Hi, Leute! Vielen Dank für das Review. :)

Dies ist das letzte Update dieser Geschichte. Danach müsste es mit dem dritten Teil weitergehen, aber leider habe ich es noch nicht geschafft, ihn fertig zu schreiben. Ich verspreche hiermit hoch und heilig, dass er kommen wird, aber bis dahin kann es noch dauern. Es tut mir wirklich leid. Trotzdem viel Spaß mit den letzten Kapiteln. :)

PS: Auf Reviews werde ich per PN antworten. :)

Wulfbrain: Hehe, Sirius als Held, ich gebe zu, der Gedanke gefällt mir.^^ Die Kopien haben sie da gelassen, damit Prof. McGonagall nicht merkt, dass Bücher von ihr fehlen. Denn wenn sie merkt, welche fehlen, dann könnte sie möglicherweise 1 und 1 zusammenzählen und das Animagi-Projekt wäre nicht mehr ganz so geheim...


DISCLAIMER: WELT UND PERSONEN GEHÖREN J. K. ROWLING.


Der Diener des dunklen Lords (2/2)

Prof. McGonagalls Mund war nur noch ein Strich, als Filch Sirius in ihr Büro bugsierte. Sie hatte offensichtlich schon geschlafen, denn sie trug einen schottengemusterten Morgenmantel und ein Haarnetz. Wenn sie ihn nicht gerade nachts draußen erwischt hätte, hätte Sirius es ziemlich lustig gefunden.

„Erklären Sie mir, was Sie nachts auf den Gängen zu suchen gehabt haben, Black", forderte Prof. McGonagall, „obwohl Sie genau wissen, dass es ausdrücklich verboten ist, nach 21 Uhr den Gemeinschaftsraum zu verlassen."

„Ich...ähm...schlafwandle, Professor", schwindelte er.

„Sparen Sie sich Ihre Ausreden", fuhr Prof. McGonagall ihn an. „Vermutlich können Sie mir auch nicht erklären, warum der Katzenjammerzauber in meinem Büro ausgelöst wurde?"

Sirius versuchte, so unschuldig wie möglich zu gucken.

„Ich habe keine Ahnung, Professor."

„Natürlich nicht. Ich vermute, Sie haben sich mit Potter aus dem Gryffindor-Turm geschlichen und hielten es für eine lustige Idee, in mein Büro einzubrechen."

„Ich war alleine unterwegs", sagte Sirius schnell.

„Nun, Black", fuhr sie fort, ohne auf seinen Einwand zu achten, „ich weiß, dass sie von Regeln nicht allzu viel halten, aber das hätte ich Ihnen nicht zugetraut. Ich bin sehr enttäuscht von Ihnen."

Eigenartigerweise spürte Sirius einen Stich im Hinterkopf wie von einem schlechten Gewissen.

„50 Punkte Abzug für Gryffindor. Und Sie werden bis zum Ende des Schuljahres nachsitzen. Gehen Sie jetzt wieder ins Bett. Und wenn ich Sie dabei erwische, wie sie auf dem Weg zum Gryffindor-Turm Umwege machen, dann werden es 80 Punkte!"

Sirius stand auf und ging hinaus.

Im Gemeinschaftsraum wartete James auf ihn.

„Hast du es geschafft?", wollte Sirius sofort von ihm wissen. James nickte.

„Die Büchern sind in Sicherheit. Ich hab sie im Geheimgang deponiert und zusätzlich getarnt, damit Remus sie auch nicht findet."

Sirius atmete erleichtert auf.

„Dann hat es sich wenigstens gelohnt."

„Hat sie dich erwischt?", fragte James.

„Ich war schon so gut wie weg, da stand plötzlich Filch vor mir. Wenigstens musst du jetzt nicht mehr alleine nachsitzen."

James grinste.

„Ja, wenigstens etwas. Wie viele Punkte hat sie dir abgezogen?"

„50."

James' Grinsen wurde breiter.

„McKinnon wird dich umbringen."


„Was hast du gestern Nacht gemacht, Black? Ich habe gesagt, keine kindischen Racheaktionen! Sollen die Slytherins zusätzlich zum Quidditch-Pokal auch noch den Hauspokal gewinnen?"

Sirius zuckte mit den Schultern.

„Das haben sie ohnehin schon."

Seine gespielte Gleichgültigkeit verschlug Marlene für einen Augenblick den Atem. Dann fuhr sie zornig fort: „Und wenn schon. Muss Gryffindor deshalb unbedingt auf dem letzten Platz landen?"

„Oh nein!", wurden sie da plötzlich von einer erstickten Stimme unterbrochen. Es war Lily Evans. Sie hatte die Hände erschrocken auf den Mund gepresst und starrte auf die Schlagzeile im Tagespropheten.

„Was ist passiert?", fragte jemand.

„Schon wieder ein Angriff. Hexe spurlos verschwunden", las Lily vor. „Mary Jones wird seit drei Tagen vermisst. Ihre Familie wurde bereits vor einigen Monaten Opfer eines Angriffs, bei dem ihr Haus komplett zerstört wurde. Es wird spekuliert, ob die Hexe aufgrund ihrer Ehe mit einem Muggle zum Ziel wurde..."

„Einfach verschwunden", murmelte Marlene. „Erst ihr Haus und dann..."

Sie war sichtlich erschüttert. Ihre Wut auf Sirius hatte sie komplett vergessen.

Wenn es überhaupt möglich war, so war die Stimmung der Gryffindors nach dieser Nachricht noch gedrückter als vorher. Selbst manche Lehrer schienen besorgt. Der Unterricht bei Prof. Flitwick war nicht annähernd so kurzweilig wie sonst, wohingegen Prof. Binns natürlich völlig unbeeindruckt von den Ereignissen von europäischen Zauberern im Mittelalter erzählte, während die Klasse vor sich hin döste.

Am Abend ging Remus in den Krankenflügel (es war Vollmond) und Sirius und James machten sich auf den Weg zu Prof. McGonagalls Büro.

„Black, Sie sitzen bei Prof. Aridus nach", verkündete die Verwandlungslehrerin, kaum dass sie das Büro betreten hatten. „Ich werde nicht zulassen, dass Sie Ihre Strafe in eine Karnevalsveranstaltung verwandeln!"

Missmutig ging Sirius in den zweiten Stock, wo Prof. Aridus' Büro lag. Der Verteidigungslehrer begrüßte ihn zerstreut und gab ihm eine Liste mit Gesetzen bezüglich des Hausfriedens und Privateigentum und ließ ihn die einzelnen Punkte abschreiben und begründen. In Gedanken stöhnte Sirius gequält auf. Lieber hätte er es ihm Verbotenen Wald noch mal mit der Teufelsschlinge aufgenommen, als öde Gesetzestexte durchzuarbeiten. Doch irgendwie schien der Lehrer heute nicht so recht bei der Sache zu sein. Er stand immer wieder von seinem Schreibtisch auf und ging unruhig im Zimmer auf und ab. Sirius beachtete er kaum. Dieser erinnerte sich jedoch noch gut daran, wie streng Prof. Aridus ihn das letzte Mal kontrolliert hatte. Irgendetwas stimmte nicht – und plötzlich erstarrte Sirius mitten in einem Satz, als er sich an etwas erinnerte. Das letzte Mal hatte Prof. Aridus einen Brief an eine Mary Jones in London geschickt. Das Haus einer Familie Jones war in London explodiert. Kurz danach war der Troll in Hogwarts eingedrungen. Und jetzt war eine Mary Jones verschwunden...

Es würde etwas Schreckliches passieren. Er wusste es.


Während der Prüfungen warteten Sirius, James, Remus und Peter ständig darauf, dass irgendetwas passierte, dass jemand schrie, dass sie plötzlich alle in die Gemeinschaftsräume geschickt wurden oder dass ein Lehrer mit einer fürchterlichen Nachricht hereinkam. Aber nichts geschah.

Sie hatten überlegt, ob sie zu Prof. McGonagall oder Dumbledore gehen sollten, aber nach allem, was Sirius und James dieses Jahr angestellt hatten, konnten sie sich nicht vorstellen, dass die strenge Verwandlungslehrerin oder der Schulleiter ihnen glauben würden. Sie hatten eine Eule an James' Vater geschickt, aber bisher war keine Antwort zurückgekommen.

Als einen Tag nach den Prüfungen immer noch nichts geschehen war, wagte Remus leise anzudeuten, dass Sirius sich geirrt haben könnte. Es konnte auch alles nur ein Zufall sein. Jones war ein häufiger Name. Und wie sollte der theorieversessene Verteidigungslehrer mit einem Troll fertig werden?

„Und warum hat er euch geholfen, wenn er den Troll selber reingelassen hat?", argumentierte er, als sie sich auf dem Weg nach draußen befanden. Sirius verdrehte die Augen.

„Das ist es ja gerade. Er hat uns ja gar nicht sofort geholfen. Er hat erst gezögert, das habe ich doch schon 1000 Mal erzählt!"

„Vielleicht war er einfach nur erschrocken. Ich glaube nicht, dass er besonders viel praktische Erfahrung hat."

„Er hat nicht nur eine Sekunde gezögert, Remus", entgegnete Sirius gereizt. „James wäre beinahe drauf gegangen, weil er nichts getan hat."

„Ja, aber dann hat er ja was getan."

„Was war das?", fragte Peter da plötzlich ängstlich.

„Ich habe es auch gehört."

James war stehen geblieben und lauschte. Er wirkte beunruhigt. Was denn, wollte Sirius fragen, aber in dem Moment hörte er es selbst: ein hohes, gackerndes Lachen.

„So lacht doch kein Mensch, oder?", fragte er die anderen.

„Sehen wir nach", erklärte James entschlossen. Sie folgten dem eigenartigen Lachen den Korridor hinunter, aber nichts war zu sehen. Remus hatte wie die anderen den Zauberstab gezogen und sah sich aufmerksam um.

„Seltsam, hier ist niemand", murmelte er, „aber..."

„VORSICHT!", schrie James in dem Moment. Er sprang vor und riss Remus zu Boden. Im nächsten Augenblick zischte ein Pfeil über sie hinweg.

„Hinter der Rüstung!", rief Sirius. „Locomotor Rüstung!"

Die Ritterrüstung rutschte zur Seite und gab den Blick auf ein etwa ein Meter großes Wesen mit spitzem Gesicht frei. Gackernd führte es ein Blasrohr an seine Lippen, aus dem ein weiterer Pfeil ragte.

„STUPOR!", brüllte James.

„INCARCERUS!", kam es von Sirius.

Das Wesen erstarrte und wurde von Seilen aus Sirius' Zauberstab gefesselt.

„Was ist das?", wollte Peter mit schriller Stimme wissen. Er war leichenblass.

„Ein Erkling", antwortete Remus mit leicht zitternder Stimme. „Sie fressen Kinder."

„Sie fressen Kinder?", wiederholte James ungläubig. „Wie kommt so ein Ding nach Hogwarts?"

„Aridus", erwiderte Sirius grimmig. „Sie erpressen ihn mit dieser Mary Jones, wie ich es gesagt habe."

„EXPELLIARMUS!"

Die Zauberstäbe wurden ihnen aus der Hand gerissen. Die vier wirbelten herum. Hinter ihnen stand kein anderer als der Verteidigungslehrer. Er hielt ihre Zauberstäbe in der linken Hand, in der rechten hatte er seinen eigenen, den er drohend auf die vier Gryffindors richtete.

„In mein Büro", befahl er. „Ihr geht vor. Versucht nicht zu fliehen. Ihr würdet es nicht alle schaffen und ich würde die dafür büßen lassen, die nicht entkommen. Los jetzt!"

Sirius sah sich um. Aber ihm fiel absolut nichts ein, was ihnen hätte zur Flucht verhelfen können. Widerwillig setzte er sich in Bewegung. Die ganze Zeit hoffte er, dass sie jemandem begegnen würden, Schülern, Lehrern, Filch, Peeves, dem Blutigen Baron – egal wem. Aber niemand tauchte auf. Draußen herrschte schönstes Sommerwetter. Die meisten Schüler genossen ihre freien Tage nach den Prüfungen unten am großen See.

„Was haben Sie mit uns vor?", wollte James wissen, als sich die Bürotür hinter ihnen schloss. Falls er Angst hatte, verriet seine Stimme nichts davon. Prof. Aridus dirigierte sie in eine Ecke des Zimmers.

„Am liebsten hätte ich gar nichts mit ihnen vor, Potter", antwortete er und zu Sirius' Überraschung klang seine Stimme traurig. „Hätten Sie vier mir nicht hinterherspioniert, wäre es doch nie so weit gekommen."

„Nein, dann wären ja nur Unschuldige verletzt worden, nicht wahr? Dann hätte der Troll vielleicht ein paar Schüler mit seiner Keule erschlagen und der Erkling hätte ein paar Erstklässler gefressen, aber hey, was macht das schon? Es wäre ja nicht so weit gekommen!"

James' Stimme war immer lauter geworden, er hatte sich in Rage geredet. Prof. Aridus machte keinen Versuch, ihn zum Schweigen zu bringen.

„Ich kann verstehen, dass Sie wütend sind, Potter", antwortete er ruhig. „Ich an ihrer Stelle wäre es vermutlich auch. Aber Sie müssen mir glauben, dass ich das alles nicht wollte."

„Erwarten Sie jetzt ernsthaft von uns, dass wir Ihnen verzeihen?", fuhr Sirius den Lehrer an. Aus den Augenwinkeln sah er, dass James unauffällig um ein paar Zentimeter nach vorne rückte. Sie hatten das Gleiche im Sinn.

„Ihr verdammter Troll hätte uns beinahe umgebracht!"

„Ich habe Sie gerettet!" Aridus' Stimme klang tatsächlich etwas beleidigt. „Wenn ich es nicht getan hätte, wäre mein Auftrag schon im November erfüllt gewesen und Mary wäre in Sicherheit gewesen! Aber nein, als es so weit war, konnte ich nicht zulassen, dass der Troll euch umbringt. Jetzt haben sie Mary entführt und euch muss ich auch unschädlich machen. Alles umsonst..."

Einen Augenblick lang ließ er sich von seinen Gefühlen mitreißen.

„JETZT!", brüllten Sirius und James gleichzeitig. Sirius stieß sich vom Boden ab und sprang auf Aridus zu. Dieser riss seinen Zauberstab hoch und schrie: „STUPOR!"

Ein roter Lichtblitz schoss auf James zu, aber der Quidditch-Jäger wich ihm aus. Mit vereinten Kräften stießen sie Aridus zu Boden. Gedankenschnell riss Remus ihm die Zauberstäbe aus der Hand, während Peter sich auf seine Füße setzte. Im selben Augenblick gab es plötzlich einen lauten Knall und Holzsplitter flogen durch den Raum. Sirius schlug die Hände vor das Gesicht. Als sich der Staub legte, sah er, dass Prof. Dumbledore und Prof. McGonagall in dem Loch in der Wand standen, wo mal die Tür gewesen war. Und vor ihnen, den Zauberstab entschlossen auf Aridus gerichtet, stand Mr. Potter.

„Dad?", entfuhr es James ungläubig. „Was tust du denn hier?"

„Meine Pflichten als Auror erfüllen", antwortete Mr. Potter trocken. „Und du?"

„Ich glaube", sagte Prof. McGonagall, „das würden wir alle gerne wissen."


Sirius, James, Remus und Peter saßen mit Prof. Dumbledore, Prof. McGonagall und Mr. Potter im Büro des Schulleiters und die vier erzählten abwechselnd, was passiert war.

„Und woher wussten Sie, dass Aridus es war, der die Kreaturen ins Schloss ließ?", wollte Prof. McGonagall wissen, als sie berichtet hatten.

„Ich habe gesehen, dass er einen Brief an eine Mary Jones geschrieben hat", erklärte Sirius, „als ich am Anfang des Jahres bei ihm nachsitzen musste. Und als Sie mich dann wieder zu ihm geschickt haben, ist mir aufgefallen, dass die Familie, deren Haus in die Luft gesprengt wurde, ja auch Jones heißt und die verschwundene Frau heißt genauso wie die Frau, an der er den Brief geschrieben hat."

Dumbledore nickte.

„Ja, Mary Jones ist Aridus' Schwester."

„Seine Schwester?", wiederholte Sirius verblüfft.

„Es stand sogar im Tagespropheten", fiel Remus ein. „Sie hat einen Muggle geheiratet und wahrscheinlich seinen Namen angenommen. Deshalb haben wir nicht daran gedacht, dass es seine Schwester ist."

„Und es stimmt auch, dass er vorher bei der Abteilung zur Führung und Aufsicht magischer Geschöpfe gearbeitet hat", bestätigte Mr. Potter. „Aber er hatte einen so unbedeutenden Posten, dass niemand mehr daran gedacht hat."

James pfiff durch die Zähne.

„Und daher hatte er auch noch die Kontakte, um die magischen Kreaturen nach Hogwarts zu schmuggeln."

„Was ich immer noch nicht verstehe", mischte sich Prof. McGonagall ein, „ist, wie Sie, Mr. Potter, so schnell hier herkommen konnten. Woher wussten Sie von Aridus?"

Der Auror lächelte.

„Die vier haben mir eine Eule geschickt. Die Nachricht hat mich aber erst viel später erreicht, weil ich gerade eine wichtige Mission zu erledigen hatte..."

„Eine Mission?", entfuhr es James. „Was für eine Mission?"

Sein Vater schmunzelte.

„Wir haben Mary Jones befreit. Ihr geht es gut, aber die Todesser sind leider entkommen."

Und von ihnen wussten die Slytherins wahrscheinlich, wann eine Kreatur ins Schloss eindringen würde. Das wollte mir Regulus vor dem Trollangriff erzählen und deshalb hat er „verschlafen", als es so weit war.

„Nachdem ich euren Brief gelesen habe, habe ich mich sofort mit Prof. Dumbledore in Verbindung gesetzt und bin hier hergekommen."

Plötzlich wurde die Tür aufgestoßen. Zwei Männer traten ein. Der eine war groß und breitschuldrig, hatte schneeweiße Haare und sah Lucius Malfoy sehr ähnlich. Der andere war sehr hager, hatte dunkle Haare und einen Schnurrbart, als hätte er ihn mit dem Lineal getrimmt. Den Weißhaarigen erkannte Sirius sofort als Abraxas Malfoy.

„Ah, Dumbledore, schön, dass ich Sie gleich hier antreffe", sagte Malfoy. „Ich komme im Namen des Schulrates..." Er stockte, als sein Blick auf Mr. Potter fiel. „Was tun Sie denn hier, Potter?"

Der Auror lächelte entwaffnend.

„Ich bin hier, weil ich den Verantwortlichen für diese Zwischenfälle festgenommen habe. Und Sie, Malfoy?"

„Wie ich schon sagte", fuhr Abraxas Malfoy fort, wobei er den Ärger nicht ganz aus seiner Stimme verbannen konnte, „ich bin hier im Namen des Schulrates. Hier habe ich eine Liste mit sieben Unterschriften, die..."

„Augenblick." Die Stimme des zweiten Mannes war so trocken, dass sie Sirius augenblicklich an Prof. Binns erinnerte. „Mr. Potter, Sie haben den Verantwortlichen festgenommen? Um wen handelt es sich?"

Der Auror nickte.

„Jonathan Aridus. Er wurde mit seiner Schwester erpresst."

„Erpresst?", wiederholte der andere. „Von wem?"

„Voldemort", erklärte Mr. Potter gelassen und dabei ruhte sein Blick vor allem auf Malfoy.

„Beweise", verlangte dieser knapp.

„Die Aussage des Opfers natürlich unter Veritaserum."

„Natürlich." Malfoys Zorn war jetzt offensichtlich. „Konnten Sie denn jemanden identifizieren?"

„Leider nicht. Aber verlassen Sie sich darauf, Malfoy, das werden wir noch."

Malfoys Begleiter räusperte sich.

„Ich fasse zusammen: Die Gefahr, die für Hogwarts bestand ist vorbei, da der Verantwortliche gefasst wurde. Der Grund, weshalb Dumbledore suspendiert werden soll, ist also obsolet?"

Mr. Potter lächelte und sah seinem Sohn dabei sehr ähnlich.

„Sie sagen es, Mr. Crouch."

„Dann muss ich meine Unterschrift zurückziehen", erklärte dieser und zu Malfoys Entsetzen zerriss er die Liste mit den Unterschriften der Schulbeiräte. „Guten Tag."

Er verließ das Büro. Abraxas Malfoy starrte ihm mit unverhohlener Wut hinterher. Dann wandte er sich wieder den Anwesenden zu.

„Nun, Dumbledore, da haben Sie es ja mal wieder geschafft. Was für ein...Glück für die Schule."

Dumbledore lächelte.

„Da bin ich ganz Ihrer Meinung, Abraxas."

Sirius und James tauschten einen Blick aus und mussten sich das Lachen verkneifen. Malfoy bemerkte es trotzdem. Sein Blick ruhte auf Sirius.

„Wenn ich dein Vater wäre, Black, würde ich mich in Grund und Boden für dich schämen."

Sirius spürte, wie das Lachen auf seinem Gesicht erstarrte. Er biss die Zähne zusammen.

„Und wenn ich Lucius' Vater wäre, würde ich ständig Angst haben, in dem ganzen Schleim auszurutschen, den er verbreitet", sagte James laut.

„James!", sagte Mr. Potter tadelnd, aber es klang nicht wirklich ärgerlich.

Malfoy warf dem Gryffindor einen vernichtenden Blick zu, aber in Anwesenheit von Mr. Potter verbiss er sich die Antwort. Er machte auf dem Absatz kehrt und marschierte aus Dumbledores Büro.