2. Dezember: In Hogwarts

Aber auch wenn Lily jetzt wusste, warum besonders ihr Dad so berühmt war (bei ihrer Mum hielten sich das Quidditch, der Krieg, und die Tatsache, dass sie mit dem Harry Potter verheiratet war, die Waage. Am ehesten wurde sie bei ihrer Mum wegen Quidditch angesprochen, was eine nette Abwechslung war), war das Berühmtsein selbst schon eine merkwürdige Sache. Sie selbst hatte schließlich nichts getan, um berühmt zu sein, aber trotzdem wusste jeder, wer sie war.

„Ich weiß, was du meinst, Lily", hatte ihr Dad überraschenderweise gesagt, als sie sich einmal darüber beschwert hatte. „Als ich mit elf neu war in der Zauberwelt, haben mich alle andauernd angestarrt und waren schrecklich ehrfürchtig und neugierig und dabei hatte ich selbst gar nichts getan und konnte mich an gar nichts erinnern. Meine Mum hätte das eigentlich verdient gehabt, ohne sie wäre ich schon als Baby gestorben und das Ganze wäre so nie passiert. Aber weil sie nicht mehr da war und ich elf Jahre auch nicht, wurde das alles schrecklich aufgebauscht und die Leute haben eine Weile gebraucht, bis sie verstanden haben, dass ich auch nur ein normaler Junge war."

Ihrer Meinung nach war ihr Dad alles andere als nur ein normaler Junge gewesen, aber sie wusste, worauf er hinauswollte. Für die meisten Leute, die sie nach ihm fragten, war er so etwas Besonderes, dass sie ihr nie glauben wollten, wenn sie ihnen erzählte, dass er eigentlich ein ganz normaler Dad war. Auch wenn es so war. Wenn man die Leute so reden hörte, stellten die sich eher vor, dass ihr Dad jeden Abend einen Todesser nach Hause mitbrachte und vor dem Abendessen spektakulär umbrachte. Dass er nach dem Abendessen manchmal beim Tagesprophetenlesen einfach im Sessel einschlief und laut schnarchte, das glaubte ihr natürlich keiner.

Da kamen die Leute viel mehr auf ihre Kosten, wenn sie James fragten. Der bauschte alles, was er wusste, noch viel mehr auf und ließ es viel spektakulärer klingen, als es wahrscheinlich je gewesen war. Aber James war eben gerne dramatisch.

Und Al wurde mit der Zeit immer genervter und genervter, wenn er angesprochen wurde. Er mochte es, wenn die Leute ehrliches Interesse zeigten und sich bedanken wollen, aber er hatte absolut keinen Nerv dafür, wenn sie irgendwelche persönlichen Sachen wissen wollten und dachte sich irgendwann einfach irgendwelche bescheuerten Antworten aus, die nicht stimmten, weil er der Meinung war, dass niemand verdient hatte, solche privaten Sachen über Dad zu wissen. Womit er auch irgendwie Recht hatte.

Aber Lily war es fast lieber, wenn die Leute nach solchen normalen Sachen fragten, weil sie einfach gerne wissen wollten, wie der Retter der Zauberwelt so war, anstatt dass sie irgendwelche schrecklichen Dinge aus dem Krieg erfahren wollten, an die Lily am liebsten gar nicht denken wollte. Je größer sie wurde, desto schlimmer war der Gedanke, dass ihre Eltern und ihre Tanten und Onkel gar nicht so viel älter als sie gewesen waren, als sie diese ganzen schrecklichen Sachen erlebt hatten. Ihre Mum war erst elf gewesen, als Voldemort sie besessen hatte!

Aber wie merkwürdig das Ganze war, merkte sie erst, als sie nach Hogwarts kam. Und da hatte sie Glück, dass James zu diesem Zeitpunkt schon drei Jahre in Hogwarts war und die meisten es schon gewöhnt waren, mit einem Kind von Harry Potter in die Schule zu gehen. Außerdem war Neville einer der Lehrer und er hatte eine entscheidende Rolle im Krieg gespielt und bei ihm färbte dieser Glanz ganz schnell ab, wenn er ihnen zu viele Hausaufgaben aufgab, Punkte abzog oder sie zum Nachsitzen verdonnerte. Außerdem waren einige von den Lehrern auch sehr beteiligt gewesen und es war einfach anstrengend, jedes Mal ehrfurchtsvoll zu erstarren, wenn sie oder einer ihrer Brüder oder Rose oder Hugo einen Raum betraten. Es dauerte zwar etwas, aber irgendwann war man nichts Besonderes mehr und das war auch gut so. Schließlich hatten sie nichts Besonderes gemacht.

Auch wenn James wohl am Anfang versucht hatte, die Berühmtheit so lange wie möglich auszunutzen, um von den anderen Schülern und Eltern zu bekommen, was er wollte (was häufig weniger Hausaufgaben waren, die andere dann aus Ehrfurcht für ihn erledigten). Aber Neville hatte dem Ganzen wohl sehr schnell den Garausgemacht, indem er ihm gesagt hatte, dass Dad jetzt auch nicht besonderer war als andere (dann hatte er wie schon erwähnt die besagte Riesenschlange zur Sprache gebracht) und selbst wenn, dann hatte James schließlich selbst überhaupt nichts Besonderes gemacht, wenn er noch nicht mal magischen Efeu von nichtmagischem Efeu unterscheiden konnte.

Was dazu führte, dass James unbedingt selbst berühmt werden wollte und sich sehr schnell auf Quidditch festlegte, um dieses Ziel zu erreichen. Auch wenn er, um fair zu sein, schon immer verrückt nach Quidditch gewesen war und schon mit drei einen perfekten Looping auf seinem Kinderbesen fliegen konnte. (Was alle überrascht hatte, denn diese Besen sollten eigentlich nicht schnell genug sein, um sowas hinzukriegen. Aber James war einfach so gut.) Er hatte schon immer Quidditch spielen wollen, wurde aber umso versessener, als er mitkriegte, dass einer der Nebeneffekte von einem sehr guten Spieler war, dass man in der Zauberwelt berühmt war. Natürlich nicht bei allen, denn Tante Hermine zum Beispiel würde einen berühmten Quidditchspieler nicht erkennen, wenn er in seinem Trikot und mit seinem Besen direkt vor ihr stehen würde, aber die meisten kannten wenigstens die besten. Und James hatte fest vor, der Beste zu werden.

Natürlich stand er anfangs auch hier im Schatten seiner Eltern. Lily hatte gar nicht mehr zählen können, wie oft man erwähnt hatte, dass ihr Dad der jüngste Sucher des Jahrhunderts in Hogwarts gewesen war. Das war etwas, das James nicht geschafft hatte. Zum einen, weil er ein Jäger war und kein Sucher, und zum anderen, weil er erst in seinem zweiten Schuljahr in die Hausmannschaft gekommen war, und das war längst nicht so besonders. Beeindruckend ja, aber nicht ganz so ungewöhnlich.

Als er dann angefangen hatte zu spielen, wurde er oft mit ihrer Mum verglichen, aber er hatte einen ganz anderen Stil als sie, außerdem war sie in Hogwarts mindestens die Hälfte der Zeit die Ersatzsucherin für ihren Dad gewesen, wenn Lily das richtig mitgekriegt hatte. Auch wenn sie das, ehrlich gesagt, schon gar nicht mehr so sehr interessiert hatte. Sie konnte gut fliegen und in den Ferien spielte sie gerne mit ihrer Familie Quidditch, aber sie hatte nie das Bedürfnis gehabt, in der Mannschaft mitzumachen und mit der Zeit hingen ihr die ständigen Diskussionen so zum Hals heraus, dass sie vor großen Spielen am liebsten bei Rose Zuflucht suchte, die sich für Quidditch nicht die Bohne interessierte.

Denn es gab Zeiten, da bestanden die Quidditchmannschaften gefühlt aus ihrer halben Familie. Dominique war die Sucherin für Gryffindor, James war ein Jäger, Hugo irgendwann ebenfalls. Und es wurde nur noch schlimmer, als Al es schließlich als Jäger in die Slytherinmannschaft schaffte und ein Jahr später sein bester Freund Scorpius als Treiber dazustieß. Merlin sei Dank hatte Dominique da schon längst ihren Abschluss gemacht, sonst wäre es wahrscheinlich wirklich zu einem Blutvergießen gekommen.

Und dabei war es so schon schwer genug, mit Al, der fest entschlossen war, Gryffindor und besonders James im Quidditch zu schlagen, weil er seinem großen Bruder beweisen wollte, dass er mindestens genauso gut war. Das war schon immer Als Problem gewesen. James machte etwas vor und Al wollte beweisen, dass er mindestens genauso gut war. (Einen Looping hatte er mit seinem Kinderbesen aber zum Beispiel nie hingekriegt. Nur fast eine Gehirnerschütterung bekommen, als er es versucht hatte.) Das Ganze wurde nur noch merkwürdiger zwischen ihnen, als Al damals nicht nach Gryffindor gekommen war, so wie sie alle erwartet hatten, sondern nach Slytherin. Die ganze Familie war geschockt gewesen.

Sicher, es war kein Weltuntergang mehr, wenn jemand aus der Familie nicht nach Gryffindor kam. Teddy war nach Hufflepuff gekommen und hatte sich sehr darüber gefreut, in das Haus seiner Mum und seines Großvaters zu kommen. Molly und Lucy, Onkel Percys Töchter, waren beide nach Ravenclaw gekommen und Onkel Percy hatte ständig allen erzählt, wie froh er war, dass seine Töchter sich dann vielleicht nicht in irgendwelche halsbrecherischen Aktionen stürzen würden, weil Ravenclaw schließlich das vernünftigste aller Häuser war. (Da kannte er Lucy aber schlecht. Und in Ravenclaw waren wirklich ein paar komische Vögel, Lily hatte sich schon immer gewundert, was Onkel Percy sich da eingeredet hatte. Aber wahrscheinlich war er doch ein wenig enttäuscht gewesen, dass seine Kinder nicht in sein Haus gekommen waren und hatte so versucht, sich zu trösten. Nicht, dass er seinen Töchtern je etwas davon gezeigt hätte. Auf sie war er immer nur stolz gewesen.)

Aber Slytherin war dann doch noch etwas anderes. Mit seinem bösen Ruf und den vielen Todessern und dann war Al auch noch im gleichen Schlafsaal wie Scorpius Malfoy, an dem Onkel Ron kein gutes Haar ließ. Aber die Sorge war unbegründet, denn Scorpius war supernett und er und Al freundeten sich gleich am ersten Abend an. Wie Al war auch Scorpius nicht sonderlich begeistert von der Bekanntheit seiner Familie und so hatten sich zwei verwandte Seelen gefunden. Die ganze Familie war anfangs misstrauisch, aber Teddys Großmutter Andromeda versicherte allen, dass sie sich wirklich keine Sorgen machen mussten. Sie war schließlich auch in Slytherin gewesen. Außerdem war Scorpius' Großmutter ihre Schwester und anscheinend kannte sie auch Scorpius' Mutter ein wenig und sie war sich sicher, dass Scorpius völlig in Ordnung war. Zu dem gleichen Schluss waren auch James und Rose gekommen, sobald sie ihn kennen gelernt hatten, und so hatte die ganze Familie aufgeatmet. Bis auf Onkel Ron natürlich, der hatte noch Jahre gebraucht, bis er sich auch nur annähernd mit Scorpius abgefunden hatte.

Lily selbst hatte Scorpius gemocht, sobald Al ihn das erste Mal mit nach Hause gebracht hatte. Scorpius war nett und höflich und hatte ein wirklich tolles Lächeln und er war der Einzige, der Lily nicht ignorierte, denn ihre großen Brüder waren natürlich viel zu cool und erwachsen, um sich mit ihr abzugeben, wenn ihre coolen und älteren Freunde aus Hogwarts da waren. Aber Scorpius war auch ein Einzelkind gewesen und hatte sich immer jemanden zum Spielen gewünscht, als er noch klein gewesen war und gab sich deshalb immer Mühe, sie miteinzubeziehen, wenn er sah, dass sie auf der Strecke blieb.

(Da war es doch wirklich kein Wunder, dass sie sich ein bisschen in ihn verknallte, oder? Außerdem war sie vielleicht ein kleines bisschen verblendet von der Liebesgeschichte ihrer Eltern. Ihre Mum erzählte immer gerne davon, dass sie sich auf den ersten Blick in ihren Dad verliebt hatte, auch wenn er noch mehrere Jahre gebraucht hatte, bis er endlich erkannt hatte, wie toll Mum war. Lily hatte sich oft ausgemalt, wie es sein würde, wenn Scorpius sie endlich in einem neuen Licht sah und sich Hals über Kopf in sie verliebte. Dazu kam es schließlich tatsächlich, nur dass Lily nicht die Glückliche war, sondern Rose. Aber zu diesem Zeitpunkt hatte Lily sich längst von dieser Fantasie verabschiedet. Außerdem war jedem, der Rose und Scorpius zusammen sah, klar, dass die beiden einfach zusammengehörten und nichts sie trennen würde und nur ein Wahnsinniger versuchen würde, sich da irgendwie dazwischenzudrängen. Und als sie dann verheiratet waren und zwei Kinder hatten, konnte Lily kaum noch glauben, dass sie jemals tatsächlich für Scorpius geschwärmt hatte. Als ob sie gegen die wahre Liebe von ihm und Rose eine Chance gehabt hätte.)

Nun ja. Jedenfalls war James fest entschlossen, mit Quidditch irgendwann berühmt zu werden, während Al den Sport eher dazu benutzte, zu beweisen, dass er genauso gut war wie sein Bruder. (Und er war wirklich sehr gut, aber James war einzigartig. Auch wenn Gryffindor nicht immer die Meisterschaft gewann, denn manchmal war Slytherin einfach das bessere Team. Aber alle waren sich einig, dass James einfach der beste Spieler war. Auch wenn Hugo ihm später einmal überraschend viel Konkurrenz machte und auch Profi hätte werden können, wenn er gewollt hätte. Aber Hugo hatte immer zu Onkel George gewollt.)

Al stand der ganzen Berühmtheit viel skeptischer gegenüber. Er war für seine Geduld bekannt, aber wenn es um dieses Thema ging, war er viel schneller genervt als alle anderen. Es störte ihn weniger als Lily, wenn sie etwas über den Krieg wissen wollten, aber er hasste es, wenn es ihnen um irgendwelche privaten Informationen ging, die die Leute nun wirklich nichts angingen. Und er hatte auch irgendwie Recht, denn was sollten sie mit der Lieblingsfarbe ihres Dads schon anfangen? Aber dann schwärmte Lily manchmal für den einen oder anderen Muggelschauspieler oder Sänger und saugte alle Interviews auf, die sie finden konnte. Und dann fand sie es immer super, wenn sie seine Lieblingsfarbe kannte. Aber dann hatte er sie auch selbst in einem Interview preisgegeben und sie hatte nicht seine Tochter belästigt, um sie zu erfahren, also was es vielleicht doch nicht so ganz dasselbe.

Al gab den Leuten immer absurdere und lächerliche Antworten, aber weil er so unschuldig aussehen konnte wie Lily und Dad am ähnlichsten sah, glaubten ihm die Leute so ziemlich jeden Mist, was dazu führte, dass immer widersprüchlichere Antworten im Umlauf waren und in Magazinen abgedruckt wurden. Ihre Eltern waren nicht sonderlich begeistert, aber sie verboten ihnen auch nie, mit dieser Berühmtheit so umzugehen, wie es für sie am erträglichsten war.

Und da hatte Lily es in Hogwarts eigentlich noch recht einfach. Als sie in die Schule kam, war James schon drei Jahre dort und die Leute waren es gewohnt, mit dem Sohn von Harry Potter zur Schule zu gehen. Wäre Al nicht nach Slytherin gekommen, dann wäre er von James' lauter Persönlichkeit wahrscheinlich noch viel mehr überstrahlt worden. Obwohl die beiden zusammen schon viel Chaos anrichten konnten, davon konnte Lily als kleine Schwester ein Lied singen.

Aber es war dann doch etwas Besonderes, als Lily nach Hogwarts kam, als einzige Tochter, die sowohl ihrer Mutter, der berühmten Quidditchspielerin und ihrer Großmutter, durch deren Opfer Voldemorts Fall das erste Mal überhaupt möglich gewesen war, sehr ähnlich sah. Hätte sie nicht ihren besten Freund Hugo im gleichen Jahrgang gehabt, wäre sie am Anfang wahrscheinlich recht einsam gewesen. Die meisten Mitschüler hatten zwar Interesse an ihr, aber waren zu scheu, um sich ihr wirklich zu nähern. In den ersten Wochen hatte sie das Gefühlt gehabt, dass die Mädchen in ihrem Schlafsaal zwar gerne über sie sprachen, aber nicht wirklich mit ihr.

Sie hätte nicht gedacht, dass man sich in Hogwarts einsam fühlen konnte, aber manchmal, wenn sie in den ersten Wochen abends im Schlafsaal lag und zuhörte, wie die anderen Mädchen sich flüsternd unterhielten, konnte sie verstehen, wie ihre Mum auf Tom Riddles Tagebuch hereinfallen konnte. Aber zum Glück hatte sie Hugo, der mit ihr zusammen eingeschult worden war. Hugo hatte sich zwar sehr schnell mit Tommy, einem Jungen aus seinem Schlafsaal, angefreundet, aber anstatt sie zu ignorieren, bezog er sie in alles mit ein, und Tommy störte das auch nicht. Er brauchte zwar eine Weile, bis er richtig mit ihr reden konnte, aber sie war nicht allein. Und Rose gesellte sich auch oft zu ihr, denn sie verstand sich zwar recht gut mit den Mädchen aus ihrem Schlafsaal, aber eine beste Freundin hatte sie nicht. Und da sie sich nicht wirklich viel daraus machte, was die anderen über sie dachten, störte es sie auch nicht, als Drittklässlerin öfters in Gesellschaft einer Erstklässlerin gesehen zu werden. Aber was die berühmte Familie Weasley anging, herrschten sowieso andere Regeln und keiner wunderte sich, wenn die Familie gerne unter sich war.

Mit der Zeit freundete Lily sich schließlich auch mit den anderen Mädchen in ihrem Schlafsaal an, besonders mit Callie und Cookie. (Sie wusste, wie bescheuert die Namen klangen, aber sie hatte sie schließlich nicht ausgesucht.) Besonders Rose fand die beiden zu oberflächlich, aber Lily störte das nicht. Es war schön, manchmal einfach nur über Haare, Nägel, Mode und irgendwelche Jungs zu sprechen, für die sie schwärmten (und Callie und Cookie schwärmten immer für irgendjemanden. Solange sie nicht von James anfingen, in den so ziemlich jede in Hogwarts verknallt war, machte Lily bereitwillig mit).

Sie liebte Rose, aber manchmal war sie mit ihrem Ehrgeiz und ihrem Fokus auf Schule und Hausaufgaben auch ganz schön anstrengend. Rose wollte später Heilerin werden und musste das deshalb wohl auch sein, aber manchmal übertrieb sie ein wenig. Merlin sei Dank war Hugo nicht so. Er hätte er sich wahrscheinlich mehr für die Schule interessieren können (sehr zu Tante Hermines Leidwesen), aber er ließ sie auch nie zu sehr schleifen und war eigentlich in allen Fächern wirklich gut. Musste er auch sein, wenn er für Onkel George arbeiten wollte. Der hatte zwar nicht so strenge Auswahlkriterien wie das Mungos oder das Ministerium, aber wenn man miserabel im Zaubern war, dann konnte man auch keine guten Scherzartikel erfinden. Soweit Lily wusste, hatte George noch nie einen Bewerber abgelehnt, aber die meisten hatten nach kurzer Zeit von sich aus aufgegeben, als sie gemerkt hatten, dass sie nicht genug wussten oder um die Ecke denken konnten, um sinnvolle und lustige Scherzartikel zu erfinden. Onkel Percy war außer sich gewesen, als seine Tochter Lucy nicht, wie er es sich gewünscht hatte, im Ministerium, sondern für Onkel George arbeiten wollte. Es hatte eine Weile gedauert, bis er erkannt hatte, dass sie bei George viel mehr gefordert wurde und mehr Wissen brauchte, als es im Ministerium je der Fall gewesen wäre und im Laufe der Zeit wurde sein Haus immer voller und voller, weil er jeden Artikel, an dem Lucy mitgearbeitet hatte, sofort kaufte und stolz jedem unter die Nase hielt, der ihm nicht schnell genug aus dem Weg gehen konnte.

TBC…


A/N:

Pretty Lily Potter: Danke für dein Review! So ein schwerer Charakter muss Lily ja gar nicht sein, im Grunde ist sie ein unbeschriebenes Blatt (vielleicht durch The Cursed Child nicht mehr, aber das hab ich nie gelesen), nur war sie irgendwie der Charakter, bei dem ich als Erwachsene am wenigsten eine Vorstellung von ihr hatte, warum auch immer.