Hey, Leute! Es tut mir furchtbar leid wegen der Verspätung, ich hatte kein Internet. Vielen, vielen Dank für die Reviews! :) (Und sorry, ich seh gerade, der Teil ist ziemlich kurz...)

Wulfbrain: Schön, dass dir das Kapitel gefällt. Und freut mich auch, dass dir das Quidditch-Spiel gefallen hat, so was finde ich nämlich immer ziemlich schwer zu schreiben...

Jen: Schön, dass du immer noch dabei bist und dass dir die Geschichte nach wie vor gefällt.. :) 'türlich gibt's 'ne persönlich Antwort, schließlich freu ich mich über die Reviews, dann dürft ihr euch über die Antworten freuen. ;)

Hehe, ja, ich dachte, der Unbrechbare Schwur sorgt für die nötige Motivation... ;)


DISCLAIMER: WELT UND PERSONEN GEHÖREN J. K. ROWLING.


Der Diener des dunklen Lords (1/2)

Sirius fühlte sich zerschlagen, als wäre ein Hippogreif über ihn hinweg getrampelt. Er schlug die Augen auf und versuchte vorsichtig, sich zu bewegen.

„Er ist wach!", rief jemand und im nächsten Augenblick beugten sich sieben Köpfe über ihn.

„Wer ist wach?", fragte er verwirrt und wollte sich aufsetzen. Remus lächelte.

„Du. Aber bleib besser liegen, du hast ganz schön was abgekriegt."

„Ich bin im Krankenflügel", stellte Sirius nicht sehr intelligent fest. Dann fiel ihm plötzlich wieder alles ein.

„Was ist passiert? Wie ist das Spiel ausgegangen?" Er sah sich um. „Und wo ist James?"

„Wilkes hat dir mit einem Treiberschläger eins über den Schädel gegeben", erklärte Marlene. Sie sah blass aus.

„Ich hätte wirklich nie gedacht, dass..." Sie schüttelte den Kopf und fuhr fort: „Du bist abgestürzt. Potter ist dir im Sturzflug hinterher geflogen und hat das Schlimmste verhindert."

„Und als das Spiel vorbei war, hat er Wilkes so übel verhext, dass er bewusstlos in den Krankenflügel gebracht worden ist", ergänzte Remus.

„Ja", schnaubte Marlene, „wenigstens hatte er den Anstand damit zu warten, bis das Spiel vorbei war. Eigentlich wollte er Wilkes nämlich an Ort und Stelle mit deinem Schläger verprügeln."

„Prof. McGonagall hat ihn bestimmt zehn Minuten lang angebrüllt und ihm verboten, in den Krankenflügel zu gehen", erzählte Remus. „Vermutlich hat sie Angst, dass er Wilkes den Rest gibt."

Sirius fuhr auf.

„Wilkes ist immer noch hier? Wo? Dieser hinterlistige Bastard, ich bring ihn um!"

„Ich fürchte, das kann ich nicht zulassen. Legen Sie sich wieder hin, Black."

Madam Pomfrey war an sein Bett getreten und fühlte seinen Puls. Sirius riss unwillig die Hand weg.

„Mir geht es gut!"

„Ja, das hört man", kommentierte die Krankenschwester missbilligend. „Ich behalte Sie trotzdem vorsichtshalber über Nacht hier."

„Was?", entfuhr es Sirius. „Ich will nicht hier hier bleiben!"

„Sie bleiben hier!", wiederholte Madam Pomfrey nachdrücklich. „Und ihr anderen RAUS, der Junge braucht RUHE!"

Eine Schlammspur hinter sich her ziehend schlich das geschlagene Team nach draußen. Remus und Peter blieben noch einen Augenblick. Madam Pomfrey ließ sie gewähren.

„Die Slytherins haben nur gewonnen, weil sie geschummelt haben", sagte Remus. „Ihr ward das bessere Team."

„Na und? Den Quidditch-Pokal haben wir trotzdem nicht."

Sirius' Stimme klang bitter.

„Nimm's nicht so schwer. Es ist doch nur ein Spiel. Und du hast noch fünf Jahre Zeit, um den Quidditch-Pokal zu gewinnen."

Madam Pomfrey kam auf sie. Remus stand hastig auf.

„Ich glaube, wir sollten jetzt auch besser gehen. Bis morgen, Sirius."

Und mit Peter im Schlepptau verließ er den Krankenflügel. Madam Pomfrey stellte einen dampfenden Becher auf den Nachttisch.

„Trinken Sie das, Black, dann geht's Ihnen besser."

Sirius beäugte misstrauisch die schäumende Flüssigkeit und beschloss, dass er den Becher nie im Leben anrühren würde.

Kaum war die Schulkrankenschwester fort, sagte plötzlich eine Stimme neben ihm: „Hey, Kumpel."

„James!", entfuhr es Sirius erschrocken. „Wo bist du?"

„Psssst. Direkt neben dir. Ich trage den Tarnumhang. Während ihr hier geredet habt, hab ich Juckpulver in Wilkes' Bett gekippt. So leicht kommt der nicht davon."

Sirius grinste.

„Das ist das Beste, was ich bisher gehört habe."

Sie schwiegen einen Augenblick.

„Wir haben verloren", sagte James dann düster. „300 zu 150. Die Slytherins haben sich totgelacht."

„Wir hätten sie alle vom Besen hauen sollen", knurrte Sirius.

„Langsam denke ich das auch", gab James bitter zurück. „Was bringt es, fair zu spielen und zu verlieren, wenn sie mit ihren unfairen Tricks durchkommen? Wir waren eindeutig das bessere Team!"

„Black, trinken Sie endlich Ihre Medizin!", rief Madam Pomfrey zu ihnen hinüber. „Und wenn Sie nicht langsam aufhören, Selbstgespräche zu führen, muss ich davon ausgehen, dass Sie mehr an den Kopf gekriegt haben, als ich dachte!"

„Ich glaube, ich verschwinde lieber", hörte Sirius James neben sich wispern. „Bis morgen, Kumpel."

Sirius ließ sich zurücksinken und starrte an die Decke. Plötzlich hörte er eine bekannte Stimme.

„Ich bin sein Bruder und ich verlange auf der Stelle, Sirius zu sehen."

Überrascht setzte sich Sirius auf.

„Fünf Minuten. Aber keine Sekunde mehr!", erlaubte Madam Pomfrey unwillig.

Regulus nickte kühl und schlenderte zu ihm herüber.

„Was willst du hier?", wollte Sirius wissen.

„Ah, dir geht's wieder gut", stellte sein Bruder fest. „Vermutlich wird es Mutter und Vater interessieren, dass ihr Erbe keine bleibenden Schäden davonträgt – zumindest keine, die nicht schon vorher bestanden.

„Was willst du damit sagen?", explodierte der Gryffindor.

„Beruhige dich, Sirius, das war ein Scherz. Ich dachte, damit kennst du dich aus."

„Seit wann machst du Scherze?"

Regulus zuckte mit den Schultern.

„Wilkes hätte das nicht tun dürfen", meinte er. „Du bist immer noch ein Black. Malfoy war nicht gerade begeistert und Cissa ist stinksauer."

„Und du?", rutschte es Sirius heraus, ehe er sich daran hindern konnte.

„Du bist mein Bruder", entgegnete Regulus. „Natürlich bin ich ärgerlich darüber, was Wilkes getan hat."

Sie schwiegen einen Augenblick.

„Was ist mit den anderen Quidditch-Spielern?", wollte Sirius dann plötzlich wissen. Regulus sah ihn irritiert an.

„Bitte?", fragte er.

„Die anderen Gryffindors. Deine Slytherin-Freunde haben Prewitt in der Luft zusammengeschlagen und wenn James nicht ein besserer Flieger als jeder Slytherin wäre, hätten sie das Gleiche mit ihm getan."

Regulus zuckte mit den Schultern.

„Prewitt und Potter sind Blutsverräter. Außerdem warst du mit unserm Treiber auch nicht gerade zimperlich."

„James ist mein bester Freund und er hat mir auf dem Feld das Leben gerettet", presste Sirius zwischen den Zähnen hervor.

„Er ist ein Blutsverräter", wiederholte Regulus ungerührt. Sirius hätte schreien mögen, aber er wollte nicht, dass Madam Pomfrey etwas von der Sache mitbekam.

„Verschwinde, Regulus", fauchte er. „Hau ab oder ich vergesse, dass du mein Bruder bist."

Regulus warf ihm nur einen kühlen Blick zu.

„Hast du das nicht schon längst?"


„Hey, Black, hattest du einen guten Flug?", rief Avery vom Slytherin-Tisch.

„Das nächste Mal solltest du aber nicht vergessen, mit den Flügeln zu schlagen!"

Lachen. Sirius ballte die Fäuste und ignorierte sie. Das werdet ihr noch bereuen.

Am Gryffindor-Tisch herrschte niedergedrückte Stimmung. Sirius setzte sich wie üblich zu James, Remus und Peter.

„Geht's dir besser, Sirius?", fragte Lily Evans überraschend fürsorglich. „Dein Sturz gestern sah furchtbar aus."

Sirius lächelte überlegen.

„Klar. So ein stinkender Slytherin kann mich nicht fertig machen. Die Bastarde werden dafür noch bezahlen."
Lily verdrehte die Augen.

„Natürlich. Wenn du dein Gehirn schon wieder abgestellt hast, geht's dir offensichtlich blendend."

Sirius sah sie verdattert an.

„Mach dir nichts draus", meinte James. „Zu mir hat sie gesagt, meinem Kopf würde noch nicht mal was passieren, wenn ich mich aus 20 Metern Höhe auf eine massive Felswand stürzen würde. Keine Ahnung, was die hat."

„Ich glaube, sie hält euch für zwei idiotische Dickschädel", vermutete Remus wenig rücksichtsvoll.

„Was?", entfuhr es James. „Warum das denn?" Er stieß Sirius seinen Ellenbogen in die Seite. „Immerhin hab ich dich gestern gerettet."

„Damit wären wir dann wohl quitt", meinte Sirius trocken. „Die Teufelsschlinge im ersten Schuljahr", fügte er erklärend hinzu, als James ihn verdutzt ansah. „Weißt du noch? Im Verbotenen Wald. Du bist blindlings reingelatscht."

James grinste.

„Ach, das... Gut, meinetwegen sind wir quitt."

Nicht, dass das noch von Bedeutung war.

Sirius beugte sich vor.

„Was unternehmen wir jetzt?"

„Ihr unternehmt gar nichts, Black!", fuhr ihn Marlene an. „Potters kindische Racheaktion hat uns schon genug Punkte gekostet. Wenn wir schon nicht den Quidditch-Pokal kriegen, dann müssen wir uns nicht auch noch die Chancen auf den Hauspokal versauen."

„Ich weiß gar nicht, was die hat", meinte James und warf Marlene einen Blick zu, als hätte sie ihm gerade erzählt, er solle sich mit einem Troll anfreunden. „Sie ist es schließlich nicht, die bis zum Ende des Schuljahrs Nachsitzen bei McGonagall hat."

Sirius grinste.

„Mein Beileid."

„Das war es wert."


Nach dem Quidditch-Spiel rückten die Prüfungen mit Riesenschritten näher. Egal ob im Gemeinschaftsraum oder in der Bibliothek, überall sah man die Schüler allein oder in Grüppchen über ihren Büchern sitzen. Remus hatte sich mit Peter in der Bibliothek verbarrikadiert, was James und Sirius ganz recht war. Anstatt zu lernen, verbrachten sie ihre Zeit über ihren Animagi-Büchern. Ihr größtes Problem war, dass die Verwandlung in groben Zügen zwar überall beschrieben wurde, dass sie aber alle Einzelheiten brauchten, um sie tatsächlich durchzuführen. In dieser Hinsicht brachte sie James' Entdeckung einen entscheidenden Schritt nach vorne: Er fand in Prof. McGonagalls Büro beim Nachsitzen Bücher über die Verwandlung zum Animagus.

„Es ist so logisch, wir hätten wirklich früher daran denken können", meinte er, nachdem er Sirius davon erzählt hatte. „McGonagall ist schließlich selbst ein Animagus. Und als Verwandlungslehrerin hätte sie ihre Bücher bestimmt nie weggeschmissen oder aussortiert."

„Vermutlich nicht. Aber wie kommen wir jetzt an die Bücher? Niemand darf merken, welche fehlen, sonst kommen sie uns sofort auf die Schliche."

„Hm." James überlegte. „Gibt es einen Zauber, mit dem man eine Kopie von etwas herstellen kann?"

Sirius zuckte mit den Schultern.

„Keine Ahnung."

Das war normalerweise Remus' Fachgebiet. James seufzte.

„Dann müssen wir uns wohl auf die Suche machen..."

Am Ende fragten sie doch Remus. James erzählte ihm einfach, er wolle eine Kopie von seinem Lieblingsquidditchposter machen. Remus war nicht gerade begeistert davon, beim Lernen gestört zu werden, aber schließlich erzählte er ihnen vom Geminio-Zauber, damit sie ihn in Ruhe ließen.

Sie fanden ihn gut beschrieben im Lehrbuch der Zaubersprüche Band vier. Er war nicht ganz einfach, aber Sirius und James ließen sich davon nicht entmutigen. Denn wie sollten sie Animagi werden, wenn sie schon an einem simplen Duplikationszauber scheiterten? Verbissen übten sie im Geheimgang hinter dem Wandspiegel, bis sie ohne Probleme Kopien von Alltagsgegenständen herstellen konnten. Dann führten sie ihren Plan aus.

Unter dem Tarnumhang verborgen schlichen sie sich nach Mitternacht aus dem Gryffindor-Turm. Ohne Probleme gelangten sie in den ersten Stock zu Prof. McGonagalls Büro. Wie erwartet war die Tür verschlossen. James zückte den Zauberstab.

„Alohomora."

Die Tür sprang auf.

„Und ich dachte schon, wir müssten diesen Muggle-Trick mit dem Draht anwenden, von dem Remus erzählt hat", flüsterte Sirius.

James hatte genau ausgekundschaftet, welche Bücher ihnen nützlich sein könnten. Aber kaum waren sie über die Schwelle von Prof. McGonagalls Büro getreten, als ein durchdringendes Jaulen ertönte.

„Verdammt, Katzenjammerzauber!", fluchte Sirius. In aller Eile rissen sie die gesuchten Bücher aus dem Regal, murmelten „Geminio" und stellten die Kopien ins Regal zurück. Doch als sie sich den Tarnumhang überwerfen wollten, mussten sie feststellen, dass sie mit den vielen Büchern zu zweit keine Chance hatten.

„Nimm die Bücher alleine unter den Tarnumhang, James", entschied Sirius schnell. „Ich hab noch keine Strafarbeit, ich lenk sie ab."

James schien einen Augenblick widersprechen zu wollen, aber dann nickte er. Eine Sekunde später war er verschwunden. Sirius raste den Korridor hinunter. Als er um die nächste Ecke bog, sah er aus den Augenwinkeln gerade noch Prof. McGonagall auftauchen. Hatte sie ihn gesehen? Ohne sich umzublicken spurtete er den Gang hinunter, schlitterte durch die Überschwemmung vor dem Mädchenklo, riss einen Wandteppich zur Seite und rannte einen engen, gebogenen Gang entlang. Dann raste er einen Treppe hoch, lief einen weiteren Korridor hinunter, nahm zwei Abkürzungen und als er sich im dritten Stock befand, traute er sich erstmals aufzuatmen. Dann tauchte Filch mit Mrs. Norris auf.