In dir verlaufen

Disclaimer: Alle Personen und Orte des Harry Potter – Universums gehören J.K. Rowling. Ich verfolge keine kommerziellen Absichten mit dieser Fanfiction.

Summary: Drei Jahre nach Voldemorts Ende geschehen immer noch Angriffe und die Zaubererwelt wird von Zeit zu Zeit nur allzu schmerzhaft daran erinnert, dass der Kampf gegen die dunklen Mächte nie enden wird. Als Hermine bei einem Angriff zu Schaden kommt, gibt es nur einen, der ihr vielleicht noch helfen kann.

Kapitel 2: Vom Wesen soundso

Sie wissen genau, wer du bist - Du bist uns so einer
Sie sagen es so, wie es ist - So gut kennt dich keiner
Und zwar bist du vom Wesen so und so - So und so! So irgendwie!
- verstehen sie dich, dass macht sie froh - So einer ändert sich nie

Wo bin ich? Schwebe ich? Es ist so dunkel und kühl. Mhh, angenehm kühl. Ich glaub ich bin tot. Ja, ich muss tot sein. Der Schmerz ist verschwunden. Alles ist verschwunden. Ich bleibe hier, es ist so schön hier. Keiner kann mir etwas tun. Ich bin in Sicherheit. Ja, ich bleibe hier.

Harry Potter, der Mann der den Kampf mit Lord Voldemort überlebt hatte, ging rasch, aber nicht hastig durch die unterirdischen Tunnel des Ministeriums für Zauberei. Er befand sich im Trakt für die Unterbringung der Untersuchungshäftlinge. Hier waren all diejenigen untergebracht, denen noch nicht der Prozess gemacht wurde. Askaban hatte zwar seit dem Weggang der Dementoren einiges an seinen Schrecken verloren, die Haftanstalten im Ministerium waren jedoch weitaus beliebter. Harry kam an der Tür an, hinter der sich eine Art Verhörraum befand. Er atmete nocheinmal tief durch und trat ein.

Auf der anderen Seite der Tür wartete ein gleichgültig drein blickender Severus Snape, der an einem kleinen Tisch saß, der offenbar nur aus dem Grund in den Raum gestellt wurde, um diesen nicht allzu leer erscheinen zu lassen. In einer Ecke des Raumes stand ein Misteriumsmitarbeiter, der sich nun aus seiner anscheinenden Starre löste und auf Harry zukam.

„Der Gefangene wurde wie von Ihnen gewünscht her gebracht, Sir" sagte der Beamte unnötigerweise. „Ich werde draußen warten, bis Sie hier fertig sind, sollte es Probleme geben, wird der Gefangene sofort zurück zu seiner Zelle geleitet." Mit diesen Worten hatte der Beamte den Raum verlassen und Harry sah sich seinem ehemaligen Zaubertrank- und Verteidigung gegen die dunklen Künste-Lehrer gegenüber. Er sah sich dem Mann gegenüber, der Albus Dumbledore vor seinen Augen getötet hatte, der sich während des Krieges lange Zeit nicht offenbart hatte und schließlich doch dazu beigetragen hatte, dass Harry siegreich aus dem Kampf gegen Voldemort gehen konnte. Es waren so viele zwiespältige Gefühle in Harry, die in diesem Moment in ihm brodelten und es ihm für einen Moment unmöglich machten Snape weiter anzusehen. Doch Harry wusste, dass es hier nicht um ihn ging. Er schluckte seine eigenen Gefühle bezüglich Snape hinunter und blickte ihm ins Gesicht.

„Ich nehme an, Sie haben von den Ereignissen in der Winkelgasse gehört." Harrys Stimme war nicht so fest, wie er es sich erhofft hatte.

„Die Wände des Ministeriums sind nicht so dick, wie sie sein sollten." Snapes Stimme triefte vor Selbstgefälligkeit.

„Wissen Sie warum ich hier bin, Snape?" Harry sah keinen Grund die ganze Angelegenheit unnötig in die Länge zu ziehen.

„Der Name Granger ist gefallen und da wir ausschließen können, dass sich die Grangers innerhalb weniger Jahre zu einem großen Zauberergeschlecht aufgeschwungen haben, müssen wir von einem Problem ausgehen, dass ihre...Freundin Miss Hermine Granger betrifft."

Harry dachte eine Nanosekunde darüber nach, einfach den Raum zu verlassen, aber es ging hier um Hermine.

„Die Medimagier gehen von einem Trauma aus, das ihren Geist dazu gebracht hat sich abzuschotten. Sie liegt im Koma." Die Dinge auf den Punkt zu bringen, half Harry, nicht völlig durchzudrehen.

„Das ist bedauerlich." Es war unmöglich zu sagen, ob diese Äußerung aufrichtig oder ein Hohn war.

„Sie sind der einzige Legilimentiker, der verfügbar ist."

„Was Sie sagen wollen ist, ich bin der einzige Legilimentiker, der fähig ist. Aber ich verstehe nicht, glauben Sie wirklich, ich würde mich durch den Kopf dieser Person wühlen und dabei riskieren meinen eigenen Verstand zu verlieren?"

„Ich hätte nicht gedacht, dass Sie zu Dramatisierungen neigen. Welche Gefahr besteht schon für den größten Legilimentiker der nördlichen Hemisphäre?"

„Sie haben immer noch keine Ahnung von der Komplexität des menschlichen Geistes, Potter."

„Deshalb versuche ich es ja auch nicht selber, Hermine zu retten."

„Nein, in der Tat, sie haben immerhin gelernt Katastrophen zu vermeiden."

„Ich hab nicht ewig Zeit Snape, helfen Sie Hermine oder verotten Sie!"

„Wollen Sie mich erpressen Potter? Das wäre äußerst untypisch für Sie."

„Sie haben überhaupt keine Ahnung was typisch für mich ist." Erneut musste Harry sich dazu zwingen nicht auf der Stelle einen Mord zu begehen. Er versuchte seine Stimme möglichst ruhig zu halten, als er weitersprach.

„Wenn Sie Hermine helfen, kann ich ein gutes Wort bei Ihrer Verhandlung einlegen. Also überlegen Sie sich gut, was Sie tun."

„Meinen Sie wirklich, es interessiert mich, was Sie über mich zu sagen haben, Potter?"

„Nein, aber ich glaube es interessiert Sie, dass sie innerhalb eines Tages in Askaban sind, wenn ich es wirklich will."

„Sie machen mir keine Angst, Potter. Lassen Sie sich was anderes einfallen."

„Na schön, wollen Sie mich betteln hören? Bitte, Professor Snape, helfen Sie mir. Ich flehe Sie an."

„Oh, Sie müssten es schon ehrlich meinen, Potter. Aber ich muss Sie enttäuschen, ich werde nicht in Hermine Grangers Geist eindringen."

„Wieso nicht?" So langsam stieg Verzweiflung und Wut in Harry auf.

„Ich bin mir sicher, dass Sie sich noch sehr gut an Ihre Erfahrungen mit der Legilimentik erinnern können. Wollen Sie wirklich, dass Miss Granger die gleichen Erfahrungen macht?"

Harry schluckte. So hatte er noch nicht darüber nachgedacht. Er könnte Hermine zurückbekommen, aber um welchen Preis? Wollte er wirklich, dass Snape in ihren Geist eindrang? Die Alternative war nichts zu tun und abzuwarten. Hermine war stark, aber wenn ihr Geist sich abgeschottet hatte, dann war sie vielleicht nicht stark genug, um das durchzuhalten, was man ihr angetan hatte. Aber vielleicht brauchte Sie nur eine kleinen Hilfe, einen Stups, einen Weckruf.

„Wenn Sie merken, dass es keinen Zweck hat, dann könnten Sie immer noch damit aufhören."

„Sie machen es sich ein bisschen zu leicht Potter. Selbst wenn ich nur einmal in ihren Geist eindringe, kann ich großen Schaden anrichten und Sie hätten die Verantwortung, Potter. Miss Granger ist kein Sensibelchen, wenn sich ihr Geist entschlossen hat, sie nicht mehr leiden zu lassen, dann geschah das aus einem guten Grund."

„Das weiß ich, verdammt!"

„Sagen Sie mir Potter, warum Sie mich dann trotzdem darum bitten? Überlegen Sie es sich gut, es geht hier nicht um Ihre eigenen Bedürfnisse oder Wünsche, es geht hier um Miss Granger und nur um Sie. Sagen Sie mir warum, Potter." Es trat eine unangenehme Stille ein.

„Weil Hermines Geist es wert ist und auch wenn Sie sie vielleicht als eine nervende Besserwisserin einschätzen, müssten sogar Sie das erkenne ."

Snape antwortete nicht sofort, er betrachtete Harry mit einem leichten Lächeln auf den Lippen.

„Sie schätzen mich falsch ein, Potter. Ich bin keinesfalls so dumm, Miss Granger allein auf Ihre zugegeben nervende, besserwisserische Art zu reduzieren."

„Fein, dann helfen Sie ihr?" Harry Hatte keine Lust mehr Spielchen zu spielen.

„Ja, Potter, in der Tat."

„Gut." Mehr konnte Harry nicht mehr rausbringen, er wandte sich zur Tür, um endlich aus diesem Raum zu kommen.

„Aber denken Sie nicht, Ihre Antwort hätte irgendetwas damit zu tun."

Harry drehte sich nocheinmal um, antwortete jedoch nicht. Was auch immer Snape sagen wollte, es sollte ihm im Hals stecken bleiben. Harry drehte sich um, ging aus dem Raum und knallte die Tür zu.