„WAS!", schrie George einmal quer durch die große Halle.

Alle Blicke lagen auf ihm und man konnte erkennen, dass sich ein großes Fragezeichen in den Gesicht, der Schüler bildete. Wenn diese Situation nicht so verdammt ernst gewesen wäre, hätte George sich nicht mehr halten können vor lachen auf seinem Stuhl. Doch er hielt sich zurück und redete weiter auf den Hut ein, flüsternd natürlich, damit niemand etwas mitbekam.

„Ey man das kannst du mir doch nicht antun. Ich bitte dich: Huffelpuff! Die werden sich alle ein Leben lang über mich lustig machen. Ich als Weasley soll nach Huffelpuff? Meine Brüder sind in Gryffindor und der Rest meiner Familie war auch dort. Bitte ich will da nicht zu denen. Nicht dass ich was gegen sie hätte, aber ich wäre da nicht glücklich. Bitte ich will nach Gryffindor, zu George, Bill, Percy und Lee, man der ist echt in Ordnung, wirklich. Redet zwar viel, aber er ist ein netter Kerl"

Es verging ein wenig Zeit und der Hut gab nur Laute wie: Hmm, Oh, Naja, Aha.

Dann räusperte er sich und verkündete sein Urteil

„Nach langem Überlegen hab ich mich entschieden. George Weasley gehört in nur ein Haus und das ist mir bewusst geworden. Obwohl ich so lange überlegt habe kann mich niemand mehr umstimmen. Er gehört nicht nach Slytherin, nein, auch nicht nach Ravenclaw, das ist mir klar. Sein Haus für die nächsten sieben Jahre soll Gryffindor sein!"

Im ersten Moment sagte niemand in der Großen Halle was, alle hatten dieselbe Frage: Wieso so eine lange Rede, wenn es doch eindeutig war und er ist doch ein Weasley, er gehört nach Gryffindor, er MUSS dahin!

„Man, musst du mir so ne Angst einjagen? Warum nicht gleich so?", zischte George und langsam bekam er wieder Farbe ins Gesicht.

„Es muss doch immer spannend sein und du hast Glück, dass du mich noch überzeugen konntest mit deinem Gesülze. Ich hätte dich sonst wirklich nach Huffelpuff geschickt, doch ich wollt dich nicht weinend sehen. So, und nun haus schon ab, sonst überleg ich es mir noch anders und das wäre ein Skandal, weil ich meine Meinung noch nie geändert hab."

„Ist ja gut, danke und bis bald mal."

Erleichtert, aber irgendwie auch nachdenklich setzte er den sprechenden Hut ab, ging zu seinem Haustisch und setzte sich wie unter Schock zwischen Fred und Lee auf die Bank.

Nach der „Rede" von Dumbledore, füllten sich die Teller auf allen Tischen und alle aßen, als ob es ihr letztes Essen sein würde. Nicht alle, aber fast alle, nur George saß da und starrte durch die Gegend. Er wusste nicht warum, aber er hatte das Gefühl, dass es noch einen Grund gab, warum er doch nach Gryffindor kam, obwohl er doch nach Huffelpuff sollte. Das nachdenken brachte ihn zu keiner Lösung und er schüttelte seinen Kopf einmal kräftig, als ob er dachte, dass die Sache nun aus seinem Kopf verschwinden würde. So ganz klappte es nicht, doch endlich langte er zu den Kartoffeln und dem Braten und aß wie die anderen in der Halle.

Fred merkte nicht, wie sein Bruder sich verhielt, weil er sich munter mit Oliver über Quidditch unterhielt. Ohne hinzugucken griff er instinktiv zu der Schale mit dem Schokopudding, doch er war zu langsam und ihm wurde doch glatt die Schüssel weggenommen.

„Hey, was soll das denn!", empörte er sich und drehte sich zum ersten mal zu der Person, die ihm den Schokopudding weggeschnappt hatte. Er sag direkt in die pechschwarzen Augen von Angelina Johnson.

„Selber hey!", grinste sie ihn an und reichte ihm die Hand.

„Angelina Johnson, Frederick richtig?"

Ein wenig verwirrt schüttelte er ihre Hand und ihn durchfuhr es wie ein Blitz, als sie sich berührten. Er wusste zwar nicht warum, doch er fand in dem Moment nichts schöneres als sie.

„Jain, ich hasse den Namen, sag einfach Fred zu mir, nicht mehr und nicht weniger. Ich habe bis heute den Verdacht meine Großmutter hat gleich nach der Geburt ein Machtwort gesprochen.", erklärte er ihr.

Verblüfft starrte sie ihn an und sah ihn dann fragend an.

„Eh eine lange Geschichte, irgendwann erzähl ich es dir in Ruhe, wir haben ja noch sieben Jahre vor uns.", lächelte er und sie nickte verstehend.

Doch bevor jemand noch etwas sagen konnte, räusperte sich Dumbledore und alle Blicke lagen auf ihm.

„Ich bitte nun alle in ihre Gemeinschaftsräume zu gehen und die Erstklässler bitte ich doch gleich in ihre Schlafsäle zu gehen, da ich aus eigener Erfahrung sagen kann, dass der erster Schultag einer der schwerster ist. Ja ihr werden Morgen sehr viel zu tun haben. Deswegen führen euch die Vertrauensschüler oder falls nötig Schulsprecher dort hin. Eine erholsame Nacht alle miteinander"

Zustimmendes murmeln war zu hören und gleich konnte man Schüler hören, die nach den Erstklässlern riefen.

„Ich bitte alle Erstklässler zu mir zu kommen, ich bin nämlich Vertrauensschüler!"

Augenverdrehend blickten Fred und George zu Percy, der wild mit den Händen gestikulierte.

„Ich wünsch euch beiden eine schöne Schulzeit mit ihm, ich hab Glück und es ist mein letztes Jahr mit ihm.", hörten sie Bill, der neben ihnen stand.

Verzweifelt sahen sie ihn an und merkten, dass er kurz vor einem Lachkrampf stand. Sie sahen ihn mit einem „Du-wirst-bereuen-uns-ausgelacht-zu-haben"- Blick an und folgten schließlich Percy.

Bill schluckte nur ein wenig ängstlich und begab sich zu seiner Freundin, die am großen Tor auf ihn wartete.

„Boah Jungs wir sind ja in einem Schlafraum und guckt euch mal die Betten an. Hey George, das Bett wollte ich haben! Verschwinde. Ja okay, guck nicht so, dann nehme ich eben das dane- HEY Brenow das wollte doch ich. Ja ich sag nichts ich nehme dann doch – das ist langsam nicht mehr lustig. Kleaper bitte, sei nicht so, wir sind doch Freunde. Guck mich nicht so an, unsere Mütte sind immer zusammen zur Jogastunde gegangen.", erzählte Lee und alle mussten schmunzeln, da er eigentlich weiter erzählen wollte, doch Kenneth hatte sich erbarmt und gab das Bett für Lee frei.

Nachdem sie alle sich geeinigt hatten, wem welches Bett gehörte, saßen sie da und unterhielten sich über Gott und die Welt. Alle wussten, dass sie eine gute Freundschaft vor sich hatten, doch merkten sie, dass Kenneth sich ein wenig abgrenzte von den anderen.

„Kenneth? Versteh es nicht falsch, doch ich hätte da mal eine Frage an dich.", begann George und wartete auf ein nicken von ihm.

„Wieso war die Halle auf einmal so still, als Gryffindor gesagt wurde?"

Kenneth dachte ein wenig nach und erklärte dann ein wenig missmutig

„Meine ganze Familie war schon immer in ein und dem selben Haus, genau wie deine, bzw. eure" und er sah nun nicht mehr George sondern auch Fred an. „ Nur das meine Familie in Slytherin war, und mein Zwillingsbruder Patrick ist. Ich bin der Erste, der dort nicht ist. Ich warte schon auf den Heuler von meinem Vater. Wenn ich Pech habe kommt er und holt mich ab um mich nach Durmstrang zu bringen oder Privat unterrichten zu lassen."

Keiner der Jungs sagte auch nur ein Wort, alle hatten ein wenig Mitleid mit ihm, doch niemand konnte ihn aufbauen, denn sie wussten nicht wie.

„Ihr braucht euch keinen Kopf machen, ich bleib hier. Mir egal, was sie sagen. So schnell werdet ihr mich nicht los, mir gefällt es hier zu gut. Es sei denn ihr wollt mich loswerden, dann müsst ihr es nur sagen.", erklärte er weiter.

„Neee Freundchen, so schnell wirst du uns nicht los, irgendwann willst du uns vielleicht loswerden, doch wir möchten, dass du hier bleibst!", antwortete Alexander sofort und die andern drei nickten ihm sicher zu.

„Danke Leute", sagte Kenneth und sie merkten, dass es von Herzen kam.

Lee wäre nicht Lee, wenn er nicht passend das Thema wechseln konnte und so sprachen sie über ihre Lieblings Quidditchmannschaft bis spät in die Nacht, bis sie einer nach dem anderen einschlief und alle waren gespannt, was sie der nächste Morgen bringen würde.