Als Kate die Augen öffnete, lag sie alleine in dem großen Bett.
Verwundert richtete sie sich auf und sah sich um, kein Castle, wohin sie blickte. Doch er hatte ihr in weißer Voraussicht einen Morgenmantel bereit gelegt. Kate lächelte, griff nach ihm und streifte ihn sich über den nackten Körper. Der Mantel war weich und warm und er roch gut. Kate wusste nicht warum, aber sie fühlte sich wie Zuhause, warm und geborgen. Sie schlüpfte aus dem Bett und lief auf Zehenspitzen aus dem Schlafzimmer in den Flur. Da Rick nicht im Bett lag, musste es einen anderen, guten Grund geben. Schon im Flur roch sie frischen Kaffee und als sie ins Wohnzimmer kam war klar, wo der Autor ab geblieben war. Er wuselte mit einem Liedchen auf den Lippen in der Küche herum und war, im gegensatz zu ihr, schon angezogen. Er nahm gerade die Pfanne vom Herd und lud zwei Spiegeleier auf einen Teller ab. Er nahm Kate aus dem Augenwinkel war und grinste.
„Ah, Detektiv Beckett. Sie kommen gerade richtig, ich habe Frühstück für Sie gemacht." Der Autor legte die Pfanne in die Spüle und stellte Kate einen Kaffee auf die Theke.
Sie setzte sich galant auf den Hocker.
„Danke Mr. Castle."
Sie nahm die Tasse auf, pustete kurz und nahm einen Schluck. Der Kaffee war köstlich. „Ich weiß ehrlich gestanden nicht, was du magst. Rühr- oder Spiegelei, daher habe ich beides gemacht." Castle hob die zwei Teller auf und wog sie auf und ab. Kate deutete auf seinen rechten Arm, dem mit den Rühreiern. Er stellte den Teller vor ihr ab.
„Gleich müsste der Toast fertig sein." Fügte Castle an und wie auf Bestellung hüpften zwei Scheiben im Toaster auf. Castle deutete auf ihn.
„Das nenne ich Timing!"
Er nahm die zwei Scheiben vorsichtig zwischen Zeigefinger und Daumen, zog sie heraus.
„Heiß!"
Er ließ sie mehr schlecht als recht auf Kates Teller fallen. Diese nickte dankend und schippte sich etwas Ei auf ihre ihre Gabel.
„Moment, und der Speck?" Fragte Rick. „Nicht nötig." Sagte sie mit vollem Mund. Rick setzte sich neben sie und fing an das Spiegelei zu bearbeiten.
„Hast du gut geschlafen?" Wollte Castle zwischen zwei bissen wissen. Kate schluckte ein weiteres Stück Ei hinunter bevor sie antwortete. „So gut wie schon sehr lange nicht mehr. Und das ist ein gutes Zeichen." Rick runzelte seine Stirn. „So? Warum das?" Kate sah ihn jetzt fest an. „Weil ich in fremden Betten eigentlich sehr ungern schlafe. Ich mag meines, so wie es ist. Meine vorigen Freunde, mussten alle bei mir schlafen." Castle hob belustigt eine Augenbraue.
„Also bin ich etwas besonders?"
Kate stockte und lächelte dann. „Ich glaube schon."
Die zwei aßen eine weile stumm weiter. Castle war mit seinem Teller zuerst fertig und nippte von seinem O-Saft.
„Auch Josh?" Hakte er nach. „Bitte?" Kate blickte den Autor fragend an.
„Ob auch Josh zu dir kommen musst." Sie wirkte für einen Moment irritiert, fasste sich aber.
„Ja, auch er. Warum?" Castle grinste jetzt über beide Ohren. „Ich bin dir also viel sympathischer als er!" Die Polizistin verdrehte ihre Augen. „Müsst ihr immer und überall eure... na du weißt schon, vergleichen?" Rick klaute Kate ein Stück Ei vom Teller. „Hey!" Protestierte sie und er steckte sich demonstrativ die Gabel in den Mund. „Ja!" Beantwortete er dann ihre Frage und rutschte vom Hocker, nahm sich seinen Teller und spülte ihn ab, bevor er ihn in die Spülmaschine stellte. „Was ist los?"
Rick seufzte. „Ich muss zu meinem Verlag, noch einige dinge wegen dem Kinostart nächste Woche und wegen dem aktuellen Buch klären." Erklärte er und lehnte sich an der Theke mit seinen Händen ab. „Du musst also ohne mich zum Revier. Schlimm? " Kate schluckte einen weiteren bissen herunter und hatte damit ihren Teller ebenfalls leer gegessen.
„Ich denke nicht. Eine Überdosis Richard Castle ist sicherlich tödlich."
„Ha,ha." Er beugte sich vor und gab Kate einen Kuss.
„Ah, da ist ja das frisch verliebte Paar." Rief Martha die in ihrem Morgenmantel angerauscht kam. Sie setzte sich neben Beckett nieder. „Morgen Martha." Begrüßte Kate sie. „Morgen mein Kind. Und? Erzählt mir alles!" Bat sie. Rick warf ihr einen missbilligenden Blick zu.
„Die Diener des dunklen Lords sind aus ihrem Schlaf erwacht. Sie werden dir noch etwas Gesellschaft leisten, in meiner Abwesenheit."
Martha zischte abschätzig und Rick gab auch ihr einen Kuss auf die Wange. „Morgen Mutter."
Mit diesen Worten eilte er zur Haustür, schnappte sich seinen Mantel und öffnete die Tür. „Wiedersehen, ich liebe euch!"
Schon war entschwunden und ließ die Tür ins schloss fallen. Martha beugte sich weiter zu Kate vor.
„Und?" flüsterte sie, so als würde sie befürchten ihr Sohn könnte sie noch immer hören. „Und was?" Fragte Kate.
„Hattet ihr eine kurze Nacht? Voller leidenschaftlichen, unersättlichen Sex?"
„Ähhh..."

Nach dem verstörenden Gespräch mit Martha fuhr Kate zur Arbeit.
Als sie ihren dunkel blauen Ford Crown Victoria vor dem Revier parkte, stand dort bereits eine Meute von Reportern im Eingangsbereich, bewacht von einigen Kollegen des Streifendienstes. Kate stellte die Automatik auf Parken, zog die Handbremse an und stiegen aus dem Wagen. Als die Reporter sie erblickten, richteten sich dutzende von Kameras auf sie. Die Männer und Frauen der verschieden Sender bombardierten sie förmlich mit fragen. Zum Glück hielten ihre Kollegen in Uniform die Meute auf Abstand, sonst hätten sie sie womöglich einfach tot getrampelt. Die Polizistin war von den ganzen eindrücken völlig überfordert. Fragen wie:
„Wie ist Richard Castle privat?"
„Seit wann sind sie ein Paar?"
„Stimmt es das sie Schwanger sind?"
Prasselten auf sie ein. Woher zum Teufel konnten die das nur wissen? Die Polizistin fand zu ihrer Gelassenheit zurück und sondierte die Masse. Keiner kam ihr auf Anhieb bekannt vor, doch dann viel ihr diese junge Frau von Kanal9 ins Auge. Sie stand mit ihrem Kameramann weit links. Sie hatte sie natürlich schon gestern genau beobachtet, als sie Castle ansprach. Energisch ging Kate auf sie zu, packte sie am Arm und sagte: „Sie kommen bitte mal mit!"
„Hey!" Protestierte die Frau, doch sie konnte sich gegen den eisernen Griff kaum zur Wehr setzen. Ihr Kameramann wollte dazwischen gehen, aber ein Kollege vereitelte das. Kate nickte ihm dankend zu und schleifte die Reporterin ins Revier. Als die Tür des Liftes aufging stieß Kate die Frau unsanft hinaus. „Das wird Sie teuer zustehen kommen! Ich bin Reporterin die in einem freien Land lebt! Ich kann tun was ich will!" Protestiert sie. Kate ließ sich davon nicht beeindrucken und dirigierte sie unter den verwunderten Blicken ihrer Kollegen zum nächsten Verhörraum. Die Tür stand offen, so das Kate sie hinein drückte.
„Setzen!" Befahl Kate mit kalter Stimme.
Die Frau wagte es nicht Wiederworte zu geben und setzte sich. Beckett stieß die Tür zu und die zwei Frauen waren alleine. Doch sie wusste das Kevin und Javier bereits hinter der Glasscheibe standen und sie beobachten. Kate ging langsam zu ihrem Platz, schob den Stuhl etwas vor und setzte sich.
„Sie haben kein Recht dazu!"
Versuchte sich die junge Frau ein weiteres mal aus dieser Lage zu befreien. Kate antworte darauf nicht, sie sah die Frau einfach nur an.
„Weswegen halten Sie mich hier fest?" Verlangte sie zu erfahren. „Für das Protokoll, nennen Sie mir bitte Ihren Namen, Ma´am." Bat Beckett ganz Formel. Sie schluckte.
„Ally. Ally Kowalski."
Kate lehnte sich in ihrem Stuhl zurück und starrte Ally an. Diese sah sich nervös um. Minuten vergingen, ohne das ein Wort gesprochen wurde. Ally verlor die nerven. „Verdammt! Was ist Ihr Problem?" Kate beugte sich wieder zu ihr vor.
„Wir wissend Bescheid." Erklärte die Polizistin. Ally stutzte. Kate klopfte an das undurchsichtige Glas. Es dauerte keine Minute, da ging die Tür auf. Esposito kam mit einer Akte rein und überreichte sie Kate. Er starrte Ally kurz an und ging wieder. Die Akte legte Kate vor sich hin und tippte mit ihrem Finger auf ihr herum. „Was wissen Sie?" Beckett lächelte. „Alles."
Ally rutschte nervös auf ihrem Stuhl herum. Sie wich dem stechenden Blick der Polizistin aus, doch letztlich gewann Kate.
„Okay, Sie haben recht! Ich habe Mr. Castle ein Mikrophon untergejubelt. So habe ich heraus bekommen wie der Name des Opfers war. Das Nachrichtengeschäft ist hart. Wenn man nicht weiß was quasi am nächsten Tag passiert, ist man raus. Und da er das Ding die ganze Zeit mit sich im Mantel herum trug haben wir auch ein Teil ihres Gespräches von gestern Abend mit bekommen..." Erklärte Ally kleinlaut und verschränkte ihre Arme.
„Wo ist der Empfänger?" Wollte Kate wissen. Ally zuckte ein Diktiergerät aus ihrer Jacke. „Es funktioniert aber nur, wenn man sich etwa einhundert Meter vom Sender entfernt befindet."
Beckett schaltete das Gerät ein und spulte etwas zurück. Dann drückte sie die Playtaste. Man konnte tatsächlich ein Teil des Gespräches von ihr und Castle hören, auch wenn es oft rauschte oder die Stimmen merkwürdig dumpf klangen. Kate genügte das. Sie entfernte den Speicher und gab Ally das Gerät zurück.
„Das können Sie nicht machen!" Protestierte die Reporterin. „Das oder eine Anzeige wegen Persönlichkeitsverletzung. Und da sie sogar teile einer laufenden NYPD Ermittlung aufgezeichnet und preis gegeben haben, könnte ich noch eine Anklage wegen Spionage drauf packen. Wie hätten Sie es also gerne?" Ally schluckte und gab klein bei. „Und jetzt gehen Sie. Ich will sie nicht mal in der Nähe von Castle oder mir sehen, verstanden?"
Ally erhob sich und starrte Beckett noch einmal trotzig an. Dann stampfte sie aus dem Raum. Kate betrachtete kurz den Speicher, dann brach sie ihn einmal in der Mitte durch. Esposito und Ryan kamen herein.
„Das funktioniert immer wieder." Schmunzelte Javier und nahm die leere Akte von Kate entgegen. „Dieser blöde Abhörkram kann heute an jeder Ecke legal erworben werden, ziemlich nervig wenn man darüber mal nachdenkt." Fügte Kevin an.
„Ja." Pflichtete Kate bei.

Nach dem „Vorfall" mit dieser Ally machte sich Kate auf zu ihrer Freundin Lanie. Die Pathologien hatte ihr eine Mail zu kommen lassen. Als Kate in die Pathologie kam, empfing sie der alt bekannte Geruch aus Desinfektionsmittel und Tod. Lanie sahs an ihrem Schreibtisch und schrieb gerade einen Bericht. „Hey." Grüßte Beckett. „Hey Süße."
Sie legte den Stift weg und erhob sich. „Schön das du so schnell gekommen bist." Kate lächelte. „Für dich bin ich doch immer da. Also, was hast du für mich?" Lanie ging zu einem kleinen Tisch hinüber. Dort stand ein kleines Glas das sie aufnahm und Kate hinhielt. „Das sind die Überreste aus der Leiche von Mike Meyers. Ich habe sie durch die Datenbank laufen lassen." Erklärte sie. „Und?" Lanie seufzte.
„Sie passen zu einer Uzi, die bereits vor zwei Jahren bei einem Raubüberfall benutzt wurde und auch bei anderen übergriffen. Der letzte Besitzer war ein Typ namens Omen." Kate runzelte die Stirn.
„Dieser Typ sitzt doch im Knast und die Waffen wurden eingezogen."
Die Pathologin nickte. „Ja, laut System wurde diese und rund Einhundert weitere Waffen vor sechs Monaten eingeschmolzen. Trotzdem habe ich aus dem armen Jungen zwei Kugeln gefischt, die etwas anderes behaupten."