Titel: Maggie

Teil: 8/?

Autor: Neko (Ne-chan)

E-mail: Harry Potter

Raiting: PG-14

Warnung: darkfic, OOC

Pairing: Ron x Severus

Disclaimer: Alles nicht meins, alles J.K. Rowling. Geld bekomm ich auch nicht! sich das Ganze noch mal überleg Mist --

Maggie

Gott gab uns Zeit, von Eile hat er nichts gesagt!

Severus fluchte lauthals, als er das wahrscheinlich hundertste Buch zur Seite legte. Madam Pince hatte ihm die Liste der ausgeliehenen Bücher von Maggie gegeben. Zum Glück bewahrte diese Frau solche Dinge ewig auf. Mit Schrecken hatte er sogar noch aus seiner Schulzeit seine Ausleihliste entdeckt. 20 Jahre hatte die Bibliothekarin scheinbar immer noch nicht davon überzeugt, dass er alle Bücher pünktlich und unbeschadet wiedergebracht hatte.

Maggies Liste war jedoch eine wahre Ansammlung von Werken über dunkle Magie. Dieses Mädchen hatte mehr gelesen, als man annehmen sollte. Es waren sogar Bücher aus dem 7. Schuljahr dabei und jedes 2. war aus der Verbotenen Sektion. Wenn man nachforschte, wer ihr die Genehmigungen für diese Bücher erteilte hatte, ging es durch das ganze Lehrerkollegium der Schule. Selbst er hatte damals einige dieser roten Zettel unterschrieben, obwohl er eigentlich so was bis aufs Äußerste vermied. Das Schüler mit solch gefährlichem Wissen herum liefen wollte er nicht riskieren. Aber Maggie hatte es tatsächlich geschafft, ihm diese Zettel unterzuschieben.

Wenn er nur wüsste, wonach er suchen sollte! Er konnte schlecht jedes dieser Bücher durchlesen, um auf den richtigen Zauber zu stoßen. Außerdem bestand immer noch die Möglichkeit, dass Maggie das Buch niemals ausgeliehen hatte, sondern es hier in der Bibliothek gelesen hatte. Oder sie hatte es gar nicht aus der Bibliothek!

Verzweiflung breitete sich langsam in ihm aus. Er wusste langsam nicht mehr weiter und sie hatten einfach keine Zeit! Müde vergrub er sein Gesicht in seine Hände. Wie sollte er in 2 Tagen den Zauber UND Gegenzauber finden?

„Professor?"


Percy hatte es endlich geschafft, Madam Pomfrey davon zu überzeugen, dass er wieder in Ordnung war und ohne Gefahren den Krankenflügel wieder verlassen konnte. Seine Stimme war zwar noch etwas kratzig und heiser, aber er hatte keine Schmerzen mehr und das reichte ihm schon.

Ron hatte sich seit seinem letzten Zusammenbruch nicht mehr gerührt und das machte Percy viel mehr Sorgen, als alles andere. Hätte Professor Snape nichts über das Erscheinungsbild seines Bruders gesagt, wäre es Percy vielleicht gar nicht so sehr aufgefallen, dass Ron sich so stark verändert hatte. Wahrscheinlich hätte er es auf den Stress geschoben, den sein kleiner Bruder ja jetzt gezwungenermaßen ausgesetzt war. Doch nun überzog ihn immer ein Schauer, wenn er die Hand von Ron in seine nahm. 2 Tage… höchstens 3! Wie sollten sie es in so kurzer Zeit nur schaffen, eine Heilung für ihn zu finden?

Nach einer Stunde hielt es Percy einfach nicht mehr aus, untätig an der Seite seines Bruders zu sitzen. Er musste etwas tun! Leise erhob er sich und streckte sich. Es war mitten in der Nacht, aber er wusste, dass Snape sicher noch in der Bibliothek die Bücher wälzen würde. Vielleicht konnte er helfen und dem ganzen einen kleinen Stoß in die richtige Richtung geben, auch wenn er keine Ahnung hatte, wie er das tun sollte. Aber alles war besser, als hier herum zu sitzen.

Der Weg durch die stillen und verlassenen Gänge Horgwarts zur Bibliothek zogen sich wie Kaugummi und Percy versank immer mehr in düstere Szenarien, die passieren könnten, wenn sie wirklich keinen Gegenfluch gegen Maggie finden könnten. Bei Merlin, wie hatte es nur zu so einem Fiasko kommen können?

Maggie war immer schon die Stillste in der Familie gewesen, hatte stets in ihrer eigenen Welt gelebt, aus der man sie nur schwer reißen hatte können. Er hatte ihr damals Schach beigebracht und hatte ihr auch das Gedichtsband geschenkt, wo dieser Muggeldichter Goethe mit einigen Gedichten wie den Erlkönig vertreten gewesen war. Dass sie danach so besessen von ihm war, hatte er eigentlich als positiv angesehen. Es hatte sie etwas näher an die Realität gebracht und sie fing zur der Zeit auch an, sich mehr mit Ron zu beschäftigen, der davor niemals ihr Interesse entfacht hatte. In Horgwarts hatte er immer einen Blick auf sie gehabt, aber ihm war nie etwas aufgefallen. Ja, gut. Sie war sehr von Snape eingenommen gewesen. Aber er hielt es nur für eine kleine Schwärmerei, die schnell wieder verfliegen würde, wenn sie ihn nur etwas besser kennen würde. Schließlich war Snapes Charakter sehr ernüchternd und hatte viele junge Mädchen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht. Aber Maggie schien genau das so anziehend zu finden.

Und auch Ron schien langsam mehr als nur Respekt für den schwarz gewandeten Mann zu empfinden. Wie sollte diese ganze Geschichte nur enden?

Als er nach einer kleinen Ewigkeit endlich die schwach erleuchtenden Hallen der Bibliothek erreichte, seufzte er erleichtert auf. Endlich würde er etwas tun können! Er folgte der Lichtquelle zu dem größten Tisch zwischen den riesigen Bücherregalen und fand dort auch Snape, das Gesicht in den Händen vergraben. Der Tisch war mit Büchern überseht und ließ das Herz des Weasleys sich zusammenziehen. Das sah nicht gut aus.

„Professor?" Der Zaubertränkemeister zuckte erschrocken zusammen und drehte sich dann zu ihm um. „Mr. Weasley? Was führt sie hierher?" Sorge war über das müde Gesicht gehuscht und Percy unterdrückte sich ein kleines Lächeln. Niemals hätte er gedacht, dass sich der Lehrer so viel Sorgen über einen Gryffindor machen würde. Schon gar nicht über Ron. Vielleicht wäre der Professor doch nicht die schlechteste Wahl, die sein kleiner Bruder treffen könnte.

„Ich wollte nur fragen, ob Sie meine Hilfe gebrauchen könnten. Das Herumsitzen macht mich einfach wahnsinnig!" Snape nickte nur verstehend, dann lehnte er sich erschöpft in seinem Stuhl zurück. „Leider sieht es so aus, als ob Ihre Schwester die halbe Bibliothek gelesen hätte und solange wir nicht wissen, wonach wir suchen sollen, ist diese Aufgabe fast schon unmöglich zu bewältigen. Nun, ich habe versucht, die unwahrscheinlichsten Bücher schon auszugrenzen. Das heißt, alle Schulbücher bis zum 5. Schuljahr, da solche Themen den jüngeren Schülern ganz sicher nicht vermittelt werden. Dann habe ich auch Zaubertränkebücher aussortiert. Bei einer solchen Aktion hätte Maggie 1) einen sehr komplizierten Trank brauen müssen und 2) hätte Ron ihn kurz vor dem Zauber einnehmen müssen. Er hatte aber nichts von einem Trank erzählt und seine Erinnerungen an diesen Tag waren sehr detailliert. So etwas hätte er nicht vergessen. Außerdem spricht der Gebrauch des Zauberstabs gegen einen Zaubertrank. Zaubertränke und Zauber wie Flüche usw. vertragen sich in den seltensten Fällen und ich glaube nicht, dass sie es geschafft hätte.

Verwandlungen…" Snape seufzte gequält auf. „Ich war nie wirklich sehr gut in Verwandlungen, aber ich glaube nicht, dass sie etwas aus dieser Sparte der Zauberei verwendet hat. Es gab keine Veränderungen in der Gestalt, außer jetzt als Folge dieses Fluchs. Also Verwandlungen würde ich auch herausnehmen.

Automatisch fallen auch die Bücher über Pflanzenkunde weg, denn es wurden keine benutzt. Also müsste das Geheimnis in den Büchern über Zauberei und Dunkle Magie stecken. Und leider muss ich sagen, dass sie fast nur Bücher über diese Themen ausgeliehen hat, soweit es jedenfalls ging. Wer weiß, was sie hier noch gelesen hat, ohne es mitzunehmen. Sie verstehen jetzt mein Dilemma, Mr. Weasley?"

Percy nickte nur und ließ sich schwer auf den Stuhl neben sich fallen. „Wir haben also keine Hoffnung, etwas in der uns verbleibenden Zeit zu finden."


Severus schloss nur die Augen und dachte nach. Er war noch nicht bereit aufzugeben, aber ihm gingen langsam die Ideen aus! Und der junge Percy Weasley hob nicht gerade seine Stimmung. Doch dann traf es ihn wie ein Blitzschlag. Percy! Natürlich! Er hatte den Weasley doch noch etwas fragen wollen!

„Warum hat er… ich meine sie Sie angegriffen, Mr. Weasley? Was hatten sie Ron zugeflüstert?"

Percy fuhr mit einer Hand fahrig durch die roten Locken und blinzelte überrascht. „Nichts besonderes, wirklich. Ich habe nur den Erlkönig aufgesagt. Ich dachte, es würde beide etwas beruhigen, da sie es ja beide sehr gern hatten. Ich hatte mich wohl geirrt." Hilflos zuckte er mit den Schultern. „Es war einen Versuch wert. Jedenfalls dachte ich das, bevor sie versucht hat, mich zu erwürgen."

Nachdenklich krauste Severus die Stirn. Der Erlkönig. Es war immer wieder der Erlkönig! Aber als Ron das Gedicht auf dem Astronomieturm vor sich hingemurmelt hatte, schien Maggie damit keine Probleme zu haben. Was hatte sie nun so an Percy gestört?

„Wann hatte sie versucht, Sie zum Schweigen zu bringen? An welcher Stelle des Gedichts?" Er war sich nicht sicher, warum er das wissen wollte, aber Ron kam nie bis zum Schluss. Er hatte sich nicht erinnern können. Sollte sich jemand, der dieses Gedicht über Jahre gehört hatte, nicht an den Schluss erinnern?

Gespannt beobachtete er, wie Percy angestrengt über seine Frage nachdachte und dann so unschuldig und ahnungslos seine Antwort in den Raum stellte, dass es Severus wie einen Hammerschlag niederstreckte.

„Die Letzte. Ich war bei der letzten Strophe."


Percy zuckte erschrocken zurück, als der dunkle Mann vor ihm auf einmal aufsprang und „Ha" schrie. Verblüfft sah er der sonst so griesgrämigen Gestalt zu, wie sie zum Leben erwachte und wich den schweren Wälzern aus, die wild in seine Richtung flogen, als der Professor sich wie ein Wahnsinniger durch die auftürmenden Bücherberge kramte.

„Professor? Was haben Sie?"

Doch Snape hörte nicht auf ihn, sondern zog gerade heftig an einem besonders schweren Exemplar, das unter einem besonders hohen Stapel festzuklemmen schien und brachte dadurch alles gefährlich ins Schwanken! Dies schien den Meister der Zaubertränke jedoch nicht im Geringsten zu Interessieren. Wie ein Wilder zog und zerrte er an dem Buch, bis er es tatsächlich frei bekam. Triumphierend hielt er das gewünschte Buch in seinen Händen und lachte laut auf.

Percy trat unsicher einen Schritt zurück. Dieses Schauspiel war jetzt einfach nur noch unheimlich und er hoffte, nicht auch noch Snape an seine verrückte Schwester verloren zu haben! Wer wusste schon genau, was dieses kleine Biest mit den Menschen in ihrer Umgebung anstellte! Snape war jedenfalls derjenige, der wohl am meisten Zeit in Rons Nähe verbracht hatte.

Als Snape mit langen Schritten auf ihn zukam, stolperte Percy so weit zurück, bis er ein Regal im Rücken hatte. „Professor? Was… was ist mit Ihnen?" Wortlos wurde ihm das schwer erkämpfte Buch unter die Nase gehalten und zwei schwarze Augen bohrten sich voller Erwartungen in seine blauen. Langsam senkte er seinen Blick auf das schwarz eingebundene Buch und las den Titel:

Die Kunst des Körpertauschs und die Geheimnisse der Interaktion in einem (fremden) Körper

Percys Augen weiteten sich, dann blickte er wieder zu dem Zaubertränkemeister. Konnte es möglich sein? War dies das große Geheimnis? Hatte Maggie eine abnormale Form des Körpertauschs vollzogen?


Severus konnte nicht glauben, dass er nicht schon früher daran gedacht hatte! Aber die abstrakte Idee eines Körpertauschs war ihm nie in den Sinn gekommen. Der Grund dafür war einfach: Maggie hatte ihren Körper aufgegeben, nicht getauscht! Aber vielleicht gab es Abwandlungen und Kleinigkeiten, die man nur bei genauem Hinsehen entdeckte. Das er überhaupt auf dieses Buch gekommen war, war reines Glück! Er hatte sich an einen Körpertauschzauber erinnern können, in dem man einen eigenen Textvers mit einbauen musste. Textbaustein, der Auslöser des Körpertauschs wurde. Jetzt musste er nur noch eine Variation des Zaubers finden, die nicht den Tausch sondern das Teilen eines Körpers beinhaltete. Also die Interaktion in einem Körper!

Severus ließ sich schwer auf einen der unbequemen Holzstühle fallen und schlug das Buch auf. Percy zog sich ebenfalls einen Stuhl heran und guckte ihm über die Schulter. Mit zittrigen Finger fuhr er das Inhaltsverzeichnis entlang und blieb dann abrupt bei dem Stichwort „Veränderte Zauber – Zauber, die in der Vergangenheit angewandt wurden" zum stehen. Hastig wurde die angegebene Seite aufgeschlagen und sofort begannen beide Zauberer zu lesen.

Nach einigen Minuten hörte er Percy zischend einatmen und folgte seinem starren Blick zu einem kleinen Absatz am Ende der Seite über die Teilung von Geist und Seele (auch Okklumentik und Legilimency genannt).

Die Teilung von Geist und Körper

Vor ca. 200 Jahren, zur Zeit der heftigen Blutkämpfe vieler Reinblütiger Familien (siehe auch die Geschichte der größten Zaubererfamilen), gab es einen Fluch, der als brutalste Waffe der damaligen Zeit angesehen wurde (ausgenommen sind die Unverzeihlichen Flüche).

Ziel dieses Fluches war es, den Körper und den Geist des Feindes einzunehmen und ihn langsam unter seine Kontrolle zu zwingen. Die Magie des Opfers brauchte sich bei diesen Machtkämpfen sehr schnell auf und ließ nur noch eine ausgemergelte Hülle zurück. Der Angreifer konnte danach einfach wieder in seinen Körper zurückspringen und ohne Einschränkungen wieder über seinen eigenen Körper verfügen. Jedoch gab es auch die Variante, den fremden Körper am Leben zu erhalten und so – zwar unter größerer Anstrengung – mit einer neuen Identität durch die Magierwelt zu wandeln.

Diese Möglichkeit gebrauchten besonders diejenigen, wo der eigene Körper selbst unter Umständen zu Tode gekommen war.

Der Zauber selbst ist nicht sehr kompliziert, da er auch unter schwierigsten Umständen noch Vollziehbar sein musste. Die Besonderheit des Zaubers liegt darin, dass ein eigener Textbaustein in die Magie mit eingewoben werden muss. Dieser Textbaustein dient als Schlüssel, um von seinem Körper in den Fremdkörper zu schlüpfen und diesen Vorgang wieder umzukehren. Diese Texte sollten nur dem ausführenden Zauberer bekannt sein, denn das Wissen über den Text gibt auch dem Opfer die Macht, den Zauber zu lösen.

Sollte der Zauber gelöst werden, obwohl der Körper des ausführenden Zauberers nicht mehr existiert, führt das zum sofortigen Tot des Magiers.

Da dieser Zauber als unmenschlich und überaus gefährlich für Opfer und Ausführer angesehen wird, wurde er unter schwere Strafe gestellt. Jedoch wurden schon seit über 100 Jahren keine Fälle des Missbrauchs dieses Zaubers mehr gemeldet.

Severus lachte leise, als er ans Ende dieses Absatzes kam und bald stimmte auch Percy mit ein. Sie hatten endlich eine Lösung gefunden!

Tbc

Mein kleiner Extra-Kommentar:

ÜBERRASCHUNG! So schnell habt ihr doch sicher nicht mit einem neuen Kapitel gerechnet, oder?! Puh, war diesmal mit vielen Erklärungen verbunden, aber das nächste Kapitel wird sicher etwas spannender! Denn ich habe vor, das nächste Kapitel zum letzten Kapitel zu machen!! (Ob mir das gelingt, ist noch eine ganz andere Frage, aber der Wille ist da! )

Ich danke allen für ihre Reviews! Das die letzte Strophe vom Erlkönig etwas mit der ganzen Geschichte zu tun hat, war ja sicher nicht mehr so schwer zu erraten!

Ich freue mich aber sehr über jede weitere Meinungsäußerung!!!!!

Liebste Grüße

Eure Ne-chan!!