A/N: Okay, die Sotry steht soweit und wird jetzt nur noch überarbeitet und zuende geschrieben. Für Anregungen bin ich aber natürlich weiterhin offen ^_^

Heute ist der 21. Dezember, Weltuntergangstag und es ist, wie ich schon befürchtet habe, rein garnichts passiert.

Mein Kalender endet übrigens am 31. Dezember. Vielleicht geht sie ja dann unter -.-'

Left Behind

Kapitel 2

Es war schon lange nach 0 Uhr, als Harry sich zum x-ten mal von einer Seite auf die andere drehte. Er war hellwach und fand wiedermal keinen Schlaf. Einsamkeit und Leere spürte er, als er alleine in Sirius' Bett lag. Er wunderte sich bereits selbst darüber, dass er dieses Bett 'Sirius' Bett' nannte, obwohl er in 'seinem' Bett, welches in 'seinem Zimmer' steht, schon ewig nicht mehr geschlafen hatte. Seit er und Sirius letzten Sommer ein Paar waren, hatte er eigentlich immer nur in diesem Bett, in diesem Raum geschlafen.

Harry konnte diese Situation nur schwer ertragen. Er musste sich mit jeder Sekunde von neuem davon abhalten, aufzustehen und runter ins Wohnzimmer zu gehen, wo Remus noch wach war, und Fernseh schaute. Er wollte ihm nicht schon wieder auf die Nerven gehen und wollte nicht schon wieder heulend bei ihm ankommen. Er musste sich jetzt mal zusammenreißen...

Er wusste ja, dass er eben schon wieder überreagiert hatte, als Sirius nicht mitkommen wollte. Doch leider wusste er selbst nicht, wie schon wieder so eskalieren konnte...

Die Gedanken in Harrys Kopf müssen wohl so laut gewesen sein, dass er garnicht bemerkt hatte, dass unten die Haustüre aufgegangen war, und Sirius zurück gekommen ist. Er bemerkte ihn erst, als die Schlafzimmertür aufging.

Harry lag wie versteinert da und rührte sich nicht. Er erwischte sich sogar dabei, wie er für wenige Augenblicke immer wieder die Luft anhielt. Die Augen hatte er nur einen Spalt weit geöffnet, gerade weit genug, um die groben Umrisse von Sirius erkennen zu können. Doch das reichte schon. 'Er ist wunderschön...' Dachte Harry traurig als er seinen Freund dabei beobachtete, wie dieser sich langsam sein Shirt auszog und ebenfalls versuchte, kein Geräusch zu machen. Als er auch noch Hose und Socken aushatte, schlich er ans Bett, und legte sich leise und vorsichtig an den äußersten Rand, mit großem Bedacht darauf, Harry nicht zu berühren, was diesen sehr verletzte.

Harry konnte sich nur zu gut an die letzten Sommerferien erinnern, in denen sie jede Nacht zusammengekuschelt eingeschlafen sind, diese Nächte, in denen sich garnicht genug Haut berühren konnte. Es schmerzte sehr, jetzt in dieser Situation darüber nachzudenken. Damals lagen sie in Löffelchenstellung aneinander gedrückt, und nie hatte Harry so wohltuenden Schlaf gefunden wie in dieser Zeit. Und an Weihnachten natürlich, als er ebenfalls hier sein konnte.

Doch jetzt kuschelte sich sein Geliebter nicht an ihn ran. Jetzt hatte er ihm den Rücken zugedreht. Diese Tatsache verursachte in Harry einen Schmerz, den er nicht länger ertragen konnte.

Harry bis die Zähne so feste zusammen wie er nur konnte und nahm all seinen Mut zusammen und rückte näher an Sirius heran, sodass er ihn von hinten umarmen konnte. Er legte sein Gesicht in Sirius' Nacken und atmete den warmen und vertrauten Geruch ein.

Vielleicht hätte er es lassen sollen. Vielleicht hätte er einfach vorher besser nachdenken sollen. Vielleicht hätte er es besser wissen müssen.

Vielleicht hätte er sich umbringen sollen, als er noch in der Lage dazu gewesen war.

Vielleicht, aber auch nur vielleicht, hätte ihm Sirius' kalte, und gefühlslose Stimme dann nicht so das Herz zerrissen.

„Du bist noch wach?" Es dauerte einige Momente, bis Harry überhaupt verstehen konnte, dass es Sirius war, der gerade so mit ihm sprach. Dass diese Stimme die seine Partners war. Das der Empfänger dieser ganz und gar kalten und verletzenden Äußerung nicht etwa Snape oder sonst jemand war, den Sirius auf den Tod nicht ausstehen konnte, sondern dass er es war... er, Harry, der einst so liebevoll 'Schmusi' genannt wurde.

„Ich konnte nicht schlafen ohne dich, Siry." Hauchte Harry, und kam sich im selben Moment überaus dämlich und lächerlich vor. Doch dies war noch nichts im Vergleich zu der Erniedrigung, welche die darauf folgende Stille in ihm auslöste. Kein 'Wie süß von dir, mein Hase.', keine zärtlichen Hände, die langsam und vorsichtig seinen Körper berührten. Nur eine schwere und lastetende Stille zwischen beiden.

„Ich liebe dich so sehr..." flüsterte Harry und begann Sirius Nacken zu küssen, immernoch in dieser naiven Hoffnung, den anderen doch irgendwie wieder sanft stimmen zu können. Doch vergebens. Alles was Harry zurück bekam war eine eine kalte Hand, welche ihn unsanft an der Schulter packte und grob zurück drückte.

Und dann ging alles plötzlich ganz schnell.

„Bitte Sirius... warum bist du jetzt so zu mir?" Fragte Harry laut, als Sirius schon dabei war, aufzustehen. „Lass mich nicht alleine!" Weinte Harry hysterisch los und krabbelte ein Stück über das Bett.

Ohne einen Ton zu sagen und ohne sich noch einmal umzudrehen, kramte Sirius seine Sache, die er vor nichtmal 5 Minuten ausgezogen hatte, wieder zusammen und war dann auch schon die Tür raus. Mit dem Zufallen der Türe verstummte auch Harrys Stimme.

Es war, als ob jemand diese Scene in dem Moment auf 'mute' gestellt hätte. Harry machte keinen Ton mehr, lautlos quollen die Tränen nun aus seinen Augen und seine Lippen bebten. Er wusste, dass er in wenigen Augenblicken wieder in dieser furchtbaren Situation sein würde und so klammerte er sich an die letzten Momente, in denen er Sirius noch vor der Tür hören konnte. Er nahm jedes Geräuch auf und konnte hören, wie Sirius sich hinter der geschlossenen Türe wieder anzog. Dann hörte Harry kurz nichts, unter dem Türspalt hindurch konnte er sehen, dass Sirius kurz still dastand, als ob er überlegen würde was er als nächstes tun sollte. Wohin er gehen sollte. Harry hoffte bereits nichtmehr, dass er sich wieder umdrehen würde. Er hörte wie Sirius Richtung Bad ging, er die Tür öffnete und wieder hinter sich schloss. Das Bad war etwas entfernt, sodass Harry nichts differenziertes hören konnte. Harry hörte die Toilettenspühlung, dann den Wasserhahn, das Geräuch von Zähneputzen und danach – Harrspray.

Warum benutzte Sirius um fast halb 1 in der Nacht Haarspray? Durch diesen Gedanken aus seiner Starre geholt, stand Harry auf und ging zur Tür, legte sein Ohr daran um besser horchen zu können. Sirius ging nun die Treppe runter. Gleich würde er auf Remus treffen, der im Wohnzimmer sass und noch Fernseh schaute. Harry wollte auf keinen Fall verpassen was die beiden sagen würden und öffnete die Tür einen kleinen Spalt.

Sirius war wieder weg, und wieder war es Harry, der alleine zurück blieb.

Remus Lupin wäre nicht Remus Lupin, wenn ihm nicht in dem Moment schon klar gewesen wäre, wie diese Nacht weiter laufen würde, als Sirius die Haustür aufschloss. Er wäre auch nicht er, wenn ihm nicht klar gewesen wäre, dass es im Moment einfach keinen Sinn hat, einen Sirius anzusprechen, der wortlos und ihn ignorierend an ihm vorbei geht.

Und erst recht wäre er nicht Remus Lupin, wenn ihm das nicht mit den schlimmsten Qualen das Herz gebrochen hätte.

Er konnte nichts tun, und stattdessen saß er jetzt da, starrte ohne wirklich hinzusehen auf den Bildschrim, und vor seinem inneren Auge spielte sich die Scene fast 1 zu 1 oben im Schlafzimmer ab. Er fühlte sich hilflos, einsam und ohne Ruhe. Mit anderen Worten, nichts neues für ihn. Just in diesem Moment war Remus selbst die Verkörperung seines ganzen Leidens, und nichts konnte es im Moment anders machen, als eine ehrliche Umarmung seines besten Freundes und ein aufrichtiger Kuss zwischen gerade diesem und seinem Partner Harry. Doch das würde nicht passieren, nicht mehr in diesem Leben und er wäre nicht so am Ende, wenn ihm diese Auswegslosigkeit nicht klar wäre.

Er hörte Sirius die Treppe runter kommen. Er musste zugeben, dass ihn das jetzt schon überraschte. Normalerweise liefen Streits zwischen Harry und Sirius eher nach diesem Muster ab:

Es gab eine Diskusion über irgendeine Lapalie. Daraus wurde dann ein Streit über etwas viel Grundlegenderes, was aber nie jemand wirklich beim Namen nannte. Remus hätte den beiden sofort sagen können, was das EIGENTLICHE Problem war. Doch Menschen die Wahrheit zu sagen, die für diese aber noch nicht bereit waren, gehörte nicht zu seinen Charaktereigenschaften. Der Werwolf hielt dieses Verhalten für äußert grob und taktlos und hatte zu oft Lilly dafür verfluchen können, dass sie dies früher nur all zu gern und zu den unpassensten Momenten getan um das, was Lilly getan und nicht getan hattte, zu analysieren war jetzt nicht der richtige Zeitpunkt. Zum jetzigen Zeitpunkt saß sein bester Freund neben ihm auf der Couch und es ging ihm nicht gut. Wirklich nicht gut.

Remus musste nichteinmal hinsehen, um die Anspannung des anderen zu spüren.

Verbissen und steif blickte Sirius geradeaus auf den Fernseher.

Remus kannte das an Sirius, dass er sich zusammen reißt, doch in Selbstbeherrschung war sein Freund noch nie gut gewesen und so platzte er sehr schnell aus ihm heraus:

„Sag jetzt nichts, Remus. Halt einfach mal dein verdammtes Maul!"

Remus hätte lügen müssen, wöllte er behaupten, dass ihn diese Aussage überrascht, oder auch nur stark getroffen hatte. In Wahrheit war es keins von beiden, was eigentlich um so trauriger war.

Remus wusste was mit seinem Freund los war. Besser als dieser selber. Wusste was in jeder kleinen Windung seines Unterbewusstseins vorging. Das hatte mehrer Gründe.

Er hatte in Hogwarts die ersten Jahre nur diese 3 Freunde gehabt. Peter, James und Sirius. Natürlich war klar, dass alle Augen und alle Geschehnisse stets immer nur um James und Sirius kreisten. In Remus bescheidener Selbsteinschätzung war sein eigenes Leben, abgesehen von der Kurzen Episode als sein Werwolfdasein aufgeflogen ist, was aber auch schnell zur Normalität geworden ist, noch 'langweiliger' und gewöhnlicher als das von Peter.

Da er also keinen eigenen Ärger, keinen Dramen und keine Eigenen Beziehungen hatte, zumindest keine, die er jemals zugelassen oder darüber gesprochen hätte, hatte er sehr viel Zeit seine Freunde genaustens zu 'studieren'. Und nachdem sich die Beziehung von James und Sirius geändert hatte und James anfang Lilly zu umwerben, war es Sirius, um den Remus sich kümmerte.

Und so kam es dass er jede Wunde, vom kleinsten Kratzer bis zum tiefst eiternden Schnitt auf Sirius' Herz und Seele kannte.

Als Remus Sirius in Harrys 3. Jahr wiedergesehen hatte und er die wahre Geschichte über den Tod von Harrys Eltern erfahren hatte, musste er zu seinem Bedauern feststellen, dass diese Wunden immernoch da waren. Nicht unverändert, sondern eben so, wie kleine und große Verletzungen aussehen, nachdem sie 12 Jahre vor sich hingefault hatten.

Remus konnte es allerdings gut ertragen, da Sirius' Zustand für ihn nur logisch war.

Was ihn verblüffte war nicht, dass sich diese Verfassung änderte, nachdem Harry und Sirius sich angefangen hatten im 4. Jahr immer mehr und mehr Briefe zu schreiben. Er war nichtmal mehr sonderlich verwundert als Harry ihm anvertraut hat, dass er sich in Sirius verliebt hat. Es war eine logische Konsequenz für ihn, dass nachdem Harry sich getraut hatte offen mit Sirius zu reden, die beiden dann zum Ende des Schuljahres ein 'Paar' wurden. Er freute sich sogar als Harry zu Beginn der Sommerferien bei ihnen eingezogen war.

Wirklich erstaunt hatte ihn etwas anderes.

Sirius 'heilte' und nie wäre der sonst so durchschauende Werwolf vorher darauf gekommen, dass diese Tatsache dazu führte, dass Sirius Harry nicht mehr lieben konnte.

To be continued...

Dezember, 2012