„Ich habe den Namen unseres Hühnermannes. Kein Witz, der Typ heißt Mike Meyers und arbeitete bei CB öfters als Maskottchen und verteilt Werbung." Kevin pinte das Bild des Opfers an die Mörderwand und schrieb dessen Name darüber. „Ist er Aktenkundig?" Fragte Beckett und sah sich das Bild näher an. Ryan überflog seine Notizen. „Nichts dramatisches, er wurde mal mit vierzehn wegen Diebstahls verhaftet, aber das war mehr so eine Mutprobe. Seither ist er nicht wieder auffällig geworden." Castle trat neben Kate. „Womöglich war der arme also nur zur falschen Zeit am falschen Ort." Beckett wand sich von der Wand ab.
„Mal abwarten was die Zeugenbefragungen ergeben. Esposito, was ist mit angehörigen?" Javier gesellt sich zu den anderen. „Der Vater ist abgehauen. Die Mutter wohnt in der 125th, nur drei Blocks vom Tatort." Kate nickte. „Gut, fahren Sie zu der Mutter, ich und Castle nehmen uns den Geschäftsführer vor und arbeiten uns nach unten." Javier und Kevin eilten davon, Kate wollte sich mit Castle zum Verhörraum aufmachen, als sich ihnen eine dunkelhäutige Frau in einem dunkle grauen Kostüm in den Weg stellte. Beckett wirkte nicht sonderlich erfreut, doch sie zwang sich zu einem lächeln. „ Captain Gates." Die angesprochene verschränke ihre arme.
„Detektiv Beckett." Gates musterte den Schriftsteller eingehend. Kate überwand sich und stellte ihn ihrer neuen Chefin vor.
„Captain, das ist Richard Castle, der Autor mit dem ich zusammen arbeite." Gates lächelte, doch in ihren Augen spiegelte sich keine freute wieder. „Ah, habe ich mir fast schon gedacht, es freut mich Sie kennen zu lernen, Mr. Castle." Sie reichte ihm die Hand. Castle erwiderte ihr lächeln und reichte ihr seine Hand. Sie packte fest zu, etwas zu fest für den Geschmack des Autors, doch er ließ sich nichts anmerken.
„Ich habe gehört das Sie an einem neuen Fall sind, Detektiv." Sagte Gates und ließ Castles Hand los, welcher mehr als erleichtert war und hoffte, das es nicht zu offensichtlich war. „Ja, ein Junge wurde erschossen. Ob er allerdings das Ziel war oder nur Pech hatte, müssen wir noch herausbekommen." Bestätigte Kate. Gates lächelte wieder und zeigte ihre Zähne. Rick erinnerte es eher an das Fletschen einer Raubkatze. „In Ordnung, dann walten Sie ihres Amtes. Es war schön sie kennen gelernt zu haben Mr. Castle." Gates setzten ihren Weg fort. Castle und Beckett sahen ihr nach.
„Gruselig." Stellte er fest.
„Ja, die Frau hat ihren Namen nicht von ungefähr." Stimmte Kate zu. Die zwei suchten den Verhörraum auf. Kate öffnete ihn und Castle folgte brav, er setzte sich auf die linke Seite, Beckett schloss die Tür und setzte sich neben ihn. Kate legte eine Akte auf dem Tisch ab. Mr. Owner, der Geschäftsführer, sahs etwas blass auf seinem Stuhl und wirkte abgespannt. Das konnte man ihm auch kaum verübeln. „Mr. Owner, kannten Sie Mr. Meyers gut?" Fragte Kate. Dieser zuckte mit der Schulter. „Nicht besser oder schlechter als andere. Der Junge war zuverlässig und machte sein Job. Ich habe ihm sogar eine Festanstellung im Lokal in Aussicht gestellt. Und dann sowas... ich habe heute Morgen noch mit ihm gesprochen..." Owner hielte inne und starrte vor sich hin. Man sah ihm an das er das ganze noch nicht begriffen hatte. „Da kommen irgend welche... Gangster vorbei, schießen um sich und töten unschuldige!" Der Mann ballte sein Faust und fuhr sich mit der Hand über das verschwitzte Gesicht. „Was ist das nur für eine Welt?" Castle schluckte. Man musst kein Profi sein um zu sehen das ihm der tot des Jungen zu Herzen ging.
„Mr. Owner, ich muss das Fragen: Gab es gegen Sie oder ihre Leute Drohungen?" Hakte Kate nach. „Drohungen?" „Ob Sie zum Beispiel jemand versucht hat abzuziehen. Schutzgeld zu erpressen, so etwas." Erklärte Castle. Owner schüttelte mit dem Kopf. „Nein, nicht so viel ich weiß. Die Gegend ist doch eigentlich sicher. Upper West Side ist doch kein Gangsterviertel. Ich verstehe das nicht, wirklich... ich..." Owner war fertig, ihn weiter zu befragen würde nichts bringen. Kate war das auch klar. „Gut, das reicht erst mal Mr. Owner. Ein Kollege wird sich gleich um sie kümmern. Danke für Ihre Hilfe." Der Mann nickte nur, Beckett warf Castle einen Blick zu und die zwei gingen wieder. Im zweiten Verhörraum hockte die Stellvertreterin von Owner, eine gewisse Bettsy Hover. Doch auch ihre Befragung ergab keine neuen Hinweise. Nach dem Kate und Rick alle angestellten des Lokals durch hatten, wanden sie sich den Gäste zu. Ryan und ein andere Kollege hatten bereits die erste Hälfte interviewt. Kate und Rick blieb der Rest. Die Zeugen waren nicht weniger hilfreich als die Mitarbeiter. Niemand hatten den Wagen deutlich gesehen. Als die ersten Schüsse vielen gingen alle in Deckung. Gegen Abend hatten sie alle Zeugen und ihre Personalien überprüft. Keiner hatte eine größere Kriminelle Vergangenheit. Es gab keinen Anhaltspunkt warum man auf das Lokal geschossen hatte. Zumindest schien es keinen zu geben. Erst als Esposito mit der Mutter des Opfers auftauchte, tat sich ein neuer Hoffnungsschimmer auf. Kate führte die Frau in das normale Wartezimmer, wo sie ihr einen Kaffee anbot. Beckett und Castle setzten sich zu ihr und warteten ab. Nach dem Mrs. Meyers am Kaffee genippt hatte, sah sie zu Kate auf.
„Was ist passiert?" Verlangte sie mit matter Stimme zu erfahren. Kate beugte sich zu ihr vor. „Ihr Sohn wurde... Opfer eines Angriffes. Er stand draußen und verteilte gerade Werbung. Wir wissen nicht, ob er das Opfer einer Verwechslung wurde oder ober er das Ziel war." Bei diesen Worten verzog die Mutter das Gesicht. „Warum sollte Mike das Ziel sein?" Kate faltete ihre Hände. „Genau das versuchen wir zu klären. Wir hoffen das uns die Kugeln einen Aufschluss über den Schützen geben. Aber noch haben wir nichts, mit dem wir arbeiten könnten. Mrs. Meyers, es ist schwer, ich weiß, aber ich muss Sie das Fragen. Hatte Ihr Sohn in letzter Zeit ärger? Wurde er bedroht? Hatte er Angst?"
Die Mutter schüttelte bei jeder Frage mit dem Kopf. „Er war ein guter Junge. Er hatte nicht viele Freunde, aber einen besten Freund. Und sie mochten sich" Kate und Rick wechselten wissend blicke. „Wie heißt der?" Die Frau überlegte. „John. John Veronika. Sie kennen sich seit der Schule." „Fällt Ihnen sonst noch etwas ein?" Hakte Rick nach. „Nein... außer... Mike hatte etwas von einer Frau erzählt, die er kennnen gelernt hatte. Aber ich weiß nicht wie Sie heißt. Da könnte Ihnen John womöglich weiter helfen." Kate lächelte der Mutter zu. „Danke Mrs. Meyers, das wird uns weiter helfen." Die Frau stellte ihren Becher ab. „Kann ich Ihn sehen?" Beckett zögerte, nickte dann aber. „Klar, ich bringe Sie hin."

Nach dem Mrs. Meyers ihren Sohn in der Pathologie gesehen hatte, kümmerte sich ein Psychologe um sie. Kate nutzte die Gunst der Stunde und fuhr mit Castle zu diesem John Veronika. Auch er lebte im selben Viertel, fünf Blocks vom Tatort. Der schlimmste Verkehr war vorbei, so das Kate zügig durch die Straßenschluchten Manhattans kam. Rick sahs auf dem Beifahrersitz und grübelte vor sich hin. Kate sah ihn von der Seite an und hielt an einer Ampel. „Was ist los? Du wirkst bedrückt." Stellte Kate fest. „Wenn es um Kinder geht, wird es immer besonders schwer. Wenn ich in die Gesichter der Eltern sehe, frage ich mich wie ich es verkraften würde, wäre Alexis ein solches Opfer."
Beckett legte ihm ihre Hand auf die Schulter. „Denk nicht darüber nach Rick. Dieser Gedanke würde nichts bringen und du quälst dich unnötig." Er sah Kate in die Augen. „Du machst das Tag täglich. Ich bin nur ein Zuschauer, der ab und an mal vorbei schaut. Ganz klar, ich bin ein Krimiautor. Und ich liebe es in meinen Büchern, aber auch mit dir, Fälle zu klären. Aber als Cop wollte ich nicht arbeiten wollen. Ich habe den Luxus die Augen von dieser Realität abwenden zu können. Viele nicht und du auch nicht. Wie schaffst du das?" Kate lächelte.
„In dem ich es nicht an mich heran lasse und ich freunde habe die mich stützen. Und dich." Castle grinste. „Oh ja, das höre ich natürlich am liebsten. Ich danke dir für dieses Vertrauen." Beckett beugte sich zu ihm vor und gab ihm einen Kuss. „Ich danke dir. Und jetzt denk nicht mehr darüber nach." Bat sie. Die Ampel schaltete auf Grün und Kate setzten den Weg fort. Nach etwas zehn Minuten erreichten sie die angegebene Adresse. Kate parkten den Ford Taunus und die zwei erklommen nach dem aussteigen die fünf Treppen zur Haustür.
„Na mal schauen ob jemand da ist." Kate klingelte und wartete. Es war zuerst ruhig. Eine Katze zwei Häuser weiter mauzte, die Straße lag sonst verlassen da. Von innen hörte man plötzlich ein mechanisches klacken. Kate runzelte die Stirn. Schlagartig wurde ihr klar was das war. „Castle!" Schrie sie und gab dem Autor einen schubs, so das er über das Geländer viel. Dann sprang die Polizistin selber. Keine Minute zu früh. Schon wurde die Tür von Schrott zerschmettert...