Titel: Maggie
Teil: 6?
Autor: Neko (Ne-chan)
E-mail: Harry Potter
Raiting: PG-14
Warnung: darkfic, OOC
Pairing: Ron x Severus
Disclaimer: Alles nicht meins, alles J.K. Rowling. Geld bekomm ich auch nicht! sich das Ganze noch mal überleg Mist --
Maggie„Ron, es zu ignorieren macht es nicht besser!" Wie eine Furie wandte sich Ron ihm wieder zu. „WAS WEIßT DU SCHON? DU WARST NICHT DABEI!" Severus atmete tief durch. Er musste jetzt ruhig bleiben und einen kühlen Kopf bewahren. „Nein, ich war nicht dabei. Erkläre es mir!"
Ron starrte ihn nur an. „Du willst, dass ich dir mein Leben erkläre? Hier im Treppenhaus? Einfach so, wobei ich Jahre gebraucht habe, überhaupt etwas zu erzählen? Für wen hältst du dich?" Für wen hielt diese schwarzhaarige Fledermaus sich? Er hatte gekämpft! Er hatte um jedes Jahr, um jeden Monat, um jede Woche, um jeden Tag, sogar um jede Stunde, Minute und Sekunde gekämpft!
Severus blieb still stehen und sagte nichts. Ehrlich gesagt, wusste er nicht, was er hätte sagen sollen. Was sagte man in so einer Situation? Weasley war vollkommen aufgelöst und aufgekratzt. Alles, was er jetzt sagen würde, würde es noch schlimmer machen. Schweigend beobachtete er, wie sich der Rotschopf die Haare raufte und dann auf die Treppenstufen sank. Severus stieg einige Stufen hinunter zu Ron und ließ sich dann elegant ebenfalls auf der Treppe nieder. „Was ist damals passiert, Ron?" Fahrig fuhr sich der Rotschopf mit dem Ärmel über die Augen, dann ließ er seinen Kopf an die Steinwand hinter sich sinken.
„Es war eigentlich gar kein besonderer Tag.", begann er mit leiser Stimme zu erzählen. „Nein, tatsächlich war es ein typischer Herbsttag. Die Blätter an den Bäumen waren gerade in den schönsten Rotschattierungen angelangt und bildeten einen blutroten Teppich vor unserer Haustür und im Garten. Ich weiß noch genau, wie ich mit Mum draußen besonders schöne Blätter zum Trocknen gesammelt hatte. Du weißt schon, man legt sie in ein dickes Buch und nach ein paar Wochen sind sie ganz dünn und etwas brüchig, wenn man nicht aufpasst. Früher haben wir das oft gemacht. Mum fand das eigentlich fürchterlich. Sie findet manchmal heute noch irgendwo Blätter in den alten schweren Büchern, die wir damals zum Trocknen verwendet haben. Sie schimpft dann immer und meckert, dabei war sie immer die erste, die die Blätter aufgesammelt hatte."
Wehmütig lächelte Ron. Ja, diese Kleinigkeiten liebte er an seiner Familie.
„An diesem Tag haben wir wunderschöne Blätter gesammelt. Sie waren so tief rot. Wie Blut. Wir hatten sie gerade alle in die Bücher verstaut, da kam mein Dad überraschenderweise durch die Haustür spaziert. Ich glaube, das Eulensystem war an dem Tag zusammengebrochen und so wurden alle Mitarbeiter nach Hause geschickt. Für mich war es, als ob Weihnachten und Merlins Geburtstag auf denselben Tag gefallen wären. Es war selten, dass mein Vater am Tag zu Hause war. Sonst ging er immer früh und kam erst spät am Abend. Umso aufregender war es, als er meinte, dass er uns alle in die Winkelgasse mitnehmen würde!
Die Winkelgasse! Ich war damals erst ein einziges Mal in der Winkelgasse gewesen und das war das Aufregendste, was ich je erlebt hatte! Die vielen Farben, die Geräusche und Gerüche! Ich glaubte damals, die Winkelgasse wäre der schönste Ort auf der ganzen Welt! Nur, weil mir dort eine alte Hexe eine Zuckerstange geschenkt hatte.
Doch leider hatte meine Mutter etwas dagegen, mich mitzunehmen. Wie sollte sie denn auf 8 Kinder aufpassen? Ginny war noch so klein. Sie musste immer bei meiner Mutter auf den Arm, wenn sie in große Menschenmassen gingen. Ich war aber gar nicht gerne auf dem Arm von meinen Eltern. Wie sollte ich denn da was erleben? Außerdem gingen meine Brüder auch alle allein in der Gegend herum. Wieso sollte ich also was anderes machen? Aber Mum war total dagegen.
Da meldete sich auf einmal Maggie zu Wort. Sie wollte nicht in die Winkelgasse. Wieso sollte sie sich mit ihrer übergroßen Familie in eine Einkaufspassage drängen, wenn sie sowieso nichts kaufen konnten? Sie wollte im Fuchsbau bleiben und sie würde auf mich aufpassen, damit ich keine Schwierigkeiten in der Winkelgasse machen könne.
Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber mit Maggie alleine im Fuchsbau zu bleiben, hat mir damals noch mehr Freude bereitet, als der Gedanke, in die Winkelgasse zu gehen. Sie war mein absoluter Liebling! Sie brachte mir Schach und lesen bei, las mir jeden Tag aus den Werken von Goethe vor und erzählte mir von Horgwarts. Ja, besonders von Goethe und Horgwarts erzählte sie mir viel."
Scheu hob Ron seinen Blick und wurde etwas rot.
„Na ja, eigentlich hörte ich von Horgwarts immer nur dasselbe.
Horgwarts ist nichts weiter, als eine Ansammlung alter Zauberer und Hexen, die glauben, das Wissen mit den Löffeln gefressen zu haben. Keiner von diesen Dummschwätzern hat eine Ahnung von dem, was sie da machen. Keiner, außer einer!"
Wieder warf Ron einen schüchternen Blick in Severus Richtung. „Weißt du, sie gab mir übernatürlich viele Verhaltensregeln mit auf den Weg. Ich war erst vier, aber ich wusste schon alles über die Lehrer, das Gebäude, geheimen Passagen. Und ich wusste genauestens darüber bescheid, wie ihr aussaht, wie ihr sprecht, was für Behauptungen ihr im Unterricht aufgestellt hattet und wie ich am leichtesten durch den Unterricht kommen würde, falls ich jemals auf Horgwarts als Schüler aufgenommen würde. Besonders aber gab sie mir Beschreibungen von dir.
Der einzige Lehrer, der Ahnung hat, ist Professor Snape. Damit du durch seinen Unterricht kommst, wirst du dich besonders anstrengen, verstanden Ron?
Das sagte sie jedes Mal zu mir, bevor sie mich alle Verhaltensregeln aufsagen ließ, die sie mir damals beigebracht hatte. Das waren solche Weisheiten, wie:
Sprich nur, wenn du gefragt wirst
Stell dein Wissen nicht so sehr zur Schau
Sei immer respektvoll und höflich
Was immer Professor Snape sagt, ist richtig.
Fang nie Diskussionen an
Widersprich niemals
Und so weiter. Es gab so viele von ihnen, dass es ein Wunder war, dass ich sie mir alle hatte merken können.
An diesem Tag jedoch fragte sie mich nicht ab. Sie fragte nur, ob ich mich an alles erinnern könne und ob ich alles verstanden hätte. Der Rest unserer Familie war schon eine Weile aus dem Haus und ich hatte gehofft, sie würde wieder das Spiel mit mir spielen. Denn so nannte sie diese Lehrstunden immer. Unser geheimes Spiel. Doch sie spielte nicht. Nein, stattdessen sagte sie mir, sie wolle nicht mehr nach Horgwarts zurückkehren. Das habe ich nicht verstanden! Ich dachte immer, ihr gefiel es in Horgwarts, auch wenn sie meist darüber geschimpft hatte. Ich fragte sie nach dem Grund, aber ihre Antwort war seltsam gleichgültig.
Dann zog sie ihren Zauberstab und richtete ihn auf mich. Ich weiß nicht mehr, was sie sagte. Aber ich hatte Angst! Ich wusste, dass man mit Zauberstäben nicht einfach auf irgendjemanden zeigen sollte. Mum hatte schon oft deswegen mit meinen Brüdern geschimpft. Wenn Mum etwas verbietet, hieß das für mich, dass es etwas Böses oder Gefährliches war. Somit hatte ich instinktiv Angst davor.
Aber es passierte nichts. Nein, es passierte erst etwas, als sie ihn auf sich selbst richtete. Ich war so verwirrt. Alles verwirrte mich! Sie zitierte noch eine Strophe… eine Strophe aus dem Erlkönig, aber ich kann mich nicht mehr erinnern, welche. Dann murmelte sie irgendein Wort, das ich nicht verstand und dann… dann rührte sie sich nicht mehr. Sie fiel wie eine Puppe zu Boden. So, als ob der Puppenspieler die Fäden durchgeschnitten hätte und dann war da nichts mehr. Nichts mehr.
Die Zeit danach war so verschwommen und unwirklich. Ich kann mich nur manchmal an Fetzen erinnern. Wie Gedankenreste, die noch nicht fortgespült worden sind. Manchmal kommen sie in meinen Kopf geflossen, als ob ein Damm geöffnet wurde. An anderen Tagen weiß ich nicht mal mehr, warum ich so viel vergessen habe. Irgendwie… irgendwie muss ich eine Zeit lang auch vergessen haben, wie man spricht. Mum hat mir erzählt, das ich fast drei Jahre keinen Ton von mir gab. Ich konnte mir das gar nicht vorstellen. Denn seit ich 10 geworden war, ging es mir schlagartig besser. Meine Tage waren nicht mehr dieses träumerische driften, sondern… sondern wieder Stunden! Stunden, an die ich mich erinnern konnte! Die wieder Sinn machten."
Erschöpft schloss Ron die Augen. Diese Geschichte strengte ihn immer noch an. Alles strengte ihn noch an. Aber er war so glücklich, als er hörte, dass er nach Horgwarts durfte, dass es ihm alles egal war! Er hatte so sehr hierhin gewollt! Und jetzt wollte sie ihm das alles wieder wegnehmen! Einfach so! Zittrig holte er Luft. Es tat weh!
Severus stand von der unbequemen Treppe auf und stieg langsam und ruhig die letzten paar Stufen zu Ron nach unten. Er hatte von Albus kurzen Andeutungen nur wage Bilder von dem gehabt, was sich vielleicht abgespielt haben könnte. Es jetzt so genau erzählt zu bekommen war bedrückend und machte ihm das Herz schwer. Man hatte Ron nie angesehen, was er alles hatte durchmachen müssen. Ohne diese ganze Sache wäre Severus nie darauf gekommen, dass der Rotschopf auch anders sein könnte, als ein ganz normaler fröhlicher Teenager!
Doch nun wusste er es besser! 5 Jahre zu spät, aber jetzt wusste er es! Severus hockte sich neben den Jungen und strich ihm die roten Fransen aus dem Gesicht. Überraschte große grüne Augen blickten ihn an.
„Ron, ehrlich gesagt bin ich etwas getroffen. Ich dachte immer, ich könnte die Menschen gut einschätzen, aber bei dir lag ich 5 Jahre total daneben. Tatsächlich brachte ich lange Zeit den Namen Margarete nicht mit dem Nachnamen Weasley in Verbindung. Und jetzt haben wir den Salat…" Spielerisch zerzauste er etwas die roten Locken und lächelte etwas. „Aber ich glaube, wir kriegen das hin, hörst du? Aber dafür müssen wir jetzt alles zerpflücken, alles was du gerade erzählt hast. Was meinst du? Wird sich Maggie bald wieder melden oder haben wir noch etwas Zeit?"
Über Rons Wange kullerte eine große Träne. „Ich weiß es nicht. Sie kommt meistens ganz plötzlich. Aber jetzt ist es fast so, als wäre sie gar nicht da. Als wäre alles nur ein böser Traum gewesen."
„Es war keiner! Aber da wir nicht wissen, wann wir wieder diese Gelegenheit bekommen… Denken wir mal nach! Du sagtest, sie hätte den Zauberstab erst auf dich gerichtet und dann auf sich selbst. Es klingt zwar komisch, aber das gibt mir Hoffnung!"
Ron wischte sich die Träne von der Wange. „Wieso?"
„Ich dachte erst, du wärst besessen. Das wäre wirklich kompliziert geworden. Austreibungen sind schwierig und gefährlich! Selbst der Tot ist bei solchen Sachen möglich, deshalb bin beruhigt, dass wir uns darum nicht mehr kümmern müssen, denn deine Erzählungen weisen eher auf einen Zauber hin. Und wenn es ein Zauber ist, muss er irgendwo in einem Buch stehen. Sie war schließlich noch Schülerin! Wir werden also jetzt erstmal die Bibliothek auf den Kopf stellen, ok?"
Ron lächelte und nickte. „Ok. Und Severus, danke! Danke!"
Severus hielt Ron die Hand hin. „So, und jetzt auf in den Krankenflügel."
Tbc
Mein kleiner Extra-Kommentar:
Hallo! Ich weiß, jetzt werden mich erstmal alle verfluchen, weil ich mir sooooo viel Zeit genommen habe und es tut mir auch leid, aber besser spät als nie! Ich hoffe, es gefällt! Bin schon ganz aufgeregt auf viele schöne Kommentare!
Aya Shiroi: Hm, Romantiker? Die einzigen Bücher in der Richtung sind die Bücher von Jane Austen, die gelesen habe. Aber das war erst kürzlich, also kurz vor diesem Kapitel. Hehe, ich muss dich wohl gerade schocken, aber ich lese Science Fiction und Fantasy! Bin eigentlich nicht so romantisch veranlagt. ; )
Abhaya: Seltsam, dass alle das Pairing so außergewöhnlich finden. Ich glaube, da muss ich noch viel mehr schreiben, um es ein wenig populärer zu machen. Und hartnäckig ist Maggie auf jeden Fall! (Sonst wäre die Geschichte ja schon viel zu schnell zu Ende… ; ))
Also bis zum nächsten Mal!
Eure Ne-chan
