geht's mehr als beschissen. Ich habe nicht wirklich geschlafen. Mir schwirrt zuviel im Kopf herum. - Du solltest deine Erinnerungen zulassen, Don. Das ist besser. Ich hingegen wünschte, ich könnte meine Erinnerungen ausblenden. Aber bei mir ist das etwas anderes."
„Aber es sind schlimme Dinge, die ich getan habe. Dinge, die ich lieber nie erfahren würde. Außerdem habe ich dir weh getan. Und das mehr als einmal."
„Damit kann ich leben", meinte Destiny. „Aber wenn du dich nicht daran erinnerst, dann hört die Sache niemals auf! Und du willst doch, dass das aufhört, oder?"
„Ja, das will ich. Glaub ich. Ich meine... Ich weiß auch nicht."
„Ich für meinen Teil wünsche mir, dass das bald vorbei ist. Und wenn ich höchstpersönlich zu dem Drahtzieher gehen und mich stellen muss. Jeder weitere Tag ist die Hölle!"
„Du hast Recht. Aber ich habe einfach keine Kontrolle über das, was ich tue. Ich würde euch zu gerne helfen, habe aber das Gefühl, ich halte euch auf. Nicht so einfach, die eigenen Leute zu überführen."
„Eigentlich ist es einfach", sagte Destiny. „Aber ich darf meinen Plan ja nicht ausführen. Dabei brauche ich nur noch den allerletzten Beweis und einen Namen. Und wenn ich die alle noch einmal verhören muss! Eigentlich keine schlechte Idee! Ich habe ja heute eh nichts vor."
„Ich denke, ich weiß, wen du suchst", meinte Don. „Ich kenne eure Aufzeichnungen."
„Ich habe da auch einen Verdacht. Den habe ich eigentlich schon sehr lange. Aber was bringt uns das, wenn wir nicht den entscheidenden Beweis haben? Und den gedenke ich mir jetzt zu holen! Es wird mir ein Vergnügen sein, denjenigen, der hinter allem steckt, zu vernichten und ihm höchstpersönlich die Handschellen anzulegen! Ihm und seinen Komplizen! Und es wird mir eine wahre Freude sein, vor Gericht gegen ihn und die anderen auszusagen!"
„Hey, nicht so schnell! Hast du getan, was ich dir gestern gesagt habe?"
Destiny schluckte. Sie hatte gehofft, dass sie es einmal nicht mit der bösen Seite von Don zu tun bekommen würde. Doch ihr blieb keine andere Wahl: Sie musste sich fügen.
„Ja. Aber ohne Erfolg. Das einzige, was geschehen ist, ist, dass Mac und ich uns gestritten haben und er jetzt nicht mehr mit mir redet sowie mich meidet, weil er mehr als stinksauer ist."
„Das ist ärgerlich. Sehr ärgerlich. Dann musst du alle Beweise verschwinden lassen!"
„Aber das geht nicht!", protestierte Destiny. „Das kostet mich meinen Job!"
„Dann finde einen Weg, mich in euer Labor zu kriegen! Du hast die Wahl: Entweder oder. Deine Entscheidung!"
„Was passiert, wenn ich mich weigere?", fragte Destiny vorsichtig.
„Du weißt, was passiert!", antwortete Don. „Das habe ich dir schon gesagt. Mach mich nicht wütend, oder du wirst es bereuen!"
„Also gut, ich lasse die Beweise verschwinden. Und was dann? Was wird dann?"
„Dann machen wir dem Ganzen ein Ende!", sagte Don. „Jedem einzelnen von euch Schnüfflern! Und mit dir fange ich an!"
„Du würdest nicht nur mich töten, sondern auch das Kind, was ich unter meinem Herzen trage! Das ist dir hoffentlich klar!", meinte sie. „Also war letztlich alles umsonst! Ich werde mit dem Wissen in den Tod gehen, dass ich die anderen nicht retten konnte und sie meinetwegen sterben werden. Und ihr... Ihr habt erreicht, was ihr wolltet. Ich bitte dich nur um eines: Mach es kurz und schmerzlos! Gibt es nicht doch noch eine Möglichkeit, die anderen zu retten?"
„Nein! Ihr werdet nie aufhören, weiterzugraben, solange noch einer von euch übrig ist!"
„Nenn mir Ort und Zeit, wo ich hinkommen soll, damit du mich und das Baby töten kannst. Ich werde noch heute Nacht ins Labor fahren, um die Beweise verschwinden zu lassen. Sag deinem Boss, er hat gewonnen. Sag ihm auch, dass er das Video von meinem Auftritt als Andenken an mich behalten soll, denn wenn ich richtig liege mit meinem Verdacht, dann war das auch seine Idee."
„Ich finde dich schon, wenn es soweit ist", meinte Don. „Vielleicht komme ich auch ins Labor. Spart mir eine Menge Arbeit."
Destiny fiel etwas ein, und ihr Kampfgeist erwachte wieder.
„Dann viel Spaß mit den Sicherheitsleuten!", sagte sie herausfordernd. „Bevor du auch nur in unsere Nähe kommst, bist du entweder entwaffnet oder verhaftet oder gar anderweitig außer Gefecht gesetzt! Und was dann?"
„Oh, ich habe keine Angst. Du vergisst, ich kenne dieses Gebäude in- und auswendig. Ich finde einen Weg."
„Vergiss es! Alle Ein- und Ausgänge plus Verbindungstüren sind nach deinem versuchten Anschlag auf Mac gesichert. Alle haben die Anweisung, dich nicht ins Labor zu lassen. Egal wie. Nur die vom CSI haben Zutritt!"
„Und wenn ich auf sie schieße, dann schießen sie auf mich. Wie würde dir das gefallen? Du wärst mich dann ein für alle Mal los."
„Genau das will ich verhindern! Ich will nicht, dass du stirbst! Ich... Ich will nur, dass derjenige, der hinter allem steckt, gefasst und bestraft wird!"
„Ich habe keine andere Wahl, als das zu tun, was ich tun muss! Versteh das endlich!"
„Man hat immer eine Wahl", meinte Destiny. „In Wahrheit will dein Boss doch nur mich, oder? Denn schließlich habe ich den Fall so gut wie alleine bearbeitet. Die anderen kennen die Beweise nicht so, wie ich sie kenne. Und wenn diese Beweise verschwunden, ja sogar vielleicht vernichtet, sind, dann kann keiner da weitermachen, wo ich aufgehört habe. Ich flehe dich an, wenn du willst sogar auf Knien: Verschone die anderen und gib dich mit mir zufrieden! Bitte! Ich tue alles, was du und dein Boss von mir verlangen!"
„Und was ist, wenn du tot bist?", fragte Don kalt. „Was hält mich davon ab, alle anderen doch auch noch zu töten?"
„Nichts. Aber ich flehe dich an: Verschone die anderen! Sie haben nichts mit der Sache zu tun! Mit mir kannst du vor meinem Tod noch tun, was du willst! Aber bitte, bitte, bitte verschone die anderen!"
„Ich... oh diese verdammten Kopfschmerzen! Ich kann gar nicht mehr klar denken."
Destiny wusste mittlerweile, dass die Kopfschmerzen ein Zeichen dafür waren, dass Dons gute Seite wieder die Oberhand gewann, und sie beschloss, die Chance zu nutzen.
„Don, wenn du den Namen desjenigen, der hinter allem steckt, weißt oder wer er ist, dann sag es mir bitte jetzt! Sonst ist alles zu spät! Für jeden einzelnen von uns!"
„Ich weiß nicht, wie ich dir helfen kann. Alles liegt irgendwie im Nebel. Aber... Sagt dir der Name Newton etwas? - Mir geht's nicht besonders. Meine Hände zittern und überhaupt."
„Meinst du etwa Cedric Newton?", fragte sie entsetzt. „Das ist der Leiter der Abteilung für organisiertes Verbrechen. Ach du große Güte! Ich werde Mac Bescheid geben, damit er das prüft. Ach nein, das geht ja nicht. Er ist stinksauer auf mich, und er redet nicht mehr mit mir. Und meiden tut er mich auch. - Soll ich einen Arzt zu dir schicken?"
„Ich glaub nicht, dass mir irgend jemand helfen kann. Rede lieber mit Mac. Auch wenn er sauer ist, du musst es ihm sagen! Bitte!"
„Ist ja schon gut. Ich sage es Mac. Auch wenn er mich wieder anschreien sollte. Und wenn er mir nicht zuhören will, dann übernehme ich die Sache eben allein, na ja, zusammen mit Shawn."
Destiny verließ ihr Labor und ging zu Macs Büro. Auf dem Weg dorthin traf sie ihn.
„Mac, ich muss dir etwas mitteilen", sagte sie.
„Ich habe jetzt keine Zeit dafür!", erwiderte er abweisend und ließ sie stehen.
Doch Destiny folgte ihm in sein Büro.
Mac sah sie wütend an.
„Hast du mir nicht zugehört?! Ich sagte doch, ich habe keine Zeit!"
„Dann behalte ich den Namen des Drahtziehers eben für mich und kümmere mich alleine um die Sache!", erwiderte sie kalt.
Sie drehte sich um und wollte sein Büro verlassen, doch er hielt sie auf.
„Kommt gar nicht in Frage, Destiny! - Also gut, ich höre!"
„Der Leiter der Abteilung für organisiertes Verbrechen, Captain Cedric Newton, steckt dahinter", berichtete Destiny.
„Woher weißt du das? - Nein, sag es mir lieber nicht. Ich gehe der Sache nach. Du gehst nach Hause und ruhst dich aus."
„Solltet ihr ihn verhaften, dann will ich dabei sein! Ich will diesem Mistkerl ins Gesicht sehen, wenn er abgeführt wird!"
„Natürlich", meinte Mac.
Mac ging der Sache nach und fand heraus, dass Captain Cedric Newton tatsächlich hinter allem steckte. Mac fand auch heraus, dass Cedric Newton sich ein paar Tage frei genommen hatte und sich in seinem Haus aufhielt.
So fuhren am nächsten Tag Mac, Destiny, Danny, Anna, Jessy und auch Don, der von Captain Harris gegen Macs Ratschlag wieder arbeiten durfte, zu Cedric Newton, um ihn zu verhaften.
Cedric Newton protestierte lautstark, als Mac und Jessy ihm Handschellen anlegten und ihn nach draußen führten.
„Wenn Sie glauben, dass Sie damit durchkommen, Taylor, dann haben Sie sich gewaltig geschnitten! Sie werden schon sehen, was Sie davon haben!"
„Halten Sie die Klappe, Newton!", fuhr Mac ihn an.
Als Cedric Newton Don sah, umspielte ein triumphierendes Lächeln seine Lippen. Der Zufall wollte es, dass Jessy und Mac ihn an Don vorbeiführten.
„Sexy Detective", sagte Newton nur.
Dann ging alles plötzlich ganz schnell. Don entsicherte seine Waffe und schoss auf Destiny. Sie konnte gerade noch dem tödlichen Schuss ausweichen, wurde aber am rechten Arm getroffen.
Mac stürzte sich auf Don und drehte ihm den linken Arm, Dons Schussarm, auf den Rücken, so dass er die Waffe fallen lassen musste.
Danny beschloss einzugreifen, bevor Mac Don die Schulter auskugelte.
Anna eilte zu Destiny hin und kümmerte sich um sie. Sie stellte fest, dass die Wunde stark blutete.
Jessy hatte alle Mühe, Cedric Newton festzuhalten und übergab ihn an zwei bullige Officer, um sich um ihren Mann kümmern zu können. Sie bemerkte, dass Don überhaupt nicht mehr zurechnungsfähig war und nur noch wirres Zeug redete.
Einer der Officer verständigte zwei Krankenwagen: einen für Don und einen für Destiny.
Während Don und Destiny ins gleiche Krankenhaus gebracht wurden, wurde Cedric Newton aufs Revier in den Verhörraum gebracht. Mac war mehr als wütend und ließ das an Newton aus.
„Sind Sie nicht mehr ganz bei Sinnen, Newton?! Hatten Sie solche Angst, nicht mehr Ihren krummen Geschäften nachgehen zu können, dass Sie zwei unschuldige Menschen damit hineinziehen? Noch dazu zwei Detectives? Detective Castlereagh wollten Sie sogar umbringen, nachdem Sie versucht haben, sie seelisch zu zerstören! Wahrscheinlich sind Sie auch noch stolz darauf! Wenn ich mit Ihnen fertig bin, dann werden Sie wissen, wie sich Detective Castlereagh gefühlt hat!"
„Da irren Sie sich, Detective Taylor! Ich weiß nämlich etwas, was Sie nicht wissen!"
„Und was soll das sein?", fragte Mac genervt.
„Nun ja, der hypnotisierte Flack sollte Ihre schwangere Verlobte seelisch zerstören und sie gefügig machen. Dazu sollte er jedes Mittel anwenden, dass ihm zur Verfügung stand. Um es kurz zu machen: Er hat mehrmals mit Ihrer Verlobten geschlafen, Taylor! Castlereagh sollte gezwungen werden, die Beweise verschwinden zu lassen. Das hätte auch beinahe geklappt. Ich hatte sie fast schon soweit, wenn diese Hypnose nicht schlampig durchgeführt worden und Flack nicht wieder normal geworden wäre!"
Macs Wut wich rasendem Zorn, und er ließ Cedric Newton abführen, bevor er diesen eigenhändig erwürgen würde.
Allerdings ließen ihn die Worte von Cedric Newton nicht los, und so fuhr er ins Krankenhaus zu Destiny, um sie zur Rede zu stellen.
Als er dort eintraf, lag sie bereits in einem Zimmer. Ihr Arm war verbunden und ruhig gestellt worden, da die Wunde ein glatter Durchschuss gewesen war.
„Destiny, ich glaube, wir müssen reden. Ich habe da etwas gehört, was du mir verschwiegen hast. Hast du mit Don geschlafen, und das mehr als einmal? Nein, sag lieber nichts! Ich sehe an deinem Gesichtsausdruck, dass das stimmt! Verdammt, Destiny! Ich dachte, du liebst mich! Und dann gehst du mit dem Nächstbesten ins Bett!"
Destiny schwieg. Sie war den Tränen nah. Sie hätte Mac liebend gern alles erklärt, aber sie wusste genau, dass er ihr nicht glauben würde. Doch schließlich brach sie das Schweigen.
„Du weißt ja noch nicht einmal den genauen Hintergrund für all das, was geschehen ist. Und was würde es mir nützen, wenn ich es dir erzähle, du würdest mir ja eh nicht glauben. Unter diesen Umständen ist es wohl besser, wir beenden das Ganze hier und jetzt. Ich werde ausziehen, kündigen und aus deinem Leben verschwinden. Ich sagte ja, du verdienst etwas Besseres als mich."
Sie streifte den Verlobungsring ab und gab ihn Mac zurück. Er nahm den Ring und verließ schweigend das Krankenzimmer.
Destiny ließ ihren Tränen freien Lauf.
„Tut mir leid, Mac! Ich wollte dir nicht weh tun! Ich hatte keine andere Wahl, als das zu tun, was ich tun musste! Verzeih mir! Ich liebe dich doch!", sagte sie leise.
Noch am gleichen Tag ließ sie sich auf eigene Verantwortung entlassen. Sie packte gerade ihre Sachen zusammen, als Stella und Hawkes ihr Zimmer betraten.
„Solltest du nicht lieber noch einige Tage hier bleiben?", fragte Hawkes überrascht.
„Ich kann nicht", antwortete Destiny. „Ich muss noch heute in ein Hotel ziehen. Das mit Mac und mir ist vorbei. Ich habe unter den gegebenen Umständen die Verlobung gelöst, bevor er es getan hätte."
Sie brach wieder in Tränen aus. Stella ging zu ihr hin und nahm sie tröstend in den Arm. Sie wechselte einen Blick mit Hawkes.
„Wir werden dir helfen", beschloss sie.
Hawkes und Stella halfen Destiny die letzten persönlichen Dingen einzupacken. Dann nahm Hawkes ihre Tasche, und zu dritt verließen sie das Krankenhaus.
Sie fuhren Destiny nach Hause und halfen ihr dort beim Packen ihrer Sachen. Mit mehreren Taschen von Destiny im Kofferraum fuhren sie sie ins Carlton Arms, denn dort wollte Destiny wieder hin.
Destiny checkte am Empfang ein. Sie bekam wieder Zimmer 25, obwohl sie liebend gerne ein anderes Zimmer gehabt hätte. Doch das Hotel war ansonsten ausgebucht.
„Du kannst auch erst einmal bei einem von uns wohnen", meinte Stella, als sie das Hotelzimmer betreten hatten.
Hawkes stimmte ihr zu.
„Das ist lieb gemeint, aber ich muss erst einmal alleine sein", sagte Destiny. „Es ist soviel passiert in der letzten Zeit. Das muss ich erst einmal verarbeiten."
„Wenn du irgend etwas brauchst, dann sag uns Bescheid. Stella und ich sind für dich da", sagte Hawkes. „Das gilt im Übrigen auch für Danny, Anna, Lindsay und Sid."
Destiny nickte dankbar.
„Was wird denn jetzt aus deinem Job?", fragte Stella.
„Den werde ich kündigen", antwortete Destiny. „Es wäre nicht gut, wenn Mac und ich auch weiterhin zusammenarbeiten würden, schon gar nicht nach dem, was geschehen ist."
Stella und Hawkes nickten verständnisvoll.
„Wenn du Probleme haben solltest wegen der Wunde oder der Schwangerschaft, dann ruf mich an", sagte Hawkes.
Destiny nickte, und Stella und Hawkes ließen sie allein.
Am Abend klingelte Destinys Handy. Es war Jessy.
„Hi, ich wollte dir nur mitteilen, dass Don im Krankenhaus ist. Der Psychologe dort will es wagen, die Hypnose aufzuheben."
„Dann hoffen wir mal, dass er Erfolg hat", meinte Destiny.
„Also, der Psychologe ist ganz zuversichtlich. Ich melde mich bei dir, wenn er den Versuch gewagt hat", sagte Jessy und legte auf.
Zwei Tage später rief Jessy Destiny an.
„Hallo, Destiny. Wie geht's dir?"
„Ich habe immer noch starke Schmerzen. Und auch sonst geht es mir beschissen", antwortete Destiny. „Wie geht es Don?"
„Ihm geht es wieder gut. Der Psychologe hat gestern den Versuch gewagt, und er war erfolgreich. Die Hypnose ist aufgehoben. Allerdings muss Don noch ein paar Tage im Krankenhaus bleiben. Du kannst ihn gerne besuchen, wenn du möchtest. Er würde sich freuen."
„Das halte ich für keine gute Idee", meinte Destiny.
„Das verstehe ich jetzt nicht. Ich dachte, er wäre so etwas wie dein Bruder", sagte Jessy.
„Das ist er ja auch. Aber ich fühle mich momentan nicht dazu in der Lage. Nicht nach dem, was in der letzten Zeit passiert ist."
„Destiny, ich möchte jetzt genau wissen, was los ist. Du bist schon seit einiger Zeit so merkwürdig. Und du machst so seltsame Andeutungen. Raus mit der Sprache!"
„Ich kann es dir nicht sagen, Jessy."
„Doch, du kannst. Und du wirst mir das jetzt sagen. Bist du wütend auf Don, weil er auf dich geschossen hat?"
„Nein, das ist es nicht. Don war nicht er selbst. Es ist etwas anderes."
„Dann sag mir jetzt gefälligst, was es ist."
„Es wird dir nicht gefallen, Jessy. Bist du sicher, dass du das wissen willst?"
„Ja, ich bin mir sicher. Also, ich höre."
„Na gut, ich sage es dir. Aber ich hoffe, du sitzt. Denn es wird ein Schock für dich werden."
„Ich sitze."
„Jessy, ich hatte dir doch gesagt, dass du keine Ahnung hättest, wie seltsam sich dein Mann verhält, nicht wahr? Nun, Don hat sich nach der Hypnose mir gegenüber ganz anders verhalten als dir oder den anderen gegenüber. Er näherte sich mir und machte zweideutige Andeutungen. Obwohl er wusste, dass ich aufgrund meiner Schwangerschaft keinen Alkohol trinken durfte, gab er mir Alkohol zu trinken. Dann verführte er mich. Später bekam ich das volle Ausmaß seiner bösen Seite zu spüren. Das ging sogar soweit, dass er mir ein Aphrodisiakum in die Cola getan hatte und wir schließlich im Bett landeten. Ich hätte das niemals getan, wenn ich bei klarem Verstand gewesen wäre, das musst du mir glauben. Er hatte mich an dem Samstag, als du arbeiten musstest, zu sich bestellt. Das war nach dem Anschlag auf Mac. Der böse Don verlangte von mir, dass ich möglichst sexy gekleidet bei ihm auftauche. Damit ich tat, was er sagte, drohte er damit, euch anderen etwas anzutun. Dann fiel ihm ein, dass ich für ihn strippen sollte. Dann fiel er über mich her und verschaffte sich Befriedigung", erzählte Destiny schweren Herzens. „Er hat sich am nächsten Tag an nichts erinnert. Aber ich musste mit diesen Erinnerungen leben, und mich plagte das schlechte Gewissen. Mehr noch: Ich habe mich geschämt. - So, jetzt weißt du alles. Ich hatte dich ja gewarnt. Wenn du nicht mehr meine Freundin sein willst, kann ich das verstehen. Ich würde unter solchen Umständen auch nicht mehr mit mir befreundet sein wollen. Ich werde dich auch nicht um Verzeihung bitten, denn so etwas kann man nicht verzeihen."
„Oh Mann. Ich hätte wirklich nicht fragen sollen. Ich habe mit allem gerechnet, nur nicht damit", meinte Jessy. „Das muss ich erst einmal verdauen."
„Jessy, ich weiß, dass du wütend auf mich bist, und es tut mir auch wirklich aufrichtig leid."
„Ich bin nicht wütend auf dich. Ich bin wütend auf Don."
„Er hat keine Schuld. Er war nicht er selbst, als er das alles getan hat."
„Na schön. Aber er sollte davon erfahren. Er versteht nicht, warum du ihn nicht besuchst."
„Jessy, ich kann es ihm nicht sagen. Es hat mich gerade schon sehr viel Kraft gekostet. Noch einmal schaffe ich das nicht."
„Na schön. Dann muss ich es ihm wohl sagen."
Jessy legte auf, und Destiny ging es noch schlechter als vorher.
Tatsächlich erzählte Jessy Don, was geschehen war. Sie erzählte ihm auch, wie es Destiny ging. Don ist entsetzt über das, was er erfuhr.
„Kannst du Destiny sagen, dass ich sie sehen möchte?", fragte er. „Ich will mit ihr darüber reden."
Jessy nickte und sagte Destiny Bescheid.
Destiny besuchte Don nur widerwillig. Sie wusste nicht, wie sie ihm gegenübertreten sollte.
„Hallo, Don", sagte sie, als sie das Krankenzimmer betrat.
„Hallo, Destiny", begrüßte er sie. „Schön, dass du da bist. Ich möchte mit dir über das reden, was passiert ist."
Destiny nickte.
„Hör mal, es tut mir leid, dass ich dir weh getan habe. Und es tut mir auch leid, was ich dir sonst angetan habe."
Destiny schwieg. Don fiel auf, dass sie ihm gegenüber kühl und distanziert war.
„Warum bist du so kühl und distanziert? Ich bin nicht mehr hypnotisiert. Ich bin wieder der Alte."
„Don, bitte verzeih, aber das, was passiert ist, macht mir sehr zu schaffen. Im Gegensatz zu dir muss ich mit den Erinnerungen aus erster Hand leben. Ich möchte das alles nur noch vergessen. Ich mache dir keine Vorwürfe, aber trotzdem macht mir all das schwer zu schaffen. Hinzu kommt, dass ich mich mit Mac gestritten habe. Er hat mir Vorwürfe gemacht, mal wieder. Und daraufhin habe ich die Verlobung gelöst und bin ausgezogen, obwohl ich Mac immer noch liebe. Ich hätte ihm liebend gerne schon die Wahrheit gesagt, aber das konnte ich nicht. Ich hatte keine Kraft dazu. Meinen Job habe ich auch gekündigt. Ich muss mit den Erinnerungen leben, und dann bin ich ja auch noch schwanger. Diese Tatsache scheint Mac wohl vergessen zu haben. Aber ich werde das Kind auch alleine großziehen."
Don verstand Destinys Verhalten ihm gegenüber. Er fühlte sich selbst schuldig, obwohl er nicht er selbst gewesen war.
„Verzeihst du mir?", fragte er.
„Da gibt es nichts zu verzeihen, Don. Du warst nicht du selbst. Der Don, der mir das alles angetan hat, war der böse Don und nicht der, den ich kennengelernt habe und der für mich wie ein Bruder ist. Ich bitte dich allerdings um einen Gefallen: Bitte vergiss das, was zwischen uns passiert ist. Es hätte nicht sein dürfen, und ich will es auch einfach nur vergessen. Wir sind nur Freunde und so etwas wie Bruder und Schwester. Mehr nicht."
Don nickte, und Destiny verließ das Krankenzimmer.
Sie kehrte zurück ins Hotel.
ENDE
