In dir verlaufen
Disclaimer: Alle Personen und Orte des Harry Potter – Universums gehören J.K. Rowling. Ich verfolge keine kommerziellen Absichten mit dieser Fanfiction.
Summary: Drei Jahre nach Voldemorts Ende geschehen immer noch Angriffe und die Zaubererwelt wird von Zeit zu Zeit nur allzu schmerzhaft daran erinnert, dass der Kampf gegen die dunklen Mächte nie enden wird. Als Hermine bei einem Angriff zu Schaden kommt, gibt es nur einen, der ihr vielleicht noch helfen kann.
Anmerkung: Danke, ihr lieben Reviewer! Da das letzte Kapitel doch recht kurz war, folgt jetzt schnell das nächste. Ich bin ein bisschen nervös, wie ihr es finden werdet.
Kapitel 11: Halt dich raus oder halt dich fest
Kommst du mit mir?
Ich kann für nichts
garantieren
Oder bleibst du hier?
Ich kann für nichts
garantieren
Bleibst du bei mir?
Ich kann für nichts
garantieren
Vertraust du mir?
Ich kann für nichts
garantieren
Als es an der Tür klopfte, erwartete Snape, dass gleich das Gesicht von Martha Cole auftauchen würde. Stattdessen trat die Hospitalleiterin in sein Zimmer.
„Professor Snape, ich will, dass Sie Art und Dosierung der Tränke bestimmen, die Miss Granger bekommen soll."
Die Frau sagte, was sie wollte, Snape mochte solche Leute.
„Ich war mir sicher, Sie hätten genug fähige Leute."
„Keiner davon ist ein Meister der Zaubertränke."
Snape zog leicht einen Mundwinkel nach oben.
„Keiner davon will die Verantwortung übernehmen, habe ich recht?"
Die Hospitalchefin antwortete nicht, sondern zog nun ebenfalls einen Mundwinkel nach oben.
„Ich werde Mrs Cole Bescheid geben, sie wird Ihnen unsere Tränkeauswahl vorstellen."
Ohne ein weiteres Wort verließ sie das Zimmer. Snape gönnte sich ein Lächeln, diese Frau hatte ihren Job zu Recht.
Ooo
Als es zum zweiten Mal klopfte, war es tatsächlich Martha Cole, die ihren Kopf zur Tür herein steckte.
„Professor Snape, bitte folgen Sie mir, Mister Potter möchte Sie sprechen." Dann war ihr Kopf wieder verschwunden. Snape atmete tief durch und folgte schließlich der Medihexe.
Ooo
Harry Potter war nicht gerade für seine Geduld bekannt. Und auch jetzt watete er unruhig durch das Büro von Martha Cole. Die Tür öffnete sich schließlich und sein alter Zaubertranklehrer trat herein.
„Mister Potter, ich möchte Sie darauf hinweisen, dass Miss Granger sich in einem höchst kritischen Zustand befindet", sagte Martha Cole und machte ein bedrücktes Gesicht.
„Was wollen Sie mit ihr machen, Snape?" Harry hatte seinen alten Lehrer fixiert und Snape war für einen Moment überrascht ob seines intensiven Blicks.
„Ich will gar nichts mit ihr machen, Potter. Miss Cole hier will gern etwas machen und braucht meine Fähigkeiten. Und wenn ich Sie daran erinnern darf, dass das hier alles Ihre Idee war."
Harry senkte kurz den Blick, atmete durch und blickte Snape dann wieder an.
„Was genau passiert mit Hermine?"
„Momentan beginnt ihr Körper ihren Geist anzugreifen, wir können den Prozess verlangsamen, aber er ist letztlich nicht aufzuhalten, also werden wir ihren Geist durch die Gabe eines Aufheiterungstrankes stabilisieren, so dass Sie wahrscheinlich aufwachen wird. Wenn die Wirkung des Trankes nachlässt, kann es jedoch zu einem Rückfall kommen oder zu schweren psychischen Störungen."
„Warum geben Sie ihr einen Aufheiterungstrank?"
Snape zog hörbar die Luft ein, doch bevor er antworten konnte, schaltete sich Martha ein.
„Miss Grangers Zustand wurde durch große körperliche Schmerzen verursacht, die äußerlich geheilt, von ihrem Geist aber nicht verarbeitet wurden. Ein Aufheiterungstrank unterdrückt dieses Trauma und wird ihrem Geist ermöglichen wieder zu arbeiten."
Harrys Blick suchte immer noch Snapes.
„Sie wird danach einen guten Freund brauchen", sagte dieser schließlich.
Ooo
Harry hatte seine Zustimmung zur Behandlung gegeben und Martha scheuchte Severus Snape durch die untere Etage des St. Mungo Hospitals.
„Sie und ich wissen, dass sie danach mehr als nur einen guten Freund brauchen wird", sagte Martha.
„Ja, sie wird auch eine ganze Menge Tränke und eine Therapie brauchen, aber ich glaube, diese Information hätte Mister Potters heroische Stimmung ruiniert."
Martha blieb abrupt vor einer Tür stehen.
„Hier ist unsere Tränkekammer, bedienen Sie sich", sagte Sie, schloss die Tür auf und gewährte Snape Einlass.
Ooo
Snape war nervös. Er wusste, dass er die richtigen Tränke ausgewählt hatte, er wusste, dass er die Dosierung richtig berechnet hatte, aber jetzt, wo er vor der ruhig daliegenden Hermine Granger stand, war er nervös. Er konnte nicht voraussehen was geschehen, wie sie reagieren würde. Er schaute Martha Cole durchdringend an.
„Ich werde jetzt in Miss Grangers Geist eindringen, warten Sie ein paar Minuten und geben Sie ihr dann diesen Trank." Er reichte ihr eine aufgezogene Spritze, in der eine blaue Flüssigkeit schimmerte. Da Hermine nicht schlucken konnte, wurden ihr alle Tränke über einen Venenzugang verabreicht.
„Wenn Sie aufwacht, dann gebe sie ihr das. Das sollte sie traumlos schlafen lassen."
Martha nickte und nahm die Spritzen. Sie hatten das alles durchgesprochen, aber sie konnte Snapes Nervosität in ihrem eigenen erhöhten Herzschlag spüren.
Ich bin hier, bitte hilf mir. Es wird so kalt hier.
Snape konnte erneut eine Reaktion spüren, als er in Hermines Geist abtauchte. Ein kleines Zittern, wie vor Aufregung. Er konzentrierte sich und versuchte dieses Gefühl festzuhalten.
'Hab keine Angst, Hermine. Ich werde dir helfen.'
Und dann spürte er, dass etwas geschah. Es war als würde ein Wind aufkommen und einen spiegelglatten See in ein welliges Meer verwandeln. Hermines Geist begann sich wieder zu bewegen.
Ich kann dich hören, ich kenne dich, deine Stimme, aber wer bist du? Geh nicht weg, bleib da.
Er sah die Erinnerungen an sich vorbeifliegen und musste sich stark anstrengen, sich nicht einfach mitreißen zu lassen. Er konzentrierte sich auf sie, auf ihr Wesen, ihren Kern.
Ich komme zu dir, ich kann dich schon sehen. Aber ich erkenne dich nicht. Bitte fang mich auf.
Und dann war es, als ob sie ihn überflutete, ihr ganzes Selbst stürzte über ihn hinweg und im gleichen Moment öffneten sie die Augen. Snape hatte Hermines Hand gegriffen, ohne dass es ihm bewusst gewesen war und jetzt starrte sie ihn mit weit aufgerissenen Augen an und er starrte zurück.
Du? Aber das kann nicht sein. Du kannst es nicht sein. Aber du bist es, du hast mich gerufen. Du hast mich zurückgeholt...Du...
Er war immer noch in ihrem Geist und in diesem Moment erkannte er die ganze Schönheit ihres Selbst.
Martha verabreichte Hermine eine geringe Dosis eines Schlaftrankes und beobachtete, wie sich die Mine der jungen Frau entspannt und sie langsam die Augen schloss.
Snapes Hand hielt immer noch Hermines, als er vollständig aus ihrem Geist wieder auftauchte, der jetzt in einem Zustand war, in dem Legilimentik nichts mehr nutze. Sie schlief einen traumlosen Schlaf, eine natürliche und gleichzeitig höchst effektive Variante der Okklumentik.
„Hat es funktioniert?", fragte Martha Cole leise.
„Sie ist aufgewacht, oder?" Snapes Mine war ausdruckslos.
„Ja, das ist sie, aber was ist mit ihrem Geist? Ist er in Ordnung?"
Snape kräuselte die Lippen.
„Er ist nicht in Ordnung,"
Marthas Augen weiteten sich
„sondern perfect."
