Snape hatte sich vorgenommen, sie am Sonntag in Ruhe zu lassen und am Montag mit ihr zu reden, aber nachdem er mit Draco geredet hatte, sagte er sich, je schneller, desto besser. Er wartete zwei Stunden, bis er sie zu sich rief. Er beschloss, dass wenn Draco bis jetzt noch nicht mit ihr geredet hätte, würde er es heute auch nicht mehr machen. Er schritt hinüber zu seinem Feuerplatz und streute Flohpulver hinein und streckte seinen Kopf in die grünen Flammen. Er schaute aus dem Feuerplatz der Schulsprecher und sah Hermine und Draco ruhig reden.

„Ahem.."

Hermine hüpfte vor Überraschung, aber Draco winkt nur. „Hallo, Sir"

„Professor, was ist passiert?" Das letzte Mal, dass ein Lehrer spät abends mit ihnen Kontakt aufnahm, war, als ein paar Zweitklässler es schafften, fast in der Badewanne des Vertrauenschülerbads, in den sie sich geschlichen hatten, zu ertrinken.

„Ich habe beschlossen heute mit Ihnen über unsere zweite Recherche zu sprechen anstatt Montag. Ich hoffe, es ist nicht zu spät?"

„Nein, natürlich nicht. Ich bin gleich unten."

Sie stand auf und wollte zur Tür.

„Uh Hermine, Professor Snape hat den Kamin geöffnet."

Hermine wurde rot. „Richtig, natürlich."

Sie stellte sich in den Kamin, den Snape gerade freigegeben hatte. „Was soll ich sagen?"

„Professor Snapes Private Räume. Mein Gott."

„Das hört sich ein bisschen…"

„Unpassend an?" Draco lachte. „Versuch zumindest Ginnys Gelaber noch nicht zu beweisen, Mine."

Hermine streckte ihm die Zunge raus. „Professor Snapes Private Räume."

Sie sah andere Feuerplätze während sie zu Snape ging. Kurz sah sie Ron auf den Gryffindor'schen Feuerplatz starren und hoffte, dass er sie nicht gesehen hatte. Das wäre das I-Tüpfelchen auf dem Streit, den sie hatten. Wenn er sie spät nachts im Schloss herumfliegen? Uuuh…

Als sie in Snapes Feuerplatz ankam, wurde sie von einer Wand aus warmer Luft empfangen. Snape fing sie auf, stellte sie hin und ließ seine Hände einen Moment länger als notwendig auf ihren Hüften. Beide bemerkten es, keiner sagte etwas.

„Ich hätte dich vor der Luftströmung warnen sollen; wenn man nicht erwünscht ist, wird man gleich wieder zu seinem alten Feuerplatz zurück gedrückt."

„Das ist beeindruckend.", sagte Hermine Asche von ihrer Schulter klopfend. „Ist das die Standardschutzvorrichtung?"

„Nein, ich habe das für eigene Zwecke erfunden. Jedoch gibt es ein paar Personen die automatisch hinein dürfen."

„Wer zum Beispiel?"

„Das ist nicht wichtig."

Er zeigte auf das Sofa. „Setz dich bitte"

Hermine setzte sich behutsam auf das Sofa und nahm sich einen Moment, um sich in seinem Raum umzusehen. Es war nicht so streng eingerichtet wie sie dachte, nachdem sie die Geheime Kammer für den Zaubertrankmeister gesehen hatte. Es war reich eingerichtet, mit viel Silber, Grün und Schwarz. Es war keine Überraschung für sie. Viele Gryffindors würden sich in so einem Slytherin-Raum unwohl fühlen, aber sie fand es schön. Snape saß ihr in seinem Sessel mit verschränkten Armen gegenüber. Sie fühlte sich von ihm geprüft und setzte sich ein wenig aufrechter hin, die Hände im Schoß gefaltet.

„Ich habe beschlossen dir heute alle Details zu sagen. Bitte wiederhole was ich bis jetzt gesagt habe, damit ich sicher sein kann, dass du alles verstanden hast."

Froh sich mit etwas zu beweisen, wiederholte Hermine, was sie bis jetzt wusste. „Die Hexen, die im 16 Jh. verbrannt wurden, waren keine falsch verurteilten Muggel, sondern Hexen und Zauberer von unserer Welt, deren Magie von einem Zaubertrank blockiert wurde, welchen wir nachbrauen wollen."

„Korrekt. Ich glaube, wir waren letztes Mal bei der Frage, warum sie zu Tode verurteilt wurden."

„Ja, Sir."

„Zuerst ein bisschen notwendiges Hintergrundwissen. Was ist der Grund für den Krieg, den wir gerade kämpfen?"

Hermine seufzte ungeduldig. „Gut gegen Böse, Dunkle Magie gegen die Guten."

„Ziemlich vereinfacht oder? Die Muggelkriege, über die du etwas in deiner Jugend gelernt hast, hatten viele Gründe, wirtschaftliche, politische, religiöse und so weiter. Warum sollte in Krieg in dieser Welt nur so ein Märchen sein? Gut gegen Böse? Wenn das wahr sein würde, müssten wir alle schwarz oder weiß sein, stattdessen haben wir alle Schattierungen von grau."

Hermine nickte schnell. „ Also ist dieser Krieg mehr als er scheint?"

„Dieser Krieg ist mehr als man sich vorstellen kann", korrigiert er. „Der gleiche Kampf, welcher vor Jahrhunderten bestritten wurde, wird jetzt wieder gekämpft. Die Seiten sind die gleichen, das Guten und die Bösen. Und der Grund ist der gleiche, Muggel."

„Ja, Voldemort will sie alle töten."

„Das wäre doch ein wahnsinnig dummer Gedanke oder? Die Mehrheit der Weltbevölkerung? Das ist unmöglich. Denk mal darüber nach."

„Gut, was sind dann seine Ziele? Was waren die Ziele im 16 Jahrhundert?"

„Im 16 Jahrhundert gingen zu viele Zauberer nach Hause zu ihren Muggelfamilien und benutzen Magie. Wegen den schlechten Umständen in dieser Zeit, war es zu verlockend Magie zum Vereinfachen der Dinge zu benutzen, anstatt sie zu verbergen. Die zwei Welten kamen gefährlich nahe zusammen. Mythen, Geschichten und Märchen über uns wurden sehr populär. Die Bösen wurden deswegen verständlicherweise sehr nervös. Was würde passieren, wenn unsere Existenz Allgemeinwissen werden würde? Hexenverbrennung war um das 14 Jahrhundert sehr weitverbreitet, es war eine gefährliche Zeit für uns. Die „Bösen" wollten, dass die Anzahl der Muggel, die wir unterrichteten, eingeschränkt wird. Wir sollten nur Waisenkinder und Kinder mit hohem IQ zulassen, um ihnen beizubringen, wie wichtig es ist, alles geheim zu halten, aber wir sollten keine anderen Schüler aufnehmen. Nach diesem Verfahren würden Leute wie du unterrichtet werden, Leute wie Dean Thomas nicht. Siehst du?"

„Ja Sir. Das macht Sinn."

„Die Guten waren nicht mit den Vorschlägen der Bösen einverstanden. Sie wollten, dass alle Muggel

mit magischen Fähigkeiten unterrichtet werden. Jedoch haben die Guten nicht darauf geachtet, ob sie die Informationen an ihre Familie weitererzählten."

„Sie weigerten sich, ihnen ihr Recht zu nehmen, nehme ich mal an."

„Aber was ist wenn sie zu unterrichten bedeutet, dass jeder über uns Bescheid weiß? Das Chaos, was dadurch entstehen würde, die Kriege, die Toten. Der durchschnittliche Bauer war ungebildet und abergläubisch und wären solche an der Macht, würden sie nicht bei der Aufdeckung einer Gruppe zuschauen, die mächtiger war als sie selbst. Magier erfahren in ihrer Jugend von ihrer Gabe, Muggel das beizubringen würde Monate dauern. Die Welt würde in eine Anarchie verfallen, in der jeder um das kämpfen würde, was er für richtig hielt."

Hermine hob ihre Hand um ihn zu bremsen. „Also.. wollten die bösen Zauberer damals nur die Ordnung erhalten, und dabei beide Welten beschützen."

„Richtig. Aber wenn die bösen Zauberer zur Vorsicht vor dem Eintritt der Muggel warnten, wollten die anderen die Welt auf ihre eigene Weise schützen. Sie waren bereit, alles zu opfern, um ihre Ziele durchzusetzen. Sie waren an dem Punkt, an dem sie austesteten, was Dunkle Magie alles tun kann, was die Helle nicht kann."

„Also sagen sie gerade, dass Dunkle Magie von einer Gruppe kommt, die den Wunsch hatten, unsere Welt geheim zu halten, egal was es kostet?"

„Ja. Und wie weit würdest du gehen? Es war ein angemessener Zug, wenn man die Alternativen betrachtet."

„Ich würde alles dafür tun. Muggel sind noch nicht bereit gewesen, um in unsere Welt zu kommen, genau wie jetzt. Was haben sie mit der dunklen Magie gemacht, nachdem sie entdeckt wurde?"

„Sie besuchten alle Muggelkinder bevor sie erfuhren, dass sie in Magie unterrichtet werden könnten. Wenn sie nicht in die schon genannte Gruppe passten…"

„… Waisenkinder oder richtig Clevere…"

„…wurde ihr Gehirn manipuliert, sodass ihre magische Fähigkeit für den Rest ihres Lebens unterdrückt wurde. Unvorhergesehene Unfälle wurden so vermieden und sie qualifizierten sich nicht mehr für die Schule. Es war drastisch, aber notwendig. Verstehst du das?"

„Es ist schrecklich, aber ich sehe, dass diese Entscheidung das Beste war. Haben sie den Zaubertrank benutzt, den wir versuchen herzustellen?"

„Ja, haben sie. Jetzt überlege für einen Moment. Waren ihre Taten grausam oder schädlich? Nein, das waren sie nicht. Sie übten ihre Pläne menschlich und fair aus."

„Da stimm ich zu."

„Gut." Snape sah sie scharf an. „Aber die Zauberer der Hellen Seite waren nicht so entgegenkommend. Als sie herausfanden was vor sich ging, was Jahre dauerte, waren sie voller selbstgerechter Gewalttätigkeit. Sie ignorierten, dass sich im letzten Jahrhundert unsere Welt stabilisiert und die Notwendigkeit, Muggel, die von unserer Welt wussten, die Erinnerung zu nehmen fast null war. Sie rächten sich an den Zauberern der dunkeln Magie, indem sie den Zaubertrank an ihnen anwandten. Aber anstatt sie auszusortieren und zu einem Leben ohne Magie zu verdammen, verrieten sie die dunklen Zauberer an Muggelauthoritäten, die sie auf den Scheiterhaufen brachten."

Hermine war ganz ruhig. Alles was Snape ihr sagte, ließ die helle Seite, ihre Seite, schlecht wirken und die bösen Zauberer als eigentliche Helden der Geschichte erscheinen. Das passte kein bisschen zu ihrer eigenen Erfahrungen. Sie lehnte sich in die Sofakissen und starrte ins Feuer. Snape musste gespürt haben, dass sie das Gehörte erst verarbeiten musste, denn er war still. Wenn das, was er gesagt hatte, wahr wäre, wäre das die größte Veränderung ihres Denkens seitdem sie den Brief aus Hogwarts bekommen hatte.

„Wenn das, was sie sagen wahr ist, und ich denke das, dann wäre die dunkle Magie am Anfang nur eine Gruppe reifer, intelligenter Männer und Frauen, die eine schwere moralische Entscheidung getroffen haben, um unsere Welt geheim zu halten. Wenn ich an unsere erste Unterhaltung denke, in der sie gesagt haben, dass die Gewinner unsere Geschichtsbücher geschrieben haben, wurden diese Bemühungen, unsere Welt zu verstecken, vollkommen vernichtet. Also warum wissen das alle Lehrer und Ordensmitglieder? Und warum sind sie so besorgt darum, wenn ich es auch weiß?"

„Weil sie bei einer permanenten Propagandabewegung dabei sind. Und sie brauchen dich, du bist die intelligenteste junge Frau, und jetzt überleg mal Mädchen, welche Probleme des 16 Jahrhunderts tauchen wieder auf?"

Hermine lächelte wegen des unerwarteten Lobs: „Also, man könnte sagen, dass unsere Welten wieder zu nah aneinander geraten. Ich denke, genauso die Weltbevölkerung wächst auch unsere Welt. Also sind unsere Dörfer, unsere Sachen schwieriger zu verstecken, wenn sie an Größe zunehmen. Die, die keinen Platz in Sachen wie Hogsmeade haben, sind gezwungen in der Muggelwelt zu leben, und Unfälle passieren, vor allem bei kleinen Kindern."

„Allerdings, und wieder einmal sind wir in Gefahr. Muggel haben Waffen gegen die wir kleine Verteidigungen haben. Bomben können nicht in versteckten Plätzen explodieren, Satelliten werden regelmäßig verwirrt, wenn sie Dinge sehen, die dort nicht sein sollten. Unser Wissen über die Wissenschaft ist armselig, und deshalb können wir damit nicht umgehen, falls wir darauf stoßen. Sogar kleine Sachen, die du lachhaft finden wirst, wie die Unfähigkeit vieler Kinder Muggelklamotten anzuziehen steigert die Wahrscheinlichkeit unserer Entdeckung. Wieder einmal haben die, die sich der Dunklen Magie zugewandt haben, es zuerst gemerkt. Man braucht dafür einen Mann, der von Muggeln aufgezogen wurde, um dieses Problem zu sehen und es zu bekämpfen."

„Sie können nicht über Voldemort reden, er ist ein Monster." Hermine wurde verwirrt. Snape sollte eigentlich auf ihrer Seite sein, aber dieses Gespräch ging eindeutig in eine andere Richtung.

„Ruhe. Ich werde zu Ende reden, ohne Unterbrechungen; es ist erforderlich, dass sie alles hören, bevor sie sich eine Meinung bilden. Die Gewinner haben die Geschichte geschrieben, auch die Geschichte von Riddles Bewegung. Riddle hat Horkruxe gemacht, er ist ein Monster in seinem Auftreten, wie sie gesagt haben, aber seine Motivation ist weit weg von dem, was sie sein soll. Er will nicht die Welt regieren; er will auch nicht alle Muggel oder Muggel-Geborenen töten.

Er will einfach nur, was Jahrhunderte vor ihm schon gewollt wurde, dass Muggel, die unserer Welt beitreten wollen, vorsichtiger ausgewählt werden. Das hat zu dem Mythos geführt, dass er nur Reinblüter unterrichtet will. Lächerlich. Kannst du dir die Inzucht vorstellen? Er ist ein praktisch denkender Mann.

Sein Name, Voldemort, ist eine Erfindung. Das Gemunkel vom Vorgehen bei den Meetings sind nur das, Gemunkel, ohne Fakten. Er tötet strategisch, nicht mutwillig. Viele der so genannten Todesser gegen die du gekämpft oder gesehen hast, sind Idioten, welche die Propaganda zu Herzen nehmen und Sachen tun, von denen sie denken, dass es seine Gebote sind. Sie kennen nicht den Mann. Sie kennen Voldemort; nicht Tom Riddle."

„Was sagen Sie da, Professor?", keucht Hermine.

„Ich erzähle dir die Wahrheit, der Erste der das macht, seit Sie zu dieser Welt dazugestoßen sind. Riddle und seine Anhänger sind nicht die bösen Todesser, wie du denken magst. Dumbledore und sein Orden sind nicht die heldenhaften Erhalter der Freiheit, wie du denken magst. Du selbst hast Riddles Meinung zugestimmt, als ich es dir Schritt für Schritt erklärt hab. Du denkst gleich wie er. Und ich auch, ich bin ein Spion, Granger, ein Spion im Orden für Riddle."

Hermine zog ihren Zauberstab. „Verräter!"

Snape war schneller als sie. „Petrificus Totalus."

Hermine fiel in ihren Sitz zurück, ihre Augen waren gefüllt mit Wut und Verwirrung.

„Schmeiß nicht weg, was ich dir heute Abend beigebracht hab, du dummes Mädchen. Du wurdest angelogen, weil du so wichtig für die Zukunft des Ordens bist. Alle deine Lehrer wollen nicht, dass du die Wahrheit erfährst, weil sie dich nicht an diese Seite verlieren wollen, obwohl sie wissen, dass du sie wählen würdest, wenn du alle Fakten kennst. Sie wissen, dass du eine Neigung zur Dunklen Seite hast, weil Dumbledore die Geheimhaltung des Sprechenden Hutes gebrochen hat. Sie wissen alle, dass du eigentlich in Slytherin wärst. Warum denkst du, dass du aus dem Inneren Kreis des Ordens herausgehalten wurdest?"

Hermines Augen füllten sich mit Tränen.

„Harry weiß das alles, aber er hat es dir nicht erzählt. Er wusste es seit Monaten. Ich weiß nicht, ob Ronald es weiß, ich glaube nicht, es wäre zu einfach für dich gewesen, die Wahrheit aus ihm heraus zu bekommen. Deine Kindheitsfreundschaften zerfielen, als sie mit den tiefsitzenden Vorurteilen konfrontiert wurden. Also, kann ich den Zauber auflösen ohne verhext zu werden?"

Hermine blinzelte und Snape murmelte den Gegenzauber, sie seufzte und die Tränen fielen. „H-Harry hat mir solche Blicke beim Meeting zugeworfen, solche dreckigen, argwöhnischen Blicke. Und nachdem wir draußen waren, haben ich und Ron gestritten, er sagte, dass Harry zu ihm gesagt hat, dass er mich im Auge behalten soll, weil ich mich verändere. Ich habe mich nicht verändert, es war nur immer, dass ich nicht gesagt habe was ich denke, weil es nicht Gryffindor genug war…"

Sie brach plötzlich zusammen. Der Schmerz, weil sie wusste, dass jeder, dem sie vertraut hatte, sie angelogen hatte, sie manipuliert hatte und sie benutzt hatte, überwältigte sie. Sie rutschte vom Sofa auf den Boden, zu einer Kugel zusammengekauert und ins Feuer starrend, und weinte, ohne es zu verstecken. Sie war benutzt worden von Ron und Harry. Sie hatte es nie angezweifelt oder ihnen übelgenommen. Und jetzt sah es auch noch so aus, als ob jeder Erwachsene, den sie als Vorbild hatte, geplant hatte, ihr ihren Kopf zu stehlen, ihre Intelligenz zu nutzen, ohne ihr zu sagen warum. Warum ich… wenn das nur ist, weil ich die klügste Hexe in meinem Alter bin, können sie es bleiben lassen.

Snape fühlte mit ihr, als er sie weinen sah. Er hat das alles gewusst seit er im ersten Jahr Slytherin war, konnte sich den Schock aber vorstellen, den so ein Umdenken verursacht, aber Tränen? Das hätte er nicht erwartet. Slytherins haben ihre Emotionen besser unter Kontrolle. Diese verdammten Gryffindors haben auf sie abgefärbt. „Miss Granger, das wird schon."

Hermine unterdrückte ihr Schluchzen, zitterte aber weiter. Snape stand von seinem Stuhl auf und setzte sich neben sie auf den Boden, unglücklich über seine Lage. „Sie haben mich alle angelogen, alle meine Freunde, alle meine Vorbilder. Und das ist nicht mal das schlimmste, Ron hat mir nicht mal erzählt, dass Ginny das Gerücht herumerzählt, dass was zwischen mir und Ihnen und Draco läuft." Ja klar, ich würde dich auch mit Draco teilen, dachte Snape in einem Moment der Schwäche.

„Es tut mir leid, dass sie in der Vergangenheit angelogen wurden, aber jetzt wissen sie die Wahrheit. Und sie müssen damit in den Unterricht gehen. Ich habe zahlreiche Hinweise für ihre Prüfung. Ich habe seltene Dokumente darüber, die du lesen kannst, wann immer du möchtest."

„Woher weiß ich, dass Sie mich nicht anlügen?"

Hermine rutschte von ihm weg und stand auf. „Ich habe mir selbst erlaubt, mich mit Draco anzufreunden, ich habe ihm vom sprechenden Hut erzählt. Sie könnten beide mich genauso gut manipulieren. Alles, was ich weiß, ist, dass die Lehrer einen guten Grund haben mich so zu behandeln wie sie es gemacht haben. Bis jetzt waren sie immer für mich da, sie haben mich nie eine Besserwisserin genannt, sie haben mich nie beleidigt, nicht wie Sie. Warum sollte ich Ihnen mehr trauen als denen?"

Snape erbleichte bei dem offensichtlichen Hinweisen. „Ich entschuldige mich für mein Verhalten in der Vergangenheit, ich habe meine komplexe Rolle als Doppelagent zu sehr verinnerlicht."

Hermine lachte. „Sie haben mich immer gehasst. Ich hätte mich nach der ersten Zusammenkunft nicht wieder mit Ihnen treffen dürfen. Versuchen sie nicht, mich aufzuhalten!"

„Das würde ich nicht versuchen", sagte Snape weich. „du kannst gehen."

Hermine dachte an die fehlenden Argumente, und stürmte durch den Raum, durch die Tür rennend in den Klassenraum dahinter. Snape hörte die Tür auf und zu gehen und ihre Schritte, wie sie auf der Treppe echoten.