CSI New York: Sex, Drugs and Cruelty Part Two11
CSI New York
- Sex, Drugs and Cruelty Part Two -
Als Destiny am nächsten Tag erwachte, wunderte sie sich, weshalb sie auf der Couch lag. Sie musste wohl auf der Couch eingeschlafen sein.
Sie nahm ein entspannendes Bad und zog sich dann an.
Auf dem Küchentisch fand sie eine Nachricht von Mac.
„Dein Vater und ich sind im Crime Lab. Wir dachten, wir lassen dich schlafen. Du hattest den Schlaf bitter nötig. Ich habe für dich einen Termin bei der Polizeipsychologin Sheila Kavanagh gemacht, falls du mit ihr über dein traumatisches Erlebnis reden möchtest. Du kannst um elf zu ihr kommen. Ich bitte dich, geh dorthin. In Liebe, Mac", las sie.
Destiny lächelte. Sie wollte Mac den Gefallen tun. Sie musste wirklich mit jemandem über das Erlebte reden. Sie sah auf die Uhr. Es war halb zehn.
Gerade als sie sich auf den Weg machen wollte, klingelte ihr Handy. Sie sah auf das Display und erschrak. Es war Miguel. Mit zitternder Hand drückte sie auf den Annahmeknopf.
„Castlereagh?"
„Destiny, meine Liebe, ich hätte dich ja niemals für so kaltherzig und gefühllos gehalten. Du sagst immer, du kennst mich so genau, und dann lässt du zu, dass Don hierher zurückkehrt, nachdem du abgehauen bist. Um es kurz zu machen: Wenn du bis heute Abend 20 Uhr nicht zurück bist, dann werde ich Don langsam und qualvoll töten und dir dann das Tape zukommen lassen."
„Du bist ein absolutes Schwein, Miguel! Ich hasse dich! Aber ich komme. Und wenn du jemanden bestrafen willst, dann mich und ganz alleine mich."
„Trotzdem: Strafe muss sein! Und egal, was du sagst, ich weiß, dass Don dir geholfen hat, zu fliehen."
„Es war aber nicht seine Idee. Außerdem habe ich ihn überrumpelt. Ich verdiene die höhere Strafe."
„Das ist wirklich süß von dir, aber zum einen ist mir egal, was du dazu sagst, und zum anderen habe ich ihn bereits bestraft."
„Darf ich fragen, wie du ihn bestraft hast? Und ich sage dir: Dieses Mal wirst du keine Freude mit mir haben. Du kannst mich genauso gut gleich umbringen."
„Ich dachte, ich überlasse die Bestrafung dem Doc. Er hatte ohnehin eine Rechnung mit Don offen."
„Das soll was heißen? Du hast aber nicht vor, ihn zu töten, oder?"
„Nein, er quält ihn nur ein wenig. Das ist alles."
„Das ist alles?! Du spinnst wohl! Und was dich und mich angeht, da ist von meiner Seite aus das letzte Wort noch nicht gesprochen! Und wie gesagt, du wirst keine Freude weder an mir noch mit mir haben!"
„Oh, ich mag dich, wenn du so bist. Vielleicht möchtest du ja nachher einen Blick auf deinen Freund werfen."
„Ich werde mich nicht mehr gegen dich wehren. Also wirst du mich nicht wild erleben."
„Du denkst wieder nur an dich. Denk auch ein wenig an deinen Freund. Willst du wirklich, dass er noch mehr leidet, als er es jetzt schon tut?"
„Also muss ich wieder tun, was du sagst oder verlangst?"
„So sieht es aus. Es sei denn, du willst, dass Don noch weiter leidet. Und es geht ihm jetzt schon nicht besonders gut."
„Natürlich will ich nicht, dass er weiter leidet. Aber ich will auch nicht leiden. Auch wenn du dich daran erfreust. Deswegen sagte ich, es wäre besser, wenn du mich gleich umbringst."
„Wo wäre denn da der Spaß, wenn ich dich einfach töte? Aber wenn du sterben willst, okay, dann töte ich dich. Zuerst musst du jedoch Don töten. Dann erlöse ich dich."
„Halt, warte! So haben wir nicht gewettet! Ich kann Don nicht töten, und das weißt du auch! Gibt es eine Möglichkeit, Don zu retten? Irgendeine Möglichkeit?"
„Nicht, wenn du wirklich sterben willst. Und auch so glaub ich nicht, dass er noch lange durchhält."
„Miguel, bitte sag dem Doc, dass er aufhören soll! Ich tue alles, was du verlangst! Wirklich alles! Nur bitte gebiete dem Doc Einhalt! Wenn du das für mich tust, dann bin ich deine Sklavin in jeder Hinsicht."
Destiny brach am Telefon weinend zusammen.
„In Ordnung. Ich werde dem Doc Einhalt gebieten! Denk daran, was du mir soeben versprochen hast. Ich erwarte dich also heute Abend bis spätestens 20 Uhr."
Miguel legte auf.
Destiny hingegen trocknete ihre Tränen und fuhr ins Crime Lab. Dort ging sie ohne Umwege direkt zu der Polizeipsychologin.
„Sie müssen Destiny sein", sagte Sheila Kavanagh. „Ich bin Sheila."
„Ja, ich bin Destiny Castlereagh."
„Setzen Sie sich doch, Destiny, und erzählen Sie mir, was Sie beschäftigt."
Destiny setzte sich und erzählte Sheila in allen Einzelheiten, was während ihres Aufenthaltes in Miguels Gewalt geschehen war. Sheila hörte ihr aufmerksam zu und machte sich Notizen, aber sie unterbrach Destiny nicht.
„Sheila, da ist noch etwas", sagte Destiny schließlich. „Ich hatte einen Anruf von Miguel, bevor ich hierher gefahren bin."
„Was wollte er?"
Destiny erzählte es Sheila und brach wieder in Tränen aus. Sheila setzte sich neben Destiny und hielt ihr tröstend die Hand.
„Was werden Sie nun tun?"
„Was wohl? Ich habe keine andere Wahl, als wieder zu Miguel zurückzukehren. Ich will nicht, dass Don meinetwegen leiden muss oder sogar stirbt."
„Soll ich Detective Taylor und Ihren Vater verständigen?"
Destiny nickte. Ihre Verzweiflung war zu groß, als dass sie jetzt hätte sprechen können.
Sheila verließ ihr Büro und rief von ihrem Handy aus Mac an. Sie sagte ihm nur, dass er sofort zu ihr kommen und Commissioner Castlereagh mitbringen sollte.
Die beiden Männer trafen kurze Zeit später ein. Sheila fing sie vor ihrem Büro ab.
„Was gibt es?", fragte Mac.
„Destiny sitzt in meinem Büro. Sie hat mir erzählt, was sie durchgemacht hat. Aber das ist noch nicht alles", antwortete Sheila und informierte die beiden über Miguels Telefonanruf sowie Destinys Entscheidung.
„Verdammt!", fluchte Mac. „Ich kann nicht glauben, dass sie wieder zu diesem Miguel gehen will. Ich habe Angst, dass sie daran zugrunde geht."
„Ich kann Sie verstehen, Detective", meinte Sheila. „Aber Destiny will auch Detective Flack nicht gefährden. Sie meinte, sie hätte keine Wahl. Sie würde daran zerbrechen, wenn sie wüsste, dass sie an seinem Tod Schuld wäre."
„Sie haben Recht, Sheila. Das würde Destiny nicht überleben. Es ist ihre Entscheidung, und ich werde sie unterstützen, wo ich nur kann."
„Das gilt aber nicht für mich!", sagte Sean und stürmte in Sheilas Büro, bevor Sheila oder Mac ihn aufhalten konnten. Sie folgten ihm hinein.
„Sag mal, spinnst du, Destiny?! Du kannst doch nicht wieder zu diesem Gangster gehen!", schrie er seine Tochter an.
„Ich muss, Dad! Er hat meinen Freund und Kollegen in seiner Gewalt! Wenn ich nicht zu Miguel zurückkehre, dann tötet er ihn langsam und qualvoll! Und dann schickt er mir das Tape zu! Ich mache mir sowieso schon schwere Vorwürfe, dass ich Don da mit hineingezogen habe! Ich kann mein Gewissen nicht auch noch mit der Schuld an seinem Tod belasten!"
„Ich werde dich nicht zu Miguel Dominguez Rodriguez gehen lassen! Ich verbiete es dir!"
„Du kannst mir nichts mehr verbieten, Dad! Ich werde zu Miguel gehen und Don somit retten!"
„Ich muss Ihrer Tochter leider Recht geben, wenn auch mehr als widerwillig", mischte Mac sich ein. „Es handelt sich hier auch um meinen Freund und Kollegen. Und ich weiß, dass er für Destiny genau dasselbe tun würde. Und auch ich würde nicht anders handeln, wenn man Destinys Leben bedrohen würde."
„Aber er wird sie umbringen!", protestierte Sean.
„Nein, das wird er nicht tun. Nicht, solange er mich quälen kann und Gefallen daran findet", sagte Destiny und fing wieder an zu weinen.
Mac ging zu ihr hin und nahm sie tröstend in den Arm.
„Ich lasse dich nur sehr ungern dahin zurückgehen, aber ich werde dich nicht aufhalten. Versprich mir aber bitte, dass du auf dich aufpasst!"
„Ich verspreche es. Außerdem hoffe ich, dass ihr mich und Don bald da wieder herausholt."
„Wir sowie das FBI haben nicht genügend Beweise gegen Miguel Dominguez Rodriguez."
„Dann werde ich dafür sorgen, dass ihr Beweise bekommt", sagte Destiny entschlossen.
„Des, ich bitte dich: Tu das nicht! Was ist, wenn du erwischt wirst? Ich will dich nicht verlieren!"
„Ich werde auf mich aufpassen, Mac. Außerdem habe ich mit Undercover-Einsätzen meine Erfahrung. Ich weiß, wie ich mich verhalten muss."
Mac und Sean blieb nichts anderes übrig, als sich einverstanden zu erklären. Sie wussten, dass es keine andere Möglichkeit gab, an belastendes Beweismaterial gegen Miguel Dominguez Rodriguez zu gelangen.
„Wie willst du das Beweismaterial eigentlich vom Anwesen schaffen?", fragte Sean schließlich.
„Die Eigentümer des nördlich an Miguels Anwesen angrenzenden Grundstückes versuchen schon seit Jahren, Miguel loszuwerden. Ich werde die Beweise in einer Tasche verstauen und auf deren Grundstück werfen. Informiert sie darüber, dass diese Tasche wichtig für euch ist. Sie werden euch garantiert helfen."
Mac und Sean nickten.
„Ich werde zusätzlich noch das FBI informieren. Die sind seit langem hinter Miguel her. Ich werde ihnen auch nahelegen, dass sie sich ruhig verhalten sollen", sagte Sean.
Am frühen Abend fuhr Mac Destiny zu Miguels Anwesen. Bei der Gelegenheit zeigte sie ihm auch, welches Grundstück sie gemeint hatte. Dort hielt er auch an.
„Des, bitte sei vorsichtig bei dem, was du vorhast", sagte er.
„Ich versuche mein Bestes. Hoffentlich ist die Sache schnell vorbei. Lange halte ich das nicht mehr aus!"
„Wir werden alles tun, was in unserer Macht steht", sagte Mac.
„Ich muss los", sagte Destiny.
Mac küsste sie lange zum Abschied. Dann stieg Destiny aus und machte sich auf den Weg zu Miguels Anwesen. Mac sah ihr besorgt hinterher. Er hoffte inständig, dass alles gut gehen würde. Als er Destiny nicht mehr sehen konnte, fuhr er zurück ins Crime Lab.
Miguel grinste triumphierend, als Destiny sein Arbeitszimmer betrat.
„Wie ich sehe, hast du die richtige Entscheidung getroffen", sagte er. „So, und jetzt geh in unser Schlafzimmer."
Destiny nickte schweigend und ließ Miguel allein.
Die folgenden Tage – und Nächte – wurden für Destiny die reinste Hölle. Miguel hatte kein Erbarmen mit ihr und forderte sie jede Nacht. Doch es hatte sich etwas geändert. Er rief sie auch tagsüber zu sich ins Büro, damit sie ihm Befriedigung verschaffte.
Destiny litt sehr unter seinen perversen Wünschen und seiner Gewalttätigkeit. Es verging kein Tag, an dem sie nicht geschlagen wurde. Vor allem aber machte Miguel ihr klar, dass sie ihm allein gehörte und nur er sein Verlangen an ihr stillen durfte. Damit sie sich das auch einprägte, schlug er sie.
Eine Woche später leistete Don ihr abends Gesellschaft. Destiny bemerkt, dass er sich noch mehr verändert hatte, denn er bekundete offen sein sexuelles Interesse an ihr.
„Sei doch ein wenig nett zu mir" sagte er und unterstrich sein Interesse mit Berührungen.
Destiny wich zurück.
„Ich kann nicht, Don. Bitte versteh das. Such dir lieber anderweitig dein Vergnügen", sagte sie nur.
Sie traute sich nicht, ihm zu sagen, weshalb sie nicht mit ihm schlafen konnte und wollte.
Am nächsten Tag schickte Don ihr eine Nachricht.
„Guten Morgen. Wie geht es dir?"
„Beschissen wäre noch untertrieben", schrieb Destiny zurück. „Wie geht es dir?"
„Bin noch ein bisschen müde. Hab übrigens deinen Rat bezüglich anderweitigem Vergnügen beherzigt. Du zeigst mir ja die kalte Schulter."
„Willst du wissen, warum ich dir die kalte Schulter zeige? Weil Miguel mir auf sehr schmerzhafte Weise klar gemacht hat, dass nur er sein Verlangen an mir stillen darf! Seitdem ich wieder da bin, hat er mir noch mehr Schmerzen bereitet als vorher! Jede Nacht ist er mehr als brutal! Und teilweise zitiert er mich noch in sein Büro, damit ich ihm Befriedigung verschaffe. Ich kann nicht mehr! Ich habe mittlerweile Angst vor Intimitäten. Nur deswegen zeige ich dir die kalte Schulter. Ich kann einfach nicht anders! - War sie wenigstens gut?"
„Na ja, ich hatte schon bessere. Und überhaupt kriege ich dich nicht aus dem Kopf. Ich weiß, das ist nicht gut. Am liebsten würde ich Miguel auf der Stelle töten dafür, dass er dir weh tut. Ich bin so sauer!"
„Nein, ich bin diejenige, die ihn töten wird für all das, was er mir und meinen Freunden angetan hat! Es ist meine Rache! Ich verrate dir ein Geheimnis, aber das darfst du niemandem erzählen! Miguel ist unvorsichtig, wenn er mich in sein Büro lässt. Ach wenn ich lieber sterben würde, als ihm Vergnügen zu bereiten, so tue ich das in seinem Büro nur aus einem einzigen Grund: Ich sammle Beweise gegen ihn. Und er merkt das noch nicht einmal, weil er jedes Mal völlig erledigt ist. Aber wenn du mir wirklich einen Gefallen tun und mir helfen willst, dann besorg mir eine kleine Waffe, die in meine knappe Kleidung passt, damit ich ihn töten kann! Und du musst mich vergessen!"
„Ich werd sehen, was ich tun kann. Und ich weiß nicht, wie ich nicht an dich denken soll. Und falls deine Freunde kommen, um dich zu retten, dann lass mich bitte einfach verschwinden."
Eine halbe Stunde lang erhielt Don keine Antwort.
„Sorry, dass meine Antwort so lange gedauert hat. Ich sag nur Miguel. - Ich weiß nicht, ob ich das kann. Ob ich überhaupt darüber entscheiden kann. Ich bin in diesem Fall keine Polizistin, sondern Opfer. Aber sollte ich dazu körperlich in der Lage sein, werde ich tun, was ich kann, damit du die Möglichkeit hast zu verschwinden. Aber ich kann's dir nicht versprechen."
„Das ist doch schon mal etwas. Ich werd dir die Waffe besorgen."
„Danke. Aber bitte beeil dich, denn noch habe ich die Kraft dazu. Und ich habe gerade wieder einige Beweise gesammelt. Ich hoffe, meine Freunde sind da, damit ich denen die Beweise geben kann. Ich weiß schon nicht mehr, wo ich die verstecken soll."
„Kein Problem. Bis heute Abend hab ich sie besorgt. Dann ist es endlich vorbei."
„Ich hoffe es. Aber ich glaube, eine Schusswaffe ist vielleicht doch nicht gerade das Wahre. Ich meine, wegen der anderen. Wenn die den Schuss hören, dann bin ich tot."
„Keine Angst, ich werde dich beschützen. Miguels Männer werden dir nichts tun."
„Und wie willst du mich beschützen gegen die anderen? Ich will nicht, dass du verletzt oder gar getötet wirst! Nur deinetwegen bin ich zurückgekommen. Miguel hat gedroht, dich langsam und qualvoll zu töten und mir dann das Tape zu schicken. Das hätte ich nicht verkraftet. Und genau diese Drohung zwingt mich dazu, alles zu tun, was Miguel verlangt, egal wie widerwärtig das auch sein mag."
„Keine Angst, ich kann ganz gut auf mich aufpassen. Außerdem habe ich auch eine Waffe."
„Aber was ist, wenn die zu mehreren auftauchen? Ich habe einfach Angst. Ich hoffe nur, dass meine Hand nicht zittert. Besteht die Möglichkeit, diese Miniwaffe mit Schalldämpfer zu bekommen? Ach nein, ein Messer ist, glaub ich, doch besser."
„Kein Problem. Bei dem Waffenarsenal, das Miguel hat, werde ich etwas für dich finden. Wenn alles vorbei ist, werden wir uns jemals wiedersehen?"
„Ja, aber nur als Freunde. Mehr nicht. Natürlich nur, wenn du das willst. Und wenn ich die Sache heile überstehe."
Eine Stunde später schlich Destiny mit einer Tasche voll Beweisen in den hinteren Teil des Grundstücks und warf sie über die Mauer.
Kaum hatte sie die Tasche geworfen, wurde sie am Arm gepackt.
„Du kommst jetzt mit", sagte Juan. „Ich glaube, das eben wird den Boss sehr interessieren."
Er zerrte sie zu Miguel ins Arbeitszimmer.
„Juan, was gibt es?", fragte Miguel verwundert.
„Sie hat eine Tasche über die Mauer geworfen. Wenn mich mein Gefühl nicht trügt, dann würde ich sagen, sie ist ein Spitzel."
„Ich kümmere mich um sie, Juan. Du kannst gehen", sagte Miguel.
Juan nickte und verließ das Arbeitszimmer.
Miguel stand auf und ging zu Destiny hin. Er ohrfeigte sie.
„Eigentlich sollte ich dich dafür töten, Destiny. Aber damit würde ich dir ja nur einen Gefallen tun", sagte er kalt. „Aber eine Strafe bekommst du trotzdem."
Er sah sie lange an, bevor er weitersprach.
„Du hast heute deine Untersuchung beim Doc. Du gehst jetzt direkt zu ihm."
Destiny nickte und verließ Miguels Arbeitszimmer. Miguel selbst rief seinen Arzt an und erteilte ihm einige Anweisungen.
Destiny hatte den Arzt erreicht, und dieser untersuchte sie auf sehr sadistische Art. Schließlich verabreichte er ihr noch eine Spritze, bevor er sie wegschickte.
Zur gleichen Zeit im Crime Lab.
Mac, Sean und Special Agent Whitmore vom FBI sahen sich die neuen Beweise an, die Destiny über die Mauer geworfen hatte.
„Das dürfte reichen, um Miguel Dominguez Rodriguez für alle Zeiten aus dem Verkehr zu ziehen", sagte Special Agent Whitmore.
„Na hoffentlich", meinte Mac. „Ich habe ein ganz komisches Gefühl. Wir sollten so schnell wie möglich diesen Mann und seine Leute verhaften."
„Ich fordere die nötige Verstärkung an", sagte Sean.
„Ich ebenso", meinte Special Agent Whitmore. „Es kann allerdings ein wenig dauern, bis die Einsatztruppe des FBI eintrifft."
„Ich hoffe, wir haben die Zeit", sagte Mac.
Als Destiny ins Schlafzimmer zurückkehrte, entdeckte sie das Messer. Sofort nahm sie es an sich.
Sie erhielt eine Nachricht von Don.
„Hey, Des. Wie geht's dir? Alles okay? Hoffe, das Messer ist geeignet für deine Pläne."
„Ja, danke für das Messer. Es ist genau richtig. Aber mir geht's gar nicht gut. Ich fühle mich irgendwie komisch. Ich war vorhin beim Doc. Der hat mich erst auf sehr sadistische Art untersucht und mir dann hinterher eine Spritze gegeben."
„Was denn für eine Spritze?"
„Ich weiß es nicht. Aber meine Beschwerden haben angefangen, nachdem er mir die Spritze verabreicht hat."
„Dieses Schwein! Ich werde ihm einen kleinen Besuch abstatten und herausfinden, was er dir gegeben hat!"
„Mach das. Ich würde es ja selbst tun, aber mein Kreislauf fährt gerade Achterbahn."
Don suchte sofort den Arzt auf. Er konnte ihn nicht leiden, und dass dieser es wagte, Destiny auch noch Schmerzen zuzufügen, steigerte Dons Wut.
„Don, was willst du denn hier? Du bist doch noch nicht dran mit deiner Routineuntersuchung.
Der Arzt war sichtlich überrascht, Don zu sehen.
„Deswegen bin ich nicht hier", erwiderte Don.
„Weswegen denn dann?", fragte der Arzt verwundert.
„Was haben Sie mit Destiny gemacht?", fragte Don.
„Das darf ich nicht sagen. Du weißt doch: ärztliche Schweigepflicht", antwortete der Arzt.
Don wurde wütend und packte den Arzt beim Kragen.
„Sie sagen mir jetzt sofort, was in der Spritze war, die Sie Destiny gegeben haben!"
„Das werde ich nicht tun!"
Doch Don gab nicht auf. Mit einer Hand umfasste er den Hals des Arztes.
„Sagen Sie mir, was in der Spritze war, und Sie dürfen weiterleben!"
Der Arzt lachte höhnisch.
„Das willst du wohl unbedingt wissen, wie? Na gut, ich sag es dir. Der Boss hat angeordnet, dass Destiny beseitigt werden soll. Er hat genug von ihr. Deswegen habe ich ihr eine Mischung aus einer Droge und einem schleichenden Gift verabreicht."
Wieder lachte er höhnisch.
Don wurde wütend und tötete den Arzt.
Dann verließ er das Labor.
Don schickte Destiny eine Nachricht.
„Der Doc scheint dir eine Art Gift verabreicht zu haben. Aber jetzt wird er nie wieder irgend jemandem etwas tun. Ich fahr dich ins Krankenhaus."
Doch genau in dem Moment ertönte der hausinterne Alarm.
„Ich glaub, daraus wird nichts. Miguel hat Alarm gegeben. Alle sind in Alarmbereitschaft. Wir können das Grundstück nicht mehr verlassen. Mir geht's gut. Mein Kreislauf ist wieder in Ordnung. Außerdem habe ich noch was zu erledigen. Wenn ich nur wüsste, wo Miguel jetzt gerade ist. Er darf nicht noch einmal ungeschoren davon kommen."
Genau in dem Moment bekam Destiny einen Anruf von Miguel.
„Destiny, ich will, dass du sofort in mein Arbeitszimmer kommst! Don hat den Arzt getötet. Mir reicht es jetzt mit euch beiden!"
„Ich weiß zwar nicht, was ich in deinem Büro soll, wenn Don – endlich – den Arzt getötet hat, aber ich bin unterwegs."
Sie versteckte das Messer in ihrer knappen Kleidung, die sie auf Miguels Anweisung hin tragen sollte, und machte sich auf den Weg zu seinem Arbeitszimmer.
Zur gleichen Zeit wurde Don von mehreren Handlangern gepackt und in den Garten gezerrt. Dort warteten bereits die restlichen Handlanger. Zwei von ihnen hielten Don fest, und ein anderer schlug ihm mit der Faust in den Magen, um ihn ruhigzustellen.
Destiny betrat Miguels Arbeitszimmer.
„Also, was soll ich hier?", fragte sie.
„Du wirst zusehen, wie ich Don bestrafe! Ich habe eure Aufmüpfigkeit endgültig satt!"
„Ich würde sagen, dein schöner Plan, Don zu einem von deinen Leuten zu machen, ist nicht aufgegangen. Du mochtest doch seine aufmüpfige Art. Jetzt plötzlich nicht mehr? Tja, ich hätte es dir ja gleich sagen können. Und da wir gerade dabei sind: Mich hast du auch nie wirklich bändigen können, egal, wie brutal du zu mir warst! Ich habe nie wirklich aufgegeben und dir das alles nur vorgegaukelt, ebenso, dass es mir im Bett mit dir Spaß gemacht hat! Ach ja, ich habe Beweise gegen dich gesammelt – wie du weißt – und zwar immer dann, wenn ich dir hier in deinem Büro Befriedigung verschaffen sollte! Meine Freunde dürften mittlerweile genug gegen dich zusammen haben. Und ich rate dir: Lass Don schön in Ruhe, Miguel, sonst bekommst du es mit mir zu tun!"
Miguel wurde wütend und ohrfeigte Destiny.
„Ich lasse mich von dir nicht einschüchtern! Du wirst schon sehen, was ihr davon habt! Ihr werdet beide sterben! Dein Freund zuerst! Und dann bist du an der Reihe!"
„Ich weiß, was dein Arzt mir vorhin gespritzt hat. Und genau aus diesem Grund ist er jetzt auch tot. Aber du wirst den Tod von Don und mir nicht genießen können! Meine Freunde, mein Vater und das FBI sind bestimmt schon hierher unterwegs. Und wenn ich sterbe, so weiß ich wenigstens, dass ich nicht umsonst gestorben bin!"
„Dir wird deine Siegesgewissheit noch vergehen, wenn meine Leute mit deinem Freund und ich mit dir fertig bin!", sagte Miguel, packte Destiny und zerrte sie auf den Balkon. „Schau nach unten! Ich verrate dir den Grund, weshalb ich dir die Droge und das schleichende Gift habe verabreichen lassen. Ich wollte, dass du noch mitbekommst, wie ich deinen Freund töte, an dem dir soviel liegt. Also, schau jetzt zu und sag Lebewohl."
Destiny sah nach unten. Sie musste hilflos mitansehen, wie Don von Miguels Handlangern brutal zusammengeschlagen wurde. Sie wandte sich verzweifelt ab.
„So, und jetzt zu dir!", sagte Miguel und zerrte sie wieder in sein Arbeitszimmer. „Bevor du auch stirbst, will ich wenigstens noch einmal meinen Spaß mit dir haben, Schlampe!"
„Wer hat denn aus mir eine Schlampe gemacht, Miguel?! Das warst doch du! Und es hat dir gefallen, denn sonst hättest du mich nicht immer wieder heimgesucht! Du hättest dir ja auch eine von deinen Huren kommen lassen können!"
Miguel ignorierte ihre Worte. Statt dessen drückte er sie auf seinen Schreibtisch. Destiny wehrte sich verbissen, doch er schlug sie ins Gesicht, und sie wurde bewusstlos.
Nun konnte Miguel in aller Ruhe den Saum ihres Kleides hochschieben und sich brutal Befriedigung verschaffen.
Destiny erwachte durch die Brutalität wieder aus ihrer Bewusstlosigkeit und spürte die kalte Klinge des Messers in ihrem Rücken. Da Miguel abgelenkt war, konnte sie unbemerkt mit einer Hand nach dem Messer tasten. Am Rande ihres Unterbewusstseins nahm sie plötzlich Polizeisirenen wahr. Sie fasste neuen Mut.
„Ich sage Lebewohl, aber zu dir!", sagte Destiny kalt und stach Miguel mehrmals mit dem Messer in den Rücken. Er ließ von ihr ab, sein Gesicht schmerzverzerrt. Dennoch machte es nicht den Anschein, als wenn er bald sterben würde. Destiny richtete sich auf und fluchte innerlich.
„Das wirst du bereuen!", schrie Miguel sie an.
Dann stürzte er sich auf sie und versuchte, ihr das Messer zu entwinden. Dabei schlug er auf sie ein. Destiny ging zu Boden, während Miguel über ihr kniete und weiter auf sie einschlug. Destiny hatte noch immer das Messer in der Hand. Sie zielte auf sein Herz, atmete tief durch und stach dann zu. Miguel brach tot über ihr zusammen.
Es kostete ihre letzte Kraft, sich Miguels Leiche zu befreien. Sie schaffte es irgendwie auf die Beine zu kommen, doch ihre Knie drohten immer wieder nachzugeben. Trotzdem wollte sie so schnell wie möglich das Haus verlassen.
Als Miguels Handlanger die Polizeisirenen hörten, ließen sie von Don ab und bekamen Panik.
Obwohl er einige Verletzungen davon getragen hatte, nutzte Don die Chance und schlug nun seinerseits auf einige der Handlanger ein. Die Sorge um Destiny verlieh ihm die nötige Kraft.
Als die Sirenen lauter wurden, flüchteten die Handlanger.
Don hingegen wollte gerade ins Haus laufen, um nach Destiny zu suchen, als diese ihm entgegen kam. Don bemerkte sofort, dass sie unsicher auf den Beinen war und ein wenig schwankte. Auch bemerkte er die Spuren von Miguels Gewalttätigkeit sowie das viele Blut, das an ihr klebte. Besorgt rannte er zu ihr hin.
„Des, ist alles in Ordnung mit dir?", fragte er.
„Es geht schon. Miguel ist tot. Ich habe ihn getötet. Er kann niemandem mehr etwas tun."
Don spürte, dass Destiny unter Schock stand. Doch er hörte auch die Polizeisirenen.
„Gut. Ich sollte verschwinden wegen der Polizei."
„Ist denn mit dir alles in Ordnung?", fragte Destiny. „Du solltest dich von einem Arzt untersuchen lassen."
„Es geht schon. Mach dir keine Sorgen um mich. Ich bin hart im Nehmen. Alles Gute, Kleines!"
„Dir auch. Aber wir werden uns wiedersehen. Das weiß ich."
„Ja, vielleicht. Ich werde dich vermissen."
„Ich dich auch, Don. Aber meine Intuition sagt mir, dass wir uns wiedersehen werden."
„Bis jetzt lagst du immer richtig. Deswegen vertrau ich dir", sagte Don und lächelte.
„Gut zu wissen. Aber jetzt sieh zu, dass du verschwindest, bevor es zu spät ist."
„Du hast Recht. Ich melde mich bei dir, sobald ich in einiger Entfernung von hier bin."
Destiny nickte und sah Don nach, als er verschwand.
Dann sank sie auf die Knie. Sie hatte keine Kraft mehr, sich aufrecht zu halten.
Mac, Stella, Danny, Anna, Sean sowie eine ganze Reihe Polizisten und FBI-Agenten stürmten das Anwesen. Miguels Handlanger waren auf ihrer Flucht nicht weit gekommen und wurden nun verhaftet.
Mac, Stella, Danny, Anna und Sean hingegen machten sich auf die Suche nach Destiny.
Schließlich fanden sie sie. Sie stand an die Hauswand gelehnt. Doch ihre Erleichterung darüber, sie lebend vorzufinden, wich Entsetzen, als sie die Spuren von Miguels Gewalttätigkeit sowie das viele Blut bemerkten.
„Wo ist dieses Schwein?", fragte Sean. „Hat er dich so zugerichtet?"
„Er liegt tot in seinem Arbeitszimmer, Dad", antwortete Destiny monoton. „Es ist sein Blut, jedenfalls zum großen Teil."
„Und wo ist Don?", fragte Mac.
„Ich weiß es nicht. Er ist verschwunden, als er die Sirenen hörte. Er erinnert sich noch immer nicht daran, wer und was er eigentlich ist."
„Wir werden ihn schon finden", meinte Danny.
„Aber er wird nicht dafür belangt, was er in Miguels Diensten getan hat, oder?", fragte Destiny.
„Nein, aber versprechen kann ich es dir nicht. Das hängt davon ab, was der Staatsanwalt sagt", antwortete Sean.
„Ich verstehe."
Danny, Anna und Stella bemerkten, dass Destiny ziemlich blass war und krampfhaft versuchte, sich auf den Beinen zu halten.
Anna ging zu Mac hin.
„Mac, du solltest Destiny von hier wegbringen. Sie hat hier viel durchgemacht", sagte sie leise.
Mac nickte und ging auf Destiny zu.
„Komm, ich bring dich nach Hause", sagte er und wollte den Arm um sie legen, doch Destiny wich ängstlich zurück.
Stella und Anna sahen sich an. Dann trat Stella vor.
„Ich mach das schon", sagte sie. „Destiny, ich fahre dich erst einmal ins Crime Lab."
Destiny nickte und ließ sich von Stella zum Wagen führen.
Mac sah Destiny besorgt hinterher.
„Was hat dieses Schwein ihr bloß angetan? Wenn er nicht schon tot wäre, dann hätte ich ihn jetzt getötet!", sagte er.
„Ich stimme Ihnen da ausnahmsweise zu, Taylor. Was immer er meiner Tochter angetan hat, ich hoffe, er schmort jetzt dafür in der tiefsten Hölle!", sagte Sean.
„Das hoffe ich auch", meinte Danny. „Mac, ich wollte noch sagen, ich hätte dir geholfen, dieses Schwein umzubringen."
„Danke, Danny", meinte Mac. „Kommt, lasst uns zurück ins Crime Lab fahren. Dieser Tatort gehört dem FBI."
So fuhren Mac, Danny, Anna und Sean zurück ins Crime Lab.
Stella hatte mit Destiny das Labor schon längst erreicht. Nun führte sie sie die Gänge entlang bis zu Macs Büro. Dort ließ sie die Sichtblenden herunter. Doch Lindsay und Hawkes hatten Destiny bereits gesehen.
Stella ging zu den beiden hinaus.
„Lindsay, wenn Mac und die anderen da sind, werden du, Anna und ich uns um Destinys Wunden kümmern", sagte Stella.
„Sollte ich das nicht eigentlich machen?", fragte Hawkes.
„Eigentlich ja, aber Destiny lässt momentan keinen Mann in ihre Nähe. Das muss an diesem Miguel liegen. Er muss ihr Schlimmes angetan haben. Er hat sie auch so übel zugerichtet. Aber Destiny hat ihn getötet, als sie es nicht mehr ertragen konnte."
Kurze Zeit später trafen Mac, Anna, Danny und Sean im Crime Lab ein. Stella fing die vier ab und sagte ihnen, dass sie Destiny in Macs Büro gebracht hatte. Nur Anna sollte mitkommen. Anna folgte Stella, und schließlich versorgten die drei Frauen Destinys Wunden. Sie besorgten ihr auch neue Kleidung.
„Ich besorge dir etwas zu trinken und auch etwas gegen die Schmerzen", meinte Stella.
Destiny nickte.
Lindsay und Anna folgten Stella hinaus.
Als Destiny allein war, klingelte ihr Handy.
„Castlereagh?"
„Ich wollte mich nochmal bei dir bedanken, dass du mich hast verschwinden lassen, Kleines. Warst du schon im Krankenhaus?"
„Nein. Wieso?"
„Wegen des schleichenden Gifts, das man dir verabreicht hat. Du musst unbedingt ins Krankenhaus, bevor es zu spät ist!"
„Dafür könnte es vielleicht schon zu spät sein. Mein Kreislauf..."
Don hörte plötzlich einen dumpfen Aufprall.
„Destiny! Verdammt!"
Genau in diesem Moment betrat Sean Macs Büro. Er wollte nach seiner Tochter sehen.
Als er sie ohnmächtig auf dem Boden liegen sah, rief er sofort um Hilfe. Hawkes eilte herbei und kümmerte sich um Destiny. Zudem verständigte er die Notrufzentrale und forderte einen Krankenwagen an.
Währenddessen bemerkte Sean, dass seine Tochter telefoniert hatte. Er nahm das Handy und sah, dass das Gespräch mit Don noch nicht beendet worden war.
„Mein Name ist Sean Castlereagh. Ich bin Destinys Vater. Sie ist gerade zusammengebrochen! Don, wenn Sie wissen, was mit ihr ist, dann sagen Sie es mir! Bitte!"
„Ich kann Ihnen leider nur sagen, dass man ihr ein schleichendes Gift in Kombination mit einer Droge verabreicht hat. Mehr weiß ich leider auch nicht."
Der Notarzt und die Sanitäter trafen ein und kümmerten sich um Destiny. Sean erzählte ihnen kurz, was er von Don erfahren hatte. Die Sanitäter legten Destiny auf eine Bahre und brachten sie zum Krankenwagen.
Sean konzentrierte sich wieder auf das Telefongespräch.
„Okay. Danke. Auch dafür, dass Sie Destiny geholfen haben. Keine Angst, wir haben nichts gegen Sie in der Hand. Und Ihre Hilfe wirkt sich zudem sehr positiv aus. Destiny ist jetzt auf dem Weg ins Krankenhaus. Mit Blaulicht und Sirene. Aber es sieht wohl nicht gut aus im Moment. Der Notarzt meinte, es kommt jetzt auf jede Minute an. Destinys Leben hängt an einem seidenen Faden. Beten Sie für sie."
„Das werde ich tun. Und vielen Dank, dass Sie mich laufen lassen."
„Keine Ursache. Das heißt auch, dass Sie sich auch nirgends zu verstecken brauchen. Sollten Sie irgend etwas brauchen, sagen Sie mir Bescheid."
„Vielen Dank für das Angebot, aber ich komme schon klar."
„Ich meine ja nur, falls. Aber ich denke auch, dass Sie klarkommen werden."
Sean legte auf und fuhr mit Mac ins Krankenhaus.
Die beiden Männer warteten ungeduldig auf eine Nachricht der Ärzte.
Die Toxikologen arbeiteten fieberhaft. Sie hatten Destiny Blut abgenommen und versuchten nun, das Gift zu identifizieren, damit sie ein Gegengift verabreichen konnten.
Vorsorglich hatten die Ärzte Destiny an ein Überwachungssystem angeschlossen, das die Vitalwerte ständig kontrollierte.
Schließlich entschieden die Ärzte, Destiny in ein künstliches Koma zu versetzen, sehr zum Leidwesen von Mac und Sean. Es war ein riskanter Plan, um Zeit zu gewinnen. Doch es gab keine andere Möglichkeit. Die Kombination aus Droge und Gift machte eine schnelle Identifizierung unmöglich.
Einige Stunden später, als Destinys Leben immer mehr am seidenen Faden hing, hatten die Toxikologen schließlich das Gift identifiziert.
Mac war in die Krankenhauskapelle gegangen, um seit langem wieder zu beten. Er konnte nicht im Wartebereich sitzen. Er hatte Angst, Destiny für immer zu verlieren.
Spät am Abend kam Sean in die Kapelle.
„Mac, sie haben das Gegengift! Sie sind gerade dabei, es Destiny zu verabreichen", berichtete er atemlos.
„Wirklich?", fragte Mac.
Sean nickte.
Gemeinsam verließen sie die Kapelle und gingen eiligen Schrittes zurück zur Intensivstation, auf die man Destiny verlegt hatte.
Es schien eine Ewigkeit zu vergehen, bis man Sean und Mac zu Destiny ließ.
Doch dann saßen die beiden an Destinys Bett und warteten darauf, dass sie aufwachte.
Schließlich schlug Destiny die Augen auf. Sie war verwundert, als sie Mac und ihren Vater gemeinsam an ihrem Bett sah.
„Hi", sagte sie leise.
„Hi", erwiderten Mac und Sean.
Beide Männer lächelten glücklich.
„Seid ihr beide krank?", fragte Destiny schwach.
„Wieso?", fragte Sean.
„Weil ihr beide so friedlich nebeneinander sitzt."
„Destiny, der Kampf zwischen Mac und mir ist vorbei. Ich habe meine Meinung über ihn geändert. Er ist der richtige Mann für meine einzige Tochter. Ich hatte ihn einfach nur falsch eingeschätzt."
„Und was hat deine Meinung geändert?"
„Ich habe gesehen, dass er ein hervorragender Polizist ist, und ich habe ihn privat besser kennengelernt. Ich habe gesehen, dass er dich wirklich und wahrhaftig liebt. Es gibt keinen besseren Mann als ihn."
Destiny lächelte.
„Endlich ist mein Wunsch in Erfüllung gegangen, Dad."
„Du meinst wohl einer deiner Wünsche, Des. Dein Vater hat mich in den letzten Tagen immer wieder gefragt, wann wir denn nun heiraten", meinte Mac und schmunzelte.
„Ich weiß nicht. Ich sollte wohl am besten erst einmal wieder gesund werden."
„Das solltest du wirklich. Das hat erst einmal oberste Priorität", meinte Mac, und Sean stimmte ihm zu.
„Mac, rufst du Sheila für mich an? Ich glaube, ich brauche auch weiterhin ihre Betreuung."
„Aber natürlich, Des. Ich soll dich übrigens von Stella, Anna, Danny, Lindsay, Hawkes und Sid grüßen. Sie alle hoffen, dass du bald wieder gesund bist."
Destiny nickte.
„Und jetzt solltest du dich ausruhen", meinte Sean und schob Mac in Richtung Tür.
„Das ist eine gute Idee", sagte Destiny.
„Aber bevor du einschläfst, wollte ich dir noch etwas sagen", meinte Mac. „Ich liebe dich, Des, und ich bin froh, dass ich dich wiederhabe."
Doch Destiny war schon eingeschlafen. Mac und Sean ließen sie allein.
ENDE
