In Zaubereigeschichte konnte man wirklich nichts anderes tun als schlafen

In Zaubereigeschichte konnte man wirklich nichts anderes tun als schlafen. Ihr Lehrer war ein Geist, nicht dass das der Grund war, warum niemand zuhörte, nein, es war eher die Tatsache, dass ihr Professor die ganze Stunde vorne stand und aus einem Buch alles abließ. Er stoppte nicht einmal um zu atmen, denn das brauchte er ja auch schließlich gar nicht, welcher Geist atmet denn auch schon bitte? Keiner, also weiter im Text.

„Wie lange noch?", fragte Lee nun schon zum x-ten mal seine Freunde ohne auch nur den Kopf vom Tisch zu heben.

„Man Lee, das hast du doch erst vor einer Minute gefragt", antwortete ihm Katie sichtlich genervt davon, dass Lee ständig fragen musste. Sie hatte ja auch besseres zu tun im Unterricht:

Ihr Nägel lackieren und dabei den Kopf auf Angelinas Schulte abstützen.

So wirklich wusste Katie nicht ob es wirklich eine Minute gewesen war, doch das war ihr egal, denn sie war die einzige, die sich erbarmte und Lee antwortete.

„Man Leute, wir haben erst unsere dritte Stunde auf dieser Schule absolviert und ich bin schon so fertig, als hätte ich eben meine Abschlussprüfungen geschrieben. Nach der Stunde hier haben wir Kräuterkunde, dann Verteidigung gegen die dunklen Künste, dann Zauberkunst, dann Mittagessen und zum Schluss, Flugstunden, zum Glück etwas Gutes an diesem Tag.", zählte Alex auf, der mit Kenneth Karten spielte.

Alex hatte es wirklich geschafft, Kenneth Mau-Mau beizubringen und er war auch mächtig stolz auf diese Leistung (eher auf seine, als auf Kenneths).

„Wie lange noch?", meldete Lee sich wieder zu Wort, doch zu seinem bedauern antwortete ihm dieses Mal niemand.

Wenn man nicht wüsste, dass sie alle im Unterricht wären, würde man echt denken, sie würden irgendwo einfach so rum sitzen.

Kenneth, Alex, Fred und George saßen in der hintersten Reihe und vor ihnen saßen Samantha, Lee, Angelina und Katie.

Man konnte sehen (und hören), dass sie Mädels schliefen, doch bei Lee konnte man sich nicht sicher sein, da er immer noch mit seinem Kopf auf dem Tisch lag und seine Haare sein Gesicht bedeckten. Alex und Kenneth spielten immer noch Mau-Mau und es sah fast so aus, als würde Kenneth gewinnen, denn er grinste siegessicher. Fred und George steckten ihre Köpfe zusammen und niemand wusste worüber sie sprachen.

Die Stunde ging Ereignislos vor rüber und als die Schulglocke endlich läutete, schrak die hälfte der Klasse aus dem Halbschlaf von ihren Plätzen hoch und schaute ungläubig durch den verstaubten alten Raum. Zu dem Teil gehörten auch Katie, Samantha, Angelina und Lee.

Selbst Binns schaute etwas irritiert auf seine Schüler und entließ sie mit einem teilnahmslosen Schulterzucken und schwebte dann durch die Tafel.

Zusammen machten sie sich dann auf den Weg auf die Ländereien um von dort zu den Gewächshäusern zu kommen. Auf dem Weg dorthin sahen sie einen riesengroßen dunkelblauen schon fast schwarzen See, an dem sich sichtlich ältere Schüler befanden und schon mit ihren Nasen in den Büchern steckten um zu lernen. Die Jungs schüttelten verständnislos den Kopf und die Mädchen rollten genervt ihre Augen, da die Jungs anscheinend ihre Schulbildung nicht Ernstnahmen.

„Wenn ihr euren Abschluss schaffen wollt, dann müsst ihr auch was dafür tun, genau wie die dort. Ihr solltet euch ein Beispiel an ihnen nehmen.", stutzte Angelina die Jungs zu Recht, doch diese winkten gleichzeitig mit der Hand ab und gingen woraus zu den Gewächshäusern.

Der Anblick auf die Gewächshäuser konnte einem wirklich den Atem rauben. Überall blühten die verschiedensten Blumen, von Lilien, zu Rosen bis zu Tulpen. Die Kombinationen waren einfach perfekt, es waren nicht zu viele an den Stellen, es sah zwar aus, als ob es wild wuchs, doch sie wussten, dass es nur durch Magie so schön aussehen konnten.

Im inneren der Gewächshäuser stand in der Mitte ein länglicher Tisch um den sich alle versammelten und sich munter unterhielten. Die Freunde stellten sich an die freien Plätze und warteten wie die anderen auf Professor Sprout, die auch nach wenigen Minuten erschien und ihnen das erste Thema vorstellte.

„So, das hier sind Fleischfressende Schnecken. Ich bitte euch vorsichtig mit ihnen umzugehen, da der Schleim sehr giftig sein kann. Es kommt immer darauf an ob er Männchen oder Weibchen ist. Ich bitte Sie, sie zu untersuchen und dieses Protokoll auszufüllen", erklärte sie und im nächsten Moment erschien vor jedem ein Zettel auf dem Fragen und Aufgaben zusehen waren.

Doch der Unterricht sollte nicht lange dauern für sie, denn Katie hatte sich angeregt mit Samantha unterhalten und deswegen nicht gehört, dass sie den Schleim nicht berühren darf.

Schreiend lief sie durch den Raum und wedelte wild mit ihren Armen in der Luft umher, da sie auf beiden Händen ätzenden Schleim der Schnecke hatte.

Erst als sich Lee mit ausgebreiteten Armen vor sie stellte und sie direkt in ihn rein krachte und beide umfielen. Etwas perplex stand Katie auf und half dabei Lee und flüsterte leise „Danke", ohne das jemand anderes etwas davon bemerkte, Lee merkte, dass dieses Danke von Herzen kam und er lächelte sie an, doch nicht mit seinem Standart-Grinsen, nein es war ein anderes, eines, das ihr eine Gänsehaut bereitete und ihr Herz schneller schlagen ließ. „Schon okay Katie, für dich immer wieder", flüsterte er ihr zu und wieder bekam niemand was davon mit. Keiner von den beiden erzählte jemanden was von diesem kurzen Gespräch, denn es war anderes und beide wussten nicht was es zu bedeuten hatte.

Professor Sprout entließ alle und brachte Katie in den Krankenflügel, damit sie sie dort untersuchen konnte.

„Leute hört mal, George und ich haben noch etwas ...ehm…", fing Fred an

„zu erledigen. Wir treffen uns bei Verteidigung gegen die dunklen Künste", beendete George den Satz und beide liefen über den Rasen, in Richtung Schloss zurück.

„Weiß jemand, wo sie hin sind und was genau sie „zu erledigen" haben", fragte Angelina ohne den Blick von Fred und George zu nehmen.

„Ne keine Ahnung Angi, weiß es auch nicht, doch irgendwie hab ich das Gefühl wir werden es bald erfahren.", antwortete ihr Lee ehrlich und blickte auch den Zwillingen hinterher, die in dem Moment im inneren des Schlosses verschwanden.

Nach kurzer Besprechung ihrer „Pläne" trennten sie sich. Samantha wollte direkt zu Katie um sich zu vergewissern, dass alles okay war, Alex wollte seine Sachen für den nächsten Unterricht holen und Lee und Angelina hatten „Wichtige Sachen" zu besprechen und verschwanden Richtung Quidditchfeld. Alex und Samantha gingen den Weg bis sie zu den Treppen kamen und verabschiedeten sich dann im dritten stockt, da sich dort der Krankenflügel befand. Alex ging weiter die Treppen hoch und Samantha blickte sich noch einen Moment lang um. Diese Schule hatte viele Geheimnise, die sie vielleicht in ihren sieben Jahren Schule entdecken würde. Ihr war klar, dass sie nicht alles entdecken konnte, doch sie war sich sicher, dass ein Teil für sie frei werden würde. Auch sie hatte Geheimnise, bei denen sie hoffte, dass niemand sie je raus finden würde, es waren zu dunkle Geheimnise, für die sie sich schämte. Freiwillig würde sie wohl nie jemand etwas darüber sagen, das wusste sie, doch trotzdem hatte sie Angst, dass es irgendwann durch wen andern rauskommen würde.

„Hey, na du! Wie geht's dir?", begrüßte Samantha Katie, die auf einem Bett lag und

Augen rollend umher blickte.

„Mir geht's bestens, nur Madam Pomfrey will mich zur Beobachtung hier behalten, obwohl der Schleim nicht giftig war oder sonst etwas", berichtete Katie ihrer Freundin genervt.

„Man Katie, reg dich doch nicht so aus darüber, sie will doch nur, dass es dir gut geht und du keine bleibenden Schänden von etwas behältst. Außerdem gibt es wichtigere Sachen, zum Beispiel das neue Album von Whitch Wish" , redete sie auf sie ein und man konnte sehen, dass Katie sich beruhigte und nun grinste.

„Du hast recht, es gibt wichtigeres, ich find ja Michael so toll, er sieht so gut aus und wie er Gitarre spielt, da könnte man glatt dahin schmelzen", schwärmte nun auch Katie.

Weiter mit der Schwärmerei kam sie nicht, denn die Tür wurde aufgeknallt und Kenneth trat ein. Beide wussten nicht, ob sie lachen sollten oder sich einfach nur Sorgen um ihn machen sollten, da sein Gesichtsausdruck einfach zum Brüllen war, doch der Grund warum er in den Krankenflügel kam, war so wie es aussah, ein blaues Auge und einige Schnittverletzungen an den Armen.

Madam Pomfrey lief ihm mit einem Kühlkissen hinterher und das brachte beide Mädchen nun dazu laut los zu lachen.

„Mr. Kleaper, ich will doch nur sehen, ob noch irgendwelche schweren Verletzungen in Ihrem Inneren sind. Seien Sie doch nicht so stur!", rief sie ihm empört hinterher, was ihn nur dazu brachte noch mehr die Augen zu verdrehen. Danach setzte er sich neben Samantha auf einen Stuhl und brachte es wirklich dazu in ruhiger Stimme zu sagen:

„Madam Pomfrey, ich verstehe Ihre Sorge, doch sie ist unberechtigt. Ich möchte von ihnen bloß was gegen diese verdammten Kopfschmerzen, verstehen Sie?" Seine Stimme wurde gegen ende des Satzes ein wenig gereizt und mit einem schnauben verschwand sie aus dem Zimmer.

„Bevor ihr mich fragt, will ich euch gleich alles erzählen. Ich hatte eine kleine Auseinandersetzung mit paar Slytherin. Um genau zu sein fünf Slytherin, damit ihr nicht gleich fragt welche : Kelvin Leanori, Markus Flint, Graham Montague und Patrick. Nichts wildes, dachten bloß, sie könnten mich ein wenig ärgern.", sprach er gleich drauf los, ohne auf die Blicke der beiden zu achten. Als er dies sagte, schaute er aus dem Fenster auf die Länderein und auf den verbotenen Wald. Er hatte keine Angst vor dem Wald, er wollte wissen was sich dort im inneren befindet und er wusste auch, er würde es noch rauskriegen.

„Oh Kenneth, tut mir leid, doch meintest du eben Patrick? Dein eigener Bruder war das?", fragte Katie ein wenig geschockt.

„Ja hast schon richtig gehört. Mein eigener Bruder war das, doch von ihm kann man nichts anderes erwarten. Er war schon immer ein kleiner hinterlistiger Mitläufer, wenn er merkt, dass jemand da ist, der ihn beschützen kann und bei dem er sicher ist, dann schließt er sich ihnen an. Sogar wenn er sich gegen seine eigene Familie dabei wendet. Es klingt schlimmer als es eigentlich ist, wirklich. Normalerweise kann er wirklich ein netter Kerl sein, doch wenn es um Macht geht und ums gewinnen, dann ist ihm alles egal. Er würde sogar meine Eltern und mich an Voldemort ausliefern, da bin ich mir sicher. Schon einmal hat er mich anderen ausgeliefert, damals war es ein Spiel gewesen unter kleinen Kindern, doch schon damals wusste ich, dass er es noch einmal machen würde, doch dann wäre es mein Tod oder sonst irgendwelche Schmerzen. Ihr merkt, ich habe eine etwas Komische Familie, aber ich fühle mich nicht wie ein Sohn oder ein Bruder dort, eher wie ein Hauself oder ein Sklave.", erzählte er weiter, doch es war keine Trauer oder Angst zu hören in seiner Stimme, eher Hass und Verachtung.

Die Mädchen konnten es nicht fassen, wie so was in einer Familie passieren konnte, aber was Samantha am Meisten schockte war, dass sein eigener Zwillingsbruder so zu ihm war, wenn sie daran dachte, dass Marie und sie sich so behandeln würden, bekam sie sofort eine Gänsehaut am ganzen Rücken.

Die weiteren Minuten saßen sie schweigend da und hängten alle ihren eigenen Gedanken nach. Kenneth dachte an seine kaputte Familie, Samantha an ihre eigene Schwester und Katie an das Gespräch von ihr und Lee in den Gewächshäusern.

Madam Pomfrey kam nach einiger Zeit wieder in den Raum und gab Kenneth einen Trank gegen Kopfschmerzen und Katie gab sie eine Heilsalbe für ihren linken Arm.

„Mr. Kleaper Sie können gehen, doch Mrs. Bell Sie müssen leider noch bis heute Abend zur Beobachtung hier bleiben. Damit ich mir auch sicher sein kann, dass sie keine bleibenden Schänden davon tragen werden.", erklärte Sie ihren beiden Patienten.

Nach einer kurzen Verabschiedung machten sich Kenneth und Samantha auf den Weg zum unterricht. Dabei sprachen sie beide kein Wort, da beide in Gedanken versunken waren, deswegen merkten sie auch nicht, dass sie jemand rief. Erst als ein roter Zauberstrahl an ihnen vorbei rauschte, schraken beide hoch. Doch wer sie dort überraschte, hatte beiden die Sprache verschlagen.

In der Zwischenzeit bei Lee und Angelina auf den Tribünen

„Lee, das können wir doch nicht machen, das ist nicht richtig und das weißt du ganz genau!", redete Angelina immer noch auf Lee ein.

„Man ich weiß es doch auch, aber bitte tu mir einfach mal den Gefallen! Nur das eine Mal, komm schon Angi", flehte Lee sie regelrecht an.

„Meinetwegen, aber wenn es rauskommt, bist du der, der die Schuld zugewiesen bekommt, haben wir uns verstanden?!", gab Angelina schließlich nach.

„Du bist die Beste!" freute sich Lee und gab ihr einen Kuss auf die Wange.

Kopf schüttelnd gingen beide zurück zum Schloss um noch rechtzeitig zum Unterricht zu kommen.