In dir verlaufen
Disclaimer: Alle Personen und Orte des Harry Potter – Universums gehören J.K. Rowling. Ich verfolge keine kommerziellen Absichten mit dieser Fanfiction.
Summary: Drei Jahre nach Voldemorts Ende geschehen immer noch Angriffe und die Zaubererwelt wird von Zeit zu Zeit nur allzu schmerzhaft daran erinnert, dass der Kampf gegen die dunklen Mächte nie enden wird. Als Hermine bei einem Angriff zu Schaden kommt, gibt es nur einen, der ihr vielleicht noch helfen kann.
Anmerkung: Ich entschuldige mich schonmal, dass es ein wenig wirr wird in diesem Kapitel, obwohl eigentlich gar nichts passiert. Die Dialoge fließen immer ungefiltert von meinem Kopf in meine Finger und dann zur Tastatur, wundert euch also nicht, wenn ihr nicht jedem Gedanken folgen könnt. Aber so ist das, wenn man kreativ ist und Snape und Martha sind nunmal kreativ und ja, ich rede so :-). Oder, wie eine Freundin es so schön ausdrückte: „Ich wusste sofort, was gemeint war, als ich es gesagt habe." In dem Sinne, danke für die bisherigen Reviews, ihr seid toll und ich hoffe ihr bleibt mir gewogen.
Kapitel 14: Da kommt keiner drauf
Ein kurzes Glimmen, dann ein Verschwimmen,
dann
ein Verschwinden und mit den Jahren
oder auch Stunden, oder
Sekunden
schließt sich die Welt da wo wir waren
Es fühlte sich vertraut an in ihren Geist einzudringen und Snape wusste nicht, ob das gut war oder nicht. Er erkannte sofort, dass die Lage nicht so ernst war, wie er angenommen hatte. Ihr Geist hatte sich nicht wieder abgeschottet und sie war auch nicht tot. Sie war schlicht bewusstlos und das bedeutete, dass er, Snape, gar nichts sah. Es war als hätte sich eine warme, alles umhüllende Dunkelheit über ihren Geist gelegt. Sie dachte nichts, ihr Bewusstsein war ausgeschaltet, in einer Ruhephase, ähnlich der des Tiefschlafes. Er würde sie nur wecken müssen.
„Hermine!" Er kontaktierte ihren Geist und sagte ihren Namen gleichzeitig laut, so dass Martha Cole kurz hochschreckte. Hermine begann sich zu regen, ihr Geist auch.
„Hermine", sagte er nocheinmal, doch dieses Mal sanfter, als wolle er sie mit ihrem Namen wachküssen.
Sie schlug langsam die Augen auf. Die Dunkelheit, die sie umhüllt hatte, zog sich gehorsam zurück und auch Snape wich aus ihrem Geist.
Ooo
Das Erste was Hermine sah, waren die dunklen Augen ihres ehemalige Lehrers. Sie hatte sie oft gesehen in den unzähligen Stunden im Kerker, wenn er ihr mit Genuss Hauspunkte abgezogen hatte. Damals hatte so viel Kälte, ja Verachtung darin gelegen und sie waren ihr wirklich wie schwarze Steine vorgekommen. Jetzt war keine Kälte mehr zu erkennen, aber Hermine konnte auch nicht deuten, was sie jetzt darin sah. Es war als hätte sie diesen Mann noch nie zuvor gesehen und doch war alles an ihm so vertraut. Sie bewegte sich keinen Zentimeter, starrte ihn nur an und er tat dasselbe.
Und dann war da auf einmal Martha Coles Hand an ihrem Handgelenk und alles begann sich wieder in Bewegung zu setzen.
„Miss Granger, geht es Ihnen gut? Ist Ihnen schwindelig oder übel?", wollte die Medihexe jetzt von Hermine wissen, doch diese schüttelte nur den Kopf.
„Möchten Sie etwas essen oder trinken?"
„Nein danke, es geht mir gut", versuchte Hermine die Situation zu entspannen.
„Nun ja, Sie sind aus unersichtlichen Gründen in Ohnmacht gefallen und waren fast eine Stunde bewusstlos. Ich würde nicht behaupten, dass es Ihnen gut geht. Können Sie mir sagen, ob Sie vor der Ohnmacht ein Schwindelgefühl oder eine Übelkeit gespürt haben?" Martha versuchte alle Möglichkeiten durchzugehen.
„Nein, es war einfach als würde ich keine Kraft mehr haben...als ob meine Batterie leer war." Hermine wusste nicht, ob das ein guter Vergleich war, aber sie sah Martha Cole und Snape bedeutungschwangere Blicke austauschen.
„Miss Granger, ich bestehe darauf, dass Sie etwas essen und trinken. Macht es Ihnen etwas aus, wenn ich mich kurz mit Professor Snape allein unterhalte, gleich im Nebenzimmer?" Marthas Stimme hatte wieder diesen professionellen Ton angenommen, den Snape ihr nicht zugetraut hätte.
Hermine schüttelte erneut den Kopf. Sie wollte zwar nicht gern allein bleiben, aber sie wollte auch nicht wie ein ängstliches Kleinkind wirken. Trotzdem schien Martha Cole zu merken, dass Hermine sich nicht so ganz wohl bei dem Gedanken fühlte, allein zu bleiben.
„Es wird nicht lange dauern Miss Granger, Sie sollten in der Zwischenzeit wirklich etwas essen und trinken." Sie hatte Hermine wieder beruhigend eine Hand auf die Schulter gelegt. Dann zückte sie ihren Zauberstab und auf dem kleinen Tisch neben Hermines Bett erschien ein Tablett auf dem ein Teller voller Sandwiches und eine große Kanne Tee standen.
Ooo
Snape hatte Hermine nur ungern allein gelassen, er hatte gespürt, dass es ihr nicht wirklich recht war, dass sie nun allein war, aber gleichzeitig hatte auch er mit Martha Cole unter vier Augen reden wollen. Jetzt standen sie wieder in dem leeren Krankenzimmer, das Snape für eine Weile das seinige genannt hatte.
„Was glauben Sie ist passiert?", fragte Martha ungeduldig.
„Es war eine einfache Ohnmacht. Vielleicht hat sie doch irgendeinen der Zaubertränke nicht vertragen." Snape wusste, dass das Schwachsinn war, aber es fiel ihm einfach nichts besseres ein.
„Nein, wenn es eine Reaktion auf einen Zaubertrank gewesen wäre, dann wäre ihr übel oder schwindelig gewesen. Aber diese Ohmacht schien völlig unmotiviert." Auch Martha hatte keine treffende Idee.
„Unmöglich, es muss eine Ursache geben."
„Sie hat gesagt, sie hat sich gefühlt, als wäre ihre Batterie leer gewesen. Das ergibt doch keinen Sinn, oder?", fragte Martha in den Raum hinein, sie erwartete nicht wirklich eine Antwort von Snape, der nun grübelnd auf dem Bett hockte.
„Außer...", setzte Martha wieder an.
Snape runzelte die Stirn, was ihm wieder das Aussehen des Mannes verlieh, den Martha aus ihrer Schulzeit kannte.
„Außer was, Miss Cole?" Auch sein Ton hatte wieder etwas lehrmeisterhaftes.
„Na ja, außer ihre Batterie funktioniert tatsächlich nicht richtig. Sie hat nicht reagiert, als wir sie angesprochen haben, aber bei Ihnen ist sie sofort aufgewacht."
„Es wäre schön, wenn Sie zum Punkt kommen könnten, Miss Cole."
„Nehmen wir mal an das Abschotten von Hermines Geist hatte nicht nur eine Ursache. Oder besser: Es war nicht genug die eigentliche Ursache für das Abschotten zu bekämpfen."
„Was in Merlins Namen wollen Sie mir sagen?"
„Was ist wenn sie nicht nur einen defekten Zünder, sondern auch noch einen leeren Tank hatte?"
Snape seufzte.
„Sie gehen mir langsam auf die Nerven mit Ihren Autometaphern", sagte er schließlich.
„Okay, ich versuche es zu erklären. Der Aufheiterungstrank sollte ihrem Geist helfen, die körperlichen Schmerzen zu verarbeiten, weil wir annahmen, dass dies die zu Grunde liegende Ursache war."
„Es war die zu Grunde liegende Ursache", bestand Snape."
„Ja, es war eine Ursache. Aber ein voller Tank nützt nichts, wenn der Zündfunke nicht überspringen kann. Sie wäre nicht aufgewacht, wenn Sie nicht in ihrem Geist gewesen wären und ihr Starthilfe gegeben hätten."
Snape begann langsam zu verstehen, worauf Martha Cole hinaus wollte.
„Ihre Metapher funktioniert nicht ganz, Miss Cole", sagte er schließlich und erntete einen fragenden Blick.
„Wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann haben wir mit dem Aufheiterungstrank Hermines Tank wieder gefüllt, aber eine defekte Zündung erklärt nicht das Gefühl einer leeren Batterie."
Martha lächelte sanft, was Snape verwirrte.
„Gut, ich gebe zu, dass mein Vergleich nicht ganz ausgereift war, aber ich glaube trotzdem, dass Sie verstanden haben, was ich meine, oder?"
„Ich befürchte schon. Hermines Geist konnte das akute Trauma verarbeiten, kann aber jetzt nicht selbstständig mit den Folgen umgehen."
„Ich bin fasziniert, wie treffend Sie eine Situation zusammenfassen können", zitierte Martha und grinste.
„Und was gedenken Sie jetzt zu tun?", wollte Snape in gereiztem Ton wissen.
„Oh, ich kann gar nichts tun", antwortete Martha, nun wieder mit ernster Miene. „Da Sie der Einzige sind, der einen wahren Zugang zu Miss Granger hat, sind Sie auch der Einzige, der ihr vielleicht helfen kann damit klar zu kommen, was passiert ist."
Snape schluckte. Er hatte sich schon gedacht, dass es auf soetwas hinauslaufen würde. Es hatte sich nicht viel an der ursprünglichen Situation geändert. Hermine war zwar wach, aber trotzdem lag es erneut an ihm, sie auch wieder lebendig zu machen.
