Titel: Left Behind

Author: FakedSmile

Summary: Harry steht kurz vor seinem 5. Jahr in Hogwarts und lebt in den Sommerferien mit Sirius und Remus zusammen. Seit dem Ende des letzten Schuljahres sind Harry und Sirius ein Paar, doch leider ist die Realität ganz anders, als der Traum einer Beziehung, welchen beide geträumt hatten.

A/N: Whey ^_^ irgendwie kam die Schreibmuse wieder über mich und nachdem ich Stunde um Stunde damit verbracht habe, an diese Story weiter zu schreiben, jaa, nach all den Jahren geht es weiter :D

Ich hoffe wieder einige Mitleser zu bekommen und dass ich die Story nicht nur ganz für mich alleine fortführe, aber selbst dass ist sie Wert.

Left Behind

„Aber ich wollte doch einfach nur, dass wir zusammen dorthin gehen..." Harry saß auf der Couch als er diesen Satz zu Sirius sagte. Er war sich bereits sicher, dass diesesr Abend wiedereinmal gelaufen war, und dass egal, was jetzt noch kommen würde, sie beide sowieso nicht zusammen auf Rons Geburtstag gehen würden. Von daher war klar, dass diese Diskusion nicht mehr darum ging, ob sie zusammen dorthin gehen würden, sondern um etwas viel grundlegenderes.

„Wie wäre es, wenn es einmal ausnahmsweise nicht darum geht, was du gerne willst?" Gab Sirius scharf zurück. Genau das waren die Momente, in denen Harry und Sirius nie auf einen Nenner kamen. Es endete alles immer in einem totalen Drama, und Harry fühlte sich hilflos und schwach.

„Du übertreibst! Warum kommst du denn nicht einfach mit? Ron hat dich doch auch eingeladen?" Selbst in diesem Moment, als Harry den Satz ausgesprochen hatte, war ihm schon klar, dass es garnicht darum ging, und dass er auch nicht so verletzt war, weil er ohne Sirius gehen müsste. Er würde sowieso nicht gehen, das war ihm jetzt schon klar.

„Nein Harry, das hat er nicht." Sagte Sirius auffällig ruhig. „Was sollten sie denn dagegen haben?" Fragte Harry, ebenfalls mit deutlich leiserer Stimme. Sirius gab ein verächtliches Schnauben von sich. „Das fragst du? Sie sehen mich doch alle an als wäre ich ein perverser Pädophiler! Keiner von ihnen akzeptiert unsere Beziehung!"

Harry hielt inne für einen Moment. Er wusste das Sirius vollkommen recht hatte. Immerwieder musste er sich Kommentare von Ron und Hermine anhören. Die Eltern von Ron hatten den Kontakt zu ihnen ganz eingestellt. Durch ihr „Outing" letzten Sommer sind Sirius und Harry in eine Außenseiter Position gerutscht, und mit ihnen Remus, welcher nunmal Sirius' bester Freund war und mit ihnen Zusammen lebte und wohnte. Doch für Harry war das nie so schlimm gewesen wie für Sirius, welcher sich nach Gesellschaft und Unterhaltung sehnte. Harry hatte sehr oft das Gefühl, dass diese Beziehung Sirius mehr Nachteile, als Vorteile brachte, was ihm sehr weh tat, und er auch nicht wahrhaben wollte.

„Ich glaube das Problem liegt eher bei dir, als bei den anderen. Du stehst nicht zu mir, und das tut mir so weh!" Harry wusste selbst nicht genau, warum er das gesagt hatte. Vielleicht war es die verzweifelte Hoffnung, Sirius würde doch noch mit dem Gegenteil argumentieren, ihn in den Arm nehmen und sagen, dass es ihm leid tut, wie alles gelaufen ist.

Doch das war natürlich völliger Blödsinn, da es ihm klar war, dass Sirius so nicht reagiren würde. Zumindest nicht mehr.

„Oh mein Gott, jetzt geht das schon wieder so los! Dieses ständige: 'Du trampelst auf einen Gefühlen rum, und das tut mir so weh' ... Wenn ich so schrecklich bin, warum bist du dann überhaupt noch mit mir zusammen?"

„Ich denke nicht-"

„Richtig Harry, du denkst nicht!"

Dieser Satz schlug bei Harry ein wie eine Bombe und lähmte ihn. Er konnte nichts mehr darauf erwidern, konnte nichts mehr sagen, sich nicht mehr bewegen. Erst als Sirius, welcher gegenüber von ihm saß aufstand, zum Tisch ging, und seine Jacke vom Stuhl nahm, gelang es Harry, seine Starre zu überwinden.

„Wo gehst du hin?" Fragte Harry verzweifelt und stand auf. Sirius gab ihn keine Antwort, sondern nahm seinen Autoschlüssel von der Wand.

„Verdammt Sirius!" Rief Harry noch, doch da war Sirius auch schon aus der Tür.

„Ich liebe dich..." Flüsterte er noch, bevor er spürte, wie sich ein schmerzender Kloß in seinem Hals bildete, der ihn am atmen hinderte und dazu führte, dass er keine Luft mehr bekam.

Nur mit Mühe konnte er seine Tränen zurück halten.

Harry schloss die Augen. Er wollte nicht sehen, was es zu sehen gab, und er wollte nicht spüren, wie er sich fühlte.

Er hätte es nicht ertragen können zu sehen, dass er wie der letzte Doof zurückgelassen im Wohnzimmer stand, während sein Partner weg war. Sirius war weg gegegangen und Harry wusste wieder einmal nicht wohin. Wann er zurück kommt, ob er überhaupt nochmal zurück kam.

Und so tat er das, was er immer tat, wenn das passierte.

Harry klopfte an Remus' Schlafzimmertür. Er kam sich erbärmlich und lächerlich vor, als er wieder total verheult vor dieser Tür stand. Eigentlich war es nicht Remus' Aufgabe, Harry in diesen Momenten zu trösten, da Remus immernoch Sirius' bester, und auch einzige Freund war, und nicht seiner. Obwohl Harry wusste, wie sehr Sirius darunter liet, dass er gesellschaftlich isoliert war, isolierte er ihn auch noch von seinem besten Freund, indem er diesen „für sich beanspruchte". Trotzdem wusste Harry sich keinen anderen Rat, da er zu seinen so genannten „Freunden" nicht gehen konnte.

„Ja?" Kam es von hinter der Tür. Harry öffnete und drinnen saß Remus an seinem Schreibtisch und war ganz vertieft in seine Arbeit gewesen.

Als Remus Harry total verheult und fertig in der Türe stehen sah, wusste dieser schon, was wieder passiert war.

„Er..." begann Harry, doch er musste den Satz nicht zuende führen, da Remus dies mit einem resnierenden Seufzer tat. „... ist wieder weg. Ich weiß." Und auf Harrys fragenden Blick setzte er hinzu: „Das war nicht zu überhören." Remus stand auf und Harry kam auf ihn zu und stürzte sich weinen in seine Arme.

„Harry..." Remus seufzte und setzte sich mit Harry aufs Bett, welcher seinen Kopf immernoch nicht von Remus' Schulter hochgenommen hatte. Remus strich ihm beruhigend mit der Hand über den Rücken und er spürte, dass Harry schwitzte.

„Ich... und er... es geht... nicht ich... will... es soll aber..." Stammelte Harry zwischen endlosen Schluchzern hervor.

„Harry! Harry, jetzt beruhige dich doch erstmal..." Redete Remus auf ihn ein, doch zunächst ohne Erfolg. Erst einige Minuten später hatte Harry aufgehört zu weinen und lag jetzt kraftlos auf Remus Bett und starrte zur Decke. Remus lag neben ihm auf der Seite und stützte seinen Kopf mit einem Arm ab. Mit der anderen streichelte er Harry immernoch beruhigend durchs Haar. Trotz dieser Nähe einer ihm sehr vertrauten Person, änderte das nichts an der unaussprechlichen Einsamkeit, welche Harry fühlte und an die Remus nie ramkommen würde. Eine Einsamkeit, an die niemand rankommt, und welche Sirius bloß immer mehr auszuweiten scheint.

„Er wird mich verlassen, Remus." Sagte Harry tonlos zur Decke.

„Rede dir das nicht ein." Flüsterte Remus zurück.

„Es ist aber so." Harry spürte, wie im lautlose Tränen aus den Augenwinkeln liefen. Remus hatte dies bemerkt, und tupfte sie ihm mit den Fingerspitzen trocken.

Harry fand es immer wieder erstaunlich, wie ein Mensch, der in seinem Leben niemals wirklich Liebe und Zuneigung erfahren hat, und solch ein schwere Last, nämlich die seines Werwolfs Daseins tragen musste, doch in der Lage war, auf so einfühlsame und intime Weise, Nähe ausdrücken zu können. Remus war auch der einzige Mensch, den Harry kannte, der ohne irgendeinen Hintergedanken jemanden auf diese Weise trösten konnte.

„Soll ich nochmal mit ihm reden?" Fragte Remus leise.

„Glaubst du das bringt etwas?" Getröstet durch Remus Warmherzigkeit, hatte Harry den Kampf mit den Tränen gewonnen.

„Weiß ich nicht." Sagt Remus und richtete sich auf. Er streichelte Harrys Bauch, atmete tief durch und sagte dann: „Aber im Moment leidet ihr beide, und das kann ich nicht mehr mitansehen." Mit diesen Worten drückte er nochmal Harrys Hand, zwang sich zu einem Lächeln, bei welchem es ihm nicht gelang, die Traurigkeit daraus zu vertreiben.

Dann stand er wortlos auf, ging aus dem Zimmer und schloss die Türe hinter sich.

Harry blieb wieder alleine zurück.

To be continued...

Mai, 2008