Lufa, danke für die Reviews. Ich hoffe, dass Du Spaß beim Weiterlesen hast.
Autumnal Equinox
Hermine fragte sich, ob er überhaupt kommen würde, denn sie hatte das Festival im Sommer verpasst.
In den alten Büchern stand, dass manche Rituale stark genug waren um die Wirkung von Zaubertränken auszuschalten. Aber diese Bücher waren mehr als 300 Jahre alt und so hatte Hermine wirklich nicht damit gerechnet, schwanger zu werden. Aber sie war es.
Dabei war es eigentlich ganz logisch. Die Göttin hatte sie auserwählt und ihr ihre Macht aufgezeigt.
Anfang Mai war sie eine unschuldige junge Hexe, Ende Juni eine erblühte Frau, sich ihrer sexuellen Ausstrahlung bewusst und im Herbst schwanger mit einem Kind, das sie vor dem nächsten Belthahne zur Welt bringen würde.
Plötzlich fühlte sie sich alt und allein. Hätte sie doch Luna gefragt mitzukommen.
Aber Luna hatte im Frühling tatsächlich ihren Gefährten gefunden und war seit dem mit einem jungen Mann aus Südamerika zusammen. In Hermines Augen waren sie wirklich ein perfektes Paar. Er jagte und katalogisierte wilde Kreaturen und die beiden waren in tiefer Liebe miteinander verbunden. Auch deshalb kam das Festival für Luna nicht mehr in Frage.
So allein und in ihrem Zustand fühlte sie sich verletzlich. Niemand wusste von ihrer Schwangerschaft, aber es würde nicht mehr lange dauern und man würde ihren Bauch sehen.
In der Vorzeit sah man ein Kind, das während eines Rituals gezeugt wurde, als Segen. Aber das war lange vorbei und seit der Viktorianischen Zeit waren sexuell aktive, unverheiratete Hexen unerwünscht.
Selbst in der Gegenwart der Nach-Voldemort-Zeit war es nicht angenehm schwanger und unverheiratet zu sein. Und sie wusste nicht einmal wer der Vater war.
Sie nahm einen tiefen Atemzug und rieb ihren Bauch. Es spielte keine Rolle. Ihr Kind würde etwas Besonderes sein. Sie war nicht die erste und sie würde nicht die letzte sein, der so etwas passierte.
Sie beobachtete amüsiert wie das Feuer schließlich angezündet wurde, die Beschwörung ertönte und die Farben um sie herum entstanden. Sie sagte ihren eigenen Zauberspruch auf und fragte sich wie sie jetzt aussah.
Diesmal blieb sie auf dem Felsen sitzen und beobachtet ruhig die Menge.
Es war genug die Freude der anderen zu spüren, zu sehen wie der Mond aufging und auf das zu warten was kam.
Sie schloss die Augen. Er würde kommen.
Als sie ihre Augen öffnete und von ihrem Felsen aufstand, musste sie nicht lange suchen.
Da war er.
Ganz in schwarz, nur ein wenig Silber schimmerte auf seiner Kleidung.
Die Göttin in ihr erwachte, sie fühlte sich stark und voller Vorfreude.
Als er nur noch ein paar Meter von ihr entfernt war, lachte sie auf und lief ihm davon. Sie wusste, dass er ihr folgen würde.
Er sah sie davonlaufen und der Jagdinstinkt in ihm erwachte.
Sie lief über die Felder, durch den Wald und er folgte in Sichtdistanz. Wenn er gewollte hätte, wäre sie schon jetzt seine Beute.
Noch hatte sie die Kraft zum Laufen, noch spielte sie mit ihm. Aber bald würde sie ihm gehören.
Kurz darauf hörte sie seine Schritte, er kam näher. Sie hatte fast die Lichtung erreicht, da griff er nach ihr, küsste sie, hob sie hoch und trug sie davon.
Als er sein Ziel erreicht hatte, lies er sie herunter, entledigte sich seiner Kleidung und zog sie ebenfalls aus. Sie standen Haut an Haut und genossen das Gefühl wieder zusammen zu sein.
Sie fielen auf die Knie und küssten sich wie Ertrinkende.
Schließlich verlor er die Kontrolle über seine Handlungen, er nahm sich was sie ihm anbot. Ihre Körper verschmolzen als er in sie eindrang.
Sie hatte ihn dazu gebracht sich wie ein wildes Tier zu benehmen und freute sich über diese Macht. Zufrieden schlief sie ein.
Der Fremde nahm sie in den Arm und wiegte sie hin und her. Als sie erwachte, spürte sie wie seine Hand auf ihrem Bauch lag.
„Wenn Du es mir erlaubst, werde ich das Kind als meines anerkennen. Wie auch Dich."
Sie drückte sich noch enger an ihn und konnte ihre Tränen nicht zurückhalten.
„Woher weißt du es?"
"Deine Farben. Sie haben sich wieder verändert. Jetzt leuchtest Du Golden, aber in Dir drin gibt es einen kleinen leuchtend grünen Funken. Die Götter sind erfreut."
Er umarmte sie und seine Hand glitt langsam über ihren Körper.
"Außerdem sind deine Brüste größer. Ich hoffe, ich war nicht zu ungestüm."
"Nein", versicherte sie ihm. „Die Göttin hat dich für mich bestimmt und ich will Dich."
„Warte mit Deinem Versprechen bis zum Morgen. Vielleicht änderst Du dann Deine Meinung."
„Hast Du mich deshalb immer verlassen? Aus Angst, dass ich Dich zurückweise, wenn ich Dich erkenne?"
Er antwortete nicht.
„Bitte bleib bei mir."
Sie war so müde. Mehr als ihn zu bitten, konnte sie nun nicht mehr tun. Es war seine Entscheidung.
„Ich werde hier sein, Hermine."
Ihre Augen öffneten sich vor Überraschung, aber sie sagte nichts.
Sie schlief bis zum Morgengrauen und fühlte im Unterbewusstsein seine Blicke. Er beschützte sie.
Als sie aufwachte, hatte er seine Robe angelegt und saß neben ihr. Sie nahm seinen Arm und schob den Ärmel hoch.
Dort erwartete sie ein dunkles Tattoo und als sie es sah, seufzte sie erleichtert auf.
Erst dann setzte sie sich hin und schaute in sein Gesicht. Sie lächelte ihn an und seine Angst verschwand.
„Die Göttin hat ihren Gefährten gewählt", sagte sie.
„Der dunkle Gott hat seine Gemahlin gefunden", erwiderte er und vollendete damit das Ritual.
Als er sie in den Arm nahm, fühlte sie eine große Zufriedenheit. Severus Snape hatte sie gewählt und erlaubt, dass sie sich an ihn band.
Sicher, sie musste über viele Dinge reden, aber alles zu seiner Zeit.
In der Vergangenheit hatte er getötet, wenn es notwendig war und sie wusste, dass er es wieder tun würde um sie und sein Kind zu schützen.
Sie konnte das akzeptieren. Sie kannte den ganzen Menschen Severus Snape und verurteilte ihn nicht wie es Lily getan hatte.
Hermine war nicht dumm, sie wusste, dass Severus nun ihr gehörte. Das war eine große Verantwortung, die sie nicht missbrauchen würde. Aber sie wusste, dass er sie genauso leicht zerstören konnte, wenn sie ihn verletzte.
Sie lächelte. Das würde ihnen hoffentlich nie passieren.
Yule
Sie heirateten in der Yule-Zeit. Die magische Presse sprach von einer überraschenden Affäre. Als das Wort Mondmagie fiel, lachten die Jungen und die Älteren sahen sich wissend an.
Das Paar wurde in einer würdigen Zeremonie getraut und das anschließende Fest bot Gesprächsstoff für viele Wochen.
Als die Frischvermählten die Feier verließen, folgten ihnen zahlreichen Blicke. Man wusste wohin der Weg sie führen würde.
In dieser Nacht hatten sie ihr eigenes Feuer entzündet und dort standen sie nun unter dem Vollmond.
Ein Zauberer, eine Hexe.
Er war schwarz, die pure Dunkelheit. Sie war weiß, rein wie Schnee.
Und sie gingen in einander auf.
Ende
Vielen Dank an Aurette, von der die Geschichte stammt. Sie hat sich auch die Rituale und der Zauber erfunden. Jede Ähnlichkeit mit bestehenden heidnischen Ritualen sind Zufall und nicht als Anleitung gedacht.
