DisclaimerDie Figuren, die aus „Harry Potter" bekannt sind, gehören nicht mir, sondern Joanne K. Rowling. Ich habe mir lediglich die Handlung ausgedacht und verdiene mit dieser Geschichte kein Geld, sondern wollte nur Spaß am Schreiben haben. Falls es eine ähnliche Geschichte bereits irgendwo geben sollte und der Autor sich beklaut fühlt, tut es mir leid, aber ich habe diese Storyline noch nirgendwo gelesen. Ist alles in meinem Hirn entstanden :).
Zusatzinfo:Band 5 und 6 wurden nicht berücksichtigt. Dumbledore lebt noch und Voldemort auch oder nicht; es ist egal, da es keine wesentliche Rolle in dieser FF spielt.
Der Umsturz Der Aufstände
By Puma Padfoot
xXx
Kapitel Zwei – Kontrolldenken
„Wusstest du, dass die Pilzgnome auch gegen die Schreienden Schrumpfköpfe rebelliert hatten?" Kopfschüttelnd blätterte Hermione weiter. „Das ist unglaublich. Hier werden auch die kleinsten Kleinigkeiten herausgegraben, damit es einen Grund zum Kämpfen gibt."
Blaise brummte zustimmend, während er mit gerunzelter Stirn ein Wort auf seiner Pergamentrolle zu entziffern versuchte.
Hermione blickte kurz über den Buchrand. „Das Wort war ‚außenpolitisch motiviert'. Als du es gestern aufgeschrieben hast, dachte ich mir schon, dass du Probleme kriegen würdest, es später wiederzuerkennen."
Überrascht blickte er auf. „Granger, die Allwissende", spottete er. „Aber danke. Ich dachte, du hast auch noch Sachen zu suchen und herauszuschreiben, also was machen dann deine Blicke auf meinen Pergamentrollen?"
Sie verbarg ihr Gesicht wieder hinter den riesigen Buchseiten und suchte die Zeile, wo sie aufgehört hatte zu lesen. „Sei möglichst überall informiert. So lautet meine Devise. Hat mir schon mehr als einmal geholfen."
„Lerne deinen Feind kennen oder wie?", meinte er mit einem leichten Grinsen und brachte sie damit zum Lächeln.
„Ja, so ungefähr", gab sie zu und räkelte sich etwas gemütlicher in den Sessel.
Die letzten zwei Tagen waren wider Erwarten recht angenehm gewesen, denn er kam erstens jeden Abend in die Bibliothek und zweitens hatten beide gemerkt, dass ein friedlicher Umgang die Basis für konzentriertes Arbeiten war. Es war irgendwie nett zu wissen, dass sich vielleicht zum ersten Mal seit Jahren ein Gryffindor und ein Slytherin soweit gut verstanden, dass sie sich nicht beim nächsten Atemzug an die Gurgel sprangen oder einen Fluch abfeuerten. Stattdessen schafften sie es, sah man von einigen seltenen Meinungsverschiedenheiten ab, dann und wann ein halbwegs normales Gespräch zu führen, wenn es sich um Geschichte der Zauberei drehte.
Auch fühlte sich Hermione insgeheim stolz, wenn sie ihm bei kleinen Verständnisschwierigkeiten seinerseits helfen konnte, aber das würde sie ihm nie auf die Nase binden. Stattdessen genoss sie einfach nur das Gefühl, dass er es unter anderem ihr zu verdanken hatte, wenn er nicht durch den Geschichtskurs fiel.
„Wie weit bist du eigentlich?", riss sie seine Stimme aus den Gedanken.
Sie blickte nicht auf. „Ich muss nur noch dieses Kapitel lesen. Danach wird aufgeschrieben, aufgelistet und zusammengefasst. Bei Merlin, wusstest du das schon?" Sie schnappte kurz ungläubig nach Luft. „Die Riesenalraunen hatten auch noch Knatsch mit den Moorelfen und den Lachenden Libellen." Sie raufte sich die Haare. „Das ist doch kaum zu glauben, wie streitlustig dieses Völkchen gewesen ist!"
Er schmunzelte kurz. „Kein Wunder, dass sie ausgestorben sind. In meinen Kapiteln kommen sie mittlerweile gar nicht mehr vor."
Seufzend gab sie ihm das Buch, als er die Hand danach ausstreckte.
xXx
„Weißt du, wie unheimlich demotivierend es ist, wenn du schon längst am Schreiben bist und ich immer noch am Daten heraussuchen und sammeln bin?", klagte der Slytherin.
Hermione nahm sich noch die Zeit, den Satz zuende zu schreiben und setzte schwungvoll den Schlusspunkt. „Naja, du hast ja auch eine ziemlich große Zeitspanne zu bearbeiten", tröstete sie ihn. „Außerdem plane ich mittlerweile ja nur den groben Entwurf. Das ist längst noch nicht alles." Sie machte eine ausladende Handbewegung zu den Pergamentrollen, die über den Tisch verstreut lagen.
„'Nur'...", brummte Blaise missmutig. Er zog sich das schwere Buch auf den Schoß. „Geschichte der Zauberei interessiert mich nicht die Bohne und dann muss ich ausgerechnet darin einen Exkurs vorlegen – noch dazu einen, vom dem meine Note abhängt!"
„Also erst recht eine Motivationshilfe, meinst du nicht?", erwiderte sie gut gelaunt und tauchte die Feder ins Tintenfass.
Er schnaubte als Antwort nur abfällig. „Wohl kaum."
Gerade, als ihm Hermione einen undurchdringlichen Blick zuwarf, tauchten zwei Gestalten hinter dem Regal auf.
„Hey Hermione", ertönte Weasleys Stimme. Blaise brauchte noch nicht einmal zu raten, wer im Schlepptau ankam. Potter war natürlich auch dabei.
„Alles klar bei dir?", fragte Letzterer sie und warf Blaise einen musternden Blick zu. Der Slytherin widerstand dem Drang, mit den Augen zu rollen und seinem Missmut Klang zu verleihen. Kein Angst, Goldjunge, sie lebt noch.
„Sicher", antwortete Hermione fröhlich und tätschelte ihre Pergamentseiten. „Ich komme gut voran. Und wie siehts bei euch aus? Warum kommt ihr her? Sucht ihr ein Buch?"
„Weißt du, Snape war letztens ja besonders übel drauf und hat uns extra mehr Hausaufgaben aufgebrummt... Noch dazu zu einem Thema, was wir noch nicht hatten...", begann Ron und zog sich einen Stuhl heran, um sich neben Hermione setzen zu können.
„Und weil wir uns sicher waren, dass du-", fuhr Harry fort, der auf ihrer linken Sessellehne Platz genommen hatte, „ganz bestimmt den Zusammenhang zwischen der Trankumfärbung und der Zugabe von Miesepetermoos verstanden hast..."
„... haben wir darauf gehofft, dass du uns helfen könntest", endete Ron und beide sahen sie erwartungsvoll an.
Hermione blickte unschlüssig von einem zum anderen, bis sie schließlich kurz auflachte. „Ihr zwei seid manchmal unmöglich, wisst ihr das? Also gut, holt eure Sachen her und ich erkläre es euch."
Blaise unterdrückte ein genervtes Stöhnen, als sich beide mit an den Tisch setzten und Hermione mit munterer Stimme begann, beide über die Zaubertrankeigenschaften aufzuklären. Zudem konnte er sich nicht konzentrieren, wenn er Weasleys – in seinen Augen irgendwie quakige – Stimme im Ohr hatte, sobald er eine Frage stellte oder Potters begeisterte Rufe, nachdem er etwas verstanden hatte und es ihm ach-so-logisch erschien.
Er strich nun zum zweiten Mal dasselbe Wort durch und suchte nach dem passenden Begriff. Immer, wenn sich der Ausdruck schon fast in seinem Kopf geformt hatte, verschwand er wieder durch das Raunen der drei Stimmen.
Schließlich ließ er frustriert die angehaltene Luft entweichen und stand ruckartig auf, wobei ihm die Feder von der Sessellehne fiel und sanft schaukelnd zu Boden glitt. Er schnappte sich das Buch, raffte all seine Pergamente zusammen und stapfte aus der Bibliothek, ohne sich noch einmal umzudrehen.
„H-Hey!", rief Hermione, was ein eindringliches „Pst!" von Madam Pince zur Folge hatte, „Kannst du nicht nächstes Mal einfach Bescheid sagen?"
Doch er antwortete nicht.
Harry sah dem dunkelhaarigen jungen Mann skeptisch hinterher. „Die Freundlichkeit in Person", meinte er abfällig, „Lässt dich einfach sitzen, obwohl ihr eine Abmachung habt."
„Was soll man auch anderes von einem Slytherin erwarten", fügte Ron finster hinzu. „Hermione, ich kann immer noch nicht glauben, dass du dich tatsächlich mit ihm wegen der Abmachung triffst."
Sie massierte sich die Schläfen. „Regt euch nicht auf, das macht er immer so. Er kann auch zeitweilig ganz okay sein, wirklich. Ihr braucht mich nicht so angucken, als ob mir zwei Köpfe gewachsen wären." Sie lächelte. „Widmen wir uns lieber weiter den Zaubertränken. Also, was ihr hierbei noch beachten müsst, ist..."
xXx
Am nächsten Tag nahm Blaise neben Draco in der Großen Halle zum Frühstück Platz. Zufrieden schenkte er sich frischen Kaffee ein und griff nach einem frischen Baguette, als sein Blick zufällig am Gryffindortisch hängen blieb. Das goldene Trio war noch nicht da. Unberührt dessen köpfte er ein Ei und lauschte mit einem Ohr den Diskussionen zwischen Draco und Pansy.
Komischweise bemerkte er ihre Präsenz sofort, als sie die Große Halle betrat. Er hatte nicht nach ihr Ausschau gehalten, nein, er hatte nur gerade einen Schluck Kaffee getrunken und eigentlich ganz unbewusst über den Rand der Tasse geschaut. Sie nahm zwischen Ginny und einem ihm unbekannten Gryffindormädchen Platz. Nachdem sie sich schwarzen Tee eingeschenkt hatte, begegneten sich ihre Blicke.
Schnell kramte Hermione in ihrem Umhang herum und zog eine Feder heraus. Sein Feder.
Gleichgütig beobachtete er das Geschehen und drehte den Kopf, als sie ihm signalisierte, dass er sie wiederholen könnte. Als wenn er das je tun würde! Er würde doch nicht zum Gryffindortisch gehen; das war ihm die Feder nicht wert. Außerdem hatter er noch zwei Ersatzfedern.
„Oh lala", spottete Draco, dem der Blickwechsel der beiden nicht entgangen war. „Das hätte ich nicht von dir gedacht. Vor allem nicht mit ihr." Ein Ausdruck von Ekel überzog sein Gesicht.
Blaise zuckte nur mit den Schulter. „Weißt du, für mich ist das alles nur ein Spiel", lächelte er überheblich, „Ein Spiel der Kontrolle."
Draco lachte nur abfällig und schlürfte an seinem heißen Getränk. „Und du glaubst, dass du diese Kontrolle hast?"
Blaise lehnte sich zufrieden zurück, als er sah, dass Hermione ihm aufgrund seiner Passivität und ignorierenden Haltung nur einen finsteren Blick zugeworfen hatte und nun die Feder zurück in den Umhang stopfte.
„Ja, ich habe diese Kontrolle."
xXx
Ungeduldig trommelte Hermione mit den Finger auf der Tischplatte. Sie wartete nun schon seit einer Stunde auf Blaise, doch anstatt wie an anderen Tagen auch pünktlich zu kommen, ließ er heute auf sich warten. Was erlaubte er sich eigentlich? Immerhin verbrachten sie die Zeit nicht aus Spaß zusammen, sondern weil sie mit dem selben Buch arbeiten mussten.
Sie warf einen erneuten Blick auf die große Wanduhr und stand auf, um die Regalreihen entlangzuschlendern. Die Hausaufgaben waren schon erledigt; sie hatte jetzt eigentlich nur noch vorgehabt, ein, zwei Stündchen etwas für die Hausarbeit zu schreiben und nach dem Abendessen gemütlich mit Harry und Ron „Exploding Snape" zu spielen oder mit einer Tasse heißen Schokolade im Bett ein spannendes Buch zu lesen, aber stattdessen...
Stattdessen kam er nicht!
Schließlich fand sie, dass sie lang genug gewartet hatte – das Abendessen hatte schon vor einer halben Stunde angefangen. Hermione hetzte zur Großen Halle, doch kurz bevor sie die Tür durchquerte, kam ihr eine Traube von Schülern entgegen und sie wurde plötzlich von jemandem mit der Schulter angerempelt.
Als sie sich umdrehte, rutschte ihr noch ein gezischtes sowie überraschtes „Zabini!" über die Lippen, bevor der hochgewachsene Slytherin grinsend Richtung Kerker verschwand.
xXx
Vielen Dank an meine Reviewer und Alerts vom ersten Kapitel! Ein fettes Dankeschön an Mondschatten, LunaNigra, Tanya C. Silver (meine wundervolle Beta:3 ), Jean nin asar ahi smabell, la dame, Marron-Temi und Daja! Lasst euch alle knuddeln!
AlyshaNemisis, ich habe mich wirklich gefreut, dass diese Story auf deiner Alert-Liste steht... Aber noch mehr würde ich mich über zukünftige Reviews freuen ;)
Ihr wisst gar nicht, wie sehr ich mich gefreut habe, dass diese FF so viel Anklang zu finden scheint... Das macht mich wirklich glücklich!
Ich hoffe, ihr hattet ebenso viel Spaß beim zweiten Kapitel. Bitte hinterlasst mir auch diesmal ein Review, damit ich weiß, was euch gut oder weniger gut gefallen habt! Auch Nichtangemeldete können anonym ein Review hinterlassen! Einfach auf das lila Knöpfchen unten links klicken und ein paar Zeilen schreiben.
Danke und bis demnächst!
Puma :D
