Vielen, vielen DANK für die super lieben Reviews!

Hatte nach der langen Wartezeit gar nicht damit gerechnet und habe mich deshalb, um so mehr darüber gefreut, Danke!

Nur für den Fall das sich später jemand beschwert^^

Habe zwei Sachen aus Setos Rucksack entfernt. Zum einen die Streichhölzer und zum anderen die Konserven…

Joey hätte sie mit dem Taschenmesser eh nicht geöffnet bekommen^^, zumindest nicht mit dem welches ich hier vor mir liegen habe…

Ach so und noch so ne kleine Anmerkung^^

Ich selbst habe eigentlich keine Erfahrung mit erster Hilfe und mich hat jemand darauf hingewiesen, dass man jemanden der Knochenbrüche hat, nicht in die stabile Seitenlage bringen sollte. Zumindest dann nicht, wenn man nicht weiß was derjenige für Brüche hat^^°

Also Joey hier bitte nicht nachmachen!

Trotzdem alles Liebe,

Zauberlehrling

Kapitel 8

Rafting und Lagerfeuer

Der Fluss lag vor Ihnen und wie erwartete standen vier Bote und Verpflegung für die Klasse bereit. Mit einer kleineren Gruppe kramte Herr Takawa diese aus einem gesicherten Verschlag, welcher für genau solche Touren wie sie, sie gerade eine machten gedacht war. Herr Takawa gab das Essen an Frau Kuzakabe weiter und befüllte daraufhin die Boote mit Luft. Die übrigen Schüler verkramten schon einmal die Rucksäcke in Wasserdichte Behältnisse, während sich ein kleiner Teil, um das Mittagessen kümmerte.

Frau Kuzakabe die das alles mit Argusaugen überwachte, wurde leicht wehmütig.

Dieser ganze Ausflug hatten von Spaß und Abenteuerlust untermalt sein sollen, doch die jetzige Stimmung war mehr als getrübt.

Kein Lachen, kein spielerisches Gezanke um die Platzverteilung, nichts. Die Kinder benahmen sich wirklich vorbildhaft und die junge Lehrerin hätte es niemals für möglich gehalten, doch sie wünschte sich ihre lärmende, anstrengende Klasse zurück.

Sie ließ ihren Blick zu Katsuyas Freunden schweifen.

Noch immer redete Yugi Muto beruhigend auf Téa Gardner ein und wie immer war Frau Kuzakabe von der inneren Stärke des Jungen überrascht. Wer ihr mehr Sorgen bereitete war Tristan Taylor.

Der Junge hatte einen verkniffenen Mund und alle seine Handlungen sprachen von unterdrückter Aggressivität. Sie wusste er und Joey waren wie Brüder füreinander. Sie würde ihn wohl besonders gut im Auge behalten müssen und vor allem weit ab, von den Beiden Verursachern dieses Dramas.

Für die Vorbereitungen der Boote hatten sie etwas weniger als eine Stunde gebraucht, doch dabei hatten sie noch kein Wort darüber verloren, wie man ein solches Boot sicher von A nach B brachte und das war leider unumgänglich.

Frau Kuzakbe biss sich auf ihre Lippen, sie verloren so viel Zeit. Zeit die ihre beiden Verunglückten vielleicht nicht hatten. Einem Blick auf die Schüler zurückwerfend, trat sie schließlich auf ihren Begleiter zu.

„Vielleicht sollten wir uns aufteilen? Ich meine, sie nehmen sich ein paar der stärkeren und sportlichen Schüler mit und fahren schon einmal vor. Wir anderen können ja langsamer folgen." Herr Takawa schüttelte entschieden den Kopf.

„Auf keinen Fall! Zwei Aufsichtspersonen sind eigentlich schon zu wenig und wären das hier keine Oberschüler, hätten wir diesen Ausflug so gar nicht erst gestartet. Wir befinden uns in der Wildnis und auch wenn es nicht so erscheint, so ist es hier gefährlich. Es gibt hier Bären und auch Wölfe. Wir können das Risiko nicht eingehen die Gruppen aufzusplittern und erst recht nicht, wenn ich auch noch die besten Schüler mit mir nehmen soll. Kaiba und Wheeler werden einfach aushalten müssen." Dass er nicht darauf hoffte das die Beiden überlebt hatten, musste er ja nicht unbedingt laut sagen, das würde die Stimmung der Gruppe noch weiter herabsenken.

Im Moment ging alles nur so reibungslos, weil die Schüler daran glaubten, dass sie den Verunglückten damit helfen konnten. Der Lehrer wollte sich gar nicht ausmalen was wäre, wenn sie die Hoffnung auf das Überleben der Beiden verlieren würden.

Ich fühle mich so hilflos Yami!" Yugi sprach seit Joeys und Kaibas Unfall, immer wieder mit dem Geist des Milleniumspuzzels.

Er war sogar schon so weit gegangen diesen anzuschreien, warum er keine Magie einsetzte würde, um seinen Freunden zu helfen. Noch im selben Moment hatte er sich entschuldigt und sich schrecklich für die ungerechtfertigten Vorwürfe geschämt, doch Yami hatte die Sache einfach auf sich beruhen lassen und ihn in eine mentale Umarmung gezogen.

Yami hatte seinem Hikari schon mehrfach einen Körpertausch vorgeschlagen, schließlich war er zumindest ein wenig kräftiger als sein Ebenbild, doch Yugi hatte abgelehnt.

Das vorankommen als Gruppe war im Augenblick das Einzige, dass sie für Joey tun konnten und er, Yugi, würde sich selbst nicht mehr in die Augen blicken können, wenn er nicht einmal das zustande brachte.

Tristan wusste einfach nicht wohin mit seiner Wut. Im Augenblick brauchte er wirklich alles an Selbstbeherrschung was er aufbringen konnte, damit er Kizakawa nicht an den Hals sprang. Eigentlich müsste sich seine Wut ja über dem Mädchen entladen, doch das konnte er einfach nicht und so blieb ja nur Kizakawa übrig.

Er wusste, dass es im Moment alles nur noch schlimmer machen würde, aber zumindest hätte er das Gefühl gehabt, Joey gerächt zu haben. Niemals zuvor hatte Tristan sich so ängstlich und hilflos gefühlt und er konnte einfach nichts dagegen tun.

Immer wieder sah er, wie Joey über den Abgrund flog und er einfach sitzend dabei zusah, sich nicht rühren konnte. Er hätte mit seinem besten Freund in die Tiefe stürzen müssen, nicht Kaiba! Als seine Gedanken schließlich bei dem Firmenmogul angelangt waren, legte sich seine Stirn in Falten.

Kaiba hatte seine Leben riskiert, um Joey zu retten und obwohl Tristan sich nicht ganz sicher war so glaubte er, ein gerufenes ‚Joey' aus dessen Mund gehört zu haben.

Zumindest das war ein Gedanke an den er sich festhalten konnte.

Er würde mit Joey einiges zu besprechen haben, sobald sie die Beiden gefunden hatten.

Das sie die Verunglückten finden würden, stellte der Brünette nicht einen Moment in Frage.

Sie würden die Beiden finden und es würde ihnen gut gehen!

Téa schob ihr Mittagessen von einer Seite des Tellers zur Anderen.

Sie konnte sich einfach nicht überwinden etwas zu essen obwohl sie wusste, dass es falsch sein würde, es nicht zu tun.

Immer wieder ging sie in Gedanken die letzten Tage durch. Warum nur war sie eine solche Zicke gewesen? Sie hatte Joey ständig Vorschriften gemacht, immer an ihm herumgemeckert und nur mit ihm gestritten. Was wäre, wenn dass das Letzte gewesen war, was sie zu Joey gesagt hatte? Bei diesem beängstigenden Gedanken, kamen ihr gleich wieder die Tränen und nur mit Mühe konnte sie ein erneutes Losschluchzen verhindern.

Sie konnte sich jetzt nicht so gehen lassen! Joey war in Schwierigkeiten und zumindest jetzt konnte sie beweisen, dass sie eine gute Freundin sein konnte. Mit mehr Elan brachte Téa das Essen hinter sich und schon kurz darauf drängte sie auch die Anderen zur Eile.

Sie hatte panische Angst vor der Flussfahrt gehabt, doch nun lag wilde Entschlossenheit in ihren Augen.

Sie würde diesen Fluss befahren, sie würde nicht zulassen das ihr Boot kenterte, sie würde eine der Ersten sein die schließlich das Lager mit den Telefonen betreten würde und dann würde sie sich bei Joey für ihr Verhalten entschuldigen können…

Natürlich nur, um diese Beiden Idioten gleich darauf mit den Köpfen zusammen zu schlagen, weil sie ihr eine solche Angst gemacht hatten.

Da konnte Kaiba sein wer er wollte, auch er hatte nicht das Recht ihr einen solchen Schrecken zu verpassen!

Das Zelt stand, die paar Sachen die sie noch hatten waren darin verstaut und Joey überlegte gerade, was er als nächstes tun könnte, als sein Blick auf den schlafenden Seto fiel.

Während er gearbeitet hatte, war er immer mal wieder zu ihm getreten, um seine Verfassung zu kontrollieren.

Bis auf die Tatsache, das Seto ein wenig schwer atmete, schien es ihm den Umständen entsprechend gut zu gehen.

Auch jetzt legte er prüfend seine Finger an dessen Halsansatz, um den Puls zu erfühlen. Er war sich zwar nicht sicher für was das gut war, aber solange Setos Puls ruhig und gleichmäßig schlug, war es wohl in Ordnung.

Seto sah so unschuldig aus, wenn er schlief. Weder das sonstige obligatorische Stirnrunzeln, noch der ernste, verkniffene Ausdruck seiner Lippen, verzerrten dessen eigentlich sanftes Gesicht. Joey fand den Schlafenden wirklich schön und wenn die ganze Situation nicht so scheiße wäre, könnte er den Anblick wirklich genießen. Er kam viel zu selten in diesen Genuss.

Setos schönes Gesicht war das Erste gewesen, was Joey an dem Morgen bemerkt hatte, nachdem er die Nacht mit diesem verbracht hatte. Der Firmenchef hatte im schlaf, so unglaublich jung und verletzlich ausgesehen.

Auch jetzt hatte Joey diesen Eindruck. Vorsichtig strich der Blonde ein paar der braunen Strähnen aus dem Gesicht des Schlafenden und fuhr gleich darauf dessen Gesichtskonturen entlang.

Es war ihm schmerzlich bewusst, dass es nicht immer so zwischen ihnen sein würde. Irgendwann würde Seto genug von ihm haben und ihn von sich weisen. Joey fürchtete kaum etwas wie diesen Moment. Er wusste Seto würde ihm das Herz brechen, er hatte es schon nach ihrer ersten Nacht gewusst und dennoch konnte er einfach nicht von diesem lassen.

Joey würde die vergangenen Stunden sicher niemals vergessen und das lag sicher nicht an den Sturz in die Tiefe, sondern an dem Moment, als Seto ihn das erste Mal bei seinem Namen genannt hatte. Hand in Hand, während er über einen schier endlosen Abgrund gebaumelt hatte.

Katsuya blickte noch einen langen Moment auf Seto hinab, ehe er von diesem abrückte. Das tat er schließlich jedes Mal, wenn er sich zu viel Nähe herausgenommen hatte.

Joey wusste nicht wie lange er es noch aushalten würde, so nahe am Ziel seiner Träume zu sein und es doch nie erreichen zu können. Vielleicht wäre es das Beste die ganze Sache endlich zu beenden? Von sich aus und nicht erst dann, wenn er selbst Seto lästig werden würde.

Wäre es so nicht einfach für ihn? Hätte er nicht dann zumindest die Genugtuung nicht verschmäht worden zu sein?

Der Blonde schüttelte seine Mähne und schob diese bedrückenden Gedanken weit von sich. Er hatte jetzt weit aus wichtigeres zu tun, als sein Gefühlsleben auseinanderzuklabastern. Leise, um Seto nicht doch noch zu wecken erhob er sich und begann Holz zusammenzusuchen. Er würde sich im Feuerschein sicherlich wohler fühlen, wenn die Nacht hereinbrechen würde. Im Augenblick verfluchte er sich dafür. nicht zugeschaut zu haben, als Herr Takawa gezeigt hatte, wie man ein Feuer in Gang brachte. Das Holz war feucht und Joey war sich nicht ganz sicher wie er es zum brennen kriegen sollte.

Außerdem bemerkte er, dass langsam ein Gefühl von Hunger in ihm emporstieg. Das Frühstück war nicht besonders reichhaltig gewesen und auch in den Pausen hatte Joey bloß einen Apfel gegessen. Doch sie würden die Müsliriegel sicherlich noch brauchen und Joey wollte die Rationierung ihrer Lebensmittel sicher nicht selbst in die Hand nehmen.

Was Joey eigentlich mehr besorgte als das essen, war ihr verschwinden geringer Wasservorrat. Mit den anderthalb Liter kamen sie nicht besonders weit und er hatte die Warnung vor Bakterien in ungereinigtem Wasser nicht vergessen.

Sie konnten wirklich krank werden sollten sie etwas trinken ohne es zu kochen, doch wie sollten sie das bewerkstelligen? Sie hatten keinen Topf.

Auch diesen Gedanken schob er auf, um ihn später mit Seto zu besprechen, erst einmal sollte er wirklich für Feuer sorgen, die Nächte waren kalt und vor allem waren sie dunkel.

An die Tiere die diese Dunkelheit für sich ausnutzen könnten, wollte Joey nicht einmal denken!

Die Boote flossen langsam den Fluss entlang. Noch war die Strömung ruhig und nicht besonders schwer zu handhaben, doch es würde nicht lange dauern, bis sich das ändern würde. Sie hätten zwei Möglichkeiten den tiefer gelegenen See zu erreichen. Zum einen gab es den ruhigeren Flussweg und zum anderen den schwierigen mit tückischen Stromschnellen.

Wäre der Unfall nicht gewesen, so hätte der Lehrer sich ohne lange zu überlegen für den letzteren entschieden, doch nun zögerte er.

Der ruhigere Weg würde etwa eine Stunde länger dauern, der Andere war kürzer und gefährlicher. Das Risiko das eines der Boote kentern würde, war beim letzt genannten ziemlich hoch und dieses Mal hätten sie nicht die Zeit sich am See auszuruhen und wieder trocknen zu lassen.

Sie würden die Boote verstauen, eine kurze Rast einlegen und weiterwandern, um noch ein gutes Stück des Weges zurückzulegen.

Der Lehrer ließ seinen Blick über die Schüler in seinem Boot gleiten. Keiner von ihnen hatte auch nur die geringste Erfahrung. Sollten sie es dennoch wagen?

Er hasste es vor solche Entscheidungen gestellt zu werden.

Letztendlich entschied er sich schweren Herzens für die längere Strecke. Sie konnten sich einfach keinen weiteren Unfall leisten! Es war zwar nicht sehr wahrscheinlich, das etwas passieren würde und dennoch war ihm das Risiko einfach zu hoch.

Resignierend ließ er seinen Blick zu seiner Uhr gleiten. Sie hatten jetzt gerade kurz nach Fünf Uhr Nachmittag.

Den See würden sie demnach erst nach sechs Uhr erreichen. Sie hatten zwar schon Ende April, aber gegen Acht wurde es dunkel und spätestens dann würden sie eine Rast einlegen müssen.

Egal wie sehr sie sich auch beeilten, sie würden für die Strecke mindestens noch anderthalb Tage brauchen und das auch nur, wenn nichts Unvorhergesehenes passieren würde.

Joey war kurz vorm verzweifeln. Niemals hätte er gedacht, dass es so schwer war, ein stinknormales Feuer zu entzünden. Vor allem, wenn man ein Feuerzeug dabei hatte.

Es war albern, doch sein Versagen trieb ihm die Tränen in die Augen.

Wie sollte er Seto und sich durchbringen, wenn er es nicht einmal schaffte, ein blödes Feuer zu machen? Es war so wie immer, er schaffte einfach nichts! Er war ein Nichts!

Im selben Moment wie ihm dieser Gedanke kam, spürte er auch schon, wie sich sein Hals verengte und ihm das atmen schwer fiel.

Seine Augen begannen zu brennen und Joey schaffte es gerade noch sich eine Hand auf den Mund zu legen, um sein lautes Aufschluchzen zu ersticken.

Vergessen war das Feuer, während das Feuerzeug seiner anderen Hand entglitt und auf den Waldboden schlug.

Joey der auf eben diesem Boden gekniet hatte, krümmte sich zusammen und begann hemmungslos zu weinen. In den Minuten in denen er einfach vor sich her weinte, schaffte er es nicht auch nur einen klaren Gedanken zu fassen.

Der Schock, die Angst…

Joey war das erste Mal seit ihrem Sturz einigermaßen zur Ruhe gekommen und sein verräterischer Körper hatte dies gleich genutzt, um ihn zu übermannen.

Setos erwachen war anders als beim letzten Mal schnell und schmerzhaft. Sein Körper gönnte ihm nicht noch einmal die wenigen Sekunden der Schmerzfreiheit, sondern konfrontierte ihn gleich mit den Tatsachen. Ihm tat wirklich jeder Knochen im Leibe weh und sein Kopf fühlte sich noch immer an, als würde jemand von innen mit Hammer und Meißel zu Werke gehen.

Er brauchte einen langen Moment um seine Gedanken so weit zusammen zu bekommen, dass er sich auf seine Umgebung konzentrieren konnte.

Gleich darauf runzelte er verwirrt seine Stirn und wandte seinen protestierenden Kopf in die Richtung, aus der er glaubte ein Geräusch zu hören und tatsächlich, keine drei Meter von ihm entfernt kniete Joey am Waldboden, den Kopf gesenkt und so weit nach vorn gebeugt, dass er damit den Boden berührte. Seto war kurz davor ihn zu fragen, was er da machte, als er das Geräusch als Schluchzen erkannte.

Joey weinte? Seto wusste nicht genau warum, aber er war vollkommen verblüfft. Niemals zuvor hatte er gesehen, dass der Blonde auch nur eine Träne vergossen hatte.

Der Firmenchef traute sich mit einem Mal nicht Joey anzusprechen und entschied sich abzuwarten, doch mit jeder Minute die verstrich, fiel es ihm schwerer.

Es war wie bei seinem kleinen Bruder, er spürte den Drang in sich zu Joey zu gehen und diesen zu trösten und doch blieb er an Ort und Stelle liegen und wartete.

Das Schluchzen wurde weniger und Joey begann wieder ruhiger zu werden.

Gleichzeitig begann er sich zu fragen, was das gerade gewesen war.

Er grub seine Finger tief in das feuchte Blattwerk und hob langsam seinen Oberkörper wieder in die Senkrechte.

„Du bist wirklich ein Weichei!" Mit seinem Handrücken wischte er sich die letzten Spuren seines Zusammenbruchs aus dem Gesicht und sah sich dann nach Seto um. Nicht auszudenken, sollte er diesen mit seinem peinlichen, hysterischen Anfall geweckt haben. Doch dieser schien zum Glück noch immer zu schlafen und so konnte Joey beruhigt durchatmen.

Seto, der durch Joeys Worte aus seinen Gedanken gerissen wurde, schloss schnell seine Augen und stellte sich schlafend.

Er wollte sich jetzt einfach nicht mit dieser Situation auseinandersetzen und auch für Joey selbst war es wohl das Beste, wenn er so tat als habe er nichts mitbekommen. Der Blonde würde sich nur unnötig aufregen und so wie es schien, steckte er die ganze Situation nicht so einfach weg, wie er ihm bei seinem letzten Erwachen hatte weis machen wollen.

Seto wartete einige lange Minuten, ohne sich großartig zu regen, doch als ein dunkler Fluch des Blonden die Ruhe des Waldes erneut durchbrach, hielt er es für angebracht sein Theater zu beenden.

„Warum zum Teufel schreist du so?", murrte er Dunkel in die Richtung, in der er Joey wusste. Der Angesprochen zuckte zusammen, ließ Holz und Feuerzeug fallen und kam mit einem schuldbewussten Gesichtsausdruck näher. Seto hätte niemals etwas von dem Zusammenbruch des Blonden erfahren, wenn er es nicht zufällig mitbekommen hätte. Nichts im Gesicht oder Verhalten des Anderen ließ darauf schließen.

„Entschuldige, ich wollte dich nicht aufwecken. Wie geht es dir?" Seto war durch diese ruhig gestellte Frage, ebenso wie durch die Entschuldigung leicht aus dem Konzept gebracht. Viel ehr hätte er jetzt mit einer Beleidigung gerechnet. Doch für sich entschloss sich der Firmenleiter, auch darauf nicht einzugehen und die Frage einfach zu beantworten.

„Wie soll es mir schon gehen? Scheiße, was sonst!" Innerlich stöhnte er, bei der Bissigkeit seiner Stimme auf. Warum konnte er nie ein ganz normales Gespräch mit dem Blonden führen? Doch wieder überraschte Joey ihn, indem er auch diese Provokation einfach mit einem Lächeln schluckte.

„Na wenn du so rummosern kannst, kann es ja so schlimm nicht sein, aber kannst du mir nicht trotzdem einen etwas ausführlicheren Bericht geben?" Seto war einen Moment sprachlos. War er vielleicht doch heftiger mit dem Kopf aufgeschlagen, als er gedacht hatte? Was zum Teufel war in Joey gefahren? Seto atmete schwer durch und entschied sich dafür einfach eine ehrliche Antwort zu geben.

„Mir tut so ziemlich alles weh und um ehrlich zu sein bin ich ziemlich erledigt!" Aus dem Augenwinkel beobachtete er Joeys Reaktion und sah, wie dieser sich auf seine Unterlippe biss.

„Tut mir leid, du hast zwar ziemlich viel Krempel mit dir rumgeschleppt, aber nichts was ich dir gegen die Schmerzen geben könnte.", kam schließlich eine leise Erwiderung und schon wieder war Seto irritiert. Vielleicht hatte Joey sich ja den Kopf angeschlagen?

„Wieso hattest du das ganze Zeug überhaupt dabei? Ich meine Kompass und Karte hatte doch Herr Takawa und ein erste Hilfebuch…" Seto seufzte und ein müdes Lächeln erschien auf seinen Lippen.

„Mokuba hat meine Tasche gepackt. Er schien das alles für besonders wichtig zu halten und wenn ich uns Beide jetzt so ansehe…" Joey nickte nur.

„Ja, ich war wirklich froh, als ich das Buch gefunden habe!" Schweigen breitete sich zwischen ihnen aus und Beiden kam unweigerlich derselbe Gedanke. Sie führten das erste Mal seit sie sich kannten, eine beinahe Vernünftige Unterhaltung.

Wenn sie sich in der Schule sahen, dann stritten sie sich auch Heute noch wie an ihrem ersten Tag und wenn sie sich trafen, um miteinander zu schlafen, sprachen sie nie viel.

„Ich habe versucht ein Feuer in Gang zu bekommen, aber das einzige was ich bisher erreicht habe ist ein Haufen stinkender Qualm und das Verschwenden des Feuerzeuggases. Ich meine es wird bald dunkel und…" Seto seufzte.

Im ersten Moment musste er den unweigerlichen Drang bekämpfen dem Blonden einen dummen Kommentar an den Kopf zu werfen, doch dann besann er sich eines besseren, schließlich hatte Joey einen guten Aspekt angesprochen. Es wurde bald dunkel und damit auch schnell kälter werden, außerdem würde ein Feuer auch die wilden Tiere von ihnen fern halten, das zumindest konnte Seto nur hoffen. Mit einem schmerzhaften Zischen, kämpfte er seinen Körper in eine sitzende Position und im Endeffekt war es nur Joeys schnellem Zupacken zu verdanken, dass er nicht gleich wieder zurückfiel.

„Hey was machst du denn?", fragte dieser auch gleich vorwurfsvoll.

„Ich dachte du brauchst Hilfe beim Feuermachen!" Dieses Mal war es an dem Blonden verdutzt zu sein.

„Ja, aber…"

„Anders als du habe ich gestern zugehört als Herr Takawa uns erklärt hat wie man ein Feuer macht. Mach einfach was ich sage und hör auf mich anzutatschen!", fauchte Seto, Joey unterbrechend an.

„Du bist so ein undankbarer Scheißkerl!" Mit diesen Worten ließ Joey tatsächlich von ihm, Seto, ab und stampfte wieder zu seinen gesammelten Holzstapel. Noch immer aufgebracht ließ er sich daneben zu Boden plumpsen und sah aus funkelnden Braunen Augen zu Seto herüber.

„Würde der große Meister mich also in die Kunst des Feuermachen einweisen?", fauchte er nun seinerseits. Seto hatte sich im selben Moment wie er die Worte gesprochen hatte, innerlich über sich selbst geärgert. War aber gleichzeitig auch zu stur, um sich bei dem Blonden zu entschuldigen. Er war immerhin Seto Kaiba und ein Kaiba entschuldigte sich bei niemand. Niemals!

(AN: ^^° An dieser Stelle sei angemerkt das ich tierisch nach Qualm stinke Unmengen an Papier verschleudert habe und nun tatsächlich in der Lage bin ein Feuer, wie Joey es jetzt gleich tun wird, zu machen ;O)

Tja was ein Autor nicht alles tut, um realistisch zu sein - µ.µ Dem Internet sei Dank!^_^°)

„Was zum Teufel hast du denn da für Äste angeschleppt? Die sind viel zu dick und außerdem solltest du bei den Kleineren erst einmal die Rinde entfernen, sonst sind sie sowieso zu feucht!" Joey blitzte den Firmenchef noch einmal von seiner Position aus an, ehe er dessen Vorgaben umsetzte. Er nahm sich also, nachdem er sich von Seto das Okay geholt hatte, einen dünneren Ast und entfernte die Rinde und nach einem weiteren Kommentar seitens Setos, sammelte er diese auf einem kleinen Haufen. Als das soweit erledigt war, blickte er auffordernd zu dem Firmenchef.

„Ich habe jetzt eine wunderbar einfache Aufgabe für dich. Du darfst ein Loch buddeln, sollte einem Köter wie dir ja nicht schwer fallen, nicht wahr?" Joey biss seine Zähne zusammen und unterdrückte ein Knurren. Am liebsten würde er dem Brünetten nun etwas an den Kopf werfen, doch als er registrierte das Seto sich schwach an den hinter ihm liegenden Baumstamm gelehnt und die Augen geschlossen hatte, ließ er es bleiben. Die Wut verschwand aus seinem Blick. Er wusste das Seto einfach nicht anders konnte, doch es war zumindest unter Joeys Würde sich mit diesem zu streiten, wenn Seto nicht auf der Höhe war.

„Wir brauchen trockenes Gras…" Bei diesen Worten öffneten sich die blauen Eisseen wieder. Das würde hier gar nicht so leicht zu finden sein. Es hatte am Morgen ihres ersten Reisetages geregnet und zumindest der Boden war noch immer etwas feucht. Auch Joey schien zu dem Schluss gekommen zu sein, denn er erhob sich und sah sich etwas ratlos um. Ohne etwas zu sagen entfernte er sich aus dem provisorischen Lager und Seto sah ihm etwas missmutig hinterher.

Seto wusste, die gekippte Stimmung ging auf sein Konto, aber er kam nun einmal nicht aus seiner Haut. Joey blieb etwa fünf Minuten verschwunden und als er wiederkam, sah er etwas zerschrammt aus, hatte allerdings die Arme tatsächlich voller scheinbar trockenem Gras. Seto ließ sich nicht so weit herab, um ihn zu fragen, wo er das her hatte.

„Was jetzt?" Joey klang immer noch beleidigt und Seto verdrehte die Augen.

„Jetzt nimmst du eins von den Wundtüchern und machst ein paar Holzspäne rein und knüllst es zu einer Kugel zusammen. Wenn du das fertig hast, reißt du ein paar Seiten aus meinem Taschenbuch und zerkleinere sie, die kannst du dann unter das Heu mischen, tu auch noch ein paar Holzspäne dabei." Joey hielt sich peinlich genau an die Anweisung und schon bald hatte er tatsächlich alles fertig. Das Taschenmesser, welches er sich zur Hilfe geholt hatte, war wirklich ein Vorteil.

„Das Heugemisch kannst du jetzt in die Mulde tun. Jetzt nimm noch ein paar dünne Zweige und zerkleinere sie." Joey murrte nur und kam schließlich auch dieser Aufforderung nach.

Nachdem er einen ansehnlichen kleinen Haufen neben sich hatte, blickte er wieder zu Kaiba.

„Du kannst jetzt den Tuchklumpen anzünden und in das Heu legen. Dann kannst du vorsichtig anfangen kleine Äste beizulegen, pass aber auf das du das Feuer nicht gleich erstickst!" Auch dieses Mal machte Joey was er gesagt bekam und so dauerte es nicht lange bis vor ihm tatsächlich ein kleines Feuer brannte.

Joey sprang jauchzend in die Höhe.

„Ich habe Feuer gemacht!" Setos Augen waren bei dem Ausbruch erschrocken aufgesprungen und so sah er, wie Joey freudig, um sein kleines Lagerfeuer herum sprang. Ohne es zu merken schlich sich ein Lächeln auf Setos Lippen. Jetzt sah der Blonde noch mehr aus wie der Hund, mit dem er ihn sonst so gerne verglich.

Die Schüler atmeten erleichtert aus als sie das nahende Ufer ansichtig wurden. Die Strecke war zwar die leichtere gewesen, aber für Anfänger noch immer schwer genug. Zumindest in den Augen der Schüler. Ebenso herrschte Erleichterung über den Umstand, dass alle heil angekommen waren und sie keine unnötige Zeit verschwendet hatten.

Als sie den trockenen Grund schließlich erreicht hatten, leerten sie die Bote und ließen die Luft ab. Auch hier befand sich ein vorbereiteter Verschlag, in dem man die Bote wieder verstauen konnte und ein Schrank, der mit Wegzehrung auf sie wartete.

Der Lehrer war sich nicht sicher ob es wirklich richtig wäre, den Lagerplatz zu verlassen und weiter zu wandern. Doch genauso wusste er, das es auf jede Minute ankam, die sie ehr am Ziel ankamen.

Die erste Gruppe hatte ihr Boot schon zusammengelegt und wartete darauf, dass Herr Takawa das Schloss öffnete, doch da dieser sah, dass nicht alle Gruppen so zügig vorankamen, gab er den Schlüssel nur weiter und befasste sich lieber damit den Übrigen eine helfende Hand zu reichen.

Sie arbeiteten ruhig, nur von einigen leise geführten Gesprächen untermalt, als plötzlich ein ängstlicher Schrei ertönte. Sofort blickten sich alle um, um herauszufinden wo dieser hergekommen war, doch nur Sekunden später hatte sich diese Frage geklärt.

Die Schüler, welche den kleinen Verschlag betreten hatten, stürmten aus diesen heraus, wild um sich schlagend und die Köpfe eingezogen, während sie von einem schwarzen Schwarm verfolgt wurden.

Herr Takawa riss seine Augen auf. Auch das noch!

„Springt ins Wasser!", konnte er den Flüchtenden gerade noch zurufen, doch diese schienen schon von selbst auf die Idee gekommen zu sein, den nur kurze Zeit später sprangen sie auch schon voll bekleidet in das kalte Nass.

Frau Kuzakabe blickte ängstlich zu den Schülern und auch bei den anderen Gruppen begann sich leichte Panik bemerkbar zu machen, doch die Stimme des Lehrers sorgte für Ruhe.

„Lasst die Boote liegen und geht von der Holzhütte weg!" Den Schülern im Wasser rief er zu, das sie die Köpfe unten halten sollten, bis die Tiere sich wieder beruhigt hatten.

Das ganze dauerte etwa eine halbe Stunde.

„Japanische Riesenhornissen!", seufzte Herr Takawa, während er auf die triefenden Schüler zuschritt.

„Was bitte habt ihr getan, um den Schwarm so wütend zu machen, dass euch direkt so viel verfolgen?", Fauchte er die Gruppe an.

„Wir haben bloß das Boot verstaut! Wir haben nichts gesehen und plötzlich waren da überall diese Mistviehscher, haben uns zerstochen und verfolgt.

Wenn die ganze Situation nicht so ernst wäre, hätte der Lehrer lachen können, denn die sechs sahen wirklich lächerlich aus.

Überall hatten sie rote, anschwellende Stiche. Die Klamotten hingen triefend an ihnen herab und auch sonst machten sie einen ziemlich jämmerlichen Eindruck.

„Lasst euch von Frau Kuzakabe Salbe geben und zieht euch was Trockenes an!" Herr Takawa fuhr sich mit seiner Rechten durch seine braunen Haare und schloss einen Moment die Augen.

Jetzt konnten sie erst recht nicht weiter gehen. Sie würden das Seewasser zum kühlen brauchen, allerdings sollten sie einiges an Abstand zwischen den Verschlag und sich aufbauen.

Wahrscheinlich hatten die Schüler mit den Boot das Nest der Hornissen beschädigt, warum sonst hätten diese so aggressiv reagieren sollen?

„Wir werden jetzt ein Stück um den See herum gehen und dann unser Nachtlager aufschlagen. Wir bleiben heute Nacht hier! Ich werde später nachsehen, ob ich an unser Abendessen ran komme…" Der Lehrer hob abwehrend seine Hand, als er Tristan auf sich zukommen sah.

„Das ist mein letztes Wort!" Der Lehrer starrte unnachgiebig in die Braunen Augen des Schülers, bis dieser schließlich seinen Kopf senkte und zu seinen Freunden zurück schritt.

Niemals zuvor hatte sich Herr Takawa gewünscht mit einer Vermutung falsch zu liegen und ebenso hoffte er, dass wenn er Falsch lag, die beiden Verunglückten noch ein paar Stunden länger durchhalten würden.

So wieder ein Kapitel geschafft…

Das Kapitel ist länger geworden als geplant war, eigentlich lest ihr gerade fast zwei ;O)

Ich wollte einfach ein wenig in der Geschichte vorankommen…

Bei der Sache mit den Hornissen… keine Ahnung ob diese Viehscher wirklich so reagieren, aber naja^^°

Also, hoffentlich bis zum nächsten Mal und hinterlasst mir doch noch einmal so viele liebe Kommis, das ist wirklich super um müde Auroren munter zu machen^^

LG

Zauberlehrling